Gernulf Olzheimer kommentiert (DCCCVII): Rechte Denkverbote

27 03 2026
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Wer kennt es nicht. Kaum sagt man mal etwas gegen dunkelhäutige Deutsche, die zwar bestimmt keine echten Volksgenossen sein können, wenn ihre Vorfahren aus dem Kral kommen, schon wird man von einer Rotte kommunistischer Rowdies mit dem Schlagring in die Schranken gewiesen. „Die sollen doch froh sein, dass wir sie nicht alle gleich in die Gaskammer prügeln“, plärrt da der Stalinist, „und dass wir als anständige Deutsche immer mit diesen Gaskammern in Verbindung gebracht werden, die es nämlich nie gegeben hat, das liegt nur an diesen internationalistischen Eliten, die uns, das stärkste Volk der ganzen Menschheitsgeschichte, vernichten werden, wenn wir ihnen beispielsweise erlauben, unsere Frauen zu schänden!“ Und dann wird man sofort mit dem gerechten Zorn des Arischlochs vom Dienst konfrontiert, dass diese eine Tussi, die auch unheimisch heißt, wegen virtueller Vergewaltigung herumgreint, aber nicht öffentlich angeprangert hat, dass deutsche Mädels von Subsahara-Irren in der S-Bahn einfach so abgestochen werden. Da hilft nur die Weltrevolution, Klimaschutz, am besten noch bedingungsloses Grundeinkommen, um… – Nee, halt. War anders. War natürlich ein Nazi, der sich sterbenselend gegen diese linke Gehirnvollwäsche zur Wehr setzen musste. Mit rechten Denkverboten.

Macht ja auch, von außen betrachtet, Sinn – was soll man den Braunrüben auch verbieten, womit sie schon körperlich überfordert sind – und zeigt schön, dass sie das, was sie selbst tun, anderen vorwerfen. Dass sie sich schon beschweren, wenn man sie als Faschisten bezeichnet, nur weil ihr von Hirnfäule durchsetzter Haufen ständig Hitler grüßt und Haken kreuzt, liegt nicht nur an angeborener Feigheit, es ist der Anspruch, den die Nationalsozialiesel dem Volk aufdrücken, alles so zu bestimmen, wie es ihr dünn angerührter Rassendreck hergibt. Waren es bei Goebbels und seinen luetischen Loddeln noch die, die man heute aus Staatsraison nicht mehr selbst beschimpfen darf (und froh ist, dass es dafür eine Herde Arschgeigen gibt), sucht sich die Reaktion ihre massenkompatiblen Feindbilder und hämmert sie den Bekloppten ein: Arme, Abgehängte, alle, die vorsätzlich behindert oder krank geboren oder sich sonst zur Hexenjagd eignen.

Es ist zunächst der normative Aspekt, der allem aufoktroyiert wird: was gesund ist, bestimmt das Volksempfinden. Was nicht dazu gehört, das wird in diskursiver Dauerschleife angepöbelt, ausgespuckt und im leitkulturellen Sumpf versenkt, auf dem die Winzpimmel weimernd ihre Masturbationsversuche abseichen, den Boden der Tatsachen mit Scheiße zu fluten. Wurst ohne Fleisch und Autos ohne Brumm-Brumm? Gendersternchenneutrale Toiletten? Transfrauen sind Frauen? am Ende Frauen wie Menschen behandeln? Das ist nicht mehr ihr Teutschland, für das sie die Enkel jederzeit wieder von Stalingrad verrecken lassen würden, damit die Rendite stimmt. Und sie tun also.

Wer widerspricht, macht sich verdächtig, denn es gibt keinen differenzierten Diskurs mehr und kein Recht auf Widerspruch. Wenn das der Kanzler wüsste, er würde sich natürlich sofort zustimmen.

Und so bekämpfen die Rechtsextremen längst auch Politiker, die sich argumentativ über sie und ihre von Industrienutten bezahlten Hetzmedien äußern, und zwar mit den Mitteln des Rechtsstaates, den sie so lange ausnutzen, bis sie ihn abschaffen können. Noch wehrt sich die Zivilgesellschaft und wird von den Gerichten unterstützt: im Namen des Volkes. Doch schon gibt es eine Phalanx bis hinein in die Regierung, die offen diese Zivilgesellschaft bekämpft, ohne die sie, die Gewählten, vielleicht schon bald in den Arbeits- oder Vernichtungslagern säßen, die die Extremisten nicht aus Koketterie als unerlässliche Härte maskieren, die Deutschland zur Verteidigung gegen die bürgerliche Gesellschaft bräuchte. Es reicht schon, wenn man sich im Sinne der Verfassung äußert, wenn man Klimaschutz und Antifaschismus fordert oder nur die Einhaltung der geltenden Asylgesetzgebung. Die Regierung und ihre Schergen behandeln derlei als Staatsfeinde, wären aber die ersten, die die Mütter und Väter des Grundgesetzes an die Wand nageln würden.

Das rechte Denkverbot ist ein Handlungsverbot geworden, und getreu der genannten Prämisse, dass Autokraten ihren Gegnern immer das vorwerfen, was sie selbst im Sinn haben, baut sich das ein dürres Konstrukt, das nach Freiheit plärrt – die, die sie meinen – und erklärt alle anderen sofort zu Verbotsideologen. Es entlastet so schön, wenn man die gruppenbezogene Menschenfeindlichkeit nicht immer an neuen Markern erklären muss, Politik aus Emotionen und Bratwurst schwiemeln kann und keinen Plan braucht außer der Absicht, sich selbst an der Macht zu halten und dort reich zu werden.

Wir sind vorbereitet auf die Machtergreifung, sie hat eigentlich schon stattgefunden. Der Diskurs ist Herrschaft geworden. Am besten redet man nicht darüber, weil man sonst den armen Faschisten, die Opfer des gewaltsamen Linksrucks, des Zwangs zu Veganismus und Queerness, ganz dolle wehtut. Und so lassen wir sie in Frieden, damit sie sich für den Tag der Tage ausschlafen können. Aber das darf man ja gar nicht sagen. Noch nicht.





Jagdzeit

24 09 2025

Der Wagen war lange gefahren, bestimmt mit hoher Geschwindigkeit. Jetzt bremste er abrupt ab, nahm einige sehr scharfe Kurven, rollte über zunehmend unwegsames Gelände, Kopfsteinpflaster, endlich über eine Bodenwelle, und dann waren wir am Ziel. Siebels öffnete von außen den Schlag. „Bedaure“, begrüßte er mich, „anders ging es nicht.“

Die vollständig abgedunkelten Fenster, diese Trennscheibe vor der Rückbank, ich kam mir vor wie bei einer Entführung. „Werten Sie es nicht als Zeichen meines Misstrauens“, beruhigte mich der TV-Produzent. „Die ersten Fahrten habe ich auch in so einem Ding gesessen, damit ich nicht verrate, wo wir drehen.“ In der Mauer aus Natursteinen öffnete sich eine gediegene Holztür, die Schritte führten über hellen Kies, Efeu rankte sich am Haus empor. Die Villa mit mehreren Nebengebäuden und einem großen Innenhof sah aus, als hätte ein römischer Architekt sich auf eine argentinische Rinderfarm verirrt. Die Aufnahmeleiterin flüsterte beständig in eine Hörsprechgarnitur, warf ihren Kopf hin und her – erst später sollten mir die kleinen Kameras an den Wänden knapp unter dem Sims auffallen – und blickte dann auf ihre Pappkärtchen. „Es werden hier keine, ich wiederhole: keine Namen genannt.“ Ich wollte schon antworten, Siebels kam mir zuvor. „Natürlich filmen wir noch nicht“, erklärte er, „aber man weiß nie, wer sich hier einschleust und alles mithört – also keine Namen, dann ist alles gut.“

Wie entscheidend das war, sollte ich auch erst viel später begreifen; immerhin sah ich sofort, dass es sich um durchaus bekannte Personen handelte, nicht einmal die aus der zweiten Reihe, die man für ein derartiges Format sonst eingeladen hätte. „Wer Reality machen will, muss real sein.“ Ich zweifelte keinen Augenblick an der Aufnahmeleiterin, fragte mich aber, wie man derart prominente Vertreter aus Partei und Politik in ein verstecktes Anwesen lockt. Siebels zog spöttisch die Stirn in Falten, und ich begriff. „Wie viel?“ Er rückte seine Brille zurecht. „Wenn ein Schwein die Gier entdeckt, verliert es als erstes den Verstand.“

Ein halbes Dutzend Funktionäre, Minister, auch ein ehemals mächtiger Mann der Regierungspartei, sie schlichen argwöhnisch um die Leiterin herum. Sicher wussten alle, dass im nächsten Durchlauf die Kameras alles aufzeichnen, Mikrofone alles hören würden, was sie sonst lieber vertuschen wollten. Aber die Regeln des Spiels waren so einfach. „Sie werden über eine Reihe von Themen reden, die wir ihnen vorgeben.“ „Das ist doch bei keiner Talkshow anders“, kritisierte ich. Siebels korrigierte mich. „Das Publikum weiß natürlich, um welche Themen es sich handelt, wer auskneift, andere hinhängt oder Unfug erzählt.“ Hier aber sollten die Konsequenzen deutlich anders sein. „Sie werden nicht nur von den Zuschauern beurteilt, sie werden gerichtet.“ „Ein martialischer Ausdruck“, höhnte ich, „man wird sie doch wohl nicht bei vollen Bezügen pensionieren?“ Siebels schwieg. Auch das sollte ich bald verstehen.

„Natürlich sind Ausländer schuld“, krähte eine der Figuren. „Das sind Ausländer, also sind die halt schuld.“ „Aber nicht für alles“, korrigierte ihn der zweite, ein kraushaariger Kasper im billigen Anzug. „Armen und Spastis muss man auch regelmäßig die Fresse polieren.“ Drei andere nickten. Wer auf diese Gedanken kam und sie unverhohlen äußerte, dem machten sicher auch Kameras nichts aus. „Es gibt einige, die würden das im Wahlkampf gerne sagen.“ Ich nickte. „Mir wundert höchstens, dass es sich um Oppositionsfaschisten handelt.“ Ein Dicker mit schütteren Haarresten schnaufte eine Treppe hinauf. Die Aufnahmeleiterin fasste sich ans Ohr. „Jetzt wird es lustig.“ Siebels schmunzelte. „Wer nicht arbeiten will“, kreischte das pickelige Männchen in der Ecke, „dem klatsche ich persönlich eine in seine asoziale Kackscheißarschlochkackfresse, jawohl!“

Er hatte gewonnen, und ich erwartete jetzt jeden Augenblick Jubelschreie. Der Preis war erheblich. Nervosität kam auf. „Wir drücken ihm die Kohle ja nicht einfach in die Hand“, verriet mir Siebels. „Die eigentliche Prüfung fängt jetzt erst an, nachdem das Publikum ihn für mehrere Tage Hetze, Lügen und Gepöbel auserwählt hat.“ Ein Mitarbeiter nahm ihm Uhr und Brille ab, befestigte ein Funkmikrofon an seinem Hemdknopf und packte ihn am Arm. Jetzt erst begriff er, dass er rausgeworfen wurde, wehrte sich nach Kräften, hatte aber keine Chance gegen die muskulösen Sicherheitskräfte. „Kommen Sie“, sagte die Aufnahmeleiterin. „Die Monitore sind im Kaminzimmer.“

Die Schaltzentrale war gemütlich eingerichtet. Es gab Kaffee, dem Siebels sofort zusprach. Ich sah auf eine Reihe schwarzgrüner Bilder, die über dem Mischpult flimmerten. „Unsere Außenanlage“, erläuterte sie. „Er muss durch den ganzen Wald bis nach…“ Siebels zog die Augenbrauen empor; fast hätte sie es verraten. „Wie viele?“ Ich begriff nicht gleich. „Wir haben zwanzig auf der Westseite“, gab sie zurück, „und noch mal zwanzig Richtung Ost.“ Siebels war sichtlich zufrieden. „Wenn er etwas von der ganzen Sache haben will, muss er einfach nur alles richtig machen.“ Das also war die Idee. Auf den Bildschirmen sah man, wie er sich durch den Wald tastete. Äste knackten auf dem Boden, Laub raschelte. Sein Wimmern war deutlich zu hören. „Er will zu Mami“, stellte Siebels fest. „Ich hatte nichts anderes erwartet.“

Es dürfte drei Uhr gewesen sein, der Wagen stand bereit. Siebels ließ mich zuerst einsteigen. „Sie kennen ja den Weg“, wies er den Fahrer an. Da zerriss ein Schuss die nächtliche Stille. Aus dem Fenster nickte die Aufnahmeleiterin. „Das spart viel Geld“, lächelte Siebels und zog die Tür ins Schloss.





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCCLXXXI): Der aufhaltsame Aufstieg des Faschismus

12 09 2025
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Der Schoß ist fruchtbar noch, aus dem das kroch. Nichts daran ist geheim, nichts verwundert, wir wollen es nur nicht mehr wahrhaben, weil wir uns gegen die Dummheit vergangener Epochen gründlich gefeit sehen. Wie töricht das ist, zeigt ein Blick in die Landschaft, in der die evolutionäre Montagsproduktion die politischen Entscheidungen übernommen hat. Ein paar Billigheimer brüllen in die Flüstertüte, damit der nächste Führer genug Menschenmarmelade hat, eine Menge Mitläufer im mittelintelligenten Sektor trottet in jede gewünschte Richtung, der Rest stiert auf die Nachrichten, die da verkünden: Dreimal werden wir noch wach, heißa! dann ist wieder Machtergreifung. Jahrzehnte haben wir gewartet, jetzt starren wir wie das Kaninchen auf die Schlange, da der Faschismus offenbar nicht aufzuhalten ist – aber ist das wahr? War es jemals so? Und woran erkennen wir, dass er aufhaltsam war und immer aufhaltsam bleibt?

Wie ihr Vorbild, der Laden des Bettnässers aus Braunau, ist die neue Nazimeute keine originäre Unterschichtenpartei, sondern eine organisierte, mit Kapital und Aufwand zusammengeschwiemelte Pseudobewegung, die genau das tut, was man von ihr erwarten kann: Arbeiter, Mittelstand und Arme in die Scheiße reiten, damit ein paar Drecksäcke nach dem großen Knall noch größere Vermögen für die Herrschaft der sogenannten Eliten haben, die ja eigentlich als Feindbild herhalten sollten. Die neuen Nazis waren eine Professorenpartei, gegründet mit Spielgeld rechtskonservativer Industrieller und Finanziers, nicht zufällig oft aus dem Bereich von Medien und Propaganda, die das Geschrei der intellektuelle Leergutansammlung – raus aus Euro und EU, Deportationen, Grenzen dicht, weg mit der Verfassung – über alle Kreischkanäle bis in den öffentlich-rechtlichen Funk getragen haben, den sie eigentlich als Lügenschleuder abschaffen wollten, wenn sie ihn nicht selbst für ihre Schwindelanfälle missbrauchen müssten. Nicht vergessen soll sein, dass sich die Sender aus komplett versaubeuteltem Verständnis von Neutralität Dauerwerbung für den Nationalsozialismus aufdrücken lassen, als sei das Ende von Demokratie und Meinungsvielfalt bereits beschlossene Sache; die Verquickung von Kohle und Kampagnenjournaille allerdings führt stets zu kommunizierendem Röhren, dem sich auf Dauer die Gesellschaft nicht entziehen kann, erst recht nicht beim mantraartig wiederholten Eiapopeia, so schlimm sei doch ein bisschen Nazitum nicht, wenn dafür die Wirtschaft wieder brummt und es keine migrantischen Massenvergewaltigungen mehr gibt.

Also muss in vorauseilendem Kadavergehorsam der Sieg der Braunalgen herbeigejazzt werden. Jetzt aber im Osten! Stärkste Kraft! Keine Regierung ohne ihr Hitlerjunges! Der messbare Erfolg jedoch bleibt überschaubar, nirgends haben Gröfazkes und Konsorten ihre Dumpfdüsen in öffentliche Ämter geschickt, und wenn, sind sie krachend an dieser verdammten Wirklichkeit gescheitert, die nie einer hatte kommen sehen. Es steht also nur zu fragen, ob dies Framing als Wette auf eine selbsterfüllende Prophezeiung oder tatsächlich politischem Interesse geschuldeter Lust am Untergang betrieben wird, da sich ja Katastrophen so schön verkaufen lassen.

Den Hype um das kernrassistische Getöse haben nicht zuletzt die angefacht, die Kapital und Medien in Tuchfühlung haben, sogenannte Konservative, die ihre Felle wegschwimmen sahen, lauter lahme Brandmauerspechte, die plötzlich plapperten, was Bekloppte aus allen Aufregerformaten kannten: Ausländer raus. Was ja schon immer geholfen hat, von Wahlplakat zu Wahlplakat, da unerreichbar mit dem Grundgesetz, ökonomischer Suizid, Vorlage für einen Volksaufstand und dennoch Leitgedanke der dümmsten Arschgeigen, die sich bis auf den Kanzlerschleudersitz hochlügen. Sich abzuarbeiten an Scheinwahrheiten vom Volksuntergang durch arbeitslose Scheinasylanten ist nicht viel mehr als das krachende Eingeständnis, vom Kapital nicht mehr mitgekriegt zu haben als eine Schippe Scheiße unter der Kalotte. Wie soll man damit ein ganzes Land regieren, wenn man sich nicht einmal selbst unter Kontrolle hat.

Schließlich und endlich sieht man angesichts der gerichtlichen Einstufung der AfD als gesichert rechtsextremistische Demokratiefeinde den Eiertanz der Partei, sich vor dem drohenden Verbot zwar zu zügeln, im Endspurt um den Reichstagsbrand aber ihr aus Hass und Hetze genageltes Profil gegen die Nachmacher mit pseudochristlichem Anstrich in Stellung zu bringen. Hier ein Verhaltenskodex, da ein Aufruf zur Mäßigung, alles lächerlich, wenn der im Inneren zerstrittene Bewegung dämmert, dass das Führerprinzip – es kann nur einen geben, alles andere wäre ja antifaschistisch – nicht ausreicht, um genug gescheiterte Existenzen an die Fleischtöpfe zu bringen, wo sie auf Kosten der Steuerzahler ihre Psychose ausleben dürfen.

Bis jetzt hat sich diese Alternative lediglich als Hampelmannschaft aus der Retorte der neoliberalen Arbeitgeber gezeigt, die sämtliche Sozialsysteme schreddern wollen. Als ob man das mit den aktuell herumquäkenden Feuchtbeuteln nicht auch bestens hinbekäme. Wenn auch gänzlich ohne Substanz.





Im Auftrag der Wahrheit

28 08 2025

Wir hatten uns lange nicht mehr vor Studio 7 getroffen. Ich musste nicht lange warten, das Taxi bog um die Ecke und hielt vor direkt dem Eingang. Siebels stieg aus und knautschte seinen Mantel über den Arm. „Wenigstens das klappt“, begrüßte er mich mit ironischem Unterton. „Ich musste auch nur dreimal so lange warten, bis wir endlich einen Termin bekommen.“

Es roch wie immer nach warmem Plastik und Metallabrieb. Von links wehte leichter Kaffeeduft herüber, und der TV-Produzent ließ sich einen Becher von diesem Automatengetränk geben. Wir sahen uns um. Die Kulissen der gerade gefloppten Talkshow Das darf man ja gar nicht mehr sagen lehnten an der Wand, teilweise in nicht mehr verwendungsfähigem Zustand. „Sie haben das zu wörtlich genommen“, erläuterte Siebels. „Wer Krawallprogramm bestellt, muss damit rechnen, dass er Krawallprogramm geliefert kriegt.“ Es muss eine regelrechte Schlägerei gewesen sein, wenn man den faustgroßen Löchern zwischen nicht mehr und sagen glauben konnte. Aber dafür waren wir nicht hier. Wir kamen, wie es im Exposé stand, im Auftrag der Wahrheit.

Hilke Boltzmann-Palowiak, seit etwa zwanzig Jahren mit immer neuen Gesprächsformaten an den unterschiedlichsten Sendern gescheitert, kam kurz vorbei, um uns sehr ausführlich zu erklären, dass sie keine Zeit habe, uns die Sendung ausführlich zu erklären. „Geschenkt“, murmelte Siebels. Er hatte sie erfunden. Während die Regisseurin sich abrupt umdrehte und ansatzlos einen Kabelträger anschrie, gingen wir in den hinteren Teil des Studios. Auf einer mäßig luxuriös ausgestatteten Bühne mit grau gemustertem Bodenbelag, einem grauen Pult mit grauem Stuhl stand vor der grauen Verkleidung der Rückwand ein immerhin schwarzer Monitor. „Es sieht grauenhaft aus“, kalauerte ich. Er musste es gehört haben, aber ich hatte Glück; er ignorierte es.

Anzug, Hemd und Krawatte des Moderators waren, wenig überraschend, ebenfalls grau. Er saß auf dem hohen Stuhl und blickte auf sein Pult, das ihn über einen kleinen Monitor mit Informationen versorgte, während auf dem großen Monitor ein Interview mit einem Nationalsozialisten eingespielt wurde – nicht ungewöhnlich, denn es gehörte zum Geschäft aller großen Fernsehsender, auch der öffentlich-rechtlichen, regelmäßig Politiker zu interviewen. „Nein, die freie Meinungsäußerung ist in der Bundesrepublik nicht in Gefahr.“ Er las die Texte routiniert ab, klar und bestimmt, geradezu apodiktisch. „Sie bezieht sich ohnehin nur auf das Recht, seine Meinung ohne Einschränkungen durch Regierung und Gesetzgebung zu äußern, nicht aber ohne jede Form der Kritik oder Richtigstellung.“ So weit, so gut. Der hektisch schwitzende Nazi redete noch weiter, aber er wiederholte sich nur.

Der nächste Film lief an. „Nein, der Freistaat Bayern nimmt nicht mehr Migranten auf als andere Länder.“ Er blickte unverwandt in die Kamera. „Ist das als Zusammenschnitt geplant“, fragte ich, „oder wie hatten Sie sich das Format gedacht?“ „Weder bei der Zahl der Erstanträge auf Asyl noch beim Anteil der Bevölkerung mit Migrationshintergrund ist Bayern führend, sondern Nordrhein-Westfalen.“ Siebels nickte befriedigt. „Das würde sich ja erst recht keiner mehr ansehen“, mutmaßte ich. „Was wir bräuchten, wäre ein Faktencheck…“ „… der parallel zu den Interviews gesendet wird.“ Ich zog die Augenbrauen empor. „Wie wollen Sie das denn in andere Programme integrieren?“ Er antwortete nicht. Offenbar hatte ich es nicht zu Ende gedacht.

„Es ist nicht zielführend, den Familiennachzug für subsidiär Schutzberechtigte auszusetzen.“ Der entsprechende Beitrag flimmerte über den Monitor, einschließlich der typischen Bilder migrantischer Messermänner, wie sie sich eine populismusoffene Redaktion vorstellte. „Es handelt sich überwiegend um Frauen und Kinder, die ihren Rechtsanspruch auf Nachzug wahrnehmen. Von diesen ging in der Vergangenheit kein messbares Kriminalitätsrisiko aus.“ Vielleicht hatte ich mich getäuscht, aber die Stimme des Moderators klang schon ein bisschen angestrengter als zuvor. Das änderte sich auch nicht mit der nicht beweisbaren Meinung, dass Opfer und Angehörige von Gewalt so gut wie immer nach der Flucht zu gewaltbereiten Extremisten würden. „Es nützt doch nicht, wenn man sich das einmal in der Woche anschaut, wenn man das Interview längst nicht mehr präsent hat.“ Siebels nickte. „Deshalb werden wir das im Internet veröffentlichen, und zwar als Livestream.“ Ich begriff. „Sozusagen als Second Screen?“ „Wir wissen, was diese Leute für einen Unfug erzählen, also haben wir notwendige Korrekturen meistens auch schon parat.“

„Nein, eine vierköpfige Bedarfsgemeinschaft bekommt nicht viermal den vollen Regelsatz einschließlich viermal Kaltmiete und Heizkosten und zusätzlich kommunalem Wohngeld ausbezahlt, ja, das Kindergeld wird in voller Höhe abgezogen, es gibt kein sogenanntes Autogeld in Höhe von tausend Euro pro Monat.“ Der Adrenalinpegel hatte sich leicht aufgeschaukelt. Aus dem Hintergrund winkte Hilke Boltzmann-Palowiak flehentlich. „Für 200.000 Massenvergewaltigungen von Migranten an deutschen Frauen gibt es keinerlei Beweise, das hat sich dieses impotente Stück Scheiße von seinen Nazispeichelleckern einreden lassen!“ Das Pult war rasch zerlegt, die Rückwand durchlöchert, der Monitor geborsten. Siebels war zufrieden „Das ist budgetmäßig drin, und es sieht authentisch aus.“ Er griff nach seinem Mantel. „Sie wissen ja: jede Wahrheit braucht einen Mutigen, der sie nicht verschweigt.“





Nazi-TV

13 08 2025

„… bis vor den Bundesgerichtshof ziehen werde, falls die Produktionsfirma ihnen keine weiteren Auftritte in seiner Sendung Schwanz mehr verschaffe. Chrupalla habe betont, dass die AfD als demokratisch gewählte Partei ein Recht auf mediale Präsenz in sämtlichen…“

„… der ZDF-Fernsehrat an das Urteil aus Karlsruhe erinnere. Der Sender dürfe nicht zum Staatsfunk werden und müsse gesellschaftliche Meinungen facettenreich widerspiegeln. Es sei daher Aufgabe einer Talkshow, alle politischen Kräfte gleichberechtigt in den…“

„… gehöre zum Politikverständnis christlich-demokratischer Repräsentanten des Staates immer eine ausgeprägte Toleranz mit Andersdenkenden, die sich innerhalb der Grenzen der grundgesetzlich garantierten Meinungsfreiheit bewegen würden. Es sei für Kanzleramtsminister Frei daher eine große Herausforderung, mit Rechtsextremisten in einer Sendung zu sitzen, er wolle sich ihr aber stellen, wie man das bisher auch mit den anderen…“

„… nicht bestätigen wolle. Ob ein dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegendes Schreiben, in dem Redakteuren von Schriller erhebliche Konsequenzen angedroht worden sein sollen, falls die Co-Vorsitzende Weidel nicht regelmäßig zu einstündigen Interviews geladen werde, überhaupt echt sei, könne noch nicht…“

„… sich auch Linnemann für eine Akzeptanz von Nationalsozialisten ausgesprochen habe. Die einzige Bedingung der CDU sei, dass dafür keine Unionspolitiker oder von ihnen bezahle Lobbyisten aus den Sendungen gestrichen würden, da so ein verzerrtes Bild der gesellschaftlichen…“

„… habe Kulturstaatsminister Weimer vor einer Diskriminierung von Rechtsradikalen gewarnt. Werde man aus einer Talkshow geworfen, nur weil man die Familienpolitik im NS-Staat als positiv für die Wehrfähigkeit halte, so sei dies eine erhebliche Einschränkung des Weltbildes, die man auch als Kritiker in Zeiten der Demokratie nicht dulden müsse. Vielmehr müsse die Bevölkerung wachsam sein, wenn ihr mit Sozialismus gedroht werde, der in weiten Teilen der Wirtschaft zu Verarmung führe und schlimmer sei als das, was zwei Weltkriege und eine links-grüne…“

„… beanspruche Schreiber mindestens einen Auftritt pro Monat. Als NPD-Nachfolgerin habe Die Heimat einen Rechtsanspruch, die traditionelle alt- und neonazistischen Positionen im aktuellen politischen Diskurs zu vertreten. Auch er habe keine Zweifel, dass es in Sendungen wie Matschberger unbedingt die…“

„… eine Quote durchaus annehmbar sei. Söder habe viel weniger Probleme, Rechtsextremisten in einer Diskussionsrunde mit seiner wertebasierten und zukunftorientierten Sicht zu überzeugen, als wenn die staatliche Kontrolle anteilsmäßig Veganer, Genderwahnsinnige oder Transen in ihre…“

„… sich Der III. Weg nicht an einer Sendung im von westalliierten Besatzern kontrollierten Funk der BRD GmbH beteiligen, wenn dort nicht ausdrücklich die Überfremdung des deutschen Vaterlandes durch negroide Horden als Hauptthema besprochen werde. Es werde auch keine Verhandlungen geben, solange in dritter Generation migrantisch versippte Achteljuden die deutsche Volksseele ungestraft jeden Abend in…“

„… aus Gründen der Ausgewogenheit auch der Proporz gewahrt werden müsse. So werde die Produktionsfirma miasma tv je eine Heimat- und eine NPD-Einladung auf insgesamt fünf AfD-Gäste aussprechen, was wiederum zu zwei Grünen-Teilnehmern führe, die jedoch im Falle einer Zusage der Freien Wähler oder des BSW auch anteilig aus dem Programm genommen oder in einen anderen…“

„… ob sich die DDD – Deutschland den Deutschen ausschließlich aus ehemaligen Mitgliedern von Die Rechte und der DVU erst gegründet habe, um durch Fernsehauftritte in Politmagazinen und Talkshows Auftrittshonorare zu erlangen. Es sei außerdem unklar, ob es sich bei der Partei um eine Tarnung handele, die Geldflüsse an die AfD und ihre…“

„… eine Zumutung für sie gewesen sei. Weidel sei einer Anfrage zufolge an ihrem Wunschtermin in die Sendung eingeladen worden, habe dort aber über Tierschutz und logistische Probleme durch die Generalsanierung des Streckennetzes der Deutschen Bahn diskutieren müssen, weshalb sie keine einzige rassistische oder ausländerfeindliche…“

„… werde man die Demokratie nicht erhalten, wenn man den Medien alles durchgehen lasse. Es dürfe nicht sein, dass man Radikalen ständig das Wort rede, ihnen eine Bühne zur Selbstdarstellung überlasse und sie unwidersprochen ihre Hetze auf die Bevölkerung werfen lasse. Söder warne vor einer falsch verstandenen Duldsamkeit gegenüber den Linken, bevor diese genau so viel Raum im Fernsehen erhalten würden wie die…“

„… habe sich Linnemann klar gegen ein AfD-Verbot ausgesprochen. Es sei einer großen und noch immer größer werdenden Zahl an Wählern nicht zu vermitteln, wie eine so prominent auf allen Kanälen auftretende Partei aus der Öffentlichkeit verbannt werden dürfe, wenn dies doch offensichtlich dem Volkswillen der…“

„… nicht mit einem Talentschuppen oder einer Therapieeinrichtung verwechseln dürfe. Bis auf Weiteres werde Schwanz weder Dürr noch Kubicki, geschweige denn andere Mitglieder der FDP einladen, da diese auf absehbare Zeit keine Relevanz mehr für den medialen…“





Merz TV

23 07 2025

„… den ideologisch einseitig aufgestellten Journalismus der öffentlich-rechtlichen Medien eine Alternative entgegenstellen werde, die die Verunsicherung der Bürger beende. Merz sehe sich in der Pflicht, eine Lösung für die medialen…“

„… es auch zahlreichen anderen Regierungen nicht gelungen sei, ihre Politik transparent zu machen und als Erfolg zu verkaufen. Linnemann habe dem Bundeskanzler angeboten, vermehrt gut inszenierte Fernsehauftritte für einen…“

„… keine Zusammenarbeit mit der AfD im engeren Sinne gemeint sei. Frei bejahe zwar die Vorwürfe, dass die öffentlich-rechtlichen Sender als Staatsfunk keine korrekte Berichterstattung mehr leisten würden, er habe aber festgestellt, dass dieser Staat mit der Regierung nichts zu tun habe und mit allen zulässigen Mitteln vom…“

„… habe der Kanzler mit der Gründung eines Sonderministeriums für Volksaufklärung die nötige Veränderung angestoßen, die nachhaltig auf die Stimmung in Deutschland einwirken werde. Es sei für Linnemann eine Aufgabe, die er mit großer Kraft und Freude bis zur…“

„… keine Nachfragen mehr zulassen werde. Die Pressekonferenzen des Bundeskanzlers würden bis auf Weiteres nur noch als reine Informationsevents angeboten, um die ideologisch geprägte Agenda der Journalisten nicht mehr für die Meinungssteuerung in den medialen…“

„… nicht als Staatssender verstanden wissen wolle. Frei begrüße die Gründung des staatlich finanzierten und mit staatlichem Fachpersonal ausgestatteten Senders Merz TV, der alle staatlichen Informationen, die der Kanzler als größter und wichtigster Politiker in Wirtschaft und Politik sowie in den staatlichen…“

„… mit großer Bescheidenheit zur Kenntnis genommen habe, dass inzwischen 2,3% die Arbeit des Bundeskanzler als gut oder sehr gut beurteilen würden, davon alleine 0,002% als sehr gut. Wie das Kanzleramt in der ersten mehrtägigen Sendung betont hätten, sei dies ein klarer Regierungsauftrag und ein Vertrauensbeweis, den Merz sehr gerne…“

„… den von Linken und Grünen im Bundestag formulierten Vorwurf, es handele sich bei diesem Sender um steuerfinanzierten Personenkult, mit entschiedenster Vehemenz zurückweise. Es stehe im CDU-Präsidium außer Frage, dass bei einer Neubesetzung des Kanzleramtes der Name sofort in Spahn TV geändert würde, da man sich in der Union traditionell um Ehrlichkeit und…“

„… im sächsischen Schkeudow einen kaum zu überbietenden Sieg bei den diesjährigen Wahlen zum Gemeinderat feiern könne. Die 43,4% des CDU-Kandidaten gegen 43,3% für die AfD seien für Frei ein deutlicher Beweis dafür, dass die auch im Freistaat geltende Brandmauer der richtige Weg für Deutschland sei. Man hoffe daher auf eine gute und vertrauensvolle Zusammenarbeit mit der Schwesterpartei und werde schnellstmöglich die…“

„… den Wirtschaftsaufschwung nicht zerreden dürfe. Bisher herrsche nach Freis Angaben nur eine große Zuversicht, die sich allerdings nicht in den realen Kennzahlen wiederfinde, was andererseits daran liege, dass es noch nicht genug Zuversicht in den Wirtschaftsaufschwung gebe, der aber sofort greife, sobald die Kennzahlen sich…“

„… die Berichterstattung von der polnischen Grenze einer kritischen Überprüfung standhalte. Es handele sich bei dem gezeigten Fall einer Kontrolle, bei der ein angeblich illegaler Migrant aus Afrika ohne Papiere aus der Bundesrepublik Afrika die Einreise nach Deutschland habe erzwingen wollen, um eine nachgestellte Spielszene gehandelt, die den Einsatz von Schlagstock und Schusswaffen durch die emotional sehr angespannten Beamten habe verdeutlichen sollen. Die Zuschauer seien jedoch zu keiner Zeit getäuscht worden, da während der Ausstrahlung und sämtlicher Wiederholungen nie angegeben worden sei, dass es sich um eine echte Filmaufnahme von der deutsch-polnischen…“

„… Linnemann die Kritik an seiner eigenen Arbeit als Moderator von sich weise. Die aus der Konzernspitze von Vattenfall geäußerte Ablehnung von Reiche sei unzulässig, da sie Ministerin sei, da sie alles besser wisse, da sie Ministerin sei. Er behalte sich vor, nur auf Fakten beruhende Meinungen von Nichtregierungsmitgliedern aus dem Programm zu nehmen, wenn diese die…“

„… den Autodienstahl von Gschwurmering als medial sehr wichtiges Thema aufgegriffen habe, da es sich um das Fahrzeug einer Pflegekraft handele, die täglich 850 km zu ihrer Teilzeitstelle in Ößbüll fahre, um den anständigen Deutschen nicht als Bürgergeldempfängerin auf der Tasche zu liegen. Die im Bayerischen Rundfunk als Fake entlarvte Meldung sei für die Zuschauer dennoch von sehr hohem volkserzieherischen Wert, wie es aus der…“

„… aus Sorge um den Kanzler das tägliche Format Merz aktuell stark zu kürzen. Beobachter seien jedoch davon überzeugt, dass er mit der Mitteilung, erstmals seit dem Kollaps der Ampel würden keine aus Togo eingeschmuggelten elektrischen Einhörner mehr verkauft, selbst als…“

„… die Stimmung in der Wirtschaft inzwischen so gut sei, dass eine kollabierende Infrastruktur den bald einsetzenden Aufschwung nicht mehr aufhalten könne. Es sei für Frei eine Frage von…“

„… den Notschalter zu betätigen. Die während einer Livesendung getätigte Äußerung, er freue sich über eine beiderseits faire und partnerschaftliche Koalitionsarbeit, habe umgehend zum Abbruch des Sendebetriebs geführt. Merz befinde sich derzeit in einem…“





Gernulf Olzheimer kommentiert (DCCLXVI): Die Krimiüberflutung

30 05 2025
Gernulf Olzheimer

Gernulf Olzheimer

Mein Name ist Gernulf Olzheimer und dies ist das Weblog aus dem Land der Bekloppten und Bescheuerten.

Früher, als die Menschen abends in ihren Hütten hockten und sich die Zeit bis zum Einschlafen mit allerlei Geschichten vertrieben, da gab’s noch keine Schriftzeichen, also beschränkte sich die Dichtkunst auf Wiederholung und Variation – allseits bekannte Archetypen, Götterwelt, Zauberei und Traum gaben den inhaltlichen Rahmen, bis nach und nach in der Wiege der Hochkultur regelrechte Erzählungen für die ganze Familie entstanden, Gilgamesch, Adam, Eva und die Schlange, und schließlich als Sequel der erste literarische Brudermord von Kain an Abel. Hatte das Motivpaar Sex & Crime den Grund des Entertainment sorgfältig abgesteckt, vor allem den der Unterhaltung für Erwachsene, sprudelten auch schon Abenteuer und Märchen hervor, die jede noch so abseitige Form von Grausamkeit als tragendes Handlungselement etablierten, mit dem man alles schnell wieder vergessen konnte, was sich bereits wie Zivilisation anfühlte. Da wurde gemetzelt und geschlachtet, gefoltert und ausgerottet, dass es seine Bewandtnis hatte, wie es dem damaligen Zustand der Gesellschaft entsprach. Aber brauchen wir das heute noch, Gewalt als Selbstzweck, damit sich die unterkomplex Sozialisierten gar nicht erst mit der Welt jenseits der Matschscheibe befassen?

Schaltet eins unbedarft jenes Gerät ein, das den Guckreiz lindert, so pladdern aus fast jedem Sender Räubergeschichten, je nach Anbieter zwischen der Hälfte bis zu zwei Dritteln Anteil am fiktionalen Angebot. Da wird’s regional, im Norden gemordet, als Kroatienfilmchen mit Urlaubsbildern gemixt, tatverortet polizeigerufen, als bestünde Polizeiarbeit zu 104% aus dem Verhör Unschuldiger, die bei 50% mit einem bombensicheren Alibi dem Kommissar die Fahndung vermiesen. Nach Schema K wird flott zusammengeschwiemelt, was im wirklichen Leben so gar nichts miteinander zu tun hätte, da jede noch so gehaltlose Nullstory sich mit Kapitalverbrechen hochwuppen lässt. Jedes ausgekaute Grundmuster, Liebe, Geld, was just an hippen Themen durch die Schlagzeilen geprügelt wird, lässt fröhlich mit Blut und Leichen die Zuschauerzahlen anschwellen – hoch mit den Quoten für Idioten.

Zum Auffüllen des inhaltlichen Vakuums sind Rechtsmediziner, Wasserschutzpolizei sowie die SOKO „Wer hat von meinem Tellerchen gegessen“ am Start, Osten wie Westen, hundert Standorte im Kriminaldauerdienst, die sich die Revierklinke in die feuchte Flosse drücken. Jedermann an jedem Ort, zehnmal in der Woche Mord – manche wurden und blieben Kulturgut wie jener Duisburger, der das schichtspezifische Kotwort bildschirmtauglich machte, einige sind überbezahlte Schmierlappen, der übergroße Rest passable Mimen, die getretenen Quark abspielen müssen, schnell produziert, noch schneller wieder versendet, verdrängt, vergessen.

Vor allem aber bildet das aus dem Hirngestrüpp der Programmdirektoren bröselnde Gefilme alles außer der Wirklichkeit ab, die sie bei Autoren und Regie bestellen; plagen sich Staatsanwaltschaften mit Diebstahl und Betrug, Körperverletzung oder Sachbeschädigung ab, also Klauen und Hauen, ist die Zahl der Morde aktuell mit 285, bei Totschlag mit 1.573 – davon 1.211 Versuche – nicht nur recht niedrig, sie sinkt auch noch. Dieses Land ist sicher, und das treibt den Publikumsdruckpuls leider so gar nicht in die gewünschte Höhe.

Doch erklärt gerade das die Krach- und Schieß-Gesellschaft auf dem TV-Schirm. Die Dramaturgie der deppenkompatiblen Fabel schreitet stereotyp vom Leichenfund über infantile Vorstellungen von Ermittlungsarbeit bis zur schusswaffengarnierten Hetzjagd auf den mutmaßlichen Täter voran, stets von zwei Beamten geleitet, die man schon einzeln vom sozialpsychiatrischen Dienst auf zu viel Luft im Schädel untersuchen lassen sollte. Am Ende aber siegt das Gute in Gestalt klickender Handschellen, ab und an ballert sich der Übeltäter selbst die Rübe weg, wird überfahren, vergiftet sich, fällt aus dem Fenster, egal: die Gerechtigkeit siegt. In dem Maße, in dem es der Gesellschaft wirtschaftlich gut geht, in Zeiten, die Frieden und politische Stabilität zur Normalität werden lassen, wächst das Interesse an Kriminalgeschichten; Stress mit der Gestapo, die im Morgengrauen mal eben Stalingrad in der Wohnung nachspielen will, sorgt selten für Glanz im Genre.

Nicht besser macht es die Schwemme von True Crime, ursprünglich als fachlich orientierter Zweig gestartet, der aus kriminologischer Analyse schöpft, phänomenologisch untersucht und die 99% zeigt, die im Labor und am Schreibtisch reale Arbeit der Polizei sind. Aber ach, auch hier wird ursprünglich wahrheitsgetreues Material mit fiktiven Schmodder aufgepolstert, dramatisch angeschärft, schließlich als dieselbe Unterhaltungstütensuppe in die Medien gegossen, davon es eh schon übergenug gibt. Ob der Grusel, dass hinter jedem alleinstehenden Herrn mit Dackel ein geistesgestörter Menschenfresser stecken könnte, sich nun zufällig einstellt oder aber vorsätzlich herbeigeführt wird, bleibt offen, doch er fällt auf fruchtbaren Boden. Denn sofort poppt das Ermittlerduo auf, geht sich gewaltig auf den Senkel, schnappt sich den Opa und kriegt sein Geständnis. Das Gute obsiegt, die Welt ist gerecht. Wer auch immer davon profitiert, dass wir alle das glauben.





Widdewiddewitt

29 05 2025

„… die ausländischen Publikationen sofort vom deutschen Markt nehmen werde. Der deutsche Buchmarkt müsse nach dem politischen Wandel des deutsch-völkischen Politikwandels eine politische und deutsch-völkische Wandlung, die ohne die Werke der schwedischen Kommunistin und ihre zersetzenden…“

„… habe der Börsenverein des Deutschen Buchhandels die Äußerungen des Bundesministers des Innern für einen selbst für seine Verhältnisse miserablen Scherz gehalten. Die Publikationen von Astrid Lindgren würden selbstverständlich auch…“

„… die von der ausländischen Schriftstellerin erfundene Figur heute als Klimaterroristin auftreten würde. Merz könne als Schutzherr der deutschen Autoindustrie nicht dulden, dass ein Vorbild mit Zügen von Angela Merkel und Adolf Hitler die wirtschaftliche Zukunft der europäischen…“

„… alle Polizisten angewiesen habe, Mädchen zwischen vier und 103 Jahren unter Androhung der Prügelstrafe auf Zöpfe zu untersuchen. Dobrindt wolle weitere Anschläge auf unschuldige Bürger in Bahnhöfen und Flughäfen verhindern, indem die verdächtige Zielgruppe bereits am…“

„… das PEN-Zentrum Deutschland die Freiheit der Kultur schützen und dem Zugriff des erkennbar undemokratischen Staates entziehen wolle. Die nach Artikel 5 Absatz 3 GG garantierte Freiheit von Kunst und Wissenschaft werde durch die Ansichten eines verwirrten Ministerdarstellers nicht…“

„… sich die SPD neutral verhalten werde. Zwar müsse die Rechtsstaatlichkeit gewahrt bleiben, Klingbeil habe aber nach einem Gespräch mit dem Bundeskanzler die Vorratsdatenspeicherung als Lösung aller Probleme für die folgenden…“

„… befürworte Linnemann sonst jede Form von Kinderarbeit. Bei einer wirtschaftlich autonomen 9-Jährigen sei aber eine Grenze erreicht, die durch die in Artikel 5 Absatz 1 GG verbotene Zensur nicht mehr die Diskussion um das Lieferkettengesetz…“

„… dass Pippilotta Viktualia Rollgardina Schokominza Efraimstochter nach dem deutschen Namensrecht absolut verboten, wenn nicht sogar total umstritten sei, was für Dobrindt eine nationale Notlage und sämtliche daraus resultierenden…“

„… der CDU-Generalsekretär ein Gesetz der Bundesregierung fordere, das das Auftreten von minderjährigen Personen in Medien wie Filmen und Büchern, aber auch Fernsehbeiträgen für Kinder und Jugendliche bei Strafe verbiete. Er habe die im Gespräch mit dem Bundeskanzler geäußerte Hoffnung, dem Volksverräter Habeck sofort nach der Machtergreifung seine linksradikalistische…“

„… den Kampf gegen das institutionalisierte Patriarchat zum Staatsziel ausrufe. Für Spahn sei dies gleichbedeutend mit einer Zerstörung des Wohlstandsversprechens für alle noch nicht mit einer zur Bewährung ausgesetzten…“

„… in eine schwere Verfassungskrise stürzen werde. Wenn jeder die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit nach Artikel 2 Absatz 2 GG als vom Staat garantierten Freibrief für Sozialismus und Faulheit verstehe, werde Deutschland innerhalb von weniger als 50.000 von Nationen wie Ghana oder Albanien überholt. Kanzleramtsminister Frei sei besorgt, dass Merz sich demnächst mit Inhalten von Nachrichtensendungen befasse und in einer…“

„… die Todesstrafe die einzig mögliche Antwort auf die Anarchie einer ausländischen weiblichen Verbrecherin sein könne, die den Glauben an Staat und Polizei aus Bösartigkeit erschüttere. Wendt sei überzeugt, dass der Anstieg der Drogenkriminalität nur durch die Bücher von…“

„… die Bundesregierung die nicht artgerechte Haltung eines Äffchens als schwere Straftat werte und die Abschiebung der Figur aus sämtlichen in der Bundesrepublik liegenden…“

„… es sich nicht um Zensur handele, wenn der deutsche Staat präventiv alle jugendgefährdenden Schriften aus dem Verkehr ziehe. Dobrindt sei sehr dankbar, dass die US-amerikanische Regierung die öffentlichen Bibliotheken bereits von liberalem Schmutz und Schund befreit hätten, der die freie Entwicklung einer leistungsorientierten Jugend…“

„… der Gruppenzwang zum Anderssein heute für viele schlimme unchristliche Entwicklungen verantwortlich sei. Laschet beklage die vollständige Abwesenheit kirchlicher Themen, insbesondere die Ablehnung der katholischen Sexualmoral in den Bänden einer Schriftstellerin, die vom eigenen lasterhaften Lebenswandel ihrer…“

„… sofort Implikationen für eine extremistische Verschlechterung der Wirtschaft entdeckt habe. Die von Reiche entdeckten Textstellen, die eine kaum als Ladendiebstahl getarnte Enteignung eines Süßwarenhändlers schildern, seien geeignet, die Börsenkurse dauerhaft zu kundenfreundlich und…“

„… sei das in Artikel 2 Absatz 1 GG genannte Sittengesetz notwendig, um Verbote zu erlassen, die nicht durch Regelungen auf Landesebene wieder aufgehoben werden könnten. Merz bekenne sich uneingeschränkt zum Föderalismus, wenn dieser nur durch seine persönliche Ansicht der Leitkultur in sämtlichen…“

„… einen Woke-Zwang in Kinderseelen erzeugt habe, der die Zerrüttung aller deutschnationalen Kräfte nach sich ziehen werde. Für Linnemann sei die erzwungene Umbenennung der Vaterfigur in den entfremdeten Südseekönig eines der Motive für die spätere Hinwendung der Protagonistin zum dogmatischen Sozialismus, zu veganem Lifestyle und einer radikal genderterroristischen…“





Gleiches Recht für alle

28 05 2025

Ich hatte erst gedacht, er hätte mir eine falsche Adresse geschickt, aber genau hier am Stadtrand war es. In Sichtweite der Containersiedlung hatten sie eine Halle aus Stahlstreben und Kunststoffplane hochgezogen, vielmehr: improvisiert, denn es war eigentlich nichts als ein Zelt. Ein bulliger Mann im schwarzen Trainingsanzug bellte in sein Funkgerät. Auf dem Parkplatz standen einige Limousinen. Es roch nach Putzmittel. Drinnen dröhnte immer wieder derselbe Schnipsel einer Auftrittsmusik, als wäre dies eine Zirkusvorstellung. Und genau das sollte es wahrscheinlich auch sein.

Siebels stieg aus dem Taxi. Wie immer hatte er den Auftrag nur widerwillig angenommen und ein paar Wochen, bevor andere davon Wind bekommen hatten. „Was für eine widerliche Location“, knurrte er. „Genau das hatte ich mir vorgestellt.“ Wir liefen auf den Produktionsort zu; der Bullige riss sofort die Knochen zusammen, fast hätte er noch salutiert. Im Zelt roch es nach Putzmittel, immerhin das war keine Überraschung, aber unter einer Traverse hatte der Veranstalter vertragsgemäß ein Studio mit zwei Kandidatenstühlen und einem Stehpult aufgestellt, von gleißendem Licht bestrahlt, langweilig grau und auch sonst fernsehgerecht, so dass die billige Bauart darum keinem Zuschauer aufgefallen wäre. „Migration geht halt immer“, sagte er. „Und wenn wir es nicht verhindern, kommt das noch zur besten Sendezeit.“

Es gab keinen Automatenkaffee; zum Glück hatte jemand eine Thermoskanne mitgebracht, in der sich ein lauwarmes, bitteres Gebräu befand. Ein Sofa diente zum Pudern der Kandidaten. Der TV-Produzent fühlte sich sofort heimisch. „Niemand gibt sich mehr Mühe als notwendig“, stellte er fest. „Das ist mehr, als man für Geld erwarten kann.“ Der Moderator lutschte an einem Dampfgerät, da im Zelt natürlich Rauchverbot herrschte. Trotzdem war das billige Fruchtaroma deutlich als Ursache des Putzmittelgeruchs zu identifizieren. „Das Konzept ist einfach“, erklärte Siebels. „Nach Ansicht der Regierung muss ein Teil der Bewohner dieses Landes ausreisen, auch wenn sich diese Menschen nur durch Kleinigkeiten von den anderen unterscheiden.“ Die beiden Kandidaten waren also Kontrahenten im Kampf um das Bleiberecht. „Die Qualifikation ist nicht der entscheidende Punkt“, mutmaßte ich. Er lächelte gequält.

Alle waren postiert, der Moderator lehnte an seinem Pult in der Mitte, die Scheinwerfer waren ausgerichtet, die Auftrittsmusik dröhnte aus völlig übersteuerten Lautsprechern. Ein junger Mann aus dem Irak stand auf der linken Seite, er hatte ein Studium der Ingenieurwissenschaften absolviert und folgerichtig als Briefsortierer und Fahrradkurier gearbeitet. Rechts wiegte sich ein niedersächsischer Taxiunternehmer in relativer Sicherheit, er war ja im Land seiner Väter geboren, hatte sonst nirgends gelebt und machte dies sicherlich nur mit, weil man ihm damit den großen Wunsch erfüllte, auch einmal im Fernsehen aufzutreten. „Hatten Sie bisher durch Ihren Migrationshintergrund Nachteile?“ Siebels nickte befriedigt, denn die Frage war nicht etwa an den jungen Iraker gegangen. „Also hören Sie mal“, ereiferte sich der leicht dickliche Mensch im grauen Anzug. „Ich bin…“ „… aus Bayern zugewandert“, vervollständigte der Moderator. Die Kamera hielt voll auf die Gruppe, zog deutlich nach rechts, um keine Sekunde des Wutausbruchs zu verpassen. „Gleiches Recht für alle“, sagte Siebels lakonisch. „Wenn wir jetzt noch herausarbeiten, wie oft er bei den Kontrollen für seine Wagen aufgefallen ist und was die Dinger den Steuerzahler kosten, können wir den ganzen Bums hier sowieso vergessen.“

Immerhin wusste Saeed, wie viele Stimmen bei einer Bundestagswahl vergeben werden dürfen, dass Demonstrationen erlaubt sind und es sich beim Westerwald um ein Mittelgebirge handelte. „Das steht doch auf dem Zettel“, moserte der Kontrahent. „Und wie der Bundespräsident heißt, meine Güte, das ändert sich ständig!“ „Die alte Nummer mit den Einbürgerungsfragen“, seufzte ich. „Stellen Sie die in einer Fußgängerzone“, sagte Siebels ungerührt. „Dann haben Sie Nachhall wie im Kölner Dom.“

Vollkommen überraschend wandte sich der Moderator direkt an die Kamera. „Stimmen Sie ab“, forderte er, „und entscheiden Sie, wer bleibt!“ „Das ist doch Unsinn“, begehrte ich auf. „Sie wissen so gut wie ich, dass die meisten auch einen Besenstiel mit deutschem Pass wählen würden, ganz davon abgesehen, wie leicht solche Umfragen manipuliert werden können.“ „Ich bin da ganz bei Ihnen“, sagte Siebels und schleuderte seinen Plastikbecher in den Papierkorb. „Deshalb kommt ja auch das raus, was der durchschnittliche Besorgtbürger am wenigsten verträgt.“ Mit überwältigender Mehrheit wurde dem jungen Iraker die Einbürgerung in Aussicht gestellt, während ein Trupp bulliger Männer in schwarzen Trainingsanzügen den schreienden Unternehmer für eine Schnellabschiebung von der Bühne zerrten.

Dann ging es weiter. Während der Fahrradkurier wieder in seinen Wohncontainer zurückkehrte, erläuterte der Moderator das weitere Verfahren. Von Bürokratieabbau war nichts zu spüren, der Staat legte dem Iraker, der keine Sozialleistungen erhielt, vielmehr Steine in den Weg, damit der ja nie auf den Gedanken käme, Deutscher zu werden. „Eine völlig pointenlose, absurde Angelegenheit.“ Siebels zog seinen Mantel an und drehte machte sich auf zum Ausgang. „Dieses Reality-TV sollte nicht die Alltagsroutine durchbrechen, es soll sie abbilden. Das ist schon beschissen genug.“ Der Türsteher nickte uns zu. Da kam auch schon das Taxi.





Wahrheitsfindung

26 05 2025

„… den Vorfall zum Anlass nehmen werde, auch ohne die SPD eine Bundestagsmehrheit für eine gesetzliche Regelung zu finden, bei Straftaten die Nationalität der Täter in allen Medien verpflichtend zu nennen. Merz sehe es als Pflicht an, dem Volke immer und überall die Wahrheit zu sagen, ohne die es keine Leitkultur aus Anstand, Moral und…“

„… vom Deutschen Presserat mit einer öffentlichen Rüge bedacht worden sei. Der unter der Überschrift Der Kanzler, der den Arsch offen hat sei sowohl in der Print- als auch in der Onlineversion der renommierten…“

„… die Einsatzleitung widersprochen habe. Der mutmaßliche Attentäter sei deutscher Staatsbürger und werde deshalb weder in die eine noch in die andere Richtung die Auseinandersetzung mit Migration oder Migranten beeinflussen, sondern nur weitere Scheindebatten in den…“

„… eine Arbeitsgruppe einsetzen wolle, die den genauen Tathergang, vor allem aber die Herkunft des Verdächtigen beleuchten werde. IM Dobrindt fordere eine lückenlose Aufklärung, da auch das Vorliegen eines gültigen Bundespersonalausweises noch keine abschließende Erklärung für dieses…“

„… dass der Deutsche Presserat Behauptungen habe entgegentreten müssen, die Rüge gegen das Hamburger Verlagshaus sei wegen Verletzung der Menschenwürde des Regierungschefs erfolgt oder habe dem Schutz seiner Persönlichkeit Sorge getragen, die nicht in erforderlichem Maße von der Redaktion beachtet worden sei. Vielmehr habe der Artikel Sensationsberichterstattung betrieben, da trotz der Schlagzeile keinerlei neue Fakten zur…“

„… vorsätzlich Gerüchte gestreut habe, der in einer norddeutschen Großstadt geborene sei erst durch Einbürgerung Deutscher geworden. Spahn habe zu seiner Verteidigung angegeben, wenn dies die Annahme eines Großteils der Bürger sei, die ihn politisch unterstützen würden, könne es nicht außer achte gelassen werden und sei Teil einer…“

„… bei ausländischen Tätern fast immer davon ausgegangen werden müsse, dass ihr Tatmotiv Rassismus gegen Deutsche sei. Klöckner sei der Meinung, auch die Kirche dürfe dies als Teil ihrer minderheitenfreundlichen Ideologie propagieren, die den Einheimischen ein seelsorgerisches…“

„… sich mit dem Norddeutschen Rundfunk, Radio Bremen und der Deutschen Welle weitere öffentlich-rechtliche Rundfunkanstalten von der Direktive distanziert hätten. Der erst jüngst in Kraft getretene Erlass, der die Landespolizei Schleswig-Holstein zur Nennung der Nationalität von Tätern verpflichte, habe nach Ansicht des NDR-Syndikus keinerlei Auswirkungen auf die…“

„… eindeutig aus russischer Quelle stammende Anschuldigungen in den sozialen Medien verbreite, um die Glaubwürdigkeit der Polizei zu untergraben. Wendt werfe dem Unionsfraktionsvorsitzenden vor, durch das Gerücht, der Tatverdächtige sei als Sohn einer tschetschenisch-venezolanischen Mutter, die sich später zu einem kambodschanischen Mann habe umoperieren lassen, und eines ukrainischen Arbeitslosen, der durch Bürgergeldbetrug zu…“

„… der Pressekodex nur vorgebe, dass die Erwähnung der Nationalität keine diskriminierende Verallgemeinerung des individuellen Fehlverhaltens auslöse. Da für Klöckner ohnehin ein Fehlverhalten vorliege, sobald Fremde sich in Deutschland aufhalten würden und in Straftaten verwickelt seien, müsse man auch sofort die…“

„… da es der Wahrheitsfindung diene. So müsse in Fällen, in denen keine ausländische Nationalität festgestellt werden könne, zwingend die Provenienz des Täters nach Bundesland, hilfsweise nach einer eindeutigen regionalen Herkunft genannt werden. Dies werde nach Angabe von Kanzleramtsminister Frei etwa dienlich sein, um die Bevölkerung im Südwesten nicht zu verunsichern, wenn es sich um eine Person handele, die man dem Nordosten zuordnen könne, so dass keine Diskussion um…“

„… die Arbeitsgruppe im Bundesministerium des Innern eine Nachbarin ausfindig gemacht habe, die den Verdächtigen über mehrere Jahre ihn ihrer Wohnung aufgenommen und seine Hausaufgaben beaufsichtigt habe, während seine Mutter im Büro einer Großwäscherei tätig gewesen sei. Es werde zur Stunde noch geklärt, ob die Anna Kowalski eine polnische Staatsbürgerin oder wenigstens ostisch versippt gewesen sei, was als quasi-migrantischer Einfluss eine Erklärung für das kriminelle…“

„… in der Redaktion angerufen habe, um die Anlösung der Chefredakteurin zu fordern. Spahn habe sich beschwert, dass ausdrücklich ein Syrer als Retter genannt worden sei, der dem mutmaßlich deutschen Täter die Waffe aus der Hand geschlagen haben solle. Die Herkunft eines Ausländers sei in Anbetracht einer derartigen Tat, die man auch als Eigentumsdelikt werten könne, kein Verdienst und müsse auch nicht derart betont werden, wenn man nicht Nachahmer dazu bewegen wolle, selbst die deutsche Staatsbürgerschaft abzulegen und als…“

„… habe Mutmaßungen dieser Art entschieden zurückgewiesen. Söder halte es für geradezu infam, die Geburt des mutmaßlichen Täters im Freistaat Bayern und seinen Wohnsitz im Landkreis Rottal-Inn im Fernsehen publik zu machen, da dies weder Rückschlüsse auf seine Person zulasse noch die Gebietskörperschaft in irgendeine…“

„… schweren Schaden zufüge, wenn die Gesellschaft immerfort auseinanderdrifte, statt sich für eine gemeinsame Kraftanstrengung und mehr Leistungsbereitschaft zu solidarisieren. Merz wolle ein Ziel formulieren, hinter dem sich alle Deutschen für eine klar verständliche…“