In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCXC)

18 04 2026

Bei Karel sieht man in Pelechen
am Tresen die jugendlich Frechen,
die schreien und trinken
und zu Boden sinken.
Am Ende, da müssen sie blechen.

Es sah Aurélien stets in Veckring,
dass der Küchenjunge früh wegging.
Er blickt in die Taschen,
denn der pflegt zu naschen –
nicht, dass er ihm noch an den Speck ging!

Es schleuderte Ondřej in Plaben
im Bienenstock sämtliche Waben.
Mit freundlicher Miene
sah er eine Biene –
die will auch davon etwas haben.

Es schloss Guillaume in Villechétif
die Fenster samt Läden und schlief.
Am Morgen, beim Lüften,
war’s nichts mit den Düften.
Heraus drang, wie immer, nur Mief.

Es buk Hanuš eifrig in Scheles
exakt nach dem Maß seines Mehles.
Er hat auch den Jungen
zur Strenge gezwungen.
„Da hilft nicht mal nachwiegen – zähl es!“

Geoffroy kennt man in Val-de-Bride,
der stets ein Seil hinter sich zieht.
Man kann dieses Schleifen
auch sehr gut begreifen,
sobald man ihn beim Schieben sieht.

Es züchtete Květa in Brösel
seit Jahren schon Pferde und Esel.
Sie konnte mit Tieren
ihr Leben gut führen.
Ihr Ex-Mann war nämlich ein Schnösel.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCLXXXIX)

11 04 2026

Es fiel auf Joe in Forty Fort
ein schlimmer Verdacht: Meuchelmord!
Ihn konnte nur retten,
dass er Zigaretten
zur fraglichen Tatzeit geschnorrt.

Es ließ Árpád sich in Deutschhütten
beim Tanz gern von den Damen bitten.
Er tanzte vorzüglich
und fand es vergnüglich,
dass sie heftig sich um ihn stritten.

Glenn sitzt abends oft in North East
am Feuer, wo er Zeitung liest.
Trotz seines Monokels
riecht er des Gekokels,
was Lesen und Feuer vermiest.

Als Amtsvorstand locht György in Acker
wohl hundert Blatt stündlich. Recht wacker
sieht man ihm zu, wie er
mit dem Schraubenzieher
Papier schichtet wie mit dem Tacker.

Es musste sich Nancy in Creighton
mal wieder um Stunden verspäten,
da sie vor der Uhr saß,
und mit einer Schnur maß,
wie schnell sich die Zeiger just drehten.

Es ist Pater Ernő in Kirment
bei Kindern stets mild und beschirmend,
bei schweren und leichten
Gebeten, beim Beichten,
oft segnend und singend und firmend.

Bei Mike, John und Ringo in Fullerton,
die heimlich ins Hallenbad pullerten,
färbt sich’s sofort grünlich,
als Hinweis sachdienlich,
worauf manche Tränen dann kullerten.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCLXXXVIII)

4 04 2026

Es turnt Ireneusz in Tüngen
zum ersten Mal hoch an den Ringen.
Er stützt sich ganz munter,
doch schaut nicht herunter.
Man sieht ihn noch stundenlang schwingen.

Der Feinbäcker Bradley in Dike,
er rührte oft lange im Teig.
„Dies wird dazu führen,
wie beim Meditieren,
dass ich dann die ganze Zeit schweig.“

Der Wanderer Grzegorz in Tiefensee,
der hatte zwar links einen schiefen Zeh,
doch war er nicht schwächlich.
Er schritt auch tatsächlich
im dunklen Tal durch so manch tiefen Schnee.

Graynella trainierte in Britt,
worunter der Haussegen litt.
Zum Ärger des Gatten
lag alles voll Matten.
Sie hielt mit Gymnastik sich fit.

Bei Kasia war’s in Trockenhütte
im Straßencafé nun mal Sitte,
es gab keine Kännchen,
und ein Räuchermännchen,
das stand auf dem Tisch in der Mitte.

Am Abend kam Rodney in Graf
und sah im Büro seinen Chef.
„Ich habe gesündigt
und jetzt auch gekündigt,
da ich Ihre Gattin gleich treff.“

Es kletterte Marek in Talken
und sah auf dem Turm nach den Falken.
Doch in seinem Eifer
verschreckt er die Greifer.
Er lief immer gegen die Balken.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCLXXXVII)

28 03 2026

Es geht Věra in Säumerbrücke
mit Kuchen (zusammen zwölf Stücke)
zur Arbeit. Vom Kuchen
muss sie doch versuchen –
davon sieht man nun eine Lücke.

Umberto, der ist in Vernagt
ob einer Einladung verzagt.
Er muss sich entscheiden.
Wird er es erleiden?
Das wird also – erst mal – vertagt.

Es setzt Lenka in Rausenbruck
am Deckeneck allerhand Stuck.
Wenn sie es nicht plättet,
ist es schon gerettet –
sie nimmt dabei manchmal viel Druck.

Daniele, der hatte in Telfen
beim Waldspaziergang Angst vor Wölfen,
die dort gar nicht lauern.
Ihm rieten die Bauern
zu Schafen, die aufpassen helfen.

Es drehte sich Radek in Schlippengrund
mit einem Etui gern die Kippen rund,
da er Kette rauchte
und dieses auch brauchte,
sonst würden vom Rauchen die Lippen wund.

Cesare, der brachte in Uttenheim
vom Töpfern am Abend die Putten heim.
Die Helfer des Meisters,
nun ledig des Kleisters,
die gingen erschöpft in den Kutten heim.

Es reinigte Gita in Schonung
mit Hilfe des Saugers die Wohnung.
Da fand sie an Plätzen
so manches an Schätzen.
Das nahm sie dann gern als Belohnung.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCLXXXVI)

21 03 2026

Man kannte Jadwiga in Troop,
die Autos zur Werkstatt hin schob
und zum Reparieren
mit Rädern, den vieren,
dann selbst auf die Bühne auch hob.

Jean-Jacques, Taschendieb, ist in Frick
gefürchtet und hat einen Trick:
er sagt, man bestehle
ihn, da manches fehle.
Verwirrung folgt im Augenblick.

Es wird Leszek heute in Treten
zum Essen sich wieder verspäten.
Die Gattin, die beste,
denkt auch nicht an Gäste.
Die kommen – auch heut – ungebeten.

Es musste sich Milo in Hausen
am Affengehege sehr lausen.
Die Affen, die’s sehen,
die werden’s verstehen,
sie wenden sich schon ab mit Grausen.

Es kommt Jerzy joggend in Überlauf
zur Brücke. „So gern ich darüber lauf,
es gibt eine andre,
wo ich auch oft wandre,
wo ich wirklich noch etwas lieber lauf.“

Es kaufte sich Ruth in Remigen
ein Kleinflugzeug und ließ es fliegen.
So gern sie es steuert,
es wird stets beteuert,
sie macht es ausschließlich im Liegen.

Es holte sich Zdzisław in Tolz
vom Sägewerk drei Klafter Holz.
Er muss vor dem Haufen
jetzt erst mal verschnaufen.
„Es regnet? Das seh ich. Was soll’s.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCLXXXV)

14 03 2026

Martí in Pinilla del Valle
stellt in sein Haus die Mausefalle.
Das führt bei den Tieren
glatt zum Amüsieren.
Sie merken es übrigens alle.

Es liebte Marie in Großmotten
an Kleidern besonders die flotten.
Auf zu lange Röcke
hat sie keine Böcke
und pflegt auch bei Hosen zu spotten.

Es sang Florián in Baides
mit Unlust am Ende des Liedes.
Das Publikum tobte,
was er sich sonst lobte,
doch nun macht er Schluss. Er entscheid es.

Es kraxelte Alfons in Els
hoch droben am schwindelnden Fels.
Er suchte das Drama
samt Bergpanorama
bei Regen und Sturm. Ihm gefällt’s.

Irene sucht in Almorox,
was dort auf dem Dachboden kroch.
Sie hörte und sah nichts.
Man meinte, da war nichts,
obwohl sie es ganz deutlich roch.

Hans-Hubert, der buk sich in Gföhl
die Krapfen aus Eiern und Mehl.
Vergaß dieser Knilch auch:
„Ob ich wohl noch Milch brauch?
Was soll’s, ich hab ausreichend Öl.“

Der Priester Juan in Bustares
sprach zum Ministranten: „Verwahr es,
dies Kästchen mit Ringen,
doch vor allen Dingen
verlier’s nicht zum Schaden des Paares!“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCLXXXIV)

7 03 2026

Zählt Bronisław manchmal in Heine
die Herde der grunzenden Schweine,
greift er schon seit Jahren
zu diesem Verfahren:
er rechnet ein Viertel der Beine.

Ricardo, der pflanzt in Tourais
ein stattliches Feld voller Mais.
Dort sucht er nach Steinen,
erfolglos, will meinen:
er läuft immer wieder im Kreis.

Łucja hasst in Kallenzinnen
im Sommer im Zimmer die Spinnen.
Sie fegt zu dem Zwecke
beharrlich die Decke,
es nützt nichts: sie finden nach drinnen.

Gonçalo, der wünscht in Enxames
am Ende des Tages sich Warmes.
Doch war recht erbost er,
es streikte der Toaster –
ein eiskaltes Sandwich, so kam es.

Es setzt sich Natalia in Harthe,
auf dass sie den Bus dort erwarte.
Der kam auch. Stattdessen
hat sie glatt vergessen,
wo war sie nur, die Monatskarte?

José probte in Vale Flor
seit Wochen mit dem Jugendchor.
Um Klang zu erzielen,
schleppt er sie zu Spielen,
dort schreien sie „Abseits!“ und „Tor!“.

Beata beschließt in Kanditten,
die Schwestern, die sich ständig stritten,
im Haus einzuschließen.
Sie will es genießen,
wie sie um Vergebung dann bitten.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCLXXXIII)

28 02 2026

Es kochte Marcel in Ansonst
am liebsten mit Wein seine Kost.
Chablis und Rheinhessen,
die kamen ins Essen,
dazu trank er aber nur Most.

Bei Othniël sah man in Nuenen
zehn Stöcke für all seine Bienen.
Auch pflegte er Blüten
in Kästen zu mieten.
Dort können sie sich gleich bedienen.

Émile ist verärgert in Err.
„Warum ich die Türglocke sperr?
Das ständige Klingeln
von Drückern und Schlingeln
geht mir auf den Geist, werter Herr!“

Es stöhnte Rosita in Best.
Sie hasst Pannenkoek wie die Pest.
Doch sah sie zur Schwester,
war von ihr noch Rest da,
erbarmt sie sich und aß den Rest.

Es sprüht Nicolas in Assac
das Auto ein mit blauem Lack,
das vorher noch weiß war.
Auf deren Geheiß ja
war er für die Kunden auf Zack.

Es hielt sich Mathilda in Chaam
ein Frettchen, das jüngst zu ihr kam.
Es wollte kaum baden,
schlief gern in den Laden
und war sonst auch auffallend zahm.

Es kauft Mélanie sich in Eauze
die hübsche, doch zu enge Hose.
„Dass ich mir die Kohle
ganz schnell wieder hole,
reicht’s, wenn sie einfach verlose.“





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCLXXXII)

21 02 2026

Ruggero, der wirkte in Labers
im Stall eines sehr guten Trabers.
Das Fell dieses Hengstes
bekam dort sein längstes
Verfahren mit Hilfe des Schabers.

Bei Gordon brach ständig in Y
ein Ding nach dem andern entzwei.
Geschirr, Werkzeug, Kleider
beschädigt er leider.
Wo’s geht, ist nun alles aus Blei.

Maurizio, der hatte in Brenner
besonders ein Händchen für Männer,
die tranken, die logen,
die alle betrogen.
Es schätzt manche Frau ihn als Kenner.

Es zahlt Douglas allen in Trenton
im Amt pünktlich die Altersrenten.
Er selbst sieht dem Segen
gelassen entgegen
und füttert im Park sonntags Enten.

Beim Skisprung ist Giulio in Untermais
recht strebsam. „Was ich hier herunterreiß
an schneidigen Sprüngen,
muss doch mal gelingen –
auch weil ich im Wettbewerb munter beiß.“

Es kurbelte Eddie in Duncan
am Bahnübergang an den Schranken,
saß ganz in Gedanken
und sah, wie sie sanken –
der Zugverkehr wird es ihm danken.

Andrea, der spritzte in Walten
den Jungen und auch oft den Alten
in Wangen und Lippen,
die schon einwärts kippen.
Er half ihnen, sich zu entfalten.





In fünf Zeilen um die Welt. Limericks (DCCLXXXI)

14 02 2026

Es sammelte Jan in Weinberge
seit Jahren schon tönerne Zwerge.
Er hatte die Ahnung
zur gründlichen Planung
der eigenen Zwergenherberge.

Arlette, die entfernt in La Maxe
von sämtlichen Waben das Wachs
von all ihren Bienen.
Das sollte ihr dienen
für Kerzen, und zwar Klacks für Klacks.

Vergesslich wird Dan in Alt Kammer.
So greift er nun zur Wäscheklammer,
die an seinem Finger
Erinnerungsbringer
durch stetigen Schmerz und Gejammer.

Es grämte sich Georges in Osthouse,
er hatte tatsächlich den Blues.
So reist er im Regen
dem Morgen entgegen,
damit es auch wirkte: zu Fuß.

Es will Jiří sich in Wostirschen
ins Gärtchen der Nachbarin pirschen.
Woran er sich kehrte,
da sie begehrte,
das sind dort am Baum ihre Kirschen.

Entkleidet Camille sich in Liederschiedt,
nachdem sie den Vorhang hernieder zieht,
so will sie durch Achtung
vor jeder Betrachtung
vermeiden, dass jemand ihr Mieder sieht.

Es nähte sich Věra in Stöcken
ein Kleidchen, und zwar mit drei Röcken,
was dann dazu führte,
dass sie variierte,
um Aufmerksamkeit so zu wecken.