Der Preis ist heiß

9 04 2026

04:03 – Ein silbergrauer SUV fährt langsam über die Ausfahrt der ÖRÖL-Tankstelle am Hermann-Klönzkes-Ring auf den Platz vor der Autowaschanlage. Das Motorengeräusch erstirbt, die Scheinwerfer verlöschen. Gilbert D. (38) steigt aus dem Fahrzeug. Mit seinem Smartphone schießt er ein Foto der beleuchteten Preisanzeige: Diesel 2,459 Euro, Super E10 2,259 Euro pro Liter. Er geht wieder zu seinem Wagen. Dieser Tag wird noch lang sein.

04:23 – Taxifahrerin Gundemarie Z. (49) zapft an der 1 dreißig Liter Diesel, zahlt mit Tankkarte und verlässt zügig wieder das Gelände. Unterdessen hat Kassenkraft Merle G. (27) das Fahrzeug vor der Waschstraße entdeckt. Sie ist noch unschlüssig, da sie bis sechs Uhr alleine das Geschäft führen muss.

04:31 – Da zu dieser Zeit normalerweise kaum Kunden zu erwarten ist, geht G. kurz vor die Tür und beobachtet das Fahrzeug im Dunkeln. Nichts regt sich im Inneren. Vielleicht handelt es sich doch nicht um einen Überfall.

04:44 – Am Straßenrand vor der Tankstelle hält ein Mittelklassewagen. Christian L. (44) steht halb auf dem Radweg, daher schöpft niemand Verdacht.

05:02 – Die schwarze Limousine der 3er-Reihe rollt unbeleuchtet und im Schritttempo die Ausfallstraße entlang. Direkt gegenüber der Tankstelle bremst Ahmet T. (23) den Viertürer geschmeidig ab, lässt aus Gewohnheit einmal kurz den Motor aufheulen und stellt dann die Maschine aus.

05:19 – Ein älterer Transporter kommt auf der Gegenseite angefahren. Karlheinz P. (66) parkt das weiße Fahrzeug, auf dem unschwer die Aufschrift Puhlheimer Sanitär zu erkennen ist, direkt vor dem bayerischen Sportfabrikat. P. kurbelt die Seitenscheibe der Fahrertür herunter, schnipst eine Zigarette hinaus und starrt auf die beleuchtete Anzeigetafel mit den Kraftstoffpreisen.

05:21 – Zur Sicherheit setzt T. sein Auto um einen Meter zurück. Er will nicht riskieren, bei einem plötzlichen Wendemanöver wertvolle Sekunden zu verlieren.

05:24 – P. zündet sich eine weitere Zigarette an. In einem unerwarteten Moment dreht er den Schlüssel im Zündschloss herum, legt den Rückwärtsgang ein und setzt bis auf zehn Zentimeter zur Motorhaube von T.s Wagen auf. Ein heiserer Wutschrei ertönt hinter der getönten Windschutzscheibe.

05:35 – Plötzliche Hektik auf dem Gelände. Ein roter Kleinwagen fährt an Säule 3. Martin V. (31) steigt aus, betritt das Ladengeschäft und kauft einen Becher Automatenkaffee. D.s Finger krampfen sich ins Lenkrad. W. nimmt die Unruhe jedoch nicht zur Kenntnis. Er steigt in sein Auto, fährt zur Ausfahrt und biegt in Richtung Gewerbegebiet ab.

05:44 – Auf seinem Motorroller knattert Tilman K. (25) die Straße entlang. An der Einfahrt der Tanke hält er an, rollt mit verminderter Geschwindigkeit am Ladeneingang vorbei und stellt das Zweirad auf der hinteren Parkfläche ab, bevor er durch eine blau lackierte Stahltür mit der Aufschrift Nur für Personal das Geschäft betritt. Er löst G. ab. Die Frühschicht beginnt.

05:58 – Ein bis wenige Millimeter über den Asphalt tiefergelegter Roadster bajuwarischer Provenienz legt eine kreischende Vollbremsung auf der linken Spur hin. Der Beifahrertür des Wagens entsteigt Yeşim S. (22), wie immer von ihrem Freund erst unmittelbar vor Schichtbeginn gebracht. Aus den Bassboxen lässt die CD Schranzzz Atttakkk Vol. XIV die Scheiben der Fahrzeuge im Sichtbereich rhythmisch vibrieren. Murat R. (30) wartet, bis S. den Eingang erreicht hat. Dann lässt er simultan zur Lichthupe den 550-PS-Motor im Stand aufheulen und jagt knapp fünfzig Meter bis zur roten Lichtzeichenanlage vor dem Kreisverkehr.

06:00 – Panische Blicke bei L. Der Super-Preis muss unbemerkt auf 2,258 gefallen sein. Hektisch rechnet er durch, ob sich jetzt bereits eine neue Tankfüllung lohnen würde. Zur Vorsicht hatte L. am Vorabend mit Hilfe eines Schlauchs den Kraftstoff bis auf einen kleinen Rest entfernt und durch einige Kilometer Fahrt in die benachbarte Ortschaft samt Rückweg für ausreichend freies Volumen gesorgt.

06:12 – Ruckartig setzt T. sein Fahrzeug um einen Meter zurück. Das hässliche Knirschen kurz vor dem abrupten Stopp erklärt sich aus der hektischen Lenkbewegung, die den Wagen in Unwucht bringen und für kurzen, aber nachhaltigen Kontakt von zwei Sportfelgen und dem Kantstein sorgen.

06:16 – P. wirft eine weitere Zigarette aus dem Fenster. Er hat den minimalen Preisrutsch aus der Tafel verfolgt, nimmt ihn aber teilnahmslos zur Kenntnis. Sein Kastenwagen schluckt Diesel.

06:29 – Für jähe Bewegung sorgt das Umspringen der Anzeige auf 2,249. D. wischt sich den Schweiß von der Stirn. L. sucht hektisch nach dem Smartphone und öffnet die App, um im Falle eines plötzlichen Bezahlvorgangs gerüstet zu sein.

06:51 – Kerstin M. (47) fährt an Säule 1 heran und startet den Tankvorgang. Der Kraftstoff fließt nicht wie vorgesehen in die dazu konstruierte Öffnung, so dass sie das Manöver abbricht und zur Kasse geht.

06:54 – D. wird von einer Panikattacke geschüttelt. Er hält sich am Sitz fest und atmet schwer. Was, wenn gerade jetzt die Vorräte zur Neige gehen?

06:56 – K. begleitet die Kundin zur Säule. Auch er kann nicht wie beabsichtigt den Wagen mit Benzin betanken, es handelt sich um einen technischen Defekt. Da jedoch Säule 2 einwandfrei funktioniert, ist M. nach kurzer Zeit zufriedengestellt.

07:00 – Ein nagelndes Geräusch verkündet den Start von P.s Transporter. Aufreizend langsam setzt er den Wagen zurück, genau vor die Schnauze des 3ers. Die sich vor Wut überschlagende Stimme von T. bestätigt seine millimetergenaue Lenkleistung.

07:15 – S. läuft einmal quer über das Gelände und klopft an die Scheibe von D.s SUV. Dieser stellt sich taub, so dass S. kräftig mit der Faust gegen die Fahrertür hämmert. Keine Reaktion. S. wird dem Kollegen mitteilen, dass sie nicht wie von der Geschäftsleitung gefordert den Kunden nach seinen Wünschen befragen konnte.

07:28 – Jens N. (42) fährt schneidig direkt auf die Zapfsäulen zu und kommt dort mit seinem Cabrio zum Stehen. Nonchalant steigt er aus, winkt zu den anderen wartenden Fahrern herüber und schlendert über den Grünstreifen auf den Gehsteig.

07:38 – Achtsam rollt T. mit seinem fahrbaren Ding bei leichtem Linkseinschlag um gut einen Meter zurück. Das Motorengeräusch erstirbt, er steigt aus und nimmt die deutlichen Spuren an den Felgen in Augenschein. Es ist kein schöner Anblick.

07:55 – Die Halterfeststellung ergibt, dass N. in zwanzig Tankstellen im Umkreis von mehreren hundert Kilometern Hausverbot hat. Offenbar hatte er schon mehrmals versucht, einen freien Platz an der Zapfanlage widerrechtlich zu besetzen. S. ruft die Polizei.

08:00 – Jetzt kommt Bewegung in die Sache: 2,244, immerhin ein halber Cent nach unten. L. überschlägt die Ersparnis und bezieht die Prognosen für bevorstehende Preiserhöhung sowie die Anstiege der vergangenen Tage mit in seine Annahmen ein. Bei 2,229 wird er zuschlagen. Definitiv.

08:03 – Ein Streifenwagen hält vor der Ladentür. Während Polizeihauptmeisterin Kati E. (33) N.s Auto in Augenschein nimmt, lässt Polizeimeister Sören W. (35) sich von S. und K. den Sachverhalt schildern. Der nach wie vor auf dem Radweg parkende L. wird von E. ermahnt, seinen Wagen an anderer Stelle abzustellen. Da er aussagt, zur Tatzeit gerade über den Sinn des Lebens nachgedacht zu haben, kann er nicht zur Sache befragt werden. W. bestellt einen Abschleppwagen für das Cabrio.

08:11 – D. hat die Anwesenheit der Beamten an der Tankstelle ängstlich beobachtet. Er hat sich in den Fußraum des Fahrersitzes geduckt, so dass der SUV wie ein Kundenfahrzeug vor der Waschanlage wirkt und nicht die Aufmerksamkeit von E. erregt, die gut zehn Meter entfernt das Fahrzeug mit dem offenem Verdeck auf Spuren untersucht.

08:23 – Quasi zeitgleich treffen sowohl N. als auch das Einsatzfahrzeug des Abschleppdienstes ein. Für Oldřich H. (56) ein lukrativer Auftrag, den er gerne annimmt. Alle Versuche von N., sein Cabrio vom Hebezeug zu entfernen, stoßen bei H. auf Ignoranz. Weder ein 50-Euro-Schein noch die Drohung, ihm die Mafia auf den Hals zu hetzen, bringen ihn vom Vollzug ab. N., der sich weigert, sich gegenüber den Beamten auszuweisen, tritt schließlich gegen ihr Streifenfahrzeug und spuckt nach PHM E., die ihn mit einer gezielten Drehung seiner Schultergelenke bäuchlings auf den Betonboden befördert. Er wird zur erkennungsdienstlichen Behandlung nach §81b StPO auf das Polizeikommissariat 14 in der Max-Mörkel-Allee verbracht.

08:42 – Ein plötzliches Blinken auf der Anzeige, gefolgt von sekundenlangem Verlöschen der Ziffern und einem diffusen Pixelsalat lösen bei L. einen Anfall von Kammerflimmern aus. Leider haben die Preise sich nicht verändert.

08:44 – Höhnisch wirft P. den Motor an. Der Diesel tuckert einige Minuten lang vor sich hin, bis durch zu viel Luft in der Einspritzung der Wagen röchelnd versuppt. P. schlägt voll Zorn auf sein Lenkrad, was das Kraftstoffsystem auch nicht wieder in Gang bringt. T. betätigt den Fensterheber. Er lehnt sich nach draußen und fragt hämisch, ob P. ihm ein klopffestes Steuerrad empfehlen kann.

08:46 – Super E10 springt völlig unerwartet auf 2,219 Euro pro Liter. Wie im Rausch betätigt L. den Anlasser. Es orgelt und orgelt. Der Wagen bewegt sich nicht. Dazu stellt L. fest, dass der Akku seines Telefons inzwischen den Dienst quittiert hat und er weder Bargeld noch eine Karte mit sich führt.

08:50 – Kein anderer Fahrer ist bereit, L. mit einer kurzzeitigen Finanzspritze auszuhelfen, damit der wenigstens einen Kanister und einige Liter Benzin kaufen kann. Auch seine Uduschi-Armbanduhr mit Goldimitatauflage kommt als Tauschmittel nicht in Betracht. Der Traum ist aus.

09:04 – D. verlässt sein Fahrzeug. Er läuft unauffällig zum Ladenhäuschen, wo er einen Hut auf die blond gelockte Perücke setzt, mit der ihn niemand erkennen soll. S. argwöhnt, dass sie ihn schon einmal gesehen haben muss, kann sich aber nicht mehr an ihn erinnern. D. geht mit zwei XXL-Bechern Espresso zurück zu seinem SUV.

09:17 – Immerhin hat K. dem unglücklich auf dem Radweg gestrandeten L. erlaubt, vom Festnetzgerät im Büro aus seine Ex-Freundin Cindy A. (24) um Hilfe zu bitten. Sie erinnert ihn daran, dass er ihr noch knapp 2.000 Euro schuldet. Das Telefonat ist nach wenigen unschönen Gesprächszügen vorbei. L. setzt sich wieder ins Auto und wartet auf Godot.

09:29 – Im Handstreich startet T. den Motor, schlägt das Steuer voll ein uns setzt sich mit einem riskanten Fahrmanöver direkt vor P.s Transporter. Der Blick auf die Anzeigetafel und der Weg zum Angriff auf die Zapfsäulen sind wieder frei.

09:43 – Meinrad J. (47) stoppt genau gegenüber der Tankstelleneinfahrt, um den Heimwerkermarkt Hammer & Farbe zu besuchen. Dabei stellt er seinen Kombi genau hinter den weißen Transporter von P., der damit so eingekeilt ist, dass dieser nicht mehr ausparken kann. Bevor P. dieser Zwangslage gewahr wird, ist J. über den Parkplatz im Geschäft verschwunden.

09:55 – Mit einem altmodischen Blechbehältnis betritt Henriette C. (79) die Tanke, zapft an Säule 2 und geht in den Laden, um zu bezahlen. Der Kanister bleibt derweil neben der Säule stehen, bis L. gebückt aus dem Auto huscht, ihn ergreift und mit ihm zurückkehrt. Die alte Dame versieht sich keines Irrtums und geht mit einer Tageszeitung und einer Eistüte ihres Wegs.

10:00 – Während sich der Super-Preis fast erwartbar auf 2,209 Euro senkt, schreitet L. zur Tat. Lässig öffnet er die Klappe am hinteren Kotflügel, entfernt den Drehverschluss und gießt den Inhalt des Kanisters in den Tank.

10:18 – D. verlässt kurz den SUV. Die Flüssigkeit muss raus. S. reagiert einen Moment zu spät, sie erreicht das Fahrzeug erst, als er wieder unter einer Plastikplane auf der Rückbank liegt.

10:24 – Es bewegt sich nicht. Auch wenn er sein Fahrzeug bis zur Ausfahrt geschoben und alles unternommen hat, um dem Motor zu starten, will sich das Ding noch immer nicht erfolgreich an der gewünschten Aktion beteiligen. L. schreit, drischt auf diverse Innen- und Außenteile seines Wagens ein und ist sich bisher noch nicht bewusst, was die Betankung eines Benziners mit Diesel an Folgen für den Motorblock hat.

10:36 – Endlich kommt J. mit einem Säckchen Teelichte aus dem Do-it-yourself-Geschäft. Um der Straßenverkehrsordnung Genüge zu tun, schreitet er vor Antritt der Fahrt einmal um sein Automobil und nimmt trotz der engen Parksituation alle relevanten Parkmeter in seine Beobachtung mit hinein. Danach prüft er gemäß des seinerzeit vermittelten Wissens aus der Fahrschulausbildung Wasser, Öl, Licht, Kraftstoff und Elektrizität, bevor er sich startbereit festgurtet.

10:39 – Für das aggressive Verhalten von P. hat J. nach der lauten Ansprache keinerlei Verständnis. Als ranghoher Beamter einer Landesbehörde kennt er zwei Wege, fachliche Kompetenzen zielführend zu diskutieren. Einer davon ist die Eingabe eines Schriftsatzes zur juristischen Prüfung. Nach dem anderen macht er P. unmissverständlich klar, dass er gleich etwas erleben wird, gegen das Hiroshima ein Kindergeburtstag gewesen sein dürfte.

11:01 – D. blickt nun konzentriert auf die Anzeige, deren Leuchtpunkte vor seinen Augen zu tanzen beginnen. Kurz überlegt er, das Radio anzustellen, fürchtet aber, dadurch Aufmerksamkeit auf sich zu lenken. So bleibt er ins Lenkrad verkrampft sitzen.

11:06 – P. wirft die letzte Zigarette aus dem Fenster und beschließt, die Pole-Position einzunehmen. Er wirft mühsam den Motor an, setzt ein kleines Stück zurück und fährt dann quer über die Fahrbahn. Auf der Auffahrt der Tankstelle rumpelt zunächst das Getriebe. Dann setzt der Antrieb stuckernd aus und der Lieferwagen bewegt sich nicht mehr. P. zieht die Handbremse an. Sein Fahrzeug steht halb auf der Auffahrt, halb auf dem Gehsteig.

11:10 – Die alte Dieselmaschine ist nicht mehr zur Kooperation bereit. Indessen haben sich bereits ein halbes Dutzend weiterer Fahrer auf der linken Spur, ordnungsgemäß auch auf dem Radweg, für eine rechtzeitige Betankung in der letzten Viertelstunde vor dem Preisanstieg in Stellung gebracht. Ab und zu werden Fenster heruntergelassen, um bei P. nach den Plänen zur Beseitigung des Kastenwagens zu fragen. Es gibt seitens der Wartenden Angebote, die Situation zu klären durch Abschleppen des Wagens, Zerlegung vor Ort oder schwere Gewalteinwirkung mittels stumpfer Gegenstände.

11:14 – Heikki Å. (28) bremst sein vollelektrisches skandinavisches Oberklassemodell direkt vor der Einfahrt, da er den Luftdruck in seinen Reifen an der Tankstelle kontrollieren und Wischwasser in den Vorratsbehälter füllen möchte. P. bescheidet den Wunsch, ihn durchfahren zu lassen, abschlägig und fügt noch einige despektierliche Bemerkungen zum Wagen sowie der Frau auf dem Beifahrersitz an. Der baumlange, stämmige Mann, der in Espoo eine Kampfsportschule betreibt, zeigt für die verbalen Ausfälle wenig Verständnis. Kurz danach steigt Iina B. (26) aus. Die mehrmalige finnische Meisterin im Kickboxen spricht Dank eines Germanistikstudiums fließend Deutsch und hat „Dreckschlampe“ gut verstanden. Nach einem unvermittelten Fußfeger hebelt sie ihm den rechten Ellenbogen in die Nase. Vereinzelter Applaus aus der Warteschlange vor der Einfahrt begleitet die Abfahrt der beiden Touristen.

11:26 – Ein Kamerateam des rechtspopulistischen TV-Senders Fake Alien hält vor der Tankstelle. Anchorman Julian V. (44) baut sich vor der Anzeigetafel aus, während Mitarbeiter Jannik J. (23) die Aufnahme vorbereitet. In der Sprechprobe geht V. den Text durch, in dem er Robert Habeck als „Drahtzieher der verjiddelten Weltelite“ und „woken Totengräber der deutschen Herrenrasse“ bezeichnet, der durch explodierende Benzinpreise die „Auslöschung des arischen Autoverkehrs“ und die „Umvolkung der BRD GmbH“ betreibe.

11:33 – E. und W. unterbrechen die Aufnahmen und erteilen den Rechtspopulisten einen Platzverweis. K. hatte die Polizei angefordert, da er V. bereits als Ruhestörer kenne und mehrmals ein Hausverbot gegen ihn ausgesprochen habe. Bei einer Rangelei nennt V. die Polizeihauptmeisterin eine „behinderte Judensau mit der Fettfresse von Ricarda Lang“. W. macht ausgiebig Gebrauch von seinem Schlagstock.

11:44 – Die Autoschlange umfasst inzwischen gut fünfzig Fahrzeuge, die sich hupend für die Freigabe der Einfahrt einsetzen. Da P. nach dem Kontakt mit der jungen Skandinavin nicht mehr aufzufinden ist, scheint die Situation nur durch kollektives Handeln lösbar.

11:48 – Alle Versuche, den Wagen mit angezogener Handbremse zu bewegen, schlagen fehl. Beherzt schreiten nun Zbigniew Z. (27) und sein Bruder Bronisław (25) zur Tat, indem sie den Transporter mit roher Gewalt zum Kippen bringen. Dieser neigt sich und fällt auf die Beifahrerseite, wobei er sich dreht und mit dem Fahrgestell in Richtung Einfahrt zum Liegen kommt. Ein Problem wurde gelöst, ein anderes ist entstanden. Die Wartenden üben Kritik.

11:54 – K. ruft erneut den Abschleppdienst an, muss aber zur Kenntnis nehmen, dass so gut wie alle verfügbaren Kräfte in der Stadt sich derzeit im Einsatz befinden. Auch Telefonate aus dem längst über hundert Autos zählenden Wartekollektiv sind nicht erfolgreicher.

11:57 – T. verliert die Nerven. Die Maschine des 3ers heult auf. Abrupt tritt T. das Gaspedal durch und lenkt den Mittelklassewagen quer über den Hermann-Klönzkes-Ring auf die Tankstelle zu. Da das schleudernde Fahrzeug nach der frontalen Kollision mit dem Bordstein ausbricht und nicht schnell genug abbremsen lässt, sorgt erst die beidseitige Berührung des Unterbodens mit den Waschbetonsteinen um den Grünstreifen der Tanke für eine stabile Auflage, die weitere Schäden an der Karosserie verhindert.

11:59 – Nach längerem Schaukeln in der Fahrgastzelle gewinnt das vordere Fahrwerk wieder Bodenkontakt. T. schießt sofort mehrere Meter nach vorne und prallt mit der Schnauze auf einen der Stützpfeiler, die das Flachdach über den Zapfsäulen tragen. Der Wagen prallt ungebremst gegen die 2. Die Aufbauten der Zapfanlage werden aus der Bodenverankerung gerissen.

12:00 – Völlig unbemerkt springt die Preisanzeige um und weist auf die ab sofort gültige Bemessung für den Kraftstoffkauf hin: ein Liter Diesel kostet 2,599 Euro, für einen Liter Super E10 werden 2,479 Euro verlangt.

12:01 – Durch die plötzliche Geräuschentwicklung ist D. aus dem Tiefschlaf erwacht. Wie in Trance betätigt er den Anlasser, legt den Gang ein und tritt aufs Gas. Schon nach zwei Sekunden kracht sein SUV in die Beifahrerseite von T.s Wagen. Der 3er schleudert dadurch die Reste von Zapfsäule 2 endgültig zur Seite. Beide Fahrzeuge bleiben einen Augenblick lang stehen. Die Motoren ersterben.

12:02 – Eine gewaltige Detonation zerreißt die Mittagsstille. Das austretende Autogas, das sich in Sekundenbruchteilen entzündet hat, bildet einen gut zehn Meter hohen Feuerball, dessen Druckwelle die Fahrzeuge im Umkreis wie Bonbonpapier durch die Gegend pustet. Verstärkt durch die Benzindämpfe entwickelt sich eine unerwartete Hitze, die Teile des Dachs aus schwer entflammbarem Material sofort herabtropfen lassen. Der weiße Kastenwagen wird so stark beschleunigt, dass er eine gerade Schneise durch die Baustoffabteilung von Hammer & Farbe schlägt und mit einer mittleren Dicke von anderthalb Zentimetern an die hintere Wand der Halle gedrückt wird. Noch mehrere Stunden lang regnet es Metallteile auf die Autobahn an der Anschlussstelle West. An dieser ÖRÖL-Filiale wird bis auf Weiteres niemand mehr tanken. So endet der Vormittag an einer Ausfallstraße in einer deutschen Großstadt, deren Bewohner einfach nur preiswert an Kraftstoff kommen wollten.





Wehrkraftzersetzer

8 04 2026

„Liebe Landsleute, wir sind zu Ihnen gekommen, um Ihnen mitzuteilen, dass heute Ihre Ausreise unmöglich geworden ist. Stellen Sie sich bequem, noch ist ja kein Krieg. Erst mal machen wir Sie mit den rechtlichen Grundlagen vertraut, das reicht aus.

Nach §3 II Wehrpflichtgesetz haben männliche Personen nach Vollendung des 17. Lebensjahres eine Genehmigung des zuständigen Karrierecenters der Bundeswehr einzuholen, wenn sie die Bundesrepublik Deutschland länger als drei Monate verlassen wollen. Ist ja so schwer jetzt nicht, oder? Gut, dann hätten wir das geklärt. Natürlich ist das mit dem Genehmigungsverfahren erst mal nicht so einfach, die Karrierecenter sind zwar unterbesetzt, aber die Fachkräfte wissen eh noch nicht, wie das funktionieren soll. Wenn Sie jetzt eine längere Kreuzfahrt buchen oder für ein Auslandssemester verreisen wollen, dann ist das problematisch, aber zum Glück nicht für den Staat. Ihr Kraftfahrzeug kann ja auch nur da zugelassen werden, wo man wohnt. Und welcher Deutsche will nicht behandelt werden wie sein Auto?

Wieso das Karrierecenter heißt? Arbeitsamt heißt auch Jobcenter, obwohl Sie bei dem Laden nie einen Job kriegen. Fragen Sie nicht so blöd, das ist eben Modernisierung durch die SPD.

Haben Sie denn jetzt noch Fragen? Frauen? Ich sehe da kein Problem. Irgendwer muss doch hier im Land dafür sorgen, dass wir mehr arbeiten, sonst ist der Wohlstand in Gefahr, den unsere Jungs draußen sichern. Sie dürfen auch mal damit rechnen, dass die Bundesregierung Gesetze macht, bei denen sie sich etwas gedacht hat. Kommt ja selten genug vor. Außerdem gab es das schon seit Adenauer, dass im Spannungsfall die Reisefreiheit aufgehoben wurde. Da der jetzige Bundeskanzler allerdings auch als schwere Störung im Betriebsablauf durchgehen wird, läuft das eben umgekehrt. Sie haben den ja nicht umsonst gewählt.

Sie kennen das vielleicht noch aus der letzten deutschen Diktatur, oder aus der vorletzten. Da wird Ihnen Freiheit versprochen, und dann ist die plötzlich weg, weil wegen ist nicht. Beim letzten Mal waren es die Russen, die haben Ulbricht eine Mauer bauen lassen, jetzt sind es die Interessen des internationalen Kapitals, die haben leider nur Merz. Aber was der alles so verspricht, so schlecht ist der gar nicht. Man muss nur dran glauben.

Warum das nicht für Migranten gilt? Gute Frage eigentlich, wollen Sie sie selbst beantworten? Also erstens ist die Bundeswehr keine Fremdenlegion, da dienen nur richtige Deutsche, und damit wir noch länger herumjammern können – irgendwo ist halt immer Wahlkampf oder der Söder nimmt wieder zu viel Sendezeit in Anspruch – werden wir auch die deutsche Staatsbürgerschaft weiterhin sehr restriktiv verleihen. Und zweitens könnten wir damit einen Präzedenzfall schaffen, wenn sich ein Migrant, der hier geduldet ist, auf einmal selbst abschiebt, von der Bundeswehr remigriert wird und daraus ein Bleiberecht ableitet, das ihm ein Gericht zuspricht. Wir wären am Arsch, auf einmal eine Bundeswehr, die unsere Freiheit am Hindukusch verteidigt, weil sie die Gegend kennt!

Wie das kontrolliert wird? Schauen Sie, wir haben die Grenzkontrollen ja nicht ohne Grund, und wo der Bundesinnenminister an der Verfassung und am EU-Recht vorbei die Einreise von Ausländern verhindern will, die hier Grundrechte durch eine Inanspruchnahme missbrauchen wollen, da kann er natürlich auch Inländer von der Ausreise abhalten, bevor sie das tun. Das geschieht wie damals in der DDR, da wurden die Bürger auch davor bewahrt, Republikflüchtlinge zu werden. Und jetzt schützt Sie der Bund an der Grenze, damit Sie nicht als Wehrkraftzersetzer enden. Das ist aber alles völlig im Rahmen des geltenden Rechts, was vor allem dem Bundesinnenminister schrecklich leid tut. Er hätte ja lieber für die Polizei Bundeswehreinsätze im Innern, aber es bleibt vorerst beim Polizeieinsatz für die Bundeswehr.

Ob das denn keiner gemerkt hat? Nein, solche Gesetze werden ja größtenteils einfach so aus der Schublade geholt, in manchen Bereichen schreiben die auch schon Beraterfirmen ohne Störung durch die Regierung, da kann man dann nichts machen. Ein Grund ist, dass es offiziell gar keine Sanktionen gibt. Es handelt sich also um Gesetzesverstöße, die aber keine Strafe nach sich ziehen, solange es der Regierung passt. Wenn Nazis sich als Bauern verkleiden und einen Minister mit Waffengewalt am Verlassen einer Fähre hindern, dann ist das höhere Gewalt. Wenn sich ein paar Leute auf der Straße festkleben, dann muss man die zusammenschlagen und dafür sorgen, dass sie nicht als Lehrer oder als Juristen arbeiten dürfen, weil sie eigenmächtig die Einhaltung von Verfassungsrecht gefordert haben. Das steht eben nicht jedem zu. Merken Sie sich das.

Wenn es jetzt wirklich zum Verteidigungsfall kommen sollte, weil alles schief läuft – Diesel bei zehn Euro, man weiß ja nie – dann will sich die Regierung wenigstens nicht vorwerfen lassen, sie hätte nicht alles versucht. Als gleich zu Anfang der Pandemie die Maskenpflicht kam, hat auch jeder den Anfang der Diktatur gewittert. Und dann hat die sich als goldrichtig erwiesen. Fragen Sie Spahn. Das ist der Spannungsfall zwischen Rechtsstaat und Bürgern, vertrauen Sie uns, wir misstrauen Ihnen ja auch. Und falls Ihnen gar nichts mehr einfällt, kommen Sie zur Truppe, da spendieren wir Ihnen einen Auslandsaufenthalt, der viel länger als drei Monate dauern könnte. Und wir bringen Sie auch wieder zurück. Wie auch immer.“





Honig im Kopf

2 04 2026

„Er hat das so definitiv nicht gesagt. Da haben sich wie immer alle anderen absichtlich verhört. Also er hat das schon so gesagt, ja, es gibt ja immerhin jede Menge Belege, die Kameras liefen alle mit, und das war wohl sicher kein Zufall, aber er hat natürlich auf keinen Fall so gemeint. Also ja, er hat das auch so gemeint, sonst hätte er es ja auch nicht so gesagt, aber das war nicht, ich wiederhole: das war nicht seine Meinung, die er hier geäußert hat. Das ist eine ganz miese linke Tour, dass Herr Merz die Meinung dieses dschihadistischen Kriegsverbrechers, der uns als Staatsoberhaupt von Syrien die Ehre gegeben hat, zu seiner eigenen macht und dann dafür zur Rechenschaft gezogen wird. Fragen Sie doch mal Ihre Töchter, was das bedeutet!

Jetzt regen Sie sich mal nicht künstlich auf, das machen wir immer so. Wir werden von den etwa einer Million Syrern, die hier dem Steuerzahler auf der Tasche liegen, mindestens drei Millionen sofort abschieben. Also nicht sofort, sondern innerhalb der nächsten drei Jahre, da wir immer damit rechnen müssen, dass dann wieder eine richtige Regierung gewählt wird. Und auch nur zur achtzig Prozent, da wir das Ergebnis irgendwie evaluieren müssen, und wie viel achtzig sind, das sehen wir dann.

Und dann sind da noch viele Millionen Syrer, die sofort ausreisen müssen, viele Millionen, im Moment bis zu 970. Da können wir momentan aber nicht viel machen, da die Behörden überlastet und personell schlecht aufgestellt sind. Das ist wie mit den fünfhundert Nazis, von denen siebenhundert per Haftbefehl gesucht werden. Die haben zwar nur Mordversuche verübt, Brandanschläge, schwere Körperverletzung, aber man kann keinem von ihnen vorwerfen, sich auf geradezu niederträchtige Weise den Aufenthalt in einem Land erschlichen zu haben, das dadurch so eine instabile Regierung bekommen hat, dass es an einen Bürgerkrieg gegen das Volk grenzt. Also die kriegen wir jetzt nicht weg – diese Syrer, nicht die Nazis, bei denen ist das sowieso egal – weil irgendwann wieder Wahlkampf ist.

Sie kritisieren doch immer, dass der Kanzler zu viel verspricht und nichts hält, weil er sich mit der Bevölkerung überhaupt nicht auskennt und nur auf billigen Populismus setzt. Selbstverständlich ist das sehr sportlich, hier mit so genauen Prozentzahlen zu operieren und mit einem klaren Zeitrahmen. Das wäre ja so, als würde er sagen: ‚Wir halbieren die AfD‘ oder ‚Herbst der Reformen‘. Das macht uns allen Hoffnung. Mit einem einfachen ‚Ausländer raus‘ ist es da nicht getan. Das sind größtenteils Menschen, die einfach nur in Frieden leben wollen, und wenn wir uns schon selbst keinen Sozialstaat mehr leisten können, den sogar solche Schmarotzer in Anspruch nehmen müssen, die nebenbei vollzeit sozialversicherungspflichtig arbeiten, wie sollen wir das mit 970 Terroristen machen, die uns die Haare vom Kopf fressen? Finden Sie nicht auch, dass ein Bundeskanzler da Klartext sprechen sollte, und sei es auch aus dem Mund eines Präsidenten, der gar nicht im Krieg sein kann, weil Syrien dann ja gar keinen Präsidenten hätte?

Außerdem müssen wir zur Kenntnis nehmen, dass viele syrische Ärzte hier arbeiten. Vermutlich könnten es noch viel mehr sein, wenn wir sie eher arbeiten ließen, aber das ist hier ja nicht die Frage. Die Hauptsache ist, dass wir die alle abschieben können – ein paar tausend Ärzte weniger, das sind im Jahr viele Millionen Patientenkontakte weniger, die unser Gesundheitssystem verteuern. Das wäre die Chance für die Bundesregierung, diese Reform im Gesundheitswesen doch noch irgendwie nicht in die Tonne zu treten. Und wenn dann wieder ein paar tausend Stellen in den Krankenhäusern frei sind, die noch nicht geschlossen werden können, dann kann die Bundesregierung ausländische Ärzte ins Land holen, ohne sie selbst ausbilden zu müssen. Die haben dann zwar weniger Berufspraxis und fehlen zum Beispiel in Rumänien, aber so ist das nun mal im Krieg. Da darf man mit seinen Freunden nicht immer so umgehen, als wären es Menschen.

Ach, das hat der gar nicht gesagt? das soll sich der Kanzler alles bloß ausgedacht haben? Ja, der kann doch auch mal etwa anderes im Kopf haben. Demnächst sind ja wieder Landtagswahlen, er muss die erneuerbaren Energien abschaffen, Söder hat auch immer so komische Ideen, da kann man schon mal… – Honig? Verstehe ich jetzt auch nicht, aber das wollen die Leute, sonst hätten sie ihn ja nicht gleich im zweiten Durchgang gewählt.

Der hat also gesagt, man kann nicht einfach mal eine dreiviertel Million Leute ins Flugzeug setzen und nach Syrien abschieben. Also erstens ist das ja keine Abschiebung, wenn der Bürgerkrieg da vorbei ist, das hat der Kanzler klipp und klar so gesagt, er soll ja sogar selbst dabei gewesen sein, und dann ist das gar kein echter Präsident, sondern mehr so ein Übergangsmodell. Der soll sogar Muslim sein, da sehen Sie doch, dass man dem kein Wort glauben kann. Am Ende nimmt der nur Leute, die hier eine Ausbildung auf Kosten der Steuerzahler genossen haben, den Fachkräftemangel beseitigen und für stabile Wuchermieten durch wenig Leerstand auf dem Wohnungsmarkt sorgen. Das wird dann von den linken Systemmedien ausgeschlachtet, als wäre es wahr. So wie die historische Einigung auf dem EU-Gipfel über das Mercosur-Abkommen, die er selbst miterlebt hat, sonst hätte er nicht allen davon erzählen können, die dabei gewesen sein sollen. Und das waren auch alles Ausländer.

Stellen Sie sich mal vor, jeder würde hier nach Deutschland kommen, sich anständig verhalten, arbeiten, sich integrieren und am Ende Deutscher werden wollen. Wer würde Merz da noch wählen?“





Trüffelsalami

31 03 2026

„Das ist absoluter Wahnsinn!“ „Kein normaler Mensch käme auf so eine bescheuerte Idee!“ „Und genau deshalb machen wie das jetzt.“ „Aber das wird uns den Kopf kosten!“ „Und wenn schon.“ „Sie wollen also ernsthaft die Wirtschaft abwürgen und massiv Arbeitsplätze gefährden?“ „Wir werden die Mehrwertsteuer erhöhen, basta!“

„Damit machen wir die Binnenkonjunktur endgültig kaputt!“ „So ist das eben, wir müssen alle Opfer bringen.“ „Aber das trifft direkt den Staat.“ „Dann müssen die Bürger das eben ausbaden und den Gürtel enger schnallen.“ „Wenn ich das richtig verstanden habe, schröpfen wir die Verbraucher, damit sie hinterher mehr bezahlen können.“ „Das klingt jetzt irgendwie nicht logisch.“ „Da man uns immer noch die größte Wirtschaftskompetenz von allen Parteien zutraut, muss das richtig sein.“ „Der Konsum wird wegbrechen!“ „Das ist doch prima, dann sparen die Leute endlich mehr.“ „Das heißt weniger Wachstum, am Ende handeln wir uns eine massive Rezession ein!“ „Da müssen wir natürlich Präventivmaßnahmen ergreifen.“ „Also Verzicht auf diesen Unfug?“ „Wir streichen Sozialleistungen so zusammen, dass keiner mehr wagt, arbeitslos zu werden.“

„Dass das die Inflation antreibt, hat man Ihnen aber schon verraten?“ „Ja, aber das kapiert der Kanzler nicht.“ „Was hat das mit dem Kanzler zu tun?“ „Das ist Wirtschaft.“ „Ja, aber…“ „Weil er das eh nicht versteht.“ „Und deshalb riskieren wir jetzt Preissprünge auf dem Energiemarkt?“ „Das ist doch klasse fürs BIP, das bedeutet endlich wieder höhere Umsätze.“ „Was macht er beruflich?“ „Er ist in unserer Partei.“ „Was frage ich auch.“

„Nein, mal ernsthaft: die letzte Steuererhöhung hat irre Verluste für die Dynamik bedeutet, das war noch vor der Eurokrise.“ „Super, dann haben wir ja endlich mal Wachstum.“ „Er rafft es wirklich nicht, oder?“ „Also rhetorische Fragen bringen uns jetzt auch nicht weiter.“ „Wir hatten kein Problem mit dem Ölpreis.“ „Haben wir jetzt auch nicht, der Spritpreis steigt ja bald nur noch einmal täglich.“ „Die Unternehmen werden sich das nicht leisten können, das bedeutet noch mehr Arbeitslose.“ „Sehr gut!“ „Wie jetzt?“ „Mit denen, die wir bisher hatten, konnten wir keine fünfzig Milliarden sparen, aber vielleicht kriegen wir es jetzt hin.“

„Sagen Sie mal, wie haben Sie eigentlich den Finanzminister auf diese Schnapsidee gebracht?“ „Klingbeil? der hat doch keine Ahnung.“ „Ja, das hat sich auch schon herumgesprochen, aber warum will er das unbedingt?“ „Also mir ist nicht bekannt, dass er das wollen würde.“ „Aber Sie haben doch gerade…“ „Das machen wir ohne ihn, schließlich sind wir die Kanzlerpartei.“ „Und das beschließen wir mal eben so?“ „Wenn es den Sozen nicht passt, können sie ja gerne die Regierung verlassen.“ „Am Ende machen die das noch!“ „Dann haben wir halt keine andere Möglichkeit, als endlich die Politik zu machen, für die uns die Deutschen gewählt haben.“ „Aber wir haben auch gesagt, dass es auf keinen Fall Steuererleichterungen geben wird.“ „Für die meisten gilt das ja auch, und wenn man zu denen gehört, denen es scheißegal sein kann, wer gerade regiert, kann man so einen kleinen Wortbruch wohl noch verkraften, oder?“

„Sie wollen den Staat lahm legen.“ „Sie sagen das so, als wäre das schlimm.“ „Spätestens dann, wenn die Europäische Zentralbank die Zinsen erhöht, würgen wir die Wirtschaft ab.“ „Sehr gut!“ „Soll ich einen Arzt anrufen?“ „Am besten einen Psychiater.“ „Wir haben das alles gegenfinanziert.“ „Ach.“ „Linke Tasche – rechte Tasche.“ „Wie das denn?“ „Wenn die Mehrwertsteuererhöhung die ärmeren Haushalte trifft, sind Steuersenkungen für die oberen Einkommensgruppen drin.“ „Sie haben das Prinzip offensichtlich verstanden.“ „Und warum steht dann in Ihrem Papier auch etwas von Abschaffung der Mehrwertsteuer?“ „Natürlich nur auf ausgewählte Grundnahrungsmittel.“ „Also Brot und Margarine?“ „Trüffelsalami.“ „Trüffelsalami!?“ „Meine Güte, können Sie sich als Leistungsträger ein Frühstück ohne Trüffelsalami vorstellen?“ „Wir sorgen dafür, dass Arbeitslose ihr Dach über dem Kopf verlieren, nur damit ein paar Arschlöcher wie Sie…“ „Wir sorgen damit auch für Gerechtigkeit.“ „Für was!?“ „Wenn wie die Mehrwertsteuer auf Trüffelsalami, Champagner und Privatflugzeuge beseitigen, können sich das auch Arbeitslose leisten, wenigstens ab und zu.“

„Ich wette, Sie werden Jubelstürme im Volk auslösen.“ „Immerhin werden wir 17 Milliarden an Mindereinnahmen haben, das ist ein Drittel davon, was wir auch den Totalverweigerern rausgekriegt hätten.“ „Das bringt dem Durchschnittsverdiener dann etwa fünfzig Cent Ersparnis am Tag.“ „Wenn Sie sich einen besser bezahlten Job suchen und mehr konsumieren, sparen Sie eben auch mehr.“ „Falls der Lebensmittelhandel das überhaupt an die Kunden weitergibt.“ „Wie gesagt, wir können bei denen ja keine Übergewinne abschöpfen – das würde auch rechnerisch gar nichts ergeben, wenn der Staat die Gewinne einbehält, die er selbst erst ermöglicht.“ „Richtig, sonst müsste man auch eine Vermögensteuer einführen.“ „Oder eine richtige Erbschaftssteuer.“ „Jetzt werden Sie mal nicht sozialistisch hier!“ „Und dann würden die Preise wegen steigender Produktionskosten vermutlich noch nach oben angepasst.“ „Und der Konsum geht zurück.“ „Und die Umsätze.“ „Die Aktien.“ „Die Dividenden.“ „Die Parteispenden.“ „Nein!“ „Doch.“ „Hallo, hallo – Herr Spahn, sofort stoppen! Ja, es ist alles in der Scheiße, wie Sie angeordnet haben. Aber viel zu früh!“





Bundesrepublikflucht

30 03 2026

„… habe die aktuelle Trendstudie Jugend in Deutschland nicht nur einen hohen Bedarf an psychologischer Behandlung festgestellt. Etwa ein Fünftel der Personen unter 30 trage sich bereits mit dem Gedanken einer Auswanderung aus…“

„… als plumpe Fälschung aus linksgrünen Aktivistenkreisen bezeichnet habe. Linnemann sei bereits aufgefallen, dass 29-Jährige als jugendlich bezeichnet würden, was so ähnlich sei, als würde man Friedrich Merz, das größte Genie aller Zeiten und einen der kompetentesten Experten für alles, trotz seines bewundernswerten Reichtums noch als mittlere Mitte des mittleren Mittelstandes…“

„… es schmerzlich zu sehen sei, dass der Glaube der jungen Menschen in die Parteien und damit in die Institutionen schwinde, die legal die Politik Deutschlands bestimmen dürften. Klöckner sei jedoch hoffnungsvoll, dass sich die Befragten nach wie vor für die AfD und ihre Wahlversprechen interessieren würden und wolle in ihrem Amt alles daran setzen, dass die Union deren Programm so genau wie möglich…“

„… an der inzwischen terroristischen Ideologie der woken Deutschlandhasser liege. Söder sehe die linksgrüne Verbotspartei, die junge Menschen zwangsweise zu Transen verschwulen und ihnen die Bratwurst rauben wolle, als größte Gefahr für eine Gesellschaft, in der man noch stolz sein dürfe auf Herkunft, Rasse und…“

„… die Bundesregierung mit allen Mitteln gegen den drohenden Verlust ihrer Bevölkerung kämpfen müsse. IM Dobrindt lasse bereits prüfen, ob eine Bürokratisierungsinitiative mit bis zu dreihundert neuen Formularen, die alle innerhalb eines Tages in einer persönlichen Vorsprache beigebracht werden müssten, den rechtlichen Rahmen für eine dauerhafte Ausreise aus der…“

„… als hirnverbrannte Idee linker Spinner bezeichnet habe, die nicht mehr alle Tassen im Schrank hätten. Das 9-Euro-Ticket sei für Merz keine Antwort, da die Frage nicht existiere. Kinder und Jugendlich hätten nicht sinnlos in der Gegend herumzureisen und sich auf die Straße zu kleben, sondern sieben Tage in der Woche zu lernen, damit sie nach einem guten Studienabschluss deutsche hocheffiziente Verbrenner mit einem Wirkungsgrad von fünfhundert Trilliarden Prozent endlich den…“

„… besonders in den deutschen Ostgebieten, in denen bis heute nur vom Kommunismus geprägte Minderleister wohnen würden, problematisch sei. Linnemann sehe keine andere Möglichkeit, als die organisierte Verschickung der Kinder zu Familien in den Westen, wo sich Parteikader der CDU ihrer annehmen würden, auf gesetzlicher Grundlage…“

„… dass der Straftatbestand des ungesetzlichen Grenzübertritts im DDR-Recht zwar eine andere Grundlage habe als die heute im Asylrecht der EU vorgesehene Bestimmung, beide aber dank ihrer offenkundigen Gesetzeswidrigkeit durchaus in den Aufgabenbereich der Bundespolizei übertragen werden könnten. Dobrindt wolle die Beamten bis auf Weiteres anweisen, bei ungeklärter Ausreise unverzüglich von der Schusswaffe Gebrauch zu…“

„… in der Öffentlichkeit verschwiegen werde. Merz wisse aus Statistiken, die er sich ganz genau vorstellen könne, wie islamistische Gewalttäter, von denen es alleine in Berlin mehrere Milliarden gebe, die deutschen Frauen bis zu vierzig Stunden täglich vergewaltigen würden, um die Umvolkung mit Hilfe von…“

„… sich die Bevölkerung im Osten selbst um ihre Defizite kümmern müssten. Der Unionsexperte für rechtes Gedankengut, Pilzinfektionen und steuertechnische Optimierung Spahn wolle mit dem Testfall die Brandmauer zur Schwesterpartei AfD auf Landesebene einreißen und ihr vertrauensvoll die Regierungsgeschäfte übertragen, damit das Volk wieder eine Perspektive habe, das Soziale mit dem Nationalen zu…“

„… liege es laut Söder offensichtlich am hohen psychiatrischen Behandlungsbedarf, der zur Flucht aus einem normalen Land führe, in dem normale Menschen morgens zur Arbeit statt in die Klapsmühle gehen würden. Die CSU fordere ein Verbot von Studien, die aufwiegeln und falsche Versprechen über ein vermeintlich einfacheres Leben in fremdländischen…“

„… eine Bundesrepublikflucht schwerwiegende Folgen für die Straftäter haben werde. Merz wolle durch einen Kanzlererlass sicherstellen, dass bei unbefugter Entfernung aus dem Wirtschaftsbereich des BTD-BIP, was als vorsätzliche Entdeutschung gelte, alle erworbenen Anwartschaften an das Rentensystem gestrichen und die Staatsbürgerschaft mit sofortiger Wirkung…“

„… mehr als Vorbilder auftreten sollten, um die Jugend zu animieren. Reiche wolle junge Menschen für eine Karriere in der Politik gewinnen, wo sie ohne jede Sachkenntnis und Moral durch gezielte Unterschlagungen, Korruption und Steuerbetrug sehr schnell zu Geld kommen könnten, falls ihre Nebeneinkünfte ihnen überhaupt Zeit für einen…“

„… dass die Auswirkungen der Klimakrise, die von den Ökospinnern herumerzählt würden, dann ja auch in Ländern mit einer Bevölkerung ankämen, die nicht einmal Deutsch verstünden oder essbares Brot backen könnten. Merz habe allen Bürgern unter 30 mit einer Ausbürgerung gedroht, um sich schnellstmöglich in die…“

„… durch soziale Medien hervorgerufen worden sei. Die Bundesregierung wolle Massenphänomene dieser Art unterbinden, um sich wieder auf wichtige Fragestellungen konzentrieren zu können, und werde mit einem zeitnahen Verbot sämtlicher…“





Dilemma

25 03 2026

„… die Sicht der Kritik am Umgang mit dem Sondervermögen zurückgewiesen werde. Die vom ifo Institut für Wirtschaftsforschung genannten Punkte könne die Regierung nicht nachvollziehen, da sich der Reformbedarf in Deutschland in den vergangenen Jahrzehnten auch ohne die…“

„… aber nur für zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur sowie Investitionen zur Erreichung der Klimaneutralität gelte. Artikel 143h GG sei durch dieses Vorgehen der Bundesregierung vorsätzlich ignoriert worden, was für die Opposition zu einer Verfassungskrise führe und unverzüglich im…“

„… dass die Kritiker der Finanzpolitik der Bundesregierung allesamt nicht der Union und der SPD angehören würden, also mit Sicherheit aus dem linksextremistischen Milieu stammen müssten. Linnemann fordere eine sofortige Überwachung der NGOs durch den Verfassungsschutz und eine…“

„… in einem Rundschreiben des Staatssekretärs im Bundesfinanzministeriums an alle Ressorts die Absenkung der Ausgaben gefordert werde, da diese künftig vom Sondervermögen gedeckt würden. Es habe eine centgenaue Verschiebung der Einzelpläne für Wirtschaft, Verkehr und Forschung gegeben, was dem Vizekanzler erlaube, Intransparenz genau wie einen ansteigenden Haushaltsbedarf strikt als Falschdarstellung der Medien und des…“

„… vor und nach der Auszahlung des Kredits an die Bundesregierung nicht genau geklärt worden sei, was genau als Infrastruktur definiert werde. Die CDU habe in einem Fraktionsbeschluss betont, dass der Rückbau des Schienennetzes zur Finanzierung neuer Bundesautobahnen alternativlos sei, auch wenn dadurch die Elektromobilität gefördert und der ebenfalls unumgängliche Bau von mindestens dreißig Atomreaktoren in einer Grauzone des…“

„… die Studie zum Sondervermögen vom WWF Deutschland beauftragt worden sei, was für den Bundesinnenminister darauf schließen lasse, dass eine internationalistische Organisation aus dem Feld des überstaatlichen Ökoterrorismus Gelder dafür ausgebe, um die erfolgreiche Politik der CDU und der CSU zu hintertreiben. Es dürfe deshalb für Umweltschutz keine Förderung mehr geben, da die schwerwiegende Gefahr einer Wiederholung des…“

„… den Vorwurf der Korruption nicht dulde, da alle von der Bundesregierung beauftragten externen Berater aus dem engsten Freundeskreis von Merz und seinen Parteikollegen stammen würden und deshalb über jeden Zweifel…“

„… die Grünen nur deshalb eine Klage vor dem Bundesverfassungsgericht in Erwägung zögen, da sie sich für die erfolgreiche Rechtsdurchsetzung der CDU gegen die linksgrüne Ampel-Junta und ihre unverantwortliche Verschwendungspolitik rächen wollten. Klingbeil habe sich aber genau mit allen verfassungsrechtlichen Vorgaben beschäftigt und sie zum Teil sogar verstanden, so dass von einer bewussten Veruntreuung überhaupt keine…“

„… der Vorwurf, 95% des Schuldenpakets seien zweckentfremdet worden, jeder haushalterischen Grundlage entbehre. Miersch und Bilger hätten in einer gemeinsamen Kalkulation festgestellt, dass nicht einmal die in der Presse genannten 86%, sondern nur 85,998% zuzüglich der Kosten für einen Inlandsflug und den Aufenthalt auf dem Oktoberfest mit anschließendem…“

„… hätten die Grünen durch Verfassungstricks das Sondervermögen überhaupt erst ermöglicht und den Bundeskanzler in ein Dilemma zwischen einer massiven Lügenkampagne und milliardenschwerem Kreditbetrug gezwungen. Söder fordere, die grüne Verbotspartei als staatsfeindliche NGO sofort zu…“

„… auch zur Rettung der Wirtschaft vor dem linksgrünen Terrorregime unter Diktator Habeck gedient habe. Linnemann habe die Aufgabe des Kanzlers darin gesehen, Industrie, Handwerk und viele mittellose, verängstigte Milliardäre vor den Folgen eines zerstörerischen Klimaschutzes zu schützen, was sich auch in der Dominanz der bisher wichtigen ökonomischen Bereiche gegen die vielen ökologischen Ausschweifungen der…“

„… von einem Kreditbetrug nicht die Rede sein könne, da Merz nicht nachgewiesen werden könne, dass er das Schuldenpaket zur Finanzierung von Konsumausgaben herangezogen habe. Es sei nach Ansicht des Unionsexperten für vorhandenes Geld, nicht mehr vorhandenes Geld und Brandmauern Spahn auszuschließen, dass der Kanzler in Bezug auf Wirtschaft, Finanzen oder Geld nennenswerte Kenntnisse besitze, die etwa über die Vorstellungen eines Grundschülers hinaus für den…“

„… die Zukunftsgestaltung, die die Grünen aus den angeblich verfassungskonformen Forderungen ableiten würden, sich in den Leitlinien einer Politik gemäß Koalitionsvertrag gar nicht wiederfänden. So sei für Linnemann offenbar, dass die Ökopartei letztlich einen Betrug am Wähler durchsetzen wolle, der den wirren Wunschvorstellungen von Friedrich Merz nun einmal mehr vertraut habe als einem Kinderbuchautor, der Deutschland durch das Flächenbombardement auf ihre Heizungen ein…“

„… es nicht grundgesetzwidrig sein könne, wenn der Klima- und Transformationsfonds für die Strafzahlungen wegen fehlenden Klimaschutzes herangezogen werde. Nach Einschätzung von Merz seien dies erstens unmittelbare Folgen des Klimas, die zweitens auch für die Zukunft aufgewandt würden, da dann noch höhere Strafen wegen der…“

„… vorher bekannt gewesen sei, dass der von der Bundesregierung geplante Haushalt überhaupt kein Problem lösen würde. Es sei nun erkennbar das Versagen der linksgrünen Opposition, die kein weiteres Sondervermögen zu Rettung der…“





Abstellgleis 9¾

24 03 2026

„Dann lässt man da zum Beispiel ein Gleis frei.“ „Und dann?“ „Dann fährt da ein Zug ein, der zu spät kommt.“ „Dann ist das Gleis aber nicht mehr frei.“ „Es kann ja passieren, dass mehr als ein Zug auf einmal zu spät kommt.“ „Aber der wartet dann nicht mehr vor dem Bahnhof, der wartet dann auf ein Gleis, das irgendwann mal frei wird.“

„Und wie viele Bahnhöfe gibt es, in denen es so ein Gleis gibt?“ „Das ist doch jetzt total irrelevant.“ „Eben, wir sollen nur Vorschläge machen.“ „Ob die dann umsetzbar sind, ist egal, weil sie sowieso nie umgesetzt werden.“ „Dazu ist es ja auch nur ein Vorschlag und kein Plan.“ „Naja, keinen Plan hat die Bahn schon selbst.“ „Und wenn wir jetzt zum Beispiel überall da diese Zusatzgleise bauen, wo sie gebraucht werden?“ „Meinen Sie das ernst!?“ „Ist das zu teuer?“ „Wann waren Sie zuletzt in einer Bahnhofshalle?“ „Keine Ahnung, ich fahre ja Auto wie alle anderen normalen Leute.“

„Jetzt lassen Sie uns das mit den Verspätungen aber noch mal ganz genau durchrechnen.“ „Bisher sechzig Prozent Pünktlichkeit.“ „Also bis sechs oder sieben Minuten zu spät, das gilt dann noch als pünktlich.“ „So geht das natürlich nicht.“ „Da bin ich ganz bei Ihnen.“ „Eine Viertelstunde sollte da schon drin sein.“ „Sehr gut!“ „Und was machen wir mit Anschlusszügen?“ „Das ist eine gute Frage.“ „Braucht man die noch?“ „Die Leute fahren ja eh zu viel Bahn.“ „Man könnte die Anschlusszüge ja gleich reduzieren, dann würde es auch viel weniger Verspätung geben.“ „Also bei Anschlusszügen?“ „Bei Anschlüssen allgemein.“ „Behalten Sie das mal im Auge, falls uns nichts Besseres einfällt.“

„Aber noch mal zurück zu den Gleisen.“ „Das ist doch nur eine technische Notlösung, wir müssten mal schnellere Züge bauen.“ „Da bräuchte es dann aber auch bessere Gleise.“ „Oder mehr.“ „Und wer finanziert das?“ „Wir könnten ja beides verbinden, indem wir im laufenden Betrieb Gleise freihalten, die dann für schnellere Züge…“ „Die liegen aber doch im Bahnhofsbereich, was nützt uns das denn auf der Strecke?“ „Wenn man im Bahnhofsbereich schneller rein und raus fahren kann, sorgt das doch für weniger Verspätungen.“ „Rechnerisch geht das auf.“ „Dann können wir daraus ja noch so einen Vorschlag machen, oder?“ „Schreiben Sie das auf, das klingt nicht so teuer wie neue Züge.“

„Wir könnten die Abfahrtszeiten gegenüber dem Fahrplan einfach vorziehen, dann haben wir mehr Zeit für die Zugabfertigung.“ „Moment, wenn der Zug kürzer da steht, wie kann er dann länger Zeit im Bahnhof haben?“ „Denken Sie doch mal mit, er meint natürlich die für den nächsten Zug.“ „Ah, das löst natürlich das Problem.“ „Allerdings nur für den folgenden Zug.“ „Dann bräuchten wir ja gar nicht mehr Gleise, wenn die schneller wieder frei sind.“ „Aber diese eine Minute, die führt dann auch schon wieder zu Verspätung, wenn der Zug doch nicht rechtzeitig abgefertigt werden kann.“ „Das sparen wir aber statistisch beim folgenden Zug wieder ein, weil der dann eine Minute später zu früh kommt.“ „Sie meinen, er kommt eine Minute früher zu spät.“ „Oder so.“ „Und was ist mit den Fahrgästen?“ „Was soll mit denen sein?“ „Die verlassen sich doch auf den Fahrplan.“ „Er ist ein bisschen doof, oder?“ „Typisch Verwaltungsbeamter.“ „Hören Sie mal, ich habe keine Ahnung, wo Sie herkommen, aber welcher zurechnungsfähige Mensch verlässt sich bitte auf einen Fahrplan!?“

„Wenn wir das bei richtig großen Bahnhöfen machen, wie soll das funktionieren?“ „Sie meinen Projekte, die in absehbarer Zeit fertig sind?“ „Ich rede von Stuttgart 21.“ „Ja nun, das Jahrtausend hat gerade erst angefangen.“ „Da steigen die Fahrgäste innerhalb von dreizehn Sekunden aus und ein.“ „Jeweils dreizehn Sekunden!“ „Das ist aber immer noch weniger als eine Minute, wie wollen Sie da den Zug früher abfahren lassen?“ „Wenn wir da alle Züge einfach durchfahren lassen…“ „Geht das denn überhaupt?“ „Dann ist das kein Kopfbahnhof mehr und geht schneller.“ „… dann brauchen wir auch Gleise.“ „Aber immer nur für den nächsten Zug.“ „Haben die keine Abstellgleise?“ „Nur Abstellgleis 9¾.“ „Das klingt ja machbar.“

„Was ist mit der Vorgabe, dass wir bei Tieren im Gleis nicht mehr warnen?“ „Bei Personen im Gleis kann man ja auch nicht bremsen.“ „Da nützt dann keine Vollsperrung mehr.“ „Vollbremsung.“ „Nee, ich meine schon Sperrung.“ „Man kann dann lieber ein bisschen langsamer fahren.“ „Dann kommt der Zug ja auch verspätet an.“ „Aber wir haben einen Schuldigen.“ „Stimmt, das macht die Sache gleich viel einfacher für die Konzernleitung.“

„Kann man nicht einfach weniger Züge fahren lassen?“ „Wie viel weniger?“ „Die Hälfte?“ „Lohnt sich das?“ „Für die, die nicht fahren, lohnt sich das bestimmt, weil die dann nicht zu spät ankommen.“ „Und für die anderen?“ „Die haben eine Minute weniger, um irgendeinen Zug auf dem Zusatzgleis zu erwischen.“ „Man könnte auch die Routen stark einschränken.“ „Also nur noch Züge zwischen ganz großen Knotenpunkten fahren lassen?“ „Und dann da auch noch mal Züge einsparen.“ „Wieso das denn?“ „In die Züge passen so viele Fahrgäste rein, wenn wir da die Hälfte streichen, kommen viel mehr Leute nicht mehr zu spät.“ „Und wenn wir die Ankunftszeit einfach nicht mehr im Fahrplan erfassen?“ „Dann gibt es ja quasi überhaupt keine Verspätung mehr.“ „Das mit den Anschlusszügen ist dann auch Geschichte.“ „Das klingt sehr gut, wir sollten das für alle größeren Bahnhöfe checken.“ „Oder wir zünden den ganzen Scheiß an und lassen es einfach sein.“ „Haben Sie die Nummer?“ „Herr Bundeskanzler, ich glaube, wir haben die Lösung!“





Diplom-Arbeitslose

18 03 2026

„Die Schuhe gehen gar nicht. Wie alt sind die denn? Sechs Wochen? Neu gekauft? Woher nehmen Sie das Geld, arbeiten Sie etwa schwarz? Aus dem Regelsatz? Wollen Sie mich verarschen!? Sie sind Grundsicherungsempfänger, also haben Sie auch wie einer auszusehen, klar!?
Das ist eine der Grundregeln für Erfolg auf dem Arbeitsmarkt, merken Sie sich das: das Aussehen bestimmt über Ihre Verwertbarkeit. Sie bekommen von uns eine Umschulung zum Arbeitslosen, also hat sich Ihr optischer Gesamteindruck auch dem angestrebten Berufsbild anzupassen. Keiner wird Sie als gesellschaftlich nicht mehr tragbare Person dulden, wenn Sie so auftreten. Gebügeltes Hemd, Stoffhose, geputzte Schuhe. Da können Sie sich ja gleich die Fingernägel schneiden! Das ist wieder typisch für einen wie Sie, überall die Vorschriften missachten, und dann Totalverweigerung!

Und wo wir gerade bei denen sind, die hier unbedingt unangenehm auffallen wollen: Sie sind letzte Woche morgens um kurz nach sieben Uhr im Bus gesichtet worden! Kurz nach sieben! Da dreht sich der normale Transferleistungsempfänger noch mal gemütlich um, weil nichts Interessantes in der Glotze kommt! Was haben Sie da überhaupt in der Stadt zu tun gehabt, mitten zwischen den Leuten, die ihren Lebensunterhalt mit Arbeit bestreiten? Sie haben für Ihre gehbehinderte Nachbarin eingekauft? Das soll ich Ihnen jetzt also einfach so durchgehen lassen, zivilgesellschaftliches Engagement, für das Sie keine Bezahlung verlangen, die man Ihnen von der Grundsicherung abziehen könnte? Haben Sie noch alle Tassen im Schrank!?

Gut, jetzt regen wir uns alle mal ab, und wenn Sie mich nicht ständig aufregen würden, dann wäre das heute schon mal ein vernünftiger Start in den Ausbildungstag. Vergessen Sie nicht, Sie sind von der Bundesregierung ausgewählt worden, um nach Ihrer kostenlosen Umschulung – kostenlos, das ist hier ein echtes Opfer der Steuerzahler! – um dann als Diplom-Arbeitslose wichtige gesellschaftliche und wirtschaftliche Aufgaben zu übernehmen! Das ist kein Spaß hier, und das soll sich auch nicht so anfühlen! Immerhin brauchen wir Sie, nicht nur als Druckmittel für das Pack im Mindestlohn, das auf so einen Abschaum wie Sie herabblicken kann und gleichzeitig Angst haben muss, irgendwann auch so zu sein wie Sie. Also benehmen Sie sich so, wie es in Ihren Ausbildungsunterlagen steht! Ich will hier um diese Uhrzeit keinen ohne Alkoholfahne sehen!

Dann zeigen Sie mal Ihren Lebenslauf. Der ist frisch ausgedruckt? Praktikum im letzten Jahr, die Berufsausbildung ist wann gewesen? Insolvenz? So können Sie sich doch nirgends bewerben! Wenn ein Chef das sieht, der stellt Sie am Ende noch ein! Was hat man Ihnen beigebracht im Jobcenter? Richtig, nach Möglichkeit fachfremd bewerben, damit Sie überhaupt nicht in die Nähe eines Jobs kommen. Sie haben nächste Woche ein Vorstellungsgespräch? Ja stehe ich denn hier im Wald!? Was hat man Ihnen eingetrichtert – Sie sind ein faules Arschloch, Sie wollen überhaupt nicht arbeiten, also kriegen Sie überhaupt keine Stelle! Wenn Sie das jetzt gleich wieder kaputt machen, warum bezahlen wir Ihnen diese Umschulung? Weil Deutschland zu viel Geld für Parasiten wie Sie hat?

Jetzt hören Sie mir mal zu: Sie wollen gar nicht arbeiten, deshalb zwingen wir Sie dazu, weil wir uns diese Faulenzerei nicht mehr bieten lassen! Das sollen auch alle anderen kapieren, die genau so wie Sie drauf sind, verstehen Sie das endlich? Wenn Sie aus freien Stücken Bewerbungen schreiben, die nicht von Ihrem Arbeitsvermittler befohlen wurden, dann stellen Sie unser gesamtes System in Frage, ist Ihnen das klar? Wie sollen wir jemanden in einen Job zwingen, aus dem er nach kürzester Zeit wieder rausgeschmissen wird, wenn Sie sich einfach dem Zugriff entziehen? Ist Ihnen eigentlich klar, was das für einen Eindruck bei der Bevölkerung hinterlässt? Die denken doch glatt, Arbeitslose wollen einfach nur einen Job haben – wozu soll man die unnötig drangsalieren, wenn es eh nicht genug Jobs gibt?

So, und Sie, warum haben Sie immer noch kein Arbeitsangebot erhalten? Sie sind nicht qualifiziert? Chronisch krank? Das ist doch alles wieder die alte Scheiße, wie oft soll ich Ihnen das noch erklären: wenn Sie arbeitslos sind, sind grundsätzlich immer alle anderen schuld! Sie sind das arme Opfer, Sie können kaum von Ihrer Grundsicherung leben, das ganze Leben ist schlecht, am liebsten würden Sie im Bett bleiben, aber bei vollem Lohnausgleich. So läuft das nämlich, oder meinen Sie, sonst nimmt man Ihnen Ihre Rolle ab?

Und Sie, Sie sind noch nie sanktioniert worden? Nie Unterlagen zu spät eingereicht, nie den Termin verpasst, weil das Vorladungsschreiben erst drei Tage später kam, Jobangebot in 500 Kilometern Entfernung abgelehnt, weil Sie Ihre Oma pflegen? Heilige Scheiße, wofür machen wir das dann mit der ganzen Sanktioniererei! Das ist doch nicht dazu da, dass wir Regeln aufstellen, an die sich alle zu halten haben – wir machen die doch, weil sich kein Mensch daran halten kann! Ausländer, Arbeitslose, für so ein Pack gibt es halt Feindstrafrecht. Und wir würden das ja nicht einführen, wenn wir es nicht missbrauchen wollen. Oder was hatten Sie gedacht?

So, dann stellen Sie sich jetzt mal ordentlich in einer Reihe auf, da geht es dann gleich rein, die Kulisse kennen Sie. Wartebereich, Sie hocken sich auf die Sitze. Wir spielen ein paar Szenen Jobcenter fürs Fernsehen, da erklären Sie dann, dass Sie keine Lust auf Arbeit haben. Und seien Sie gefälligst nett, nachher kommt der Linnemann. Man munkelt, das dumme Schwein kriegt morgen seine Kündigung.“





Crash Test Dummi

12 03 2026

„… in dieser schweren Stunde nur noch Deutsche kenne, die zusammenstehen müssten, um diese nationale Prüfung gemeinsam zu bewältigen. Merz sehe im Gewinneinbruch der Volkswagen AG ein schreckliches…“

„… als dämlichstes Gefasel bezeichnet habe, das ein Mitglied der Bundesregierung in den letzten Monaten produziert habe. Das scheidende Mitglied der Wirtschaftsweisen habe in dem Zusammenhang mehrere Belege dafür gebracht, dass alle jetzt als Überraschung gewerteten Zahlen im Oktober 2025 in einer Mitteilung des Konzerns an die…“

„… Klöckner aber aus verwaltungsrechtlichen Gründen zunächst ein Gutachten eingefordert habe, um einen Staatsakt zur Ehren der Wirtschaft auszurichten. Es sei derzeit noch zu früh, um einen vollständigen Zusammenbruch der Bundesrepublik zu konstatieren, nur weil die Überschüsse von…“

„… die Wahl der Schariapartei unter Özdemir in der deutschen Mercedes-Provinz von den Taliban gesteuert worden sei. Reiche verlange eine sofortige Annullierung, da die Autoindustrie niemals ihre Selbstzerstörung durch einen islamistischen…“

„… das Verbrennerverbot als Kriegswaffe der überstaatlichen Mächte genutzt werde, um die deutsche Wirtschaft zu schwächen. Linnemann sei überzeugt, dass internationale Finanzeliten sich in Prag zu einer regelmäßigen Beratung über den…“

„… den Einbruch zweifelsfrei auf Porsche als überteuerte und rückständige Marke zurückführe. Blume müsse dies als Chef des Konzerns leider so bestätigen, da sich andere Interpretationen trotz der Wünsche der Bundesregierung nicht mehr…“

„… von den Grünen verursacht worden sei. Für Söder sei die Täterschaft klar, da der Verbrenner dazu geführt habe, dass sich die Ökopartei in eine kriminelle Vereinigung verwandelt habe, die sich für die Zerstörung der deutschen Wirtschaft und die Umwandlung aller Tankstellen in Moscheen und…“

„… bestätigt worden sei. Merz sei während der Gespräche mit Xi nicht übersetzt worden, dass der chinesische Witz ‚Was ist der Unterschied zwischen einen Baustellenklo und einem Mercedes? – Eins sieht scheiße aus, bei dem anderen muss man innen den Türöffner suchen‘ offensichtlich bereits seit längerer Zeit in den sozialen Medien der…“

„… aber noch keinen Trend sehe, der auf eine generelle Schwächung der Exporte schließen lasse. Der Unionsexperte für Exporte, große Geldsummen und sinnlose Investitionen Spahn empfehle der Bundesregierung die Entwicklung digitaler Technik wie Schreibmaschinen und Faxgeräte, um zu testen, ob die Marktsättigung im Ausland tatsächlich…“

„… die deutschen Ingenieure immer wieder mit großen technischen Innovationen den Weltmarkt erobert hätten. Merz vertraue ganz fest darauf, dass die Fachkräfte sofort nach ihrer Freistellung die Baupläne für ein Fusionskraftwerk, das die Energiesicherung für die kommenden Jahrhunderte in den…“

„… Beweise vorlegen könne. Söder habe vom damaligen Anführer der Grünen Armee Fraktion in einem Interview die Drohung gehört, dass VW bis 2025 ein E-Mobil für unter 20.000 Euro anbieten müsse. Linksextremistische Untergrundmedien wie Focus oder n-tv hätten diese Inhalte ungestraft verbreitet und würden sie zum Teil noch heute im Darknet auf terroristischen Plattformen wie YouTube als…“

„… das Gesicht der Autoindustrie für immer verändere. Experten im Wirtschaftministerium hätten die Befürchtung, dass es in China demnächst nur noch chinesische Pkw geben könnte, die eine schreckliche Auswirkung auf das Stadtbild und die Sicherheit des Staates hätten, da sie nicht mehr die deutsche Qualität eines…“

„… erschüttert gewesen sei. Merz habe erst im Gespräch mit Linnemann erfahren, dass es sich bei den Arbeitslosen nicht ausschließlich um Manager und hoch dotierte Forschungskräfte handle, sondern um Minderleister, die ohne einen Doktorgrad oder ein privates Millionenvermögen eine einfache…“

„… sich jeder ein Auto leisten könne, wenn es die Volkswagen AG darauf anlege, den Luxusmarkt zulasten der normalen Kunden zu schwächen. Das CDU-Präsidium warne davor, dass man künftig nicht mehr auf den ersten Blick Angehörige der Mittelschicht und Grundsicherungsempfänger auf dem Parkplatz unterscheiden könne, wenn sie dasselbe Modell eines…“

„… dass Porsche bisher nichts für den Erfolg der Unternehmensgruppe geleistet, aber stets die Übernahme aller Kosten für ihr marktfernes, von jeder Sachkenntnis unbeeinflusstes Verhalten gefordert habe. Die Volkswagen AG habe bisher vergeblich versucht, eine Zwangsfusionierung der Marke mit der FDP zu erreichen, da sich Lindner hervorragend mit Insolvenzverschleppung als…“

„… den Volkswagen-Chef Blume als Crash Test Dummi der Unternehmensführung bezeichnet habe. Es sei aber für die Bundesregierung sicher, dass er die Fortführung seiner Verbrennerträume auch in den kommenden zehn Jahren mitgestalten dürfe, da es noch nicht abschließend geklärt sei, ob er unrecht habe oder ob alle ausländischen Märkte gegen…“

„… nun Lohnzurückhaltung geboten sei. Die deutschen Arbeitnehmer hätten sich bei der Wahl der Arbeitnehmer verkalkuliert, wie es Merz auf der Tagung des BDI erklärt habe. Die auf Lohnarbeit angewiesenen Bevölkerungsteile müssten nun ihre Chance wahrnehmen, durch größere Anstrengung das Vertrauen der Wirtschaft zurückzugewinnen, um ihre soziale Absicherung und die Renten zu…“





Comedy-Gold

11 03 2026

„Und jetzt?“ „Schauen wir mal.“ „So kommen wir auch nicht weiter!“ „Bis jetzt geht’s ja noch.“ „Aber die nächsten Wahlen stehen an, da muss man jetzt irgendwas machen!“ „Dann warten wir mal.“ „Worauf denn?“ „Dass halt irgendwer irgendwann irgendwas macht.“

„Genossen, so geht das nicht weiter – knapp über fünf Prozent!“ „Warten wir mal ab, was die Parteiführung dazu sagt.“ „Wir könnten ja auch eine neue Parteiführung…“ „Das führt doch zu nichts!“ „Geschlossenheit!“ „Wir haben uns viel zu weit nach links bewegt.“ „Richtig, wir haben uns ja nur noch um diese Totalverweigerer gekümmert.“ „Ich will ja nicht meckern, aber das mit dem Bürgergeld war unsere eigene Idee.“ „Nee, das war eine andere Parteiführung.“ „Dann müssen wir die auswechseln und kriegen dann wieder vierzig Prozent?“

„Andere sagen, wir seien noch nicht links genug und müssten jetzt erst recht…“ „Nee, dann wählen die alle das Original.“ „Und wir müssen wieder mit Rot-Rot-Grün regieren.“ „Wieso ‚wieder‘?“ „Das sind doch jetzt Petitessen.“ „Und wenn wir einfach nach links blinken und dann rechts abbiegen?“ „Das machen doch schon die Grünen.“ „Wir müssen vor allem mal anfangen, richtige Probleme zu lösen.“ „Lieber Freund, jetzt ist absolut nicht die Zeit für dumme Witze!“

„Machen wir uns ehrlich, wir werden seit Rot-Grün nicht mehr genug gewählt.“ „Vielleicht haben wir in der Zwischenzeit nicht oft genug die Führung ausgewechselt.“ „Also gemacht haben wir in der Zeit ja eine Menge.“ „Mir fällt jetzt gerade nichts ein.“ „Wir haben gemeinsam mit Merkel die Atomkraft abgeschafft.“ „Das waren die Grünen!“ „Nee, die haben unter Merkel das Heizungsgesetz gemacht.“ „Das sind nur Beispiele, wir müssen für die Zukunft eine vernünftige Linie finden, einen echten Plan, an dem wir unsere Politik orientieren.“ „Das haben doch schon die Grünen versucht, und es hat nicht geklappt.“ „Wir könnten jetzt die Frage nach der Verteilungsgerechtigkeit stellen, damit wir nicht immer nur als Partei auftreten, die mühsam errungene soziale Sicherungen in die Tonne tritt.“ „Was hatte ich über doofe Witze gesagt?“

„Außerdem macht das der Koalitionspartner, in diesem Fall die Union.“ „Wir brauchen auch so ein Konzept wie die.“ „Also dass alle anderen schuld sind, wenn man Sachen macht, die nicht klappen?“ „Das Problem ist, wenn bei der Union nichts ging, waren immer wir schuld.“ „Darum wollten die auch nie wieder eine Große Koalition.“ „Dabei ist die ja der Garant dafür, dass man uns die Schuld in die Schuhe schieben kann.“ „Und wenn wir es auch so machen?“ „Vielleicht klappt das nur, wenn man den Bundeskanzler stellt.“

„Alle redet immer über Wirtschaftskompetenz, dabei wurde die in der Union bisher nie gesichtet.“ „Wenn man sich eine fette Karre leisten kann, ist man halt reich.“ „Ist das nicht umgekehrt?“ „Die fette Karre kann man sich halt auch als Erbe leisten oder als Lottogewinner.“ „Oder als Bankräuber.“ „Das ist jetzt ziemlich schräg.“ „Es kommt doch nur auf den Eindruck an.“ „Also wenn wir jetzt überall erzählen, wir seien die Partei, die für mehr bezahlbaren Wohnraum sorgt, dann nimmt man uns das ab?“ „Wir müssten dann halt auch etwas dafür tun.“ „Dass man uns das abnimmt?“ „Auch.“ „Das sollte doch eine neue Parteiführung hinkriegen.“

„Wir müssen jetzt eben noch härter arbeiten!“ „Weil wir historisch als Arbeiterpartei gesehen werden?“ „Aber doch heute nicht mehr!“ „Dann muss sich das eben wieder ändern.“ „Wir könnten uns für erneuerbare Energien stark machen.“ „Aber das macht die Union nicht mit.“ „Dabei ist das doch Wirtschaftskompetenz.“ „Eben.“ „Was!?“ „Arbeit und Wohnen und Digitalisierung und diese ganzen Sachen, das muss man jetzt eben zukunftsorientiert denken.“ „Denken reicht aber nicht.“ „Wäre aber mal einen Versuch wert.“ „Es soll doch jetzt für den Frühling der Reformen ein Reformpaket kommen.“ „Das würde ja bedeuten, dass sich endlich etwas in Deutschland bewegt.“ „Ja, schlimm.“ „Was!?“ „Ich meine, wir müssen uns auch fragen, ob die aktuelle Parteiführung dafür noch richtig ist.“

„Aber immer nur Zukunft, das kann’s auch nicht sein.“ „Wir brauchen mehr Gegenwart.“ „Meine Fresse, wir haben doch schon die Vergangenheit mit diesem Kanzlerdarsteller versaut!“ „Was!?“ „Der Mann steht unter Hochdruck, weil er von korrupten Arschgeigen umzingelt ist, also setzen wir ihm jetzt die Pistole auf die Brust: Milliardäre und Erben besteuern, Beitragsbemessungsgrenze abschaffen, Mittelschicht steuerlich entlasten, Energie- und Antriebswende, dann kann er gerne von der zweiten Legislatur als Pöbelotto vom Dienst träumen.“ „Aaaahahaha!“ „Alter Falter!“ „Wie geil ist das denn, ich schmeiß mich weg!“ „Comedy-Gold!“ „Also mal ehrlich, wenn wir jetzt dies ganze linke Gelaber wieder aus der Schublade holen, dann sind wir doch spätestens im nächsten Wahlkampf wieder die gute alte Reformverhinderungspartei, die alles an die Wand gefahren hat.“ „Moment, das kriegt dieser Kanzler doch ohne fremde Hilfe hin.“ „Aber die Wähler merken es nicht.“ „Wir haben das mit der Energiewende doch alles schon mal gemacht, mit dem Bürgergeld, warum räumen wir das jetzt alles wieder ab?“ „Naja, damit wir für den nächsten Wahlkampf überhaupt irgendwas haben, was wir den Leuten versprechen können.“ „Dann müssen wir nur dafür sorgen, dass die uns nicht mit der CDU verwechseln.“ „Weil die keine Versprechen hält?“ „Jetzt warten wir erst mal ab.“ „Ja, sehr gute Idee.“ „Was denn nun?“ „Na, wer die Parteiführung übernimmt.“