Am Morgen seines 66. Geburtstags sind mehrere Polizeieinheiten auf dem Anwesen Sandringham in Norfolk eingetroffen, wo Andrew Mountbatten-Windsor lebt. Kurz nach 8 Uhr fuhren sechs zivile Fahrzeuge auf das Gelände von König Charles III., wo Andrew festgenommen wurde. Wohin er gebracht wurde, ist unklar. Er kann zwischen 12 und bis zu 96 Stunden festgehalten werden.
Andrew Mountbatten-Windsor sei wegen des Verdachts auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt festgenommen worden, heißt es. Weitere Details zu den konkreten Vorwürfen sowie zum Ablauf der Festnahme wurden zunächst nicht bekannt. Die Ermittlungen dauern an. Der Straftatbestand des „misconduct in public office“ bezieht sich im britischen Recht auf Amtsträger, die ihre öffentliche Stellung vorsätzlich missbrauchen oder vernachlässigen.
Erklärung von König Charles
König Charles veröffentlichte zu Mittag eine Erklärung, in der er seine tiefgreifende Besorgnis über die Festnahme von Andrew Mountbatten-Windsor zum Ausdruck brachte und betonte, dass das Gesetz nun seinen Lauf nehmen müsse.
„Was nun folgt, ist ein umfassender, fairer und ordnungsgemäßer Prozess, in dessen Rahmen diese Angelegenheit von den zuständigen Behörden in angemessener Weise untersucht wird. Wie ich bereits gesagt habe, haben sie dabei unsere uneingeschränkte und uneingeschränkte Unterstützung und Zusammenarbeit.“
Polizei durchsucht zwei Wohnadressen
Die Thames Valley Police bestätigte in einer Erklärung, dass am 19. Februar ein Mann in den Sechzigern aus Norfolk wegen des Verdachts auf Fehlverhalten im öffentlichen Amt festgenommen wurde. Zeitgleich würden Durchsuchungen an Adressen in Berkshire, wo sich die Royal Lodge befindet, und Norfolk durchgeführt.
Der Mann befinde sich weiterhin in Polizeigewahrsam. Aus Gründen der nationalen Richtlinien werde der Name des Festgenommenen nicht veröffentlicht. Assistant Chief Constable Oliver Wright erklärte, nach eingehender Prüfung sei nun offiziell ein Ermittlungsverfahren eingeleitet worden. Man wolle die Integrität und Objektivität der Untersuchungen wahren und angesichts des großen öffentlichen Interesses zu gegebener Zeit weitere Informationen bekannt geben.
Wie lange kann Andrew festgehalten werden?
Der Polizeikommentator Danny Shaw sagte „BBC Radio 5 Live“, dass Andrew höchstens 96 Stunden festgehalten werden dürfe. Dafür wären jedoch mehrere Verlängerungen durch ranghohe Polizeibeamte sowie ein Magistrates’ Court erforderlich.
In den meisten Fällen, so Shaw weiter, werden Verdächtige für 12 oder 24 Stunden festgehalten, bevor sie entweder angeklagt oder bis auf Weiteres freigelassen werden.
Sitzt Andrew in einer Zelle?
Andrew werde in „a cell in a custody suite“ untergebracht – eine Zelle mit lediglich einem Bett und einer Toilette -, wo er auf sein Polizeiverhör warten müsse. Shaw betonte: „es gibt keine Sonderbehandlung für ihn!“ Es ist weiterhin unklar, wann genau Andrew festgenommen wurde und wo er derzeit festgehalten wird.
Augenzeugen berichteten, dass acht Personen in Zivil nahe Wood Farm parkten – dem früheren Wohnhaus von Prinz Philip. Einer der Männer soll einen dienstlichen Laptop bei sich getragen haben.
„Niemand über dem Gesetz“
Der Polizeieinsatz erfolgt vor dem Hintergrund laufender Prüfungen im Zusammenhang mit den Vorwürfen rund um den verstorbenen US-Finanzier Jeffrey Epstein. Neun britische Polizeibehörden bewerten derzeit mögliche Ermittlungen zu mutmaßlichem Menschenhandel und sexuellen Übergriffen. Premierminister Keir Starmer erklärte zuletzt, in Großbritannien stehe „niemand über dem Gesetz“.

Verbindung zu Epstein
Der ehemalige Prinz hat durch seine Verbindung zu Epstein bereits seine gesellschaftliche Stellung und seine Privilegien verloren. Er musste 2019 von allen royalen Pflichten zurücktreten. Im Oktober entzog ihm König Charles den Prinzentitel, in der vergangenen Woche musste er sein Anwesen Royal Lodge in Windsor räumen.
Der 66-Jährige hatte im Zusammenhang mit dem Epstein-Skandal 2022 eine Zivilklage von Virginia Giuffre, die ihm sexuellen Missbrauch als Minderjährige vorgeworfen hatte, mit einem Vergleich beigelegt. Giuffre beging im April Suizid. Andrew hat ein Fehlverhalten stets bestritten, zu neuen Vorwürfen schweigt er bisher. Die Polizei im Thames Valley prüft derzeit zudem einen weiteren Vorwurf gegen Andrew, bei dem es um eine Frau geht, die zu einer Adresse in Windsor gebracht worden sein soll.
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