Der vorzeitige Abbruch des letzten olympischen Skisprung-Wettkampfs hat für harsche Kritik gesorgt. Beim Gold-Triumph von Jan Hörl und Stephan Embacher im erstmals ausgetragenen Super Team verpassten die viertplatzierten Deutschen ebenso wie Slowenien und Japan knapp Bronze. Der deutsche Sportdirektor Horst Hüttel war „richtig sauer“, Bundestrainer Stefan Hornbacher benötigte ein „Frust-Bier“. FIS-Renndirektor Sandro Pertile verteidigte naturgemäß die Entscheidung.
„Nach dem Wettkampf ist es einfach zu sagen, man hätte warten sollen. Aber wir mussten eine Entscheidung treffen“, sagte der aus Predazzo stammende Pertile am Montagabend. Der Italiener ließ außerdem durchblicken, dass ein weiterer Faktor neben dem Wetter eine Rolle für den Abbruch gespielt haben könnte. „Wir wissen alle, dass wir begrenzte TV-Zeit haben“, sagte er.
„Miserabel schlecht gearbeitet“
Was die Deutschen erzürnte: Wetter-Apps hätten angezeigt, dass der starke Schneefall als Hauptfaktor des Abbruchs schnell wieder aufhört. „Und diese Wetter-Apps muss auch die FIS haben“, sagte Hüttel mit Blick auf den Weltverband. „Es ist einfach schlecht gearbeitet, miserabel schlecht gearbeitet.“ Japans Springer Ren Nikaido meinte: „Alle denken dasselbe. Dass sie einfach ein wenig länger warten hätten sollen.“
Die vor den finalen Springern des dritten Durchgangs aufgekommene Schneefront war tatsächlich auch schnell wieder verflogen. Die Entscheidung zum Abbruch war da aber bereits gefallen. Es zählte das Ergebnis nach zwei Durchgängen. Die Österreicher Hörl und Embacher lagen am Ende 21,4 Punkte vor den zweitplatzierten Polen. Norwegen rettete 0,3 Punkte vor Deutschland Bronze. Die Skandinavier sprachen von einer richtigen Entscheidung der FIS. „Wenn sie den Durchgang fertig gesprungen wären, wäre das unfairer gewesen, als in der zweiten oder dritten Runde abzubrechen“, sagte Bronze-Gewinner Johann Andre Forfang.
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