99,5 Prozent des Orts

Diese Gemeinde steht fast komplett unter Schutz

Salzburg
18.02.2026 08:00

Die Oberpinzgauer Gemeinde steht zu 99,5 Prozent unter Schutz. Das erschwert die wirtschaftliche Entwicklung für den entlegenen Ort. Bürgermeister Erich Czerny (ÖVP) will jetzt die Bremse lösen.

Eine schöne Ortseinfahrt mit großem Schild und Fahnen begrüßt die Besucher von Krimml. Sie soll ein paar Wasserfall-Begeisterte von der Landesstraße ins Ortszentrum führen, damit die Betriebe auch etwas vom Touristenmagneten haben.

Seit 15 Jahren ist die beleuchtete Tafel genehmigt. Jetzt bräuchte es eine neue Beleuchtung und zu jeder Fahne müssten Büsche gepflanzt werden. Der Grund? Naturschutzauflagen. Und diese lassen in ihrer Summe Bürgermeister Erich Czerny (ÖVP) die Haare raufen.

Die Wasserfälle sind der größte Besuchermagnet in Krimml.
Die Wasserfälle sind der größte Besuchermagnet in Krimml.(Bild: Kerstin Jönsson)

 99,5 Prozent der Gemeindefläche stehen unter Schutz – der Großteil im Nationalpark oder als Landschaftsschutzgebiet. Das sei gar nicht das große Problem, sagt er. Die Krimmler sind stolz auf ihre Natur.

„Die Fläche, die wir in unserem Ort bewirtschaften, ist minimal. Aber auch auf dieser minimalen Fläche geht nichts mehr“, klagt Czerny und ringt mit der Bürokratie. Als Konsequenz will die Gemeinde heuer die Schutzflächen und Biotope durchforsten, ob alles noch seine Richtigkeit hat. 

Ortschef Erich Czerny zeigt die kleinen Entwicklungsmöglichkeiten seiner Gemeinde.
Ortschef Erich Czerny zeigt die kleinen Entwicklungsmöglichkeiten seiner Gemeinde.(Bild: Kerstin Jönsson)

Ein weiteres Beispiel: Ein neuer Wanderweg bei den Krimmler Wasserfällen war nicht möglich, weil bei einer Kartierung acht Salamander gefunden wurden. Einer davon hätte im Zuge der Bauarbeiten unter die Räder kommen und getötet werden können. Das hat gereicht, um das Projekt abzusagen. „Bei den Wasserfällen sind überall Salamander“, sagt Czerny. Der geplante Pfad hätte die engen Wegverhältnisse Richtung Krimmler Achental auflockern sollen und kommt jetzt nicht.

Für den Ortschef ist das unverständlich. „In einer Zeit, in der es überall ums Sparen geht, muss man auf der anderen Seite auch Sachen ermöglichen. Das passiert aber nicht mehr“, ist er überzeugt. Der Fehler liegt für den Ortschef in der Verwaltung. „Jeder schaut nur mehr auf seinen eigenen Schrebergarten. Wir brauchen eine Verwaltungskultur des Ermöglichens“, betont Czerny.

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