Die USA und der Iran haben sich am Dienstag auf die wichtigsten „Leitprinzipien“ in der Atomfrage geeinigt. Es bleibe aber noch viel zu tun, schrieb Omans Außenminister Badr al-Bussaidi auf der Plattform X, der zwischen beiden Seiten vermittelte.
„Die Parteien haben sich vor der nächsten Sitzung auf klare nächste Schritte geeinigt“, teilte er weiter mit. Konkreter wurde er nicht. Ein Termin für eine dritte Verhandlungsrunde steht laut Irans Außenminister Abbas Araqchi bisher nicht fest. Zuvor machte ein hochrangiger iranischer Regierungsvertreter den Erfolg der Gespräche davon abhängig, ob die Vereinigten Staaten unrealistische Forderungen unterließen und es ernst meinten mit der Aufhebung der Wirtschaftssanktionen. Teheran habe seine Vorstellungen über den Rahmen einer Einigung übermittelt, hieß es nun.
Bei den Verhandlungen geht es derzeit primär um Irans Atomprogramm. Die Vereinigten Staaten wollen verhindern, dass die iranische Führung in den Besitz von Atomwaffen gelangt. Teheran zeigt sich zwar bereit, das Nuklearprogramm zu begrenzen, will dafür aber ein Ende der Wirtschaftssanktionen. Andere Themen wie das Raketenprogramm oder die Unterstützung militanter Gruppen schloss man vorab aus.
Neuer US-Angriff unwahrscheinlich
Das US-Militär hatte im Juni 2025 an der Seite Israels mehrere Atomanlagen im Iran bombardiert. Der Iran hat Bestände von mehr als 400 Kilogramm hochangereichertem Uran, mit dem Atomwaffen hergestellt werden können. Nach den Angriffen erklärte die Führung des Landes, die Anreicherung gestoppt zu haben. Viele westliche Staaten haben daran allerdings Zweifel. 2015 hatte sich der Iran schon einmal zur Beschränkung seines Atomprogramms verpflichtet. Im Gegenzug sollten Sanktionen aufgehoben werden. US-Präsident Donald Trump kündigte den Wiener Atomvertrag aber einseitig auf und verhängte neue Strafmaßnahmen gegen das Land. Daraufhin hielt sich die Führung in Teheran nicht mehr an die Auflagen.
Solange die Gespräche über ein neues Abkommen andauern, gilt ein weiterer US-Angriff als unwahrscheinlich. Dass Trump am diplomatischen Weg festhält, lehnen einige aus der iranischen Protestbewegung ab. „Wir kommen mit Verhandlungen nicht weiter. Deshalb ist es Zeit für die USA, einzugreifen und das zu tun, was Präsident Trump versprochen hat: den Menschen den Rücken zu stärken. Intervention ist ein Weg, Leben zu retten“, sagte etwa der Oppositionelle und Sohn des gestürzten Shahs, Reza Pahlavi, der in den USA lebt.
Die Menschen haben abgeschlossen mit dem Regime, die nächsten Proteste sind schon vorprogrammiert.
Iranerin Sara Bazoobandi, Institut für Sicherheitspolitik Kiel
Laut der US-Regierung ist ein Angriff aber nicht komplett vom Tisch: Das Militär bereite sich auf wochenlange Einsätze vor, sollte Trump einen Befehl dazu geben. Die iranische Führung steht innenpolitisch unter massivem Druck: Die US-Sanktionen verschärften die Wirtschaftskrise. Es kam zu Protesten, die Anfang des Jahres niedergeschlagen wurden und Tausende Menschenleben forderten. „Die Menschen haben abgeschlossen mit dem Regime, die nächsten Proteste sind schon vorprogrammiert“, prognostizierte Sara Bazoobandi vom Institut für Sicherheitspolitik an der Universität Kiel.
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