Es war eine Unzahl an Fischen, die man aus ausgetrockneten bzw. zugefrorenen Wasserstellen in der Au-Region geholt hatte: Angler berichten, dass sie allein am ersten Tag einen Sattelschlepper voll toter Tiere wegfahren gesehen haben. Und es waren vor allem die großen Fische, die man leicht aus dem Wasser holte: Später dann auch weiter südlich – die „Dunkelziffer“ ist hoch.
„Wenn diese Situation bei Rotwild aufgetreten wäre – den Aufschrei hätte man in Niederösterreich lauter vernommen!“ Verärgert erzählen Angler der „Krone“ die Umstände rund um das Massenfischsterben, das im Wiener Teil der Lobau begonnen hatte.
Wenn man bedenkt, dass kleinere Fische noch kaum geborgen wurden, würde ich meinen, dass noch etwa ein Drittel mehr am Grund in fauligem Schlamm liegt.
Angler halfen bei der Bergung – schockiert über das Ausmaß
Meinungen gibt es zuhauf, auch Lösungsvorschläge und Beobachtungen: Etwa wie man Bagger kommen ließ, um die „Fischberge“ zu entfernen. Aber erst, als man „nach längerer Zeit in den Wiener Schreibstuben endlich das Ausmaß erkannte“, berichtet ein Fischer. Sogar die deutsche „Bild“ titelt mit „Angler rätseln über Hunderte tote Riesen-Fische“ – und erhielt in der Bundeshauptstadt offenbar kaum Antworten.
Diese Katastrophe war vorhersehbar. Die Stadt Wien hat schließlich jahrelang alle Warnungen in den Wind geschlagen.
Helmut Belanyecz, Gewässerökologe
Sauerstoffmangel in fauligem Niedrigwasser gilt allgemein als Ursache
„Jeder beherzte Fischer weiß, was hier los ist.“ Nun hat die Unterwasser-Misere in die östlichen Bereiche der Donau übergegriffen – wo niederösterreichische Fischervereine das Sagen haben. Oder auch eben nicht, denn: „Das Problem liegt in der Austrocknung und der schon lange Zeit beständigen Eisdecke“, so ein Vereinsvorstand. Stattdessen würden sich offizielle Stellen auf Zufahrtsverbote konzentrieren – das Fließen von Wasser werde von austrocknendem Faulschlamm nun blockiert. Denn Maßnahmen, die mittels Baggern oder starken Pumpen eine Lösung bringen könnten, stünden strenge Vorschriften im Weg.
Die Zuständigkeit für das betroffene Gewässer liegt bei der Stadt Wien. Auch, weil eine Verbesserung vor allem nur von stromaufwärts erfolgen kann . . .
Nationalparkverwaltung der Donau-Auen
„Da gibt es kein Rätselraten: In wissenschaftlichen Tagungen wurde aufgezeigt, dass die Stadt Wien das Schutzgebiet Lobau vertrocknen lässt – und das Wasser wird faulig. Jetzt sind dort massenhaft Fische verendet. Und eigentlich Verantwortliche stellen sich dumm, warum das so kam“, sagt Ökologe Helmut Belanyecz in deutlichen Worten.
Die Nationalparkverwaltung verweist auf die Stadt Wien: Man habe eine Begehung mit der NÖ Gewässeraufsicht durchgeführt, die ergeben hat, dass die Fische mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit an Wassermangel erstickt seien.
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