Gugu war am Faschingsdienstag heiß umkämpft. Immerhin liegt der kälteste Ort Österreichs in drei Gemeinden und zwei Bundesländern. Die Bürgermeister ringen um die Zugehörigkeit. Ein Ortschef wurde angeklagt. Andernorts wurde das große Finale der Faschingszeit ebenso lustig begangen.
Aus der Ferne hörte man eine heftige Detonation, auf der Brücke versammelte sich das Gefolge der drei Oberbefehlshaber, die gestern im Kampf um die Grenzstreitigkeiten der Gemeinden Liebenau, Sandl und Bad Großpertholz (NÖ) augenzwinkernd in die (vorerst) letzte „Schlacht“ zogen. Angeklagt wurde August Reichenberger, dem wegen erhöhter Fluchtgefahr eine Fußfessel angelegt wurde.
Der Bürgermeister aus der 1600-Seelen-Gemeinde Liebenau wurde wegen seiner Anmaßung, Gugu liege ausschließlich in der Gemeinde Liebenau, angeklagt. „Diese Aussagen gehören bestraft. Das Strafausmaß ist eine Käfighaltung am Marktplatz von Sandl, der Bürgermeister hat jedoch noch die Möglichkeit, seine unzähligen weltlichen Vergehen bei einer Beichte zu büßen“, so Gerhard Neunteufel, Ortschef von Sandl.
Mildere Strafe mit je zwei Kisten Bier
Er und sein Amtskollege Manfred Grill aus Bad Großpertholz ließen sich dann doch zu einer milderen Strafe herab. Der Verurteilte müsse als Wiedergutmachung den Musikkapellen von Sandl, Bad Großpertholz und Liebenau je zwei Kisten trinkbares Bier spendieren. Reichenberger nahm den finanziellen Schaden in Kauf, fügte aber hinzu: „Wir werden unsere Annexionspläne nicht in den Wind schießen, uns militärisch besser aufstellen.“ Vorerst galt also der Rückzug. Obwohl? „Ich gehe davon aus, dass auch zukünftig die Wetterstation Liebenau-Gugu heißen wird“, so Reichenberger.
Ein Ort, der drei Gemeinden und zwei Länder umfasst
Die politische Zugehörigkeit der verstreuten Häuser und Höfe ist aber nach wie vor kompliziert. Wo gibt es sonst einen Ort, der drei Gemeinden und zwei Länder umfasst? Am Faschingsdienstag war der kälteste Ort heiß umkämpft – und der Spaß kam dabei nicht zu kurz.
Narren trotzten dem Grau
Vor der Fastenzeit noch einmal gemeinsam so richtig auf den Putz hauen – das gehört vielerorts in Oberösterreich einfach dazu. Selbst das launische Wetter aus Regen, Wind und dichten Wolken konnte die Feiernden nicht bremsen. Unzählige Narren trotzten in Bad Hall, Bad Ischl, Ebensee, Mattighofen und weiteren oberösterreichischen Orten dem grauen Himmel.
Uralte Tradition
Und so zogen überlebensgroße Ferrero-Rocher-Kugeln, bunt geschminkte Clowns, lautstarke Musikkapellen, Vogelfänger, lebendig gewordene KI-Figuren, Golden Girls, Paragleiter und sogar Taucher durchs Land. Ob bei Umzügen, auf dem Weg in die Schule oder sogar am Arbeitsplatz – der Fasching hat in Oberösterreich einmal mehr gezeigt, was er am besten kann: Menschen mit einem Hauch Leichtigkeit zusammenbringen.
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