Weil ein 65-Jähriger in der Psychiatrie Feuer legte, muss der Obdachlose jetzt ins Gefängnis. Darüber scheint er aber nicht allzu unglücklich zu sein. Vor Gericht sagt der Wiener: „Ich wollte halt in Haft.“
Im Rollstuhl und flankiert von zwei Justizwachebeamten, wird der 65-Jährige in den Verhandlungssaal geschoben. Und im Gegensatz zu den meisten Angeklagten ist der Wiener nicht unglücklich, hier zu sein: „Ich wollte ins Landesgericht, damit ich überwintern kann“, erklärt der Obdachlose dem Richter, dass er sich Anfang Jänner einen warmen Schlafplatz suchen wollte.
Psychiatrie wies Wiener ab
„Da hat’s geschneit und geregnet, da wollte ich nicht raus.“ Seine erste Anlaufstelle: Die Psychiatrie in der Klinik Donaustadt. Wo er jedoch rasch wieder weggeschickt wurde, denn einen Anlass für eine stationäre Aufnahme gab es schließlich nicht. Sehr zum Ärger des Wieners.
17-fach-Vorbestrafter bedrohte auch Ärztin
Also zündete der Gehbehinderte im Gang des Krankenhauses seinen Rollstuhl an: „Der brennt gut.“ Feuerwehr und Polizei rückten an, die Kinderstation musste wegen des Rauches evakuiert werden. Weil der 65-Jährige auch eine Ärztin gefährlich bedrohte, kam er in die Krankenstation der JA Josefstadt.
Der schwer Vorbestrafte sagt jetzt: „Das hab’ ich ja nicht so gemeint. Ich wollte halt in Haft.“ Da muss er jetzt auch noch bis Anfang Mai bleiben. „Bei 17 Vorstrafen gibt es keine bedingte Nachsicht mehr“, begründet Herr Rat die viermonatige Gefängnisstrafe. Der Wiener nimmt an.
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