Ob beim Après-Ski, der Faschingsfeier oder einfach im Feierabend – die Gelegenheiten, Bier, Wein & Co. zu konsumieren, sind schier endlos. Doch Personen, die zu viel Alkohol trinken, benutzen diesen als fehlgeleitetes Mittel, um speziell depressive Stimmungen zu beherrschen.
Laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) sind etwa zwölf Prozent der Österreicher von Alkoholmissbrauch betroffen. 5,8 Prozent sind alkoholabhängig. Immer mehr Belege deuteten darauf hin, dass Alkohol häufig zur Bewältigung emotionaler Belastungen eingesetzt wird.
Alkoholmissbrauch wird zunehmend als eine maladaptive Form der Affektregulation verstanden, sind sich auch Forscher sicher, die 2007 Teilnehmer (49 Prozent Frauen, Gesamtdurchschnittsalter 48,2 Jahre) im Hinblick auf deren psychische Gesundheit und den Gebrauch von Smartphones untersucht haben*.
Über spezialisierte Fragebögen erfasst wurden dabei auch der Alkoholgebrauch, depressive Symptome, Angstzustände, Schlafstörungen und Stress.
Zentrale Ergebnisse der Studie:
Alkohol depressionsfördernd
Schon vor Jahren hat der Wiener Psychiater und ehemalige ärztliche Leiter des Anton Proksch Instituts, Michael Musalek, erklärt: „Die allermeisten Menschen trinken in Österreich nicht, weil es so gut schmeckt, sondern weil sie die Wirkung der Substanz Alkohol brauchen“, sagte der Psychiater.
„In den letzten Jahren ist immer deutlicher geworden, dass Depressionen und Burn-out nicht so sehr die Folge einer Alkoholkrankheit sind, sondern dass sie die Ursachen eines hohen Alkoholkonsums sind.“ Dabei sei Alkohol in höheren Dosen selbst depressionsfördernd, was oft einen Teufelskreis in Gang setze.
Keine Geschlechterunterschiede
Die Ergebnisse der aktuellen Studie unterstützen diese Thesen eindeutig: „Insgesamt wiesen 21 Prozent der Teilnehmenden ein positives Screening-Ergebnis für Alkoholmissbrauch auf.“ Zunehmendes Alter zeigte eher einen abnehmenden Konnex zwischen Alkoholkonsum und psychischer Belastung. Signifikante Geschlechterunterschiede wurden nicht festgestellt.
*Das hat eine Netzwerkanalyse zu psychischen Erkrankungen im Erwachsenenalter mit den Daten von 2007 Personen ergeben. Marina Zeldovich von der Fakultät für Psychotherapiewissenschaft der Sigmund Freud Universität in Wien sowie Experten anderer Unis haben die Studie im „Journal of Affective Disorders“ veröffentlicht.
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