Pkw-Nation wackelt

Auto als Ausnahme? Jeder Dritte lässt es stehen

Österreich
17.02.2026 09:59
Porträt von krone.at
Von krone.at

Am Mittwoch beginnt die Fastenzeit – die Zeit desbewussten Verzichts. Laut einer aktuellen Analyse des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) lässt bereits jeder Dritte regelmäßig das Auto stehen. Das schont nicht nur das Klima, sondern auch das Börsel. Auffällig sind vor allem die regionalen Unterschiede …

Alkoholverzicht, gesunde Ernährung, mehr Sport: Die am Mittwoch beginnende Fastenzeit steht ganz im Zeichen von Bewusstsein und Verzicht. Dabei geht es nicht nur ums Essen und Trinken – auch das Auto wird offenbar immer öfter stehen gelassen. „Autofasten“ ist in Österreich laut einer aktuellen Analyse des VCÖ längst nicht auf die Fastenzeit beschränkt. 

Junge und Senioren verzichten gern aufs Auto
Rund 1,8 Millionen Menschen in Österreich ab 16 Jahren lenken laut der Analyse nie ein Auto, weitere 810.000 haben selten ein Lenkrad in der Hand. Je nach Altersgruppe und Bundesland ist der Anteil der wenig oder gar nicht Autofahrenden unterschiedlich hoch. Während bei den 40- bis 50-Jährigen 25 Prozent nie oder selten ein Auto lenken, sind es bei den 30- bis 40-Jährigen 30 Prozent, bei den 20- bis 30-Jährigen 41 Prozent und bei den 16- bis 19-Jährigen 70 Prozent, informierte der VCÖ am Dienstag in einer Aussendung. In der Generation 70 plus lenken 44 Prozent nie oder nur selten ein Auto.

Feinstaub belastet die Luft zunehmend in Großstädten.
Feinstaub belastet die Luft zunehmend in Großstädten.(Bild: stock.adobe.com)

Auch regional zeigen sich deutliche Unterschiede: In Vorarlberg lenken 34 Prozent der Menschen nie oder nur selten ein Auto, in Tirol und Salzburg sind es jeweils 33 Prozent. In Niederösterreich liegt dieser Anteil hingegen bei nur 22 Prozent. Die drei westlichen Bundesländer zählen – außerhalb von Wien – auch zu jenen Regionen, in denen besonders viele Menschen regelmäßig mit öffentlichen Verkehrsmitteln und dem Fahrrad unterwegs sind.

„Das Mobilitätsangebot hat großen Einfluss auf das Mobilitätsverhalten, ebenso die Siedlungsstruktur. Kompaktere Siedlungsstrukturen erleichtern es der Bevölkerung, mehr Alltagswege autofrei zurückzulegen, während Zersiedelung vom Auto abhängig macht“, erklärte Michael Schwendinger, Experte beim Verkehrsclub Österreich.

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Wenn die Bevölkerung viele Alltagswege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann, ist sie deutlich kostengünstiger mobil.

Michael Schwendinger, Experte beim VCÖ

Verzicht aufs Auto schont das Börsel
In Städten und Ballungsräumen ist der Verzicht aufs Auto daher besonders ausgeprägt. Im Großraum Graz fahren 39 Prozent der Bevölkerung nie oder nur selten Auto, im Ballungsraum Innsbruck sind es 40 Prozent. In Wien liegt der Anteil mit 63 Prozent noch deutlich höher, informiert der Verkehrsclub Österreich. Wenn die Bevölkerung viele Alltagswege zu Fuß, mit dem Fahrrad oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln zurücklegen kann, sei sie laut Schwendinger deutlich kostengünstiger mobil. Und: „Weniger Autoverkehr bedeutet weniger Abgase, weniger Lärm, weniger Staus und für Anrainerinnen und Anrainer verbessern sich Luftqualität und Lebensqualität“, erklärt der Mobilitätsexperte.

Initiative „Fair zu Fuß unterwegs“ startet
In der Fastenzeit startet die Initiative „Autofasten“ mit der Unterstützung des VCÖ unter dem Motto „Fair zu Fuß unterwegs“. Gehen ist dabei die gesündeste, günstigste und umweltfreundlichste Art, von A nach B zu kommen. Zwei Drittel der Österreicherinnen und Österreicher sind täglich zu Fuß unterwegs, in Wien sind es sogar 73 Prozent, dicht gefolgt von Salzburg und Kärnten mit jeweils 70 Prozent, so der VCÖ. Wer also aufs Auto verzichtet, tut nicht nur der Umwelt, sondern auch der eigenen Gesundheit etwas Gutes.

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