Forscher alarmiert

Winterspiele haben zu großen CO2-Abdruck!

Olympia
16.02.2026 17:49
Porträt von krone Sport
Von krone Sport

Der CO2-Abdruck von Olympischen Spielen ist nach wie vor groß! Dies zeigt eine zu Beginn der Schlusswoche der Olympischen Winterspiele in Mailand und Cortina veröffentlichte Studie der Universität Lausanne (UNIL). Laut den Forschern muss das Modell der Spiele grundlegend geändert werden, damit das Pariser Klimaabkommen eingehalten werden kann …

Seit 2012 liegen die Werte für die Olympischen Sommerspiele zwischen 1,59 und 4,5 Millionen Tonnen CO2-Äquivalent (CO2e), wie Forscher der Fakultät für Geowissenschaften und Umwelt berechneten. Ihre Analyse wurde im Fachmagazin „The Geographical Journal“ veröffentlicht.

Die Autoren sind der Ansicht, dass es eine „Diskrepanz“ zwischen „ehrgeizigen Zielen und der Realität“ gibt. Um das Pariser Klimaabkommen einzuhalten, das die Erwärmung auf plus 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Zeitalter begrenzen will, müssten die Emissionen der Spiele bis 2050 um 84 Prozent reduziert werden.

Paris 2024 steht in Bilanz gut da
2016 erreichte der CO2-Fußabdruck in Rio de Janeiro 4,5 Millionen Tonnen CO2e, was den jährlichen Emissionen der US-amerikanischen Stadt Boston entspricht. Am anderen Ende der Skala markierte Paris 2024 einen Bruch, indem es seine Emissionen auf 1,59 Millionen Tonnen begrenzte.

Die französische Hauptstadt erreichte dies durch eine zurückhaltende Baupolitik (nur zwei neue Wettkampfstätten) und ein optimiertes Verkehrsmanagement innerhalb der Stadt. Trotz dieser Bemühungen machten die internationalen Reisen der Zuschauer fast die Hälfte des gesamten CO2-Fußabdrucks aus, teilten die Autoren weiter mit.

Für die Olympischen Winterspiele, die ein „bescheideneres“ Ereignis sind, liegen die CO2-Fußabdrücke zwischen einer und 1,5 Millionen Tonnen CO2e. Im Allgemeinen sind die Hauptemissionsquellen der Bau und der Verkehr. Bei den Olympischen Spielen in London und Peking etwa, standen die baubedingten Emissionen an erster Stelle.

Die lokale Bevölkerung bevorzugen
Um den CO2-Fußabdruck der Spiele zu verringern, und gleichzeitig den Geist und die Seele der Spiele zu bewahren, schlagen die Forscher einerseits vor, die Veranstaltung zu verkleinern, damit sie sich an die bestehenden Wettkampfstätten und Verkehrsmittel anpassen lässt. Um den Flugverkehr zu reduzieren, schlagen sie vor, das lokale Publikum und die Bahn zu bevorzugen.

Eine weitere Idee ist die Entwicklung immersiver Virtual-Reality-Erlebnisse aus der Ferne sowie Partnerschaften mit Bahnbetreibern, um die „Fanzonen“ zu erreichen. Schließlich sollte der operative Bereich laut der Studie mehr erneuerbare Energien, pflanzliche Lebensmittel und CO2-freien Verkehr umfassen.

Seit 2020 verpflichtet das Internationale Olympische Komitee (IOC) die Gastgeberstädte zur Reduzierung ihrer Emissionen, ohne jedoch einen konkreten Fahrplan vorzugeben. Dies öffne Tür und Tor für den Kauf von Emissionszertifikaten, um eine neutrale Bilanz vorzuweisen, ohne die Praktiken zu ändern, schreiben die Studienautoren weiter.

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