Cool, cooler, Matej Svancer! Der 21-jährige Freeskier ist im Big-Air-Bewerb zu Österreichs 17. Olympia-Medaille gesprungen. Der Salzburger musste sich am Dienstag nur Tormod Frostad aus Norwegen und dem US-Amerikaner Mac Forehand geschlagen geben.
Mit Matej Svancer hat bei den Olympischen Spielen in Italien erstmals ein österreichischer Freestyle-Skifahrer eine Medaille abgeräumt. Der 21-Jährige durfte sich beim Big-Air-Bewerb im Livigno Snow Park über Bronze freuen. In einem Finale auf beeindruckendem Niveau bekamen am Dienstag nur der Norweger Tormod Frostad und der US-Amerikaner Mac Forehand bessere Wertungen. Frostad kam auf 195,50 Punkte, bei Svancer waren es nach drei Sprüngen 191,25.
„Es fühlt sich unglaublich gut an“, meinte Svancer im ersten TV-Interview mit dem ORF. Er habe seine zwei letzten Tricks zuvor nicht trainiert, erklärte der Bronze-Gewinner. „Die sind sehr kurzfristig entstanden, weil die anderen nicht gereicht hätten, oder weil sie schon andere gemacht haben. Deswegen war ich auch sehr überrascht, beide zu landen.“ Svancer stimmte auf die Frage zu, ob es der beste Wettkampf gewesen sei, an dem er je teilgenommen habe. „Ich habe noch nie so viele zache Tricks auf einem Haufen gesehen, noch nie in meinem ganzen Leben. Normalerweise passiert so etwas nicht.“
Furiose Flugmanöver bei Schneefall
Zeitweise kräftiger Schneefall begleitete das am Abend angesetzte Finale. In der Qualifikation hatte Svancer mit 182,25 Punkten den zweiten Platz belegt und startete damit zunächst als Vorletzter auf den Kicker. Für einen rückwärts angefahrenen Tail Butter Triple Cork 1800 im ersten Durchgang, einen Flug mit fünf vollen Umdrehungen, bekam Svancer 91,75 Punkte und wurde als Fünfter eingereiht.
Premiere bei Olympia
Danach ließ er einen Left Hand Drag Triple Cork 1980 folgen – einen Trick, den noch nie zuvor ein Athlet gezeigt hatte. Mit 95,25 Punkten verbesserte sich der Weltcup-Gesamtsieger der Vorsaison auf den dritten Zwischenrang. Zum Abschluss krönte Svancer seine Flugshow mit einem Switch Left Tail Butter Triple Cork 2160 und satten 96,0 Punkten. Forehand bekam für seinen 21er jedoch 98,25 Zähler und blieb damit vor dem Österreicher.
„Ich bin oben gestanden und hatte schon fix eine Medaille, da wollte ich natürlich ganz nach oben. Also habe ich den schwersten Trick ausgepackt, den ich noch am Start hatte, beziehungsweise einmal gelandet habe“, erzählte Svancer. „Er ist zum zweiten Mal aufgegangen, also Hunderter-Quote. Aber der Mac hat halt dann noch einmal einen draufgesetzt – und der war auch sehr übertrieben.“
Ruud von Landsmann entthront
Für Svancer, der in Prag auf die Welt kam, mit seiner Familie aber noch als Kind in den Salzburger Pinzgau übersiedelt ist, war es die erste Olympia-Medaille. Schon vor vier Jahren in Peking hatte er im Big Air zu den Favoriten gezählt, als damals 17-Jähriger klappte es aber noch nicht.
Apropos Peking: Der Norweger Birk Ruud, Olympiasieger von 2022, der in Livigno bereits Slopestyle-Gold gewonnen hatte, musste sich diesmal mit dem achten Platz begnügen. Der mit 25 Jahren älteste der zwölf Finalisten wurde ausgerechnet von seinem Landsmann Frostad, der im Weltcup noch nie gewonnen hat, entthront.
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