Immer mehr geraten finanziell ins Straucheln. Wer in die Schuldenfalle rutscht, kämpft nicht nur mit Rechnungen, sondern mit Scham und Angst. Eine Studie zeigt: Ausgerechnet KI kann den psychischen Druck senken.
Die Zahlen des Schuldenreports 2025 sind eindeutig: 61.599 Personen wandten sich an eine staatlich anerkannte Schuldenberatung. Das durchschnittliche Einkommen der Betroffenen liegt bei 1490 Euro, 36,2 Prozent leben unter dem Existenzminimum. Und: Die Verschuldung infolge von ausuferndem Konsum hat deutlich zugenommen. Menschen kaufen mehr, als sie sich leisten können. Für viele Wiener Haushalte wird damit jede Nachzahlung zur Bedrohung.
Mit einem Vertrauenswert von rund 90 Prozent genießt KI-basierte Kommunikation in Österreich mehr Vertrauen als die menschliche Interaktion.

Jennifer Isabella Schimanko, Geschäftsführerin Pair Finance Österreich
Bild: Robert Lehmann
Steigende Mieten, hohe Energiepreise und laufende Fixkosten verschärfen die Lage. Expertin Jennifer Isabella Schimanko, Geschäftsführerin des Inkassounternehmens Pair Finance Österreich, weiß: „Der Report zeigt deutlich, dass finanzielle Probleme heute oft aus strukturellen Belastungen entstehen.“
Denn können die Schulden nicht mehr beglichen werden, landen viele Fälle beim Inkasso. Dann geht es oft nicht mehr nur um die Zahlen, sondern auch um die Psyche. Und hier könnte ausgerechnet Künstliche Intelligenz einen „sensibleren“ Zugang ermöglichen – das geht aus einer aktuellen Studie hervor.
Menschen empathischer, KI jedoch effizienter
Diese untersuchte Inkasso-Gespräche, geführt entweder von einem Menschen oder einer Künstlichen Intelligenz. Ergebnis: 61 Prozent der Teilnehmer fühlten sich nach einem Gespräch mit einem menschlichen Mitarbeiter beurteilt. Bei einer KI waren es 39 Prozent. Der emotionale Stress sank damit um 36 Prozent. Menschen wurden als empathischer wahrgenommen, KI jedoch als effizienter.
Studienleiterin Minou Goetze: „Schuldenbezogene Interaktionen sind hochsensibel. Die Studie zeigt, dass KI nicht nur den Prozess, sondern das psychologische Erleben verändert. Sie hat das klare Potenzial, emotionale Belastungen wie Stigma zu senken.“ Schimanko zum Einsatz der KI: „Ziel ist es, Forderungen effizient zu klären und gleichzeitig die Hemmschwelle für Betroffene zu senken, sich mit ihrer Situation auseinanderzusetzen.“
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