Wurst- und Durstgeschichten

Geschichten aus dem „Imbiss ums Eck“. Über Currywurst, Durst, Chaos und das ganz normale Elend des Alltags.

Die Wurst- und Durstgeschichten sind eine fortlaufende Kurzgeschichtenreihe aus dem Wurstzeitblog. Im Mittelpunkt stehen der Hanswurst, sein irgendwie bester Freund der Hape, der Imbissschaffende Schorsch und eine stetig wachsende Runde an Stammgästen, Zufallsbekanntschaften und Gestalten, die man in einem halbwegs anständigen Leben vermutlich meiden würde, im Imbiss ums Eck aber ganz selbstverständlich trifft.

Seit März 2021 entstehen hier Geschichten zwischen Alltagsbeobachtung, Gesellschaftssatire, Absurdität, Bierdunst und Frittierfett. Mal geht es um Politik, mal um Popkultur, mal um die ganz großen Fragen. Und manchmal einfach nur darum, wie man mit einer Currywurst in der Hand halbwegs würdevoll durchs Leben kommt.

Die Texte sind mal schräg, mal komisch, mal melancholisch, gelegentlich ziemlich bekloppt. Aber immer mit Herz für Figuren, Sprache und das kleine Drama des Alltags.

Typisch für die Wurst- und Durstgeschichten sind:

  • das Setting rund um den „Imbiss ums Eck“
  • wiederkehrende Figuren mit Ecken, Kanten und Macken
  • Gespräche über Gott und die Welt, die gern bei Currywurst beginnen und im philosophischen Abseits enden
  • ein Ton zwischen Humor, Absurdität, Melancholie und liebevoller Überzeichnung
  • Geschichten, die sich nicht zu schade sind für Wurst, Wahrheit und Wahnsinn

Die wichtigsten Figuren

Der Hanswurst ist das Herz und die leicht angeschlagene Seele der Wurst- und Durstgeschichten. Er ist in den mittleren Jahren, gelernter Metzger und heute eher so etwas wie ein Lebenskünstler mit unklarer Erwerbsbiografie. Ob er einer geregelten Arbeit nachgeht, bleibt meist offen. Und ehrlich gesagt interessiert das im Imbiss auch niemanden besonders, solange er sein Bier bezahlen und eine Currywurst würdigen kann.

Der Hanswurst ist kein Held im klassischen Sinn. Eher ein kluger, leicht ramponierter Beobachter des Alltags, der sich mit trockener Aufmerksamkeit durch die Zumutungen des Lebens bewegt. Er denkt mehr, als gut für ihn ist, lässt sich aber trotzdem immer wieder in Diskussionen, absurde Situationen und halbseidene Abenteuer hineinziehen. Eigentlich will er oft nur in Ruhe am Stehstammtisch stehen, ein Bier trinken und dem Lauf der Dinge beim Entgleisen zusehen. Aber genau das funktioniert in seiner Welt natürlich nie.

Typisch für ihn ist diese Mischung aus Melancholie, Witz, Lebensnähe und latentem Widerstand gegen alles, was zu ernst oder zu falsch daherkommt. Der Hanswurst ist eine Figur, die sich nicht aufdrängt, aber hängen bleibt.

Hier geht’s zum Interview mit dem Hanswurst.

Der Hape ist der beste Kumpel vom Hanswurst und in vielerlei Hinsicht dessen ideale Ergänzung. Wo der Hanswurst eher beobachtet, grübelt und kommentiert, bringt der Hape Bewegung in die Sache. Oft auch in die falsche Richtung. Er ist Künstler, oder zumindest jemand, der mit großem Ernst und wechselndem Erfolg versucht, einer zu sein. Er fühlt sich keiner festen Kunstgattung verpflichtet, sondern orientiert sich eher an Strömungen, Möglichkeiten, Hypes und Gelegenheiten, ohne dabei ganz auf die Idee einer echten künstlerischen Selbstverwirklichung zu verzichten.

Der Hape ist keiner, der das Leben ordentlich sortiert. Er probiert aus, denkt quer, nimmt Abzweigungen, die sonst niemand nehmen würde, und hält erstaunlich viele Dinge für zumindest potentiell bedeutende Kunst. Gerade dadurch bringt er Unruhe, Tempo und oft den entscheidenden Irrsinn in die Geschichten.

Im Imbiss ums Eck ist der Hape fast so sehr zuhause wie der Hanswurst. Die beiden funktionieren als Duo deshalb so gut, weil der Hape das Chaos nie ganz scheut, sondern ihm oft mit einer fast kindlichen Neugier entgegengeht.

Hier geht’s zum Interview mit dem Hape.

Der Schorsch ist der Wirt und Betreiber vom Imbiss ums Eck und damit mehr oder weniger der Mann, um den sich alles dreht, auch wenn er das vermutlich niemals so pathetisch formulieren würde. Sein Imbiss ist ein Ort, der irgendwo in den frühen 1980er Jahren stehen geblieben zu sein scheint: klassisch, bodenständig, leicht aus der Zeit gefallen, aber gerade deshalb genau richtig.

Der Schorsch ist etwas älter als der Hanswurst und der Hape, mürrisch, rauchend, oft knapp in der Ansprache, aber im Kern fair. Er gehört zu den Menschen, die nicht dauernd freundlich wirken müssen, um verlässlich zu sein. Hinter seinem Grill hält er den Laden, die Fritten und bisweilen auch die Welt zusammen. Dass er dabei gleichzeitig die Hygienestandards halbwegs achtet und mit Zigarette arbeitet, passt ganz gut in die innere Logik dieses Kosmos.

In seinem früheren Leben war der Schorsch Seelsorger bei der Bundeswehr. Das merkt man der Figur auf eine eigentümliche Weise an: Er ist keiner für große Gefühlsreden, aber er versteht Menschen. Er ist Tresenphilosoph, stiller Schiedsrichter, knurrender Gastgeber und eine Art weltlicher Beichtvater mit Fritteuse.

Hier geht’s zum Interview mit dem Schorsch.

Die Jaqueline ist eine enge Freundin der Runde und eine Figur, die immer sofort Energie in jede Szene bringt. Sie ist sportlich, aktiv, wortgewandt und nie lange um eine klare Ansage verlegen. Wenn andere noch überlegen, ob sie etwas sagen sollen, hat die Jaqueline es meistens schon ausgesprochen. Präzise, direkt und oft mit genau dem richtigen Maß an Schärfe.

Sie gehört zu den Menschen, die nicht nur körperlich in Bewegung sind, sondern auch geistig. Sie hat Tempo, Haltung und ein Gespür dafür, wann jemand Blödsinn redet. Gerade deshalb tut sie den Geschichten gut: Sie setzt Gegenakzente, widerspricht, bringt Realität in überdrehte Gespräche und ist gleichzeitig selbst eine Figur mit Witz, Charme und ganz eigener Dynamik.

Die Jaqueline wirkt modern, präsent und unangepasst, ohne künstlich cool sein zu müssen. Sie gehört zu den Figuren, die den Imbiss ums Eck nicht nur besuchen, sondern auf ihre Weise mitprägen.

Hier geht’s zum Interview mit der Jaqueline.

Der Getränke-Manni ist Besitzer eines namenlosen Getränkemarkts und wirkt fast immer so, als wäre er gleichzeitig zu spät dran, überarbeitet und innerlich bereits im nächsten Problem. Er beliefert Partys, Kneipen, den Imbiss ums Eck und vermutlich die halbe Stadt mit Bier und anderen Getränken. Er ist selbstständig, geschäftig, fahrig und dabei erstaunlich verlässlich.

Was ihn besonders macht, ist die eigentümliche Mischung aus praktischem Malocheralltag und politischem Grundrauschen. Obwohl er als Unternehmer ständig unterwegs ist, hätte er nichts dagegen, den Neoliberalismus und die FDP gleich mit abzuladen. Er ist also keiner, der sich widerspruchsfrei durchs Leben bewegt. Und gerade das macht ihn interessant.

Der Getränke-Manni bringt eine andere Form von Wirklichkeit in die Geschichten: Lieferstress, Alltagshärte, Müdigkeit, Existenzdruck und gleichzeitig diesen trockenen, etwas verschobenen Blick auf das große Ganze. Er ist kein Mann für glatte Auftritte, sondern für Kisten, Kommentare und Sätze, die beiläufig viel über die Welt verraten.

Hier geht’s zum Interview mit dem Getränke-Manni.

Der Brezel-Peter ist ein windiger, umtriebiger und bestens vernetzter Typ, der in der Stadt gefühlt alles und jeden kennt. Er ist einer von denen, bei denen nie ganz klar ist, woher sie ihre Informationen haben, warum sie überall auftauchen und weshalb man ihnen trotzdem immer wieder zuhört. Vielleicht gerade deshalb.

Er ist mittleren Alters, besitzt eine Parzelle mit Hütte im Schrebergartenverein und lebt in einer Mischung aus Improvisation, Kontaktpflege und fragwürdiger Geschäftstüchtigkeit. Seine Laube ist weniger Rückzugsort als sozialer Knotenpunkt: Sitzecke, überdimensionierter Grill, gut bestückter Kühlschrank und eine Hollywoodschaukel, die vermutlich mehr Geschichten kennt als manche Stammkneipe.

Der Brezel-Peter ist einer, der immer weiß, wo etwas los ist, wo man auftauchen sollte, wo was schiefgeht und wo man besser nicht zu viel nachfragt. Er bringt Tempo, Halbweltflair und Unberechenbarkeit in die Geschichten. Und bleibt trotzdem immer eine Figur, die man nicht loswird, gerade weil sie zwischen Charme, Schluffigkeit und zweifelhafter Seriosität so wunderbar schwankt.

Und dann wären da noch …

Rund um den Imbiss ums Eck tauchen immer wieder weitere Stammgäste, Bekannte, Sonderlinge und Zufallsfiguren auf. Genau das macht die Welt der Wurst- und Durstgeschichten aus: Sie ist offen, schräg, lebendig und nie ganz berechenbar.

Wer beim Wurstzeitblog zum ersten Mal vorbeischaut, darf ohne Vorwissen einsteigen. Die Geschichten funktionieren einzeln, gemeinsam entfalten sie aber nach und nach ihre ganz eigene Welt. Der Imbiss ums Eck ist dabei mehr als nur ein Ort: Er ist Bühne, Rückzugsraum, Diskussionsarena und Zuflucht vor den Zumutungen des Alltags…