30.08.22 Eingependelt

So langsam ist ein Stadium erreicht, in dem ich die Kinder… hey, ich glaube ich war seit 2 Tagen überhaupt nicht mehr laut! Also, in dem ich die Kinder nicht mehr anschreie. Ich glaube, ich brauche immer lange, um vom „Ich mache die Abläufe so, wie wir sie immer zu zweit machen, nur halt alleine“ zu „Ich hab meine eigenen Abläufe mit den Kindern, die auch prima mit nur einer Erwachsenen funktionieren“ zu kommen. Aber wenn ich einmal da bin, geht es gut. Und die Kinder toben sich jetzt jeden Abend vorm Schlafen einmal an der Sprossenwand aus, die war ein genialer Kauf.

Außerdem hab ich jetzt Küche und Bad so weit, dass ich beide jeden Abend so aufgeräumt habe, wie ich persönlich es brauche, und diese beiden Zimmer reduzieren mein Stresslevel schon immens.

Der Mann war bei der Ärztin, jetzt endlich wieder Hausärztin und keine Urlaubsvertretung oder inkompetenter HNO, und die hat jetzt endlich auch mal den Ernst der Lage erkannt. Na, immerhin. Dann hat er noch K2 von der Kita abgeholt und mit K1 Hausaufgaben gemacht und den meisten Rest des Tages im Bett verbracht.

Die Kinder wollten unbedingt Aristocats gucken, na gut, die Zeit habe ich dann mal genutzt, um mich kurz hinzusetzen. Mitten am Tag. Wild. Morgen und Übermorgen sind eh fernsehfrei.

Heute war schon ein okayer Tag. Hoffentlich geht es dem Mann bald wieder besser.

29.08.22 Bauarbeiterin

Wow, ich habe die Kita wirklich schon lange nicht mehr gesehen. Ein bisschen schade ist das schon. Heute war es aber mal wieder so weit, weil ich morgens beide Kinder weggebracht habe, damit der Mann ausschlafen kann. Der war den halben Tag mit Arztgedöns beschäftigt. Kranksein ist anstrengend.

Jedenfalls ist K2 seit gestern Bauarbeiterin. Hat ihren Werkzeugrucksack ausgepackt und den halben Tag in der Wohnung irgendwas „betariert“, am liebsten mit diesem kniffligen elektrischen Akkubohrer. So auch heute Morgen. Sie hatte ein Bauarbeiterfrühstück, Bauarbeiterkleidung (ein Türkises Shirt mit Baumaschinen drauf, so süß) und wollte zur Bauarbeiterkita. Dann wollte sie den Rucksack unbedingt mit ins Auto nehmen und ich hab’s erlaubt. Sie saß fröhlich im Auto, „schraubte“ an der Rückbank herum und freute sich des Lebens. Dann waren wir angekommen und ich überlegte – ja, wo ist eigentlich der Kitarucksack mit der Brotdose?

Jepp, den haben wir vor lauter Werkzeug vergessen. Ganz klassischer Elternfail. Zum Glück hat die Kita für solche Fälle immer Cornflakes und Milch da.

Als ich K2 dann Nachmittags wieder abholte, hat sie mir dann natürlich gleich nochmal erzählt, dass sie heute Morgen KEINE BROTDOSE hatte. Oh my.

28.08.22 Chinesischer Garten

Weil die Kinder zur Wahrung des häuslichen Friedens und für die allgemeine Bewegung am Wochenende jeden Tag mindestens ein Mal raus sollen, haben wir uns heute Morgen gemeinsam nochmal für den botanischen Garten entschieden- aber für einen anderen Teil, den Chinesischen Garten.

Heute wusste ich auch über die Baustelle Bescheid und habe eine andere Ausfahrt gewählt, von der wir auf einen Parkplatz kamen, der viel näher und vor allem ohne Treppen am botanischen Garten war.

Die Kinder haben das, obwohl ich alleine mit beiden war, wirklich exzellent gemacht, das habe ich ihnen auch schon persönlich gesagt. Mittlerweile klappt das wirklich super und trotz bergauf und lahmer Beine sind wir alle problemlos wieder bis zum Auto gekommen. Temperaturen sind ja auch eher wieder sommerlich und nicht… Backofen.

Ich würde jetzt nicht behaupten, dass ich erholt bin, aber es waren doch zwei schöne Familientage mit guten Gesprächen und Momenten zum Erinnern. Ich liebe es, die Orte aus meinem Leben vor den Kindern mit ihnen nochmal zu besuchen. Ist immer etwas ganz besonderes für mich. So wie der erste Spaziergang mit K1 vor über 7 Jahren, auf der gleichen Strecke die ich mit meiner Oma Sonntags zur Kirche gelaufen bin. Und 4 Jahre lang morgens zur Straßenbahn auf dem Weg zur Uni, als Doktorandin.

27.08.22 Botanischer Garten

In den Botanischen Garten wollte ich so lange schon mal mit den Kindern. Ich glaube, da waren wir noch nie. Höchstens vielleicht mal mit K1, als die miniklein war? Jedenfalls ganz lange nicht mehr. Ich bin also mit den Kindern zu meiner Alma Mater gefahren, das war schon ein merkwürdiges Gefühl. Fast 10 Jahre lang war ich da, fast jeden Wochentag.

Jedenfalls, nachdem wir in dieser riesigen Baustelle einen Parkplatz gefunden hatten, waren wir in Sichtweite meines alten Büros im Botanischen Garten und hach, so viele Pflanzen. Nutzpflanzen (Kohlsorten, eine Chili-Sonderausstellung, Infotafeln über sekundäre Pflanzenstoffe, Rote Bete mit einem Zwinkern zur Twitterkneipe…), Pflanzen aus allen Kontinenten, Palmen, Sukkulenten (die Kinder hatten Angst vor den Kaktusstacheln), Honigbienen, Wildbienen… am allerbesten hat uns das Tropenhaus gefallen. K1 möchte ein Folipurba sein und da wohnen. Sogar fleischfressende Nepenthes gab es da, verschiedene Epiphyten (Aufsitzerpflanzen, die im Regenwald hoch oben in anderen Bäumen wachsen, ohne aber Parasiten zu sein), Mangroven, ein kleines Bächlein… und am kleinen Froschteich waren wir auch, da haben wir früher immer im Sommer Mittag gegessen. Und bis zum Chinesischen Garten haben wir es nicht mal geschafft, es gibt da noch so viel zu entdecken!

Zu Hause dann Auspacken, Essen kochen, Essen, Küche aufräumen und schon ging es weiter zu K1‘ Schwimmkurs, während der Mann, dem es weiterhin mies geht, auf K2 aufpasste. Abendessen, Bett und jetzt möchte ich mich einfach nur noch ausruhen.

Schön war das! War bestimmt nicht das letzte Mal.

26.08.22 Nachwirkungen

Corona ist Kacke und jedem*r, der mir irgendwas mit „nur eine Erkältung“ sagt, springe ich mit dem nackten Arsch ins Gesicht (so sagt man hier im Ruhrpott).

Nicht ich, ich bin soweit ich weiß immer noch negativ, sondern der Mann. 2 Wochen und es ist immer noch nicht wieder gut. Im Gegenteil. Ach, es ist doch alles Mist. Wir haben so schon genug an der Backe und gehen eh schon seit Jahren auf dem Zahnfleisch.

Jetzt erstmal Wochenende.

24.08.22 Schnipsel

Puh, es ist wieder mal / immer noch heiß und trocken. Es ist einfach so krass, das habe ich hier im Pott noch nie erlebt.

Arbeit war arbeitsreich, aber bisher erfolgreich, die Messung wird zeigen, ob sich 3 Tage Arbeit mit den Proben gelohnt haben. Jetzt freue ich mich aber auch wieder auf eine Runde Auswerten mit Homeoffice.

Wie immer zu viel zu erledigen, zu wenig Zeit. Wie immer machen wir einen Plan, arbeiten den ab und ehe ich mich versehe wird doch alles erledigt sein. Oder zumindest vieles davon.

Die Kinder sind beide bis über beide Ohren im Pokémon-Fieber, also bringe ich gerade ein Serpiroyal und ein Vesprit ins Bett. Damit Sie Bescheid wissen. Es ist alles sehr knuffig.

22.08.22 Muffins

Als ich heim kam, wollte K2 unbedingt Muffins backen. Wir hatten noch eine Backmischung im Haus, also habe ich das einfach gemacht. So. K1 hat derweil mit dem Mann Pokémon gespielt (sie sind mittlerweile bei „Strahlender Diamant“) und ist immer sooo stolz, wenn sie sich traut, selbst zu spielen – und wenn sie die Texte selbst lesen kann.

Was ich so gar nicht leiden kann: E-Mail-Antworten, die nicht auf meine Frage antworten, oder nur auf einen Teil. Ich hatte gefragt, ob die Immobilienverwaltung im gleichen Gebäudekomplex wie die inserierten Balkonwohnungen auch Erdgeschosswohnungen hat, ob vielleicht demnächst eine frei wird oder ob es eine Warteliste gibt, und als einzige Antwort kommt „haben wir gerade nicht, möchten Sie die Wohnung im 1. OG mit Balkon sehen?“ – NEIN, ich habe extra geschrieben, keine Balkonwohnung, Balkon ist zu klein. Graaaaaaaaaaah. Und jetzt muss ich auch noch freundlich Rückfragen, denn vielleicht wollen wir bei denen ja in ein paar Monaten was mieten, wer weiß.

21.08.22 Wochenende

Ich habe in den letzten 3 Tagen (unsortiert)

  • Viel gearbeitet
  • Erst wenig geschlafen, heute dann zum ersten Mal seit dem Urlaub so richtig ausgeschlafen und fühle mich seit Ende Juli wieder sowas wie wach
  • Die Kinder viel zu viel angeschnauzt
  • Angefangen, nach Reinigungsservice und neuer Wohnung zu gucken (wünschen Sie mir Durchhaltevermögen)
  • Mit dem Mann im Keller nach zu verkaufenden Sachen gesucht und gleich was für 45€ bei Rebuy verkauft
  • K1 mit mulmigem Gefühl zum Kindergeburtstag im Indoor-Spielplatz abgegeben
  • Mit der Familie einen schönen Vormittag auf dem Spielplatz im Park verbracht
  • Mich kurz auf dem Balkon ausgeruht, mit extra Sonnenschutz den der Mann heute aus einer Decke gebastelt hat, das war echt eine super Idee, Schatten bis zum Nachmittag
  • Mit den Kindern im Spielzeug-Superstore (den ich sonst meide) ein Zapdos und ein Garados gekauft, Kinder sind selig, Kinderzimmerschränke platzen. Nee, ehrlich, die sind wirklich schick
  • Gegrillt und zum Nachtisch Wassermelone gegessen

Liest sich irgendwie schon ziemlich schön und produktiv, war es auch, im Kopf kommt das alles nicht so ganz an, ich müsste mehr erledigen und ich müsste mich mehr entspannen und das geht alles nicht zusammen.

18.08.2022 Schon wieder

… 11 Stunden aus dem Haus. Dieses Mal wenigstens für mehr als 9 Stunden Arbeit und nur 15 min Bahnverspätung.

Seit 2 Tagen wieder null Zeit für irgendwas anderes als Kinder fertigmachen, zur Arbeit fahren, arbeiten, heimfahren, Kinder ins Bett bringen, Ende. Nicht mal irgendwas Aufräumen schaffe ich, weil ich um 21 Uhr einfach nur noch aufs Sofa will. Es nervt mich so, wie machen andere Menschen das?

17.08.22 Durchgetaktet

Ah, Labortag.

Der Morgen fing also gleich „super“ an: 7:30 losgehen, 7:40 an der Schnellteststelle sein, 7:50 K1 an der OGS abgeben, 8:00 Bahn verpassen, 8:01 am Kiosk noch schnell Briefumschläge und die Stifte holen, die K1 haben wollte, 8:15 Bahn und so weiter. So entspannend, wenn schon der Morgen komplett durchgetaktet ist.

Letztendlich war ich dann für 7 Stunden Arbeit etwa 11 Stunden außer Haus, weil auf dem Heimweg natürlich mal wieder gar nichts mehr fuhr (Person im Gleis, irgendwer ist im Hauptbahnhof mit ner Kamera im Gleisbett rumgelaufen und weigerte sich rauszukommen, ganz toll, echt, und die Bahn zuckt nur mit den Schultern wenn *ihr* Takt nicht funktioniert), ich bin dann statt mit einer S-Bahn mit Bus, S-Bahn, RegionalExpress und 20 min zu Fuß nach Hause gekommen, hab mir unterwegs was zu Essen geholt, denn als ich zu Hause war, war für die Kinder schlicht schon Bettzeit.

Die haben sich dann um Spielzeuge, Kuscheltiere und Haferflocken gekloppt.

Solche Tage machen mich so mürbe.