Es ist Zeit für den Jahresrückblick. Fragen, wie immer, von Frau Brüllen , die sie ihrerseits vor Jahren bei Anke Gröner fand.
Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Letztes Jahr hab ich eine 4 vergeben, Corona ist immer noch da, also so richtig top wird die Wertung nicht. Wäre Corona nicht, wäre es bestimmt ne 8 oderso, wegen Jobwechsel und Schulkind und Ü3-Kind und Seepferdchen und schönem Urlaub und und und. So… Naja, sagen wir mal 5.
Zugenommen oder abgenommen?
Die Batterie unserer Waage ist leer, aber ich wiege so viel oder wenig wie immer.
Haare länger oder kürzer?
Kürzer. Im Ganzen wieder etwa kinnlang, die Seiten haben dank Undercut geschmeidige 6 mm (also, wenn der Mann wieder die Haarschneidemaschine ansetzt, die Chefin meiner Stammfriseurin ist nämlich leider, leider Impfgegnerin und ich muss mir erstmal ne neue suchen).
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleichbleibend, im neuen Jahr lasse ich mir noch eine Chemikalien-Schutzbrille mit Stärke anfertigen, dann kann ich Ihnen genaueres sagen. Auf der Meta-Ebene um einiges schlauer, aber angefangen habe ich noch nichts mir der Info. Mal sehen.
Mehr Geld oder weniger?
Mehr. Keine Elternzeit, günstiger Urlaub, immernoch kaum Shoppen (immernoch deutlich zufriedener damit), kaum Unternehmungen (nicht so zufrieden damit). (Noch) kein neues Auto, weil überraschenderweise die Bahn zu meinem neuen Job so schnell ist, dass sich das zweite Auto und der damit verbundene Stress (Kosten, Reifen, Inspektion und der tägliche Stau auf der A40) nicht lohnt. Besonders, da ich K1 aus Überzeugung zu Fuß zur Schule bringe und die Bahnhaltestelle buchstäblich direkt hinter der Schule ist. Joa, und Vollzeit arbeiten in der Branche, in der ich ausgebildet und Expertin für mein Gebiet bin, bringt auch einfach deutlich mehr Geld ein.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Ich wollte gerade „weniger“ schreiben, aber… letztes Jahr war das ja auch schon alles so *heuli*! Also ungefähr genau so viel. Ein wenig haben wir im Kinderzimmer renoviert, der Urlaub war günstig, der Mann war genau wie 2020 durchgehend im Homeoffice (ich ab der zweiten Jahreshälfte nicht mehr, ändert aber nix), ansonsten war ja nix. Unsere Lebensmittelkosten halten sich ebenfalls auf dem gleichen Niveau, obwohl wir nicht mehr im Discounter, sondern bei Picnic/Edeka einkaufen, aber: Dadurch, dass wir alles in einer App zusammenklicken, kaufe ich weniger sinnlosen Kram im Vorbeilaufen, unser Lebensmittelbudget ist tatsächlich gleich geblieben. Wir sind in der glücklichen Lage, uns mehr oder weniger alles leisten zu können, auf das wir so kommen, und seit Corona habe ich echt diese dauernden Sparüberlegungen (aus BAföG-Zeiten) abgelegt und viele Sachen einfach gekauft.
Der hirnrissigste Plan?
In freiwilliger Selbstquarantäne eine Bewerbung schreiben, weil ich sonst nix zu tun habe. Die erste feste Stelle meines Lebens bei einem renommierten Großunternehmen aufgeben, um wieder das machen zu können, was ich liebe und worauf ich mich spezialisiert habe. Morgen endet meine Probezeit!
Achja, und mich tätowieren lassen. Gnihihi.
Die gefährlichste Unternehmung?
Einkaufen gehen, Schwimmen gehen, irgendwas alltägliches. Das Risiko einer Ansteckung schwingt immer mit und macht mich nachhaltig mürbe. Beim Nachdenken fällt mir auf, wie lang dieses Jahr war. Anfang des Jahres war hier noch niemand geimpft, mittlerweile verteilen sich 10 Impfdosen auf 4 Haushaltsmitglieder. Ich habe so gehofft, dass wir jetzt, wo wir alle geimpft sind, endlich für uns aufatmen können und wieder mehr und sorgloser unternehmen können. Ist es jetzt gefährlicher, mit schwindelerregend hohen Zahlen aber geimpft und geboostert? Oder mit relativ niedrigen Zahlen, aber ungeimpft? Ich weiß es nicht.
Die teuerste Anschaffung?
Hm, wir haben ein Auto bestellt, das ist aber noch nicht da. Wird also, wenn es denn irgendwann mal gebaut werden kann, ein Posten für 2022. Die Renovierung des Kinderzimmers… war die noch dieses Jahr? Meine Handy-Fotogalerie sagt ja. Das Tattoo war auch teuer.
Das leckerste Essen?
Wir hatten in letzter Zeit viel Sushi, weil wir uns ab und zu aus der Stadt was mitbringen wollten (vom Arztbesuch oder Geschenkekauf), warmes Essen aber bis zu Hause kalt geworden wäre. Das war lecker. Und im Sommerurlaub haben wir gemeinsam einen Remote-Kochworkshop gemacht und Tzimmes á la Odessa gekocht, das war extrem lecker. Außerdem waren wir zusammen mit Freunden, die vier Kinder haben nebenbei gespielt, ich war zwischendurch bei den Kühen zum Melken und das ist eine echt schöne Erinnerung.
Das beeindruckendste Buch?
Wie letztes Jahr habe ich fast täglich gelesen, aber nur wenige Seiten. Ich wollte eigentlich die Scheibenwelt-Romane anfangen, aber für diese komplexen Handlungsstränge und Wortwitze reicht meine abendliche Restaufmerksamkeit nicht mehr aus. Also doch wieder Jugendromane. Don’t judge me! Die unendliche Geschichte habe ich endlich mal gelesen, den 2. Teil, der nicht im Film vorkommt, habe ich ganz vergessen. Ich habe aber ganz viele neue Leseideen vom Tropenhaus-Podcast, den kann ich an derser Stelle wärmstens empfehlen. Es ist echt eine Freude, zuzuhören.
Der ergreifendste Film?
Ich habe endlich mal Parasite geguckt, den südkoreanischen Oscar-Preisträger. Und das ausgerechnet, als ich ein ganzes Wochenende allein zu Hause war, weil Mann und Kinder in den Herbstferien bei Oma und Opa im Ferienhaus waren. Grusel!
Die beste Serie?
Hm, Witcher haben wir gerade durch, das war ganz nett. Naruto und Naturo:Shippuden habe ich nach vielen Jahren nochmal geguckt bzw. bin noch dabei – 700 Folgen (eher 350, wenn man die Filler überspringt) sind schon eine Menge. The Mandalorian war auch super.
Die beste CD?
Seit Mitte des Jahres täglich mit der Bahn unterwegs, höre ich mittlerweile wieder mehr von „meiner“ Musik, also… nicht das, was die Kinder gerade mögen. Das ist, je nach Befinden, ein wilder Mix von Anime-Soundtracks (Naruto) bis Metal (Disturbed zum Beispiel).
Das schönste Konzert?
Kein Konzert, deshalb möchte ich hier, wie letztes Jahr, wieder Videospiele notieren: Zelda: Breath of the Wild endlich durch (war toll!), und Dank des Tropenhaus-Podcasts alte und neue Point-and-Click-Adventures: Baphomets Fluch 1, 2 und 5, die Blackwell-Reihe, Indy 3, Day of the Tentacle, Runaway…
Was aus unseren Ärzte-Karten für Pfingsten 2022 wird, werden wir sehen. Ha. Hahaha.
Die meiste Zeit verbracht mit…?
Mann, Kindern und seit Mitte des Jahres mit „meinem“ Massenspektrometer.
Die schönste Zeit verbracht mit…?
Mann und Kindern, mit zwei vierköpfigen Familien im gemeinsamen Sommerurlaub, fast jeden Dienstag und Freitag Abend in der Twitterkneipe.
Vorherrschendes Gefühl 2021?
Von Pandemüde zu Pandewütend.
2021 zum ersten Mal getan?
Tja, der ganze Coronakram ist ja nicht mehr neu. Obwohl: mRNA-Impfstoff bekommen habe ich zum ersten Mal.
Eine feste Stelle gekündigt.
Definitiv zum ersten Mal: Mich tätowieren lassen. Ich schaue es jeden Tag wieder an und wundere mich, dass ich mir das getraut habe. Und es ist so toll. Und hat wirklich nicht doll wehgetan. Wenn das Farbenproblem im nächsten Jahr gelöst ist, kann ich für nichts garantieren.
2021 nach langer Zeit wieder getan?
Ein Wochenende ganz alleine verbracht.
Im Labor gearbeitet. Pipettiert, aufgetaut, angesetzt, verdaut, gewogen, gemessen. Hach, ist das schön.
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Auch das kann ich von letztem Jahr kopieren:
Corona
*Etwas, das ich nicht ins Internet schreibe*
Homeoffice mit Kindern
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Dass ich die Richtige für den Job bin. (Erfolgreich)
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Hmmm, schwierig. Materiell gäbe es da sicherlich einige Geburtstags- und Weihnachtsgeschenke, auf der Metaebene… keine Ahnung.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Freundschaft. Zu mir halten, obwohl es nicht gut aussieht.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Wir finden, dass Sie zu uns passen. Sie haben den Job!
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Ich habe den Job!
Besseren Job oder schlechteren?
Besser. So viel besser.
Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Selbstvertrauen.
Mehr bewegt oder weniger?
Viel mehr: An Homeoffice-Tagen bin ich meist knapp unter den 6.000 Schritten geblieben, wenn ich K1 zur Schule bringe und im Büro arbeite eher 10.000, wenn ich im Labor arbeite eher 13.000.
Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Akut kaum, chronisch eine mehr. Seufz.
Davon war für Dich die Schlimmste?
Sag ich nicht.
Dein Wort des Jahres?
Twitterkneipe.
Dein Unwort des Jahres?
Impfgegner.
Dein Lieblingsblog des Jahres?
Ein herausragender fällt mir dieses Jahr nicht ein. Einige Blogs sind dieses Jahr neu hinzugekommen, den meisten BloggerInnen folge ich auf Twitter, also schauen Sie sich gern auf meinem Profil um. Ich mag weiterhin gern Tagebuchblogs.
Dein größter Wunsch fürs kommende Jahr?
Gesundheit. Dass unser Sommerurlaub stattfinden kann.
2021 war mit einem Wort…?
Wechselbad.
Kommen Sie gut ins neue Jahr!







