Dieses Jahr wird der Jahresendfragebogen wohl bei allen BloggerInnen, die ihn ausfüllen, gewisse Ähnlichkeiten aufweisen. Oder irre ich mich und wir haben das Jahr doch so viel unterschiedlicher erlebt? Ich bin gespannt.
Fragen, wie seit… oh, schon 2016, von Frau Brüllen , die sie ihrerseits vor Jahren bei Anke Gröner fand.
Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Tja, Corona, ne? Was gibt man da? So global eher 1 von 10, wir persönlich sind ja zumindest noch gesund und haben sogar eine Woche Bauernhofurlaub machen können, dafür war die Kitaschließzeit echt schlimm, also vielleicht eine 4.
Zugenommen oder abgenommen?
Zwischendurch mal abgenommen, jetzt wieder wie immer.
Haare länger oder kürzer?
Länger, viel länger. So lang, wie meine Haare in einem Jahr wachsen können. Pandemiefrisur. Vor ein, zwei Wochen wurde dann die „Ich-muss-dringend-zum-Friseur“-Länge erreicht. Die ist bei mir wohl irgendwo kurz vor Schulterlang. Wenn die Friseure wieder öffnen, kommt die ganze Matte 2021 wieder ab.
Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleichbleibend.
Mehr Geld oder weniger?
Mehr. Keine Elternzeit mehr, auch keine mehr in Sicht, und durch Corona waren wir kaum shoppen und kaum im Urlaub. Ich hoffe, besonders die Shopping-Gewohnheiten werde ich nach der Pandemie beibehalten können. Ich verwende nämlich weniger Zeit und weniger Geld aufs shoppen und bin trotzdem zufriedener mit meinen Neuanschaffungen. Achja – und durch den Autounfall haben wir jetzt das Geld, den das zweite Auto plus Kindersitze wert war, wieder auf dem Konto, denn dank Homeoffice reicht momentan eines aus.
Mehr ausgegeben oder weniger?
Siehe oben: Weniger. Keine Großanschaffungen, weniger Autoversicherung, „nur“ ein kleiner Urlaub (bin ich froh, dass wir uns letztes Jahr Lanzarote geleistet haben), keine größeren Renovierungen, kein Kantinenessen. Der leicht gestiegene Bedarf beim Supermarkteinkauf macht das nicht wett. Ich bin gespannt wie die Wohnnebenkosten sein werden, Strom sieht laut der Zwischenablesungen ganz gut aus.
Der hirnrissigste Plan?
12 Wochen Homeoffice mit zwei Kindern von 1 und 5 Jahren. Wie krass das war, ist mir erst Wochen später klar geworden, als ich bei dem Gedanken, da nochmal durch zu müssen, fast Panik bekommen habe. Aber was hätten wir für Alternativen gehabt, so aus dem Nichts? Wir werden sehen, ob wir da nächstes Jahr nochmal durch müssen und ob unsere Pläne, das besser hinzubekommen, aufgehen.
Die gefährlichste Unternehmung?
Rückblickend: Im Februar die Dienstreise nach Spanien. Aber da wusste ja auch noch niemand, dass das gefährlich war. Aktuell eher jeder Trip in den Supermarkt. Entweder, weil ich mir da Covid hole, oder weil ich irgend eine Person anbrülle die mir den Einkaufswagen vor der Nase wegschnappt, in jede Lücke die ich lasse reinlatscht oder mir sonstwie auf die Pelle rückt. Leute, wenn ihr meine Jacke berührt, sind das keine zwei oder eineinhalb Meter!!!
Die teuerste Anschaffung?
Weihnachtsgeschenke, da haben wir uns dieses Jahr echt nicht zurückgehalten. Ansonsten müsste ich jetzt überlegen… einige Küchengeräte, ganz voran die großartige Heißluftfritteuse, zu der wir erfolgreich *Anglizismenhasser bitte kurz wegschauen* geinfluenced wurden. Ich habe Pommes so vermisst, als die Restaurants umd Imbissbuden geschlossen hatten, und als sie wieder offen waren, war mir deren Hygienekonzept suspekt – jetzt können wir sie uns selber föhnen. Super Kauf.
Eine teure neue Tastatur haben wir uns auch geleistet, und eine neue Bank für den Balkon. Alles Dinge, die wir durch Homeoffice und diverse Schließungen weitaus intensiver nutzen konnten als wir es früher gekonnt hätten – das hat uns dann meist endgültig vom Kauf überzeugt.
Das leckerste Essen?
Das erste Mal Pommes nach der Schließung der Restaurants und Imbissbuden. Deshalb sind wir jetzt ja auch Team Airfryer. Das Sushi letztens war auch super. Und Süßigkeiten von Leuten aus dem Internet, jawohl. Und ich habe Kartoffelcreme gefunden, die wie auf dem Weihnachtsmarkt schmeckt. Der Trend geht eindeutig zum Selbermachen, aber seit der zweiten Schließung holen wir ab und zu Essen bei Restaurants, damit es die hoffentlich irgendwann noch gibt.
Das beeindruckendste Buch?
Ich habe tatsächlich das ganze Jahr über abends vorm Schlafengehen gelesen, meist aber nur ein, zwei Seiten geschafft. Daher nicht wirklich viel gelesen: Harry Potter durch, Tintenwelt-Trilogie, sowas das man gut vorm Schlafengehen noch lesen kann. Zum Familienkompass von Nora Imlau bin ich leider noch nicht gekommen. Ich habe mir aber vorgenommen, keine Bücher mehr beim großen A zu kaufen, sondern bei der örtlichen Buchhandlung mit Abholservice. Zumindest die Kinderbücher und die, die ich noch physisch haben will, denn den Großteil lese ich auf meinem Tolino.
Der ergreifendste Film?
Im Kino – Oh Wunder – Nix. Aber zum Glück gibt es ja Netflix und BluRays. Direkt nacheinander (naja, ein paar Tage dazwischen, aber halt als nächster Film) The Greatest Showman und Logan zu schauen, war witzig. „Warum ist P.T. Barnum so abgewrackt?“
Mein Lieblingsfilm dieses Jahr, weil er auf Netflix erschienen ist: Into the Spider-Verse. Und zum ersten Mal „Schöne Bescherung“ zusammen mit den Kindern zu schauen, war ein Familienhighlight für mich.
Die beste Serie?
Star Trek: Discovery 3 läuft ja noch, aber ist ganz gut. Sonst habe ich vieles nochmal geschaut, so nebenher.
Die beste CD?
Spotify sagt „Paw Patrol-Hörspiele“, aber das liegt eher daran, dass ich im Auto oder für die Bedienung des Chromecast meinen eigenen Account und nicht den der Kinder nutzen muss. Ansonsten ist die Tracklist von Just Dance 2020 definitiv der Soundtrack des Jahres.
Das schönste Konzert?
Dieser Fragenkatalog ist echt nix für ein Pandemiejahr. Wobei ich eh kaum auf Konzerte gehe. Aber Videospiele spiele ich gern, da sind meine Highlights dieses Jahr The Legend of Zelda: Link’s Awakening auf der Switch, Super Mario Odyssee und Just Dance 2020.
Die meiste Zeit verbracht mit…?
Mann und zeitweise auch Kindern im Homeoffice.
Die schönste Zeit verbracht mit…?
Mann und Kindern im Sommerurlaub. Und im Urlaub im Januar, vor dem ganzen Mist, im Center Parc, jeden Tag von morgens bis Abends im Schwimmbad, vom einen Becken ins nächste und alle Rutschen ausprobiert. Was vermisse ich das.
Und seit März mit ganz vielen Internetmenschen zweimal die Woche in der Twitter-Corontänekneipe.
Vorherrschendes Gefühl 2020?
Pandemüde.
2020 zum ersten Mal getan?
So vieles. Maske getragen, einen Arzt einer neuen Fachrichtung konsultiert, Urlaub storniert, mit Kindern zu Hause gearbeitet, im Homeoffice gearbeitet, in Videokonferenzen gesesssen, Coronatests gemacht, allein auf eine kurze Dienstreise gefahren…
2020 nach langer Zeit wieder getan?
Die Kinder drei Wochen lang alleine betreut, während der Dienstreise des Mannes. Wobei es beim letzten Mal nur ein Kind war, aber ich schreibe das jetzt trotzdem hier hin. Zu Hause Sport gemacht. Einen Fachvortrag gehalten.
3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Corona
*Etwas, das ich nicht ins Internet schreibe*
Homeoffice mit Kindern
Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Da fällt mir wenig ein, das ganze Jahr fühlt sich sehr… fremdgesteuert an. Ich bin aber echt froh, dass ich niemanden davon überzeugen musste, dass es besser ist, sich nicht zu treffen – sondern dass alle Bekannten und Verwandten, mit denen ich regelmäßig Kontakt habe, von sich aus vernünftig sind.
Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?
Meinen Eltern, dass sie die Kinder nach der Kitaöffnung wieder regelmäßig sehen durften. Ein Geschenk zu einem runden Geburtstag.
Materiell: My little Pony und Paw Patrol Spielzeug für K1, Elsa-Kleid für K2. Durch Corona hat hier im März Kinderfernsehen Einzug gehalten und damit gefühlt sämtliche Franchises, die es für das Alter gibt. Es ist ein wenig unheimlich, aber hauptsächlich sehr knuffig. Wenn es eine geeignete Franchise-Verpackung gäbe, könnten die Kinder beide das Periodensystem auswendig. Ich meine – K2 kann mit zweieinhalb 7 Cartoonhunde und sicher 20 Cartoonponys auseinanderhalten und korrekt benennen. Und ich konnte das Periodensystem mal auswendig und tue mich trotzdem schwer, Scootaloo und Applebloom auseinanderzuhalten.
Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?
Nichts materielles, das haben wir meist alles gemeinsam beschlossen und war auch genau richtig so dieses Jahr.
Menschen zu haben, die ich zwar nicht physisch sehen kann, aber bei denen ich immer ein offenes Ohr finde, wenn ich eines brauche. Gemeinsame Stunden. Verbundenheit. Mehr als in den letzten Jahren vor der Pandemie. Darüber freue ich mich so sehr.
Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?
Nächsten Montag dürfen Ihre Kinder wieder in die Kita!
(Bitte keine Belehrungen über die Gefährlichkeit geöffneter Kitas in einer Pandemie. Wir waren alle in dem Moment einfach nur erleichtert. Ob das epidemiologisch sinnvoll ist, steht auf einem anderen Blatt)
Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?
Nächsten Montag dürft ihr wieder in die Kita!
Besseren Job oder schlechteren?
Gleichgeblieben, im Job deutlich sicherer geworden, so macht das mehr Spaß.
Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Nichts materielles. Das Wissen, solche Mammutaufgaben wie 12 Wochen Homeoffice mit Kindern gemeinsam geschafft zu haben, obwohl es mir schon jetzt unmöglich scheint.
Mehr bewegt oder weniger?
Weniger, und ich bin auch schon unzufrieden damit. Gegen Jahresende wieder etwas mehr, weil wir tägliche Spaziergänge eingeführt haben- unter der Woche zu zweit, am Wochenende mit den Kindern.
Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Weniger. Für irgendwas müssen Masken und Abstand ja gut sein.
Davon war für Dich die Schlimmste?
Sag ich nicht.
Dein Wort des Jahres?
Kneipe.
Dein Unwort des Jahres?
Corona.
Dein Lieblingsblog des Jahres?
Ein herausragender fällt mir dieses Jahr nicht ein. Einige Blogs sind dieses Jahr neu hinzugekommen, den meisten BloggerInnen folge ich auf Twitter, also schauen Sie sich gern auf meinem Profil um. Ich mag weiterhin gern Tagebuchblogs.
Dein größter Wunsch fürs kommende Jahr?
Gesundheit. Halbwegs sichere Kinderbetreuung. Urlaub.
2020 war mit einem Wort…?
Schlimm.
Kommen Sie gut ins neue Jahr!











