Es ist so: In unserer Kita wird eine sogenannte Portfolio-Mappe geführt. Eltern, deren Kinder das auch in der Kita machen, kennen das. Dort kommen natürlich die Kunstwerke der Kinder hinein, die sie ganz allein gemalt haben oder die aus Bastelaktionen, z.B. zu Jahreszeiten oder Festen entstanden sind, aber noch viel mehr: Fotos von Bauwerken, von kleinen Meilensteinen (Schleife binden, Wasser schütten…), Forscheraktionen (Kresse ziehen, Schleim selbst machen, Auftritt am Kindertag), Lieblingsspielzeug, regelmäßige persönliche Briefe von den Erzieherinnen. Die Mappe aus K1′ U3-Gruppe blättern wir immer wieder gern durch. Ach, ich vermisse die Kita.
Jedenfalls – warum erzähle ich das alles? Die Kita schickt regelmäßig E-Mails mit kleinen Bastelideen und Aktivitäten, die die Kinder machen können und die sie dann zur Wiedereröffnung irgendwann mitbringen können. Auch Fotos sollen wir ruhig mitgeben, sodass die Lücke durch die Coronaschließung in der Portfolio-Mappe nicht ganz unsichtbar bleibt, sondern die Kinder auch später nachlesen können, was sie da gemacht haben. Eine Art Corona-Tagebuch für Kita-Kinder.
Ich habe ziemlich lange nachgegrübelt, wie ich mit dieser Idee umgehen soll. Einerseits finde ich toll, wie viel Mühe sich die Kita gibt, mit den Kindern in Kontakt zu bleiben, Anregungen gibt und schon vorbereitet, wie sie das alles bei Wiedereröffnung mit den Kindern gemeinsam verarbeiten wollen. Andererseits ist es natürlich für arbeitende Eltern eine Extrabelastung, diese Dinge auch noch nebenbei zu erledigen und ich möchte mir gar nicht vorstellen, wie sich ein Kind fühlt, dessen Eltern das aus welchem Grund auch immer nicht schaffen und die dann halt nichts wieder in die Kita mitbringen können. Hm.
Ich muss ehrlich gestehen, ich habe jetzt auch nicht die Kraft dazu, die Kinder zu motivieren, Männchen aus leeren Klopapierrollen zu basteln. Dazu kommt noch, dass K1 bisher eher blockt, wenn ich sie nach der Kita frage, und sie nachmittags, wenn wir Eltern Zeit haben, meistens sehr zufrieden mit irgend einem Spiel ist. Ich sehe also für uns alle keinen Sinn, die Kinder da irgendwie zu drängen.
Also habe ich mich heute hingesetzt und eine erste Doppelseite gestaltet – von den Sachen, die wir halt machen. Das sind keine Sonnen aus Papptellern – aber zum Beispiel 7 verschiedene Paw-Patrol-Facepaints für K1. All die neuen Worte, die K2 gelernt hat. K1 kann jetzt Fahrrad fahren, wir haben auf dem Balkon gegärtnert, beim Picknick auf der Wiese mit einer App Pflanzen bestimmt, unsere eigenen Fensterbilder gestaltet, aus Pappkartons Häuser für die Playmobilfiguren gebastelt. Und, ja, wir haben auch echt viel Paw Patrol geschaut und die Kinder tanzen so gern zu Just Dance. Ach ja – Steine bemalen, das war ja sogar ein Vorschlag der Kita. Jedenfalls enthält meine erste Doppelseite K1 geschminkt als Katze, Everest, Skye, Meerfellfreund, Elsa und Evoli. Schade, dass ich sie hier nicht öffentlich zeigen kann. Das ist nämlich… einfach K1, wie sie leibt und lebt. Und mir hat es auch richtig Spaß gemacht.