2017

Ganz grob auf einer Skala von 1 bis 10: Wie war Dein Jahr?
Das Jahr fing ganz mies an (April: 3), holte dann auf (Job gefunden! Sommerurlaub!) und die zweite Schwangerschaft, die wir erleben dürfen, reißt eigentlich alles wieder raus. Im Moment würde ich sagen eine 8.

Zugenommen oder abgenommen?
Aktuell etwa 3 Kilo zugenommen. 19. Schwangerschaftswoche! (Bis dahin gleichbleibend wie immer, offensichtlich passt meine Kalorienaufnahme übers Jahr gesehen genau mit dem Verbrauch überein, ohne dass ich besonders darauf achten müsste.)

Haare länger oder kürzer?
Deutlich länger. Ich lasse weiterhin wachsen. Ich glaube, mit dem Baby, das nächstes Jahr kommen wird, ist es nicht verkehrt, eine pflegeleichte Frisur zu haben, mit der man nicht alle 6-8 Wochen zum Friseur muss. Es kann aber sein, dass mir das Ganze bald langweilig wird. Wir werden sehen.

Kurzsichtiger oder weitsichtiger?
Gleichbleibend.

Mehr Geld oder weniger?
Mehr – nachdem das Elterngeld ausgelaufen war, habe ich 2017 endlich einen neuen Job gefunden und auch noch von 20 auf 30 Wochenstunden aufgestockt.

Mehr ausgegeben oder weniger?
Mehr, wenn man das neue Auto einrechnet. Ohne Auto wäre es weniger – alle Möbel für die neue Wohnung haben wir 2016 gekauft, einen recht preiswerten Urlaub gemacht und ansonsten keine größeren Anschaffungen getätigt.

Der hirnrissigste Plan?

Als promovierter Biochemiker einen Job in einer völlig anderen Branche annehmen. Ob das langfristig eine gute oder doofe Idee war, wird sich zeigen. Im Moment macht es Spaß.

Die gefährlichste Unternehmung?

Hm… die Dienstreisen waren schon sehr aufregend, aber innerdeutsch fliegen würde ich jetzt nicht als gefährlich bezeichnen. Die Tochter ist mit ihren 3 Jahren auch noch nicht so halsbrecherisch drauf, das gefährlichste was sie gemacht hat war, unbedingt auf eine riesige Rutsche klettern zu wollen, die statt Leiter so ein Seilnetz zum Klettern hat, und das auch noch zu schaffen. So stolz!

Die teuerste Anschaffung?
Das neue Auto. Für eine Tageszulassung ziemlich günstig – wir haben ein Angebot gefunden, das deutlich unter allen anderen im Umkreis lag – aber natürlich trotzdem ein ganz schöner Batzen Geld.

Das leckerste Essen?
Das Essen im Sommerurlaub in Frankreich, selbst gekocht für ca 15 Personen mit einer ehemaligen Sterneköchin. Muscheln, Hummer, Ratatouille… es war einfach alles super lecker und mit netten Leuten isst es sich gleich nochmal so gut.

Das beeindruckendste Buch?

Kaum was gelesen dieses Jahr.

Der ergreifendste Film?

Ergreifend weiß ich nicht, aber Star Wars 8 im Kino war schon cool. Ich glaub ich bin nicht so der Typ für ergreifende Filme.

Die beste Serie?
Die neue Game of Thrones Staffel. Vorsicht, Falle: Google Play hatte die Serien im Abo immer einen Tag nach Sky, man musste also jede Woche in der Zwischenzeit höllisch beim Surfen aufpassen.

Die beste CD?
Meine selbst zusammengestellte 2017-Playlist auf Google Play Music. An physischen CDs haben wir derzeit nur Hörspiele für die Tochter, da steht Lieselottes Geschichtenschatz ganz hoch im Kurs.

Das schönste Konzert?
Unser eigenes Weihnachts-„konzert“, in kleiner Runde für die Nachbarschaft. Ich liebe singen.

Die meiste Zeit verbracht mit…?
Der Tochter.

Die schönste Zeit verbracht mit…?
Tochter und Mann.

Vorherrschendes Gefühl 2017?
Puh… Anstrengung. Nach über 2 Jahren wieder arbeiten gehen zu können war zwar lang herbeigesehnt, unbedingt notwendig und hat mich wahnsinnig gefreut, aber eine Umstellung ist es trotzdem.

2017 zum ersten Mal getan?

Mit Kunden gearbeitet (bisher war ich in der Forschung). Auf Dienstreise in einer Woche drei deutsche Städte besucht.

2017 nach langer Zeit wieder getan?
Gearbeitet.

3 Dinge, auf die ich gut hätte verzichten mögen?
Der Krankenhausaufenthalt im April.
Erfolglose Bewerbungsgespräche.
Schlafmangel.

Die wichtigste Sache, von der ich jemanden überzeugen wollte?
Fest angestellt zu werden.

Das schönste Geschenk, das ich jemandem gemacht habe?

Das Baby in meinem Bauch.

Das schönste Geschenk, das mir jemand gemacht hat?

Das Baby in meinem Bauch.

Der schönste Satz, den jemand zu mir gesagt hat?

„Mama, ich liebe dich auch.“

Der schönste Satz, den ich zu jemandem gesagt habe?

„Ich bin schwanger!“

Besseren Job oder schlechteren?
Besseren. Ich habe endlich Arbeit gefunden, das auch noch in Festanstellung und in einer wachsenden Branche.

Dieses Jahr etwas gewonnen und wenn, was?
Lebenserfahrung.

Mehr bewegt oder weniger?
Weniger. Den Sport (Kangaburn) habe ich im April aufgegeben und durch den Job hole ich die Tochter nicht mehr zu Fuß mit Bus und Bahn von der Kita ab, sondern mit dem Auto.

Anzahl der Erkrankungen dieses Jahr?
Hm, eine große und vielleicht 2 Erkältungen.

Davon war für Dich die Schlimmste?
Die im April.

Dein Wort des Jahres?
Geschwister.

Dein Unwort des Jahres?

Ich habe definitiv eins, aber… das bleibt dieses Jahr privat.

Dein Lieblingsblog des Jahres?
Frau Brüllen.

Dein größter Wunsch fürs kommende Jahr?
Eine gute Geburt und ein gesundes Baby.

2017 war mit einem Wort…?
Lebensverändernd.

Fragen, wie letztes Jahr, von Frau Brüllen .

Kommen Sie gut ins neue Jahr!

Schwangerschaftsupdate SSW 19

Huch, schon fast Halbzeit!

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So eine Schwangerschaft ist ja eine wahnsinnig intensive Zeit (finde ich), in der sich im Wochentakt viel verändert und in der man sich manchmal wie in einem Paralleluniversum fühlt. Allein schon die Schwangerschaftswochen, weder vor noch nach der ersten Schwangerschaft wusste ich, was in welcher Woche passiert, aber währenddessen taucht mal irgendwie richtig ein in diese Zeitrechnung…

Also, die lästige Schwangerschaftsübelkeit verschwand bei mir relativ plötzlich Anfang der 16. Woche, ziemlich genau wie beim ersten Mal. Am schlimmsten war das immer vormittags und wenn ich nicht regelmäßig essen konnte, also zum Beispiel auf der Arbeit. Da wird so eine Besprechung, wenn nicht wie gewohnt Plätzchen auf dem Tisch stehen (sondern nur Getränke), schnell zur ziemlichen Belastungsprobe. Aber, wie schon gesagt, ist das ja jetzt vorbei! In den 2 Wochen danach ging auch so langsam diese fiese Müdigkeit zurück und seit etwa einer Woche fühle ich mich wieder einigermaßen so leistungsfähig wie vorher (bis auf eine hartnäckige Erkältung). Das angenehmste zweite Trimester ist also in vollem Gange!

Wir haben schon grob festgelegt, wie wir die Elternzeit verteilen wollen. Auch die wichtigsten Anschaffungen, die wir bis zur Geburt noch neu kaufen müssen (passendes Beistellbett fürs neue Bett, Tragetuch, Kleinkram) sind notiert, eine Klinik ausgesucht. Im nächsten Jahr müssen wir dann „nur noch“ die Details regeln.

Beim letzten Ultraschall in der 17. Woche war alles so entwickelt wie es sein sollte, alle Längen, die man so bestimmen kann, waren der Woche entsprechend und passten zueinander. Auch mein Gewicht liegt genau im Rahmen, was mich ehrlich gesagt erleichterte, weil ich ständig so einen Hunger hatte, dass ich schon befürchtete abgenommen zu haben.

Kindsbewegungen werden trotz Vorderwandplazenta langsam deutlicher:

Im neuen Jahr beginnt dann die zweite Schwangerschaftshälfte – ich bin schon gespannt! Wenn ich mir etwas wünschen dürfte, wäre das eine ähnlich unkomplizierte Schwangerschaft wie mit der großen Tochter, nur dass das Baby doch bittegerne zum ET mit dem Köpfchen nach unten liegen soll.

Die große Tochter erzählt schon regelmäßig, dass die Mama „ein Baby im Bauch hat“, ich bin mir nicht sicher wie viel sie davon mit ihren zarten drei Jahren wirklich begreift, aber der Bauch bekommt regelmäßig Küsschen (hach, wie schön!) und wir reden regelmäßig darüber, dass das Baby ja bald kommt („Morgen, Mama?“ – „Nein, morgen noch nicht.“). Ein tolles Buch übers Geschwisterchen habe ich auch schon gefunden, das wir gern gemeinsam anschauen.

Hier noch die gesammelten Bauchbilder der Schwangerschaftswochen 14 bis 18:

 

Rezept: Sagre – alkoholfreier Weihnachtspunsch

Heute möchte ich einmal ein weihnachtliches Rezept teilen, das für mich seit langem zur Adventszeit gehört. Es ist nämlich so: Ich mag keinen Glühwein. Eigentlich generell keinen Wein Sekt oder Bier. Da ist die Auswahl an Heißgetränken auf dem Weihnachtsmarkt begrenzt! Es gibt jedoch zwei Buden auf unseren „Stamm-Weihnachtsmärkten“, die Sagré verkaufen, und den liebe ich seit mittlerweile 25 Jahren. Noch eine Tüte Maronen dazu, dann ist für mich der Weihnachtsmarkt komplett! Als unsere Tochter Mitte November 2014 zur Welt kam und wir in diesem Jahr nicht wie gewohnt über alle Weihnachtsmärkte in der Umgebung tingeln konnten und wollten, schenkten meine Eltern mir das Rezept und Zutaten, die es dort ebenfalls zu kaufen gibt. Ich war erst skeptisch, aber das Rezept kommt nah ans Original heran und schmeckt uns phantastisch gut. Seitdem steht zur Weihnachtszeit die Zitruspresse eigentlich jedes Wochenende auf der Küchenarbeitsplatte. Also, wer Lust auf einen fruchtigen, alkoholfreien Weihnachtspunsch hat – probiert es mal aus! Man nehme für etwa 1,5 L Sagré:

  • 1 l Schwarztee, wir mögen Darjeeling am liebsten
  • 7-8 Mandarinen oder etwa 500 mL Mandarinensaft
  • 1/2 Zitrone
  • 100 mL Granatapfelsirup
  • 1 Zimstange
  • 3-4 Gewürznelken

Tee kochen, Mandarinen und 1/2 Zitrone auspressen und alles mit dem Granatapfelsirup in einen Topf geben. Zimt und Nelken dazugeben – wir nehmen immer einen Beutel für losen Tee um die Nelken wiederzufinden – und 15 min bei geringer Hitze ziehen lassen (nicht mehr kochen). Das war es schon! Das Glas kann man dann noch mit einer Orangenscheibe, in die eine Nelke gesteckt wird, garnieren: Lecker!

#FEBuB

Hallo zusammen,

hier ist endlich mein Bericht von der FEBuB. Ich habe lange gebraucht – die Konferenz ist jetzt fast einen Monat her – aber der Alltag, Dienstreisen und Besonderheiten  wie Geburtstage oder die Adventszeit mit Adventskalender, Tannenbaum und Weihnachtsmarkt hat uns so in Atem gehalten, dass ich jetzt erst Zeit dafür gefunden habe.

Die FEBuB ist die „Familienkonferenz für Elternschaft, Bindung und Beziehung“ und fand am 18.-19. November 2017 an der Ruhr-Uni Bochum statt. Als ich hörte, dass es eine Konferenz für bindungsorienterte Elternschaft geben wird, und das auch noch in meiner Heimatstadt Bochum, beschloss ich die Gelegenheit zu nutzen.

Für mich war es eine Art „Heimspiel“, an der RUB habe ich selbst studiert und promoviert und mich daher 9 Jahre lang täglich dort herumgetrieben. Ich habe sogar im Veranstaltungszentrum mal selbst einen Doktorandenworkshop ausgerichtet und Fachvorträge gehalten.
Umso schöner fand ich die Atmosphäre, um mal gleich zu einem der wichtigsten Punkte an der FEBuB zu kommen:
Neben den Stuhlreihen im Veranstaltungssaal ist recht viel Platz, und dort setzten sich all die Eltern mit ihren Babys und Kleinkindern hin, trugen sie im Tuch, stillten, spielten… immer mal wieder hörte man Brabbeln oder leichte Unmutsbekundungen ;-).Das ist ja schon recht ungewöhnlich in so einem Veranstaltungszentrum, aber das tollste war, was man nicht gehört hat: Keine Mama oder Papa pampte das Kind an, weil es zu laut war oder irgend etwas machte, was es nicht sollte. Und keine anderen Besucher wiesen irgend ein Elternteil im Umgang mit seinem Kind zurecht oder haben hinter deren Rücken mit dem Kopf geschüttelt. Das fand ich eine ganz bezaubernde Atmosphäre, was ich eben sonst, wenn ich mich in Gruppen mit mehreren Eltern bewege, eher selten sehe.
Wie bei der Klientel zu erwarten, wurden die meisten Babys in Tuch oder Trage getragen, aber auch Kinderwägen kamen vor.

Jetzt mal zu den Erwachsenen: Ich wußte, dass einige, die ich von Twitter oder ihren Blogs kenne (über Blogs und Twitter halt, aber der Internetauftritt ist ja nicht das „echte Leben“), da waren, aber da ich erst langsam mit dem Bloggen anfange kannte mich kaum jemand. Mit @_pluripara_ hatte ich mich allerdings locker verabredet. Jetzt war aber der Mobilempfang im Veranstaltungszentrum grottig, ich hatte also Schwierigkeiten, mich mir ihr abzusprechen, und hatte natürlich auch nicht daran gedacht, mir vorher ein Foto schicken zu lassen.

Nach Susanne Mieraus Vortrag meldete sich dann eine Zuschauerin zwei Plätze neben mir zu Wort, ich erkannte die Geschichte die sie erzählte und kam zu dem Schluss: Das muss sie sein! – Naja, ich habe dann noch etwa eine Stunde gebraucht um meinen Mut zusammenzunehmen und zu fragen, ob sie es wirklich ist – ist ja schon ein bisschen peinlich, wenn es nicht stimmt – aber mein Mut wurde belohnt.
Danach wurde es von Pause zu Pause immer schöner: Ich wurde anderen vorgestellt, manche kannten mich schon ein wenig und alle begrüßten mich unheimlich freundlich und warmherzig. Das war wirklich toll! Am Abend des zweiten Tages hatte ich dann knapp 20 neue Follower auf Twitter, und zwar keine Bots oder Leute, die mir wegen eines Gewinnspiels folgen, sondern Leute die ich getroffen habe! Wow!

Jetzt aber zu den Vorträgen: Da gab es viel Gutes – einiges erwartet und einiges überraschend. Generell waren alle Vorträge, in denen ich war, sehenswert, ich möchte aber nur auf einige eingehen, die mir persönlich am wichtigsten waren.

Direkt nach der Begrüßungsrede sprach Nicola Schmidt über „Entschleunigtes Familienleben – Slow Family“ und, ganz ehrlich, wenn ich nicht eh schon da gewesen wäre, hätte ich gesagt, so etwas interessiert mich nicht. Ich bin weder esoterisch drauf noch stehe ich besonders auf „Achtsamkeit“ und diesen ganzen Entschleunigungskram. Als Wissenschaftlerin, die ich nun mal auch bin, erwarte ich von einem Vortrag hauptsächlich Informationen und etwas, das mir vielleicht im Alltag weiterhilft. Aber – genau hierzu habe ich in dem Vortrag echt viel gefunden! Und das ist doch das Schöne an so einer Konferenz – man geht eben nicht nur zu den einzelnen Rednern die man sowieso mag, sondern manches schaut man sich eben einfach mal an. Es ging viel um neurologische Grundlagen von Stress und wie er rein biologisch funktioniert, das hat mir gefallen. Besonders hat mein Wissenschaftlerherz gefreut, dass auch die anderen Vorträge wesentliche neurobiologische Grundlagen immer wieder bestätigt haben – das ist eben etwas, das man sich nicht so auslegen kann wie es einem gerade in den Kram passt, sondern gewisse Sachen sind einfach so. Und da waren sich eben alle einig. Im weiteren Verlauf hat Nicola, die wirklich eine charismatische Rednerin ist, dann einige praktische Tipps gegeben, was man tun kann, um im Alltag nicht in diese Spirale von immer mehr Stress und Druck zu geraten. Ich bin gespannt, wie wir das umsetzen können!

Bei Stefanie Stahl ging es mir ähnlich – auf den ersten Blick merkwürdiger Titel, ganz tolle Inhalte. In diesem Vortrag ging es weniger um Kinder und Familie als um die Erwachsenen und unsere Probleme in Beziehungen – aber auch diese Beziehungsebene ist ja eine, die für alle Eltern wichtig ist. Es ging also darum, wie man Prägungen aus der eigenen Kindheit identifiziert und die Probleme löst, die sich daraus im Erwachsenenleben und in der Beziehung zu anderen ergeben.

Der Vortrag von Nora Imlau war einer meiner Hauptgründe, zur FEBuB zu fahren, und hat nicht enttäuscht. Nora sprach über die Wichtigkeit der Geburt, was ihrer Meinung nach falsch läuft und wie es stattdessen sein sollte. Dabei hat man mehr als bei allen anderen Rednern wirklich gemerkt, wie sehr ihr dieses Thema am Herzen liegt und wie wichtig es ihr ist. Ein sehr emotionaler, aber fundierter Vortrag! Dabei gelingt es Nora wie kaum jemand anderem, gleichzeitig engagiert für eine Sache aber trotzdem tolerant und offen für alle zu sein. Da ich zum Zeitpunkt der Konferenz gerade in der 14. Schwangerschaftswoche war, ist das Thema „Geburt“ für mich natürlich auch brandaktuell.

Den zweiten Konferenztag eröffnete Dr. Herbert Renz-Polster mit einem komplett frei gehaltenen Plädoyer für die „Artgerechte Erziehung“ – eine faszinierende Persönlichkeit, toller Redner und auch hier verhaltensbiologisch begründete Aussagen. Eine der schönsten Kernaussagen fand ich, dass die sprichwörtlichen Wurzeln und Flügel, die man den Kindern mitgeben möchte, keine Gegensätze sind, die man ausbalancieren und gegeneinander abwägen muß, sondern zwei Seiten derselben Münze, die sich eben nicht widersprechen.

Zu guter Letzt wollte ich natürlich unbedingt einmal Katja Seide vom Gewünschtesten Wunschkind kennen lernen und ihren Vortrag über Trotzphasen hören. Mit der Twitterer-/Bloggergruppe, an die ich ja wie schon erwähnt so tollen Anschluss gefunden hatte, setzten wir uns zur moralischen Unterstützung geschlossen in die ersten zwei Reihen und feuerten Katja an. Und sie hat das wirklich toll gemacht! Mit einer gerade dreijährigen ist das natürlich auch ein Thema, das mich, wie soll ich sagen – täglich beschäftigt. Ich kannte natürlich schon Katja und Danielles Buch (jetzt habe ich eine handsignierte Erstauflage, ich Fangirl!), aber auch im Vortrag gab es nochmal einige interessante Anekdoten und Zusammenhänge zu hören. Sehr interessant war die Diskussionsrunde, die wir um einiges überzogen haben. Das Thema hat wirklich viele ZuhörerInnen beschäftigt und es gab jede Menge interessante Fragen und Antworten. Ihr Schlusswort „Gehen Sie immer von den unschuldigsten bestmöglichen Motiven für das Verhalten Ihres Kinder aus!“ konnte ich dann am Abend nach der Konferenz gleich in die Tat umsetzen:

Das war also die FEBuB.

Es war ein tolles Wochenende – ich durfte so viele nette Menschen kennen lernen und konnte eine Menge neue Impulse sammeln, die wir für unser Familienleben nutzen können. Vielen Dank an alle, die das möglich gemacht haben!

WMDEDGT Dezember 2017

Hier ist derzeit unheimlich viel los (zu viel), 5 Blogposts im Entwurfsordner und keine Muße die mal fertigzumachen, aber – Tagebuchbloggen geht doch immer, oder? Heute war auch Dienstag, also wieder Zeit fürs Bauchfoto 16. Woche (Erst? Schon?):

Heute morgen haben wir erstmal eine halbe Stunde verpennt. Die Tochter eine ganze Stunde. Sie ist dann, wie man so schön sagt, „mit dem falschen Fuß zuerst aufgestanden“, es war ein sehr turbulenter Morgen. Irgendwann hat sie sich zum Pyjama noch die Babylegs, Stoppersocken und ihr Kapuzenhandtuch (!) angezogen. Zwischendurch war dann auch wieder alles falsch (Ich habe ihr einen Arm in den Pulli-Ärmel gesteckt, obwohl sie das selbst machen wollte, was sie mir aber nicht gesagt hat – schlimm!), aber am Ende hatte sie Unterhemd, Socken, Pulli und Hose an. Und ihr Sommerkleid darüber, aber wir wollen nicht kleinlich sein.

Ich bin dann irgendwann in Richtung Arbeit aufgebrochen, der Mann wie immer mit dem Kind in Richtung Kita und dann zur Arbeit.

Nachmittags wollte ich kurz in die Stadt, die nicht weit von der Kita entfernt ist. Also die Tochter abgeholt und ihr erklärt, dass sie die Schuhe wie immer gern im Auto ausziehen kann, aber sie nach der Fahrt wieder anziehen muss, da wir noch in die Stadt wollen. – „Du kannst mich nicht so viel tragen, du trägst schon das Baby im Bauch?“ – „Ja, mein Schatz.“ – „Der Papa ist stark. Der kann mich ganz viel tragen! Ich bin schon groß und schwer und stark!“ – Hach, ich schmelze, ist das süß!

Der Parkscheinautomat war defekt (Geld einwerfen ging, Parkschein ausgeben nicht) und so habe ich heute gelernt, dass es da eine Nummer bei der Stadt gibt, wo man anrufen kann, der Schaden aufgenommen wird und der Name notiert wird damit man ein eventuelles Knöllchen nicht zahlen muss.

Also erst bei der Post ein Paket abgegeben (Schlange bis zur Eingangstür, ging aber dann recht zügig), dann runter zur Drogerie. Zwischendurch an den Weihnachtsmarktbuden vorbei, die Tochter durfte sich eine Sache aussuchen und entschied sich fürs Karussell.

In der Drogerie wollte sie dann erst in den Auto-Einkaufswagen, dann nach 5 Metern doch den kleinen zum selbst schieben. Ich packte dies und das in den Einkaufswagen, irgendwann fiel ihr dann auf dass sie doch wieder ins Auto wollte. Sie kennen das wahrscheinlich. Oder? ODER??? Die anderen Kunden hatten jedenfalls was zu gucken bzw. hören. Ich bin ruhig geblieben und irgendwann gings dann wieder.

Zu Hause angekommen habe ich kurzerhand die meisten Einkäufe im Auto gelassen, damit ich das müde Kind das Stück nach Hause tragen konnte, das hatte ich ihr versprochen. Es war schon nach halb sechs und so gab es direkt Abendessen und ein wenig später kam der Mann auch heim. Wir aßen, Mann und Tochter spielten ein wenig und lasen ein Buch, ich holte die restlichen Einkäufe hoch.

Vorm Bettfertig machen meldete die Tochter dann: „Ich möchte einen Abendspaziergang machen!“ – Klar, warum nicht (Leise Hoffnung, dass sie genauso wie am Wochenende einfach im Kinderwagen einschläft)? Also das Kind flugs fertig gemacht, in den Kinderwagen gepackt und los ging es. Ich blieb während der Zeit zu Hause und kümmerte mich um die Nikolaustüten für die Nachbarschaft – jeder Nachbar bekommt ein Tütchen mit Keksen und Schoki vor die Tür gestellt, das machen wir schon seit Jahren so – und den Nikolausteller für die Tochter. Die sagte nämlich letztens: „Der Nikolaus tut was in meinen Stiefel?! Das soll der nicht! Aber wir stellen einen Teller daneben.“ Oookay.

Nach einer guten Stunde war die Kleine dann immer noch wach – eine S-Bahn zur falschen Zeit hatte sie wieder geweckt – aber es hat dann nur zwei, drei kurze Gutenachtgeschichten und 2 Minuten Hörspiel gebraucht, bis sie einschlummerte.

Jetzt noch: Erwachsenenkrams besprechen (Termin fürs Entwicklungsgespräch in der Kita, Silvesterverabredung, trallala), bloggen, Bett.

Gute Nacht!