gedankensplitter einer agnostikerin



manchmal weiß ich nicht, wie ich mich bezeichnen soll, bin ich atheistin, pantheistin oder doch agnostikerin, letzteres ist für mich am weitesten gefasst, weshalb ich dazu tendiere. gott, sollte es so jemanden geben, ist für mich jedenfalls niemand, der „schon alles richtet“, der sich um die erde und das leben auf ihr kümmert, in dem sinne, dass er dinge regelt oder zulässt oder sich in irgendeiner anderen weise ein- oder eben auch nicht einmischt, das obliegt schon uns selbst; sondern wenn überhaupt jemand oder etwas, das einem beisteht in krisensituationen, jemand oder etwas, das einfach immer „da“ ist und einem halt geben kann. so etwas finde ich persönlich am ehesten in der natur, gehe ich hinaus, in wald, feld und flur, zum fluss auch oder meer, bin ich unter freiem himmel, empfinde ich oftmals eine art trost.
in diesem sinne wünsche ich euch allen schöne, bunte und friedliche (oster)feiertage!
eure diana



aus dem notizbuch



[notiz]
und dann sag ich mir, ich bin in ordnung, so wie ich bin, mit all meinen zweifeln, meinem ruhebedürfnis, meinen macken und malessen, weil ich eben so bin, wie ich bin, und es gibt so viele menschen, die sind noch viel seltsamer als ich oder und haben wirkliche probleme; ich bin mit meinen ängsten nicht allein, und selbst wenn, ich sollte mich einfach annehmen in meiner bruchstückhaftigkeit.


[notiz, 2]
heute nacht im traum bin ich geschwebt anstatt zu laufen.


©diana jahr 2025

skizze (168)



schreiben aus dem ärmel heraus, als ob es so einfach wär. außerdem ist hochsommer und ich trage ein top. schüttle doch mal deine arme. wie eine birke im wind. du zupfst an meiner haut. achtung, die tasse. du hast die terrasse frisch gestrichen. mit hochgekrempelten ärmeln. gute idee, murmle ich, und du siehst mich fragend an. denk nicht so viel. das sage ich zu mir selbst. wie oft steh ich mir selbst im weg. voller ängstlichkeit und unruhe. war das früher auch so? ich weiß es nicht mehr. aber ich fürchte schon. du sprichst mir zu, mit einem sahneschleier im blick. willst du mich erweichen? manchmal gelingt es. energisch stehe ich auf, und du siehst mich verwundert an. ja, das kennst du nicht von mir. ich auch nicht. aber man kann sich ja mal selbst überraschen. der riesen-rhododendron vom nachbarn nickt mir zu. die amsel stimmt ein. und plötzlich scheint alles stimmig. selbst die wörter, die aus meinen händen fließen. schreiben, das macht mich rund. du winkst mir zu und dein lächeln biegt all die fragezeichen gerade.


©diana jahr 2025

teuflisch (oder)



schluss mit dem wischiwaschi. ist es nicht so, dass jeder mensch gern in harmonie leben würde? nein, sagst du, das ist nicht so. manche suchen die konfrontation, auf teufel komm raus, warum, weiß der teufel. lass den mal aus dem spiel, der kann doch auch nichts dafür. da hast du recht. am besten und liebsten hackt der eine anonym auf dem anderen rum. scheint ungefährlich. du verziehst das gesicht und ich nicke heftig. feige ist das. und schäbig. pfui teufel. schon wieder der! ist der am ende doch schuld am wachsenden hass zwischen menschen? ach was, sagst du, der teufel steckt im detail. jawohl, stimme ich ein. lass mal mehr engel sprechen. englisch? nein. oder auch. jedenfalls mit ein bisschen mehr mitgefühl, empathie heißt das, glaube ich. einfach ein bisschen nettsein. man kann auch aufrichtig und gleichzeitig nett sein. respektvoll. engelein nennst du mich, lachst, siehst mich mitleidig an und wickelst eine locke um deinen finger. nein, ein engel bin ich nicht.


©diana jahr 2025