• Gelesen, gehört, gesehen (Januar/ Februar 2026)

    Gelesen: Uwe Johnson – Vergebliche Verabredung. Teils aus größeren Kontexten herausgenommene Erzählungen, sagen mir einmal mehr: Johnson lässt sich nicht zwischendurch lesen, da muss man eine regelrechte Phase haben, sich auf die Zeit, den Ton, den Inhalt einlassen können/ wollen, dann ist es lesbar.

    Karl Bruckner – Sadako will leben. Über Sadako Sasaki, die Atombombe, die Kraniche. Kurzes Kinderbuch, eindrücklich, heute ist Japan zwar immer noch weit weg, aber nicht mehr so fremd und entfernt, wie zu der Zeit, als das Buch entstanden ist. Beklemmend, daher auch heute noch unbedingt zu lesen.

    Jenny Erpenbeck – Aller Tage Abend. In Paju war ich beim koreanischen Verlag von Jenny Erpenbeck und konnte sogar eine Übersetzung davon sehen. Ob es allerdings viel gelesen wird, kann ich nicht sagen. Ich hoffe es.

    Bertolt Brecht – Geschichten vom Herrn Keuner. So die richtige Schullektüre, ich konnte es teils nicht ertragen, da wirkt der gute Deutschunterricht noch Jahrzehnte später nach. Brecht würde heute irgendwo irgendso ein super famous Blog/ Mikroblog schreiben, umjubelt, geklickt, gehypt, aber unlesbar.

    Therese Hörnigk – Christa Wolf. Noch mal Metatexte zu Christa Wolf, 1989 (der Band entstand früher) taucht überhaupt einmal offiziell der Name Uwe Johnson in einer DDR-Publikation auf. Hallo Leseländler, wir sprechen jetzt mal über einen Autoren, von dem bisher nur geraunt wurde, den ihr nicht lesen durftet, den nur die mit den fein geschliffenen Fingernägeln (die und die) kannten und jetzt erkennt mal schnell seine Bedeutung. Die Wolf immer wieder mit guten Gedanken und entlang des Buchs immer wieder Hinweise auf kleinere und kleinste Texte – sind die eigentlich schon alle in einer Gesamtausgabe verfügbar?

    Kim Sohee – 자리. Eine Graphic Novel über zwei Zeichnerinnen, die (in Seoul, wo denn sonst, das Land in Wirklichkeit ist groß, aber das Land im Kopf ist verengt auf Seoul) eine bezahlbare Wohnung suchen und von Untergrundwohnungen, unbeheizten/ unbeheizbaren Quartieren, von Klos in der Küche und verrückten Mitbewohnern, von jederzeit drohendem Eigenbedarf gequält nichts finden. Gelernt dadurch das Wort 버티다, noch eins für durchhalten.

    Angefangen habe ich mit Kim Su-Bin: 여름이 반짝. (~ Der Sommer glitzert) Zunächst harmloser Start: Da verlässt eine Fünftklässlerin (Lina) am letzten Tag vor den Ferien die Schule, wird noch von einer Klassenkameradin (Sawol) gepiesackt, gerät dann auf dem Dorf in eine verhältnismäßig gefährliche Situation mit einer Kuh, wird von ihrer Klassensprecherin (Yuha) “gerettet” und will der dafür nicht mal danken – stattdessen rufen sie sich gegenseitig noch zu “du wirst sterben”… Lina hasst alles am Dorf, wo sie mit ihrer Oma leben muss. Noch einen Monat muss sie aushalten. Am Abend darauf folgt ein Anruf der Klassensprecherin, bei dem sie immer noch nicht einlenken mag. Sie will zudem nicht mit ins Kino kommen am nächsten Tag und legt auf, selbst als ihr die Klassensprecherin noch verspricht “morgen bekommst du etwas von mir”- und dann ist am nächsten Tag die Klassensprecherin tot. Was für ein Einstieg in ein Kinderbuch, da musste ich mich nicht mal mehr zusammennehmen und habe zwei, drei Seiten über mein tägliches Pensum hinweg gelesen… Ich bin mittlerweile auf Seite 153 von 194, also könnte es im März hier etwas mehr darüber zu lesen geben. Vielleicht.

    Daneben Peter Blickle: Der Bauernkrieg. Eine ganz normale Zusammenfassung, sprachlich allerdings fiel es mir wirklich schwer zu folgen. Schön, dass frühneuhochdeutsche Zitate völlig unübersetzt stehen bleiben, allerdings zweifle ich da langsam an mir…

    Gehört: (nur ab Anfang Februar, und unvollständig!)

    Die dritte Zivilisation (BR 1999). Ganz gute Sci-Fi, mehr nicht. Bei den Strugatzkis bin ich mir danach immer noch nicht sicher, ob ich mich dann doch endlich mal näher mit ihnen beschäftigen soll.

    Die Reise um die Erde in 80 Tagen (WDR 1968). Nach der Kohout-Version jetzt eine andere, eher konventionell, geht.

    Mord mit Fortsetzung (SR 1966). Ein relativ alter Krimi, über den Pastewka-Krimi-Podcast Kein Mucks draufgekommen. Ganz ok, wie immer: den perfekten Mord gibt es natürlich nicht.

    Die Vermessung der Welt (zwei Teile, NDR 2007). Im Gegensatz zum Buch kein Reinkommen, schrecklich.

    Ihr Name steht im Protokoll (WDR/ SFB 1984). Eindrucksvoll zur Wannseekonferenz, ich habe bereits darüber geschrieben.

    Der Ausflug der toten Mädchen (DLF/ RBB 2022). Ich musste mich stark konzentrieren, eher nichts.

    Doberschütz und der Krieg der Generäle (WDR 2016). Ah ja, so kann man die Geschichte rund um Markus Wolf auch erzählen, eher wenig Tiefgang, gefiel mir nicht. In der Tat: weil kein Ostler die Geschichte wirklich erzählt hat, bzw. die Akten vermutlich nicht im Ansatz so atemberaubend sind, werden die Westler uns noch die nächsten 7x 77 Generationen unsere Geschichte erzählen. Hurra!

    Die Mondnacht (BR/ NDR/ SDR/ SFB 1976). Sehr schöne Sci-Fi nach Lem, danach bin ich endlich bereit, mich intensiver damit zu beschäftigen. Gut gemacht, Idee, Umsetzung, auch nach über 50 Jahren noch hörenswert.

    Sonnenlotos (Rundfunk der DDR, 1988) Zum Glück kann man alte Aufnahmen von Hörspielen immer noch problemlos finden, so auch die Vertonung von Anatolij Kims Sonnenlotos. Gut gemacht.

    Die Bürgen (Rundfunk der DDR, 1979). Nur die Stimmen lassen einen dabeibleiben, der Rest ist eher mau.

    Rückkehr zur Erde (SDR, 1974) auch nach Lem, aber nicht so gut wie Mondnacht.

    Test (SRF, 2008), gut ist die Stimme von Florian Lukas, nervig sind manche Effekte. Aber ok, damit erstmal alles, was ich im nu von Lem finden konnte gehört.

    Kosemund (DLRK, 2009), wären da nicht die Stimmen von Klaus Manchen, Ursula Karusseit und dem New Yorker von der DEFA, Karl Heinz Choynski, ich hätte es nicht hören wollen. Recht schlecht.

    Königsallee (WDR, 2015), ThM trifft Klaus wieder, aha, ok, nichts besonderes. Martin Brambach als sächselnder Hotelmitarbeiter als einziges Highlight.

    Die Befreiung oder Liesgen hör zu (Rundfunk der DDR, 1983). Totenbettmonolog von Luthers Frau, Katharina von Bora. Gudrun Ritter unverkennbar und gut.

    Lise Meitner oder die Spaltung der Welt (BR, 2026), ich schrieb ja schon darüber, dass solche Fehler nerven.

    Aussteigen ist nicht (Rundfunk der DDR, 1986), eher schwach.

    Die Vegetarierin (NDR, 2017), bis auf die schlecht gesprochenen Namen ganz ok, ich merke, dass ich das Buch bereits wieder weitgehend vergessen habe.

    Der kaukasische Kreidekreis (WDR, 2006), eine Aufführung, ich kann mich nicht mehr gut erinnern.

    Selbstlos (WDR, 2006), schwache Sci-Fi, vor allem, weil ich das Vorgehen bei der Lebenszeitbegrenzung nicht so recht nachvollziehen konnte.

    Murder on the Orient Express (BBC, 1992), passend dazu habe ich das Hörspiel unter Kopfhörern genossen. BBC halt.

    Der Chinese am Fenster (WDR/ HR, 1971), Soundcollage von Ror Wolf, nicht noch einmal.

    Around the World in Eighty Days (BBC, 1991), noch ein BBC-Hörspiel aus den frühen 90ern, schön gemacht.

    Die Schule der Diktatoren (Deutschlandradio Berlin/ ORF, 1994), nach Kästner, gut gemacht.

    Auf Norwegisch habe ich Gjerningsmann ukjent (NRK, 1984, Täter unbekannt) gehört. Das geht weitgehend, ist aber schon schwierig, zu folgen. Aber warum nicht. Zumindest schön, dass die NRK-App auch einzelne Episoden zum Abruf im Ausland hat, mich nervt dieses ewige “Diese Medien können in deinem Land nicht abgerufen werden” > Bei Hörspielen, Mensch, man kann es auch übertreiben…

    Zurzeit noch nicht fertig bin ich mit “Jorden rundt paa 80 dager” (NRK, 1959/ 60), denn das sind immerhin 14 Folgen, ein Glück, dass ich die Geschichte jetzt zum hundertsten Mal gehört, gelesen oder gesehen habe.

    Zwischendurch: “Der zerbrochne Krug” (1951, Rundfunk der DDR) und “Flüchtlingsgespräche” (1970, ebenda). Wirklich: zwischendurch, aber ich muss mich wirklich konzentrieren.

    Gesehen: (unvollständig, ich gebe es zu) Auch in diesem Monat wieder viel Popcorn-Kino/ Flugzeugfilme. Interessant war ein Film über Leibniz mit Edgar Selge, danach habe ich endlich einmal Aimee und Jaguar in Gänze gesehen. Wenigstens in Auszügen konnte man Originalaufnahmen bei Führer und Verführer sehen, ich war überrascht. Den Film selbst fand ich mittelprächtig, Stadlober hin oder her. Ich will keine Menschelei, nicht bei diesen Gestalten, nicht mal den Ansatz!

    Der Rest an Filmen war irgendwas, ich hab es vergessen, was wohl hoffentlich gut ist. Das koreanische Fernsehen hatte übrigens wieder haargenau The Equalizer (1-3) gezeigt, immer schön eingeschränkt: das Blut fließt in Strömen, aber die Zigarette ist ab Entzündung weitreichend verpixelt.

    Ach so, als Ausnahme unter dem vielen Popcorn-Zeugs will ich nur Die Verurteilten (The Shawshank Redemption) erwähnen. Der Film war gut, vermutlich vor allem der Schauspieler wegen, oder weil einen einfach dieser Gefängnisausbruch so überrascht. Warum kann Hollywood nicht immer so was machen?

  • 900 Tage

    Seit 2023 versuche ich mein Koreanisch mit der (Rück-)übersetzung der Dritttexte der Losungen zu verbessern. Seit dem 12. September 2023 fehlt kein Tag, auch wenn ich manchmal erst ein oder zwei Tage später dazu komme. Es hilft, denn ich habe täglich damit zu tun, gleichzeitig hilft es weniger, denn der Wortschatz ist recht schwer und auf das eine Thema im gewisser Weise beschränkt. Was ich immer wieder vorhatte und nur teils durchgehalten habe, die erneute Überprüfung, habe ich zugegebenermaßen vernachlässigt. Ich hoffe, ich kann in der Zukunft weiter und noch mehr davon profitieren. Manche Texte motivieren über das rein Sprachliche hinaus, wie bei den Losungen immer mal, trifft der Spruch den eigenen Tag, denkt man etwas nach. Aber das ist noch recht selten. Interessant fand ich immer, zumindest, wenn die App vollständig für alle frei einsehbar war (Ende des Jahres) die Bethlehem-Texte, tagesaktuelle Gedanken, mal traditionelle Andacht, mal aufgewühlte Kommentare zur aktuellen Lage. Interessant, streitbar, ein Impuls.

    Faszinierend an den Losungen finde ich weiterhin, dass man daran seit knapp 298 Jahren festhält (am 3.5.1728 gab es den ersten Losungstext, das sind immerhin 108778 Tage), über alles hinweg. Was mich auch motiviert, weiterzumachen. Die koreanischen Losungen gibt es mittlerweile auch seit 17 Jahren (2009), für einen Übersetzer allein auch eine lange Zeit.

  • 방랑자가 떠나간다 (2025년)

    어제는 독일 티비에서 3번째나 마지막 탐정영화 “방랑자가 떠나간다” (Der Wanderer zieht von dannen) 탐정영화 시리즈 경찰의 전화번호 (Polizeiruf) 방성됐지만 너무 늦었어서 오늘은 봤다.

    이 탐정영화가 너무 재미 있었지만 사실은 나 이 탐정영화를 탐정영화의 작가 클레멘스 마이어 때문에 궁금했고 보고 싶었다.

    마이어 작가가 너무 재미 있는 소설을 썼지만 그는 항상 조금 어색한 이야기들에 대해 관심이 많았어서 이 마치막 영화가 정말 특별한 분위기 때문에 추천하고 싶은 영화다.

    동독일은 지금은 다양한 위기 때문에 다시 큰 문제에 빠졌다. 포퓰리즘당이 혹시 9월부터 정부가 만들 수 있어서 독일 민족의 대다수가 동독에 대해 그냥 나쁜 생각이나 편견이 많이 나왔다.

    요새 사람은 동독에 대한 생각하면 그냥 위기, 포퓰리츰, 가난, 나쁜 분위기가 생각하는데 다른 사람 그냥 과거에 대해 무비판적인 생각도 있다. 내가 보기에는 이 생각이 둘다 안맞다. 하지만 어떻게 동독 2025년, 2026년 설명할 수 있다? 그렇게, 이 영화 따라 설명하면 잘 설명한다.

    우울한 분위기, 과거 받아들이는데 과거비판적인 생각도 있는 분위기가 정말 이 영화에서 볼 수 있었다.

    네, 이것은 그냥 탐정영화가 있었다, 이상한 살인범이 이야기 정말 탐정분위기가 있지만 그것 빼고 나 90분동안 그렇게! 그렇게! 생각했다. 동독 있다, 하지만 없다, 다 우울적이다, 다 조금 가난한다, 하지만 나쁜 곳이 아니다.

  • Zu: Lise Meitner oder die Spaltung der Welt (BR 2026)

    Gehört habe ich ein recht konventionelles Hörspiel, nicht viel Neues, andererseits sicher für die meisten Menschen hörenswert. Versatzstücke, Meitner, Boltzmann, Hahn, Einstein, Weizsäcker, Strassmann, Otto Robert Frisch, selbst Oppenheimer, viele Namen fallen, auch die beinahe zufällige Berechnung der Hahnschen Entdeckung. Gut, angenehm plätschernd.

    Was allerdings aufstößt, ist die “Friedrich-Wilhelm-Gesellschaft” oder das “Friedrich-Wilhelm-Institut”. Hmm, das war leider die Kaiser-Wilhelm-Gesellschaft, die später dann in die heute vermutlich bekanntere Max-Planck-Gesellschaft überging. Wie man diese fehlerhafte Benennung mehrfach übersehen konnte, ist mir schleierhaft und irgendwie schade.

    리제 마이트너에 대한 라디오 드라마가 재미 있지만 이름의 실수나 오타 때문에 조금씩씩 추천하고 싶지 않다. 사실은 카이저 빌헬름 연구소가 유명해서 왜 이 실수가 생겨서 이해할 수 없었다. 독일어로 이 라디오 드라마를 듣고 싶으면 여기 링크이다.

  • Ihr Name steht im Protokoll (1984)

    Unter den Hörspielen, die ich in letzter Zeit gehört habe, bleibt mir dieses in Erinnerung. Ich habe zwar nur eine abrupt endende Fassung (ohne Nennung von Produktionsdetails) hören können (der Text hingegen ist wohl vollständig), aber auch das reicht schon.

    In “Ihr Name steht im Protokoll” (WDR/ SFB, 1984) von Rolf Defrank geht es um die Beteiligten der Wannseekonferenz. In nachgesprochenen Vernehmungen hört man ausweichende, lavierende, vor allem verlogene Aussagen von Beteiligten, die sehr wohl dabei waren, mit Sicherheit von Anfang bis Ende, und die damit vollumfänglich von der Planung der sogenannten Endlösung der Judenfrage, also vom Holocaust, wussten und bewusst mitgearbeitet haben.

    Parallel dazu hört man den Jiddisch vorgetragenen Bericht eines Mannes, der in einem Sonderkommando in Treblinka (Sonderaktion 1005) die vergasten Menschen zunächst in Gruben werfen, später dann sogar noch verbrennen musste. Das wird gesprochen und übersetzt – in wieweit das auch nachgesprochen ist, da vom Sonderkommando (von den immer wieder ebenso getöten Sonderkommandomitgliedern) (meines Wissens) nahezu niemand überlebt hat, ist nicht klar.

    Es erinnert ein wenig an die endlosen Monologe, die man in Shoah von Claude Lanzmann hören kann (und die man auch nicht vergisst). Die verlogenen Aussagen der Täter und der schonungslose Bericht eines Opfers in Kontrast zu setzen ist die große Stärke dieses Hörspiels.

  • Jana Brejchová (1940-2026)

    [de/ ko] Eines, was ich nicht machen sollte, aber stets wieder tue: nach dem Aufstehen den Nekrolog der Wikipedia öffnen. Stirbt jemand, den man vom Namen her kannte, kommt ein Ach, die, der, schon? Oh je. Und dann kommen im Laufe des Tages Nachrufe auf, manchmal lese ich etwas, sehe Filmausschnitte – manchmal, nicht immer, kommen interessante Details hervor.

    Bei meinen tschechischen Schauspielern, mit denen ich mich von etwa Mitte der 90er beschäftigt habe, kommt mir jedoch regelmäßig die Galle hoch. Mal muss ich mich selbst hinsetzen und einen Wikipedia-Artikel verfassen, zumindest aber oft ergänzen, ausbauen, viel korrigieren. Und immer wieder muss ich den Kopf schütteln, auf wie wenig die Schauspieler*innen, die teils seit Ende des Krieges, manchmal sogar noch seit der ersten Republik* in unzähligen hochkarätigen, international ausgezeichneten Filmen mitspielten, Rollen verkörperten, die man kaum vergessen kann, reduziert werden.

    Meist sind das natürlich die bekannten Koproduktionen (Pan Tau, Märchenbraut, Luzie, Besucher, Ferdinand, Tintenfische aus dem zweiten Stock, Hamster im Nachthemd, Rückkehr der Märchenbraut), oder die großen Märchenfilme (Aschenbrödel, Prinz und der Abendstern etc.). Aber das waren immer nur ganz kleine Teile eines faszinierenden, vielschichtigen, tollen, manchmal aber auch recht traurigen Lebens.

    Nun kann ich nicht mehr schlafen. Dem Jetlag sei dank habe ich Wikipedia geöffnet und musste lesen, dass Jana Brejchová gestern verstorben ist.

    Man wird gleich an die Märchenbraut denken. Ja ja. Eine schöne Rolle, aber nur eine unter vielen. Manch “belesenem” Redakteur (bzw. der irgendwelche Klickzahlen generieren will und berühmte Namen fallen lassen möchte) fällt noch Miloš Forman ein, mit dem sie kurz verheiratet war. In Tschechien wird man wieder ihre Zeit mit Brodský hervorholen, tief im Schlamm suhlen, auch ihre Schwester Hana [jaja, die mit dem ganz traurigen Schicksal] wird noch einmal hervorgezerrt werden (eine Zombieapokalypse wahrhaftig.) Ach so, und natürlich, dass sie besonders hübsch war, diesen erstaunlichen Fakt, wird man – um die Zeilen und Spalten vollzukriegen auch nicht unterschlagen.

    Vergessen wird aber wohl wieder der ganze Rest von über hundert Filmen: Das Haus in der Karpfengasse (wann lief der Film das letzte Mal?), Das höhere Prinzip (das zu sehen, wäre sogar aktuell ganz nützlich), Die Nacht auf dem Karlstein (wenn überhaupt lief der mal noch zu tiefen VHS-Zeiten) aber auch Alle Tage Sonntag. Wo sind diese Filme? Natürlich: einträchtiger wäre Schloss Gripsholm, Im Staub der Sterne, nicht zuletzt wieder Aber Doktor! Aber ob wir Passen wir zusammen, Liebling? oder Ich habe Einstein umgebracht (beide sind synchronisiert!) jemals wieder sehen?

    Natürlich, ich kann bestimmte Tendenzen nachvollziehen: wem will man was erzählen, von dem er/ sie noch nichts gehört hat. Wen interessiert schon Neues, Anderes? Aufkochen von Bekanntem ist angesagt, mehr geht nicht.

    In diesem Sinne werde ich wohl heute meine Traurigkeit, mein Nicht-Hören-und-Lesen-Wollen auf den Jetlag schieben müssen, aber es ist eben anders, hier unter dem Dachsfelsen, hinter dem Dornenstrauch, auf Wildererpfaden.

    Chybíš nám, milá Jano. Děkujeme za všechny filmy.

    [Edit: Ich habe in der ersten Version dieses Beitrags einen längeren Titel verwendet, zudem habe ich ein Foto bereits wieder entfernt. Es ist besser so.]

    어제 체코 유명한 여배우 야나 브레이호바 돌아가셨다. 한국 여행후에 잠을 못 잤어서 위기백야에서 읽었다. 이 배우를 너무 좋아했지만 이 글을 그냥 특히 독일 미디어 반응 때문에 생각을 쓰고 싶었다. 매번 체코 배우들을 돌아가셨을 때 이들이 그냥 중요하지 않은 영화에 대해 말했어서 짜증났다. 하지만 나 그런 것을 바꿀 수 없다.

    *Unsere Bohdalka, die startete schon als Kind mit der Filmerei in der ersten Republik. Oh bitte, nicht dieses Jahr noch Pani Kučerová!)

  • Wo ist da ein Platz?

    Zum Glück gibt es in Korea in den meisten Städten einige Antiquariate oder Gebrauchtbuchläden. In mehreren habe ich zugegriffen, das Gepäck als Limit.

    In einer dieser Graphic Novels (자리, Der Platz) geht es um zwei Zeichnerinnen, die verzweifelt nach einer bezahlbaren Wohnung suchen. Kapitelweise geht es dabei immer noch verrückter. Wohnungen mit Toilette in der Küche, mehrere unterirdische Räume, manche seltsame Mitbewohner, geldgierige Vermieter – alles dabei.

    Die Graphic Novel stammt von 김소희 (Kim Sohee), glaubt man den Angaben auf dem Cover, ist es ihre zweite Arbeit. Mir haben die Zeichnungen sehr gefallen, auch der Inhalt und die Intention des Buchs sind gut verständlich. Natürlich ist die Übersetzung dieser Graphic Novel ins Deutsche schwierig, denn selbst schon für koreanische Wohn-Verhältnisse heikle Situationen sind hierzulande kaum (?) vorstellbar und wirken mindestens für den deutschsprachigen Leser einfach nur übertrieben. Bestimmte Mietmodalitäten, etwa, dass man teils monatsweise mieten (und auch genauso schnell rausgeschmissen werden) kann, sind nur schwer vermittelbar. Es bleibt nur, dass die Wohnungsnot hier wie da das Buch auch für deutschsprachige Leser lesenswert machen könnte.

  • Zwei Bilder gleichzeitig

    Auf der einen Seite sieht man noch einen halb zugefrorenen Fluss, auf der anderen Seite blüht der Kirschbaum bereits. Januar, Korea, diesmal in Tongdosa.

    Und natürlich ist (wie immer) der Weg zum Kloster mit Laternen geschmückt.

  • 아나 제거스의 제7의 십자가, 라디오 드라마 (1955년)

    요새 나는 거의 매일 독일어로 라디오 드라마를 들었다. 동독에서 온 라디오 드라마를 계속 웹사이트에서 들을 수 있어서 자주 옛날의 최대한 라디오 드라마도 들었다. 오늘은 아나 제거스의 (Anna Seghers) 유명한 소설 제7의 십자가 (Das siebte Kreuz) (1942년) 따라 온 라디오 드라마를 봤다. 거의 30년 전에 나는 정말 빠르게 이 소설을 읽었고 아마도 수업에서 우리 이 미국 온 영화도 봤다. 영화에서 사람들이 그냥 독일어를 말했고 소설에서 사투리가 없었지만 이 드라마에서는 (1955년) 대다수 사람들이 헤센 지억의 사투리가 너무 잘 말했다. 그것 때문에 이 라디오 드라마가 좀 더 진짜의 기분이 있었다.

    지난 주 예니 에르펜베크의 (Jenny Erpenbeck) 소설 매일의 저녁 (Aller Tage Abend) 읽었고 다시 조금 가족에 대해 찾았다. 작가의 할머니는 동독 시대에서 유명한 작가도 있었다: 헤다 친너 (Hedda Zinner) 이 라디오 드라마를 만들었다.

    라디오 드라마가 정말 나이가 많아서 대다수 목소리가 나 처음에 들었다, 그냥 한 명만 금방 알아봤다: 제리 볼프 (Gerry Wolff). 하지만 배우가 사투리 안했다.

  • Umbögen besonderer Art, erhellend

    Wenn der frühe Zug mehr als eine Viertelstunde Verspätung hat, aber ohnehin niemand mehr im Klassenraum warten werden wird, hilft meine neue Grundregel: erst einmal durchzuatmen. Und dann die Kopfhörer aufzusetzen und irgendwelche Hörspiele zu beginnen. Meistens kann ich so irgendwie vor mich hindösen und – wenn das Stück denn gut ist – vielleicht meine Liste ein wenig erweitern. Beginnend mit gestern habe ich jedoch auch noch eine weitere Stufe entdeckt, das Ganze wieder in meine Richtung zu schieben: Ich höre, was ich hierzulande aus dem koreanischen Rundfunk bekommen kann.

    Das normale Programm lohnt, wie auch in Deutschland, nicht: Immer nur Musik, die man nicht mag, oder wenn man sie denn hören kann, die einen dann nur wieder in eine neue Stimmung versetzt, wobei die Stimmung nicht die sein muss, die man sich für den jeweiligen Tagesabschnitt erhofft hat.

    Also habe ich das Sendungsarchiv mit Podcasts entdeckt und neben 지금은 이 사람 (Jetzt, dieser Mensch), einer Interviewsendung, in der ein meist interessanter Mensch vorgestellt wird, den 라디오 북클럽 (Radio Bookclub) gefunden. Und der war heute morgen interessant. Zu hören war in der letzten Sendung vom 11. Januar (unter anderem) ein Interview mit der Schriftstellerin Gu Byeong-Mo (구병모), von der ich 2023 “Frau mit Messer” (파과, ~ Durchbruch) gelesen und durchaus gemocht habe. Erzählt wird in diesem Roman von einer alternden Auftragskillerin, die ihr Handwerk nicht mehr richtig ausführen kann…

    Im Interview auf MBC ging es um den Roman 아가미 (~Kiemen), der bereits 2011 erschienen, aber – oh Wunder – natürlich nicht auf Deutsch verfügbar ist. * Dabei durfte ich auch feststellen, dass selbst die Frau mit Messer “nur” eine Übersetzung aus dem Englischen ist. Immerhin, nun ja.

    Ich habe zumindest die ersten 10 Minuten insgesamt drei Mal gehört und dann wenigstens doch soviel verstanden, dass es im Roman um ein Mädchen geht, dass mit fünf Jahren ins Wasser fällt und seither eine Art Außenseiter ist.

    Beim ersten Hören habe ich praktisch nichts mitbekommen, dann zumindest Worte, beim dritten Mal, wie gesagt, konnte ich mich zeitweise konzentrieren und den Inhalt erahnend erschließen. Aber immerhin, interessant. Also muss ich weitermachen, weiterhören. Denn, nicht nur die durchaus sympathische Stimme von Gu Byeong-Mo war hörenswert, am meisten hat mich die abschließende Buchempfehlung ihrerseits begeistert: Sie hat kurz das Buch von Nastassja Martin: “An das Wilde glauben” (2019, Croire aux fauves) vorgestellt. Darin erzählt die Anthropologin von einer Bärenattacke, die sie 2015 auf Kamtschatka erlebt hat.

    Was manchmal das Wissen doch für Umbögen macht. *Ich bin Leipziger, und statt Umweg sagt man hier Umbogen. Andernorts findet man das lächerlich: Ich hingegen pfeife drauf. Und atme noch einmal durch.

  • Hiroshima, erneut. Zu Karl Bruckners “Sadako will leben” (1961)

    Überall in Hiroshima: Kraniche aus Papier. Teils sind die aus sogar Prospekten gefaltet gewesen, einfach der Farbe wegen, meist aber nimmt man wohl Origamipapier.

    2018 war ich zum zweiten Mal in Japan (wobei mein erster Ausflug dorthin 2016 nur ein Tagesausflug per Schiff war). Und natürlich wollte ich Hiroshima sehen. Ich bin nun eben mit den vielen Erzählungen, Dokumentarfilmen und Filmen zum Thema aufgewachsen, meine Kindheit lag genau zwischen dem Nato-Doppelbeschluss und der Aufrüstung der SS20 und Tschernobyl. Atomare Bedrohung überall, es war schon ein wenig beängstigend, und das war nur das, was man als Kind mitbekommen hat. Hätte ich schon damals diesen Dokumentarfilm gesehen, ich hätte heute noch eine andere Art von Alpträumen.

    Schon damals wurde uns immer wieder die Geschichte von Sasaki Sadako erzählt, ein Mädchen, das, um gesund zu werden, 1000 Origamikraniche (千羽鶴, senbazuru) falten wollte, es aber nicht geschafft hat und deshalb starb. In Hiroshima selbst gibt es ein recht großes Museum und (leider habe ich das Foto nicht mehr) dort gibt es auch einige der fingernagelgroßen Kraniche zu sehen.

    Die Legende, die der österreichische Kinderbuchautor Karl Bruckner hier formuliert, sagte, dass sie ganz knapp davor scheiterte, genau 10 fehlten, wahr ist wohl, dass Sadako mehr als 1000 geschafft hat. Nun ja, gegen die Strahlenkrankheit kommt man leider nicht an, ebenso wenig wie gegen die weiter getriebene Blödheit, gerade wieder, immer weiter aufzurüsten und sich gegeneinander zu bedrohen.

    Ein lesbares, teils einfaches Kinderbuch, manche Details zeigen auch, wie wenig man damals (in den 50ern/ 60ern) über Japan überhaupt wusste. Ich habe nur eine ältere Ausgabe gelesen, aber das Buch gibt es immer noch zu kaufen. Und das sei empfohlen. Macht das. Denn im Buch steht ein gutes Zitat, dass zur Zeit und all dem Geschrei nach Wehrpflicht, Aufrüstung, Bedrohung sehr gut passt:

    Sie denken: Wer die Gefahr nicht kennt, lebt ohne Sorgen. Das ist aber falsch. Ich sage: Wer die Gefahr nicht kennt, wird sie nicht fürchten und darum leichter sein Leben verlieren.” (S.202)

    Übrigens wäre Sadako vor zwei Tagen 83 Jahre alt geworden.

  • Landnahme, aber wieder anders

    2013 las ich Christoph Heins Landnahme, heute habe ich dazu ein Hörspiel gehört. Vermutlich habe ich in den letzten 12 Jahren alles aus dem Buch bis auf Guldenberg, bis auf den Hund, den getöten Vater vergessen, aber Laila Stielers Bearbeitung macht für mich wieder ein komplett neues Buch daraus. Interessant immer wieder das Thema Umsiedler/ Flüchtlinge. Wie man die damaligen Vertriebenen behandelt hat, ist zwar hinlänglich bekannt, aber vermutlich gesellschaftsweit noch viel zu wenig bewusst – auch wenn man das Ganze weiterdenkt und es auf andere Flüchtlinge und den Umgang mit ihnen analog stellt.

    Gerade zu Weihnachten und Silvester musste ich wieder an die eigene Flüchtlingsgeschichte in der Familie denken. Auch da wir von den Altrohlau-Tellern gegessen und auf den drei mitgenommenen Küchenstühlen gesessen haben: die Geschichte lässt mich nicht los.

    Wem das ähnlich geht, aber auch wer dazu überhaupt keine Bezüge hat, sei dieses Buch/ diese Hörspieladaption empfohlen.

  • Schärfe, Genauigkeit, Gedanken. Zu: Uwe Johnsons “Versuch eine Mentalität zu erklären” (1975)

    Vor rund 10 Jahren musste ich vor dem Abflug von Incheon aus noch einige Zeit warten und las den letzten Jahrestageband zu Ende. In dem geht es gerade auf den letzten Seiten auch um den Koreakrieg, also eine Zeitebene (die frühen 50er) in den Jahrestagen.

    Seither habe ich nicht mehr viel Johnson gelesen, ich glaube noch die Fernsehkritiken. Im letzten Jahr habe ich aus dem Bücherschrank ein kleines, 1992 bei Reclam Leipzig erschienenes Bändchen genommen und nun über das Jahr gelesen. Einzelne Teile davon kannte ich schon, einzig “Versuch eine Mentalität zu erklären” aus den 70ern kannte ich nicht.

    Und war beim Lesen begeistert, insofern, dass ich mehrfarbig unterstrichen habe.

    Denn dieser Text ist wichtig. Johnson spricht hier bereits von den Grundlagen für diese spezielle ddrsche Mentalität, die heute so verquer dazustehen und kaum zu erklären scheint. Wie im Text von Christa Wolf geht es hier auch um die Frage der Anfälligkeit für Diktaturen, um die Ergründung der Frage, warum so wenig Demokratie gewagt wurde.

    Der Osten wird vormundschaftlich beschrieben, so vormundschaftlich wie das krenzsche Großmütterchen mit den großen Zähnen, sich daraus zu lösen kaum möglich, bzw. schlicht und ergreifen bequem.

    Aber auch der Westen kommt nicht gut weg und gerade deshalb empfiehlt sich der Text für alle, gerade aktuell. Die vermeintlich toleranten Westdeutschen, die eigentlich und einfach nur ignorant sind, sich leisten “darauf [auf die Politik] zu verzichten”

    Und zuletzt geht es um die Meinungsfreiheit:

    Die Freiheit, Meinung zu äußern, einst in der DDR entbehrt, hier ist sie gegeben. Hier trifft sie kaum auf Widerstand, produziert selten Wirklichkeit. Die fast vollständige Unterrichtung über Zustände in Staat und Wirtschaft, hier ist sie. Nur kann die Information nicht in praktische Anwendung gebracht werden. Sie ist genießbar. […] Es nützt nicht viel, das zu wissen, aber es macht Spaß, auch das noch zu wissen.” (S. 30/ 31)

    Politische Kommunikation wird Genuss, mehr nicht. Lesen, vergessen, immer weiter.

    Alle und jeder können und wollen lesen, schreiben, schreien, rufen wenigstens – und zuletzt an Silvester meldeten sich die, die nicht mal rufen, sondern einfach nur knallen können, auf das sie einmal gehört werden. Und es ist nur Genuss, nur Konsum. Es ändert sich nichts. Es macht nichts. Es ist nur laut.

    Da wird in den deutschen Blogs immer davon geredet, wie wichtig sie doch seien, dass unabhängige Stimmen notwendig wären. Stimmt, ja, aber: es ist nur lasch, irgendwie – es bringt einem nicht mal ansatzweise etwas, die zu lesen.

    Dieser Text, ich kann ihn leider nicht gut erfassen und noch mehr herauslesen, sei allen empfohlen, denn der lässt sich lesen und der bringt einem etwas.

  • Rückblick 2025

    Klar, es interessiert sowieso nur mich, die Zugriffe auf diesen Blog halten sich halt in Grenzen. Es gab 872 Aufrufe, davon 602 aus Deutschland, danach wieder die USA mit 189 und Polen mit 35, aus Korea habe ich wahrscheinlich 5 mal zugegriffen, mehr aber noch Menschen aus Ägypten und Österreich (je 10), aus Frankreich (9). Der Rest ist ganz lustig verteilt: UK 2x, Schweiz, Belgien, Irland, Spanien, Slowenien, Italien, Niederlande, Schweden, jeweils 1x. Interessant, also vermutlich nur für mich.

    Da man auf der Hauptseite im Prinzip auch alle Beiträge lesen kann, erübrigt sich herauszuarbeiten, welcher Beitrag am meisten gelesen wurde…

    Auch in diesem Jahr habe ich wieder stark mit dem Blog gehadert. Soll ich mehr schreiben, soll ich nur auf Deutsch schreiben oder mehr auf Koreanisch oder weiter gemischt (was wahrscheinlich die schwierigste Variante ist, die die meisten Menschen abstößt). Mehr Reichweite erreiche ich nicht, weil nur ein paar Menschen (weniger als eine Handvoll, 4, um genau zu sein) regelmäßig lesen, der Rest kommt mal nach einem Kommentar hier und da vorbei und nie wieder. Aber kein Problem. Ich mache das ja hier seit 2023 eigentlich auch eher für mich.

    Insgesamt, mit allen Beiträgen (hier und da) sind es 270 Beiträge, 260 in Deutsch, 157 auf Koreanisch, immerhin 26 auf Englisch, danach folgen Beiträge mit Anteilen von Tschechisch, Norwegisch, Malaiisch, Russisch und Japanisch. Manchmal sind die Beiträge in mehreren Sprachen/ mit Anteilen/ Spuren von … verfasst, je nach dem. Ich weiß, das ist nervig, das ist nicht lesefreundlich… Siehe oben.

    Gelesen habe ich dieses Jahr etwas weniger, ich bin bei 91 Büchern (Platz 4/ 40 in meiner Liste seit 1986), als letztes Buch des Jahres wieder die koreanische Ausgabe der Losungen der Herrnhuter Brüdergemeine. Gelesen habe ich 80 Bücher auf Deutsch (Platz 6/ 40), erneut 10 auf Koreanisch (Platz 1/ 10) und sogar eines auf Englisch. So recht begeistert hat mich dieses Jahr wenig, vielleicht Han Kangs unmöglicher Abschied, oder Anna Seghers wirkliches Blau, die Ansprachen von Thomas Mann, Lukas Rietzschels Raumfahrer, ich weiß aber nicht recht.

    Die meistgelesenen Autoren-Nationen sind weiterhin Deutschland (695), gefolgt von Frankreich (117), Japan (85), USA (76), Österreich (65), Großbritannien (60), Südkorea (58), Belgien (44), Russland (41), Schweiz (39) und Tschechoslowakei/ Tschechien (37). Neu dazugekommen ist dieses Jahr kein Land.

    In diesem Jahr habe ich bei drei neuen Autoren die Fünf-Büchermarke überschritten: Jurek Becker, Jakob Hein und Jaroslav Rudis. Mehr als zehn Bücher habe ich nun auch von Anna Seghers und Stefan Zweig gelesen.

    Bei den Filmen (insgesamt 339 in diesem Jahr gesehen) kaum Veränderung, höchstens das im Februar und jetzt im Dezember viele US-Filme dazukamen, ich bin mittlerweile bei: 536 DDR (+57), 471 restliches Deutschland (+55), 339 Tschechoslowakei (+140, meist Wochenschauen), 123 USA (+25), 69 Tschechien (+7), 67 Südkorea (+5), 60 Frankreich (+8), 56 Großbritannien (+9), 53 Japan (+3) und immerhin 20 aus Dänemark (+1). Neu dazugekommen sind auch hier diesmal keine Länder…

    Hörspiele habe ich angefangen und dieses Jahr 28 gehört. Das wird wohl im nächsten Jahr hoffentlich mehr.

    Nichts gekauft habe ich an 121 Tagen, keine Schokolade oder anderen Süßkram habe ich an 115 Tagen gegessen. Das ist beides ausbaufähig. Aber immerhin, finde ich, noch habe ich nicht mal strategisch daran gearbeitet und eigentlich ist mir nicht mal ein Verzicht aufgefallen.

    Die Wünsche fürs nächste Jahr? Genauso weiter: mehr Koreanisch lernen/ lesen, mehr lesen, weniger einkaufen, weniger bis gar keine Schokolade essen, mehr Yoga (dieses Jahr mein Schwachpunkt)

    Blick aus meinem Küchenfenster auf den Baum davor. Der Baum trägt keine Blätter. Auf dem Fensterbrett liegen Orangen und Birnen.

    새해 복 많이 받으세요 여러분!

    (Das war Koreanisch und heißt: Euch allen viel Glück zum neuen Jahr.)

  • Hochaktuell und erklärend, 35 Jahre später. Zu Christa Wolfs “Reden im Herbst” (1990)

    Im letzten Jahr habe ich einen Sammelband von Dokumenten gelesen, die nach einem Artikel von Christa Wolf in der Wochenpost 1989 entstanden, Abbild einer der Diskussionen, die damals zum Thema Bildung und Erziehung zu Volksbildungszeiten stattfand – leider viel zu sehr unter dem Radar.

    작년에는 동독 작가 크리스타 볼프의 동독 신문 Wochenpost에서 쓴 글 따라 온 에세이 대답 모았던 책을 읽었다. 볼프 작가가 그 책에서 동독의 학교 교육 시스탬에 대해 썼고 학교를 비판했다. 학생들이 동독 학교에서 진실이 두 가지있었어서 진실이 사라졌다. 이런 비판에 따라 큰 대화가 왔다.

    오늘에도 동독일에서는 극우주의나 포퓰리츰 당이 왜 이러한 큰 영양을 미치는 것에 대한 궁금한 독사가 이 책을 읽는 것 정말 다시 한 번 추천하고 싶다.

    Und nun finde ich diesen Band “Reden im Herbst” in dem es weitergeht und einzelne verstreut publizierte Texte zu lesen sind. Vieles davon ist zwar sehr weit hergeholt mit dem Herbst 1989 verbunden, aber wenn man liest, also wirklich liest, dann finden sich hier sehr viele erhellende und vor allem weitreichende Gedanken/ Analysen zum Thema Wende, zum Thema Identität der Ostdeutschen, zum Thema Obrigkeitshörigkeit auch, und damit ist man recht aktuell.

    이번 주 다른 책을 찾고 샀다. 1990년 3월에는 출판됬는 책에서 작가가 다시 이런 주제에 대해 말했다.

    Christa Wolf erklärt das Problem ihrer Generation, dass sie von einer Diktatur in die andere schlitterte zu einer der Ursachen für die Unfähigkeit sich aus ihnen zu befreien und frei sprechend demokratisch zu engagieren.

    Die einen haben sich, aus Furcht vor Veränderung, in ihrer Unfehlbarkeitsrolle eingerichtet, die anderen aus innerer Unsicherheit in der Rolle der unselbständig Nachfolgenden. Beide werden für die heute Jungen, die dritte und vierte Generation [DDR-Bürger] keine Orientierungsfiguren sein können.

    Diese fehlenden Orientierungsfiguren sind es, die bis heute nachwirken und die die Leute auch heute wieder zu den nächsten Rattenfängern stolpern lassen. Wieder fällt man auf alles rein, es gibt keine Vorbilder, die integer und weitblickend Orientierung bieten. Es gibt eigentlich nur Konsum auf der einen Seite und politisch extremer Hass auf der anderen Seite. Und das ist gesamtdeutsch zu verstehen: die heutigen Persönlichkeiten in Literatur, Kunst, Kultur, Wissenschaft, Politik – wo sind da Vorbilder, Orientierungsfiguren, auch streitbar natürlich, wo? Stattdessen halt irgendwelche Leute, die an jeder Aussage so lange gedreht haben, bis man nicht mal mehr nach Recherche wirklich weiß, was war und was nicht.

  • Hörspiele

    Ok, jetzt bin ich wahrscheinlich Hörspielhörer geworden. Und versuche schon voraus zu planen, wann ich was hören kann. Zum Glück lassen sich viele Hörspiele auch noch nach Jahren anhören. Ich hab gestern mal in der Datenbank “bis zum Ende” gescrollt und sogar Hörspiele aus dem Jahr 2008 gefunden. Natürlich interessiert mich nicht alles, aber selbst das, was mir positiv auffällt, ist schon wieder so umfänglich, dass ich kaum hinterherkommen werde. Und was ich gut finde: es gibt so viele Hörspiele aus DDR-Zeiten zu entdecken.

    독일 공법상의 방성국들이 정말 많은 로디오 드라마를 제안하기 때문에 데이터베이스에서 2008년까지 드라마를 들을 수 있었다. 동독에서 온 드라마가 많았다. 유명한 작가들이 이런 드라마를 자주 썼어서 정말 좋은 드라마도 들을 수 있었다. 오늘 귄터 더 브라윈의 Aussage unter Eid (1964년) 들을 수 있었다.

    Im Fernsehen/ unter den Filmen lässt sich das nur noch schwer realisieren, es kommen ewig und drei Tage die gleichen Filme und wenn mal etwas “Neues” veröffentlicht wird, ist es doch nur ein kleiner Trickfilm oder irgendwas, meist unansehnlich.

    한국 친구에게 이 영화를에 대해 많이 말하고 싶는데 계속, 아 이것 자막 없다, 이것 번역되는 것 모르겠다 보충 해야했다. 그래서 그것을 거의 다 추천 없었다. 그것 슬픈 것 같다.

    Ganz anders hier bei den Hörspielen, da sind so viele gute Sachen dabei. Gestern habe ich die reichlich ironische Fassung der Reise um die Erde in 80 Tagen von Kohout gehört, dann noch einen Teil der sechsteiligen Henri Quatre Vertonung gehört (wie man diesen Wälzer auf so wenige Stunden einkürzen kann…)

    Was mir schwer fällt, ist, das Ganze nebenher zu machen. Hörspiele hören ist doch so anstrengend wie zu lesen, das geht kaum nebenher.

    Das Lesen fällt mir der Tage schwer, die Konzentration ist kaum da, und weiter Videos zu schauen, macht es noch schlimmer. Eigentlich geht nur noch Musik. So viel zum Thema digitale Bücher sind besser, dieses Bildschirmgestarre hängt mir so zum Halse heraus. Wenn Buch dann richtig, auch wenn der ironische Kommentar vom Deutschlandfunk Kultur heute unterstellt, es sei eine Pose allein, wenn man mit dem Buch im Zug oder Bus sitze. Nein, ist es nicht. Ich will nur nicht wie all die anderen Menschen mit dem Handy oder Tablet oder Computer posen, bzw. meine Arbeitszeit noch weiter ausdehnen, noch länger all die nutzlosen Aufgaben machen, die man nebenher (praktisch aber hauptberuflich) zu machen hat. Da ist also nichts von Pose, eher denke ich mir jedes Mal. Computer hatte kaum jemand, auch kaum Interesse, ja teils schlug mir in den 90ern regelrecht Widerwillen entgegen, wenn ich mal von Computern anfing – und heute hockt da jeder wie ein Affe davor. Viele können die Geräte kaum mehr als anschalten und wehe es passiert was, aber jetzt ist wieder das Buch die Pose. Na danke auch.

    Es kann mir ja letztlich völlig egal sein, ich lese und ich höre, wann, was und wie ich es will. Hauptsache es geht noch ein wenig weiter.

    많이 자주 매일 매일 읽고 싶지만 계속 시간이 없다. 질망이다.

  • 예니케의 귀. Zu: “Jähnickes Ohr” (2012ff.)

    [ko/ de] 청소하기 중에 음악 들으면서 소리 때문에 아니면 다른 방으로 갈때 다 듣는 것이 힘든 것 같다. 지금은 해드폰을 사용하면 자주 라디오 이나 오디오북을 들었다. 오늘은 한 탐정 오디오북을 들었다. 독일 배우 밀란 페슐 (Milan Peschel) 옛날 경찰원 오늘날 사림 탐정 예니케라고 재미 있게 들을 수 있다. 이번 12월에는 모든 4부분을 들을 수 있다. 이 이야기가 너무 흥미로웠고 사림 타정 예니케가 재미 있다. 사실 페슐의 목소리나 드라마 롤의 성격이 독일 드라마 Doppelhaushälfte에서 재미 있었어서 이 오디오북을 시작했다.

    Und: die Rolle von Dr. Chang. Erst hält Jähnicke sie für eine Chinesin, und obwohl sie in einem Halbsatz erwähnt, dass sie ihre koreanischen Verwandten hätte anrufen müssen, quatscht er weiter drauflos, so von wegen, toll, dass sie die Hanjas alle lesen können und kriegt dann erstmal (so nebenbei) eine Unterweisung in Deutsch-Koreanischer Geschichte. Dr. Chang nämlich kam als Krankenschwester 1978 aus Korea (ein Programm gab es seit 1971) und studierte dann Medizin, verlor ihren Mann, im Hörspiel ihre Tochter, und: ohne zu spoilern, kommt mit Jähnicke über die Folgen hinweg zusammen…

    사실은 그것 소설도 있으면 좋겠다. 아니면 혹시 그냥 라디오 드라마에서 밀란 페슐의 목소리 때문에 재미 있으니까? 독일 방송국 Deutschlandfunk Kultur에서 지금은 들을 수 있다. 오디오테크 라고 말했던 팟케스트 앱에서 12월8일부터 2회, 15일 3회를 들을 수 있지만 웹사이트에서 직접 Jähnicke 찾으면 이미 오늘에도 들을 수 있다.

  • Gelesen (Im November 2025)

    Das Ganze chronologisch:

    (1635) Delisle, Guy: Lehrjahre (2021). Eine recht nette Graphic Novel über die Arbeit in einer Druckerei. Gut gezeichnet, inhaltlich ansprechend, atmosphärisch stimmig. Allerdings lesen sich solche Graphic Novels immer so schnell weg… Na ja.

    (1636) Frühbeis, Lisa: Der Zeitraum (2023). Zwischen Kindern und Arbeit zerrissen zu werden, dabei Zeit für alles, für alle, für sich vor allem zu finden, davon handelt diese ebenso schnell zu lesende Graphic Novel. Im Gegensatz zu den beiden Graphic Novels aus dem letzten Monat waren Delisle und Frühbeis schön gezeichnet und auch inhaltlich gut gemacht. Ich weiß nicht. Dass da oft so ein Unterschied dabei ist, mal so mal so.

    (-) Esterhazý, Péter: Die Hilfsverben des Herzens. Abgebrochen. Keine Hilfe, kein Sinn dafür.

    (-) Khuê Pham: Brothers and Ghosts. Ähnlich. Sagt mir leider gar nichts.

    (-) Cărtărescu, Mircea: Die Wissenden. Ich gebe bei Seite 135 auf. Das hat auch persönliche Gründe, da ich mich zur Zeit nicht konzentrieren kann, zumindest soweit, wie solch ein Buch es verlangen würde. Schade, aber bei aller Experimentierkunst habe ich nicht mal den Ansatz einer Geschichte entdecken können.

    (-) Kundera, Milan: Das Leben ist anderswo. Abbruch bei Seite 96. Bleibt leider irgendeine teils abstruse/ ins widerwärtige gehende Geschichte, da hilft es auch nicht, dass es Kundera ist.

    [Nach vier Abbrüchen so schlechte Laune, dass ich mich im Voraus bei allen kommenden Büchern entschuldigen musste…]

    (-) Krasznahorkai, Lászlo: Im Norden ein Berg … Auch dieses Buch habe ich entnervt abgebrochen. Dann bin ich eben nicht intelligent genug, diese Geschichte zu verstehen und gut. Sätze über mehrere Seiten, aber dann auch wieder inkonsequent, angefangen, abgebrochen. Spiel, Spiel, Spiel. Irgendwann reicht es auch. Ich verlange ja keinen Erzählton des 19./ 20. Jahrhunderts, das ist Unsinn. Aber hineinfinden in eine Geschichte wäre dann doch schon schön – war hier aber nicht möglich. Schlechte Laune, Grübeln, warum das andere gut finden, aber irgendwann auch Schwamm drüber.

    (1637) Delisle, Guy: Pjöngjang (2003). Eine mittlerweile wiederum selbst historische Graphic Novel. Dass die Hangeul-Zeichen bis auf das Cover keinen Sinn ergeben nervt einerseits, andererseits wird so die Propaganda ja auch nicht weitergegeben. Etwas weniger gut gezeichnet als Lehrjahre. Schade.

    (1638) Till Lukat: Kondensstreifen im Kopf (2021). Eine schön gezeichnete Graphic Novel, auch vom Thema her recht gut getroffen – vieles davon war schon in den 90ern so, man wechsle nur mal das Fernsehprogramm aus, dann passt es. Lesenswert ein wenig, aber wenn man sowohl Lektorat als auch Korrektorat hat und dann doch noch “Überhaubt” schreibt, weiß ich nicht, was ich sagen soll. Aber ich will nicht mit Steinen werfen, auch mir unterlaufen solche Sachen vermutlich.

    (1639) Zweig, Stefan: Die Kunst ohne Sorgen zu leben (1940/41/42). Kurze Texte von Zweig, knapp aber gleichsam lesenswert, leider wieder äußerst aktuell.

    (1640) Voloj, Julian: Bobby Fischer (2021). Eine nicht so interessant gezeichnete Graphic Novel. Nicht wirklich lesenswert. Man erfährt wenig Neues über Fischer.

    (1641) Rudis, Jaroslav: Nachtgestalten (2020). Belanglos, irgendwas Torkelndes in der Nacht.

    (1642) McKenna, Aline Brosh: Jane (2017). Eine Graphic Novel nach Jane Eyre. Manches ist ganz gut gezeichnet, anderes wiederum nicht mal gut gemacht.

  • Gesehen/ Gehört (im November 2025)

    Gesehen habe ich im November:

    Von den Wochenschauen der Československý filmový týdeník mehrere Folgen aus dem Jahr 1986 (1-8) und 1965. In zwei Folgen sieht man ein paar tschechische Schauspieler, ansonsten viel “KSČ und UKW soudruh Gustav Husák“*, wenig sehenswert. Teils widerliche Anbiederungen. Na ja. Später habe ich noch eine Folge aus dem Jahre 1981 gesehen (49), dann einige von 1985 (40-42).

    Eine Folge der Wochenschau von 1941 (575), unerträgliche Formulierungen, auch diese Abkürzungen “sie schießen Sperre” (für Sperrfeuer), LTI par excellance. Euphemismen, wenn die Soldaten nach dem Kampf “das Gebiet säubern” nun ja, darauf folgt die Blende (und der Hintergrund brennt bereits). Reinweg Propaganda, nicht sehenswert. Wobei wohl doch, denn die Nazipropaganda zeigt hier ein Gefängnis der GPU und könnte im Prinzip auch gleichbedeutend sagen, eines der Gestapo oder der SS. Der Hohn, der diese Aufnahmen begleitet ist sondergleichen. Wobei. So dreist wie man da lügt und beschimpft…

    Konrad Wolfs Lissy, aber auch der Geteilte Himmel. Gesehen hatte ich den letzteren mit Sicherheit schon, aber nicht in meiner Liste aufgenommen. Meinen Widerwillen gegen Esche kurz vergessen, toller Film. Über Lissy schrieb ich ja bereits.

    Dann muss Roland Emmerich Geburtstag haben, deshalb Beweihräucherungsprogramm. Ich habe “Das Arche-Noah-Prinzip” angefangen**. Schon lustig, wie schlecht Filme von 1983/ 84 bis 1997 altern und heute erst recht. Richy Müller völlig unpassend synchronisiert. Wenig sehenswert. (Vom Regisseur habe ich bislang nur Independence Day und The Day after Tomorrow gesehen, übliche Hollywoodfilme: unterhaltsam, emotional, aber danach auch wie Klopapier.)

    Begeistert hingegen war ich von “Die Elenden” (1958, Frankreich/ DDR). Jean Gabin in der Hauptrolle, manche Szene weniger drastisch dargestellt als in moderneren Filmen. Beide Filme sind damit Nr. 59/ 60 für Frankreich.

    Zudem habe ich endlich die letzte halbe Stunde von “Rückkehr nach Seoul” (Belgien 2022) gesehen. Ein toller Film, der einen aber aufgestört zurücklässt. Auf keinen Fall ein leichter Film, vieles davon kann man selbst als reiner Besucher Koreas bejahen, aber verstehen fällt schwer. Sehr schwer. Traurig, aber auch gut. Sehenswert, meiner Meinung nach.

    Schön fand ich ebenso den Film “Fair play” aus dem Jahre 2014, den ich erst jetzt gesehen habe. Anna Geislerová in einer der Hauptrollen, überragend gut. Erzählt wird die Geschichte eines jungen Mädchens, das in der sozialistischen Tschechoslowakei (1983/ 84) Anabolika nehmen soll um im Nationalkader in Los Angeles bei den Olympischen Spielen teilzunehmen. Aufgrund der massiven Nebenwirkungen, vor allem aber aufgrund des Umgangs der StB mit ihrer Mutter entschließt sie sich schließlich, das nicht mehr zu nehmen, nicht teilzunehmen und irgendwo als Nichts zu verkommen – um am Ende dann doch ein wenig triumphieren zu können, als die sozialistischen Staaten dann doch nicht an den Olympischen Spielen teilnehmen… Da der Film eine Koproduktion mit Deutschland war, konnte ich ihn wenigstens mal sehen. Ansonsten wäre das wieder so ein Film aus dem Nachbarland, das medial aber irgendwo fern von uns in unbekannten Weiten zu trudeln hat. (Tschechien Nr. 69)

    Über “Jenseits der blauen Grenze” (D, 2024) habe ich mich bereits geäußert.

    Zu “Zerrissener Vorhang” (USA, 1966) habe ich mich auch geäußert, wobei – selbst Tage später könnte ich noch wütend werden, dass man so einen Mist zu sehen bekommt, Hitchcock hin oder her, der Film (vor allem der Kampf mit dem und der Mord an dem Geheimpolizisten) ist einfach nur widerlich (und dabei will ich nicht sagen, dass ich den Geheimpolizisten in irgendeiner Weise gutheiße!).

    Dann habe ich Zschoches Debütfilm “Das Märchenschloss” (DDR 1961) gesehen, eher belanglos, eher wohlfühlig, keine überragende Leistung, aber immerhin noch erträglich.

    Interessant fand ich die Dokureihe “Healthy food“. Dass heutiges Gemüse ähnlich süß wie normales Obst ist und das heutige,gezüchtete, völlig übersüßt daherkommt, hat mich überrascht. Affen im Zoo gebe man davon nichts, sonst würden die wahrscheinlich von der Süße erschlagen. Wenn man mal überlegt, dass Schokolade dann noch einen ganzen Schlag süßer daherkommt – ich mag mich verrennen, aber ich halte Süßes (Schokolade, Kekse etc.) wirklich für Suchtmittel.

    Gehört habe ich im November:

    Kalk und Welk (mit Pastewka und der Hotdog-Pizza), (über die Eierbecher des Bundespräsidenten) (ich glaube, ich habe alle Folgen im November gehört). Ich kann nicht immer zustimmen, aber im Großen und Ganzen immer wieder ganz gut zu hören.

    Eine Doku über den Aufschwung Westdeutschlands nach 1945 durch den Korea-Krieg (4.7.2025, Alles Geschichte, der History-Podcast), das Kalenderblatt vom 25.6.2025 (zum Koreakrieg) und eine Episode Zeitzeichen (Als der Kalte Krieg heiß wurde: Konfrontation in Korea)

    Ich habe erneut Timothy Truckle (nach Gert Prokop), etwas durcheinander (Folge 1, 2, 3 und 10 von 10, Das Portal) gehört. Geht nur stückchenweise voran, aber Matthias Matschke macht das schon. Da Prokop nun auch schon wieder mehr als 30 Jahre tot ist, fällt mir die Recherche, woher denn die Geschichten/ die Vorlagen eigentlich stammen, schon etwas schwer. Interessant, wenn man sich konzentrieren kann. Ich weiß nicht, ob ich es im Dezember weiter hören werde.

    Begeistert war ich von Schlimme Zeiten (nach Stefan Zweig), ein DDR-Hörspiel von 1986. Tolle bekannte Stimmen und nach so vielen Jahren (gelesen hatte ich es 2000) wieder die unsichtbare Sammlung und der Buchmendel (wenngleich der bei mir eine andere Stimme bekommen hätte). Ich bin froh, dass ich das zeitversetzt hören kann – und bin trotzdem müde gewesen…

    Angefangen habe ich das Hörspiel zu “Verlorene Illusionen” (1971) nach Balzac, das sind sechs Teile, ich bin beim zweiten. Ich dachte eigentlich, dass ich das Buch schon gelesen hatte, aber aha, nein, verwechselt sogar mit Flaubert usw. usf. Ich bin aber noch nicht fertig. Ob ich es schaffe – ich weiß es nicht.

    Gehört habe ich eine Folge aus dem Podcast/ aus der Sendung 지금 이 사람 (Hier und jetzt, diese Person) und zwar die Folge vom 18.11. (wirklich absolut zufällig), Im Su Min (임수민) im Gespräch mit Lee Lang (이랑). Ich habe vielleicht 10-20% verstanden, vielleicht 50% des Inhalts weiterhin erahnen können, vor allem wohl, weil ich 이랑 seit 2013 gehört habe. Vom Prinzip her wird noch mal über alle wichtigen Lieder und Aktionen von ihr gesprochen, betont auch der Aspekt, dass sie in unheimlich vielen Bereichen arbeitet (arbeiten muss, sie erklärt z.B., dass sie nur knapp 10% des Buchgewinns als Verdienst erhält)

    * mit UKW ist eigentlich das ÚV der KSČ gemeint, das ZK der Partei also.

    ** Ich habe den Film nicht beendet.

  • 조금 어색한 영화, 미친 영화, 싫어하는 영화, 이상한 영화. Torn Curtain (Hitchcock, 1966년)

    요새 미국 온 영화 찢어진 커튼 (Torn Curtain) 봤다. 미국 온 영화 119번 있었다. 미국 영화는 그냥 조금만 봤는데 이 영화 냉전에 대해 나 궁금 했다. 아, 2시간 낭비. 그런 영화 추천하고 싶지 않았다. 사실 이 영화 정말 잘 못 만든 영화가 있었다. 냉전 때문에 히치콕 감독이 동독의 장소에서 영화를 만들 수 없었어서 대다수 장소가 그냥 사진 있었다. 정말 서독일에서 온 자동차들이 있어서 그것도 진짜가 아닌 영화 생겼다.

    또한 영화의 폭력. 비밀 경찰을 싸웠을 때 마침네 주인공이 이 나쁜 사람 죽였다. 하지만 개스? 그것 정말 화나는 생각, 나 그때 영화를 보는 것을 끝내고 싶었지만 끝까지 그냥 실수 많은 영화를 봤다.

    동독이나 온 냉전의 영화를 오늘날 – 당연하지 – 티비에서 볼 수 없지만 이 정말 나쁜 영화 그냥 유명한 감독 때문에 계속 봐야돼니까?

  • 독일 역사영화에 대해: 파란 경계 뒤에 (Jenseits der blauen Grenze, 2024)제법 정격의, 조금 어색한 것

    35년 독일 통일 때문에 다시 동독 역사에대한 볼 수 있는 영화가 많았다. 사실 1989년부터 처음에 서독일에 구경갔을 때부터 나 특별한 의견 개발했다. 자주 화난 느낌 있었다. 그런 느낌 조금만 바꿨지만 나 계속 대다수의 의견을 비판하고 있다. 독일 정치인 통일 있었을 때 때문에 실수가 훨씬 많았다.

    보통은 냉전에 대한 영화를 자주 보는 것 시작했다, 5분뒤 분농이 엄청 커졌어서 대다수 영화를 안끝냈다. 어제 밤에 교정하기 때문에 피곤했어서 그냥 영화를 찾아 봤다. 기대감이 거의 없었다.

    나 2024년 독일 영화 Jenseits der blauen Grenze (파란색 경계 뒤) 몰라서 보기 시작했다. 이 영화가 3명 친구에 대해 말했다. 이 친구 중이나 고동학교에서 수업 함께 들었을 때 한 명 수영 운동선수, 다른 2명 친구들이 그냥 보통은 남청서년이다.

    다향한 이유 때문에 마침네 이 수영 운동선수은 남자친구와 독일 동해 서독일으로 도망가고 싶었다. 그래서 연습했고 너무 비싼 옷도 사용하기위해 찾았다. 이유들이 사실 35년동안 이런 영화에서 전래적으로 나왔다. 항상 한 명은 비밀경찰 때문에 문제가 생겼다. 또한 수영에서는 항상 도핑있었다. 마침네 거의 모든 영화에서 주인공이 그냥 서독일에 가기 해결책을 생각할 수 있었다.

    하지만 이 영화가 다시 조금 어색했다. 피상적인 순간이 있어서 이 영화도 100% 좋지 않았다. 예를 들어서 한 장면에서는 3명 친구가 특별한 인터숍에서 (Intershop) 구경하고 있을 때 후 한 서독일 온 여자가 단것을 (Lakritzschnecken) 선물으로 받았다. 이후에 그들이 학교에서 다른 동료에게 나누던 단것 때문에 교내가 화났다. 사실은 1980년대에는 그것 정말 믿을 수 없다. 혹시 단것 대신에 음악이나 잡지 있으면 생각할 수 있었지만 단것 바보적인 장면이였다.

    그 친구 하나는, 드레스덴에서 온 옌스씨 한 특별한 동독 만화를 읽고 있다. 하지만 영화의 보도 자료에서 “이 이야가 1989년에 생겼다” 라고 말했다. 동독 만화가 모자이크라고 (Mosaik) 말했다. 하지만 우리는 한 1985년에 출판했던 주제를 볼 수 있다 (12/1985, 알레크잔더 왕, König Alexander).조금 이따가 이 수영 운동선수 1988년 서울 올림피그 이나 크리스틴 오토에 대해 말했어서 이 영화가 1989년에 아니였다.

    사실은 이 영화 때문에 나 다시 한번 실망했다. 이 이야기, 도망해야 하는 친구에 대한 이야기가 너무 좋지만 다양한 실수 때문에 이 영화가 재미 없었다.

  • SNS 끝, 거의 다

    SNS을 혹시 2007년, 2008년부터 사용했다. 처음에 인도네시아 학생 때문에 프렌드츠터, 이후 페이즈북을 등록했다. 2011년부터 페이즈북에 떠나갔는데 2013년부터 다시 등록했다. 조금 이따가 인스터그렘, 또한 유튜브를 그때 수씨로, 거의 매일 사용했다.

    Ich war bereits damals öfter davon genervt, 2011 von dort wieder wegzugehen, war schon wirklich antizyklisch, später war es dann die einzige Möglichkeit überhaupt noch Kontakte aufrecht zu erhalten. So ging es mir nämlich meiner Hobbys wegen. Alles, was zuvor auf eigenen Plattformen (Foren, Mailinglisten) lief, ging dann nur noch über Soziale Netzwerke. Die spätestens seit der Coronazeit immer stärker mit Werbung zugemüllten Plattformen haben mich vieles löschen lassen, aber ich wollte eben immer noch die Möglichkeit bieten, Kontakt aufzunehmen.

    하지만 아무것은 사람 연락하지 안했다. 나 자주 연락이나 댓글에서 썼는데 대답이 하트나 별로 있었다. 나는 옛날 많이 연락했는 이메일하는 사람들이 사라졌다. 대답? 뭐? 누구? 이 블로그은 찾은 것 힘들어서 아무 사람이 이 블로그을 찾았다. 또한 읽는, 대답하는 것이 좀 더 힘든 것 같다.

    Was das Schlimme ist: die früheren Plattformen kommen nicht wirklich zurück. Ein paar Foren habe ich wiedergefunden, aber andere Communities sind nicht so stark/ groß, dass sie sich aus ihren Gruppen lösen und wieder was eigenes aufbauen (wollen/ können). Danke auch. Da stehe ich teils deutlich schlechter da als zu vor (Fischer un sine fru lassen grüßen)

    오늘부터 나 유튜브 빼고 모든 SNS을 사용하지 않을 것 이다. 또한 유튜브 피할 것이다. 왜냐하면 대다수 비디오를 보면 광고 너무 많아졌다. 음악이 남아 있다. 라디오나 팟케스트 앱을 사용하는 계획이 있다.

    Ich will meine Onlinezeit umstrukturieren, Mir ist aufgefallen, dass ich in diesen Netzwerken, auf vielen Websites viel zu lange bin – auch wenn mich die Teilnehmer*innen auslachen, wenn ich sage, dass ich gestern ganze drei Stunden online war, oder ich ㅅ sage, dass ich 30 Minuten durch Shorts gescrollt habe – das sei doch noch gar nichts. Ich beklage mich immer, dass mir Zeit fürs Lesen und fürs wirkliche Filmeschauen fehlt, dass ich lieber hier schriebe, aber gleichzeitig nutze ich diese Plattformen. Also cut. Ende, ein paar Fotos gehen drauf, ein paar Kontakte gehen verloren. Aber: wer mich bis heute nicht kontaktiert, wird es auch in Zukunft nicht tun.

    Zudem: ich fühle mich unwohl, wenn ich beständig das Leben der Anderen beobachte. (Genau: wenn man dabei an den Filmtitel denkt, ist die Assoziation schon recht gut). Was geht mich das an, wildfremde Leute: entweder ist man traurig, weil andere dies und das erleben, während man sich in der Bahn erklären lässt, warum es heute hier so schön stinkt und wir das Bahnhofsvorgelände weitere 30 Minuten betrachten werden dürfen oder man fängt dumm wie man als Mensch ist, sich zu vergleichen an. Ihr habt ein schönes Leben, meines ist aber auch ok. Ihr zeigt mir viel zu viel von eurem Leben: zeigt es den anderen nicht, da sitzen zu viele Typen davor, die damit sonstwas machen. (Und das sind nicht nur die Plattformbetreiber selbst.)

    그런 상황을 싫어서 SNS을 끝냈다. 다시 돌아오지 않을 것 이다.

  • Einsicht, immerhin. Zu: Lissy (DEFA 1957)

    Von Konrad Wolf habe ich bislang nur spätere Filme gesehen, zuerst Solo Sunny (1980, mit Renate Krössner), dann noch den nackten Mann auf dem Sportplatz (1974). Faszinierend fand ich “Ich war neunzehn” (1968) mit Jaecki Schwarz, nebenher und ein wenig lustlos war ich bei “Der kleine Prinz” (1966*). Ich scheine mich ein wenig rückwärts zu bewegen, denn jetzt bin ich in den 50er Jahren und habe durch Zufall “Lissy” gesehen. Ich habe im Vorschaubild eigentlich nur Horst Drinda gesehen und dachte mir, kann ich nichts falsch machen, Drinda geht immer.

    동독 감독 콘라드 보르브의 영화를 조금만 봤다. 사실은 처음에 후기에서 온 영화를 봤다. 소로 서니 (1980년), 운동장에서 서고 있는 홀보슨 남자 (1974년), 저 19살이였다 (1968년) 잘 기역났다. 오늘 리씨 영화를 봤다, 이 영화가 1957년부터 영화관에서 볼 수 있었다.

    Aber wie nichts falsch machen. Das ist im Prinzip die große Frage, die auch den Film umtreibt: erzählt wird der Wandel von 1932 zu 1933, Nöte, Arbeitslosigkeit, Sorgen, politisches Chaos. Lissy ist schwanger, der Mann ohne Arbeit – und fällt den Nazis in die Hände, die ihm gönnerhaft Stelle und Auskommen verschaffen, aber gleichzeitig auch unentrinnbar an sich binden. Mitgegangen…

    이야기는 정말 쉽다. 1932년에는 리씨 아이를 태어났기 후에 돈,일,집이 없어서 남편이 민주주의자 나치사로 바꿨다. 처음에 리씨가 그것 괜찮았지만 조금씩 조금씩 리씨의 오빠, 친구, 다양한 사람들이 나치 때문에 죽어서 리씨 깨달았다: 그것 실수, 그것 나쁘다.

    Bis Lissy versteht, dass es scheinbar kein Entrinnen gibt, gehen einige, ihr Bruder (hinterrücks, von den eigenen “Kameraden”) ermordet, daneben noch Freunde, jüdische Hausbewohner etc. pp. gequält, misshandelt, in den Selbstmord getrieben, verschwunden… Am Ende steht sie sogar in der elterlichen Wohnung und der Vater spricht so derartig aktuelle Worte, dass einem ganz schlecht werden kann:

    Unsere Schuld. Jaawoll. Immer nur zurück marsch marsch. Von einem kleinen Übel zum anderen. Immer hübsch die demokratischen Spielregeln eingehalten, auch wenn die anderen darauf spucken.

    이 표현 1933년에 맞았지만 오늘 독일에도 엄철 잘 사용할 수 있다…

    Ein wirklich faszinierender Film, leider wieder so aktuell. Für mich DDR/ DEFA-Film Nr. 531. Sehenswert!

    * Der kleine Prinz. Ich gebe zu, ich habe den Film nur nebenher gesehen und wenig im Gedächtnis. Vielmehr erinnere ich mich, wie ich in Korea ein Buch über die verschiedenen Verfilmungen des Stoffs gelesen habe und beim Durchblättern Christel Bodenstein als Prinzen sah – und erst dadurch auf den Film aufmerksam wurde.

  • Gelesen (im Oktober 2025)

    Im letzten Monat hatte ich damit begonnen, einfach monatsweise meine gelesenen und abgebrochenen Bücher aufzuschreiben. Dieser Monat begann gleich mit einem Abbruch. (Interessanterweise fühle ich mich dann rundum unwohl, ein halber oder ganzer Tag praktisch vertan, um ein uninterressantes Buch zu lesen.)

    (-) Kim, Jiyun: Das Tagebuch im Waschsalon der lächelnden Träume. Uninspiriert und wirr, dazu Fehler im Satz, fehlende Wörter, Zahlen doppelt geschrieben. Das erste Buch im Monat gleich abgebrochen. Der Titel ist zudem etwas schwierig und zeigt eigentlich das Dilemma mit diesen Wohlfühlbüchern. Da hat eines funktioniert, oder halt mehrere liefen gut und schon hängt sich die verzweifelte Buchbranche dran und spült förmlich Massen solcher Bücher auf den Markt. Schon schade, ich werde in Zukunft einen Bogen darum machen.

    (-) Zweig, Arnold: Dialektik der Alpen. (1940) Beim besten Willen habe ich keinen Sinn in dem Buch finden können. Ich habe massenhaft Text gelesen, dann aber (auch durch massenhafte Ablenkung) keinen Faden mehr aufnehmen können. Vielleicht irgendwann später einmal wieder ein Versuch, zur Zeit aber doch nicht.

    (1626) Ichikawa, Saou: Hunchback (2023) Ein Buch über eine schwerbehinderte Frau, die, in einer Wohngruppe lebend, erotische Romane fürs Internet schreibt. Die Behinderung wird geschildert, die Situation der Behinderten (hier speziell in Japan) wird angerissen, am Ende kommt es sogar noch zu einer sexuellen Situation, die allerdings nicht so endet, wie sie das vielleicht hätte haben wollen. Ein kurzes, sicher in seiner Thematik sehr wichtiges Buch, aber nicht meins. Interessant ist für mich nur, dass es “offiziell in Japan keine Behinderten” gäbe, bestimmte Erleichterungen dort kaum möglich wären (elektronische Bücher statt gedruckte Wälzer) etc etc. Und zudem, dass die Autorin, die selbst eine Behinderung hat, die erste Autorin überhaupt ist, die in dieser Konstellation den Akutagawa-Preis erhält. Irgendwo habe ich mal gelesen, dass Behinderte sowieso aus der Gesellschaft und dem Blickfeld herausgeraten, aber dass die Situation so derart ist, erschüttert mich jedes Mal aufs Neue.

    (1627 ) Bak, Sang-Yong: 절에서 만나는 우리 문화. (Wie wir unserer Kultur im Kloster begegnen). Mein siebtes koreanisches Buch in diesem Jahr. Ein fantastisches Buch über buddhistische Klöster in Korea. Für Kinder geschrieben, mit vielen Vergleichen (Schulgebäude > Klosteranlagen), sehr aufschlussreich für mich, denn ich habe zwar bereits ein paar Klöster/ Tempel (Bulguksa, Haeinsa, Jogyesa, Bunhwangsa, Miresa, Bomeosa) besucht, aber oft konnte ich einfach nur staunen, was ich sehe – nicht aber viel verstehen. Jetzt weiß ich ein wenig mehr über die Wächterfiguren am Eingang, über die Pagoden, die Gebäude allgemein, über den Unterschied zwischen Buddha und den Boddhisatvas, über die Handpositionen des Buddhas, sogar etwas mehr über die koreanische Geschichte und das Zusammenspiel/ Gegeneinander von Buddhismus und Konfuzianismus, religiös wie gesellschaftlich. Ein spannendes Buch, sehr schön bebildert. Ich würde es gerne empfehlen, nur leider wird das wohl, wie viele andere Bücher, nie übersetzt werden. (Es ist schon toll, wir leben in einer Zeit, in der man praktisch alles mit einem Foto so halb und halb übersetzen kann, aber die echten Übersetzungen gibt es dann nicht. Es ist schon toll: wir können auf alles zugreifen, nur eben nicht verstehen, oder nur so weit verstehen, wie es da ist. Was sich die Menschheit durch die Beschränkung auf/ Dominanz von einigen wenigen Kulturen so alles aus all den anderen Kulturen entgehen lässt. [Also, toll…]). Toll sind auf jeden Fall die Erklärungen der Geschichten, die auf den Wandmalereien dargestellt werden. Kulturgeschichte, Gleichnis, buddhistische Glaubenslehre – für Kinder runtergebrochen, aber weder ohne dümmliche Verkindlichung noch schwebenden Zeigefinger von wegen “das ist zu schwer”. Nein, nach dieser Geschichte weiß ich, dass ich auch die Kuh suche – wie ich mich suche. Suchen, nicht finden, nicht kontrollieren können, aber sich selbst finden. Ein unbedingt empfehlenswertes Buch!

    (1628) Schumacher, Hildegard und Siegfried: Der Brillenindianer (1982). Schönes Kinderbuch aus Plattenbauanfangstagen. Ein wenig didaktischer und geradliniger als noch der Junge mit dem großen schwarzen Hund und weniger chaotisch-sympathisch als bei Andy, Chef der Familie. Aber immerhin wird Alkoholismus thematisiert, auch die Anonymität der Hochhäuser, gut.

    (1629) Martínez, Guillermo: Die Oxford-Morde (2003). Ein prinzipiell recht interessanter Krimi im mathematischen Umfeld, allerdings, wie ich auch in meiner Kritik schrieb, dann letztlich doch recht schwach. Bücher mit mathematischen Bezügen sind immer gut, denke ich, nicht zuletzt Atle Naess’ Riemannsche Vermutung ist eines der besten Bücher (allerdings kein Krimi), das ich aus diesem Bereich gelesen habe. Lange Zeit hat man im Krimi nur Vermutungen, wer was warum getan haben könnte, wie die Reihe weitergehen mag, am Ende löst es sich zwar auf, aber nicht sehr gut gemacht. Egal. Einzig, dass in Oxford wahrscheinlich genau an dieser Ausfahrt Europas einziges wildlebendes Opossum überfahren wurde, ist nicht nur ärgerlich, sondern auch reinweg dumm.

    (1630) Pietsch, Reinhard: Die letzten Tage der Menschheit (nach Karl Kraus). Ein Versuch, das Buch in eine Graphic Novel zu packen. Wenn’s ihr mich frogt: dös woar nix. I dönk, s’ist gscheita, soan Schoas zu lossn. Und wanns dön Dialekt nöt richtig abbilden konnst, losst’s dös holt. (So wie ich ab jetzt auch).

    (1631) Abadzis, Nick: Laika. Noch so eine Graphic Novel, die ich lieber nicht gelesen hätte. Inhaltlich geschenkt ok, aber graphisch gefällt mir nichts, absolut nichts. Einzig und allein Laika selbst kann der Autor manchmal ganz gut malen: der Rest sieht aus wie…

    (1632) Le Huche, Magali: Nowhere Girl. Ganz im Gegensatz dazu diese schöne Graphic Novel über das Erachsenwerden, die Angst vor der Schule und die Liebe zu den Beatles. Manko ist, dass das Buch zwar vom Format her riesig, aber in der Schrift wirklich kaum zu entziffern ist. Warum zieht man die Bücher so groß und lässt dann trotzdem so viel Platz drumherum und die Schrift ist kaum zu lesen?

    (1633) Becker, Jurek: Aller Welt Freund (1982). Bislang das schwächste Buch vom Becker, aus dem Bücherschrank und zurück, unlesbar, schon vor der Kneipentour, danach erst recht.

    (1634) Bak, Seong-U/ Kim, Hyo-Eung: 아홉 살 함께 사전 (2019). Das zweite Buch der Reihe, diesmal mit vielen Begriffen, die im Alltag von Kindern durchaus wichtig sein können – im Sinne eines Miteinanders. Wieder sehr schön gezeichnet, viele schöne Aussprüche von Neunjährigen sind dabei, vielleicht auch ein wenig die Wünsche von Autor*in/ Zeichner*in. Sehr zu empfehlen, aber leider denke ich, wird sich das kaum übersetzen lassen, viele Zeichnungen sind einfach auf koreanische Verhältnisse ausgelegt. Oder spielt jemand hier mit seinem Opa 윳놀이? Es gibt noch zwei weitere Bände. In diesem Jahr habe ich damit wieder einen Anteil von über 10% an koreanischen Büchern. Ob ich es auch noch einmal schaffe, wieder zehn koreanische Bücher an der Zahl zu lesen, so wie letztes Jahr?

  • Schlangengift. Zu František Vláčils Hadí jed (1979)

    Als Europa noch geteilt und die Grenze weitgehend unüberwindbar war, gab es gefühlt deutlich mehr Austausch. So lief auch dieser Film synchronisiert im DDR-Fernsehen (zuerst 1983), heute aber (2025) muss man den Film im Original schauen und aus automatischen Untertiteln schlau werden…

    Ich weiß, es gab nicht so viel Austausch und so schafften es eben auch Schwarzweiß-Filme über so ein schwieriges Thema ins Fernsehen, man möchte eben unterstellen, weil es nichts anderes gab – ich sage jedoch: weil es selbst in so einem trostlosen Film tolle Schauspieler gab.

    Ein junge Frau (gespielt von Ilona Svobodová), deren Mutter vor kurzen gestorben ist, sucht ihren Vater (Josef Vinklář), zu dem sie keinen Kontakt hatte. Sie lässt sich in den Winterferien von ihrem Freund (Jan Hrušínský) in die Ödnis fahren (gedreht wurde neben Prag auch u.a. in Nová Ves pod Pleší, Ledčice und in Bojanovice-Malá Lečice, allesamt kleine Nester in der Nähe von Prag) um ihn dort aufzusuchen.

    Gesoffen wurde früher ohnehin mehr, aber man merkt dem Film recht schnell an, in welche Richtung da erzählt wird. Es bleibt nicht nur bei vier kleinen Schnäpsen, bald wird es immer mehr Alkohol…

    Der Film lebt von seinen wunderbaren Darstellern, man kann wirklich gut nachvollziehen, wie sich Vater und Tochter zwar in klaren Phasen vertrauter werden, näher kommen, der Vater aber durch seine schubweisen Trinkereien alles wieder einreißt und am Ende im kalten Winter des Bauwagens übrig bleibt.

    Das Thema des Alkoholismus ist nur ansatzweise dargestellt, es bleibt recht friedlich, das ginge auch deutlich schlimmer zu zeigen. Es wird wenigstens angesprochen, man kann überlegen, warum und wie getrunken wird, aber das niemand aufschreit, dass das Leben so sinnlos ist, dass eigentlich nur das Saufen blieb/ bleibt? Und das die Strukturen so verfestigt sind, dass man aus der Misere überhaupt nicht rauskommt. Wahnwitzig auch die Verstecke, wobei auch das geht natürlich noch immer viel viel wilder…

    Wenn man wenigstens eine echte Untertitelspur hätte, die dann übersetzt noch ein wenig mehr Sinn ergäbe, es bliebe vieles nicht so im Dunklen. Warum der Vater dort ist (so eine Bohranlage mitten im tiefsten Winter in der Pampa, das riecht doch nach Strafversetzung), warum er trinkt (weil er frei sein will? weil es die Gewohnheit im Dorf ist?) Schade, dass der Film zwar auf Deutsch synchronisiert ist, aber man nur so schauen kann und ein wenig rätseln muss. Mein 298. tschechoslowakischer Film.

  • Getting through/ Die Botschaft erfassen/ 파악하는 것, 다시 Cărtărescu, Orbitor (4)

    Das Problem ist. Schnell kann ich das Buch nicht lesen. Dazu fehlt mir Zeit und Kraft. Zum anderen auch: Ich verstehe Cărtărescus “Die Wissenden” nur ansatzweise. Wenn nur einzelne Wörter (Katoptromantie z.B., S. 124) erklärt werden, auf den Seiten aber noch einige Dutzend weitere Formulierungen schwer bis höchstens missverständlich/ oberflächlich verständlich bleiben, bin ich, gelinde gesagt, verwirrt.

    커르터레스쿠의 소설을 계속 읽는 것 중이였다. 독일어는 내 모국어이는데 모르는 단어가 많았다. 번역사의 설명이 있지만 다른 정말 새롭고 이해할 수 없는 단어가 생겼다. 사전이나 인터넷에서 뜻을 찾았는데 계속 그냥 애매한 어휘가 남겨 있었다. 그것 이상했다. 정말: 독일어로 읽으면 중에 새로운 분위기나 느낌이 생각했다.

    Das Gute ist. Schnell will ich das Buch nicht lesen. Dafür eröffnet sich zu sehr ein wirklich interessanter Orbit, eine Umlaufbahn. Der junge Erzähler, der auf diesen Seiten seiner Freundin den Kopf schert um das seltsame Tattoo dort erkennen zu können, kreist wirklich im Raum herum, in Bukarest, wann und wo genau, ist nur erahnbar.

    사실은 이런 장을 어색한 느낌에서 읽었다. 타투에 대해 읽고 싶지 않지만 골치에서 숨겨 있는 비밀적인 사인에 대해 궁금했다.

    Es ist keineswegs eine leichte Lektüre, aber auch nicht undurchdringbar. Ich muss nur schauen, wie ich dran bleibe und nicht immer wieder von neuen und anderen Büchern abgelenkt werde. Zudem ist der Tag meist so zerfasert, dass die wenige Zeit am Stück zum Lesen, die bleibt, kaum als Zeit am Stück zum Lesen bezeichnet werden kann.

    There is a lot of time left every day. Talking to ㅅ for an hour is possible even throughout the new time difference (winter time), but after that I don’t know how to control time, to deeply use it and not waste it. I know this idea of having to use free time so efficiently is absurd. There should be time to waste or just to enjoy doing nothing.

    Maybe it is just about cutting out online and screen time just even more. Because: what really feels useless is the input from the internet. There is just debate, there are arguments everywhere but there is no content or the real interesting content is just in the books.

    So werde ich mich wahrscheinlich nur noch auf das Schreiben hier konzentrieren und alles andere an Onlineaktivitäten, auch das Kommentieren, begrenzen. Wenn es denn geht. Es nervt nur noch.

  • Im Vergleich 비겨하면

    Die Stadtbibliothek hat einen kleinen Schrein (haha) für die jeweiligen Gewinner irgendwelcher Preise, der Nobelpreis für Literatur oft lange in der Mitte. 2024 hat ihn Han Kang gewonnen und es war wirklich ewig nix zu bekommen (erst wieder im April oder Mai 2025), also ohne vorzubestellen.

    Das sah praktisch immer so aus:

    Man musste schon irgendwie einen Notfallmurakami drumrum drapieren, damit es ein wenig nach Asien aussieht – dachte ich mir, aber Murakami hat 24/ 25 noch irgendeinen Preis bekommen, ok. Aber da: Angebot und Nachfrage… Na ja.

    라이프치히 신립도서관에서 항상 문학상 받는 작가위해 한 작은 제단처럼 보이는 책상이 있다. 작년에 한국 온 노벨문학상 받았던 한강위해 자리 있었지만 소설들을 4월까지 거의 사라졌다. 아마도 책이 많지 않기 때문에 아니면 사람들이 한강 작가의 소설을 열심히 빌리고 읽었는지 나 지금까지 모르겠다.

    Krasznahorkai Laszlo hat den Preis 2025 gewonnen und der Schrein ist voll. Mit Neuausgaben! Auch in den Regalen. Überall, es quillt fast über. Ich freue mich und habe eines mitgenommen.

    올해 노벨문학상 받았던 홍가리에서 온 작가 크러스너호르커이 라슬로도 이런 자리 받았다. 하지만 독일 출판사 로볼르트 빨리 새로운 책을 인쇠됐기 때문에 책이 한강보다 더 훨씬 많았다.

    Schade nur, dass der Aufbau-Verlag sich zwar 2024 gefreut hat, aber irgendwie nichts draus gemacht hat. Ehrlich gesagt, nur ein Kinderbuch von Han Kang zu übersetzen seither kann doch nicht wahr sein. Ich weiß, es ist schwer verständlich, es ist vielleicht nicht so im Fokus wie europäische Literatur. Aber nur den Unmöglichen Abschied zu machen und dann gut? Schade. Es gäbe sicher mehr zu veröffentlichen…

    *Edit: Ich habe die Bilder verpixelt.

  • Vokabellernen (aktueller Stand)

    Im Oktober lerne ich weiterhin Vokabeln, was sonst. In einer App habe ich zur Zeit exakt 2400 Wörter gespeichert und die fragt nach der Methode der spaced repetition. Allerdings lediglich 30 Wörter pro Tag. Meist schaffe ich das schon am Morgen, zumindest seit dem 7.9. habe ich keinen Tag mehr ausgelassen. 30 Wörter sind allerdings wenig und die einzig fiese (also meiner Meinung nach auch wirksame) Methode, nämlich zu schreiben (also exakt wiederzugeben) ist in der App nicht wirklich effektiv. Man bekommt zwar ein Signal, aber ob das richtig oder falsch ist, scheint völlig egal zu sein. Lediglich die Zuordnungen funktionieren, dann rutschen Wörter, selbst, wenn sie mal gelernt waren, wieder in Gruppe 1 zurück.

    Daneben gibt es immer noch meine Karten, die ich zwischendurch auch liegen gelassen hatte. Da habe ich am 31.8. wieder angefangen und immer mit einem größeren Intervall Abfragen gemacht. In Gruppen von A bis Z und da das nicht bis zum nächsten A reichte, noch mit den Gruppen A2, B2, und C2…

    In der ersten Runde, die in ein paar Tagen endet, habe ich immerhin ursprünglich 1225 Karten im Umlauf, bis zur gestrigen Gruppe Y (nach 8 Wiederholungen) habe ich 654 Wörter sicher gewusst. Das sind gerade mal 53%, es dürften noch ein paar mehr werden, aber na ja, es ist schwierig.

    Nicht vermeiden dabei konnte ich, dass ich immer noch Doppelte entdecken musste, also Karten, auf denen ich Wörter immer und immer wieder notiert habe. Die Liste durchzugehen ist schon jetzt schwierig. Die fertigen Karten werde ich irgendwann überprüfen und vielleicht noch weitere Wörter ergänzen oder korrigieren.

    In der zweiten Gruppe, die am 29.9. begann und am 25.11. enden sollte, habe ich jetzt 919 Wörter (also schon etwas weniger, auch wenn mir noch ein paar Gruppen fehlen) und wären die heutigen Zahlen die gewussten Karten, es wären gerade mal 444 (das heißt 48%). Ich merke, dass dieser zweite Durchlauf schon deutlich schwerer fällt. Ich muss außerdem immer häufiger Karten zurückschieben, die dummerweise zwei oder mehr Einträge haben. Ich hatte anfänglich mal solche Karten erstellt, aber sich gleich vier Begriffe auf einmal zu merken, ist eher unrealistisch. Sind es Karten wie 세상, 옥상, 수상, 상의, in denen also ein Teil der Vokabel immer wieder vorkommt, merke ich es mir dann doch, aber auch nur mit vielen Anläufen… (Welt, Flachdach, Wasser, Beratung).

    Es ist schon so, wenn man nicht beständig lernt, wird es immer schwerer, aber wie hält man auf lange Frist durch? Motivation habe ich, ja, aber je höher man kommt, wenn man denn höher kommt, umso weniger sieht man die Erfolge, es fühlt sich wie bei einer Bergsteigtour an: man sieht den Gipfel zwar irgendwie, aber nach der nächsten Drehung kommt wieder ein steiler Anstieg, und wehe man schaut nach unten, bzw. irgendwie fällt immer mal was nach unten, aus Dussligkeit, obwohl am weiß…

  • Viele unbekannte Wörter weiterhin. Zu Cărtărescus “Die Wissenden” (3)

    [de/ ko] Das Buch lehrt wahrlich Demut. Wenn ich auf jeder Seite (!) neue Wörter sehe, bei denen ich überlegen muss, ob es sich lohnt sie nachzuschlagen, dann will das was heißen. Ich will nicht behaupten, dass ich durch einen Fontane oder Thomas Mann auf der Wortschatzebene vollständig und bis aufs Letzte problemlos durchkomme: aber in einem doch eher neuen Werk (1996) so derartig viele neue Wörter? Ich fand einiges ein wenig manieriert, übertrieben, exaltiert, völlig abgedreht, dann habe ich allerdings Cărtărescu zugute halten müssen, dass er ja aus der Lyrik kommt und eine derart verdichtete Sprache gewohnt ist: aber ist das dann ein Erzähler? Oder doch weiterhin ein Dichter?

    Dem recht spannend geschrieben Kapitel über die Übersiedlung der Familie aus dem Bulgarischen in die zentrale Walachei folgt dann ein Abschnitt von Gedanken zur Erinnerung, zu Vergangenheit und Zukunft, zum Erzählen. Toll gemacht, ein Steinbruch für Zitate, aber ob ich das überhaupt erfassen kann? Ich bezweifle und lese weiter. Heute ab Seite 104. Mal sehen, wie viel ich schaffe.

    커르터레스쿠의 소설 계속 흥미롭고 힘든 것 같다. 가족에 대한 이야기후 거의 20 페이지에 과거나 미래에 대해 말했다, 너무 높고 이상하고 똑똑한 어휘로서 읽는 것이 가끔 불가능했는데 커르터레스쿠 작가가 사실 시인으로 쓰는 것을 시작했어서 조금 이해할 수 있었다. 인수하는 것이나 무시하는 것 읽는 방법, 쉬운 소설아닌다.

  • 불가리아의 귀신, 계속 커르터레스쿠의 오르비터 소설 (2)

    [ko/de/en] 계속하게 읽으면 화자가계속하게 읽으면 화자가 (아니면 이야기하는 15살 소년) 다음 장에서 가족의 이상한 이야기를 말하는 것 시작했다. 겨울에는 한 작은 그룹이 마을에서 도망갔는 것 설명했다. 이런 설명이 귀신 이야기 정말 조야하는 거의 믿을 수 없는 이야기 이였다. 마을에서 사는 사람 양귀비를 샀고 가꾸고 먹었다. 이후에 마을에서 그냥 미친 사람들이 남아 있어서 마을의 조상들이 깨어났다 … 엄청 묘사할 수 없는 혼돈이 나와서 커르터레스쿠의 화자가 잘 이야기를 했다.

    Ich bin sonst eigentlich kein Fan von solchen übernatürlichen Geschichten, zuletzt habe ich mir das bei Sorokin (Der Schneesturm) angetan (und war begeistert). Aber hier passt das und man erahnt, welche Dimension das ganze Buch annehmen soll. Also, wenn das Buch im Stile dieser ersten Erzählung fortsetzt, komme ich zwar nur langsam voran, aber das wiederum lohnt sich dann auch mal. Ich bin auf Seite 66.

    Besides that I read some rather weak graphic novels yesterday. I will not write a lot about them, maybe just some words when I speak about what I’ve read this october.

  • Orbitor소설을 읽어 있다, 첫 인상에 대한 글

    [ko/ de] 올해 홍가리에서 온 작가 크러스너호르커이 라슬로가 (Krasznahorkai László) 노벨문학상을 받았어서 신립도서관에서 모든 책을 없어서 나 지금 루마니아 온 미르체아 커르터레스쿠의 (Mircea Cărtărescu) 오르비터 (Orbitor, 세 권 1996) 시작했다. 이 글에서 첫 인상에 대해 쓰거싶다.

    처음에는 이 세권 어디에 시작하는 것 궁금했다. 독일어로 Die Wissenden (알고 있는 사람들) 첫 권이다. 첫 20페지에서 한 15살 있는 남아이가 루마니아의 수도에 대해 말하기 시작했는데 끝날 수 없는 쓰나미처럼 호흡없게 읽어야 했다.

    Wohin mich diese Lektüre führen wird, und ob ich es durchhalte, ich kann auf Seite 24 noch nicht viel sagen. Es liest sich schwer, aber nicht unverständlich. Und die beschriebene Melancholie eines Teenagers beim Blick auf die Skyline einer Stadt (hier Bukarest) ist schon gut nachvollziehbar.

    PS: Artikel schreiben bildet. Ich weiß jetzt, wie der Name ausgesprochen wird. Da es keinen koreanischen Wikipedia-Artikel für Cărtărescu gibt, musste ich den Namen freihand suchen und habe über die Hangeul-Aussprache auch gleichzeitig die rumänische Aussprache verstanden. Die koreanische Aussprache kann schon oft völlig anders sein, aber oft ist sie phonetisch so exakt am Original, dass man sich Aussprachen in ganz anderen Sprachen erschließen kann – ganz nebenbei.

    한국어로 지금까지 그냥 멜란콜리아 (Melancholia) 번역됐다. Auf Koreanisch scheint bislang nur Melancholia übersetzt worden zu sein.

  • Ist das Mathematik? Ist das Philosophie? Eher ein schwacher Krimi. Zu Guillermo Martínez “Die Oxford-Morde” (2003)

    Damit zu kokettieren mit Mathematik nicht viel anfangen zu können, mag ich schon lange nicht mehr. Zu traurig ist es, nach 12 Jahren permanent erteiltem Mathematikunterricht nicht viel mehr zu können, vielleicht sogar weniger, als die Generationen zuvor mit gerade einmal 6, 8 oder 10 Schuljahren. Praktisch anwendbar ist Vieles aus dieser Zeit nicht. Unvorstellbar viele Stunden habe ich mit Funktionen und deren Ableitung verbracht, aber was die Suche nach der Null und dem X sollte, hat mir zumindest keiner gesagt. Daher die Witze und Sprüche. Und dennoch: gut ist das nicht, dass man eben kein Mathe kann, bzw. kaum Vorstellungen von irgendwelchen Konzepten der Mathematik.

    Romane aus diesem Bereich, aus diesem Umfeld sind hingegen immer interessant. Mit Begeisterung habe ich Atle Næss’ Roman über die Riemannsche Vermutung (Roten av minus en, die Wurzel aus -1, wenn man es übersetzt) gelesen.

    Und da nun hier auf dem Cover nicht schon wieder irgendein Inspector Commissario XY in seinem 25. Fall angepriesen wurde und ich keine Reihe erwarten musste, es im Prinzip auch egal ist, ob man das Flair der Gegend kennt, griff ich zu Guillermo Martínez’ “Die Oxford Morde” (zuerst auch als “Die Pythagoras-Morde” übersetzt und herausgebracht). Nun denn…

    Ein Mathematiker kommt für ein Jahr nach Oxford, die frühen 90er (E-Mails aus dem Computerraum, ach ja, ich sehe förmlich die weißen Tastaturen…) und dann geschehen einzelne Morde, die stets von einem anderen Mathematiker begleitet und kommentiert werden. Denn dieser ist ein Experte für Zahlenreihen und vermutet hinter einzelnen Nachrichten, die im Umfeld der Morde auftauchen eine mögliche Fortsetzung. Sollte es also gelingen, die Reihe fortzusetzen, könnte man unter Umständen vorhersagen, wer wann den nächsten Mord begehen könnte.

    알겐티나 온 수학자가 오크스포르드에서 다양한 살인범들을 증거했다. 매 살인 포함에 노트를 읽을 수 있었다. 다른 유명한 수학자가 이런 것을 설명하고 싶었다. 사실 그냥 조금 재미 있는 탄청소설이였다. 추천하고 싶지 않다.

    Das Ende ist etwas deprimierend, das Frauenbild (lüsterne Tennispartner direkt aus den 50ern) sagen wir mal “seltsam” und auch sonst ist der Roman nicht wirklich empfehlenswert. Ich hätte mir dann was anderes darunter vorstellen wollen: wirklich irgendwelche knobelnden Mathematiker, die Annahmen über die Fortsetzung von Herzchen, Fisch und Triangel machen. Aber so. Leider wenig empfehlenswert, finde ich.

    소설에서 온 여자 역할 조금 낡았어서 이 소설이 불쾌했다. 또한 수학 이론이 있으면 이 이론들을 사용하셨을 때 어땠다?

    Das ist sowieso die Sache: vermutlich ist die Geschichte im Kopf des Autors klar, aber die Erzählbarkeit ist eben eine mögliche: eine geradlinige Geschichte mit deutlicheren Andeutungen wäre vielleicht besser gewesen. Oder ist mein Kopf einfach nur kein guter Empfänger, verwirrt sich alles zu sehr?

    혹시 잘 한 이야기를 나눈 것이 가장 힘든 것 같았다. 내가 보기에는 좋은 세팅이나 좋은 생각이 중요하지만 이 이야기를 이야기 할 수 없으면 안돼는 것 좋겠다.

  • Dem ist nichts mehr hinzuzufügen. Zu: Bak Sang Yong: 절에서 만나는 우리 문화 (2010)

    Wer aufmerksam durch Korea reist, trifft überall auf Klöster und Tempel, praktisch an jeder Ecke (oder auf jedem Berg) gibt es irgendwo eine Stupa, ein kleines Eremitentempelchen oder eben auch größere Anlagen wie Haeinsa oder Bulguksa.

    Wenn man die Tempel besucht, bleibt man vor Staunen oft genug stehen und fotografiert. Und rätselt, was das bedeuten könnte, wofür dieses Gebäude steht und welche Figur unter den vielen nun Buddha ist und warum es so viele von ihnen gibt.

    Ich glaube, es war in Haeinsa, als ich einer Gedenk-Zeremonie für einen Verstorbenen halb und halb beigewohnt habe und mir dann eine umstehende ältere Frau versuchte zu erklären, was da passiert – und natürlich ihre Schwierigkeiten hatte, mir das mit meinem geringen Koreanisch zu verdeutlichen.

    Genau das gelingt in dem Buch von Bak Sang Yong, dem ich mal mit “Wo wir im Kloster unsere Kultur treffen können” paraphrasierend einen deutschen Titel geben möchte. Bak erklärt in dem Buch praktisch alles. Von der Geschichte des Buddhismus auf der koreanischen Halbinsel über die einzelnen Gebäude der Klosteranlagen kommt er zu den einzelnen Figuren (Buddha, Boddhisatvas) und deren Handgesten und Attributen. Schließlich gibt es noch ein längeres Kapitel zu einzelnen Wandmalereien (das wohl auf einem älteren Buch beruht). Er bildet dabei (das Buch wendet sich eigentlich an schmerzfreie und sich wenig gruselnde Grundschul- oder Mittelschulkinder) viele Analogien zur Schule bzw. der Lebenswelt der Kinder. Die komplizierte Vorstellungswelt des Buddhismus mit den Seiensbereichen, mit der Ablehnung aller Zweiheit, mit der Vorstellung von Nirvana, Himmel und Hölle (hütet eure Zunge…) wird wirklich einfach erklärt.

    Buchcover mit koreanischen Klostergebäude, dazu gezeichnete Figuren.
    박상용: 절에서 만나는 우리 문화. (2010) Und endlich verstehe ich selbst die Farbgebung beim Drachen…

    So, dass es sogar ich mit meinem Koreanisch verstehe. Natürlich, ja, gebe ich zu, habe ich meine Schwierigkeiten mit einzelnen Eigennamen, musste ich manche Begriffe bis in die Bildersuche mehrfach suchen, aber irgendwie war ich drin und dran und relativ schnell durch damit: aber ohne das Gefühl zu haben, dass ich mich hier durch zähe Kapitel quälen musste. Viel eher würde ich in dem Stil weiterlesen: einfache Satzstrukturen und häufige wiederaufnehmende Wiederholungen: das übt ungemein.

    Und man erfährt noch permanent Neues. Ich würd ja gern sagen, ich bin dann mal weg und wieder in Korea…

    Leider wird das Buch mit extrem großer Wahrscheinlichkeit wohl nie übersetzt werden. Da wird mir sicher ein Schwall an Überlegungen entgegengebracht werden, warum sich niemand sonst dafür interessiert und so weiter und so fort. Gut, kein Ding, ich nehme es dann eher als Empfehlung, sich ein paar Jahre hinzusetzen, Koreanisch zu lernen und dann dieses Buch lesen zu können. Dafür fast allein lohnt es sich schon…

  • Sich ernsthaft an einen Tisch setzen. Zu Christa Wolfs Interview in “Unsere Kinder” (1989)

    Im Dokumentarfilm von Roland Steiner “Unsere Kinder” (1989) ist ein kurzes Interview von Christa Wolf mit zwei jungen Männern zu sehen, die offensichtlich der Neonaziszene in der DDR zuzuordnen sind. Von diesem Interview habe ich noch nichts zuvor gehört, erinnerte mich aber an das kleine Büchlein, dass aus einer Diskussion in der Wochenpost entstanden war. In diesem Buch muss sich Christa Wolf mit massiven Vorwürfen für ihre Gedanken auseinandersetzen, bekommt aber (zum Glück) auch deutlichen Zuspruch. Und, sieht man die versteinerte Einheitsfeierkultur von heute, möchte man anmerken: es ist noch nicht mal ansatzweise ausdiskutiert – was damals falsch lief, was danach totgeschwiegen wurde, und wie bis heute miteinander umgegangen wird. Und das meine ich ausdrücklich nicht in dem weinerlichen Ton, wenn manche Menschen meinen, dass ihre Meinung unterdrückt würde. (Während sie ihre Meinung äußern, beklagen sie, dass sie ihre Meinung nicht äußern können. Und wir nicken nur müde. Da sind wir doch schon wieder bei 1989, Müdigkeit.) (Wir sitzen 36 Jahre später noch immer da, wie die Wolf mit Kaffee, Limo und Cola saß: müssen uns an Lebenslügen, an Konstrukte heranwagen, haben weitgehendes Desinteresse allerseits, Vorurteile sind herübergekommen, Stereotype werden in Marmor geschlagen…)

    Das Interview ist in zweierlei Hinsicht interessant. Zum einen ist Christa Wolf überhaupt bereit, einen Dialog zu führen (anders als der oft gehörte Satz damals wie später wie heute: “So rede ich nicht mit dir/ mit Ihnen”) und zum anderen hört sie auch zu, stellt aber dann auch genaue und sinnvolle Gegenfragen. Zu oft wurde/ wird damals wie heute “gut” zugehört, das ist schon in Ordnung, aber dann wird doch nicht gekontert, wird doch nicht die eigene Meinung auf einem überzeugenden Niveau geäußert.

    Unter dem Vorwand, man wolle ja nur zuhören, nur “gut” zuhören, ausreden lassen, lässt man dann Dinge völlig im Raum stehen und hat eigentlich nichts erreicht, vielmehr das Gegenteil erreicht (die Meinung ist mutmaßlich akzeptiert durch Schweigen, sie steht im Raum, unkommentiert.) Bei Wolf ist das interessanterweise nicht so. Sie wird nicht grantig, sie spielt ihre intellektuelle Überlegenheit (schon aus Lebenserfahrung) nicht aus, aber sie hält doch dagegen.

    Und ich bekenne, man muss das können, gute Gegenfragen stellen, darf sich nicht reinsteigern, darf aber eben auch nicht alles akzeptieren. – Klar – die Wolf konnte danach wieder gehen, in ihrer mecklenburgischen Abgeschiedenheit auch reflektieren, das können die allermeisten Menschen nicht, aber: all die hochbezahlten Interviewer heute, die bepreisten Talk-Shows, sind nicht im Ansatz so interessant wie dieser kurze Ausschnitt, diese paar Fragen…

    Und dann stellt sich für mich die Frage: wie viel von dem Interview sehen wir hier denn? Ist da noch mehr, ist da noch was anderes vorhanden, lesbar? So spannend, wie die wenigen Minuten da sind, da könnte das vollständige Interview, wenn es noch nicht veröffentlich ist, meiner Meinung nach viele, na ja einige, na zumindest mich interessieren.

    크리스타 볼프 동독 작가가 한 다큐멘터리에서 극우주의자들이랑 인터뷰를 했다. 그것이 너무 흥미로웠다. 나 이 인터뷰가 있는지 몰랐다. 그래서 궁금했다. 볼프 작가 인터뷰에서 정말 좋은 질문 해 봤는데, 그녀가 잘 듣고 있지만 또 좋은 대답이 있었다. 오늘날 사람들이 그냥 잘 듣고 있는데 원래 그것 좋지 않다. 그냥 바보적인 미워하는 것을 들어면 내가 보기에는 대답, 잘 생각 발생기는 대답이 필요했다. 이 다큐멘터리가 그냥 독일어로 볼 수 있다.

  • Gelesen (im September 2025)

    Ich ändere das mal. Von “Was ich gerade lese” hin zu abgeschlossenen Büchern. Diese also im September 2025.

    (1618) Lepic, Alex: Lacroix und der blinde Buchhändler von Notre-Dame. Nicht wirklich empfehlenswert, aber immerhin ein Krimi. Wobei: eigentlich nicht mal das. Sobald man was von einem ungedruckten Manuskript und einem von Frauen umschwärmten Hemingway hört, ist doch klar, warum wer wie enden muss, lediglich, wer es schließlich konkret gemacht hat, fällt dann noch raus. Aber nicht auf 200 Seiten bitte.

    (1619) Bak Seong-U/ Kim Hyo-Eun: 아홉 살 느낌 사전. Ein sehr schönes Bildwörterbuch, allerdings in einem recht poetischen Sinne. Ob man wirklich so als Neunjähriger gedacht hat?

    (1620) Foer, Jonathan Safran: Wir sind das Klima! Einzelne Passagen aus dem Buch sind gut (aber bekannt), vieles andere wirkt angepappt, 273 Seiten für wenig Inhalt, vieles davon ist wahrscheinlich seither so oft wiedergekäut worden, dass man jetzt nichts mehr daraus nehmen kann.

    (1621) Hindemith, Paul: Johann Sebastian Bach. Oh Gott, eine ganz kurze, leicht anstrengende, in einigen Sätzen aber dennoch anstreichenswerte Rede, gedruckt in einem Inselbändchen. Gefunden, gelesen, weitergereicht. Anders als Foer mit gutem Gewissen, denn jeder kann sich aus diesem Text etwas nehmen, ob Musiker oder nicht. Und Bach ist immer lesenswert.

    (1622) Minardi, Dino: Biblioteca Criminale. Vierter und für mich ebenso erster wie letzter Fall für Commissario Pellegrini. Wie man einen Krimi in einer Bibliothek derart uninteressant gestalten, aber dabei so viel artiginale Italienschwärmerei hineinblasen kann, ist mir unbegreiflich. Zwanzig Tassen Kaffee später habe ich das Buch entnervt beendet, spannend ist es nicht. Ich versteh ja, dass man solche Reihen machen muss, sonst kauft keiner mehr Bücher für den Strand, für den Zug, fürs Klo, aber warum dann nicht einfallsreicher?

    (-) Sargnagel, Stefanie: Iowa. Nach wenigen Seiten abgebrochen. Filz im Intimbereich hin oder her, noch mehr herumgeisternde Sätze, die ich nicht lesen wollte.

    (-) Dunthorne, Joe: Kinder des Radiums. Nach wenigen Seiten abgebrochen, hier zuviel Nabelschau, zuviel unkonkretes Gequatsche, bevor – möglicherweise – dann mal irgendwann die eigentliche Geschichte beginnt.

    (1623) Heldmann, Kristina: 이상한 기후, 그래서 우리는? Von diesem Buch bin ich einerseits des Inhalts wegen begeistert, andererseits hatte ich hier stellen- und ansatzweise das erste Mal überhaupt das Gefühl, dass es auch im Koreanischen möglich sein könnte, flüssig zu lesen. (Bis das nächste Buch mich wieder auf den Boden der Realität zurückholt.)

    (-) Sigurdadottir, Lilja: Höllenkalt. Krimi vom Verschenkestapel, kurze Kapitel, wenig Inhalt. Ich habe nach einer Geschichte gesucht, aber da ist nur Kapitelasthma, leider.

    (1624) Ogawa, Ito: Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen. Im Beitrag schreibe ich, warum ich dem Buch unter derzeitigen Umständen nur Unrecht tun würde, wenn ich über vermeintliche Banalität oder Seichtigkeit lästerte. Ich lasse es daher, denn eigentlich mochte ich diese friedliche Stimmung, eigentlich möchte ich genau so eine Stimmung immer und überall. Warum können wir uns nicht wieder auf die Auswahl eines Stifts konzentrieren, oder welches Briefpapier man verwendet? Oder wie man alle möglichen verrückten/ verschrobenen/ seltsam anmutenden Traditionen weiterführt UND gleichzeitig niemandem damit schadet, niemanden damit quält. [Das ich mich nicht aufs Lesen konzentrieren kann, wenn jemand neben mir quatscht, ist dagegen fast schon geschenkt.]

    (-) Olkusz, Gesa: Die Sprache meines Bruders. Entnervt, abgebrochen.

    (-) Oe, Kenzaburo: Therapiestation. Ungelenke und bemühte sozusagen Science-Fiction. Oe kann komplizierte düstere schwere Romane schreiben. Aber dieses Buch hier war nichts. Abgebrochen, so leid es mir tut.

    (-) Preuss, Uwe: Katzensprung. Man muss dem Buch zugute halten, dass es nicht als Roman tituliert daherkommt. Sonst aber bleibt meine Bitte: nicht jedes Buch muss geschrieben werden, nicht jeder Schauspieler, Promi, sonstwer muss was zwischen Buchdeckel klemmen. Das hier waren nicht mal ansatzweise Geschichten, die hätten nicht mal auf einer Familienfeier was genützt.

    (1625) Zweig, Arnold: Junge Frau von 1914. Eine junge Frau muss abtreiben, ihr Geliebter, den sie zunächst nicht heiraten darf, hat sie ungefragt geschwängert. Sie hasst ihn ausgiebig, letztlich aber kann sie doch wieder von ihm nicht lassen und versucht, eine Heirat doch durchzusetzen. Das ist erschwert, denn der Bräutigam, Werner Bertin, ist Soldat im Ersten Weltkrieg, zunächst in Serbien, danach auf den Schlachtfeldern vor Verdun. Zweig beschreibt sehr gut, analysiert den Ersten Weltkrieg sehr genau, zeigt auch die Verlogenheit der Propaganda auf (die dann auch das Erstaunen der Bevölkerung bei Waffenstillstand im Jahre 1918 erklärt). Ein Roman, der einen nicht ganz klar zurücklässt, andererseits – eine eindeutige Rachegeschichte wäre zwar denkbar gewesen: aber so wie es ist, ist am Ende doch (leider/ Gott sei dank) das Leben. Der Aspekt der beschriebenen Abtreibung (soweit das einem Mann möglich ist) ist bis heute aktuell – hätte man das gedacht?

  • (Der schöne) 27. September (2025)

    Ich habe wieder auf dem Sofa geschlafen, es ist unbequemer und dennoch bequemer. Und mein Sofa. Als ich als Kind in Quartieren und in Gästezimmern schlafen musste, wenn nebenan alles schnarchte, die Betten rochen und unangenehm waren, habe ich immer vom Sofa im Wohnzimmer geträumt, dort zu schlafen, herrlich weich, angenehm warm (weil [der Raum] geheizt) – ein Sofa [nicht nur das damals] ist also das beste, was man haben kann. Auch wenn das Bett größer, bequemer ist/ sein soll. Ich weiß es nicht.

    동독 시대 중에 우리 여행 했을 때 우리 민박에서 항상 어색하고 불편한 침대가 있었다. 너무 불편한 느낌 있어서 항상 침대의 가장자리에 잤거든요. 그래서 외할부모님 고실의 소파에 대해 제일 좋은 소파를 생각 했다. 그래서 침대 소리, 생각, 고민 때문에 잘 수 없으면 나 계속 소파로 바꾼다.

    Aufgewacht, mit S telefoniert. Ich noch, sie schon wieder müde. Und entnervt vom gestrigen Tag, bei mir die korrigierten Tests, bei ihr andere Dinge.

    시험 교정 중에 나 자주 쓸모 없는 기분이 받았다. 지금 그냥 교정하고 잊어버린다. 학생의 동기가 정말 바꿔서 나의 동기가 없어졌다.

    Die gestrige heute show gesehen, gestern während des Yogas hatte ich bereits Kalk und Welk verfolgt, die beiden erklärten nochmal, wie man bestimmte medial-politische/ medienpolitische/ politische Vorgänge in den letzten Tagen verstehen kann, dass ausgestoßene Drohungen durchaus mit einer aus Milieus stammenden Sprache ausgegeben werden und man dementsprechend das Ganze auch kaum mehr als klassische Politik im normalen Sinne verstehen könne. Man spricht es lieber nicht aus, sonst kommt noch was. Wenn nicht Hollywood selbst Feindbild wäre, es wäre ein schöner Anlass dafür, das es endlich unterginge und seine gewalttätigen und flachen Filme für die Masse mit sich nähme, aber es ist ja selbst Feindbild. Also mir zu hoch, was da überhaupt noch vor sich geht.

    미국 온 영화를 싫어하지 않지만 익숙하지 않아서 한 영화를 보면 이상한 느낌이 있다. 사실 어리였을 때 부터 동독이나 체코 영화를 많이 봤어서 어른 됐을 때부터 익숙하는 과정이 힘든 것 같다.

    Mal sehen, wie lange das hier noch geht. Ich umschiffe mittlerweile bewusst Meldungen, langsam werde ich wahrscheinlich jemand, der nur noch das Kreuzworträtsel löst. Ich wusste, warum sich viele auf das Wetter konzentriert haben. 1,3°C gab es schon in einer Thüringer Allgemeinen von 1991, in dieser Woche die Ankündigung der 3°C – bereits in 25 Jahren. Nichts mehr mit lebenswert.

    Danach noch ein wenig die immer noch im Tandem mit KN besprochene Mitternachtsbibliothek (gelesen zuerst auf Deutsch im Juni 2023 in einem Hotelzimmer in Kunming, danach nochmals bis Ende Oktober 2023 auf Koreanisch und seither im Tandem besprochen und zusammengefasst). Mittlerweile Seite 370, das Ende, anders als es S sieht, ist nah. Zwei Stunden Austausch, fast jeden Samstag, seit Ende 2018/ Anfang 2019, vor allem in der Coronazeit praktisch der einzige Ausblick auf die Welt draußen.

    Während sich hier niemand an irgendeine Regel hielt, alles in Frage gestellt wurde, permanent alles zerredet wurde: dort hielt man sich dran, trug die Masken stoisch, und hatte auch ganz andere Werte. So konnte ich wenigstens ein wenig mein Kopfschütteln untermauern, belegen, begründen. Aber mittlerweile ist ja Skeptizismus an belegbaren Ergebnissen en vogue und ich mach nur Daumen hoch.

    Danach zur Bibliothek gefahren, etwas leerer alles, trotz Mangaday. Ich bin noch mal am Bild von Han Kang auf dem Platz für die preisgekrönten Nobelpreisempfänger vorbeigelaufen, lediglich ein Hörbuch von Die Vegetarierin ist derzeit ausleihbar, der Rest immer noch verliehen – permanent. Also wohl doch lesbar. Wer wohl der/ die nächste sein wird?

    한강 노벨문학상의 강연 문제를 다시 다운 받았다. 혹시 시간이 되면 읽을 것이다. 하지만 시간…

    Noch einmal mit S telefoniert. [Noch einmal] telefoniert, bestimmte sprachliche Dinge erklärt, dass die TN sich in den Pausen seit Jahren nur noch auf Englisch unterhalten, obwohl sie eigentlich Deutsch lernen sollten – und sich dann wundern, warum alles so schwer vorangeht.

    이 주제 끝 없다. 그래서 이것에 대해 말하고 싶지 않다.

    Der 27. September. Ich weiß, ich stelle mich hier mit Macht in irgendeine Traditionslinie, und will das trotzdem nicht. Aber die Idee, einen normalen Tag zu beschreiben, hat immer etwas. Gelesen habe ich das Buch gerne, wie praktisch alles von Christa Wolf. Als sie 2011 starb, war ich wirklich traurig.

    Am Abend dann noch Zweigs Junge Frau von 1914 beendet. Ich habe zwar einzelne Abschnitte überflogen, die Sprache strengt mich doch zu sehr an, aber das Buch bleibt eindrücklich zurück. Da ist die Ehrlichkeit, wie über den Ersten Weltkrieg geschrieben wird, das ist wie bei Remarque (wenngleich nicht ansatzweise so drastisch) und anderen. Die Zeit vergeht, heilt alle/ keine Wunden, aber sie vergeht eben. Und was verloren geht (Menschen), was nicht verloren geht (der Antisemitismus), das ist gut beschrieben. Ein gutes Buch, ein guter Abschluss des Tages (und des Monats, ich glaube kaum, dass ich noch in den nächsten Tagen mehr Bücher beende.)

    10월1일 여기 9월에 읽어했던 책에 대해 글이 나타난다.

  • Überschriften lesen (5)

    In Hankyoreh habe ich heute diese Überschrift gefunden: “웃기고 씁쓸한 박찬욱의 자본주의 잔혹 동화 ‘어쩔수가없다’”

    Ein grausames Kapitalismus-Märchen von [Regisseur] Bak Chan Uk, das lachen lässt und [gleichzeitig] melancholisch ist “Wenn einem nicht zu helfen ist”

    So würde ich das übersetzen und will damit exemplarisch zeigen, wie sehr das für mich eigentlich immer noch ein Jonglieren mit bestimmten Inhaltssegmenten ist. Die in eine Form zu bringen, die dann auch noch ansatzweise einer deutschen Überschrift entspricht, ist noch mal schwierig.

    Der Film soll wohl in Venedig und Busan gezeigt worden sein, aber mehr habe ich nicht weiter gelesen.

  • Richtige Momente, richtige Bücher

    Es verfestigt sich in mir immer mehr der Gedanke, dass man manchmal selbst die besten Bücher nicht lesen, geschweige denn würdigen kann, wenn man nicht in der Stimmung dazu ist. So geschehen, es tut mir wirklich leid, bei Ito Ogawas “Hatokos wunderbarer Schreibwarenladen”. Normalerweise hätte ich den dahinplätschernden Betrachtungen aus einem kleinen Schreibwarenladen mit einem Lächeln etwas abgewinnen können, so, heute, in dieser Situation, bin ich nur noch genervt.

    Überall Gekeif, Geschrei, Gebrüll. Flood the zone with shit. Ziel erreicht, ich will nichts mehr hören. Und im Gegensatz dazu solche plätschernden Wohlfühlgeschichtchen. Gehören die auch dazu? Oder tue ich ihnen Unrecht?

    Die Geschichte selbst ist eigentlich nett, auch wenn es praktisch keine Entwicklung, keinen Faden gibt, außer der Person selbst. Und dem beobachtbaren Umfeld, der verschrobenen konventionellen Kultur mit kalligraphischen Briefriten… Wie gesagt, eigentlich ein ganz nettes, ich würde sogar sagen, ein schönes Buch. […]

    일본에서 온 소설은 사실 재미 있는 소설이다. 아마도 나 지금 이런 종료실 재미 있는 소설이다. 아마도 나 지금 이런 책을 읽을 수 없다. 지금은 유럽에서 분위기가 너무 나빠서, 미국이 너무 바꾸거든요, 러시아 전쟁 무서운 방향도 있거든요. 사람들이 이 분위기를 바꾸고 싶지 않는데 원래 좀 더 좀 더 이 화난 분위기 개발하고 있다.

    이런 필 구드 (feel good) 책들이 요새 많아서 혹시 이 사회나 청지적인 상황 때문에 많이 출판됐다. 아, 나 이런 소설을 한 번, 다른 상황에서 다시 읽어야 한다. Sonst tue ich dem Buch wirklich vermutlich Unrecht.

  • Klima und Eisbär leicht verständlich. Zu: Kristina Heldmanns “Ohne Eis kein Eisbär” (2020) bzw. 이상한 기후, 그래서 우리는? (2021)

    In den letzten ein zwei Wochen habe ich ein Buch gelesen, dass sich um den Klimawandel dreht. Es ist ein Buch für Kinder, aber meiner Meinung nach profitieren auch Erwachsene dadurch, denn so oft, wie ich das Thema beruflich gehört habe, dürften es viele eben noch lange nicht mitbekommen haben. Bzw. in der Gänze nicht. Oder um mit ihren Kindern mitreden zu können. Bzw. um sich überhaupt noch mit dem Thema beschäftigen zu können.

    독일 제목이 Ohne Eis kein Eisbär 한국어 변이에는 이상한 기후, 그래서 우리는 바꿨다. 독일어로 이 제목이 얼음 없으면 북극곰도 없다 라고 번역할 수 있는 생각이다. Den Titel im Koreanischen kann man vielleicht mit “Seltsames Klima: Und nun [, was machen] wir?” übersetzen. 내 생각에는 독일 제목이나 한국 제목 둘다 좋은 것 같다.

    Im DaF-Unterricht, kommt das Thema Umwelt ziemlich häufig vor. Lese- und Hörtexte zum Thema gibt es zahllos viele, ich habe von Teilnehmer*innen zig Vorträge zum Sauren Regen gehört, Ideen zur Mülltrennung von Indonesien bis Marokko kommen dazu. Ich bin schon angezählt worden, weil ich schon wieder was zum Thema Umwelt, Umweltschutz oder Klimawandel “machen” wollte. Aber das Thema ist nicht von der Hand zu weisen, will heißen: wichtig.

    Diese intensive Beschäftigung mit allen im Buch auch wieder vorkommenden Aspekten (Erderwärmung, Schmelzen der Polkappen, Feinstaub, Müll, Massenaussterben etc.) ist in diesem Fall mein Vorteil gewesen. Egal wie schlimm die Fachwörter auch sein mögen: 이산화탄소 (Kohlendioxid) oder 온난화 (Erderwärmung) sind mir so oft bereits vorgekommen, dass ich sie im Buch beinahe erwartet hatte und es dementsprechend kein Problem war, den Kontext herzustellen – und flüssig (manchmal flüssig beinahe) zu lesen.

    Buchcover mit Eisbär
    Das koreanische Cover des Buchs, ich habe mir – auch zum eventuellen erneuten Lesen – Anmerkungen gemacht und es mit Klebezetteln versehen.

    Natürlich bin ich nicht 100% sicher, alle Details verstanden zu haben. Aber ich habe das erste Mal eine Ahnung, dass auch im Koreanischen ein gewisses flüssiges Lesegefühl möglich ist. Vielleicht bestätige ich meine Vermutung ungewollt selbstverstärkend: aber es ist ein Sachtext, möglichst schnörkellos geschrieben/ und in der Übersetzung nochmal von irgendeinem etwaigen persönlichen Stil entkernt: und es lässt sich besser verstehen als jede noch so einfache Kinderbuchgeschichte. (Na ja, ich will den Tag nicht vor dem Abend loben, wer weiß, das nächste Buch wird wieder ein Rückschlag mit tausenden unbekannten Wörtern.) (Ach so, die unbekannten Wörter. Die habe ich diesmal zwar notiert, in meine Karteikarten aufgenommen etc., aber nicht gezählt. Vielleicht ist das auch zumindest subjektiv hilfreich.)

    이 책을 잘 읽을 수 있었다. 혹시 나 독일어 외국인에게 가르쳐서 이 주제 자주 준비했기 때문이다. 하지만 내가 보기에는 B1 수준에서 이 비소설을 좋은 목표다. 소설이나 어린이책들이 재미 있는데 항상 일상생활의 표현이나 정말 똑똑한 말을 사용하기 때문에 이해하는 것이 이 책보다 너무 힘든 것 같다.

    Das Buch ist von 2019/ 2020. Da ist noch Euphorie zu spüren, vielleicht auch, weil es ein Buch für Kinder ist. Fünf Jahre später finde ich, sieht die Sache viel trauriger aus […]. Aber dafür kann das Buch nichts, das ich hiermit wirklich empfehlen möchte.

    이 책 1월이나 2월 중고소점에서 샀다. 혹시 올해 다른 책이 좀 더 현실의 책도 있는데 이 책을 정말 추천하고 싶다.

  • Meldung von den Bücherstapeln

    Ich habe ausgedünnt, in dem, was zu Hause rumsteht. Mit Stand von heute sind es 1297 Bücher (die katalogisiert sind, sicher gibt es noch ein paar unidentifizierte Bücher). Lesen davon müsste ich noch 679. Manches ist schwierig, weil sich z.B. koreanische Bücher nicht in zwei Tagen weglesen lassen oder die Bücher recht groß sind. Manche stehen jetzt praktisch auf den Tag (31.10.) “genau” 20 Jahre im Regal, etwa der legendäre letzte Kauf eines Buches auf dem Osloer Flughafen von Krieg und Frieden. Ich hatte noch 99 Kronen, fand aber partout kein norwegisches Buch mehr, dass für diesen Preis zu haben war, also griff ich zum größtmöglichen Taschenbuch, was eben Tolstois War and Peace war. Und das steht jetzt hartnäckig da und harrt seines Gelesenwerdens. Schlimmer ist wohl ehrlich gesagt nur noch das Exemplar der Früchte des Zorns, das dürften mittlerweile 25 Jahre sein.

    Aber egal. Daneben der Bibliotheksstapel. Das sind mittlerweile nur 6 Bücher zu lesen. Daneben ein zur Zeit vergleichsweise kleiner Stapel von Büchern aus den Verschenkeschränken, 9 Bücher, um genau zu sein.

    Parallel lese ich gerade drei Bücher, wenn man die Losungen nicht dazu nimmt. Eines dürfte recht lange dauern, von dem anderen schaffe ich pro Zugfahrt ein bis zwei Seiten (genau, es ist auf Koreanisch) und das andere ist der zweite Band des Neunjährigen-Wörterbuchs, da muss ich nur Lust haben, viele Seiten zu lesen/ zu übersetzen.

    Ich übersetze das natürlich nur für mich, von einer professionellen Übersetzung bin ich meilenweit entfernt und ehrlich gesagt glaube ich nicht, dass sich auch nur irgendein Verlag für dieses Buch interessieren dürfte – zumal eben ein gewisser kultureller Unterschied dabei ist. Die Zeichnungen sind zwar wirklich süß, aber da vermutlich kein deutsches Kind eine 감 (na gut, eine Kaki) im nicht ganz reifen Zustand gegessen haben dürfte, entfallen manche Erklärungen schon, bzw. sind recht schwierig nachzuvollziehen. Ich bin wie gesagt kein Übersetzer und wüsste da nicht, was man macht, um so ein im Prinzip schönes Buch zu übersetzen. (Zumal es eh niemanden interessiert.)

  • Ob ich das als Neunjähriger auch so gesehen habe? Zu: Bak Seong-U/ Kim Hyo-Eun: 아홉 살 느낌 사전 (2019)

    Von Kim Hyo-Eun illustriert und getextet hatte ich im letzten Jahr das Buch über den Kuchen gelesen (S hatte es mir geschenkt) und in diesem Februar habe ich von ihr ein weiteres Buch bekommen: Das Gefühlswörterbuch für Neunjährige (아홉 살 느낌 사전). Diesmal sind nur die Zeichnungen von Kim Hyo-Eun, der Text stammt von Bak Seong-U.

    Auf jeder Seite wird ein koreanisches Wort (ein Verb bzw. Adjektiv) vorgestellt, illustriert und auf der gegenüberliegenden Seite mit einem Wörterbucheintrag erläutert. Danach folgen jeweils drei kurze Beispiele oder weitere Erklärungen.

    Das Cover des Buchs, die Zeichnungen finden sich im Buch wieder. Die im Fuß zu sehende Abbildung etwa erklärt den Ausdruck 질다 für feucht/ nass.

    Das gerät natürlich nicht zu einem Wörterbuch der üblichen Art. Man kann nicht einfach nachschlagen und außerdem ist das Wörterbuch nicht so recht vollständig, das will es auch gar nicht und muss es keineswegs sein.

    Es sind vielmehr Wörter gesammelt, die bestimmte Zustände aus der Lebenswelt von Neunjährigen stammen: wenn Essen zu scharf ist (얼얼해) oder man mit noch leicht nassen Haaren seinen Joghurt trinkt (촉촉해). Diese Gefühle kennt man natürlich auch noch als Erwachsener, vielleicht erklärt man es sich dann nicht mehr so einfach. Oder hat kaum mehr Wörter dafür.

    Kaum Wörter dafür: ich hatte beim Übersetzen (für mich) Schwierigkeiten, äquivalente deutsche Begriffe zu finden, manchmal ging wirklich nur eine Umschreibung. Und das ist sicher auch die Schwierigkeit am Buch/ für eine deutsche Übersetzung des Buchs, einige dieser Gefühle kennt man vielleicht als deutsches Kind nicht, zumindest hockt man bequemer und einem schlafen die Beine nicht [so] ein. (저려)

    Aber das soll mich nicht stören und nicht hindern die Zeichnungen schön und die Erklärungen, manchmal wie aus Kindermund lustig zu finden. Ein lesenswertes Buch für alle Sinne und viele Situationen, denke ich. Das Buch ist Teil einer Serie von vier Büchern.

  • Überschriften lesen (4) Nur geschwind

    Diesmal ist es kurz und verhältnismäßig einfach. Donga Ilbo titelt heute

    올해 6∼8월 평균기온 25.7도…기상관측 이래 최고

    Was da meint: Dieses Jahr Juni bis August lag die Durchschnittstemperatur bei 25,7°C.
    Wetterbeobachter sagen das ist die [bisher] höchste [gemessene Temperatur].

    Diese durchschnittlichen Werte wären ja ganz nett, gefühlt waren es die drei Monate jeden Tag zwischen 35 und 40°C, das dazu bei einer hohen Luftfeuchtigkeit.

    기후변화처럼 보이는데 기후위기다. 하지만 사람들이 파악듣고 싶지 않다. 혹시 기후위기 아닌다, 혹시 사회위기다.

    Parallel dazu lese ich das schlecht gealterte “Wir sind das Klima” von Jonathan Safran Foer und kann ihm zwar prinzipiell zustimmen, bin aber so von derartig viel Gerede und Abgeschweife geschockt, dass es keine Freude macht. Wie kann man so ein Buch schreiben? Struktur, Form, Punkt, ich fasse es nicht. Und vermutlich bin ich zu dumm zu verstehen, warum eine teilweise vegetarische Ernährung besser sein soll als eine vollständig vegetarische.

    쓸모없는 책, 불구하고 그럼에도 오랫동안 읽는데 내용이 분명하지 않았다. 이 책을 읽지마세요, 270페이지를 시간.돈.생각 낭비다.

  • Bevor das noch mehr Leute vor dir gesehen haben

    Ich hatte eine Woche kein Internet, mit allen Schikanen von Callcenter bis Telekommunikationstechniker (“oh oh”) und erlösendem einfachen Elektriker, der was auch immer in fünf Minuten löste. Eine elende Abhängigkeit vom Netz, von vielen Dingen, die ohne Netz