Mein Album der Woche: Age of Pleasure | Janelle Monáe

Wie der Titel schon vermuten lässt, ist Janelle Monáes neues Album sehr hedonistisch geworden, vor allem was die Texte angeht, aber auch durch die gelungene musikalische Mischung aus Reggea-Beats und Tönen und Jazzklängen. Die Texte selbst, die doch eher von meiner Lebenswirklichkeit entfernt sind, verbuche ich mal als (Self-) Empowerment, Sex-Positivity und gute Laune.

Die perfekte Musik, um sie beim aktuell sonnigen Wetter am Pool oder während der Garten-Party zu hören, wenn die Luft nicht gerade von der Asche kanadischer Wälder verdickt wird oder Wasserknappheit herrscht. Fünf Jahre nach dem futuristischen, aber auch sozialkritischen Dirty Computers und ein Jahr nach ihrer (jüngst verwendete Janelle Monáe wohl auch wieder die Pronomen she/her) ausgezeichneten Science-Fiction-Kurzgeschichtensammlung The Memory Librarian, hatte Monáe wohl einfach mal Bock auf fluffige, leichte Musik mit Good Vibrations.

Da ist jetzt kein Song, der für mich so besonders heraussticht, wie einst Django Jane oder Pink, aber es ist auch kein wirklich schlechter auf dem Album. Gesanglich hat mir vor allem Only Eys for Two gefallen. Die Rap-Parts halten sich in Grenzen. Viel mehr fällt mir zu dem Album nicht ein. Lässt sich schön nebenbei weghören, ist aber auch nichts, was ich wohl regelmäßig hören werde

Demnächst geht es auch wieder mit Tori Amos weiter, aber zuletzt sind einfach zu viele interessante neue Alben erschienen. Das nächste Album der Woch stammt zur Abwechslung mal von einer Band und ist am 19. Mai neu erschienen. Bisher kenne ich nur zwei ihrer Songs und bin schon sehr gespannt.

Mein Album der Woche: My Soft Machine | Arlo Parks

Mein Album der Woche ist My Soft Machine von Arlo Parks, auch wenn es mich nicht so mitreißen konnte, wie das Vorgängeralbum. Vielschichtige Texte über Beziehungen mit entspannter bis funky Musik.

»Die junge britische Musikerin Arlo Parks ist schon seit ca. 2 Jahren im Gespräch, mir ist sie erst letzte Woche anlässlich der Veröffentlichung ihres Debütalbums Collapsed Into Sunbeams (ein Zitat einer meiner Lieblingsautorinnen Zadie Smith) richtig aufgefallen. Entspannter jazziger Sound mit Trip-Hop-und-Thom-Yorke-Anleihen, dazu ihre Wahnsinnsstimme, die absolut unverkennbar ist. Und Parks ist eine ausgezeichnete Geschichtenerzählerin, wie z. B. Caroline zeigt, über einen Beziehungsstreit auf offener Straße. Neben Black Dog ist wohl Hurt mein Lieblingssong von ihr. Der hat den originellsten Sound und den besten Flow des Albums. Depression, Schmerz und schwere Zeiten sind große Themen von Arlo Parks.«

Das schrieb ich 2021 in einem Blogbeitrag über aktuelle Musik, die mich begeistert. Witzigerweise folgt in diesem Beitrag direkt unter Arlo Parks Phoebe Bridgers, die jetzt auf Parks neuem Album My Soft Machine auch bei einem Song dabei ist.

Albumcover von "My Soft Machine" in der Amazon-Music-App eines Smartphones, um das herum große Köpfhörer platziert sind.

Ich muss allerdings gestehen, dass mir My Soft Machine nicht so gut gefällt, wie Collapsed Into Sunbeams. Nach zwei Songs dachte ich, das wird ja hoffentlich nicht das ganze Album durch in diesem monotonen Trip-Hop–Beat weitergehen. Und siehe da, in Devotion setzt dann genau im richtigen Moment die E-Gitarre ein und bringt etwas Pep in die Musik. Leider bleibt es bei diesem einen Ausbruch aus dem sonst doch eher etwas eintönigen Sound. Auch der säuselnde fast sprechende Gesang ist mir dieses Mal etwas zu wenig. Ich möchte von Musik überrascht werden, möchte, dass sie Unerwartetes tut.

Nicht falsch verstehen, das ist ein gutes Album mit guten Songs, aber so aneinandergereiht hört es sich für mich dieses Mal zu ähnlich an. Parks Gesangsspur aus einem Song könnte über die Musik fast aller anderen Songs gelegt werden, ohne, dass es auffällt. Es ist fast immer der gleiche Rhythmus, der gleiche Beat.

Textlich scheint es mir vor allem um die persönliche Gefühlslage zu gehen, um Beziehungen, Unsicherheiten – aber mit richtig Tiefgang. »Introspektions-Pop« nennt Marvin Tyczkowski) das sehr treffend in seiner sehr positiven Besprechung auf plattenkritik.de (die euch wirklich Lust auf das Album machen könnte). Während sich Parks auf Collapsed… als feine Beobachterin des Alltags präsentiert.

Das schrieb ich alles nach dem ersten Hören, und es zeigt sich zwar auch hier, dass es sich lohnt, ein Album mehrmals zu hören, bevor ich darüber schreibe, denn die Feinheiten und Texturen der einzelnen Songs treten erst da so richtig zu Tage, aber wenn ich mir anschaue, wie oft ich das Album seit der ersten Sitzung angehört habe, zeigt es mir auch, dass es mich einfach nicht so packt wie das Vorgängeralbum. Denn sonst hätte ich es auch ohne Bezug zu diesem Beitrag öfters angemacht. Das spricht nicht gegen das Album, kann auch einfach an mir und meiner Stimmung liegen.

Bei Billie Eilish ging es mir mit ihrem letzten Album ähnlich, wobei ich mir da die Single-Auskopplung vor Erscheinen doch ziemlich oft angehört habe. Ich habe auch zwei Wochen an diesem Beitrag gewurstelt, bzw. ihn vor mir hingeschoben, weil ich gehofft hatte, der Funke würde noch überspringen, aber jetzt erscheint er doch ohne jeden wirklich Mehrwert für euch Leser*innen, da ich mich einfach nicht ausführlich genug mit dem Album auseinandergesetzt habe.

Trotzdem mein Album der Woche, einfach, weil es das neue von Arlo Parks ist.

Nachtrag:

Eines meiner Alben der letzten Wochen ist All of This Will End von Indigo De Souza. Toller Indie-Rock mit Riot-Grrrls-Vibes, der stilistisch vielseitig und textlich sehr persönlich daherkommt. Vor allem sind Musik und Sound richtig abwechslungsreich, kein Song hört sich wie der andere an, De Souza experimentiert mit unterschiedlichen Musikrichtungen, von softem Pop über melancholische Balladen bis hin zu noisigem Indie-Rock.