Das Vermächtnis der Koyo Kouoh: Das Leben feiern

Wenn dieser Artikel mal nicht in unserem Totenhemd-Blog einen ehrwürdigen Platz finden soll! Ich habe mir Zeit gelassen. Und hatte dann den Impuls Frau Achermann zu fragen, ob ich aus ihrem Artikel zitieren darf. Ja, ich darf, was mich riesig freut.

Frau Achermann, stellvertretende Chefredakteurin von „Das Magazin“, lernte die Künstlerin Im Mai 2024 im Kunstmuseum Basel kennen. Sie begegnete der schweizerisch-kamerunischen Kuratorin noch einmal in Kapstadt kurz vor ihrem Tod im Mai 25. Ihre Gedanken zum Vermächtnis der Koyo Kouoh haben mich berührt und inspiriert. 

Sie erlebte Koyo Kouoh als eine Frau, die die internationale Kunstszene entscheidend geprägt hat, sie aber auch gern brüskierte. Eine Frau, die Whiskey Sour liebte und eine radikale Form der Solidarität lebte. In Kamerun geboren und „im tiefsten Aargau“ aufgewachsen. Sechs Jahre leitete sie das berühmte Zeitz MOCAA in Kapstadt. Sie machte zeitgenössische afrikanische Kunst auf der ganzen Welt sichtbar.

Die sieben Erkenntnisse, die ihr die Künstlerin über das Leben vermittelte:

1. Der Mensch geht vor ❤️

Fürsorglich und großzügig, so beschrieben sie ihre Angestellten. Sie habe oft spontan zum Lunch oder zum Apero eingeladen und ihre Mitarbeiter*innen davon abgehalten, zu viel zu arbeiten. „People over things“, Menschen sind wichtiger als Dinge, das war ein Satz, den Kouoh häufiger sagte – und lebte.

2. Man kann nicht genug feiern ❤️

Das Zeitz MOCAA war „too big to fail“. Dank Kouoh ist es heute eine Institution. Es zeigt andere Bilder und vielfältigere Geschichten als die immer gleichen Klischees von Armut, Hunger und Krieg. Es sei identitätsbildend geworden für den afrikanischen Kontingent. Kouoh erzählte, dass sie eine Party schmiss für eine der wichtigsten zeitgenössischen Künstlerinnen. In der gleichen Woche gab es eine weitere Party für die Angestellten mit DJ und gratis Drinks. „Man kann gar nicht genug feiern“, erklärte sie. 

3. Ich bin, weil wir sind ❤️

Woher kam diese Herzlichkeit, fragte sich Barbara Achermann. Sie wurde von Frauen groß gezogen: „Sie badeten mich in Fürsorge“. Mit 13 kam sie in die Schweiz: „Die Schweiz hat viele Gemeinsamkeiten mit Kamerun“, und lachte dabei. Sie erklärte: „diese Diversität auf kleinstem Raum, die verschiedenen Sprachen und Kulturen, ich liebe das.“ Ihre Stärken waren: sich zu vernetzen, zu kommunizieren, auszubilden, neugierig und mutig zu sein: Sie war Brückenbauerin. Die New York Times titelte 2015: Die Kuratorin, die afrikanische Kunst auf die Landkarte setzt.“ Ihre Weggefährten erzählen aber auch: sie war empathisch, sensibel und hilfsbereit. „Mir kann es nur gut gehen, wenn es dir gut geht. Ich bin, weil wir sind“.

Ich könnte jetzt einen wunderbaren Satz nacheinander hier aneinanderreihen. Sätze, die sie ausgesprochen hat und das Herz bewegen. Mein Herz ist tief bewegt.

4. Geld ist nicht so wichtig ❤️

Sie machte eine Lehre bei einer Schweizer Bank und war sich dennoch sicher. „Geld war mir immer schon egal“. Sie wurde Mutter, sie suchte eine Wohnpartnerin für ihre WG und fand eine lebenslange Freundin. Sie arbeitete als Sozialarbeiterin und gab 1994 das Buch heraus: Töchter Afrikas. Mit der Geburt ihres Sohnes wurde ihr bewusst: ich bin anders. Er sollte an einem Ort gross werden, der ihm Kraft gibt, anstatt sie zu rauben. Mit 28 zog sie nach Dakar, in die Kunstmetropole Westafrikas. Der Schweiz blieb sie verbunden.

5. Kunst ist für alle da

Niemand sollte sich in ihrem Museum ausgeschlossen fühlen. Dafür initiierte sie einiges u.a. freien Eintritt am Mittwoch für Einheimische. Ein LKW voller Kunst wird ab diesem Monat in die Townships rollen. Und nun wird es sehr spannend: „Home Is Where The Art Is“. Es wurde ein Aufruf an die reichen Menschen Kapstadts genauso wie in die Vororte und Townships gesendet: Bringt uns eure Kunst! Und die Menschen haben gebracht.

Phantastisch!!! 

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Buchtipp: Haus zur Sonne von Thomas Melle

In der Sonntagszeitung der FAZ las ich das Interview mit dem Autor von „Haus zur Sonne“, Thomas Melle. Ich gebe zu: ich weiß noch nicht ob ich es lesen mag. Ich werde aber sicher mal im Buchladen reinschauen. Es ist am 14.8. erschienen und für den Deutschen Buchpreis nominiert.

Der neue Roman des Berliner Schriftstellers handelt von einem Mann, der an einer bipolaren Störung leidet und sich schwerkrank freiwillig in ein staatliches Sanatorium begibt, um dort zu sterben. Das Haus bietet an, dass er sein Leben in anderen Verläufen ausprobieren kann. Heißt, er kann sich Wünsche erfüllen lassen … und es werden die verrücktesten, interessantesten, abwegigsten Ideen aufgezählt wie u.a. Apnoe-Tauchen im Marianengraben. Oder: Die eigene Würde wieder spüren. „Aber dann kannst und musst du sterben“.

Die Verwaltung des Hauses kriegt dann aber nicht alles auf die Reihe. Dieses Buch sei leise, tückisch, sogar lustig, tief anrührend in der Konfrontation mit der Frage, was zu tun ist, wenn man es nicht mehr aushält, dieses sogenannte Leben. Der Autor findet für dieses Geschichte wieder eine „spektakuläre literarische Form“.

Es geht um den Todeswunsch und ein letztes Aufbäumen.

Bei Perlentaucher gibt es weitere Buchbesprechungen zum neuen Roman.

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Trotzdem schwimmen?

Interessant ist die Frage, die Renate E. vor einigen Wochen, als das Wetter Schwimmen in den Seen draußen noch für alle möglich machte, bei Facebook aufwarf. Dabei war es weniger eine Frage als eine Feststellung, die aber für Diskussionen sorgte.
In der Facebook-Gruppe Bist Du heute schon geschwommen schrieb sie: „Ich wollte eigentlich schwimmen gehen, aber in unserem Teich ist gestern ein junger Mann ertrunken und irgendwie fühlt es sich für mich nicht richtig an, heute dort schwimmen zu gehen.“

Die Meinungen und Kommentare zeigten zwar einhellig großes Verständnis für diesen Gedankengang, die Empfehlungen aber fielen sehr unterschiedlich aus. Die einen rieten zum Verzicht, sie könnten dort auch nicht schwimmen. Die anderen empfahlen trotzdem schwimmen zu gehen, vielleicht auch im Gedenken an den Verstorbenen.
Aus den weiteren, späteren Diskussionsbeiträgen erschloss sich dann, dass es ein Badeunfall mit Todesfolge war, ein Epileptiker hatte unvermittelt im Wasser einen Anfall bekommen.

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Von Plastinaten und Bauernschädeln

Immer wenn der Mediziner und Anatom Gunther von Hagens eine seiner Körperwelten Ausstellungen ankündigt, in denen er plastinierte menschliche Körper zeigt, ist es nicht weit hin bis zur Entrüstung und Empörung. Seit den 90er Jahren wird darüber immer wieder diskutiert, ob die Ausstellung plastinierter Toter einen Akt künstlerischer Freiheit darstellt oder ob dies mit der Menschenwürde oder gar der Störung der Totenruhe unvereinbar sei.
Entsprechend oft wurden Gerichte bemüht, die das juristisch zu klären hatten, wobei die öffentliche Debatte weitaus weniger von juristischen Fragen als von moralischen geprägt war. Angefangen von der Herkunft der Leichen bis zur öffentlichen Zuschaustellung, was bei nicht wenigen Menschen erhebliches Unbehagen auslöst. Denen aber darf man durchaus die Freiheit einräumen, solche Ausstellungen gar nicht erst zu besuchen und sich nicht weiter damit auseinanderzusetzen. Das sollte eigentlich reichen.
Aber wie das mit Entrüstung und Empörung nun mal ist – die betreffenden Personen meinen ja oft, gleich für alle anderen mitbestimmen zu müssen, was gut und richtig ist. Und was eben nicht.
Dass nicht selten die eigentliche Triebfeder dieser Empörungen eine ganz andere ist, hat der Philosoph Philipp Hübl in seinem gleichnamigen Buch Moralspektakel ganz wunderbar beschrieben: Es geht vielleicht gar nicht so sehr um den konkreten Fall. Es geht in erster Linie darum, eine Bühne gefunden zu haben, um sich als ein moralischer (besserer) Mensch zu präsentieren. Warum sollte sonst einer juristisch versuchen, eine solche Ausstellung zu verhindern?
Davon vollkommen ungeachtet liegen überall Tote bzw. deren Überreste herum und werden öffentlich zur Schau gestellt, sogar angebetet, aber das ist natürlich etwas anderes. Das dienst ja nicht dem Voyeurismus sondern der religiösen Kontemplation.
Gemeint sind die Gerippe der Heiligen in den gläsernen Schreinen in dutzenden katholischer Kirchen.

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Sterben – der Kinofilm von Matthias Glasner

The name of the piece ist Sterben“, insistiert Bernard, der Komponist, während einer der Orchesterproben in diesem Kinofilm. Er ist bis zum Schluss mit seinem Werk unzufrieden. „Es ist noch nicht fertig“ sagt er zu Tom (Lars Eidinger), Dirigent des Werkes und sein bester Freund. Er arbeitet immer wieder verzweifelt an seinem Konzertstück weiter.

3 Stunden dauert der am 25. April angelaufene Kinofilm von Matthias Glasner. Die drei Kinostunden vergehen übrigens relativ kurzweilig. Lars Eidinger spielt in der Hauptrolle Tom. Tom ist nicht nur Dirigent und sondern auch Freund, Sohn, Liebhaber, Bruder, Vater. Der Film wird in Kapiteln gezeigt, in dem eine Person des Films hervorgehoben wird. Dann sehen wir in Rückblenden eine schon gezeigte Szene aus der Sicht des anderen Menschen.

Mir hat der Film sehr gefallen und ich empfehle ihn euch anzuschauen. Im Gespräch nach dem Film erzählte uns Matthias Glasner im Kino, dass er das Alltägliche in seinem Film zeigen will. Der Film hat keine Intention und er will auch nicht belehren. Schön wäre, sagte er, wenn uns die Figuren berühren und wir weiter an sie denken. Es soll ein Film sein, der uns „das Leben (und Sterben)“ zeigt und vielleicht sogar lange begleitet. Seine Frau hat ihn übrigens zu einem „guten Schluss“ unterstützt, so dass er ihn auf 3 Stunden (von vorher sechs, dann 3,5 Stunden) kürzen konnte.

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„Ihr letztes Hemd soll lila sein“ – über das Sterbefasten

Im „NZZ am Sonntag Magazin“ las ich ganz interessiert Mein letztes Hemd soll lila sein – Frau Pfisters geplanter Abgang. „Sie entschied sich, nichts mehr zu essen und nichts mehr zu trinken, weil sie sterben wollte. Sie wusste, es wird kein Spaziergang. Aber was folgte, war ein Höllentrip“. So lockte mich der Teaser zum Artikel von Sacha Batthyany. Frau Pfister hatte den Autor darum gebeten, sie während ihres Sterbens zu begleiten. „Sie wollte die Deutungshoheit über ihr Ende nicht verlieren, denn sie war es gewohnt, alles zu organisieren und zu kontrollieren“. Ein sehr schöner lesenswerter Artikel!

Ich will hier aber nicht die berührende Geschichte zwischen den beiden erzählen (Link zur Geschichte findet ihr unten) sondern klären, ob das Sterbefasten wirklich die Hölle sein muss. Ich ging davon aus, dass es einfach ist und nicht die Hölle wird. Dass man gut begleitet wird und das Vorhaben einfach und schmerzfrei gelingt.

Der Tag X kam und Frau Pfister konnte ins Pflegeheim umziehen – in ihre „Todeszelle“ wie sie es nannte. Mit dem Bezug ihres Zimmers begann das Fasten. Sie nahm nichts mehr zu sich. Das Schlimmste war der Durst. Und dieses Flehen nach Wasser war auch für den Journalisten das Schlimmste. Allen war verboten, ihr etwas zu trinken anzubieten. Sie forderte, falls sie zu sehr toben würde und ins Delirium fiele, sollte man sie medikamentös ruhig stellen. Ein Glas Wasser musste schlussendlich auf dem Nachttisch stehen, sonst wäre es offiziell als unterlassene Hilfeleistung gewertet worden. Das ist strafbar.

Frau Pfister hatte alles genau organisiert, war eisern und litt. Sie starb nach 21 Tagen! Die Todesursache beim Sterbefasten ist Nierenversagen. Die verbleibenden Harnstoffe im Körper verursachen eine innere Vergiftung, der Kaliumüberschuss führt wohl zum Herzstillstand, schreibt Sacha Batthyany. Frau Pfister war genau darauf vorbereitet, was in ihrem Körper passieren würde.

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Das Totenhemd ein Bananenblatt von Steffi Barthel

von mir in der Ausstellung fotografiert ©️Petra

Ihr erinnert euch an die Ausstellung „Stell‘ dir vor du bist tot – wie sieht dein letztes Hemd aus?“ vom Bestattungshaus Pütz-Roth? Ihr erinnert euch auch, dass neben Annegret und mir viele Andere sehr schöne kreative Ideen hatten, in ihrem letzten Hemd bestattet zu werden: im Karnevalskostüm, mit einem Instrument, nackt, mit Motorradhandschuhen oder im Hochzeitskleid.

Steffi beeindruckte uns besonders: für sie kam nur das Bananenblatt infrage. Dabei lernte ich, dass ein Bananenblatt sehr groß werden kann. Ich habe sie eingeladen einen Text zu ihrem „letzten Hemd“ zu schreiben. Ich bin berührt, wenn ich ihn lese. Viel Freude euch damit.

Mein letztes Hemd

von Steffi ©️Steffi Barthel

Winter in Deutschland gleichzeitig Regenzeit in Costa Rica.

Wir gleiten im Kanu durch den Regenwald. Ein großen Reiher

öffnet sein Gefieder, schüttelt es auf, vergrößert sich mehr als

erwartet und ich staune über so viel Pracht. Rechts und links

ziehen Tiere wie Blüten und Blüten wie Tiere vorbei.

Es regnet gerade nicht und wir stapfen in einem nassen Rinnsaal

durch den Dschungel. Duster ist es, stickig und warm, nicht nur

die Leguane beobachten uns. Zielstrebig gehen wir zu dem Baum

mit dem großen, ovalen Astloch, weil wir wisssen, daß dort ein

rotes Arapärchen wohnt. Wir haben Glück und ein Ara sitzt stolz,

wie im Bilderrahmen in seinem Höhleneingang. Der andere kreist

um den Baum und dann sind sie verschwunden. Auch die Geier

kreisen um ihren Schlafbaum, nehmen Platz und schnell kommt

die Nacht.

Zurück in der Pension finde ich eine Nachricht von Klaus, in der

er mich zu einem Fotoprojekt einläd. Das Thema: „Stell Dir vor

Du bist tot.“ und die Frage:“ Wie sieht Dein letztes Hemd aus?“

Ich denke darüber nach und bei dem Wort Feuerbestattung steigen

in mir mittelalterliche Bilder der Hölle auf. Leidende sich

windende Menschen die keinen Frieden finden, und ich frage

mich: „Wo bleiben unsere Seelen?“

Geboren werden, wachsen und vergehen, so ist das Leben. Jetzt

atme ich schon im siebenundsechzigsten Jahr und wenn ich nicht

mehr ausatme, bin ich tot. Was dann? Wieder in den Kreislauf der

Natur zurück, das wäre irgendwie schön.

Am nächsten Tag gehen wir wieder zu den Aras. Auf dem Weg

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Ausstellung im Friedhof Forum: Tod – unser täglich Brot

Diese Ausstellung wollte ich mir längst angesehen haben. Nun war es so weit. Gerda Steiner und Jörg Lenzlinger sind ein schweizerisches Künstlerduo. Sie legten ein Weizenfeld an auf dem Friedhof Sihlfeld. Der geerntete Weizen wurde ins Mühlerama Zürich transportiert, wo daraus wiederum Kunstbrote für die Ausstellung gebacken wurden.

Die Symbolkraft des Weizens ist in allen Kulturen und Religionen stark mit Leben, Tod und Trauer verknüpft. Wie kaum ein anderes Motiv symbolisiert das Weizenfeld das Leben, das entsteht, aber auch den Tod, den es bedingt. Das Brot als -symbol des Lebens kann nur durch die Zerstörung, den „Tod“ des Weizenfeldes erschaffen werden“.

Wenn du das Plakat vor dem Eingang des Friedhof Forums genau anschaust, erkennst du das Symbol der Ausstellung: Ein aus Brot gebackenes Totenschiff … die herausragenden „Zähne“ sind wohl kleine Knöchelchen in den Rumpf des „Schiffes“ einge“baut“. 

Das Symbol des Totenschiffes wurde erklärt:  

Neben dem „fliegenden Indianerweggli“ gefiel mir die Symbolik des Sauerteiges sehr.

„Wüsste ich, dass ich morgen sterben müsste, würde ich auch heute noch einen Sauerteig ansetzen. Also, ich trete hinter dem Sauerteig – auf jeden Fall zurück“. 

(Musste ich gleich mal meinem Schwager schicken, der ein Meister ist im „Sauerteig-ansetzen“).

Friedhof Forum Zürich: Tod – unser täglich Brot

Die Kooperation mit der Mühlerama in Zürich war wichtig und die Parallelausstellung „Copain“ maßgeblich: Hier wurde das Korn gemahlen und gebacken.

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Aschermittwoch. Fastenzeit: ohne Schminke

Heute ist Aschermittwoch (Hier auf der Seite von „Andere Zeiten“ schön erklärt). Ich habe geschaut, ob in einer der hiesigen Kirchen ein Gottesdienst stattfindet fürs Aschekreuz auf der Stirn. Traditionell werden während der Zeremonie folgende Worte gesprochen:

»Bedenke, Mensch, dass du Staub bist und wieder zum Staub zurückkehren wirst.« Wir werden eingeladen, uns an unsere Endlichkeit zu erinnern. (Inspiriert von „die Fastenbroschüre 7 Wochen anders leben“ vom Andere Zeiten Verlag)

Und mit dem heutigen Tag beginnt die Fastenzeit bis Ostern. Das Wort „fasten“ stammt vom althochdeutschen „festhalten, beobachten“. Damit ist das Festhalten an Regeln und die Beobachtung des eigenen Ich gemeint.

In Basel fotografiert … ein Haarsalon: Art of Hair

Ich lade ein für einen Moment innezuhalten heute mit der Frage: Willst Du die nächsten sieben Wochen – nämlich in der Fastenzeit – etwas weglassen oder etwas Neues ausprobieren? Willst Du einen kleinen Teil deines Alltags – im Hinblick auf deine Vergänglichkeit – anders gestalten?

Meine Gedanken zum heutigen Tag und zu den folgenden Wochen: Es ist mal wieder Zeit, sich auf das Wesentliche zu konzentrieren. Das Leben ist endlich. Ist mir ja nicht neu :-). Aber eine Zeitlang bewusst darüber zu schreiben oder zu denken? Ja warum nicht. Ich mache das mit der folgenden Idee: Ich will ausprobieren, mich die nächsten Wochen nicht zu schminken. „Zeig‘ Dich wie du bist, ohne Rouge, ohne Lippenstift, Kajal oder Wimperntusche“. Uiii, das ist mal eine Herausforderung. Denn ich schminke mich eigentlich täglich.

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Das letzte Hemd – Haus am Dom in Frankfurt – noch bis 26.2.

Wir hängen: Im letzten Hemd – im Haus am Dom in Frankfurt oder
„Stell Dir vor, Du bist tot“

„Wie kam es eigentlich, dass wir uns in unserem Totenkleid fotografieren ließen?“, überlegten Annegret und ich während der Vernissage letzte Woche zur Ausstellung „Im letzten Hemd“ im Frankfurter Haus am Dom. Die Antwort ist einfach: Wir wurden eingeladen. Wir hatten den Totenhemd-Blog frisch am Start, als uns eine Mail über Sinn und Zweck der Aktion „Im letzten Hemd“ informierte. Wir überlegten nicht lange und waren mit dem, was wir auf unserer letzten Reise einmal tragen würden zum Fotoshooting angereist. Ihr erinnert euch an unsere Blogartikel, die ich weiter unten verlinke.

Annegret und ich suchten in der Ausstellung erst einmal unsere Fotos und fanden sie schnell. Es war ein besonderer Moment für uns, die Aufnahmen nun in Originalgröße bewundern zu können. Ich bin im Hochzeitskleid gekleidet mit roter Jacke aus Hong Kong, auf der das chinesische Zeichen für Glück zu sehen ist. Wir machten schnell einen Schnappschuss von uns und schon ging die Veranstaltung los. 

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