So fühlt sich Selbstbewusstsein an. Es durchdringt mich komplett und färbt auf jedes Stück, dass ich trage ab. Ich fühle mich ganz. whole.
Wenn die Stimme in mir, die immer da war, so ausfüllend wird, dass sie den Weg ins Außen schafft. Das ist Authentizität.
Es fühlt sich natürlich an und kraftvoll. Es fühlt sich selbstverständlich an.
Und in mir kommt der Gedanke auf, wie das wohl wäre, wenn ich immer so fühlen würde. Ich würde es mir wünschen. Und ich bereite den Weg dafür.
Nach meiner Kündigung liege ich im Bett und habe Schmetterlinge im Bauch für einen Moment. Wie als ob ich verliebt wäre. Es ist eine Mischung aus Glück, Stolz und Erschöpfung. Und Ruhe.
Verbundenheit mit mir Selbst.
In mir schlummert auch die Angst diese Selbstverständlichkeit wieder zu verlieren, denn das wird unweigerlich geschehen. Phasenweise.
Ich will dieses ruhige Glück mit mir selbst nicht hergeben.
Es fühlt sich momentan so an, als wachse ich in mich selbst hinein. Und kein Mann stört mich dabei.
Ich glaube mittlerweile dass ich sehr oft, wenn nicht meistens, meine eigenen Unzulänglichkeiten gedatet habe.
Wie muss der Mann sein, der wirklich auf Augenhöhe ist? Der das passende Maß an Selbstreflexion, Intellekt, Ambition und emotionaler Stabilität besitzt? Gibt es das überhaupt?
Ich frage mich das nur am Rande, da immer noch ganz andere Aspekte in meinem Leben im Vordergrund stehen momentan, die viel dringlicher sind.
Aber natürlich spielt Beziehung eine Rolle. Beziehung spiegelt ja auch auf eine Art meine Entwicklung. Wenn ich eine hätte/habe.
Gestern sah ich ein Reel mit der caption „Was wäre wenn ich nie wieder Liebe finde?“ Und natürlich berührt mich das. Und natürlich ist die Antwort, dass ein erfülltes Leben auch an Liebe geknüpft ist, aber dass es im Leben so viele Dinge zu entwickeln, zu lieben gibt, liebenswert sind. Aber vollständig auf Liebe in einer Partnerschaft zu verzichten seinen Lebtag?
Ist Liebe zu einem Partner manchmal wirklich einfach nicht drin?
Ich glaube immer mehr: Ja. Ich glaube immer mehr, dass diese Liebe auf Augenhöhe, die nicht als Lückenfüller, aus reiner Gewohnheit, aus Unsicherheit, aus Abhängigkeit egal welcher Art geführt, sehr sehr selten existiert. Und zu viele Menschen sehe ich, die partnerlos sind. Und wo ich nicht glaube, dass sich das noch ändert. Vor allem mittelalte Menschen, die meist schon eine Ehe, Kinder etc „hinter sich haben“, wo Sehnsucht da ist, aber…einfach kein Glück?
Meine Therapeutin meint dazu: Wenn 60-70% stimmen, dann ist das schon viel. Und damit ausreichend (um eine Partnerschaft zu führen, wenn man denn will). Und das Leben ist einfacher zu bewältigen, wenn man nicht allein ist. Und damit sind nicht knallharte Abhängigkeitsverhältnisse gemeint, sondern dass man füreinander da ist. Und das stimmt. Das habe ich in meiner letzten Beziehung erlebt. Und das war schön.
Trotzdem.
Ich kann mir gerade gar nicht vorstellen, was die Zukunft mir beschert in dieser Hinsicht.