Was ist aus dem Menschen geworden, der du einmal sein wolltest? – Anna Hope über drei ungleiche Frauen und ihre gemeinsame Zeit in London, über Freundschaft und die intimen Fragen eines jeden Lebens Nach einer atemlosen gemeinsamen Zeit in London stehen Hannah, Cate und Lissa mit Mitte dreißig an ganz unterschiedlichen Punkten. Hannah liebt ihr Leben und das Leben mit Nathan, doch alles scheint wertlos ohne ein Kind. Cate ist nach der Geburt ihres Sohnes nach Canterbury gezogen und hat das Gefühl, sich mehr und mehr selbst zu verlieren. Und Lissa steht nach einer schwierigen Beziehung auf der Schwelle zu ihrem Traum. Was wollen wir, was können wir sein? „Beeindruckend scharfsinnig und voller emotionaler Weisheit“ (The Observer) erzählt Anna Hope von drei Frauen unserer Zeit und kommt dabei ihren Figuren so nah wie wir sonst nur uns selbst. (Quelle: buchhandel.de).
Ich muss sagen, hier erfasste mich eine minimale Berg- und Talfahrt. Das Thema interessierte mich massiv, da ich mich gerade selbst mit der Sinnsuche befasse und weil ich eben nicht mehr Anfang 20 bin, wo oft das Leben begonnen wird geformt zu werden in seinen Grundzügen. Als ich dann begann zu lesen, war ich wirklich im ersten Moment gelangweilt und ich fragte mich sogar, ob ich diese ca 350 Seiten wirklich zu Ende lesen kann und will. Ich habe aber weiter gemacht und aus diesem trockenen, englischen Kanten, wurde ein richtig würziger Schinken. Gar nicht mehr so spießig a la weiße, privilegierte Frau steht mit Weinglas am Fenster und schaut leidend aus ihrem villaesken Apartment.
Privilegiert sind diese Frauen natürlich schon, aber der Roman bekommt etwas sehr tiefes. Diese Tiefe fasst an, weil es um sehr grundlegende Dinge geht. Und weil es keine Happy Ends gibt, sondern >Ends, die dem Leben so sehr ähneln: Das Gute ist mit dem Schlechten vermischt und in der schlechten Suppe, schwimmt eine gute Einlage. Und dafür war ich dankbar. Alles andere (außer natürlich komplett desaströse Szenarien) hätte mich furchtbar enttäuscht. Ich glaube, dass das Leben tatsächlich meist so ist. Dass man sich durch die Gefilde manövriert, mit der Energie und Ausstattung die man eben hat. Und wir mit der ganzen Scheisse, die uns begegnet, die wir nicht steuern können, immer wieder arbeiten und versuchen, zu einer Art Waffenstillstand zu kommen. Ich mochte es. Dennoch bleibt die Art Hopes zu schreiben etwas eindruckslos zurück. Ich frage mich manchmal, wieviel dem der Übersetzung geschuldet ist.