{"id":11995,"date":"2025-03-10T19:57:59","date_gmt":"2025-03-10T18:57:59","guid":{"rendered":"https:\/\/textplus.hypotheses.org\/?p=11995"},"modified":"2025-03-10T19:58:00","modified_gmt":"2025-03-10T18:58:00","slug":"christian-mair-im-gespraech-mit-eva-pfanzelter-und-marlene-huber","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/textplus.hypotheses.org\/11995","title":{"rendered":"Christian Mair im Gespr\u00e4ch mit Eva Pfanzelter und Marlene Huber"},"content":{"rendered":"\n<p>Am 27. und 28. Juni 2024 fand in M\u00fcnchen der Workshop <a href=\"https:\/\/events.gwdg.de\/event\/630\/\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/events.gwdg.de\/event\/630\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">\u201eSprechen Verstehen: KI und gesprochene Sprache\u201c<\/a> statt. Das Konzept wurde von der AG \u201eDissemination\u201c der Text+ Task Area Collections entwickelt; Ausrichter vor Ort war <a href=\"https:\/\/www.phonetik.uni-muenchen.de\/personen\/mitarbeiter\/draxler_christoph\/index.html\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Christoph Draxler<\/a> (LMU, Bayerisches Archiv f\u00fcr Sprachsignale). Im Zuge der Nachbereitung des Workshops innerhalb der AG entstand die Idee, Interviews mit ausgew\u00e4hlten Teilnehmer*innen zu f\u00fchren, um eine Au\u00dfenperspektive auf das Konsortium Text+ und seine Angebote zu erhalten.<\/p>\n\n\n\n<p>Der folgende Text ist eine Transkription eines Video-Interviews (gef\u00fchrt am 5. Dezember 2024) zwischen <a href=\"https:\/\/www.anglistik.uni-freiburg.de\/abteilungen\/sprachwissenschaft\/lsmair\">Christian Mair<\/a> (Universit\u00e4t Freiburg, Mitglied der AG) und <a href=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/zeitgeschichte\/mitarbeiterinnen\/pfanzelter.html.de\" data-type=\"link\" data-id=\"https:\/\/www.uibk.ac.at\/zeitgeschichte\/mitarbeiterinnen\/pfanzelter.html.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Eva Pfanzelter<\/a>, Professorin f\u00fcr Zeitgeschichte an der Universit\u00e4t Innsbruck, sowie Marlene Huber, Leiterin des <a href=\"https:\/\/film-medien.provinz.bz.it\/de\/home\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Amts f\u00fcr Film und Medien bei der S\u00fcdtiroler Landesregierung in Bozen<\/a>. Dem Thema der Tagung entsprechend erstellte Christoph Draxler mit Hilfe von <em>state-of-the-art-<\/em>Werkzeugen ein Rohtranskript, das von Christian Mair und den beiden Interviewten f\u00fcr die Publikation bereinigt wurde.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Christian Mair:<\/strong> Ich habe heute das Vergn\u00fcgen, die Veranstaltung \u201eSprechen Verstehen: KI und gesprochene Sprache\u201c nachzubereiten, und zwar mit Marlene Huber, Archivarin und Leiterin des Amts f\u00fcr Film und Medien der S\u00fcdtiroler Landesregierung in Bozen, und Eva Pfanzelter, Zeithistorikerin und Professorin an der Universit\u00e4t Innsbruck. Sie geh\u00f6ren beide zu der Gruppe von Teilnehmer*innen, die uns bei Text+ Veranstaltungen am liebsten ist, n\u00e4mlich Leute, die keine vorherige Verbindung mit dem Konsortium, der Korpuslinguistik oder der Computerlinguistik haben. Und deswegen bin ich euch beiden besonders dankbar, dass ihr Zeit f\u00fcr ein Gespr\u00e4ch gefunden habt. Denn Leute wie euch, die wollen wir in Zukunft noch in gr\u00f6\u00dferer Zahl sehen bei Veranstaltungen von Text+. Wie habt ihr denn \u00fcberhaupt vom Workshop erfahren?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Eva Pfanzelter:<\/strong> Herzlichen Dank f\u00fcr die Einladung. Das ist eine ganz normale Wahrnehmung \u00fcber den DHD-Verteiler gewesen, die mich angesprochen hat, weil sie spannende Themen und spannende Einblicke versprach, und ich bin dann mit dieser Einladung auf Marlene Huber zugegangen, weil wir doch an einem Projekt fr\u00fcher mal gemeinsam gearbeitet haben, wo es auch um dialektale Sprache ging, und Marlene war gleich wie ich begeistert.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM: <\/strong>Wenn ich mich recht erinnere, habt ihr selber nicht vorgetragen?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EP:<\/strong> Nein, wir waren in der privilegierten Position, einfach einmal zuzuh\u00f6ren, zu lernen und zu erfahren, was in dieser Community gerade passiert, was der Stand der Dinge ist. Wir hatten unterschiedlich schon Experimente gemacht. Also wir waren in einer sehr sch\u00f6nen Rolle bei dieser Tagung.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM:<\/strong> Das ist ja wunderbar. Dann seid ihr v\u00f6llig objektiv und neutral und k\u00f6nnt uns eine echte Au\u00dfenperspektive auf Text+ bieten. Ist sicher nicht die einzige Tagung, die ihr in den vergangenen Jahren auf diesem Gebiet besucht habt. Was hat euch denn am besten gefallen? Sei es das Format, seien es einzelne Vortragende. Marlene, m\u00f6chtest du beginnen diesmal?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>Marlene Huber:<\/strong> Ja, wir haben uns mit dieser KI-Geschichte schon besch\u00e4ftigt im Rahmen eines Projektantrags, den wir geschrieben haben, und haben dann sehr viel gelesen, sehr viel diskutiert. Und das Spannende an dieser Tagung fand ich f\u00fcr mich als Archivarin, dass sie eben diesen linguistischen Zuschnitt hatte. Das war f\u00fcr mich relativ neu. Als Archivarin interessiere ich mich mehr f\u00fcr den Inhalt, die Bedeutung dessen, was gesprochen wird, und weniger f\u00fcr die linguistischen Aspekte. Also das war f\u00fcr mich sehr gut. Und was ich sehr erfrischend gefunden habe, war der Einstiegsvortrag von Johann Prenninger<sup><a href=\"#footnote_1_11995\" id=\"identifier_1_11995\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Vortragstitel: Aktuelle Herausforderungen in der Umsetzung von Machine Learning und KI Anwendungen in der BMW Group\">1<\/a><\/sup>, der dann aus dieser angewandten Sicht erz\u00e4hlt hat, was mit Sprache im Auto passiert. Also das war f\u00fcr mich wirklich, wirklich erfrischend, der Einstieg.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EP:<\/strong> Ich kann mich dem nur anschlie\u00dfen. Ich war ein bisschen erstaunt, dass ich das so \u00fcberhaupt nicht im Blick hatte, warum die gesprochene Sprache auch f\u00fcr die Wirtschaft so wahnsinnig spannend ist oder warum das eine so eine gro\u00dfe Herausforderung ist. Ich muss sagen, dank des Vortrags von Herrn Prenninger spreche ich jetzt immer mit meinem Auto. Es versteht mich noch nicht wirklich, das muss ich auch dazu sagen, aber es macht nat\u00fcrlich in diesem Fall dann auch viel mehr Sinn, warum vor allem auch die Industrie sehr gro\u00dfes Interesse an unserer ganz banalen gesprochenen Alltagssprache hat, wo man nat\u00fcrlich ganz schnell dieses kommerzielle Interesse herauslesen kann. Das war f\u00fcr mich so ein Aha-Effekt. Warum habe ich dar\u00fcber noch nie nachgedacht? Es waren auch noch andere einzelne Vortr\u00e4ge, da kann ich mich jetzt an die Namen nicht erinnern, aber ich habe gesehen, dass hier der Zugang sehr divers ist. Vielversprechendes f\u00fcr die Zukunft, vieles, was man vielleicht auch mit KI, mit verschiedenen generativen Modellen schon zu l\u00f6sen glaubt, die dann aber in der Umsetzung doch sehr komplex sind, was wir ja auch in unserem Projektantrag sehr schnell gemerkt haben damals. Also es war insgesamt diese Zusammenschau von unterschiedlichen Playern wichtig, und ich habe viel mitgenommen, das muss ich schon sagen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM:<\/strong> Eine Sache, die mich interessieren w\u00fcrde, gerade weil ich mit euch beiden, mit euren spezifischen Hintergr\u00fcnden, spreche: Wir alle wollen uns ja weiterbilden auf eine allgemeine Weise \u00fcber K\u00fcnstliche Intelligenz und Sprache. Aber welche Rolle spielt denn gesprochene Sprache, spielt K\u00fcnstliche Intelligenz ganz praktisch aktuell in euren jeweiligen beruflichen Umfeldern? Bei Archiven denkt man an schriftliche Quellen, an Tonaufnahmen, vielleicht sogar an Fernseharchive, Filmarchive. Aber gesprochene Sprache? Wie schnell ist das in deinen beruflichen Alltag eingebrochen, Marlene?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>MH: <\/strong>F\u00fcr uns war die Auseinandersetzung mit der K\u00fcnstlichen Intelligenz im Archivbereich schon sehr spannend. Im schriftlichen Bereich wird das ja schon l\u00e4nger angewandt, damit maschinen- oder handgeschriebene Texte transkribiert werden k\u00f6nnen. F\u00fcr das gesprochene Wort war das f\u00fcr uns im Medienarchiv in S\u00fcdtirol neu. Wir haben aber ein sehr gro\u00dfes Potenzial darin gesehen. Wir haben unz\u00e4hlige Stunden im Archiv an Radiosendungen, Fernsehsendungen, Nachrichtensendungen, Interviews mit Zeitzeuginnen und Zeitzeugen. Und die haben wir. Ich betone hier, die haben wir. Aber die Zug\u00e4nglichkeit ist nat\u00fcrlich sehr schwierig. Denn die Ressourcen, das alles eins zu eins anzuh\u00f6ren, zu transkribieren oder auch nur zu verschlagworten, die haben wir einfach nicht im Archiv. Und das bedeutet, dass dieses Material, wir haben es ja hier mit zeitgeschichtlichen Materialien vor allem zu tun, f\u00fcr die Forschung nicht zug\u00e4nglich ist. Und da sehen wir schon ein sehr gro\u00dfes Potenzial, wenn wir KI einsetzen, um die Zug\u00e4nglichkeit zu gew\u00e4hrleisten oder \u00fcberhaupt erst zu erm\u00f6glichen. Den n\u00e4chsten Schritt dann, was die Forschung damit macht, das ist ja dieses spannende Interdisziplin\u00e4re. Und das haben wir in unserem Projektantrag, den wir damals geschrieben haben, ja auch sehr stark diskutiert, auch mit den Computerwissenschaften. Die reine Transkription vom gesprochenen Wort, das ist ja nur ein Teil des Workflows.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EP: <\/strong>Ja, das war wirklich spannend. Was die S\u00fcdtiroler Zeitgeschichte angeht, kenne ich die Materialien im Archiv in Bozen ein bisschen, aber mit jeder neuen Anfrage, mit der ich die Kollegen konfrontiere \u2013 \u201eJetzt br\u00e4uchte ich zu diesem Thema ganz viel Material, und was ist der Inhalt hier im Bildbereich, im Audiobereich? Im Videobereich?\u201d \u2013, kann man im Grunde nur sagen:  \u201eJa, da ist die gro\u00dfe Schachtel.\u201d Wir haben eine ganz grobe Metadatenstrukturierung, aber was wirklich drinnen ist, wor\u00fcber die Menschen sprechen, was in den Filmen ist, was auf den Bildern ist, da sind mir als Forscherin dann sehr schnell Schranken auferlegt, in dem Sinn, dass ich mich durch viele Stunden Material durchh\u00f6re oder -klicke. Mit gro\u00dfer Unterst\u00fctzung aus dem Archiv, muss ich sagen, aber auch da sind die M\u00f6glichkeiten der Archivmitarbeiter*innen einfach begrenzt. Als Forscherin w\u00fcrde ich nat\u00fcrlich sehr davon profitieren, wenn die Zug\u00e4nglichkeit besser und das Material transkribiert w\u00e4re. Dann k\u00f6nnte ich auch eine Art von Analyse machen, die mir bisher nur in ganz einem kleinen Rahmen m\u00f6glich ist, und das ist so eine Art Diskursanalyse, um das sehr hoch zu stecken. Wenn ich also hier die Masse vergr\u00f6\u00dfern k\u00f6nnte und dadurch dann auch noch eben Analysen machen kann, wie ich sie derzeit immer noch sehr m\u00fchselig mit der Hand machen muss, da w\u00e4re f\u00fcr mich das gro\u00dfe Potenzial. Einerseits die Zug\u00e4nglichkeit, andererseits neue Analysemethoden in einer gr\u00f6\u00dferen Menge an Daten. Mit meinem Team habe ich auch viele Oral-History-Interviews gemacht, und diese gesprochene Sprache irgendwie linguistisch auswertbar zu machen oder auch eben diskursanalytisch auswertbar zu machen, da steckt so viel Arbeit. 90 Prozent Vorbereitung der Daten, bis ich die 10 Prozent Auswertung machen kann, und dann sind die meisten Projekte schon mehr als vorbei. Und ich glaube, da haben wir uns eben sehr gut getroffen damals in diesem Team, weil wir genau das versuchen wollten: Wie k\u00f6nnen wir die multimedialen zeithistorischen Daten so zug\u00e4nglich machen, dass wir andere Fragestellungen daran richten k\u00f6nnen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM: <\/strong>Noch eine letzte Frage zur Tagung. Hat sie irgendwelche Nachwirkungen gehabt? Seid ihr weiterhin mit Einzelnen der Anwesenden in Kontakt? Haben sich Perspektiven f\u00fcr konkretere Zusammenarbeit ergeben?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>MH:<\/strong> Ich habe mit Barbara Plank l\u00e4nger gesprochen. Wir haben gemerkt, dass wir uns sehr gut treffen k\u00f6nnten, weil wir im Archiv die Daten haben, die den Linguistinnen und Linguisten fehlen. Und das w\u00e4re eine sehr fruchtbare Zusammenarbeit. Das Treffen wird auch sicher stattfinden. Aber ich glaube schon, dass das Potenzial der Archive in diesem Zusammenhang eben in der Datenlieferung liegen kann, und es kann sich eine Win-Win-Situation ergeben, weil wir Daten zur Verf\u00fcgung stellen k\u00f6nnen, wo auch die rechtliche Situation in Ordnung ist, weil wir die Nutzungsrechte abgekl\u00e4rt haben. Die Pers\u00f6nlichkeitsrechte nat\u00fcrlich, das ist dann noch eine zweite Sache. Aber ich sehe schon gro\u00dfes Potenzial f\u00fcr eine zuk\u00fcnftige Zusammenarbeit und w\u00fcrde ich mich auch sehr darauf freuen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM:<\/strong> Eva, wie sieht es bei dir aus?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EP:<\/strong> Ich kann mich dem nur anschlie\u00dfen. Sehr viele fruchtbare Gespr\u00e4che, auch mit dir und Barbara Plank. Aber wie es eben leider ist im Alltag: Bald war Sommer, und man wird danach sehen. Marlene liefert die Daten, und wir versuchen das gemeinsam anzuschauen. Dar\u00fcber hinaus sind wir leider noch nicht gekommen. Auch mit den Kolleg*innen in M\u00fcnchen sind wir so verblieben, dass wir uns sicher h\u00f6ren werden in n\u00e4chster Zeit. Ich kann mir aber durchaus vorstellen, dass wir dieses Projekt, das uns damals leider abgelehnt wurde, weiterverfolgen m\u00f6chten, weil wir nach wie vor finden, dass es eine wunderbare Idee war, und eine einmalige Chance. Wenn wir den Antrag noch einmal aufgreifen und neu denken, wird der erste Schritt sein, dass wir an die Kollegen, die wir da getroffen haben, mit unseren Materialien herangehen, gerade auch wegen der speziellen Herausforderungen mit den bairischen Dialekten. Wir w\u00fcrden mit konkreten und kleineren Fragestellungen beginnen, und das Ziel w\u00e4re eine breite Zug\u00e4nglichmachung und Auswertung, vielleicht zu Storytelling, und, in einem weiteren Schritt, sogar in die \u00d6ffentlichkeit damit zu gehen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM: <\/strong>Danke. Jetzt w\u00fcrde ich gerne einen Schritt weg von der konkreten Veranstaltung gehen und einen Blick auf die deutsche NFDI-Initiative mit ihren vielen Konsortien werfen. Eines davon ist Text+, aber gerade du, Eva, h\u00e4ttest als Historikerin auch genauso gut in einem der anderen NFDI-Konsortien, zum Beispiel NFDI4Memory oder auch NFDI4Culture, deinen Platz und Angebote f\u00fcr dich. Und insgesamt bin ich als Anglist immer auch etwas \u00fcber das N wie \u201cnational\u201d in der Nationalen Forschungsdateninfrastruktur gestolpert. Man muss Forschungsdateninfrastrukturen ja wohl nicht nur interdisziplin\u00e4r, sondern auch international denken, nicht wahr? Und gerade aus S\u00fcdtiroler Perspektive habt ihr ja auch relevante Kontakte nach \u00d6sterreich und Italien, vermute ich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EP: <\/strong>Als Mitglied des Expertengremiums der DFG f\u00fcr die NFDI kenne ich nat\u00fcrlich zumindest Text+, NFDI4Memory und BERD recht gut. Und da besteht bei meinem Hintergrund nat\u00fcrlich auch immer ein bisschen Interesse, da reinzuschmecken. Was machen diese Konsortien <em>down to earth<\/em> f\u00fcr die Forschung, f\u00fcr die Forschenden? Deswegen vielleicht auch mein Interesse an der  \u201eSprechen Verstehen\u201d-Veranstaltung in M\u00fcnchen, um das einmal aus der Perspektive der Forschenden zu sehen. In Italien gibt es keine direkt vergleichbare Infrastruktur, jedenfalls noch nicht. Auch nicht in \u00d6sterreich. Es gibt das Austrian Centre for Digital Humanities and Cultural Heritage (ACDH-CH) an der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften, und es gibt ein paar weitere Initiativen, zum Beispiel an der Universit\u00e4t in Krems. Da hat man auch diesen Bereich jetzt ein bisschen entdeckt, Forschungsdateninfrastruktur f\u00fcr den Kulturbereich in \u00d6sterreich. Ich selbst kooperiere im Rahmen von NFDI4Memory mit einem meiner Projekte, der Optionsdatenbank<sup><a href=\"#footnote_2_11995\" id=\"identifier_2_11995\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"Im Rahmen eines 1939 geschlossenen Abkommens zwischen dem nationalsozialistischen Deutschen Reich und dem faschistischen Italien musste die deutsch- und ladinischsprachige Bev&ouml;lkerung S&uuml;dtirols entweder f&uuml;r den Verbleib in Italien oder die Emigration nach Deutschland  &bdquo;optieren.&rdquo; Unter starkem propagandistischen Druck beider beteiligten Regierungen optierte die gro&szlig;e Mehrheit f&uuml;r das Deutsche Reich. Mehrere Zehntausend S&uuml;dtiroler*innen emigrierten, bevor der weitere Kriegsverlauf die Ergebnisse des Referendums obsolet machte.\">2<\/a><\/sup>, wo wir die Normdaten der Berufsfelder in die deutsche Klassifikation \u00fcbergef\u00fchrt haben. Was nat\u00fcrlich genau die Frage anspricht, die du genannt hast, Christian, eine sehr spannende Frage. Nationale Forschungsdateninfrastruktur f\u00fcr Deutschland, und S\u00fcdtirol geh\u00f6rt jetzt da dazu, von der Normsprache her betrachtet. Wir hatten letztes Jahr auch diskutiert, was denn  \u201enational\u201d bedeutet, wenn S\u00fcdtirol nicht zu Deutschland geh\u00f6rt. Aber in der historischen Tiefe des Sprachraums geh\u00f6ren wir nat\u00fcrlich dazu. Ich kann schwerlich die deutschen Berufsbezeichnungen, die wir auf diesen Datenkarteikarten haben, in die italienische Normklassifikation einbinden. Nat\u00fcrlich kann man das \u00fcbersetzen, auch in die \u00f6sterreichische, aber da sind wir wieder bei den bairischen Dialekten. Wir haben jetzt mit den Berufsbezeichnungen angefangen, weil das einfach eine spannende Frage ist, in was f\u00fcr Berufsfeldern die Menschen 1939 in S\u00fcdtirol t\u00e4tig waren. Eine spannende Frage f\u00fcr eine breite Sozialgeschichte. Aber wir sind eben auch an diesen Engen angesto\u00dfen. Darf man das \u00fcberhaupt machen? Kann man die Deutsche Normen-Datenbank auf den geografischen Raum S\u00fcdtirol ausdehnen? Es wurde dann gemacht, weil es um die historische Komponente geht, aber es war tats\u00e4chlich ein Thema und wird es auch im Rahmen dieser NFDI4Memory bleiben. Wo sind da die Grenzen einer nationalen Forschungsinfrastruktur, wenn es um Deutschland geht?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM:<\/strong> Ein Teil von mir w\u00fcrde jetzt sagen, die L\u00f6sung ist auf der EU-Ebene zu finden. Nur wenn ich mir vor Augen halte, wie komplex schon allein die Governance-Struktur der NFDI innerhalb von Deutschland ist, wei\u00df ich nicht, ob das in der Praxis ein gangbarer Weg ist.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EP:<\/strong> In diesem Fall wurde es dankenswerterweise sehr pragmatisch gel\u00f6st. Nat\u00fcrlich k\u00f6nnen wir diese Sozialgeschichte nicht mit der italienischen Nomenklatur machen. Die W\u00f6rter sind halt nun einmal auf Deutsch, und wir haben sehr viele sehr dialektale Berufsbezeichnungen. Da waren halt so Berufe darunter wie H\u00e4userin. Uns als Tirolern wird eine H\u00e4userin was sagen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM: &nbsp;<\/strong>Anderswo ist das wahrscheinlich die Pfarrk\u00f6chin, oder?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EP:<\/strong> Oder Pfarrgehilfin, ja.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EP:<\/strong> Hat sie sogar so hingeschrieben, Haiserin, wie A und I, ja.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM: <\/strong>Wie immer sind wir beeindruckt vom rasanten technischen Fortschritt. Vor meinem inneren Auge entsteht, wenn ich dir zuh\u00f6re, die Vision von einer vergleichenden Analyse der Berufsbezeichnungen zum Beispiel im Weinbausektor, im gesamten deutschen Sprachgebiet in der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EP:<\/strong> Also spannend war f\u00fcr mich der Landwirtschaftssektor, weil S\u00fcdtirol gro\u00dfteils landwirtschaftlich gepr\u00e4gt war. Wie viele Bezeichnungen es f\u00fcr unterschiedliche Berufe im Landwirtschaftsbereich gegeben hat, das allein schon w\u00fcrde ein halbes Buch f\u00fcllen, wenn man das auch noch linguistisch und vom Sprachraum her, vom Kulturraum her ausdifferenzieren m\u00f6chte. Auch der Weinbau geh\u00f6rt da nat\u00fcrlich dazu.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM:<\/strong> Also Infrastruktur-Support in Form von einem breiten Netzwerk von Partnern und Unterst\u00fctzern. Marlene, wer hilft denn dir, wenn du technische Probleme hast, die in Bozen nicht mehr gel\u00f6st werden k\u00f6nnen? Eine nationale Forschungsdateninfrastruktur-Initiative gibt es in Italien ja noch nicht, wie wir geh\u00f6rt haben. Wo w\u00fcrdest du dir typischerweise Hilfe holen? Wie arbeitest Du als Leiterin deiner Beh\u00f6rde?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>MH: <\/strong>Wir sind in die gro\u00dfe S\u00fcdtiroler Landesverwaltung eingebunden, und gerade was IT, Datenbanken und so weiter betrifft, haben wir sehr wenig Spielraum. Da m\u00fcssen wir uns zun\u00e4chst einmal an unsere lokalen Anbieter wenden. Wir haben das Gl\u00fcck, dass wir in Bozen auch die Eurac Research<sup><a href=\"#footnote_3_11995\" id=\"identifier_3_11995\" class=\"footnote-link footnote-identifier-link\" title=\"1992 gegr&uuml;ndetes privatrechtlich organisiertes interdisziplin&auml;res Forschungsinstitut mit Sitz in Bozen.\">3<\/a><\/sup> haben. Die haben verschiedene Abteilungen, auch eine f\u00fcr Sprachwissenschaften. Die sind ein guter Ansprechpartner f\u00fcr uns und alles, was Korpora betrifft oder Forschung \u00fcber die dialektalen Besonderheiten. Nat\u00fcrlich orientieren wir uns mit unseren deutschsprachigen Quellen, die wir vor allem sammeln, weniger in den italienischen Raum. In Bozen k\u00fcmmert sich eine zweite Stelle in der Landesverwaltung um die Oral History der italienischsprachigen Bev\u00f6lkerung, das ist die Claudia Augusta, die italienische Landesbibliothek. Die sind sehr gut vernetzt in den italienischen Raum, auch in den universit\u00e4ren Raum, und insofern k\u00f6nnen wir uns auch mit denen austauschen.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM: <\/strong>Wenn ich auf meinen kleinen Merkzettel blicke, bin ich jetzt schon fast bei meiner letzten Frage. Ich m\u00f6chte mit Euch einfach den Versuch machen, f\u00fcnf bis zehn Jahre weiter in die Zukunft zu denken. Was wird sich f\u00fcr euch ge\u00e4ndert haben und was w\u00fcrdet ihr euch w\u00fcnschen an Unterst\u00fctzung im Bereich einer immer komplexer und teurer werdenden Infrastruktur? NFDIs als nationale Forschungsdateninfrastrukturen sind so konzipiert, dass sie diese Frage beantworten sollten. Ich denke, niemand wei\u00df besser, was ihr braucht, als ihr selber. Welche Unterst\u00fctzung werdet ihr immer dringender brauchen? Welche Probleme und M\u00f6glichkeiten werden auftauchen? Willst du gleich weitermachen, Marlene? Du bist ja f\u00fcr den auch f\u00fcr den spannenden Bereich Film und Medien verantwortlich.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>MH:<\/strong> Also ich glaube, dass sich das Berufsbild der Archivarinnen und Archivare auch schon in den n\u00e4chsten f\u00fcnf bis zehn Jahren \u00e4ndern wird und auch \u00e4ndern muss. Und da hoffe ich sehr stark, dass es bereits in der Ausbildung ein Thema sein wird, wie wir unsere Quellen, in meinem Fall die audiovisuellen Quellen, mit Hilfe von KI bearbeiten und zug\u00e4nglich machen werden. Wir sind leider, wenn ich jetzt f\u00fcr S\u00fcdtirol sprechen kann, noch nicht sehr fit in diesem Bereich. Da brauchen wir sicher noch sehr viel Unterst\u00fctzung. Auch bei uns im Landesarchiv in Bozen bewegt sich was in diese Richtung, dass wir uns bewusst werden, dass Archive in Zukunft einfach digital entstehen. Also es geht dann nicht mehr um Retro-Konversion. Es geht darum, das digital Entstandene schon so zu \u00fcbernehmen in die Archive, dass es dann auch nutzbar und zug\u00e4nglich ist. Und das bedeutet viel Infrastrukturarbeit. Also dieser \u00dcbergang, der in <em>einem<\/em> Workflow passieren muss. Ich stelle mir schon vor, dass es hier nicht mehr viel h\u00e4ndische Arbeit braucht, wenn ich <em>born digital<\/em> Daten \u00fcbernehmen will. Da sehe ich eine gro\u00dfe Herausforderung, und da sehe ich auch die unbedingte Notwendigkeit, dass wir uns hier entwickeln.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM: <\/strong>Ich habe noch kaum jemanden getroffen, der sagt, bei uns funktioniert das alles schon bestens. Gibt es irgendwo ein Modell, ein Land, eine Institution, die das alles auf eine bewundernswerte Weise so im Griff hat, dass du sagen w\u00fcrdest, schaut dorthin?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>MH: <\/strong>Wenn\u2019s das g\u00e4be, dann w\u00fcrde ich mich sofort f\u00fcr ein Praktikum anmelden und ein paar Monate dort verbringen. Auf den Tagungen, die ich jetzt in der letzten Zeit besucht habe, gibt es immer wieder kleinere Projekte, die sehr begrenzt sind, die an den eigenen Best\u00e4nden arbeiten. Ich war letztens in Graz. Dort gibt es das Institut f\u00fcr Filmwissenschaft, und die sind gerade dabei, auch ihren Bestand an DVDs zu bearbeiten, weil sie ihn f\u00fcr die t\u00e4gliche Arbeit dann anders aufbereiten wollen. Ich lerne im Moment an kleineren Projekten, an Best-Practice-Beispielen, und versuche das dann f\u00fcr mich auf unsere S\u00fcdtiroler audiovisuellen Best\u00e4nde anzuwenden. Aber dieses eine Vorzeigeland ist mir nicht bekannt. Wenn es eins gibt, ich bin sofort da.<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM: <\/strong>Wie sieht es denn in der Zeitgeschichte aus, Eva?<\/p>\n\n\n\n<p><strong>EP: <\/strong>Ich kann mich Marlene nur anschlie\u00dfen. Ich bin jetzt gerade auch wieder in Wien in der Mediathek eingebunden. Da geht es um diese Frage. In den Archivierungsinstitutionen geht es darum, wie k\u00f6nnen wir jetzt diese generativen KIs sinnvoll einsetzen? Wie k\u00f6nnen die uns auch einen Schritt weiterbringen in der Erschlie\u00dfung von Materialien, in der Digitalisierungspraxis. Es gibt meines Wissens noch keine L\u00f6sungen, soweit ich das absehe. Ich glaube, das w\u00e4re jetzt auch wirklich viel zu fr\u00fch. Wir sind in einem sehr dynamischen Feld. Was ich mir sehr gerne anschaue, sind Projekte, die dieses dynamische Feld versuchen zu bespielen, mehr im Diskursiven und im Prozesshaften. Also zu fragen, wo stehen wir, wohin k\u00f6nnen wir gehen, was ist der Prozess, den wir derzeit haben. Projekte, die genau das ansprechen, denn ich glaube, wir k\u00f6nnen das jetzt noch nicht, und was wir heute sagen, ist morgen \u00fcberholt. Das stehen wir momentan. Mich pers\u00f6nlich besch\u00e4ftigt auch sehr die Lehre. Wie m\u00fcssen wir Lehre an der Universit\u00e4t neu denken? Wie m\u00fcssen wir auch die Vermittlung von Prim\u00e4rquellen neu denken? Wie m\u00fcssen wir vor allem das Schreiben von l\u00e4ngeren Textsorten neu denken? Das m\u00fcssen wir neu denken, davon bin ich \u00fcberzeugt. Das h\u00e4ngt nat\u00fcrlich alles zusammen. Ich habe da noch keine L\u00f6sungen gesehen. Es gibt ein paar tolle Projekte, die derzeit auch im deutschsprachigen Raum entstehen. Und ich w\u00fcrde jetzt vor allem auch diese gro\u00dfen Forschungsnetzwerke auch da ganz stark in der Pflicht sehen, sich vor allem auch mit dieser Br\u00fccke zu besch\u00e4ftigen. Wie k\u00f6nnen wir das, was wir hier in sehr gro\u00dfen Strukturen bauen \u2013 sehr technologiedurchdacht, auch wunderbare L\u00f6sungen, die hier angedacht werden \u2013 wie k\u00f6nnen wir das auf die n\u00e4chste Ebene bringen? Sprich: Wie hole ich die Zeithistorikerin, den Zeithistoriker ab, der nichts damit zu tun hat? Und das ist jetzt machbar, denke ich. Da haben wir einen gro\u00dfen Schritt gemacht. Ich muss jetzt nicht jedem Zeithistoriker sagen, er muss programmieren k\u00f6nnen. Ich glaube, davon k\u00f6nnen wir uns jetzt wirklich verabschieden. Aber wie kann ich vor allem auch junge Menschen dahin bringen, dass sie freiwillig doch noch was lesen, doch noch reinh\u00f6ren in l\u00e4ngere Audiopassagen, Videopassagen. Weil jetzt ist gerade dieser \u00dcbergang, und den finde ich so problematisch, dass alles noch schneller, alles noch k\u00fcrzer, alles noch fragmentierter wird. Und dieser Schritt muss meines Erachtens wirklich freiwillig passieren, denn wir k\u00f6nnen die jungen Leute nur ein St\u00fcck weit zwingen, sich lange und intensiv mit einzelnen Quellen, sei&#8217;s Text, Audio oder Video, zu besch\u00e4ftigen. Und dann auch ausf\u00fchrlich dar\u00fcber zu schreiben, nicht nur einen Tweet oder Insta-Post, sondern l\u00e4ngere Texte dar\u00fcber zu schreiben. Und das, finde ich, ist die ganz gro\u00dfe Herausforderung hier, auch die Lust an der Besch\u00e4ftigung mit Geschichte. Trotz dieser digitalen Zug\u00e4nge, ich bin sehr Verfechterin davon, trotz dieser generativen KI, die uns viele l\u00e4stige Arbeiten abnehmen wird, trotzdem das aufrechtzuerhalten und auch diesen ganzen Bereich Vermittlung und Lehre neu denken. Das wird eine gro\u00dfe Herausforderung. Da gibt es keine L\u00f6sungen jetzt, und das m\u00fcssen wir gestalten. Ich sehe das wirklich als gro\u00dfen Umbruch, der f\u00fcr uns Historiker*innen auch wieder ein Vorteil ist, weil dieses Verh\u00e4ltnis in den Digital Humanities schon ein bisschen neu ausbalanciert wird. Es ist jetzt nicht mehr der Guru, der den Zugang zu den Daten technisch gestalten kann, sondern wir k\u00f6nnen alle jetzt Fragen stellen, die wir so nicht stellen konnten, weil wir uns nicht mehr immer nur mit Nullen und Einsen oder der Frage, wie ich meine geschichtlichen Daten in eine Datenbank reinpressen kann, oder mit was auch immer besch\u00e4ftigt haben. Ich sehe da auch eine gro\u00dfe Chance. Umso problematischer oder umso wichtiger ist die Frage der Ethik und der kulturellen Sensitivit\u00e4t. Da kennen wir alle die Probleme mit dem Daten-Bias, dem sprachlichen Bias, dem Hochkultur-Bias. Deswegen sollten wir n\u00e4chstes Jahr dieses Interview nochmal halten, im breiten Dialekt reden und schauen, ob wir als kleiner S\u00fcdtiroler Dialekt im gro\u00dfen bairischen Dialektraum und in der deutschen Sprache dann richtig transkribiert werden und auffindbar bleiben. Darum geht es ja auch, diese Anerkennung!<\/p>\n\n\n\n<p><strong>CM:<\/strong> Als Sprecher eines Nordtiroler Dialekts kann ich mir kein sch\u00f6neres Schlusswort vorstellen. Ich danke euch beiden f\u00fcr das Gespr\u00e4ch.<\/p>\n\n\n<div class=\"wp-block-image\">\n<figure class=\"aligncenter size-large is-resized\"><a href=\"https:\/\/textplus.hypotheses.org\/files\/2025\/03\/Diktiergeraet_Grundig_Stenorette_S-2-scaled.jpg\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"500\" height=\"333\" src=\"https:\/\/textplus.hypotheses.org\/files\/2025\/03\/Diktiergeraet_Grundig_Stenorette_S-2-500x333.jpg\" alt=\"\" class=\"wp-image-12442\" style=\"width:744px;height:auto\" srcset=\"https:\/\/textplus.hypotheses.org\/files\/2025\/03\/Diktiergeraet_Grundig_Stenorette_S-2-500x333.jpg 500w, https:\/\/textplus.hypotheses.org\/files\/2025\/03\/Diktiergeraet_Grundig_Stenorette_S-2-300x200.jpg 300w, https:\/\/textplus.hypotheses.org\/files\/2025\/03\/Diktiergeraet_Grundig_Stenorette_S-2-150x100.jpg 150w, https:\/\/textplus.hypotheses.org\/files\/2025\/03\/Diktiergeraet_Grundig_Stenorette_S-2-768x511.jpg 768w, https:\/\/textplus.hypotheses.org\/files\/2025\/03\/Diktiergeraet_Grundig_Stenorette_S-2-1536x1022.jpg 1536w, https:\/\/textplus.hypotheses.org\/files\/2025\/03\/Diktiergeraet_Grundig_Stenorette_S-2-2048x1363.jpg 2048w\" sizes=\"auto, (max-width: 500px) 100vw, 500px\" \/><\/a><figcaption class=\"wp-element-caption\">Diktierger\u00e4t Stenorette S der Firma Grundig, Baujahr 1957. Foto: <a href=\"https:\/\/digital.deutsches-museum.de\/item\/1994-57T1\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Deutsches Museum<\/a>, CC BY-SA 4.0.<br><\/figcaption><\/figure>\n<\/div><ol class=\"footnotes\"><li id=\"footnote_1_11995\" class=\"footnote\">Vortragstitel: Aktuelle Herausforderungen in der Umsetzung von Machine Learning und KI Anwendungen in der BMW Group<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_1_11995\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_2_11995\" class=\"footnote\">Im Rahmen eines 1939 geschlossenen Abkommens zwischen dem nationalsozialistischen Deutschen Reich und dem faschistischen Italien musste die deutsch- und ladinischsprachige Bev\u00f6lkerung S\u00fcdtirols entweder f\u00fcr den Verbleib in Italien oder die Emigration nach Deutschland  \u201eoptieren.\u201d Unter starkem propagandistischen Druck beider beteiligten Regierungen optierte die gro\u00dfe Mehrheit f\u00fcr das Deutsche Reich. Mehrere Zehntausend S\u00fcdtiroler*innen emigrierten, bevor der weitere Kriegsverlauf die Ergebnisse des Referendums obsolet machte.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_2_11995\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><li id=\"footnote_3_11995\" class=\"footnote\">1992 gegr\u00fcndetes privatrechtlich organisiertes <a href=\"https:\/\/www.eurac.edu\/de\/ueber-uns-eurac-research\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">interdisziplin\u00e4res Forschungsinstitut<\/a> mit Sitz in Bozen.<span class=\"footnote-back-link-wrapper\"> [<a href=\"#identifier_3_11995\" class=\"footnote-link footnote-back-link\">&#8617;<\/a>]<\/span><\/li><\/ol>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Am 27. und 28. Juni 2024 fand in M\u00fcnchen der Workshop \u201eSprechen Verstehen: KI und gesprochene Sprache\u201c statt. 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