Evaluierung der Föderierten Inhaltssuche für lexikalische Ressourcen
Autoren: Thomas Eckart, Erik Körner, Uwe Kretschmer (alle SAW)

Wie lässt sich die Benutzerfreundlichkeit der Föderierten Inhaltssuche für lexikalische Ressourcen, kurz LexFCS, weiter verbessern? Welche Vorschläge und Wünsche haben Wörterbuch-Expertinnen und -Experten? Was brauchen die Nutzenden? Zu diesen Fragen veranstaltete die Sächsische Akademie der Wissenschaften zu Leipzig (SAW) im Juni einen halbtägigen Workshop. Um die Such- und Verwendungsmöglichkeiten in der Text+ Wörterbuchplattform weiterzuentwickeln und LexFCS attraktiver und zugänglicher für die wissenschaftliche Gemeinschaft zu machen, luden wir zehn Personen mit breit gefächerter lexikografischer oder lexikologischer Expertise ein, die sieben verschiedene wissenschaftliche Einrichtungen aus ganz Deutschland repräsentierten.
1. Was ist die LexFCS?
Die LexFCS ist ein Vorhaben im Rahmen des NFDI-Konsortiums Text+ und Teil der ressourcenübergreifenden föderierten Inhaltssuche. In einer dezentralen Umgebung werden Ressourcen verschiedener Institutionen über standardisierte Schnittstellen zur Verfügung gestellt und auf einer zentrale Suchoberfläche für Nutzende abfragbar gemacht. Die Oberfläche ist in das Webportal von Text+ integriert. Neben einer einfachen Volltextsuche wird dort eine gezielte Suche in lexikalischen Ressourcen wie Wörterbüchern, Wortlisten oder Wortnetzen angeboten. Dafür wurde die Anfragesprache LexCQL als ein Dialekt der Contextual Query Language (CQL) entwickelt. Nutzende können für lexikalische Einträge Anforderungen an verschiedene Informationsarten formulieren und durch die logischen Operatoren AND und OR miteinander verknüpfen. Zu den unterstützten Anfragefeldern gehören Angaben wie Lemma (lemma), Wortart (pos), Definition (definition) und viele weitere.
Ebenso wichtig wie herausfordernd bei der Umsetzung dieses Projektes ist der parallele Zugriff auf die verschiedenen Datenstrukturen der unterschiedlichen Wörterbücher, Wortnetze und Wortlisten über eine gemeinsame Abfrage und die nutzerfreundliche Darstellung der jeweiligen Ergebnisse. Und diese wachsen stetig: zum Zeitpunkt des Workshops waren bereits 48 lexikalische Ressourcen in neun Sprachen für die Suche verfügbar.
2. Wie geht’s besser? Von Problemen zu Lösungen
Der Workshop diente der Evaluierung der bislang realisierten Implementierung. Eingangs stellte das Leipziger Team den aktuellen Stand der Entwicklungen vor sowie die bereits geplanten Verbesserungen. Anschließend gab es Raum für Beobachtungen und Erwartungen aus der individuellen fachwissenschaftlichen Perspektive der einzelnen Teilnehmenden. Daraus ergab sich ein fruchtbares Gruppengespräch über unterschiedlichste Nutzungsszenarien und Forschungsinteressen.
3. Erkenntnisse aus dem Workshop
3.1 Technische und inhaltliche Herausforderungen
Es wurden Problemfälle identifiziert, die von einem unzureichenden Annotationsgrad bereitgestellter Ressourcen über uneinheitliche Ergebnisrepräsentationen bis zu Defiziten bei der Unterstützung von Nutzenden in der Erstellung komplexer Suchanfragen reichen. Gemeinsam konnten verschiedene Maßnahmen zur möglichen Problembehebung sowie zur allgemeinen Verbesserung erarbeitet werden. Diese wurden abschließend gesichtet und nach Relevanz priorisiert.

3.2 Nutzerbedürfnisse
Ein zentrales Ergebnis des Workshops ist, dass den Nutzenden transparenter kommuniziert werden sollte, welche Leistungsfähigkeit sie von der Plattform erwarten können – aber auch, wo deren Grenzen liegen. Zudem soll die Entwicklung von Unterstützungswerkzeugen zur Formulierung von Anfragen im weiteren Arbeitsprogramm priorisiert werden.
3.3 Strategische Empfehlungen
Generell wurde vorgeschlagen, dass der Zugang zur Plattform verstärkt über konkrete Forschungsfragen erfolgen sollte. Die bereits vorhandene Hilfefunktion, mit ihren teils auch interaktiven Komponenten, scheint ein guter Einstiegspunkt für entsprechende Verbesserungen zu sein.

Als weiteres, deutlich über die LexFCS hinaus reichendes Thema wurde der Umgang mit der Vielzahl an unterschiedlichen verwendeten Vokabularen identifiziert. Diese stellen für eine föderierte Plattform naturgemäß ein erhebliches Problem dar und werden auch in Zukunft weitere Diskussions-, Spezifikations- und Entwicklungsbedarfe nach sich ziehen.
4. Ausblick
Die Erkenntnisse des Workshops haben in der Zwischenzeit schon dazu beigetragen, die Planung der kurz- und mittelfristigen Weiterentwicklung anzupassen.
Update 5.9.2025: Die Ergebnisse wurden mittlerweile als eigenständiger Bericht auf Zenodo veröffentlicht (DOI: 10.5281/zenodo.17055166).
An dieser Stelle sei allen Expertinnen und Experten noch einmal herzlich für ihr Engagement und konstruktives Feedback im Rahmen des Workshops gedankt. Besonderer Dank gilt auch dem Scientific Coordination Committee der Task Area Lexikalische Ressourcen für die Unterstützung bei der Planung und Verbreitung der Einladung sowie für ihre aktive Teilnahme am Workshop.
OpenEdition schlägt Ihnen vor, diesen Beitrag wie folgt zu zitieren:
Text+ Mitglied (8. August 2025). Evaluierung der Föderierten Inhaltssuche für lexikalische Ressourcen. Text+ Blog. Abgerufen am 2. April 2026 von https://doi.org/10.58079/14guu

2 Antworten
[…] Via https://textplus.hypotheses.org/13740 […]
[…] dieser Zielstellung schloss die Veranstaltung unter anderem an einen vorausgehenden Workshop zur Evaluierung der Föderierten Inhaltssuche für lexikalische Ressourcen […]