
Ubiytsy
Ubiytsy | Sowjetunion | 1956
IMDb, OFDb, Schnittberichte
Wie bei studentischen Arbeiten an den Moskauer Filmuniversitäten üblichen, haben bei diesem rund 20-minütigen Debüt von Andrei Tarkowski auch Alexander Gordon und Marika Beiku mitgewirkt Die beiden Szenen in der Gaststätte sind dabei unter Regie von Tarkowski entstanden, die zweite Sequenz im Zimmer Oles (Vasiliy Shukshin) unter der Führung Gordons. Bemerkenswert ist, dass Tarkowski als Vorlage für sein Drehbuch Ernest Hemingways Kurzgeschichte Die Killer wählte, die von Robert Siodmak als RÄCHER DER UNTERWELT bereits 1946 sehr erfolgreich verfilmt worden ist. Im Gegensatz zu Siodmaks Version und auch der Vorlage bleibt UBIYTSY allerdings höchst vage und erzählt keinerlei Vorgeschichte.
Es bleibt also unklar, warum die zwei Killer in Georges (Alexander Gordon) Gaststätte eindringen und sich auf die Ermordung Oles vorbereiten. Für die Filmschüler ergibt sich so der Raum, sich eher dem Aufbau von Spannung und dem gegenseitigen Misstrauen der Protagonisten zu widmen. Die Kamera folgt dazu den Blicken, die ständig vom einen zum anderen fliegen und dann gibt es auch mal eine Kamerafahrt hinab zum gefesselten Nick (Yuliy Fayt). Diese Szene nimmt den größten Teil des Films ein und sie erzeugt eine Unklarheit, die sich auch in der Folge nicht auflösen soll. Nicks Besuch im Zimmer Oles findet mit der Intention statt, letzteren vor einem Besuch in der Gaststätte zu warnen, wird aber von Ole – nach einer weiteren Kamerafahrt, die dicht vor seinem Gesicht endet – nur mit der Bemerkung quittiert, dass da nichts zu machen sei. Entsprechend kommentiert George die Situation nach Nicks Rückkehr mit der lapidaren Feststellung, dass es sich um eine schlimme Sache handele. Während Hemingway und Siodmak sich in unterschiedlichem Maße der Erkundung dessen widmen, was zu dieser scheinbar ausweglosen Situation geführt hat, verlegen sich Tarkowski und seine Mitstreitenden ganz und gar auf die Darstellung dieser Hoffnungslosigkeit – ein gelungenes Debüt.