
Sartana
Mille dollari sul nero | Deutschland/Italien | 1966
IMDb, OFDb, Schnittberichte
Alberto Cardone lieferte nach seinem ersten Italowestern DJANGO – DIE GEIER STEHEN SCHLANGE (1966) mit SARTANA (1966) den Auftakt zur Reihe der SARTANA-Filme. Die Besonderheit: Bei ihrem Debüt ist die (fast) immer von Gianni Garko verkörperte Figur noch gänzlich anders angelegt als in den späteren Filmen. In den zwischen 1968 und 1970 folgenden fünf Filmen zeichnet sich Sartana als trickreicher Rächer aus, der seine Ziele mithilfe von allerlei Gadgets zu erreichen pflegt – in SARTANA KOMMT (1970) werden die Gegner dann auch schon mal mittels einer Maschinengewehr-Orgel niedergemäht.
Dagegen gibt Garko hier einen augenscheinlich von Kinski inspirierten Wahnsinnigen, der mit starrem Blick Unschuldige erschießt oder Stumme zum Betteln auf die Knie zwingt. Er mordet, vergewaltigt und zwingt Jerry (Roberto Miali) dazu, der Vergewaltigung zuzusehen, was diesem erst die Stimme raubt. Anthony Steffen als sein Bruder Johnny gerät in Anbetracht dieser Bösartigkeit schon fast zum typisch-guten Helden des US-Western. Schlimmer wiegt aber, dass der Konflikt der Brüderschon so früh offengelegt wird, dass sich der Film in der Folge schwertut, dem Zweikampf der beiden neue Impulse hinzuzufügen. Es läuft alles sehr vorhersehbar auf das Finale zu, weder des Richters (Carlo d’Angelo) noch Joselitas (Erika Blanc) Wirken sorgt für interessante Wendungen. Das ist insbesondere schade, da der Film mit Carla Calò als im Hintergrund wirkender Mutter Rhonda oder Sartanas cooler Aztekenfestung durchaus Ideen aufweist, die – etwas konsequenter berücksichtigt – wirkliche Eigenständigkeit hätten erwirken können.
Neben dieser inhaltlichen Durchschnittlichkeit bliebt der Film leider auch formal Mittelmaß; und das liegt nicht daran, dass er nicht einige der für den Italowestern so zentralen schönen Mise en Scène kreieren würde. Wenn Carla Calò mit dem Gewehr in der Hand über den Dorfplatz schreitet oder Sartana im Augenblick des Todes mit seinem Bruder neben sich kniend von oben gefilmt wird, dann sind das gelungene Einstellungen. Aber Romeo Ciattis Schnitt schafft es, diese Szenen stets so verfrüht und abrupt abzubrechen, dass jede Stimmung flöten geht. Über den ganzen Film hinweg ist der Schnitt unfassbar roh und ohne Rhythmus, was vielen stimmungsvollen Momenten ihre Wirkung raubt. Und wenn inhaltlich und formal so viel zu bemängeln ist, dann ist ein Film am Ende eben einfach nur durchschnittlich.






