Shocktober 2015 – Final Batch / October 2015 – Non-Horror-Stuff

MAMA (Kanada/Spanien 2013, Regie: Andrés Muschietti)

mama

(Fassung: Blu-ray, Universal, Deutschland)

Vor fünf Jahren verschwanden zwei kleine Mädchen (Megan Charpentier und Isabelle Nélisse) spurlos, nun werden sie in der Wildnis wiedergefunden und sollen künftig bei ihrem Onkel Lucas (Nikolaj Coster-Waldau) und dessen Freundin Annabel (Jessica Chastain) aufwachsen. Doch die Jahre in der Einsamkeit der Wildnis haben ihre Spuren bei den beiden Schwestern hinterlassen und als Lucas nach einem mysteriösen Unfall im Krankenhaus landet und Annabel fortan mit den Kindern allein im Haus ist, muss sie bald feststellen, dass hier etwas gar nicht mit rechten Dingen zugeht. Offensichtlich wurden die Mädchen in der Wildnis von einer Kreatur beschützt, welche die Kinder Mama nennen. Und diese Kreatur nimmt es mit der Aufgabe als Beschützer immer noch sehr genau…

Einer der besseren Horrorfilme der letzten Jahre. Weil Regisseur Andrés Muschietti eine sehr gute Balance zwischen ruhigen Momenten und Schockeffekten findet, über weite Strecken eine wahrlich beunruhigende Atmosphäre aufbaut und mit Jessica Chastain in der Hauptrolle – die ich mit ihren kurzen, schwarzen Haaren fast nicht erkannt hätte – eine Hauptdarstellerin am Start hat, die ihr Handwerk versteht und MAMA allein durch ihr Mitwirken ungemein aufwertet. Leider hat Muschietti (der auch für das Drehbuch mitverantwortlich zeichnete) das Ende versaut und erweist seinem bis dahin eigentlich sehr guten Film einen Bärendienst. Der Schluss von MAMA ist tatsächlich eine ziemliche Katastrophe und mag so gar nicht zu dem passen, was man zuvor gesehen hat. Aber man muss ja nicht alle Entscheidungen verstehen, die ihm Laufe des Entstehungsprozesses eines Films so gefällt werden.

Persönliche Bewertung: Gut!

PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI (Italien 1980, Regie: Lucio Fulci)

paura nella città dei morti viventi

(Fassung: DVD, Blue Underground, USA)

Während einer Séance hat Mary Woodhouse (Catriona MacColl) eine Vision von einem Priester in einer Kleinstadt, der Selbstmord begeht und dadurch die Pforten zur Hölle öffnet. Gemeinsam mit dem Reporter Peter Bell (Christopher George) macht sich Mary auf die Suche nach dieser Stadt um das Schlimmste zu verhindern…

PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI ist einer von Fulcis berüchtigten Goreklassikern und trägt seit seinem Erscheinen die Last mit sich herum, immer wieder auf seine Gore-, Splatter- und Ekelsequenzen reduziert zu werden. Natürlich muss ich zugeben, dass diese Szenen – eine Frau kotzt sich nicht nur die Seele, sondern auch gleich sämtliche Gedärme aus dem Leib, der Kopf eines Mannes macht Bekanntschaft mit einer Bohrmaschine, die Protagonisten sind einem Wirbelsturm aus Maden ausgesetzt, usw. – auch in mir den kleinen Gorehound von früher wieder zum Leben erwecken und dessen Herz höher schlagen lassen, die wahre Qualität von PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI liegt aber woanders. Ich finde es einfach faszinierend, wie sich Fulcis Film – zwar noch nicht ganz so extrem, aber doch ähnlich wie in dem ein Jahr später entstandenen Glanzstück …E TU VIVRAI NEL TERRORE! L’ALDILÀ – den Regeln einer herkömmlichen Narration und eines herkömmlichen Spannungsaufbaus zu entziehen versucht. Dinge passieren hier einfach, ohne dass es weiterer Erklärungen bedarf und ohne dass großartig auf bestimmte Ereignisse hingearbeitet werden müsste. PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI definiert sich nicht durch seine Geschichte, sondern vielmehr durch seine albtraumhafte Stimmung, die er erzeugt, durch seine unheimliche Atmosphäre und durch seinen ebenso simplen wie intensiven Score von Komponist Fabio Frizzi, der den Zuschauer durch den Film trägt. Auch in PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI kommt man als Zuschauer irgendwann an einen Punkt, an dem es egal ist, ob man der Handlung nun noch folgen mag oder nicht, an dem nur noch die vermittelte Stimmung von Bedeutung ist und man bereit ist, Fulci alles abzunehmen und alles zu glauben, was er einem so vorsetzt. PAURA NELLA CITTÀ DEI MORTI VIVENTI ist ein Film von morbider Schönheit.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

THE MASK OF FU MANCHU (USA 1932, Regie: Charles Brabin / Charles Vidor)

the mask of fu manchu

(Fassung: DVD, Warner, USA)

Ein englisches Archäologenteam soll das erst vor kurzer Zeit entdeckte Grab des berühmt-berüchtigten Dschingis Khan sichern und die darin enthaltenen Schätze bergen, insbesondere die Maske und das Schwert des Eroberers, zwei Artefakte, denen magische Kräfte nachgesagt werden. Die Zeit drängt, denn auch der von Boris Karloff gespielte Superverbrecher Dr. Fu Manchu will die sagenumwobenen Artefakte in seinen Besitz bringen und hat gar grausige Dinge mit diesen vor…

THE MASK OF FU MANCHU ist ein netter kleiner Gruselstreifen aus längst vergangenen Tagen, der Grusel- und Mystery-Elemente mit denen des Abenteuerfilms verbindet und so versucht, seine Zuschauer bei der Stange halten. Was vor gut über 80 Jahren noch gelungen haben mag, ist heute jedoch fast ein Ding der Unmöglichkeit. Im Gegensatz zu ähnlichen Filmen aus der damaligen Zeit fehlt es THE MASK OF FU MANCHU einfach an Spannungspotential, an Atmosphäre und auch an Charme. Die Settings sind größtenteils ausgesprochen spartanisch ausgefallen und so etwas wie Gruselstimmung kommt nur sehr selten – und dann auch nur ansatzweise – auf. Lediglich ein paar wenige Szenen bleiben im Gedächtnis, die sind dann aber auch allesamt ziemlich toll geraten (Fu Manchu ganz am Anfang mit dem dampfenden Gebräu, eine aus einem Totenschädel krabbelnde Spinne, die Foltereinlagen der sadistischen Tochter Fu Manchus und die Sequenz mit den Krokodilen) und sorgen letztendlich dafür, dass ich doch eine verhaltene Empfehlung für den Film aussprechen möchte.

Persönliche Bewertung: Nett!

LADY IN THE WATER (USA 2006, Regie: M. Night Shyamalan)

lady in the water

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

In LADY IN THE WATER findet Paul Giamatti als Hausmeister einer Apartmentanlage ein Fabelwesen im Swimmingpool und versucht, dieses mit Hilfe der Bewohner der Anlage vor fiesen Monstern zu retten…

Nach seinen vier erfolgreichen Plot-Twist-Filmen (THE SIXTH SENSE, UNBREAKABLE, SIGNS und THE VILLAGE) knallt Regie-Wunderkind M. Night Shyamalan dem Publikum diesen obskuren Fantasy-Mystery-Märchen-Mix um die Ohren, fiel damit komplett auf die Fresse und sollte sich danach dazu entschließen, sein Publikum mit Filmen wie THE HAPPENING (den ich persönlich richtig toll finde) noch mehr zu strapazieren bzw. auf die Probe zu stellen.

Weshalb jetzt gerade LADY IN THE WATER damals so extrem kritisiert wurde, mag sich mir nicht erschließen. Wahrscheinlich waren alle enttäuscht, dass es keinen Plot-Twist am Ende gab. Vielleicht hat Publikum und Kritik nicht gefallen, dass sich Shyamalan selbst als eine Art unverstandener Märtyrer inszeniert (er spielt einen Schriftsteller, dessen Werk irgendwann die Welt verändern wird, im Hier und Jetzt allerdings mit Missachtung gestraft wird) und in seinem Film zudem noch einen Filmkritiker als Witzfigur installiert hat. Hängt man sich an solchen Dingen auf, läuft man allerdings Gefahr, zu sehen, dass man es hier im Grunde mit einem ausgesprochen schönen Fantasy-Grusel-Märchen zu tun hat, mit einer zwar einfach gestrickten und vielleicht kitschigen, aber doch lobenswerten Botschaft, das mit tollen Schauspielern besetzt, toll fotografiert und mit einem stimmigen Score versehen ist und an dem es bei näherer Betrachtungsweise in meinen Augen rein gar nichts auszusetzen gibt.

Persönliche Bewertung: Gut!

TRICK ‚R TREAT (USA 2007, Regie: Michael Dougherty)

trick 'r treat

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

In TRICK ‚R TREAT verbindet Regisseur Michael Dougherty verschiedene, sich in der Halloweennacht abspielende Handlungsstränge lose miteinander und erschafft dadurch einen ausgesprochen kurzweiligen und unterhaltsamen Episodenfilm zum Thema Halloween. Urbane Legenden, fiese Killer, Werwölfe und ein im höchsten Maße aggressives Kürbismännchen sorgen für reichlich Abwechslung. Spannung, schwarzer Humor, eine unheimliche Atmosphäre, der eine oder andere What-the-Fuck-!?!-Moment und viele Schauwerte vereinen sich zu einem homogenen Ganzen und sorgen dafür, dass die extrem übersichtliche Laufzeit von gerade mal knapp 80 Minuten regelrecht wie im Flug vergeht. Dazu die tolle Kameraarbeit, die gelungene Song-Auswahl auf dem Soundtrack und einige bekannte Gesichter auf der Besetzungsliste (Anna Paquin, Brian Cox) und fertig ist ein rundum gelungener Horror- bzw. Gruselspaß, der wohl jedem Genrefreund ein fettes Grinsen ins Gesicht zaubern dürfte.

Persönliche Bewertung: Gut!

TEENAGE ZOMBIES (USA 1960, Regie: Jerry Warren)

teenage zombies

(Fassung: DVD, Vinegar Syndrome, USA)

In TEENAGE ZOMBIES geraten ein paar Teenager auf einer eigentlich menschenleeren Insel in die Fänge einer verrückten Wissenschaftlerin, die dringend menschlichen Nachschub für ihre Experimente mit einem Nervengas benötigt, durch das ihre Opfer in willenlose Kreaturen verwandelt werden…

Bereits im Jahr 1957 gedreht, erblickte Warrens Film – wenn man den Angaben in der IMDB glauben darf – erst drei Jahre später die Leinwände diverser Drive-In-Kinos. TEENAGE ZOMBIES ist dabei klar als B-Movie aus den 50er Jahren zu identifizieren, mit seiner Mischung aus Science Fiction, Verschwörungstheorien und sanftem Grusel (wenn man die unheimlichen Szenen des Films überhaupt so bezeichnen kann) und gefällt heute in erster Linie wegen seiner herrlich naiven Machart, dem komplett unschuldigen Tonfall, den er anschlägt, seiner strikten Trennung zwischen Gut und Böse und diesem fast schon kindlich-naiven Charme, den er verbreitet.

TEENAGE ZOMBIES dürfte schon damals niemanden schockiert haben und er tut es heute erst recht nicht. Und mit ganz großer Sicherheit hat man auch nichts in seinem Leben verpasst, wenn man nun gerade diesen Film hier nicht gesehen haben sollte. Trotzdem ist es schön, dass es ihn gibt und den Jungs vom US-Label Vinegar Syndrome, die solche kleinen obskuren Filme vor dem kompletten Vergessen bewahren und für die Nachwelt erhalten, sei an dieser Stelle mal mein aufrichtiger Dank ausgerichtet.

Persönliche Bewertung: Nett!

AMER (Belgien/Frankreich 2009, Regie: Hélène Cattet / Bruno Forzani)

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(Fassung: Blu-ray, Koch Media, Deutschland)

In AMER folgt der Zuschauer der Protagonistin Ana in drei Stadien ihres Lebens. Als Kind (Cassandra Forêt) in einer albtraumhaften Sequenz in der heimischen Villa kurz nach dem Tod des Großvaters, als Teenager (Charlotte Eugène Guibeaud) im Sommerurlaub beim Austesten ihrer sexuellen Reize und schließlich als erwachsene Frau (Marie Bos), die in ihr Elternhaus, die mittlerweile verlassene Villa, zurückkehrt und dort mit den Ängsten ihrer Vergangenheit konfrontiert wird. AMER ist eine Coming-of-Age-Geschichte im Horrorgewand, auf der einen Seite sehr experimentell und sehr artifiziell, auf der anderen Seite aber auch lebendig, organisch, berauschend und mitreißend.

Die beiden Regisseure Hélène Cattet und Bruno Forzani erzählen die Geschichte, in der immer wieder die Grenzen von Fiktion und Realität ineinander verschwimmen, praktisch ausschließlich mit Bildern, Soundeffekten und der Musik. Es gibt in AMER so gut wie keine Dialoge und die wenigen, die vorhanden sind, tragen nichts dazu bei, die Geschichte weiterzubringen. Würde AMER komplett ohne gesprochenes Wort auskommen, es wäre im Endeffekt auch egal. Formal orientieren sich Cattet und Forzani am italienischen Giallo der 70er Jahre, brechen diesen auf sein visuelles Grundgerüst herunter und tauchen ihren Film in einfach nur atemberaubende Bilder. Die Farben Rot, Gelb, Grün und Blau dominieren, immer wieder gibt es Close-Ups, insbesondere vom menschlichen Auge, dann wieder werden die Bilder unscharf, verschwimmen regelrecht vor dem Auge des Betrachters – dazu der aus klassischen Gialli wie LA TARANTOLA DAL VENTRE NERO oder LA POLIZIA CHIEDE AIUTO entliehene Score; AMER ist wie ein einziger Rausch, ein beeindruckendes filmisches Experiment und ein mehr als würdiger Abschluss meiner Horrorsichtungen in diesem Oktober.

Persönliche Bewertung: Hervorragend!

AVENGERS: AGE OF ULTRON (USA 2015, Regie: Joss Whedon)

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(Fassung: Blu-ray 3D, Walt Disney, Deutschland)

Nachdem Marvel über Jahre hinweg zunächst in diversen Einzelfilmen ein zuvor (fast) nur in Comics existierendes Superheldenuniversum in die Filmwelt übertragen hatte, kam es im Jahr 2012 in THE AVENGERS zum lang herbeigesehnten Gipfeltreffen der einzelnen Protagonisten. Und dieses Gipfeltreffen war schlichtweg atemberaubend und die Vorfreude auf das, was da noch so kommen sollte, stieg ins Unermessliche.

3 Jahre später kehrt das aus Iron Man (Robert Downey Jr.), Thor (Chris Hemsworth), Captain America (Chris Evans), Hawkeye (Jeremy Renner), Black Widow (Scarlett Johansson) und dem Hulk (Mark Ruffalo) bestehende Superheldenteam nun in AVENGERS: AGE OF ULTRON zurück und die Vorfreude von damals wurde mittlerweile durch eine gewisse Übersättigung von heute ersetzt. Das Blockbusterkino scheint fast nur noch aus diversen Superheldenfilmen zu bestehen und in den beiden konkurrierenden Häusern Warner (welche das Universum der DC-Comics rund um Superman und Batman betreuen) und Marvel scheint es nur noch darum zu gehen, den anderen in Sachen Bombast zu übertreffen. Man darf durchaus gespannt sein, wann dieses System kollabieren wird und sich die noch zahlreich vorhandenen Zuschauer gelangweilt abwenden werden.

In AVENGERS: AGE OF ULTRON geht es nun um die künstliche Intelligenz Ultron, die als Android ihr Unwesen treibt und – um die Erde zu retten – die gesamte Menschheit auslöschen will. Einmal mehr ist es an den Titelhelden, dies zu verhindern. Vergleicht man AVENGERS: AGE OF ULTRON mit seinen Vorgänger aus dem Jahr 2012 ist auffallend, dass diese Fortsetzung – anders als THE AVENGERS – weitaus nicht so homogen und in sich geschlossen wirkt. Ähnlich wie einst IRON MAN 2 scheint AVENGERS: AGE OF ULTRON ein Zwischenfilm zu sein, der benötigt wird, um künftige Filme vorzubereiten. Vieles in Whedons Film scheint nur kurz angerissen zu sein – sei es auf der Handlungsebene, beim Einführen neuer Charaktere oder bei der Weiterentwicklung der Beziehungen der Figuren untereinander – und so wirkt AVENGERS: AGE OF ULTRON irgendwie etwas unausgegoren und im Vergleich mit seinem genialen Vorgänger fast schon enttäuschend.

Gerettet wird der Film letztendlich durch seine Schauwerte. Die Action Set Pieces, die Whedon dem Zuschauer hier präsentiert, sind schlichtweg atemberaubend. Die Choreographie der verschiedenen Actionsequenzen scheint nicht von dieser Welt, als Zuschauer kommt man aus dem Staunen gar nicht mehr heraus und – im Endeffekt macht ja auch immer der Ton die Musik – das Sound Design in diesen Actionszenen ist mit dem Wort brachial noch absolut unzureichend beschrieben. In diesem Bereich ist AVENGERS: AGE OF ULTRON nahe an der Perfektion, insbesondere auch weil es Whedon gelingt, seinen Zuschauer immer bei Laune zu halten und die Action so intensiv und abwechslungsreich zu inszenieren, dass sich wirklich keinerlei Ermüdungserscheinungen breitmachen. Und das ist ja durchaus eine Kunst, die nicht jeder Blockbuster-Regisseur beherrscht. AVENGERS: AGE OF ULTRON läuft vor Schauwerten fast über und wirkt dennoch nie überladen.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

00 SCHNEIDER – JAGD AUF NIHIL BAXTER (Deutschland 1994, Regie: Helge Schneider)

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(Fassung: DVD, EuroVideo, Deutschland)

Helge Schneider und seine Filme – entweder man hasst sie oder man liebt sie. Dazwischen gibt es nicht sonderlich viel Freiraum. Ich habe seine drei Filme aus den 90er Jahren – TEXAS – DOC SNYDER HÄLT DIE WELT IN ATEM, diesen hier und PRAXIS DR. HASENBEIN – damals wahrscheinlich nur ein einziges Mal (und wohl auch eher so nebenbei) gesehen und die Erinnerung an sie war bzw. ist komplett verblasst. So kam die jetzige Sichtung von 00 SCHNEIDER – JAGD AUF NIHIL, der gemeinhin als Schneiders bester Film gilt, praktisch einer Erstsichtung gleich.

Helge Schneider, der neben den beiden Hauptrollen gleich noch zwei kleinere Nebenrollen bekleidete, die Musik komponierte und für Drehbuch und Regie verantwortlich zeichnete, versucht als 00 Schneider den Mord an einem Zirkusclown aufzuklären und gerät dabei dem Bösewicht Nihil Baxter (die zweite Hauptrolle, die Schneider spielt) auf die Spur. Schneider klamaukt sich dabei mit seinen kongenialen Partnern Helmut Körschgen (als Sidekick von 00 Schneider), Andreas Kunze (als Frau 00 Schneider) und Werner Abrolat (als Polizeipräsident) durch einen absurd-komischen Plot, der sich hauptsächlich in obskuren Settings (die Einrichtung des Unterschlupfs von Nihil Baxter ist der absolute Knaller) abspielt. Die absichtlich schlechte Machart des Films, der irrsinnige Humor und die noch irrsinnigere Geschichte vereinen sich dabei zu einem unwiderstehlichen Ganzen, welches dem dieser Art von Humor positiv zugeneigten Zuschauer eine Lachsalve nach der anderen garantiert. Ein Heidenspaß!

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE (Deutschland 2013, Regie: Helge Schneider)

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(Fassung: Blu-ray, Senator/Universum, Deutschland)

Knapp 20 Jahre nach 00 SCHNEIDER – JAGD AUF NIHIL BAXTER kehrte Helge Schneider in der Titelrolle zurück und versucht erneut, ein reichlich obskures Verbrechen zu lösen. An die Qualität des Vorgängers reicht diese Quasi-Fortsetzung jedoch nicht ansatzweise heran. Das größte Problem von 00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE ist, dass Helge Schneider im Lauf der Jahre seine kongenialen Mitstreiter verloren gegangen sind. Werner Abrolat verstarb bereits im Jahr 1997, Helmut Körschgen im Jahr 2002 und Andreas Kunze schließlich im Jahr 2010. Helge Schneider ist in 00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE praktisch auf sich allein gestellt und die gezeigte One Man Show tut dem Film nicht wirklich gut, sondern wirkt mit zunehmender Laufzeit eher ermüdend. Das zweite Problem des Films ist – so doof sich das vielleicht anhören mag -, dass dieser Film hier handwerklich, insbesondere was die Kameraarbeit angeht, viel zu gut gemacht ist. Im Vorgänger war es gerade dieses Zusammenspiel aus vorgetäuschtem Dilettantismus und dem ganzen Blödsinn, den die Mitstreiter vor der Kamera veranstalteten, der den Film so unwiderstehlich machte. Hier mögen der Inhalt (Plot, Dialoge, Schauspiel) und die Verpackung (Kameraarbeit und Settings) einfach nicht zusammenpassen. Schneider wirkt fast etwas verloren in diesem Film, agiert irgendwie zu bemüht und kommt schon beinahe altersmüde rüber. So sehr es mir leid tut, es sagen zu müssen, aber im Vergleich zum Vorgänger ist 00 SCHNEIDER – IM WENDEKREIS DER EIDECHSE eine echte Enttäuschung.

Persönliche Bewertung: Naja!

Shocktober 2015 – Third Batch

MYSTERY OF THE WAX MUSEUM (USA 1933, Regie: Michael Curtiz)

mystery of the wax museum

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

Ein Horrorfilm aus der Pre-Code-Ära, der allein aufgrund seines Erscheinungsjahres mehr wagen konnte und zeigen durfte als so manche Filme, die einige Jahre später in die Kinos kamen. MYSTERY OF THE WAX MUSEUM spielt offen mit sexuellen Anspielungen, thematisiert Drogenabhängigkeit, nutzt “rude language“ und zeigt so einige, für die damalige Zeit erstaunlich derbe Sequenzen.

Es geht um den von Lionel Atwill gespielten Ivan Igor, der einst ein Wachsfigurenkabinett in London sein Eigen nennen konnte, zumindest bis dieses von seinem skrupellosen Geschäftspartner (Edwin Maxwell) in Brand gesteckt wurde, damit dieser die Versicherungssumme kassieren konnte. Ivan überlebte mit schweren Brandwunden und ist nun – über ein Jahrzehnt später – dabei, in New York ein neues Kabinett zu erstellen. Mit Figuren der ganz besonderen Art…

Regisseur Michael Curtiz – der ja knapp 10 Jahre später mit CASABLANCA einen der größten Klassiker der Filmgeschichte drehen sollte – legt MYSTERY OF THE WAX MUSEUM als turbulente Mischung aus Mystery-, Horror- und Kriminalfilm an, packt seine gut 75 Minuten randvoll mit Ereignissen, peitscht die Handlung dabei regelrecht nach vorne und konfrontiert seine Zuschauer letztendlich mit einem Film, den man wohl nur als rasant bezeichnen kann. Sogar die Schauspieler feuern ihre Dialoge wie Gewehrsalven ab, alles scheint darauf konzipiert zu sein, möglichst keine Zeit verlieren und keine Sekunde der knapp bemessenen Laufzeit zu verschwenden. Leider wirkt der Film dadurch stellenweise auch etwas überhastet, etwas arg sprunghaft und eine etwas längere Laufzeit hätte MYSTERY OF THE WAX MUSEUM sicherlich gut getan. Ein weiterer Kritikpunkt bezieht sich auf die technische Seite des Films. Zwar sind Masken, Kostüme, Settings und Effekte über jeden Zweifel erhaben, die Wahl, den Film in Farbe zu drehen, nimmt ihm aber ein gutes Stück seiner Atmosphäre. Vielleicht ist es auch nur meine Sehgewohnheit, aber ein Horrorfilm aus dem Jahr 1933 muss in meinen Augen einfach in Schwarz/Weiß gehalten sein, damit er diese typische Stimmung entfallen kann, welche diese alten Klassiker einfach ausmacht. Aber das ist Gejammer auf hohem Niveau.

Persönliche Bewertung: Gut!

DANCE OF THE VAMPIRES (Großbritannien/USA 1967, Regie: Roman Polanski)

dance of the vampires

(Fassung: DVD, Warner, Deutschland)

DANCE OF THE VAMPIRES (aka THE FEARLESS VAMPIRE KILLERS) von Regisseur Roman Polanski ist vielleicht tatsächlich die ultimative Horrorkomödie. Dem chaotischen Treiben von Prof. Abronsius (Jack MacGowran) und seinem Assistenten Alfred (Roman Polanski) zuzusehen ist nicht viel weniger als eine wahre Freude und wer bei diesem Film tatsächlich nicht lachen können sollte, dem kann wohl einfach nicht mehr geholfen werden. Ab in den Keller.

Polanski verbindet auf schlichtweg geniale Art und Weise urkomischen Slapstick-Humor mit wundervoller Gruselatmosphäre. In das Schloss, in dem DANCE OF THE VAMPIRES hauptsächlich spielt, mit seinen unzähligen Treppenauf- und -abgängen, den spinnwebenverhangenen Räumen und Gängen, den dunklen Nischen, den riesigen Kerzenleuchtern, in denen nur noch monströse Wachsgebilde auszumachen sind und all seinen anderen Requisiten, die mit viel Liebe zum Detail platziert worden sind, kann man sich einfach nur verlieben, dürfte es doch das vielleicht beeindruckendste Setting eines Vampirfilms darstellen, welches ich je gesehen habe. Dagegen verkommen die auch schon tollen Settings der Hammer-Filme fast zu lieblosen Kulissen. Die Dialoge, die Polanski und sein Co-Autor Gérard Brach ihren Charakteren in den Mund gelegt haben, sprühen nur so vor hintergründigem Humor und Wortwitz und Jack MacGowran als zerstreuter Professor und Polanski selbst als dessen Assistent liefern ganz große Schauspielkunst. Allein wie sich MacGowran in seiner Rolle bewegt, ist einfach nur zum Schreien komisch. Und dieses Finale mit dem titelgebenden Tanz, der dann so abrupt vor einem Spiegel endet, ist einer dieser magischen Momente der Filmgeschichte, eine dieser Sequenzen für die Ewigkeit.

Persönliche Bewertung: Hervorragend!

TRUE BLOOD: SEASON 5 (USA 2012, Idee: Alan Ball)

true blood

(Fassung: Blu-ray, HBO/Warner, Deutschland)

Nachdem mich die ersten drei Staffeln von TRUE BLOOD damals ziemlich begeistert hatten, leistete sich die von Alan Ball erfundene Serie mit Staffel Nr. 4 eine echte Auszeit und tötete praktisch jedes Verlangen, die Serie überhaupt weiter anzuschauen, erst mal ab. Aber wie das so mit zwanghaftem Verhalten ist: irgendwann will man als Film- und Serienfreak einmal angefangene Reihen doch zu Ende bringen und so wagte ich mich nun nach ziemlich langer Pause endlich an Staffel Nr. 5. Und die hat insbesondere in den ersten paar Episoden noch stark mit den Nachwehen der vorangegangenen Season zu kämpfen. Es dauert ein Stück, bis TRUE BLOOD wieder richtig Fahrt aufnimmt und es zumindest schafft, den Zuschauer wieder mit sich zu versöhnen. Die Qualität von Staffel 1-3 erreicht allerdings auch diese Staffel nicht annähernd.

Nachdem in den vier Staffeln zuvor nun praktisch alle übernatürlichen Wesen eingeführt worden sind – Vampire, Werwölfe, Gestaltenwandler, Feen, Medien, Hexen, usw. – beginnt die Serie sich ab dieser fünften Staffel nun endgültig um das große Ganze zu drehen, nämlich die finale Auseinandersetzung zwischen den Menschen auf der einen und den Vampiren auf der anderen Seite, die dann wahrscheinlich in den letzten beiden Staffeln ausgetragen werden wird. Sowohl der Haupthandlungsstrang als auch die neben diesem parallel laufenden Nebenhandlungsstränge wirken dabei zwar zeitweise etwas arg konstruiert, die einem über die Jahre ans Herz gewachsenen Charaktere mit ihren unzähligen Eigenheiten gleichen diese Schwäche jedoch wieder halbwegs aus. Und die überbordenden Schauwerte – bestehend aus zahlreichen Splattereffekten (die mitunter etwas bessere CGI verdient hätten) und viel nackter Haut -, welche die Serie bisher (auch) ausgezeichnet hatten, sind natürlich ebenfalls wieder üppig vorhanden und haben natürlich einen großen Anteil daran, dass TRUE BLOOD über die 12 Folgen dieser fünften Staffel immer unterhaltsam und kurzweilig bleibt.

Auf Schauspielerseite hervorzuheben sind insbesondere Ryan Kwanten als treudoofer Jason Stackhouse und die umwerfende Kristin Bauer van Straten in der Rolle der ständig genervten Vampirin Pam De Beaufort. Anna Paquin – eigentliche Hauptdarstellerin und als Sookie Stackhouse potentielle Identifikationsfigur – nervt mit ihrem dauernden Geheule dafür immer mehr und vielleicht wären die Autoren gut beraten gewesen, wenn sie diesen Charakter nicht ganz so tränenreich gestaltet hätten. So läuft TRUE BLOOD doch immer wieder Gefahr als TV-Variante von TWILIGHT bezeichnet zu werden – nur halt mit Blut und Titten.

Persönliche Bewertung: Gut!

ROSEMARY’S BABY (USA 1968, Regie: Roman Polanski)

rosemary's baby

(Fassung: DVD, Paramount, Deutschland)

Die Geschichte von Rosemary Woodhouse (Mia Farrow) und ihrem Mann Guy (John Cassavetes), die eine Wohnung in einem riesigen Apartmenthaus beziehen und dort in die Fänge eines auf den ersten Blick rührig erscheinenden, älteren Ehepaares (Ruth Gordon und Sidney Blackmer) geraten, gehört auch zu diesen ganz großen Meilensteinen, die das Horrorkino hervorgebracht hat. Obwohl ROSEMARY’S BABY gar nicht so üppig mit den typischen Elementen des Horrorfilms bestückt ist. Es gibt keine großartigen Schockeffekte, es gibt praktisch keine Gewaltszenen, es gibt kein herkömmliches Monster und für die Protagonistin droht eigentlich auch keine größere Gefahr. Und doch ist Polanskis Film einfach nur scary und creepy geraten und verursacht auch heute noch, bald 50 Jahre nach seinem Erscheinen, ein unbehagliches Gefühl beim Zuschauer. ROSEMARY’S BABY erzielt diese Wirkung vor allem aufgrund seiner bedrückenden Atmosphäre und der förmlich kriechenden Spannung, die Polanski erzeugt und die dem Zuschauer immer wieder kalte Schauer über den Rücken jagt. Das Setting in dem alten Apartmenthaus ist perfekt gewählt und mit Mia Farrow ist in der Rolle der Hauptprotagonistin eine Schauspielerin zu sehen, die sich aufgrund ihrer Zerbrechlichkeit, die sie so überzeugend zur Schau stellt, bestens als Identifikationsfigur eignet. Man kann als Zuschauer gar nicht anders, als um ihr Wohl zu bangen und wird in ihre Ängste, die sie von Minute zu Minute mehr entwickelt, regelrecht hineingezogen. ROSEMARY’S BABY ist sicher einer der unheimlichsten Filme, die ich kenne. Ein  beunruhigendes Glanzstück von einem Film.

Persönliche Bewertung: Meisterwerk!

RED RIDING HOOD (Kanada/USA 2011, Regie: Catherine Hardwicke)

red riding hood

(Fassung: Blu-ray, Warner, Deutschland)

Für die Handlung von RED RIDING HOOD wurden zwar Motive aus dem klassischen Märchen Rotkäppchen adaptiert, um eine richtige Märchenverfilmung handelt es sich bei Hardwickes Film jedoch nicht. RED RIDING HOOD pendelt sich irgendwo zwischen Fantasy, Mystery, Thriller und Horror ein, bleibt dabei aber so harmlos wie ein Film aus diesem Bereich nur sein kann. Hardwicke, die zuvor TWILIGHT gedreht hatte, begnügt sich damit, dem Zuschauer leichtverdauliche Gruselkost vor beeindruckenden Kulissen zu bieten. So ist RED RIDING HOOD in erster Linie was fürs Auge, im Mittelpunkt steht die vorzügliche Kameraarbeit von Kamerafrau Mandy Walker, welche die märchenhafte Mystery-Stimmung in teils wunderschönen Bildern auf die Leinwand bringt. Weniger schön sind die Werwolf-Effekte, die mal wieder beweisen, wie falsch es ist, sich für CGI-Effekte zu entscheiden, wenn nicht das nötige Kleingeld vorhanden ist, um diese auch nur halbwegs anschaubar zu gestalten.

Am Ende ist RED RIDING HOOD ebenso kurzweilig wie harmlos, ebenso schön (wie gesagt, die Kameraarbeit) wie hässlich (auch wie gesagt, die CGI) und ebenso überflüssig wie unzählige andere Vertreter dieser Art. Immerhin hat dieser Film hier Amanda Seyfried und Gary Oldman zu bieten. Das ist ja auch schon was.

Persönliche Bewertung: Nett!

MARK OF THE VAMPIRE (USA 1935, Regie: Tod Browning)

mark of the vampire

(Fassung: DVD, Warner, USA)

Regisseur Tod Browning, der mit seinem Hauptdarsteller Bela Lugosi 4 Jahre vor diesem Film einen der vielleicht größten Klassiker des Horrorfilms gedreht hat – die Rede ist natürlich von DRACULA – kehrt mit MARK OF THE VAMPIRE zu den untoten Blutsaugern zurück und präsentiert dem Zuschauer eine mehr als gelungene Mischung aus Horror-, Mystery- und Krimielementen.

MARK OF THE VAMPIRE handelt von der attraktiven Irena Borotyn (Elizabeth Allan), deren Vater vor einem Jahr unter merkwürdigen Umständen ums Leben kam (sein Leichnam wurde blutleer aufgefunden) und die nun selbst um Leib und Leben bangen muss. Bisswunden an ihrem Hals weisen auf den Angriff eines Vampirs hin und der ermittelnde Inspektor (Lionel Atwill) holt sich mit Professor Zelin (Lionel Barrymore) einen Experten des Okkulten zu Hilfe. Der Professor befürchtet, dass Irena das neue Opfer des Grafen Mora (Bela Lugosi) werden soll, bei dem es sich – so des Professors feste Überzeugung – um einen waschechten Vampir handelt…

MARK OF THE VAMPIRE dauert gerade mal gut 60 Minuten, die haben es aber wirklich in sich. Brownings Film ist spannend, begeistert mit seiner schaurig-schönen Gruselstimmung, seiner tollen Schwarz/Weiß-Fotografie, seinen unheimlichen Settings (der Friedhof (!!!), das Schloss (!!!) – einfach atemberaubend schön), Bela Lugosi in seiner Paraderolle und einem herrlichen Plottwist am Ende.

Freunde des klassischen Gruselkinos dürften ihren Spaß mit diesem Film haben, da bin ich mir sicher!

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

THE OBLONG BOX (Großbritannien 1969, Regie: Gordon Hessler)

the oblong box

(Fassung: DVD, e-m-s, Deutschland)

Vincent Price und Christopher Lee, eine Familie mit einem dunklen Geheimnis, die Light-Version eines “mad scientist”, mondäne Anwesen mit beeindruckender Einrichtung, überhaupt die tollen Settings und Kostüme, ein tragisches Monster hinter einer geheimnisvoll wirkenden Maske, mindestens eine Party-Sequenz orgiastischen Ausmaßes, viel Blut, ein Voodoo-Ritual, ein paar nackte Brüste, verstörend wirkende Rückblenden – THE OBLONG BOX besteht aus ganz vielen, unheimlich tollen Einzelteilen, die sich jedoch nie so richtig als homogenes Ganzes präsentieren wollen. Hesslers Film mangelt es leider über weite Strecken an Spannung und Atmosphäre und wenn der Film dann schließlich nach gut 90 Minuten vorbei ist, bleibt vor allem der Eindruck verpasster Möglichkeiten und vergebener Chancen beim Zuschauer zurück. Ausgesprochen hübsch anzusehen ist THE OBLONG BOX aufgrund seiner im Eingangssatz aufgeführten Einzelteile natürlich dennoch. Und für Fans des Gespanns Price/Lee führt eh kein Weg an Hesslers Gothik-Grusler vorbei.

Persönliche Bewertung: Ok!

REPULSION (Großbritannien 1965, Regie: Roman Polanski)

repulsion

(Fassung: DVD, McOne, Deutschland)

Ähnlich wie in seinem 3 Jahre später entstandenen ROSEMARY’S BABY dreht sich auch in REPULSION alles um eine junge Frau, die langsam aber sich in den Wahnsinn abgleitet.

Als Zuschauer begleiten wir die junge Carol (Catherine Deneuve), die gemeinsam mit ihrer älteren Schwester Helen (Yvonne Furneaux) ein Apartment in London bewohnt und außer dieser Schwester auch sonst keine großartigen Bezugspersonen gefunden hat. Insbesondere auf die Männerwelt ist Carol nicht gut zu sprechen, fühlt sie sich von diesen doch immer wieder bedroht und in die Ecke gedrängt, vor allem von Helens Freund Michael (Ian Hendry), der immer häufiger im gemeinsamen Apartment übernachtet und von dem sich Carol schließlich in ihrem einzigen Rückzugsort, ihrer eigenen Wohnung, regelrecht angegriffen fühlt. Als Helen und Michael eines Tages verreisen und Carol allein in der Wohnung zurücklassen, verfällt die instabile Frau langsam aber sich ihren Wahnvorstellungen…

Auch REPULSION ist kein typischer Vertreter des Horrorkinos, wirkt jedoch – ähnlich wie auch ROSEMARY’S BABY – weitaus erschreckender, unheimlicher und bedrohlicher wie viele Horrorfilme. Auch hier ist es wieder die Besetzung der weiblichen Hauptrolle, die maßgeblich für das Gelingen des Films verantwortlich ist. Catherine Deneuve spielt die paranoide Carol einfach nur grandios. Je mehr für ihre Figur Realität und Halluzination miteinander verschmelzen, desto intensiver wird Deneuves Spiel. In ihren Augen kann man den Wahnsinn, in den Carol abgleitet, den unendlichen Schmerz, den sie zu ertragen hat und auch die apathischen Zustände, in die sie immer wieder verfällt, regelrecht ablesen. Das ist nicht viel weniger als ganz große Schauspielkunst. REPULSION lebt von Deneuve und ist dank ihr ein regelrechtes Monstrum von einem Film geworden. Ein mitunter etwas sperrig erscheinendes, schwer zu fassendes und zutiefst beunruhigendes Monstrum.

Persönliche Bewertung: Hervorragend!

THE RESURRECTED (Kanada/USA 1991, Regie: Dan O’Bannon)

the resurrected

(Fassung: Blu-ray, OFDb Filmworks, Deutschland)

THE RESURRECTED basiert auf einer Geschichte von H. P. Lovecraft und wie sich das nun mal für eine Lovecraft-Verfilmung gehört, geht es auch in diesem Film um einen Mann, der die letzte Grenze überwinden will, dem Tod ein Schnippchen schlagen und Unsterblichkeit erlangen möchte. Mit fatalen Folgen wie sie relativ schnell herausstellen soll. Auf dem Regiestuhl nahm mit Dan O’Bannon ein Mann Platz, der sich bestens mit Untoten auskennt, zeichnete er doch für die vorzügliche Zombiekomödie THE RETURN OF THE LIVING DEAD verantwortlich. Den grellen Humor dieses Films sucht man hier jedoch vergeblich, O’Bannon geht THE RESURRECTED zwar mit teils humorvollem Unterton, aber von der Grundstimmung eher ernsthaft an, lässt sich Zeit, seine Charaktere einzuführen, die Handlung zu entwickeln und die Spannung aufzubauen. Prinzipiell eine begrüßenswerte Herangehensweise, in diesem speziellen Fall dauert es aber doch etwas arg lange, bis die Story richtig Fahrt aufnimmt, was letztendlich auch dazu führt, dass THE RESURRECTED an die exorbitant hohe Qualität manch anderer Lovecraft-Verfilmung – insbesondere FROM BEYOND und THE RE-ANIMATOR kommen in den Sinn – nicht wirklich heranreicht. Was diese beiden Filme über ihre nahezu komplette Laufzeit auszeichnete und was man sich vielleicht auch von THE RESURRECTED erhofft hatte – nämlich diese wunderbar obskure Mischung aus krudem, tiefschwarzem Humor und ausgiebigen Creature-, Gore- und Splattereffekten – gibt es im Fall von THE RESURRECTED erst im letzten Drittel ausgiebig zu bewundern. Wenn dann in diesen unterirdischen Katakomben die Hölle ausbricht, fühlt man sich endlich angekommen in diesem Film, fühlt man sich heimisch in der Welt von H. P. Lovecraft und muss leider viel zu schnell feststellen, dass man sie schon wieder verlassen muss. Der Beginn des Abspanns ist bei manchen Filmen der wahre Horror.

Persönliche Bewertung: Gut!

Shocktober 2015 – Second Batch

FRIGHT NIGHT (USA 2011, Regie: Craig Gillespie)

fright night

(Fassung: Blu-ray, Touchstone, Deutschland)

Mit FRIGHT NIGHT hat Regisseur Craig Gillespie eine Neuinterpretation des gleichnamigen Klassikers aus dem Jahr 1985 gedreht, die zumindest so gut gelungen ist, dass sich Fans des Originals nicht vor Wut die Haare raufen müssen. Positiv hervorzuheben ist vor allem die Tatsache, dass Craig Gillespie nicht penibel am Original klebt, sich im Endeffekt nur die wichtigsten Eckpunkte des Originals vorgeknöpft und diese zu etwas Neuem zusammengesetzt hat. Colin Farrell, der in der Rolle des Vampirs zu sehen ist, hat sichtlich Spaß an seinem Part und die Neuinterpretation der alten Roddy-McDowall-Rolle ist die absolute Schau. David Tennant als Vampirjäger Peter Vincent ist der heimliche Star dieses Films. FRIGHT NIGHT ist durchaus nett anzusehen, rasant erzählt und hat einen ziemlich hohen Unterhaltungswert. Aber er hat auch ein großes Manko, und das ist die technische Umsetzung. Die CGI-Effekte kann man – insbesondere für eine Kinoproduktion – fast nur noch als Frechheit bezeichnen und die 3D-Umsetzung des zu großen Teilen im Dunklen spielenden Films ist eine einzige Katastrophe. Die mir vorliegende Blu-ray war in der 3D-Version praktisch nicht ansehbar, das Bild war viel zu dunkel und zu unscharf, die Geschehnisse auf dem Bildschirm fast nicht zu erkennen und bereits nach gut 20 Minuten habe ich entnervt aufgegeben und den Film stattdessen in der 2D-Fassung weiter angeschaut.

Persönliche Bewertung: Unterhaltsam!

THE SHINING (Großbritannien/USA 1980, Regie: Stanley Kubrick)

the shining

(Fassung: Blu-ray, Warner, Deutschland)

Kubricks geniale Verfilmung eines Romans von Stephen King (auch wenn der Autor anderer Ansicht war bzw. ist) ist einer dieser Filme, über die im Endeffekt eigentlich schon alles gesagt bzw. geschrieben wurde. Ein Film, dessen Status als zeitloser Klassiker absolut unbestritten sein dürfte. Ein Film, der ein ganzes Genre mit-definiert hat und der mit ein paar Handvoll weiteren Werken für immer im Olymp des Horrorgenres seinen Platz gefunden hat. THE SHINING hat im Jahr 1980 funktioniert, er funktioniert im Jahr 2015 noch immer und er wird wohl auch noch im Jahr 2050 funktionieren. Selbst wann man ihn wie ich schon mehrere Male gesehen hat und im Endeffekt genau weiß, was als nächstes passieren wird, zieht er einen in seinen Bann, lässt einen immer wieder erschaudern und verpasst eine Gänsehaut nach der anderen. Er ist der beste Beweis dafür, dass keine expliziten Gewaltorgien notwendig sind, um Horror so erschaffen. Kubrick löst das allein durch seine großartigen Schauspieler – Jack Nicholson in der Rolle des immer mehr in den Wahnsinn abdriftenden Schriftstellers ist schlichtweg genial -, durch kurze Andeutungen, durch eine unheimliche Stimmung und Atmosphäre und durch einen Score, in dem Musik- und Soundeffekte miteinander verschmelzen. THE SHINING ist einer der unheimlichsten Filme, die ich kenne und auch noch bei der x-ten Sichtung einfach nur spannend wie Sau!

Persönliche Bewertung: Meisterwerk/Lieblingsfilm!

VIDEODROME (Kanada 1983, Regie: David Cronenberg)

videodrome

(Fassung: Blu-ray (Director’s Cut), Koch Media, Österreich)

In VIDEODROME stößt Fernsehmacher Max Renn (James Woods) auf einen Piratensender, der mit seinem radikalen und ausschließlich auf Sex und Gewalt reduziertem Programm bei Renn große Begierden auslöst. Er will den titelgebenden Sender in sein Programm integrieren und versucht, die Macher von Videodrome aufzuspüren. Mit fatalen Folgen…

Cronenbergs VIDEODROME hat ja nun auch schon länger den Status des Kultfilms inne und gehört zu den unbestrittenen Klassikern des Genres. Wie Cronenberg hier Mensch und Technik, Realität und Fiktion, Normalität und Wahnsinn miteinander verschmelzen lässt ist einzigartig und heute noch genauso beunruhigend und verstörend, wie es vor etwas über 30 Jahren gewesen sein dürfte, als dieser kleine Bastard von einem Film das Licht der Leinwände erblickte und sein Publikum nachhaltig vor den Kopf gestoßen haben dürfte. Von einem Major-Studio wie Universal haben sich die Kinozuschauer damals sicher keinen Film wie VIDEODROME erwartet.

Für mich selbst war dies nun tatsächlich die allererste Sichtung dieses Kultklassikers. Manche Filme fallen dann doch irgendwie über all die Jahre hinweg durch die Maschen, man hat sie zwar immer auf dem Radar, kommt aber aus verschiedenen Gründen einfach nie dazu, sie sich endlich anzusehen. VIDEODROME gehörte dummerweise zu diesen Filmen und so sehr er mich doch begeistert hat, so sehr bereue ich es auch, ihn mir nicht schon viel früher angesehen zu haben, zu einem Zeitpunkt, wo ich noch nicht so viel Vorwissen hatte und mich Cronenbergs Film gänzlich unvorbereitet in andere Sphären hätte katapultieren können. Ne Zeitmaschine hat hier keiner zufällig zur Hand?

Persönliche Bewertung: Hervorragend!

IL MOSTRO DI FIRENZE (Italien 1986, Regie: Cesare Ferrario)

il mostro di firenze

(Fassung: Blu-ray, FilmArt, Deutschland)

Von 1968 bis 1985 trieb in Florenz ein Killer sein Unwesen, der insgesamt 8 Paare bei ihrem nächtlichen Stelldichein getötet und die Leichen danach verstümmelt hat. Endgültig aufgeklärt wurde diese Mordserie nie.

IL MOSTRO DI FIRENZE, der ein Jahr nach dem letzten Mord in die italienischen Kinos kam, nimmt sich dieser realen Mordserie an und verknüpft sie mit fiktiven Spekulationen über den Killer. Im Zentrum von Ferrarios Film steht ein Schriftsteller (Leonard Mann), der versucht, sich in den Killer (Gabriele Tinti) hineinzuversetzen und Thesen aufzustellen, weswegen dieser die Morde verübt.

Das Problem an IL MOSTRO DI FIRENZE ist, dass es ihm einfach zu keinem Zeitpunkt gelingt, so etwas wie Spannung zu erzeugen, weil diese Mischung aus historischen Fakten und ausgedachten Spekulationen einfach nicht funktionieren will.

In den in Rückblenden gezeigten Mordszenen kann keinerlei Spannung aufkommen, da diese ja nur die dem Film zugrundeliegenden Taten abbilden und somit zumindest die theoretische Möglichkeit, dass ein Opfer dem Killer entkommen könnte, gar nicht vorhanden ist. In den Szenen schließlich, die den Background des Killers beleuchten, verhält es sich genauso, da man ja weiß, dass diese nur ein Abbild der Thesen des von Leonard Mann gespielten Schriftstellers darstellen und nichts mit der realen Vorlage zum Film zu tun haben.

Das Resultat ist ein Film, der gänzlich ohne Spannung auskommen muss, nur ganz wenige, atmosphärisch dichte Sequenzen zu bieten hat (die Szene in der Oper ist bspw. ziemlich klasse) und den Zuschauer mit seiner extrem ruhigen und behäbigen Erzählweise über die komplette Laufzeit einiges an Geduld und Durchhaltevermögen abverlangt.

Persönliche Bewertung: Naja!

HOLOCAUST 2000 (Großbritannien/Italien 1977, Regie: Alberto De Martino)

holocaust 2000

(Fassung: DVD, Lionsgate, USA)

In HOLOCAUST 2000 möchte sich Kirk Douglas als Großindustrieller Robert Caine ein Denkmal setzen und ein riesiges Kernkraftwerk errichten. Doch je mehr Caine das Bauvorhaben vorantreibt, desto mehr kommen ihm Zweifel an der Richtigkeit seines Tuns und schon bald muss Caine erkennen, dass er drauf und dran ist, im wahrsten Sinne des Wortes das Werk des Teufels zu verrichten…

HOLOCAUST 2000 ist ein von den britischen Embassy Pictures co-produziertes Italo-Rip-Off diverser US-Okkult-Horror-Filme aus den 70er Jahren. Regisseur Alberto De Martino erzählt HOLOCAUST 2000 auf sehr ruhige und bedächtige Art und Weise, zieht langsam die Spannungsschraube an und kreiert von Minute zu Minute mehr eine Stimmung steten Unbehagens. Man könnte, wäre man böswillig, zwar durchaus behaupten, De Martino versuche, sein Publikum einzulullen, weil man bei näherer Betrachtung des Films doch feststellen muss, dass HOLOCAUST 2000 für einen Horrorfilm stellenweise etwas zu sehr vor sich hinplätschert. Bei mir persönlich hat das jedoch ganz vorzüglich funktioniert, was sicher auch daran liegen mag, dass ich einfach ein Faible für dieses Subgenre innerhalb des Horrorbereichs habe und mich allein aus diesem Grund gerne und bereitwillig von De Martino einlullen lasse. Denn in all der Ruhe, mit der die Geschichte erzählt wird, gibt es auch immer wieder heftige Eruptionen und fehlende Spannung oder fehlende Schauwerte kann man HOLOCAUST 2000 sicher nicht vorwerfen, als Beispiel sei hier nur mal die Helikoptersequenz genannt, die man einfach nur als “What the Fuck!?!“-Moment bezeichnen kann. Dann die Szenen in der Irrenanstalt, die einfach nur extrem creepy geraten sind und natürlich die surreale Albtraumsequenz in der Mitte des Films, die den inszenatorischen Höhepunkt von HOLOCAUST 2000 darstellt. Und das Ende des Films fand ich in all seiner ernüchternden Konsequenz einfach nur grandios.

Persönliche Bewertung: Gut!

CARRIE (USA 2013, Regie: Kimberly Peirce)

carrie

(Fassung: Blu-ray, MGM/20th Century Fox, Deutschland)

Das Original von Brian De Palma aus dem Jahr 1976 ist für mich persönlich nicht nur eine der besten Stephen-King-Verfilmungen, die je gedreht worden sind, sondern darüber hinaus auch einer dieser Horrorfilme, die wohl in jedem Horrorfilmkanon genannt werden müssen. Wenn ein Film, der einem persönlich besonders viel bedeutet, dann ein Remake spendiert bekommt, steht man diesem wohl von vornherein eher skeptisch gegenüber (wobei ich prinzipiell diese immer wieder neu aufkeimenden Diskussionen über den Sinn und Unsinn von Remakes ziemlich überflüssig und langweilig finde). Und dann ist es umso schöner, festzustellen, dass diese Skepsis doch eigentlich relativ unbegründet gewesen ist.

Regisseurin Kimberly Peirce hat ihre Neuauflage von CARRIE zum einen sehr eng am Original angelegt, zum anderen aber auch überzeugend ins Hier und Heute übertragen. So kommt bspw. diese Diskrepanz zwischen den mobbenden Mitschülerinnen auf der einen Seite und der von ihrer fanatisch-religiösen Mutter unterdrückten Außenseiterin auf der anderen Seite – auch wegen des technischen Fortschritts, der sich in den letzten Jahrzehnten so zugetragen hat und eine ganz neue Dimension der Erniedrigung durch die Mitschülerinnen zulässt (Carrie wird währenddessen mit dem Smartphone gefilmt, das Video landet auf YouTube) – im Remake besonders krass zum Vorschein. Die Carrie aus dem Remake muss dann – auch wegen des erhöhten Schutzbedürfnisses durch ihre Mutter – tatsächlich noch etwas mehr vertragen als die Carrie aus dem Original. In diesem Zusammenhang finde ich auch die Besetzung der Hauptrolle mit Chloë Grace Moretz als ausgesprochen gelungen. Hier kam ja vermehrt Kritik auf, dass Moretz zu attraktiv und auch irgendwie zu tough für diese Rolle sei – letzteres wohl vor allem aufgrund ihres Parts in den beiden KICK ASS-Filmen -, in meinen Augen spielt sie diese neue Carrie absolut überzeugend und es ist gut so, dass sie – allein aufgrund der Tatsache, dass ihre Carrie einfach noch mehr zu ertragen hat als die Carrie von Sissy Spacek aus dem Original – in der Rolle nicht ganz so zerbrechlich und verschüchtert rüberkommt, da dies in der Neuauflage einfach nicht mehr glaubwürdig wäre. Und auch mit Julianne Moore als Carries Mutter haben die Macher einen echten Besetzungscoup gelandet. Mir würde keine Schauspielerin einfallen, die besser in die Fußstapfen von Piper Laurie hätte treten können als Julianne Moore.

Regisseurin Kimberley Pierce hat mit CARRIE auf jeden Fall verdammt viel verdammt richtig gemacht. De Palmas Original ist unantastbar, unerreichbar, über jeden Zweifel erhaben. Dieses Remake macht ihm keine Schande, ganz im Gegenteil.

Persönliche Bewertung: Sehr gut!

NIGHT OF THE COBRA WOMAN (Philippinen/USA 1972, Regie: Andrew Meyer)

night of the cobra woman

(Fassung: DVD, Scorpion Releasing, USA)

NIGHT OF THE COBRA WOMAN ist einer von Roger Cormans Exploitern, die der umtriebige Produzent Anfang der 70er Jahre reihenweise billig auf den Philippinen drehen ließ. Der Film dreht sich um die mysteriöse Lena Aruza (Marlene Clark), die einst von einer Cobra gebissen wurde, seitdem die ewige Jugend besitzt und mit der Schlange in einer Art symbiotischen Verhältnis lebt. Als die Cobra eines Tages getötet wird, fängt Lena an, zu altern und sich selbst in eine Schlange zu verwandeln…

Ich habe wirklich keine Ahnung, wer sich damals (und auch heute noch) die ganzen Storys für diese unzähligen Corman-Filme ausgedacht hat, aber in gewisser Weise hat der gute Mensch einen Orden verdient. NIGHT OF THE COBRA WOMAN ist in erster Linie ein Film der nicht nachvollziehbaren Handlungen und Entscheidungen. Der ganze Plot entwickelt sich von Anfang bis zum Ende ausschließlich aufgrund komplett hirnrissiger Taten, welche die diversen Figuren im Film begehen. In NIGHT OF THE COBRA WOMAN gibt es praktisch keine einzige erklärbare Vorgehensweise irgendeiner Figur und diese Selbstverständlichkeit, mit der die Figuren eine dumme Tat nach der anderen vollbringen, macht Meyers Film in gewisser Weise verdammt faszinierend und sympathisch. Auch dieser Film – so mies er objektiv betrachtet auch sein mag – ist ein wunderbares Beispiel für Cormans Talent, mir als Zuschauer die hanebüchensten Absurditäten auf eine Art und Weise zu präsentieren, dass es mir praktisch unmöglich ist, den Film nicht zu mögen. Ich habe keine Ahnung, was es ist, aber Cormans Filme habe einfach dieses gewisse Etwas, das vielen anderen Filmen im Exploitation-Bereich einfach fehlt. Und Vic Diaz stolpert ständig als Buckliger mit vorstehendem Gebiss und mutiertem Auge durchs Bild. Wie soll man NIGHT OF THE COBRA WOMAN bitte nicht mögen können?

Persönliche Bewertung: Nett!

J.D.’S REVENGE (USA 1976, Regie: Arthur Marks)

j.d.'s revenge

(Fassung: DVD, MGM, USA)

In J.D.’S REVENGE fährt während eines Hypnoseakts der Geist des vor 30 Jahren ermordeten Gangsters J.D. Walker (David McKnight) in den Körper des Studenten Ike (Glynn Turman), übernimmt nach und nach die Kontrolle über den Wirtskörper und versucht so, den damals an ihn und seiner Schwester (Alice Jubert) verübten Mord zu rächen…

Ein Horrorthriller im Blaxploitation-Gewand, souverän inszeniert von Regisseur Arthur Marks, einem meiner persönlichen Lieblingsregisseure im Genrefilmbereich, hat er doch – soweit ich sie bisher gesehen habe – ausschließlich gute bis sehr gute Filme gedreht. Auch J.D.’S REVENGE ist da keine Ausnahme. Marks kommt ohne großes Vorgeplänkel relativ schnell zur Sache, erzählt seine Besessenen-Story auf rasante und spannende Art und Weise, verwöhnt sein Zielpublikum mit einer Vielzahl an Schauwerten und erschafft durch diverse Rückblenden sowie Visions- und Albtraum-Sequenzen immer wieder eine unheimliche Atmosphäre. Kein Meisterwerk, aber grundsolide und extrem kurzweilige Genreunterhaltung. Ich mochte den Film.

Persönliche Bewertung: Gut!

Shocktober 2015 – First Batch

NIGHT OF THE BIG HEAT (Großbritannien 1967, Regie: Terence Fisher)night of the big heat

(Fassung: DVD, e-m-s, Deutschland)

Regisseur Terence Fisher hat Ende der 50er Jahre für die britischen Hammer-Studios Filmgeschichte geschrieben und u.a. DRACULA und THE CURSE OF FRANKENSTEIN mit dem Duo Christopher Lee und Peter Cushing gedreht. Ende der 60er Jahre neigte sich Fishers Karriere als Regisseur schon langsam dem Ende entgegen und mit NIGHT OF THE BIG HEAT hat der tolle Regisseur dann auch mindestens eine Gurke in seiner Vita stehen, aber zumindest eine liebenswerte und sympathische Gurke.

In NIGHT OF THE BIG HEAT geht es um eine unerklärliche Hitzewelle, die eine der Kanalinseln mitten im Winter heimsucht und während der allerhand mysteriöse Dinge geschehen. Zum Glück ist Wissenschaftler Christopher Lee vor Ort, der außerirdische Mächte im Spiel sieht und den Dingen auf den Grund gehen will. Unterstützung erhält er dabei von seinem alten Kumpel Peter Cushing, während der von Patrick Allen gespielt Autor und Gasthausbesitzer Jeff Callum ganz andere Sorgen hat, muss er doch versuchen, seine Ehefrau und seine Geliebte irgendwie unter einen Hut zu bekommen.

NIGHT OF THE BIG HEAT ist harmloser, liebevoller und irgendwie auch sympathischer Science-Fiction-Trash, dem es allerdings doch arg an Spannung mangelt und durch den man sich – ich will da nichts beschönigen – über 90 Minuten mitunter auch etwas durchkämpfen muss. Da auch die hinter der Hitzewelle steckenden Aliens nicht für großartige Überraschungen oder Schauwerte sorgen, liegt es letztendlich allein am Duo Lee/Cushing, den Tag zumindest halbwegs zu retten. So wirklich gelingen mag ihnen das jedoch auch nicht.

Persönliche Bewertung: Naja!

ANNABELLE (USA 2014, Regie: John R. Leonetti)

annabelle

(Fassung: Blu-ray, Warner, Deutschland)

Paranormale Aktivitäten, Besessenheit, Okkultismus – das sind mit die Lieblingsthemen im Bereich des Horrorkinos. THE CONJURING aus dem Jahr 2013 war einer der besseren Horrorfilme der letzten Jahre in diesem Bereich und hat nun mit ANNABELLE ein Prequel spendiert bekommen, in dem die Vorgeschichte der besessenen Puppe aus THE CONJURING erzählt wird, allerdings in einem eher durchschnittlichen Film innerhalb des Subgenres. Regisseur John R. Leonetti versucht es mit Atmosphäre, vereinzelten Schockeffekten und diesem ungeschriebenen Gesetz, dass Puppen im Horrorfilm allein aufgrund ihrer Anwesenheit einfach immer verdammt creepy rüberkommen. So hat ANNABELLE dann auch durchaus seine Momente, insgesamt betrachtet fehlt es dem Film jedoch an Spannung und die Hauptfigur ist leider so klischeehaft und teilweise auch nervig gezeichnet, dass es schwer fällt, zu ihr eine Beziehung aufzubauen und mit ihr mitzufiebern. So schaut man sich die Kirmesveranstaltung eher im Berieselungsmodus an, erfreut sich am einen oder anderen Schockeffekt und kommt, wenn der Abspann schließlich einsetzt, mal wieder zu der Erkenntnis, dass man bei der persönlichen Bewertung von Horrorfilmen immer mal wieder das eine oder andere Auge zudrückt.

Persönliche Bewertung: Ok!

SATAN’S CHILDREN (USA 1975, Regie: Joe Wiezycki)

satan's children

(Fassung: DVD, Something Weird Video, USA)

In SATAN’S CHILDREN haut der junge Bobby Douglas (Stephen White) von zu Hause ab, weil er die ständigen Erniedrigungen seines Vaters und seiner Stiefschwester nicht mehr ertragen kann, wird kurz danach von einer Gruppe Homosexueller missbraucht, landet schließlich in den Armen einer Sekte von homophoben Teufelsanbetern und knallt im Finale ähnlich durch wie Regisseur Joe Wiezycki und seine Drehbuchautoren, die diesen unglaublichen Blödsinn zu verantworten haben.

SATAN’S CHILDREN ist einer dieser Filme, die man gesehen haben muss, um tatsächlich glauben zu können, dass sie existieren. Es ist allerdings keiner dieser Filme, die in die „So bad, it’s good“-Kategorie passen. (Fast) alles an SATAN’S CHILDREN ist einfach nur stümperhaft. Da helfen auch die vielen Unglaublichkeiten nicht mehr weiter, die Regisseur Joe Wiezycki im Lauf seiner gut 80 Minuten so aneinandergereiht hat (der Sleaze-Faktor dieses Underground-Exploiters ist verdammt hoch). Positiv hervorzuheben ist lediglich der Score von Ray Fletcher, dem es tatsächlich gelingt, ab und an zumindest einen Hauch von Atmosphäre zu erzeugen und der definitiv einen besseren Film als diesen hier verdient gehabt hätte. Die Darsteller (als Schauspieler mag man sie einfach nicht bezeichnen) agieren hölzern, die Settings sind ein Graus, der ganze Plot ergibt einfach keinen Sinn, die latent homophobe Grundaussage des Films ist ärgerlich (aber auch nicht wirklich ernst zu nehmen) und die meisten Kameraeinstellungen sind mit dem Begriff „abenteuerlich“ noch positiv beschrieben. Es gibt im Endeffekt nur eine richtig tolle Sequenz. Kurz nachdem die Hauptfigur abgehauen ist, folgt ihr die Kamera durch die nächtlichen Straßen, als Zuschauer ist man ihr als stiller Beobachter auf der Spur und zu diesem relativ frühen Zeitpunkt (die Szene kommt nach ca. 15 Minuten) hofft man noch, dass der Film vielleicht doch halbwegs ansehbar werden könnte. Es bleibt bei der Hoffnung…

Persönliche Bewertung: Mies (mit einigen ganz wenigen Momenten)!

THE WICKER MAN (Großbritannien 1973, Regie: Robin Hardy)

the wicker man

(Fassung, DVD (Director’s Cut), Warner, Großbritannien)

Um das Verschwinden eines 12-jährigen Mädchens aufzuklären reist ein Polizist (Edward Woodward) auf eine kleine schottische Insel und trifft dort auf heidnische Rituale, eine Wand aus Ablehnung, Schweigen, Widersprüchen und auf den undurchsichtigen Lord Summerisle (Christopher Lee). Doch das Sträuben der Inselbewohner, mit der Polizei zusammenzuarbeiten, stachelt die Motivation des Polizisten nur noch mehr an…

Wow, was für ein Brett von einem Film. Regisseur Robin Hardy lässt das Grauen heimlich, still und leise über seine Zuschauer hereinbrechen, baut Spannung und Atmosphäre ganz behutsam auf, erschafft mit Hilfe seines Kameramannes Harry Waxman gleichzeitig wunderschöne, verstörend und höchst beunruhigende Bilder und knallt dem Zuschauer ein Ende vor den Latz, welches gut als Äquivalent zum sprichwörtlichen Hieb in die Magengrube durchgehen kann. Und dann noch diese Musik von Paul Giovanni, die man wohl perfekter nicht hätte komponieren können und die einen ganz großen Anteil an der ungemein dichten Atmosphäre von THE WICKER MAN hat. Genrekino at its best.

Und wenn man das Gesehene schließlich nach dem Abspann langsam verarbeitet, fällt natürlich auch auf, dass Hardys Film neben dem Schrecken, den er transportiert, vor allem auch die Glaubensfrage nach dem Sinn und Unsinn von Religionen stellt. Die kann dann jeder für sich selbst beantworten.

Persönliche Bewertung: Hervorragend!

THE WOMAN IN BLACK (Großbritannien/Kanada/Schweden 2012, Regie: James Watkins)

the woman in black

(Fassung: Blu-ray, Concorde, Deutschland)

Mit der Action-Mystery-Komödie THE LADY VANISHES verabschiedeten sich die altehrwürdigen Hammer Studios aus Großbritannien im Jahr 1979 aus dem Filmgeschäft. 3 Jahre zuvor hatten sie mit TO THE DEVIL A DAUGHTER ihren letzten Horrorfilm in die Kinos gebracht. Das Ende einer der großartigsten Produktionsschmieden des Genrefilms.

Seit nunmehr 5 Jahren ist Hammer Films zurück und ja, es tut gut, in den Anfangscredits eines Horrorfilms zu lesen, dass dieser von Hammer (mit-)produziert wurde. THE WOMAN IN BLACK mit Harry-Potter-Darsteller Daniel Radcliffe in der Hauptrolle ist eine dieser neueren Hammer-Produktionen und zumindest mit diesem Film bleibt sich das Londoner Studio vom Stil her treu und versucht, an alte Taten aus den 50er, 60er und 70er Jahren anzuknüpfen. THE WOMAN IN BLACK präsentiert routinierten Gothic Horror, mit einem Hauptdarsteller, dem es erfolgreich gelingt, das Image des Zauberlehrlings abzustreifen, mit einer traumhaften Ausstattung und tollen Settings in typischer Hammer-Tradition, mit ein paar gelungenen Schockeffekten und mit einer wundervollen Gruselatmosphäre, die an die glorreichen Zeiten des Studios erinnert. Ein rundum sympathischer Film, dem es aber – und da nutzen auch die schönste Atmosphäre und die tollste Ausstattung nichts – für einen Film aus dem Horrorgenre doch zu sehr an Spannung mangelt und der aus diesem Grund nicht vollends zu überzeugen weiß. Die Verpackung von THE WOMAN IN BLACK ist grandios, wenn dann vielleicht auch bald wieder der Inhalt passt, kann man sich über die Auferstehung der Hammer Studios noch mehr freuen.

Persönliche Bewertung: Nett!

IL DIO SERPENTE (Italien/Venezuela 1970, Regie: Piero Vivarelli)

il dio serpente

(Fassung: DVD, Mondo Macabro, USA)

In IL DIO SERPENTE dreht sich alles um die attraktive Paola (Nadia Cassini), die gelangweilt und einsam auf einer Insel in der Karibik sitzt, weil ihr schwerreicher Ehemann mehr Zeit mit seinen Geschäften verbringt als mit seiner Ehefrau. Als sie die unabhängige und freiheitsliebende Stella (Beryl Cunningham) kennenlernt, entwickelt sich zwischen den beiden Frauen schon bald eine innige Freundschaft. Über Stella kommt Paola mit einem Voodookult in Berührung und nimmt auch schon bald an einem Ritual teil, während dem sie dem titelgebenden Schlangengott verfällt. Mit fatalen Folgen…

Die IMDB listet IL DIO SERPENTE auch als Horrorfilm, so wirklich zutreffend ist diese Kategorisierung nicht. Gut, das ausführlich gezeigte Voodooritual würde auch in einen Horrorfilm passen und passagenweise weist Vivarellis Film auch eine durchaus unheimliche Atmosphäre auf, davon, ein echter Schocker zu sein, ist IL DIO SERPENTE jedoch meilenweit entfernt. Das liegt vor allem daran, dass Regisseur Piero Vivarelli sich nicht wirklich für das theoretisch vorhandene Horrorpotential – unheimlicher Voodookult, eine Frau unter dem Einfluss einer mysteriösen Gottheit – interessiert, einfach keine spannende Geschichte erzählen will, sondern sich einzig und allein auf seine Schauwerte verlässt. IL DIO SERPENTE fließt förmlich am Zuschauer vorbei und überzeugt bzw. unterhält einzig und allein aufgrund seiner traumhaften Kulisse, seines nichtwegzuleugnenden Mystery-Touchs, seines exotischen Story-Aufhängers und seiner ungemein attraktiven Hauptdarstellerin, die ihre formvollendeten Rundungen in nicht wenigen Szenen fast gänzlich unverhüllt in die Kamera hält.

Persönliche Bewertung: Ok!

OPERA (Italien 1987, Regie: Dario Argento)

opera

(Fassung: DVD, Arrow Video, Großbritannien)

Die junge Opernsängerin Betty (Cristina Marsillach) erhält kurzfristig die Chance auf die weibliche Hauptrolle in einer neuen Aufführung von MacBeth und lässt ihr Publikum begeistert zurück. Doch die Freude über den Erfolg ist nur von kurzer Dauer, denn Betty muss sich damit auseinandersetzen, dass ein verrückter Killer plötzlich anfängt, Menschen in ihrem Umfeld auf bestialische Weise zu ermorden – und Betty zwingt, bei den Morden zuzusehen…

Mit OPERA hat Altmeister Dario Argento einen mehr als beeindruckenden Spät-Giallo hingelegt, der sich weder vor Argentos eigenen Großtaten noch vor sonstigen Klassikern des insbesondere in den 70er Jahren erfolgreichen Subgenres verstecken muss. OPERA bietet tatsächlich alles, was man sich vom Genre erwartet und erhofft. Eine weibliche Hauptperson, mit der man ganz vorzüglich mitfiebern kann, einen mysteriösen Killer mit schwarzen Handschuhen, eine wendungsreiche und spannende Handlung, eine unheilschwangere Atmosphäre, extrem blutige Mordszenen, tolle Settings, grandiose Kamerafahrten und einen atmosphärischen Score. Ich habe OPERA erst jetzt zum allerersten Mal gesehen und bin ziemlich geplättet. Es sind Filme wie dieser hier, wegen denen ich dem italienischen Genrekino schon seit einigen Jahren hoffnungslos verfallen bin.

Persönliche Bewertung: Hervorragend!

HELLRAISER III: HELL ON EARTH (Kanada/USA 1992, Regie: Anthony Hickox)

hellraiser iii - hell on earth

(Fassung: DVD, Anchor Bay, Großbritannien)

Ich habe mir bisher immer nur die ersten beiden Teile der Hellraiser-Reihe angesehen und möchte mich nun auch mal an die Nachfolgefilme wagen. In HELLRAISER: HELL ON EARTH bekommt es dieses Mal eine TV-Reporterin (Terry Farrell) mit Pinhead (Doug Bradley) zu tun und hat alle Mühe, das Nadelgesicht und seine Kumpanen wieder zurück in die Hölle zu schicken.

An die beiden ziemlich tollen Vorgänger kommt dieser dritte Teil von Anthony Hickox erwartungsgemäß nicht heran. HELLRAISER III: HELL ON EARTH ist – obwohl sich Hickox in Sachen Settings und Effektkunst viel Mühe gegeben hat, den beiden Auftaktfilmen gerecht zu werden – deutlich eingängiger als die Filme von Clive Barker und Tony Randel geraten und wirkt auch deutlich weniger verstörend. Insbesondere im Vergleich zu Barkers Original aus dem Jahr 1987 wirkt dieser Film hier fast schon harmlos. Gefallen hat mir HELLRAISER III: HELL ON EARTH dennoch ziemlich gut. Weil er seine Geschichte ohne großartige Schnörkel an den Mann bringt, weil die Effekte wieder richtig gut gelungen sind und der Film visuell ein paar ausgesprochen hübsche Einfälle zu bieten hat, weil Hauptdarstellerin Terry Farrell einfach toll ist und sich die von ihr gespielte Reporterin bestens als beschützenswerte Identifikationsfigur eignet, weil insbesondere diese Szenen im Underground-Club klasse umgesetzt sind und – vielleicht der Hauptgrund, weswegen ich den Film mochte – weil Anthony Hickox insgesamt betrachtet mit diesem Film vielleicht sogar mehr geboten hat, als man von so einer Fortsetzung, die ja auch eher mit einem sehr schmalen Budget ausgestattet gewesen sein dürfte (lt. IMDB hat der Film ca. 5 Mio. Dollar gekostet) und eher im Hinblick darauf gedreht wurde, noch mal schnell ein bisschen Kohle mit dem Franchise zu machen, überhaupt erwarten konnte.

Persönliche Bewertung: Gut!