Der Folgenkettenfluch

Ich halte allen Aktionismus geheim, aktioniere aber trotzdem. WEIL ICH NICHT IMMER GEFRAGT WERDEN WILL.

Angeschrieben-abgelehnt-abgehakt – fertig aus – damit komme ich recht gut zurecht. Normalerweise. Oder bis vorhin, als Lara mich fragte.

„Willst du nicht wieder einmal was tun?“

Der olle Rechner ist kaputt – mistverfluchter.

Ansonsten komme ich immer mit allem zurecht, es sei denn – wie im Augenblick – dass die Zylinderkopfdichtung ausgetauscht werden muss. DRINGENST. Was im Schnitt 600,00 Euro kostet. Oder die Rechnung für die Waschmaschine ist demnächst fällig und Lara findet just in dieser Situation ein Urlaubsschnäppchen – 6 Tage Athen für Fastumsonst,

Ich kriege bereits Gänsehaut, wenn sie mit iPad in der Hand über den Flur kommt

„Aber du hast es versprochen!“

Das hatte ich wohl.

Weil ich mir diesmal total sicher war, dass es klappt.

Das Beischlafgleichnis

„…und warum sagst du den Leuten nicht gleich, dass es ihnen nichts bringt?“

Lara staunt und ich erkläre gleichgültig:

„Weil ich in der Regel nicht nach Ergebnis bezahlt werde, sondern nach Aufwand.“

Wie Beischlaf mit Kondom: Jede einzelne Bewegung macht die Bettgenossen zwar glücklich, doch das Ergebnis – der eigentliche Erfolg oder der ursprüngliche Sinn der Handlung – ist von vornherein ausgeschlossen. Die typisch-männliche After-Sex-Frage „wie war ich?“ ließe sich frühestens nach 9 Monaten beantworten, aber DAS wiederum will man(n) nicht wissen.

„Machs gut, Mark!“

„Jeff. – Ich heiße Jeff!“

Jedenfalls gehe ich derzeit zu Hinz, telefoniere mit Kunz und kassiere dabei hier und dort „für die Mühe“, wohl wissend, dass alles einfach nur „Chernja“* ist. „Glück ist was glücklich macht“, sage ich mir und verdränge damit mein schlechtes Gewissen.

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*“Chernja“ ist eine unübersetzbare russische Redewendung, mit dem deutschen „Schnulli“ vergleichbar, doch stets in viel weiträumiger Konnotation stehend.

Nachträgliche Misserfolgsfolgen

Das prognostizierte Szenario war – eigentlich – total putzig: Ich unterschreibe einen Arbeitsvertrag und kaufe mir noch bevor die Tinte trocknet einen richtigen Rechner. Dann rasch nach Hause – malte ich mir aus – auspacken, Stecker rein, WLAN, Internetz und seufze Mir erleichtert zu:

„Das war aber ganz schön knapp, was?“

Wie in einer Karikatur von Arthur Epperlein, in welcher ein Fahrschulauto in hohem Tempo, zur Hälfte von einem Zug gerammt durch die Zeichnung zischt und der Fahrschüler ebendiesen Satz – „Das war aber ganz schön knapp, was?“ – in einer Sprechblase zu stehen hat.

MEIN OLLER RECHNER IST INZWISCHEN VOM ZUG ÜBERROLLT. Abgeschmiert und „PUTT GEGINGT“.

„Schade um die toten Postings“, denke ich nun und zitiere im Nachtrag Volker Braun, indem ich den großen Philosophen aus den Zusammenhängen reiße:

Ach ich …

„… habe die Zukunft, die sich meldete,
Nicht zur Welt gebracht“.

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