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Hallo ihr Lieben!

Willkommen zum zweiten Teil der Kommission von KyanHyena über seinen Charakter Mike, der in einer Welt lebt, die nach den Digirittern der ersten und zweiten Generation entstanden ist. 

Hier noch kurz das übliche Blabla: Warnung: In dieser Story wird mindestens ein Fußfetisch vorkommen. Falls euch dies nicht gefällt, müsst ihr es überlesen oder gar nicht beginnen. Diese Entscheidung ist natürlich euch überlassen. Für Kommentare, Favs und Sterne bin ich natürlich immer Dankbar und sollte euch etwas besonders gut gefallen haben oder eventuell gar nicht, dann zögert nicht es mir zu sagen. Außerdem würde ich mich über eine kleine Spende sehr freuen: http://ko-fi.com/A61177Q :D

Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!

Viele liebe Grüße von eurem Meister Fuchs :3



Kapitel 2: Ein Renamon namens Isabell

Der nächste Morgen kam viel zu schnell. Die halbe Nacht hatte ich wachgelegen und mir immer wieder vorgestellt, was ich in der Schultoilette mitangesehen hatte. Der blaue Hintern von Flamedramon ging mir einfach nicht mehr aus dem Kopf, ebenso wenig wie der Rest ihres drachenartigen Digimon-Körpers. Ich glaube, meine Hand hat noch nie so viel zu tun gehabt, wie am gestrigen Abend. Leider riss mich der Wecker schließlich aus meinem Traum. Natürlich gerade an der besten Stelle. Erst als mir einfiel, dass ich auch Flamedramon in der Schule wiedersehen würde, stieg ich hastig aus dem Bett und machte mich für die Schule fertig. In der Küche holte ich noch schnell mein Frühstück ab und eilte danach zur Bushaltestelle.

Während der Busfahrt überlegte ich mir, wie Flamedramon wohl auf mich reagieren wird. Schließlich hatte ich eine Menge von ihr zu Gesicht bekommen und auch wenn sie danach recht offen wirkte, vielleicht war sie inzwischen ganz anderer Meinung. Wie üblich schlugen meine Gedanken dazu eine negative Richtung ein, sodass ich am Ende davon überzeugt war, dass sie es mir sicherlich doch übelnahm. Von diesen Sorgen geplagt, stieg ich an der Haltestelle der Schule aus und ging langsam mit hängendem Kopf zum Schulgebäude. Da ich mittlerweile den Weg gut genug kannte, liefen meine Füße ihn ohne, dass ich groß darüber nachdenken musste.

Vor unserem Klassenraum wartete auch schon etwa die Hälfte meiner Klassenkameraden, Linda war jedoch nicht dabei. Mich durchzogen seltsame Gefühle, denn einerseits war ich enttäuscht, aber andererseits auch erleichtert. Ich versuchte mir nicht länger deswegen Sorgen zu machen und sprach Lilly an, um mich abzulenken: „Guten Morgen, Lillymon… ach, ich meine Lilly.“ Sie kicherte kurz, sah mich mit ihren Kobold-Digimon-Augen amüsiert an und antwortete: „Guten Morgen, Mike und keine Sorge. Du kannst Lilly oder Lillymon sagen. Mir ist beides recht.“ Ich gesellte mich zu ihr und sagte dabei: „Ich dachte nur, es ist vielleicht unangenehm, wenn ich Lillymon sage. Schließlich würde ich mich auch nicht wohlfühlen, wenn mich jemand immer mit Mensch ansprechen würde.“

Lächelnd erklärte sie: „Das stimmt schon, aber Lillymon ist ja nicht nur die Bezeichnung einer Digimon-Art. Es ist auch eigentlich mein Name.“ Grinsend fragte ich: „Ja stimmt, daran habe ich nicht gedacht. Allerdings stelle ich mir es trotzdem lustig vor, wie es früher in der Digiwelt in einem Dorf aus Gekomon zum Beispiel war. Jeder hieß dort dann Gekomon. Wie konnten sie sich auseinanderhalten, wenn auch noch alle gleich aussahen?“ Lilly antwortete kichernd: „Gute Frage und ich habe keine Ahnung. Das können wir die Digimon gern fragen, wenn wir unseren Ausflug in die Digiwelt machen.“ Natürlich sah ich sie daraufhin ziemlich geschockt an. Erstaunt fragte ich: „Wie Ausflug? Was für ein Ausflug?“

Das Kobold-Digimon neben mir bemerkte meine Aufregung natürlich sofort und antwortete: „Ja, du hast schon richtig gehört. Wir machen mit unserer Klasse gegen Ende des Schuljahres einen Ausflug in die Digiwelt. Wir verbringen dort zwei Wochen in einer Jugendherberge, um genau zu sein.“ In mir sprudelte die Begeisterung so hoch, dass ich mich kaum halten konnte. Am liebsten hätte ich vor Freude Luftsprünge gemacht, aber ich versuchte nicht wie der letzte Vollidiot zu wirken, schluckte alles runter und antwortete nur: „Cool.“  Erneut kicherte Lilly vor sich hin. Sie hatte mich durchschaut. Bevor sie jedoch etwas sagen konnte, bemerkten wir, dass unser Lehrer bereits die Klasse aufschloss. Mit unseren Klassenkameraden zusammen gingen wir rein. Ich setzte mich wieder an meinen Tisch in der dritten Reihe links außen bei den Fenstern und wollte gerade meinen Rucksack auf den freien Platz neben mir legen, da sprach eine zarte weibliche Stimme: „Behalt deinen Ranzen bitte bei dir. Das ist mein Platz.“

Verwundert drehte ich mich nach links und musste ein gutes Stück nach oben schauen, um das Gesicht der Stimme zu finden. Mir rutschte das Herz in die Hose. Nein, tiefer sogar. Mir klappte das Kinn runter und ich starrte geschockt das weibliche Digimon neben mir an. So wunderschön. Eigentlich interessierte ich mich eher für Drachen-Digimon, aber bei ihr konnte ich auch nicht nein sagen. Ein weibliches Renamon. Man kann über die Schönheit von Menschen sagen was man will, aber mit diesem Digimon konnte in meinen Augen keine Frau mithalten. Ich vergas sogar zu atmen und schnappte deswegen kurz darauf etwas nach Luft. „Was ist los? Hast du einen Geist gesehen?“, fragte sie plötzlich und ohne drüber nachzudenken, schluckte ich erstmal und stammelte dann: „N-nein - einen Engel.“ Sie lächelte leicht und sah dabei verlegen weg. Als ich meine Reaktion begriffen hatte, war es natürlich schon zu spät.

Ich ordnete schnell meine Gedanken und nahm meinen Rucksack von ihrem Platz runter. Dabei versuchte ich so zu tun, als wäre das nicht passiert und sprach schnell und ohne sie anzusehen: „Verzeihung. Ich wusste nicht, dass hier schon jemand sitzt, da der Tisch gestern frei war. Ich setze mich gleich um.“ Ich wollte gerade vom Stuhl aufstehen, da spürte ich ihre Hand auf meiner Schulter, während sie sagte: „Nein, schon okay. Ich wollte schon lange einen Tischnachbarn haben. Du kannst ruhig sitzen bleiben.“ Während sie hinter mir vorbeiging, sah ich reflexartig zu meiner Schulter, wo für etwa eine halbe Sekunde noch ihre Hand lag. Sie war zwar ein Renamon, hatte jedoch menschliche Hände. Diese waren mit kurzem weißen Fell bedeckt und hatten scharfe Krallen. Sie musste also menschliche Vorfahren haben. Vielleicht war sogar ein Elternteil ein Mensch.

Während sie sich auf ihren Platz neben mir setzte, lehnte ich mich etwas zurück und sah nach ihren Füßen. Sie trug Schuhe. Mit den eigentlichen Renamon-Füßen wäre das unmöglich, sie musste daher auch menschliche Füße haben. Nachdem sie sich gesetzt hatte, bemerkte ich, dass sie sogar im Sitzen etwas größer war als ich, denn selbst junge Renamon hatten bereits eine Körpergröße von guten 1,80 Meter. Ich konnte es auch nicht verhindern aus den Augenwinkeln auf ihre Brust zu schauen. Unter dem einfachen weißen T-Shirt waren deutlich die Konturen von Brüsten zu sehen. Sicherlich noch nicht voll ausgereift, weil nicht sehr groß, aber gut genug, um sie zu erkennen. Ich sah auch das flauschige weiße Brustfell, das aus dem Kragen des T-Shirts etwas herausragte.

Ansonsten trug sie eine kurze Jeans, die ihr nur bis zur Mitte der Oberschenkel ging. Viele Digimon mit Fell bekleideten sich nur sehr spärlich, da es ihnen sonst schnell zu warm wurde. Es war jedoch gesetzlich geregelt, dass Digimon mit ausgeprägten Geschlechtsmerkmalen, diese durch tragen von Kleidung verdecken mussten und das unabhängig von der Körperbehaarung oder Hautstruktur. Sie hatte also diesbezüglich keine Wahl. Heutzutage gab es allerdings sowieso nur noch wenige Digimon, die keine Kleidung trugen. Selbst die, die es eigentlich nicht müssten, versuchten sich dadurch etwas besser anzupassen oder hatten andere Gründe.

Glücklicherweise hatten meine Klassenkameraden meine dämliche Reaktion von eben nicht mitbekommen. Sie waren alle viel zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Ein Hoch auf die Selbstverliebtheit der heutigen Jungend. Während ich meine Sachen aus dem Schulranzen holte, sah ich schnell nochmal auf unseren Stundenplan. Da heute Donnerstag war, hatten wir nun zwei Stunden Geschichte, danach jeweils eine Stunde Mathe, Physik, Englisch und zum Schluss Kunst. „Wie heißt du eigentlich?“, fragte mich plötzlich die weibliche Stimme neben mir. Ich drehte mich zu ihr und antwortete: „Du kannst mich Mike nennen und Entschuldigung wegen eben.“ Sie konterte lächelnd: „Ich nehme es als Kompliment, also keine Sorge. Mein Name ist übrigens Isabell.“

Bevor ich etwas sagen konnte, begann unser Lehrer mit dem Unterricht und begrüßte mich als neuen Schüler. Außerdem fragte er mich, ob ich denn schon Bücher hätte. Als ich das verneinte, sprach er: „Dann geh bitte jetzt in die Bücherei und hol sie dir. Weißt du schon wo die ist?“ Auf mein kurzes Kopfschütteln, sah er neben mir zu Renamon und fügte hinzu: „Isabell, geh bitte mit und zeig ihm, wo die Schulbücherei ist. Trödelt nicht rum.“ „Okay“, gab die nur drauf zurück. Wir erhoben uns von unserem Platz und verließen die Klasse. „Die Schulbücherei ist im zweiten Gebäude, wo die Hauptschüler ihre Klassenräume haben. Komm, folg mir einfach“, erklärte sie als wir die Treppen runterliefen.

„Okay. Danke für die Hilfe. Diese Schule ist wirklich verdammt groß. Mindestens dreimal so groß, wie meine alte Schule und deutlich mehr Digimon gibt es hier auch“, gab ich darauf nur zurück. „Nach deiner Reaktion zu urteilen, bin ich das erste Renamon, das du gesehen hast, oder?“, fragte Isabell schließlich. Während wir auf den Ausgang des Gebäudes zugingen, antwortete ich: „Ja. Meine alte Schule hatte gerade mal 30 Digimon und vielmehr lebte in dem Dorf generell auch nicht. Vielleicht 80 Digimon insgesamt, was ich sehr schade fand.“ Isabell konterte erstaunt: „Das sind tatsächlich sehr wenig. Kein Wunder, dass du so überrascht warst. Hast du bisher generell wenig Kontakt zu Digimon gehabt?“

„Ja, das kann man fast so sagen. Mein Großvater väterlicherseits war ein Ex-Veemon und mein Vater hat ein Digimon als Partner, weil er Polizist ist, aber das war‘s auch schon“, antwortete ich auf ihre Frage und hielt ihr dabei die Tür auf. Lächelnd bedankte Isabell sich und fragte neugierig: „Was ist der Partner deines Vaters denn für ein Digimon? Haben sie auch ein Digivice?“ Ich folgte ihr auf den Schulhof, während ich erklärte: „Er ist ein WereGarurumon ohne menschliche Vorfahren und nein, bisher haben sie kein Digivice.“ „Ich finde es sehr schade, dass die normalen Digivice so selten geworden sind. Das DNS-Digivice bekommt jedes Liebespaar, wenn sie sich ein Kind wünschen, aber wirkliche Digiritter scheint es immer weniger zu geben“, meinte sie plötzlich.

Nachdem wir das Gebäude der Grund- und Realschule verlassen hatten, lag vor uns der Schulhof mit dem kleinen Toilettenhäuschen etwa in der Mitte. Links befand sich das Gebäude der Hauptschule, rechts lag das Gymnasium, wovon wir nur die Rückseite sahen. Während wir nach links zur Hauptschule liefen, stimmte ich ihr zu: „Ja, das finde ich auch sehr schade. Ich bewundere die legendären Digiritter, seit ich denken kann. Es ist traurig, dass nur noch wenige ihrem Beispiel folgen. Ich hätte gern ein Digimon-Partner, um mit ihm zusammen die Digiwelt zu bereisen und Abenteuer zu erleben.“ Isabell sah zu mir rüber und bemerkte natürlich meine Begeisterung dafür.

Als ich ihr Grinsen sah, lief ich rot an und diesmal sah ich verlegen weg. „Das muss dir nicht peinlich sein. Ist doch ein schöner Traum. Ich hoffe sehr, dass du ihn irgendwann wahrmachen kannst.“ Erneut hielt ich ihr die Tür auf, als wir das Gebäude betraten und bedankte mich danach bei ihr. Wir gingen die Treppe rauf und dann nach links. Danach mussten wir noch einmal die Treppe rauf und schon waren wir da. Von Isabell erfuhr ich, dass die Bücherei der Schule montags bis freitags von sieben bis 15 Uhr geöffnet hatte. Schüler konnten auch die Pausen dort verbringen, wenn sie das wollten. Allerdings gab es ein generelles Verbot für alle elektrischen Geräte. Nur wer ein Buch las, durfte bleiben. Jeder Schüler durfte bis zu fünf Bücher für maximal zwei Wochen ausleihen. Danach fielen Kosten an, die der Schüler bezahlen musste.

Ich war überrascht. Die Bücherei war recht groß und hatte eine gute Auswahl. Es gab einige Sitzecken mit Sofas oder Sitzsäcken und ein paar Tische mit Stühlen. Ich folgte Isabell wortlos. Einige Schüler saßen in den Ecken und lasen Bücher. Wir gingen ohne Umwege zur Schulbuchausgabe im hinteren Teil des Raumes, wo eine ältere Frau hinter einer Theke eine Zeitung las. Auf ihren fragenden Blick sprach Isabell: „Der junge Mann hier ist ein neuer Schüler. Er bräuchte die Bücher für den Unterricht. Realschule, Klasse 10b bei Herr Friedrich.“ Die Frau hinter der Theke nahm sich einen Zettel vom Schreibtisch und suchte etwas darauf.

„Da habe ich hier einen Michael Reilers? Stimmt der Name?“, erkundigte sie sich, woraufhin ich nur wortlos nickte. Auf den verwunderten Blick von Isabell erklärte ich: „Mike ist mein Spitzname.“ Die alte Frau legte mir den Zettel vor und sprach, während sie schon die Bücher aus einem großen Regal zusammensuchte: „Bitte neben deinem Namen unterschreiben. Du bestätigst damit den Empfang der Bücher in gutem Zustand. So möchte ich sie auch wiederhaben.“ „Natürlich“, erwiderte ich nur knapp und unterzeichnete in der Liste neben meinem Namen. Nach wenigen Minuten lag auch schon ein großer Stapel Bücher vor mir auf der Theke. Zehn Bücher brauchten wir anscheinend für den Unterricht.

Ich bedankte mich, wir verabschiedeten uns und machten uns schließlich wieder auf den Rückweg in unsere Klasse. Isabell war so freundlich und nahm mir die Hälfte der Bücher ab. Während wir zurück in unsere Klasse liefen, quatschten wir noch ein bisschen über verschiedene Dinge. Hauptsächlich jedoch über Digimon und die Digiritter. Versteht mich nicht falsch. Ich bin für gewöhnlich nicht sehr gesprächig und besonders nicht beim anderen Geschlecht, aber mit einem Digimon zu sprechen und dann auch noch über mein Lieblingsthema, dass lockerte mir doch schon die Zunge. Glücklicherweise schien sich aber auch Isabell für Digimon und die Digiritter zu interessieren, sodass nicht nur ich derjenige war, der redete.

Wir klopften schließlich an die Tür unseres Klassenzimmers und betraten es, nachdem man uns hereingebeten hatte. „Ihr wart schneller, als ich es erwartet hatte. Sehr schön. Ihr könnt euch setzen und im Buch die Seite 240 aufschlagen“, begrüßte uns unser Lehrer. Wir nickten nur und gingen zu unserem Tisch. Nachdem ich die übrigen Bücher auf der Fensterbank abgelegt hatte, suchte ich mir das Geschichtsbuch raus und beteiligte mich am Unterricht. Diese zwei Schulstunden zogen sich ein bisschen hin und erst gegen Ende der zweiten Stunde wurde es etwas interessanter. Unser Lehrer erzählte uns auf die Frage eines Schülers hin, dass die nächstgrößere Stadt, Neu Frankfurt, die damals nur Frankfurt hieß, einmal komplett dem Erdboden gleichgemacht worden war. Es geschah etwa 55 Jahre nach der Vereinigung der Welten.

Ein wildes Imperialdramon, ein Drachen-Digimon auf dem Megalevel, war wütend darüber, dass Menschen in der Digiwelt in seinem Revier ein Dorf errichtet hatten. Er zerstörte das Dorf und geriet dabei durch einen Riss in die Welt der Menschen. In seiner Verwirrung und Angst verlor er die Kontrolle über sich und vernichtete alles in seiner Umgebung. Dabei wurde auch die Stadt vollkommen zerstört. Es musste ein Digiritter per Hubschrauber eingeflogen werden, dessen Digimon auf das Megalevel digitieren konnte, um die Situation unter Kontrolle zu bringen. Dem Digiritter gelang es erst nach einem stundenlangen Kampf das wilde Imperialdramon zu beruhigen und wieder in die Digiwelt zurückzuschicken. Viele Menschen und Digimon verloren damals ihr Leben, es gab zahllose Verletzte und die Verwüstungen waren enorm. Es dauerte fast 25 Jahre die Stadt unter dem Namen “Neu Frankfurt“ wiederaufzubauen.

Ich musste zugeben, dass mich diese Erzählung mehr interessiert und vor allem mehr fasziniert hatte, als das Gerede die ganze Stunde davor. In der Pause suchte ich mir einen ruhigen Platz an der Rückwand vom Gymnasium und beobachtete von dort aus den Pausenhof, während ich mein Frühstück aß. Die nächsten beiden Stunden hatten wir Mathe- und danach Physikunterricht mit unserem Klassenlehrer, dem Herrn Friedrich. Mit beiden Fächern konnte ich etwas anfangen. Mathe war meiner Meinung nach noch sehr einfach, denn auch in der Digiwelt war zwei plus zwei gleich vier. Was die Physik anging, war das schon anders, weil die Digiwelt ihre eigenen Naturgesetze hatte. Oft waren diese sogar an einzelnen Orten in der Digiwelt anders. Deswegen war ich auch schon immer von ihr so fasziniert.

Mein Großvater sagte mal, dass die Welt der Menschen nur ein unbeweglicher Stein sei im Vergleich zum reißenden Fluss, den die Digiwelt darstellte. Ich konnte es gar nicht mehr erwarten sie einmal selbst zu bereisen. Nichts wünschte ich mir mehr. Plötzlich wurde ich dann doch aus meinem Tagtraum gerissen, denn eine weibliche Stimme rief nach mir: „Hey Mike. Aufwachen! Hallo?“ Ich hob etwas den Kopf und sah nach vorn. Mir rutschte das Herz etwas in die Hose, denn ich sah in das verwunderte Gesicht von Linda, der Flamedramon-Dame aus meiner Klasse wegen der ich die halbe Nacht wach gelegen hatte. „Ja?“, brachte ich nur knapp zwischen meinen Zähnen hindurch.

„Was war mit dir? Denkst du etwa immer noch an gestern oder was?“, fragte sie grinsend. Ich konterte darauf mit schiefem Blick: „Nein, habe ich nicht, aber danke, dass du mich dran erinnerst. Ich hatte es schon fast vergessen.“ Sie lachte kurz und meinte: „Ja natürlich. Ich wette, dass sich jedes Bild in deinem Hirn eingebrannt hat. Aber genug davon, deswegen bin ich nicht hier. Ich wollte dich fragen, ob du Lust hast an einer kleinen Party am Freitagabend teilzunehmen. Es werden nicht viele da sein. Wir werden nur ein bisschen zusammensitzen, Pizza essen, vielleicht einen Film und den Digiritter-Kampf anschauen und quatschen. Je nachdem wozu wir Lust haben.“

Natürlich wollte ich nein sagen. Ich musste nein sagen. Bei sowas wäre ich ohnehin fehl am Platz. Außerdem was sollte ich dort sagen? Was sollte ich dort tun? Außer Linda würde ich dort wahrscheinlich keinen kennen. All diese Gedanken schossen mir in weniger als einer Sekunde durch den Kopf. Als ich dann endlich den Mund aufmachte, um höflich nein zu sagen, unterbrach mich Linda, bevor ich überhaupt beim ersten Buchstaben war: „Ach und Isabell wird auch da sein. Falls dich das interessiert. Ihr zwei scheint euch ja schon angefreundet zu haben.“ Etwas überrumpelt stammelte ich ohne nachzudenken: „Okay. Ich komme gern.“

„Super. Ich freu mich drauf. Wir wollten morgen nach der Schule direkt zu mir gehen. Du kannst auch gleich mitkommen. Frag also deine Eltern und sag mir morgen Bescheid. Bis dann“, erklärte Linda etwas hastig und verschwand, noch bevor ich etwas antworten konnte. Es dauerte einige Sekunden bis mein Hirn alles analysiert und verarbeitet hatte. „Na super…“, stöhnte ich genervt und malte mir den Rest der Pause aus, was bei dieser Party alles schiefgehen konnte. Meine Gedanken wurden schließlich vom Läuten der Schulglocke unterbrochen, als die Pause endete und ich kurz darauf zurück zum Klassenraum lief.

Die folgende Mathestunde brachte mich ein wenig auf andere Gedanken. Ich vergas den Freitagabend und konzentrierte mich auf die Aufgaben. Auch Isabell half mir dabei, da sie mich öfters was fragte und ich es ihr meist auch erklären konnte. Nach Mathe kam Physik dran und ich erfuhr, dass meine Klasse in dieser Stunde eine Arbeit schreiben sollte. Herr Friedrich war jedoch so freundlich mich außen vor zu lassen. Ich musste sie zwar mitschreiben, aber meine Arbeit wurde nicht gewertet und das gefiel mir sogar. Ohne die Angst, die Arbeit in den Sand zu setzen, viel mir das Denken wesentlich leichter und ich wusste auf fast alle Fragen eine Antwort. Ob sie auch richtig waren, war ich mir nicht immer sicher, aber das musste mich ja nicht stören.

Leider war der Renamon-Dame neben mir mein zügiges Schreiben aufgefallen und so ging sie davon aus, dass ich wohl auch in Physik nicht schlecht sei. Einige Male stupste sie mich an und wenn ich vorsichtig rüber sah, deutete sie mit ihrem Stift auf eine Frage, die bei ihr noch nicht beantwortet war. Natürlich war mir klar, was sie wollte, doch auch Herr Friedrich war mir aufgefallen. Der lief nämlich langsam durch die Gänge, sah uns auf die Finger und kontrollierte natürlich ob jemand abschrieb oder Spickzettel hatte. Da für mich nichts weiter auf dem Spiel stand, entschied ich mich dazu Isabell zu helfen, so gut ich konnte. Jedes Mal, wenn uns der Herr Friedrich den Rücken zuwandte, schob ich ihr schnell mein Arbeitsblatt so hin, dass sie es lesen konnte. Ich hoffte allerdings, dass sie zumindest so clever war, nicht exakt dasselbe zu schreiben.

Etwa eine halbe Stunde später war unsere Zeit um, die wir für die Arbeit hatten. Nur wenige meiner Klassenkameraden machten eher genervte Gesichter. Die Meisten schienen mit der Arbeit zurechtgekommen zu sein. Zumindest soweit ich das, von meinem Platz in der dritten Reihe aus beurteilen konnte. Die restlichen zehn Minuten der Schulstunde machten wir nicht mehr viel. Wir bekamen nur noch ein paar Hausaufgaben auf und der Herr Friedrich erinnerte uns nochmal daran, dass er die Physikaufgaben auch am Freitag während des Matheunterrichtes überprüfen wird. Diesen wertvollen Hinweis notierte ich mir auch direkt unter der Beschreibung zu den Hausaufgaben.

Nachdem er auch das erledigt hatte, entließ er uns zwei Minuten vor dem Klingeln in die Pause. Meine Klassenkameraden stürmten wie vom Teufel gejagt aus dem Raum und suchten das Weite. Ich schlenderte eher gemütlich aus dem Klassenzimmer und lief die Treppe runter, doch plötzlich legte jemand seine Hand auf meine linke Schulter. Ich erschrak natürlich und drehte mich dabei um. Es war Isabell. Sie lächelte mich an und sagte dabei: „Entschuldige, ich wollte dich nicht erschrecken. Vielen Dank, dass du mir bei der Arbeit geholfen hast.“ Während wir weiterliefen, erklärte ich: „Kein Problem, allerdings kann ich dir nicht garantieren, dass alles davon stimmt und ich hoffe, du hast es nicht wortwörtlich abgeschrieben oder?“

Ich öffnete für sie die Tür und nachdem sie sich bedankt hatte, antwortete sie: „Nein, Wort für Wort habe ich es natürlich nicht übernommen, keine Sorge. Als ich deine Antworten gelesen habe, sind mir auch noch ein paar Sachen eingefallen. So konnte ich hier und da was von deinen Antworten verbessern, aber ohne sie wäre ich wahrscheinlich nicht mal auf die Hälfte gekommen. Also vielen Dank nochmal.“ Ich erwiderte nickend: „Freut mich, dass ich helfen konnte.“ Gerade als wir unter dem kleinen Vordach des Schulgebäudes hervorkamen, um weiter in den Pausenhof zu laufen, hörten wir das Läuten der Schulglocke. Nicht mal eine Minute später stürmten die ersten Kinder und Digimon an uns vorbei.

Wir schlenderten noch ein bisschen zusammen über den Hof und unterhielten uns. Irgendwann sprach Isabell: „Ich habe gehört, dass du auch zu Lindas Party kommst, stimmt das?“ Ich nickte nur wortlos. „Hat sie dich höflich gefragt, überredet oder dazu gezwungen?“, hakte sie plötzlich nach, worauf ich etwas verwundert fragte: „Erst höflich gefragt und dann überredet oder besser gesagt überrumpelt. Warum fragst du?“ Sie antwortete: „Ich hatte dich nicht als Party-Menschen eingeschätzt, deswegen war ich etwas überrascht. Mich hat sie mehr oder weniger gezwungen. Sie ist zwar meistens nett und freundlich, aber manchmal merkt man den Drachen-Typ in ihr schon. Besonders, wenn sie irgendwas plant oder haben will.“

„Kann ich mir gut vorstellen, was du damit meinst. Naja, wenn du auch eher unfreiwillig dort bist, sind wir schon zwei. Falls wir dann wirklich fehl am Platz sind, können wir uns wenigstens unterhalten“, stellte ich erleichtert fest und versuchte damit meine Sorgen wegen der Party zu überdecken. Sie lächelte mich an und stimmte mir zu. Danach redeten wir noch ein bisschen über Digimon und die Digiwelt, bevor es schließlich wieder zum Pausenende klingelte und wir zurück in die Klasse gingen. Die nächsten beiden Schulstunden zogen sich doch sehr in die Länge. Das lag aber vor allem an unseren Lehrern und natürlich am Thema: Englisch und Kunst. Gab es eigentlich noch etwas Langweiligeres? Mir fiel jedenfalls nichts ein. Danach war endlich Schulschluss.

Was ein Glück, dass wir nicht jeden Tag acht Stunden hatten so wie die armen Schweine auf dem Gymnasium. Die Meisten von denen hatten zwar reiche oder berühmte Eltern, aber bei acht Stunden Schule jeden Tag waren das in meinen Augen trotzdem arme Schweine. Kurz nachdem ich das Schulgebäude verlassen hatte, sah ich wie Isabell ins Mädchenabteil des WC-Häuschens ging. Nur wenig andere Schüler waren noch auf dem Schulgelände. Die Meisten waren bereits auf dem Heimweg oder warteten an der Bushaltestelle. Was meine Aufmerksamkeit erneut erweckte, war das Gazimon aus meiner Klasse. Sie betrat nämlich nur wenige Sekunden nach Renamon die Toiletten, sah sich aber kurz um und sprach mit zwei anderen Weibern.

Die Eine schien ein BlackGatomon zu sein, bei der Anderen war ich mir nicht sicher. Sie ähnelte LadyDevimon. Was mich daran am meisten störte war, dass alle drei Digimon nicht gerade für ihre Freundlichkeit bekannt waren. Eigentlich bin ich keiner, der sich groß an Vorurteilen festhält, aber auch das Verhalten der Drei war verdächtig. Nachdem sie sich kurz besprochen hatten, ging Gazimon rein, während die beiden anderen vor der Tür warteten und scheinbar Wache hielten. Da war doch was faul und mein Gefühl sagte mir, dass das nichts Gutes bedeutete. Für gewöhnlich mische ich mich nicht in die Angelegenheiten von anderen ein, aber etwas in mir sagte mir, dass dies der Zeitpunkt für eine Ausnahme war.

Ich lief auf das WC-Häuschen zu und während ich näherkam, wollte wohl ein Mädchen auf die Toilette, doch die beiden weiblichen Digimon davor hatten was dagegen. Nach einer kleinen Diskussion schickten sie sie weg. Für mich war es damit eindeutig. Als ich bei ihnen ankam, fragte das BlackGatomon: „Was willst du, kleiner? Auf dieser Seite ist das Mädchen-WC. Geh gefälligst in das für Kerle.“ Da ich nicht um den heißen Brei herumreden wollte, fragte ich: „Was geht da drin vor?“ Das andere weibliche Digimon, die LadyDevimon ähnelte, konterte: „Was glaubst du wohl? Wenn du das wirklich nicht weißt, dann frag deinen Biolehrer und jetzt verschwinde.“ „Ich bin nicht bescheuert. Ich meine, was Gazimon mit Renamon da drin macht?“ Direkt darauf brüllte mich BlackGatomon an: „Das geht dich einen Scheißdreck an! Und jetzt verpiss dich, sonst werden wir ungemütlich!“

Das war schon alles, was ich wissen wollte, daher sprach ich: „Also geht da drin wirklich was vor. Ich hole einen Lehrer.“ Ich wollte mich gerade umdrehen, da packte die Möchtegern-LadyDevimon meinen Arm und meckerte: „Misch dich gefälligst nicht in Sachen ein, die dich nichts angehen!“ Bevor ich etwas antworten konnte, hörten wir eine weibliche Stimme: „Hey Mike! Was ist denn los?“ Ich erkannte sie sofort. Es war die Stimme von Linda. Ich drehte mich um und entdeckte sie tatsächlich. Sie kam gerade aus dem Schulgebäude und kam nun auf uns zu gerannt. BlackGatomon meckerte: „Nicht die schon wieder.“ Die Möchtegern-LadyDevimon ließ daraufhin meinen Arm los.

Als die Flamedramon-Dame bei uns ankam, erklärte ich: „Gazimon ist mit Isabell da drin und die beiden Weiber hier scheinen nicht zu wollen, dass sie gestört werden. Ich glaube, dass Isabell in Schwierigkeiten sein könnte.“ Lindas Blick sprach Bände. Wütend hob sie ihre rechte Hand, ballte sie zur Faust und im nächsten Moment fing diese an zu brennen. Erstaunt sah ich auf die brennende Faust. Das war also die Fähigkeit eines Flamedramon. Ihre Kraft das Feuer zu beherrschen war beeindruckend. Linda brüllte: „Aus dem Weg oder ich mach euch Feuer unterm Arsch!“ Ohne auch nur ein Widerwort zu geben, gingen die Zwei weiblichen Digimon von der Tür weg und suchten das Weite.

Wir drehten uns nicht um, als sie davonliefen und betraten sofort die Mädchentoilette. Linda stürmte in den Raum, wie von einer Tarantel gestochen und brüllte: „Ich dachte, ich hätte es dir das letzte Mal klar genug gesagt?!“ Ich blieb neben Linda stehen und sah nach vorn. Isabell saß auf dem Boden gegen die Wand gelehnt und schien einige Schläge eingesteckt zu haben. Das gelbe Fell in ihrem Gesicht war etwas zerzaust, man konnte Schrammen erkennen und ein wenig Blut lief ihre Mundwinkel herunter. „Sie will nicht mit dir kämpfen. Ganz egal, was du anstellst. Warum geht das nicht in deinen Dickschädel rein?!“, meckerte Linda verärgert dem Gazimon entgegen, das etwa in der Mitte des Raumes stand.

Die Gazimon-Dame vor uns kontere: „Digimon sind zum Kämpfen geboren! Das kann man nicht einfach ignorieren, weil man zu feige ist!“ So langsam ging mir dieses Weib gewaltig auf die Nerven. „Es ist nicht feige, wenn man einfach kein Interesse am Kämpfen hat!“, brüllte Linda zurück, nahm danach eine defensive Haltung ein und fügte hinzu: „Aber, wenn du unbedingt kämpfen willst, dann kämpf mit mir.“ „Gegen dein höheres Level komme ich noch nicht an, also verzichte ich vorerst, aber bereuen werdet ihr das trotzdem“, meinte das Gazimon plötzlich und ging ohne ein weiteres Wort an uns vorbei. Wir liefen zu Renamon rüber und halfen ihr auf die Beine. „Wie geht es dir?“, fragte Linda besorgt, während wir Isabell wieder auf ihre Füße stellten.

„Geht schon. Bis morgen sind die paar Schrammen wieder weg. Glücklicherweise hat dieses Weib kaum Kraft in ihren Schlägen“, antwortete Isabell, während sie in die Spiegel über den Waschbecken schaute und ihr Fell wieder etwas richtete. „Was sollte das eigentlich? Ich habe zwar schon gehört, dass Gazimon gerne Ärger verursachen, aber ich wusste nicht, dass sie so zur Gewalt neigen“, fragte ich Linda verwundert. Sie erklärte: „Ich glaube nicht, dass es Steffanie nur um das Kämpfen selbst geht. Ich denke eher, dass sie neidisch auf Isabell ist. Gazimon gelten nicht gerade zu den schönen Digimon, während Renamon als sehr elegant und stark angesehen werden. Dazu kommt noch, dass sie genau weiß, dass Isabell sich nicht wehren würde, weil sie nicht wirklich die Kämpfernatur ist.“

„Sie hakt also aus Eifersucht auf ihr rum und weil sie es sich bei jemanden, der sich wehren würde, nicht traut? Das ist ziemlich mies“, erwiderte ich darauf, was Linda nur nickend bestätigte. Nachdem wir die Mädchentoiletten verlassen hatten, liefen wir gemeinsam zur Bushaltestelle. Eigentlich lief Linda immer nachhause, da sie nicht weit weg wohnte, aber da Isabell und ich auf den nächsten Bus warten mussten, leistete sie uns noch Gesellschaft. „Warum kämpfst du eigentlich nicht?“, erkundigte ich mich schließlich bei Isabell, weil ich mir darauf keinen Reim machen konnte. Immerhin galten Renamon eigentlich als sehr kämpferische Digimon, die für das Rookie-Level recht stark waren. „Ich finde es unnötig zu kämpfen, wenn es keinen Grund gibt. Ich möchte anderen keinen Schaden zufügen. Ich würde nur kämpfen, wenn ich jemanden beschützen müsste“, erklärte sie es uns kurz darauf.

Eigentlich bewunderte ich ihre Einstellung, aber dennoch erwiderte ich: „Das ist bewundernswert, aber du solltest dich nicht weniger schätzen, als andere. Wenn du kämpfst, um andere zu beschützen, dann solltest du auch kämpfen, um dich selbst zu beschützen. Natürlich wäre es schön, wenn es vermeidbar ist, aber manchmal ist es das nicht.“ Isabell schaute mich etwas überrascht an und sah danach zu Linda rüber. Die nickte nur lächelnd. Kurz darauf war unsere gelbe Klassenkameradin recht schweigsam. Sie dachte wohl über meine Worte nach. Wir ließen ihr dazu die Zeit und unterhielten uns über etwas anderes, bis schließlich der Bus kam.

Nachdem wir uns verabschiedet hatten, machte sich Linda auf den Heimweg, während Isabell und ich einstiegen. Nach ein paar Stationen, stieg Isabell aus. Die restliche Busfahrt über, überlegte ich mir wie ich meine Eltern wegen Lindas Party fragen sollte. Natürlich hätte ich von ihnen gerne ein Nein, aber andererseits gefiel mir der Gedanke nicht, Renamon dort alleine hingehen zu lassen. Ich wusste nicht warum, aber das fühlte sich so an, als ob ich sie im Stich lassen würde und dass obwohl ich sie heute erst kennengelernt hatte. Ich entschied mich schließlich dazu, mein Schicksal in die Hände meiner Eltern zu legen oder anders gesagt, ich würde mich einfach nach ihrer Entscheidung richten. Wenn sie nein sagten, dann nein, wenn ja, dann ja. So einfach stellte ich es mir vor.

Nachdem ich zuhause meine Hausaufgaben und Hausarbeiten erledigt hatte, fragte ich meine Mutter und klärte sie über die Party so auf, wie Linda es mir beschrieben hatte. Pizza, vielleicht ein Film und der Digiritter-Kampf, nur wenig Teilnehmer und dass wir nach der Schule gleich mit Linda heimgehen würden. Sie gab mir die Erlaubnis für die Party und schien darüber eher erfreut zu sein. Sie hatte wahrscheinlich Angst gehabt, dass ich in der neuen Schule nicht so schnell Freunde finden würde oder ähnliches. Sie stellte jedoch eine Bedingung auf: „Wenn es später als neun wird, dann rufst du bitte an. Ich hole dich ab. Ich will nicht, dass du so spät allein durch die Stadt geisterst.“ Ich akzeptierte das nickend. Mütter. So ist diese Spezies nun mal. Mehr geschah an diesem Donnerstag und damit dem zweiten Tag in meiner neuen Schule groß nicht. 

(c) by Meister Fuchs (Micki the Fox) & Mike by KyanHyena