Hallo ihr Lieben!
Auch diesmal etwas später, aber noch im Zeitplan. Hier das vierte Kapitel meiner Story-Reihe über Reiga und seine Rasselbande. :3
Nun das übliche Blabla: Wie immer sind alle Figuren und Inhalte der Geschichte meiner Fantasie entsprungen und daher sind eventuelle Übereinstimmungen reiner Zufall. Für Kommentare, Favs und Sterne bin ich natürlich immer Dankbar und sollte euch etwas besonders gut gefallen haben oder eventuell gar nicht, dann zögert nicht es mir zu sagen. :D
Ich wünsche euch viel Spaß beim Lesen!
Viele liebe Grüße von eurem Meister Fuchs :3
Kapitel 4: Der zweite Morgen im Reich der Wölfe
Nach den äußerst anstrengenden Ereignissen der letzten Stunden, hatten sich Reiga, Marie und auch Thomas eine kleine Pause redlich verdient. Viel ereignete sich an diesem Tag daher nicht mehr. Kiba zeigte ihnen noch ein paar wichtige Höhlen, wie zum Beispiel die Höhle der Tiranen, die Höhle der Nihama und auch die Versammlungs-Höhle, die sich ebenfalls alle rundherum um die Lichtkugel befanden. Er erklärte ihnen, dass die Versammlungs-Höhle gleichzeitig als freien Aufenthaltsort genutzt wurde, da auch dort der Boden mit Gras bewachsen war.
Als sie sich am Abend wieder in ihre Schlafhöhle begaben, zog sich Reiga aus und verwandelte sich in einen Wolf. Er musste sich nämlich eingestehen, dass er als Wolf auf dem Höhlenboden deutlich bequemer schlafen konnte. Für Thomas und Marie erschuf er mit etwas Magie ein Bett aus weicher Erde und dicht gewachsenem Moos. Als Kopfkissen bedeckten sie ihren Rucksack mit ihren Pullovern und nahmen Reigas Kleidung als Decke. Kein Vergleich zu einem echten Bett, jedoch immer noch besser als der harte Höhlenboden.
Der nächste Morgen kam wieder recht plötzlich, als der Zauber sie ruckartig aus ihren Träumen riss. „Und da soll man sich wirklich dran gewöhnen können? Das bezweifel' ich irgendwie sehr“, meckerte Marie genervt. Während sich Reiga wieder zurückverwandelte und sich anzog, erwiderte Kiba: „Doch, keine Angst. Du wirst dich schnell dran gewöhnen.“ Nachdem alle bereit waren, liefen sie schließlich zum Baum der tausend Herzen. Ein paar von ihnen mussten sich nämlich erleichtern, aber als das erledigt war, fragte Thomas: „Können wir jetzt was frühstücken oder ist es dafür noch zu früh, Kiba?“
Der Wolf überlegte kurz und fragte: „Hast du denn Hunger? Wie gesagt, es ist besser erst wieder eine Nova-Frucht zu essen, wenn man deutlichen Hunger verspürt.“ Der Junge musste zugeben: „Na ja, wirklich Hunger hab ich jetzt eigentlich nicht.“ Reiga schlug vor: „Wir warten einfach noch eine Weile. Ein bisschen Hunger bringt uns nicht um, was man von einer zweiten Frucht innerhalb von 24 Stunden ja leider nicht sagen kann.“ Kiba erklärte nickend: „Es sind nicht exakt 24 Stunden, da der Tag auf jedem Planeten unterschiedlich lang ist, aber Vorsicht ist dennoch nicht verkehrt. Die meisten Wölfe hier haben es sich angewöhnt nur alle zwei Tage eine Frucht zu essen.“
Marie stimmte Kiba zu: „Ich denke auch, dass alle zwei Tage der sicherste Weg ist und wenn diese Früchte wirklich immer so gut satt machen, dann ist auch ein bisschen Hunger leicht zu verkraften.“ Der Wolf fügte jedoch hinzu: „Allerdings gilt das, wie gesagt, nicht für das Wasser. Gewöhnt euch wirklich an morgens, mittags und abends ein paar Schluck zu trinken und das sollte auch das Erste sein was ihr morgens nach dem Aufstehen macht.“ Nickend nahmen das alle zur Kenntnis und gemeinsam verließen sie wieder die Höhle des Baumes um in der nächsten Höhle am Fluss etwas trinken zu können.
Gerade als sich Reiga wieder vom Ufer entfernte und zurück zu Kiba ging, kam plötzlich eine junge Wölfin angelaufen und fragte: „Verzeiht, aber seid ihr Meister Reiga?“ Er drehte sich um und entdeckte eine zierliche Wölfin, die ihn wartend ansah. Nickend antwortete er: „Ja der bin ich.“ Die junge Wölfin verneigte sich kurz und erklärte: „Mein Name ist Malona. Ich bin die persönliche Dienerin von Meisterin Kuwani. Ich wurde von ihr beauftragt euch eine Nachricht zu überbringen.“ Reiga fragte verwundert: „Freut mich dich kennen zu lernen. Wie lautet die Nachricht?“
Die Wölfin antwortete: „Freut mich ebenso, Meister Reiga. Die Nachricht lautet: Bitte kommt in die Höhle des Rates. Es gibt Angelegenheiten zu regeln, die nur durch den vollständigen Rat der Meister geklärt werden können.“ Reiga sah schon aus reiner Gewohnheit fragend zu Kiba, der direkt erwiderte: „Geh gleich mit ihr mit, denn das muss etwas sehr Wichtiges sein, wenn der ganze Rat benötigt wird. Ich werde Thomas und Marie zu den Tiranen bringen.“ Wortlos nickte Reiga und wandte sich danach wieder Malona zu: „Bitte geh vor. Ich folge dir.“ „Sehr gerne, Meister Reiga“, entgegnete sie schließlich und führte ihn aus der Höhle.
Nachdem alle ausreichend Wasser getrunken und Thomas und Marie sich kurz frisch gemacht hatten, brachte Kiba sie zurück in die Haupthöhle, wo sie den Spiralweg noch ein Stück hochlaufen mussten. Vorbei an der Höhle der Meister und auch vorbei an der Höhle der Nihama. Der nächste Tunneleingang, der dann kam, führte zur Höhle der Tiranen. Während sie den Tunnel entlang gingen, erklärte Kiba seinen beiden menschlichen Rudelmitgliedern wie sie sich gegenüber ihrem Tiranen-Lehrern grundsätzlich erstmal zu verhalten hatten und was alles wahrscheinlich auf sie zukommen könnte.
Nach ein paar Minuten erreichten sie schließlich die Höhle. Thomas und Marie konnten sich ein breites Grinsen nicht verkneifen, denn so viele Welpen hatten sie noch nie auf einmal gesehen. Alles war hier vertreten, von der Größe einer Katze bis hin zur Größe von Maus und Nita. „Och wie süß!“, stellte Marie begeistert fest, während sie eine kleine Weile lang die unzähligen Welpen beim Spielen beobachtete. „Ich komm mir vor wie auf dem Pausenhof einer Grundschule“, murmelte Thomas vor sich hin. Kiba wies seine Tochter und die übrigen Wölfe an hier beim Ausgang zu warten, während er Thomas und Marie zu den Oberältesten brachte. Diese saßen auf einem erhöhten Bereich am anderen Ende der Höhle, wie ihn auch die Meister hatten und unterhielten sich mit einigen anderen erwachsenen Wölfen.
Kiba ging direkt auf sie zu und damit gerade durch das Gewusel an Welpen hindurch, während Marie und Thomas ihm einfach folgten. Natürlich stachen die beiden Menschen aus der Menge an kleinen Wölfen besonders hervor, doch die Meisten der Welpen waren viel zu sehr mit dem Spielen beschäftigt und bemerkten sie daher nicht. Bevor Kiba, Thomas und Marie jedoch den erhöhten Bereich erreichen konnten, stellte sich ihnen ein erwachsener Wolf in den Weg. „Ich hätte nicht gedacht, dich noch einmal lebend zu sehen“, sprach der Wolf und sah dabei Kiba erstaunt an. Dieser erwiderte: „Ja, es war auch nicht leicht.“
Thomas und Marie musterten den Wolf neugierig. Er war etwas größer als Kiba, wirkte aber deutlich dominanter und zudem sehr selbstbewusst. „Das kann ich mir vorstellen. Nachdem ich erfahren habe, dass du von den Menschen gefangen wurdest, hatte ich fast schon die Hoffnung auf deine Rückkehr aufgegeben, aber irgendwie wusste ich trotzdem immer, dass es dir gut geht. Es freut mich zu sehen, dass ich mich wohl nicht getäuscht habe“, erklärte der Wolf. Marie erkundigte sich verwundert: „Kiba, kennst du ihn?“ Der Wolf fragte erstaunt: „Kiba?“ Dieser drehte sich jedoch erstmal zu Marie und Thomas um und antwortete: „Ja ich kenne ihn sogar sehr gut. Er war einst mein Lehrer und ist außerdem mein Vater.“
Die beiden Menschen sahen sich überrascht nochmal den Wolf an. Eine gewisse Ähnlichkeit konnte man schon feststellen, aber er wirkte nicht annähernd alt genug um Kibas Vater sein zu können, daher fragte Thomas: „Das ist dein Vater? Er sieht nicht wirklich viel älter aus als du.“ Kiba antwortete daraufhin: „Das liegt an den Nova-Früchten. Wenn man sie über einen längeren Zeitraum regelmäßig verzerrt, verlangsamen sie den Alterungsprozess um ein Vielfaches. Er sieht zwar nicht viel älter aus, ist aber mindestens doppelt so alt wie ich.“ Nun warf aber der Wolf vor ihnen nochmal was ein und fragte: „Warum nennen diese Menschen dich Kiba?“
„Das ist eine längere Geschichte, die ich dir gerne heute Nachmittag erzähle. Ich glaube nämlich, dass man auf dich bereits wartet“, antwortete Kiba, woraufhin sich der Wolf umdrehte und dort die Blicke der beiden Oberältesten bemerkte. Diese sahen ihn nämlich bereits wartend an. „Scheint so als hättest du damit Recht. Ich warte nach dem Unterricht am Eingang der Versammlungs-Höhle auf dich. Ich bin gespannt auf deine Geschichte“, erwiderte der Wolf schließlich und ging zu den übrigen erwachsenen Wölfen, die neben den Oberältesten warteten. Kiba lief ebenfalls weiter und Thomas und Marie folgten ihm wieder wortlos. Als sie wenige Sekunden später am erhöhten Bereich ankamen, erkannten sie einen der beiden Oberältesten wieder.
Es war Pinon, der alte Wolf, der sie auch über die Prüfung der Freundschaft aufgeklärt hatte. Neben ihm saß eine ebenso alte Wölfin, die sie noch nicht kannten. Links neben Pinon stand eine Gruppe erwachsener Wölfe, die jedoch deutlich jünger waren als er. Rechts neben der alten Wölfin befand sich ebenfalls eine etwa gleichgroße Gruppe an Wölfinnen. Thomas und Marie dachten sich, dass es wohl jeweils die weiblichen und männlichen Lehrer sein mussten. Kiba hatte ihnen schon erklärt, dass weibliche und männliche Welpen getrennt voneinander unterrichtet wurden.
„Da mein Leitwolf, Meister Reiga, leider verhindert ist, bringe ich euch unseren Welpen Thomas und die Wölfin Marie für die Schule der Tiranen. Sie möchten beide gerne etwas über unser Volk und unsere Sitten lernen“, sprach Kiba schließlich, worauf Pinon antwortete: „Sehr wohl. Wie bereits besprochen, so werden wir eine Ausnahme für Marie machen und sie in unseren Unterricht für Welpen aufnehmen. Ich danke dir, dass du sie hergebracht hast. Du kannst nun wieder zu deinem Rudel zurückkehren.“ Kiba nickte wortlos und ging.
Nach kurzem Überlegen sagte der alte Wolf: „Ich teile euch nun eurem Lehrer zu. Ich stufe euch beide als erfahrene Welpen ein, da ich mir sicher bin, dass ihr wisst wie man Löcher buddelt und was es heißt Respekt zu erweisen.“ Auf den fragenden Blick des alten Wolfes nickten Thomas und Marie nur, woraufhin der hinzufügte: „Schön, dann weise ich dir, Thomas, den Tiranen Takoda zu. Er wird dich unterrichten. Zeige ihm stets vollsten Respekt und merke dir gut, was er dir beibringt.“ Auf das kurze Nicken des Jungen, wandte sich Pinon Marie zu und sagte: „Dir Marie weise ich die Tiranin Ishani zu. Sie wird dich unterrichten, also zeige ihr stets vollsten Respekt und merke dir gut, was sie dir beibringt.“ „Das werde ich, vielen Dank“, gab sie darauf nur zurück und auf ein kurzes Nicken der alten Wölfin neben Pinon, ließ eine Wölfin ein kräftiges Heulen in der Höhle ertönen.
Sofort verstummte der Krach in der Höhle. Marie und Thomas sahen erstaunt hinter sich und mussten feststellen, dass die ganzen Welpen ruhig auf der Stelle saßen und wartend zu ihnen nach vorne schauten. „Wahnsinn, wie auf Knopfdruck“, murmelte Thomas vor sich hin. Kurz darauf erhoben sich die Wölfe neben den beiden Oberältesten und einer nach dem anderen lief aus der Höhle. Jedem der erwachsenen Wölfe folgten etwa zehn bis dreißig Welpen, meist jeweils der gleichen Größe und damit wohl in etwa demselben Alter. Nach etwa zehn Minuten war die Höhle fast vollkommen leer. Es waren nur noch etwa 60 Welpen übrig, die alle samt eher zu den Größeren gehörten.
Die beiden Menschen drehten sich verwundert zu den Oberältesten und entdeckten dort noch zwei Lehrer. Einer saß neben Pinon, der andere neben der alten Wölfin. Das mussten dann wohl ihre Lehrer sein, dachten sich die beiden Menschen. Als die beiden Wölfe schließlich zu ihnen kamen, erkannten sie zumindest einen von ihnen. Thomas wurde anscheinend von Kibas Vater unterrichtet, der kurz daraufhin sagte: „Damit habe ich zwar nicht gerechnet, aber natürlich werde ich mir Mühe geben, dir alles beizubringen, Thomas. Bitte folge mir nun.“ Der Wolf lief an ihm vorbei und wortlos ging der Junge ihm nach. Als die Beiden an den übrigen Welpen in der Höhle vorbeiliefen, erhob sich etwa die Hälfte davon und folgte ihnen.
Marie sah dem Ganzen nur kurz verwundert zu, wandte sich dann jedoch wieder nach vorn, wo ihre Lehrerin bereits stand und sie ansah. „Du bist also Marie, freut mich dich kennenzulernen. Ich bin Ishani. Es wird mir großen Spaß bereiten dich zu unterrichten“, sprach die Wölfin schließlich, worauf Marie lächelnd erwiderte: „Freut mich ebenfalls. Ich bin schon sehr gespannt auf das, was ich von euch alles lernen kann.“ „Sehr schön. Na dann, folge mir bitte“, entgegnete die Wölfin und lief dabei schon an Marie vorbei. Die übrigen Welpen in der Höhle erhoben sich nun ebenfalls von ihrem Platz und gingen ihrer Tiranin hinterher.
Reiga war in der Zwischenzeit der jungen Wölfin in die Ratshöhle der Meister gefolgt. Viel war jedoch noch nicht geschehen. Bisher ging es nur um lächerliche Kleinigkeiten, die die Meister entscheiden mussten, aber für keines davon hätten sie ihn extra rufen müssen. Zumindest war das seine Meinung. Nachdem ein weiterer Fall geklärt war, in dem es nur um eine Streiterei zwischen zwei Leitwölfen ging, fragte Reiga etwas genervt: „Verzeiht mir die Frage, aber habt ihr mich wirklich nur wegen dieser Lappalien gerufen oder denkt ihr noch darüber nach, wie ihr mir euer wahres Anliegen unterbreiten wollt?“ Reiga saß natürlich ebenfalls auf dem erhöhten Bereich. Er hatte sich gleich für den Platz von Elesmera entschieden und saß dort nun auch im Schneidersitz zwischen den vier Wölfen. Diese sahen ihn etwas überrascht an.
Meisterin Cira antwortete schließlich: „Wir wollten dich nicht sofort mit einer sehr schwierigen Angelegenheit überrollen und dachten uns daher, dass wir dir erstmal zeigen, wie wir generell Entscheidungen treffen.“ Reiga konterte direkt: „Das ist nett gemeint, aber hier darüber zu entscheiden wer wem als erster auf den Schweif getreten ist und wer deswegen eine hinter die Ohren bekommt, halte ich dann doch für etwas übertrieben. Kiba, der frühere Leitwolf meines Rudels, hat mir bereits vieles über eure Sitten und Gebräuche erzählt. Natürlich weiß ich noch nicht alles, aber wie man eine Entscheidung trifft, das weiß ich. Ihr könnt also ruhig zum Wesentlichen kommen. Als Unsterblicher habe ich zwar Zeit ohne Ende, aber das heißt nicht, dass ich sie jetzt deswegen verschwenden sollte.“
„Na schön, wie du möchtest“, erwiderte Meister Jolon darauf und nickte kurz Meisterin Kuwani zu. Diese erklärte nun: „Wie du vielleicht noch weißt, ist Meister Almos vor kurzem verstorben. Nun hat einer der Hauptrudelführer darum gebeten, dass über seine Nachfolge entschieden wird. Unsere Pflicht ist es nun einen würdigen Nachfolger für den Meistertitel zu finden und dazu ist die Abstimmung aller derzeitigen Meister nötig. Bei der letzten Besprechung diesbezüglich wurde von Meister Jolon der Hauptrudelführer Kahan vorgeschlagen. Wir müssen nun darüber abstimmen ob er den Meistertitel erhalten soll oder nicht. Wir würden gerne als erstes deine Meinung dazu hören.“
Reiga antwortete unbeeindruckt: „Das hättet ihr mich auch gleich fragen können, aber das ist jetzt egal. Nun meine Antwort ist, dass ich vorerst dagegen stimme.“ Natürlich bekam er direkt einige überraschte Blicke von den vier Meistern zugeworfen. Meisterin Cira fragte schließlich: „Mit welcher Begründung stimmst du gegen ihn?“ Wieder antwortete Reiga kühl: „Ich stimme gegen ihn mit der Begründung, dass ich ihn nicht kenne. Ich kann eine solche Entscheidung nicht auf einem leeren Namen aufbauen.“ Drei der vier Meister lächelten zufrieden, doch Meister Jolon schien eher genervt zu sein. Er hatte wahrscheinlich gehofft das Ganze endlich abhaken zu können. Das dachte sich Reiga zumindest, als er seine genervte Miene bemerkte.
Meisterin Kuwani fragte kurz darauf: „Du möchtest ihn also erstmal kennenlernen?“ „Ja“, gab Reiga nur zurück, was die Wölfin nickend zur Kenntnis nahm und schließlich ihre Dienerin nochmal heran rief. Die junge Wölfin erhob sich von ihrem Platz an der rechten Höhlenwand, wo auch die Diener der anderen Meister saßen und fragte: „Was wünscht ihr, Meisterin Kuwani?“ Diese erwiderte: „Bitte suche den Hauptrudelführer Kahan auf und bitte ihn darum, dass er vor dem Rat der Meister erscheint. Meister Reiga wünscht ihn kennenzulernen.“ „Sehr wohl“, entgegnete die Wölfin nur und verließ im nächsten Moment schon die Höhle der Meister.
Nach ein paar Sekunden fragte Reiga: „Was hat es eigentlich mit den persönlichen Dienern genau auf sich? Kiba hatte es zwar mal erwähnt, aber nichts Genaueres dazu gesagt.“ Meisterin Cira erklärte: „Jeder Meister kann einen Wolf, der sich freiwillig dafür anbietet, zu seinem persönlichen Diener erwählen. Dieser Wolf ist für das Wohl des Meisters zuständig. Er erledigt zum Beispiel Botengänge und andere Aufträge. Er beschafft ihm was zu essen oder steht ihm mit Rat und Tat zur Seite. Des Weiteren ist der persönliche Diener an einen Eid gebunden, der ihm stets vollste Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit gegenüber dem Meister abverlangt. Der Diener ist zudem zum absoluten Stillschweigen verpflichtet. Er darf die ihm anvertrauten Information niemals an jemand anderen weitergeben. Auch nicht an einen anderen Meister.“
„Also ein Sklave sozusagen“, hakte Reiga nach, doch Meisterin Cira konterte direkt: „Nein kein Sklave. Es macht sicherlich manchmal den Eindruck ja, aber dieser Wolf übernimmt die Dienerschaft vollkommen freiwillig. Es wird keiner dazu gezwungen. Ganz im Gegenteil sogar, denn es wird als besondere Ehre angesehen einem Meister dienen zu dürfen. Außerdem gibt es für den Diener auch einige Vorteile. Die persönlichen Diener unterstehen in der Rangordnung nur ihrem Meister direkt, sonst keinem anderen. Sie sind gleichgestellt mit den Nihama und den Tiranen und stehen dadurch auch über den Hauptrudelführern. Sie besitzen zwar keine eigenständige Befehlsgewalt, können jedoch im Namen ihres Meisters für seine Stimme eintreten und ihn repräsentieren, wenn ihnen das angeordnet wurde.“
Reiga war dennoch nicht so wirklich davon überzeugt. Meisterin Cira bemerkte das natürlich und erwiderte: „Du wirst schon bald selbst Angebote bekommen und dann schnell bemerken, wie gerne manche Wölfe dir dienen würden. Sobald sich nämlich herumgesprochen hat, dass der letzte Lougarou erschienen ist, wirst du dich vor Freiwilligen kaum noch retten können.“ „Ja das habe ich mir bereits gedacht“, gab Reiga nun darauf zurück. Bevor Meisterin Cira etwas antworten konnte, kam jedoch die persönliche Dienerin von Meisterin Kuwani zurück und kündigte an: „Sehr geehrte Meister. Auf Wunsch von Meister Reiga ist hier nun der Hauptrudelführer Kahan.“
Daraufhin kam ein recht junger und stolzer Wolf in die Ratshöhle gelaufen. Reiga musterte ihn kurz, doch an diesem Wolf schien nichts Auffälliges zu sein. Keine großen Narben von Kämpfen, keine besonders sichtbare Stärke oder ähnliches. Ein einfacher Wolf mit dem typischen Fell eben, doch Reiga wusste, dass er sicherlich nicht grundlos Hauptrudelführer war. Der Wolf blieb vor dem erhöhten Bereich der Meister stehen, verbeugte sich kurz und fragte schließlich: „Womit kann ich euch dienen, Meister Reiga?“ Bevor Reiga jedoch antworten konnte, tat es Meister Jolon schon: „Er möchte dich kennen lernen, um deine Würdigkeit für den Meistertitel zu prüfen.“
Der Hauptrudelführer wirkte kurz erstaunt, fragte dann aber: „Sehr wohl. Was möchtet ihr wissen, Meiste Reiga?“ Reiga sah jedoch kurz zu Meister Jolon. So ging das nicht. Er wollte diesen Wolf kennenlernen und ihn nicht einfach nur ausfragen. Daher erhob er sich und stieg vom erhöhten Bereich der Meister runter. Natürlich verunsicherte das Kahan. Er ging einige Schritte zurück, um Reiga Platz zu machen. Dieser drehte sich um und antwortete auf die verwirrten Blicke der Meister: „Bitte entschuldigt uns. Ich möchte mit ihm alleine sprechen. Ihr könnt euch in der Zeit gerne anderen Dingen widmen.“ Reiga wandte sich wieder dem Hauptrudelführer zu und erwiderte: „Komm, bitte folge mir.“
Daraufhin lief Reiga an ihm vorbei. „Sehr gerne“, gab der Wolf nur zurück und folgte ihm schließlich. Zusammen liefen sie aus der Ratshöhle und gingen ein Stück den Spiralweg in der Haupthöhle hoch. Nach ein paar Minuten bog Reiga in den Tunnel zur Versammlungs-Höhle ein. Noch immer folgte ihm natürlich Kahan und gemeinsam suchten sie sich ein ruhiges Plätzchen in der riesigen Höhle. Als sie endlich eine Stelle gefunden hatten, setzte sich Reiga auf das grüne Gras und fragte dabei: „Dein Name ist Kahan, richtig?“ Auch der Wolf setzte sich gegenüber von Reiga hin und antwortete: „Ja das ist korrekt, Meister Reiga.“
„Du hast vorhin sehr überrascht gewirkt, als Meister Jolon gesagt hat, das ich dich kennen lernen will, um deine Würdigkeit für den Meistertitel zu prüfen. Woran lag das?“, erkundigte sich Reiga schließlich. Der Wolf überlegte kurz und antwortete: „Hauptsächlich deswegen, weil ich nicht erwartet hatte, dass ich Meister werden soll.“ Reiga fragte überrascht: „Das hatte man dir noch gar nicht gesagt?“ Kahan schüttelte den Kopf: „Nein, das habe ich erst vorhin erfahren und um ehrlich zu sein, möchte ich gar nicht Meister werden.“ „Dann warst du es nicht, der den Rat um die Entscheidung der Nachfolge von Meister Almos gebeten hat. Moment mal – du möchtest nicht Meister werden? Warum das nicht?“, erkundigte sich Reiga.
Der Wolf antwortete etwas gereizt: „Das war mit Sicherheit Wanaton. Er liegt dem Rat schon seit dem Tod von Meister Almos damit in den Ohren. Er will unbedingt selbst Meister werden, dieses arrogante Arschloch.“ Als er jedoch realisierte wem er gegenüber saß, erwiderte der Wolf hastig auf den überraschten Blick von Reiga: „Verzeiht Meister Reiga, ich wollte nicht ausfallend werden.“ Grinsend entgegnete der: „Schon okay, keine Sorge. Ich hatte bedauerlicher Weise bereits das Vergnügen ihn kennenlernen zu dürfen. Er ist tatsächlich ein arrogantes Arschloch.“
„Es freut mich zu hören, dass ihr das erkannt habt und um ehrlich zu sein, befinde ich mich nun in einer Zwickmühle. Einerseits möchte ich selbst nicht den Meistertitel erhalten, aber andererseits will ich es auch nicht riskieren, dass ER ihn erhält. Es wäre für unser Volk, um es mal vorsichtig auszudrücken, nicht von Vorteil wenn dieser Wolf Meister wird“, sprach Kahan schließlich, was Reiga nickend bestätigte: „Ja dem kann ich nur zustimmen, jedoch interessiert es mich nun umso mehr, warum du eigentlich nicht Meister werden möchtest. Bitte verrate mir den Grund dafür.“ Der Wolf überlegte kurz seine Wortwahl und antwortete: „Ich bin Leitwolf des größten Rudels unseres Volkes. 52 Wölfe gehören zu meinem Rudel und ich betrachte jeden einzelnen als ein Teil meiner Familie. Wenn ich den Meistertitel annehmen würde, müsste ich mein Rudel auflösen und das will ich einfach nicht.“
Reiga lächelte erfreut auf und erwiderte: „Das ist ein sehr schöner Grund, den ich nur zu gut verstehen kann. Auch ich betrachte mein Rudel als meine Familie und ich würde keinen von ihnen für nichts auf der Welt hergeben. Jedoch verstehe ich nun auch deine Zwickmühle und ich werde dir gerne daraus helfen.“ Kahan fragte erstaunt: „Wie meint ihr das?“ Reiga sah ihn ernst an und erklärte: „Ich bin der Letzte der Lougarou und somit ein unsterbliches Wesen, das für alle Zeit dem Volk der Wölfe als Meister dienen wird. Ich bin ein Mitglied des Rates der Meister und solange ich das bin, wird kein Wolf wie Wanaton jemals meine Fürsprache bekommen. Ich verspreche dir, er wird den Meistertitel nicht erhalten, egal was geschieht.“
Der Wolf sah Reiga fassungslos an. Sein Herz machte gerade Freudensprünge vom Feinsten. „Meister Reiga, ihr könnt euch nicht vorstellen, wir sehr ich mich darüber freue diese Worte von euch zu hören. Natürlich vertraue ich auch den übrigen Meistern, jedoch kann ich mir nun sicher sein und dafür danke ich euch zu tiefst“, sprach Kahan schließlich, was Reiga nur lächelnd bestätigte: „Gern geschehen. Du kannst dich auf mich verlassen.“ Nach einigen schweigsamen Sekunden sagte der Wolf: „Da ich mir nun darüber keine Sorgen mehr machen muss, würde ich gerne den Meistertitel ablehnen, wenn ihr das gestattet.“ Reiga antwortete: „Keine Sorge, natürlich musst du deine Familie nicht auflösen. Ich werde mir etwas überlegen und die Angelegenheit klären.“ „Vielen Dank“, erwiderte Kahan, woraufhin Reiga nur erneut entgegnete: „Gern geschehen.“
(c) by Meister Fuchs (Micki the Fox)
- was die Witze bzw witzige Stellen angeht, da kann ich dir nichts versprechen. sowas kann man nicht erzwingen, das wäre nicht "echt". daher baue ich witzige stellen und der gleichen nur ein, wenn sie mir auch spontan dafür einfallen. so wirkt es einfach besser und vor allem echter.
- Nein der Wolf, der bei Marie gelebt hat, dass ist Honi. Kiba ist der Wolf, den Reiga als aller erstes getroffen hat. er ist der wolf der schon im ersten kapitel des ersten bandes auftaucht. (Kiba ist neben Reiga der 2. Hauptcharakter der Story)
Scheint ja fast so als ob die Wölfe genauso Intrigen schmieden wie so mancher Politiker ;)
Aber auch der Rest ist super geschrieben wobei mir die Welpenschule gefällt^^, alleine der Gedanke an so viele kleine tollende Fellkneule :D
5/5 und Fav
zurzeit sind etwa 424 Welpen in der Welpenschule, verteilt auf drei Klassenstufen (Jungwelpen, Welpen und erfahrene Welpen) und insgesammt 29 Tiranenlehrer plus die zwei Oberältesten, die als Abschlussprüfer da sind. Hab mir dazu schon meine Gedankten gemacht. Ich bin ja immer gerne mit solchen Details sehr genau. Auch wenn ich es nicht in den Kapiteln erwähne, hab ich es mir meist genau ausgedacht und in meinen Notizen stehen. :D
musste dir mal vorstellen... 424 welpen... das macht fast 1700 kleine pfoten X3