Roger Scrutons Buch erschien vor 20 Jahren und ist als unmittelbare Reaktion auf den 11. September 2001 zu lesen. Wenn Viktor Orbán es in seine Allzeit-Leseliste aufnimmt, dann wird es wohl bleibenderen Wert für ihn beanspruchen. Warum, das wird schnell klar: Scruton will uns nicht den Islamismus erklären, sondern dessen Geburt aus dem Islam und den fundamentalen Unterschied zu dem, was wir die „westliche Demokratie“ nennen. Dabei versucht sich der konservative und sehr traditionell wirkende englische Philosoph in Objektivität, er vermeidet also die Parteinahme, will uns beide Konzepte in objektivem Ton vorstellen, ohne freilich das „Wir“ und „Die“, in das wir hineingeboren werden, zu negieren. Weiterlesen
Scruton
Alles Narren und Schwindler?
We should not aim for a world without power, but for a world where power is consented to, and where conflicts are resolved according to a shared conception of justice. Roger Scruton [1]
Daß Roger Scruton, der englische Vorzeige-Konservative unter den Philosophen, mit „Fools, Frauds and Firebrands“ ein wesentliches Buch verfaßt hatte, und daß der Finanzbuchverlag selbiges voluminöses Werk nun unter dem Titel „Narren, Schwindler, Unruhestifter“ auf den deutschen Markt brachte, ist zweifelsohne verdienstvoll und ist bei der rechten Intelligenz begeistert aufgenommen worden. Von der Begeisterung kann man sich etwa auf dem „Kanal Schnellroda“ überzeugen.
Warum ich kein Vegetarier bin
Seit Marx‘ Zeiten hat vielleicht kein philosophisches Werk unser tatsächliches Leben derart geformt wie Peter Singers „Animal Liberation“ und kaum ein literarisches Werk dürfte die Gesellschaft bis in die Gesetzgebung hinein praktisch so geprägt haben wie Upton Sinclairs „The Jungle“. Beide Bücher wurden zur „materiellen Gewalt“ und beide behandeln unseren Umgang mit den Tieren. Das ist kein Zufall!