Dirk Neubauer ist seit zwei Wochen wieder in aller Munde, will sagen: in den Medien. Der SPD-Landrat für Mittelsachsen wirft das Handtuch, fühlt sich einerseits bedroht von „Freien Sachsen“ – was man ihm abnehmen sollte – und ins Stolpern gebracht von den Stöcken, die ihm Bürokratie, Desinteresse, Machtkämpfe, Ideologie, Dysfunktionalität sprich: das System, das er zu optimieren angetreten ist, zwischen die Beine werfen. Nun die große Ernüchterung, nun die Aufgabe, der entnervte Rückzug. Er schließt sich dem neuen Trend an, das Handtuch zu werfen, wenn die Probleme zu groß werden, eine Übung, die besonders Linke gern vollführen. Damit gestehen sie den Identitätsverlust – den sie noch nicht begreifen – in der Tat ein: es gibt nichts mehr viel, dem man dienen oder sich gar opfern kann in diesem Land.
Vor fünf Jahren hatte Neubauer – damals noch Bürgermeister und ebenfalls ein Medienstar von 15 Minuten – ein Buch geschrieben und ich habe es rezensiert. Man kann an Buch und Rezension erkennen, wer den klareren Blick auf die Lage im Land hatte und wohl auch noch immer hat. Mit Neubauer bekommt man einen tiefen Blick in die Wirkmechanismen des Systems, wenn man denn in der Lage ist – das ist er nicht – über den eigenen Horizont zu schauen. Nicht als traurigen Triumph, sondern als Lehrstück, stelle ich die Besprechung nun zur Wiederlektüre ein: Weiterlesen →
Gefällt mir Wird geladen …