Lektüren Dezember 2025

Wolfgang Schad: Vom Menschlichen in der Natur (2025)

Endlich werden Schads Gesammelte Schriften herausgegeben. Angefangen hatte es 2007 mit „Goethes Weltkultur“, eines der wenigen Bücher, die mir Goethes Denken und Schauen nahegebracht, die mein Goethe-Bild nachhaltig beeinflußt, ja regelrecht zu einer Goethe-Euphorie geführt hatten …, die dann 2015 jäh erstickt wurde.

Dieser Band – der zweite in den Schriften – versammelt nun seine zoologischen Arbeiten. Weiterlesen

Das Ende der Termiten.

Rezension: Friedrich Reck-Malleczewen – Das Ende der Termiten. Ein Versuch über die Biologie des Massenmenschen. (1937). Kaplaken Band 48

Es empfiehlt sich – bevor man diesen scharfen Kaplaken-Band zu Hand nimmt –, Malleczewens „Tagebuch eines Verzweifelten“ und seine „Bockelson“-Chronik zu lesen, und bevor man die liest, sollte man wiederum die „Termiten“ kennen … Hier wird ein klassischer hermeneutischer Zirkel aufgebaut, die drei Bücher komplementieren und ergänzen einander und je besser man des Autors Gedankengänge kennt, um so besser erschließt sich das jeweilige Werk. Weiterlesen

Lektüren Oktober 2025

Einerseits zur Selbstdisziplinierung und -motivation, andererseits weil es einigen Leuten gefallen hat, beginne ich wieder mit den monatlichen Kurzbesprechungen der Leseliste. 

Joseph Roth: Hiob (1930)

Eigentlich eine Spätseptemberlektüre, aber weil sie mich so mitgenommen hat und so lehrreich ist, packe ich sie hier mit rein.

Dieses Buch habe ich zugleich gelesen und gehört und wenn man einen guten Vorleser hat, dann kann das den Eindruck potenzieren. Es braucht nur wenige Seiten, um zu begreifen, daß es ein Meisterwerk ist. Diese Geschichte um den Toralehrer Mendel Singer, dem das Schicksal scheinbar immer böse mitspielt, der alle seine Kinder verliert und schließlich auswandern muß, berührt überhaupt nur deswegen, weil ein Meister der Sprache sie bearbeitet hat. Da sitzt jedes Wort und jede Pause, das ist so tief ins jüdische Denken eingefühlt, Roth weiß exakt, wo er die Schrauben anziehen und wo er sie lockern muß … schon rein ästhetisch reißt es einen mit! Weiterlesen