Wo bleiben die Terroristen?

Despite the missteps of U.S. foreign policy, the terrorists‘ missteps have been even worse. That’s why I believe that our fears of terrorism are exaggerated. There just aren’t many terrorists, thank goodness.” Charles Kurzman

Um die Ecke denken, überraschen, nicht ausrechenbar sein … das hat mich schon immer fasziniert. Und wenn in einer Welt, in der wir permanent über die Tatsache stolpern, daß radikaler Islam Terrorismus in großer Zahl und quasi per Gesetz erzeugt, einer kommt und indirekt fragt: „Why are there so few Muslim Terrorists?“, warum es also eigentlich so wenige Terroristen gibt, dann hat er mich schon gebannt.

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Ist der Terrorismus rhizomatisch?

Der Philosoph Gilles Deleuze hat schon in den siebziger Jahren das Bild des Rhizoms entwickelt, in dem er ausdrücken wollte, wie postmoderne Organisationen verfaßt sind: Sie gleichen dem Wurzelwerk von Bäumen, weithin verästelt, und sie lösen damit die straffen Hierarchien herkömmlicher Institutionen ab. Solchen wuchernden Rhizomen gleichen nun die dschihadistischen Netzwerke (Gilles Kepel)

Gilles Kepel, den man auch in Deutschland gerne als Terrorexperten zitiert, hatte bereits in seinem umfänglicheren Werk von 2009 – „Die Spirale des Terrors. Der Weg des Islamismus vom 11. September bis in unsere Vorstädte“ – seine Vorliebe für den Poststrukturalismus bewiesen, denn dort wollte er den Terror im Paradigmenwechsel von historischer Faktizität (das reale Ereignis) zur historischen Fiktionalität (das mediale Ereignis) beschreiben. Weiterlesen

Was ist ein Rhizom?

…was in Wirklichkeit nicht darstellbar ist, weil es ein Rhizom ist, eine unvorstellbare Globalität. Umberto Eco

Die Vokabel, die erstmals im vorab veröffentlichten Vorwort zu „Tausend Plateaus“ erscheint[1], dürfte zur mittlerweile bekanntesten, wenn nicht populärsten gehören, die fast schon identifikatorische Macht ausübt und damit beginnt, die Zwecke ihrer Schöpfer zu überwuchern. Vielleicht ist das auch ein Grund, weshalb Deleuze den Terminus später nicht mehr aufnimmt. Spätestens seit Eco seinen Weltbestseller, die Zeichenwelt des William von Baskerville und das ominöse Labyrinth als Rhizom, rhizomförmig und Rhizom-Labyrinth kenntlich machte[2], dürfte der Begriff geläufig geworden sein, hat er die Grenzen esoterischer Kaderschmieden der Philosophie überschritten. Weiterlesen

Allahu Akbar – eine Klarstellung

Es scheint in der deutschen Presse und Öffentlichkeit ein Mißverständnis zu existieren, wenn es um die islamisch-arabische Phrase „Allahu Akbar“ geht. Zwischen ihr und dem Terror wird ein Kurzschluß herbeigeführt, der schlimme Folgen haben kann. Weiterlesen

Abschied vom Islamismus

Soll einen Artikel über die Mohammed-Krise 2005/2006 schreiben. Selbstgewähltes Thema, war damals gerade in Dänemark und kam beeindruckt zurück. Die ikonischen Bilder, die seinerzeit um die Welt gingen und für die Dänen den größten nationalen Schock seit der Besetzung durch Hitlerdeutschland auslösten, sah ich live im dänischen Fernsehen unter Dänen … und Arabern. Weiterlesen

Terror als Ausweg

Euthanasie ist heutzutage ein Unwort geworden – die systematische Vernichtung „unwerten Lebens“ durch die Nationalsozialisten hat einen einst ehrenwerten Begriff entwertet.

Der „schöne Tod“ war einst ein Ideal der stoischen Philosophie. Der Weise entschied nach langer Meditation und ohne äußeren Drang den Tod als natürlich und unabänderlich zu akzeptieren und bestimmte selbst den Zeitpunkt. Schon Sokrates machte es vor, als er das Ansinnen seiner Jünger, den Todestrakt zu fliehen, ablehnte und gleichgültig den Schierlingsbecher leerte. Der Stoiker Seneca war einer der großen Sterbemeister – er schnitt sich in aller Seelenruhe die Pulsadern auf. Weiterlesen

Islamismus als Zornsammelstelle

Frage: Könnte der Islamismus eine neue Zornsammelstelle sein?

Antwort: Ich verneine diese Frage. Ich stelle sie zwar auch selbst und gebe ihr so lange Kredit, wie es nur möglich ist, unter der Prämisse der intellektuellen Redlichkeit. Also ich versuche, die möglichen Stärken des politischen Islam bis zum Äußersten in Gedanken zu begleiten, komme dann aber doch zu dem Schluß, daß man die Frage verneinen muß. Der Islam hat nicht die Kraft, den Katholizismus in seiner historischen Funktion als geistige Weltsammlungsbewegung zu ersetzen. Er hat nicht die Kraft, erst recht nicht die Kraft, den Kommunismus zu ersetzen, der zugleich eine Produktionsidee hatte. Weiterlesen

Blutrunst

Wir stehen fassungslos vor den Berichten der Überlebenden jenes Abschlachtens von hunderten wehrlosen jungen Menschen auf einem Festival an der israelisch-palästinensischen Grenze. Die Mörder sind nicht zufällig auf die Feiernden gestoßen, nein, man hat sich diesen Ort bewußt gewählt, der Überfall wurde taktisch geplant und konzertiert durchgeführt. Das Ziel war: Töten! So viele Menschen wie nur möglich töten. Komplett unschuldige, harmlose, wehrlose Menschen. Weiterlesen

Das Problem mit den „Satanischen Versen“

Vielleicht sehen sie auch, daß die Kontroverse um die Satanischen Verse im Grunde ein Streit um die Frage war, wer die Macht über die große Erzählung, die Geschichte des Islams, ausüben soll, und um die Meinung, daß diese Macht allen Gläubigen gleichermaßen zusteht. (Salman Rushdie)
Romanfiguren werden geschaffen, damit sie auf eigene Rechnung leben. (Umberto Eco)

Vor 33 Jahren wurde die Fatwa gegen Salman Rushdie, den Verfasser des bedeutenden Buches „Die Satanischen Verse“, verhängt. Gestern gab es den vermutlich ersten erfolgreichen Versuch, sie durchzuführen. Warum aber hassen viele Muslime den Mann und das Buch? Weiterlesen

Der Gute

Hussain, das bedeutet „der Gute”. Gut worin, das sagt der Name nicht. Wohl eine gute Seele und diesbezüglich trägt „mein“ Hussain seinen Namen wohl zu Recht.

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Wo bleiben die Terroristen?

Despite the missteps of U.S. foreign policy, the terrorists‘ missteps have been even worse. That’s why I believe that our fears of terrorism are exaggerated. There just aren’t many terrorists, thank goodness.” Charles Kurzman

Um die Ecke denken, überraschen, nicht ausrechenbar sein … das hat mich schon immer fasziniert. Und wenn in einer Welt, in der wir permanent über die Tatsache stolpern, daß radikaler Islam Terrorismus in großer Zahl und quasi per Gesetz erzeugt, einer kommt und indirekt fragt: „Why are there so few Muslim Terrorists?“, warum es also eigentlich so wenige Terroristen gibt, dann hat er mich schon gebannt.

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Was wir jetzt tun müssen!

Diesmal England, diesmal Manchester. Ein mutmaßlich islamistischer Terrorist hat sich und mindestens 22 Menschen in den Tod gerissen.

Während ihn Jungfrauen erwarten, bleiben die Schicksale der Opfer – viele Kinder darunter – bis auf weiteres unbekannt. Nur den Schmerz der Hinterbliebenen können wir erahnen …

Das muß ein Ende haben! So etwas darf sich nicht wiederholen! Deutschland muß sich wappnen!

Was nun dringendst zu tun ist:

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Das Terror-Rhizom?

…was in Wirklichkeit nicht darstellbar ist, weil es ein Rhizom ist, eine unvorstellbare Globalität. Umberto Eco

Der französische Soziologe Gilles Kepel gilt als einer der besten Kenner des Islamismus und des islamistischen Terrors. Gerade hat er in einer Reihe von Interviews im Zusammenhang mit seinem letzten Buch die neue Qualität des Terrors zu beschreiben versucht und sich dabei auf den singulären Philosophen Gilles Deleuze berufen. Kepel will den Begriff des „Rhizoms“ in die Debatte einführen, um den Aggregatzustand der Terrorgesellschaften zu beschreiben.

Nachfolgend wird in einem ersten Durchgang versucht, den philosophischen Begriff „Rhizom“ nach Deleuze zu entwickeln und in einem zweiten zu prüfen, was dieser Begriff im Kontext des Terrors zu leisten vermag und ob Kepel ihn berechtigterweise in Anschlag bringt. Teil 1 ist demnach eine ausführliche und streng philosophische Rede, Teil 2 eine politische.

Was ist ein Rhizom?

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Ghettoisierung

Wenn man sich eine vernünftige Harmonie der Gesellschaft wünscht, dann läuft mit der Verteilung der Einwanderer etwas schief. Aber ich werde nichts Schlechtes über die ethnischen Mitbürger sagen, und wir werden niemanden aus unserer Kommune hinauswerfen. (Ib Terp, Sozialdemokrat und Bürgermeister von Brøndby)

Einwanderung und mangelnde Integrationsbereitschaft der und in die Gesellschaft führt zu Segregationen. Das ist in der Theorie alles bekannt, doch braucht es offenbar die Empirie, um die Menschen aufzurütteln.

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Die gute Nachricht

Nach „Informationen“ eines syrischen Geheimagenten, berichtet der „Sunday Express“, sollen bisher 4000 ISIS-Kämpfer als refugees getarnt den Weg nach Europa zurückgelegt haben.

Nun bestätigte „Jyllands-Posten“, daß vier der Pariser Attentäter als Flüchtlinge nach Europa einreisten, darunter auch Abdelhamid Abaaouds, der „Kopf“ der ISIS-Terroristen, der die Tour im letzten Jahr sogar zweimal unternommen haben soll. Die „Neue Zürcher Zeitung“ spricht sogar von fünf.

Die gute Nachricht: Nur noch 3995!