Wo bleiben die Terroristen?

Despite the missteps of U.S. foreign policy, the terrorists‘ missteps have been even worse. That’s why I believe that our fears of terrorism are exaggerated. There just aren’t many terrorists, thank goodness.” Charles Kurzman

Um die Ecke denken, überraschen, nicht ausrechenbar sein … das hat mich schon immer fasziniert. Und wenn in einer Welt, in der wir permanent über die Tatsache stolpern, daß radikaler Islam Terrorismus in großer Zahl und quasi per Gesetz erzeugt, einer kommt und indirekt fragt: „Why are there so few Muslim Terrorists?“, warum es also eigentlich so wenige Terroristen gibt, dann hat er mich schon gebannt.

Weiterlesen

Allahu Akbar – eine Klarstellung

Es scheint in der deutschen Presse und Öffentlichkeit ein Mißverständnis zu existieren, wenn es um die islamisch-arabische Phrase „Allahu Akbar“ geht. Zwischen ihr und dem Terror wird ein Kurzschluß herbeigeführt, der schlimme Folgen haben kann. Weiterlesen

Linke Liebe und richtige Liebe

Der aufrüttelnde – „Geschlechterrollen wurden in linken Kreisen höchstens pro forma in Frage gestellt“ – und bemerkenswert ehrliche – „ich stellte ihnen meine Vagina zur Verfügung, damit sie an und in mir ruhen und rasten konnten nach dem erschöpfenden Kampf gegen Nazis, die imperialistische Weltverschwörung und all die Bösen da draußen“ – Beitrag einer linken Feministin  führt mich down the memory lane, weckt Erinnerungen. Weiterlesen

Über die Unruhen in England

Nur ein paar ungeordnete persönliche Gedanken. Ad hoc.

Wodurch wächst mir Kompetenz zu, darüber öffentlich urteilen zu können? Zum einen habe ich in den letzten Tagen Unmengen an Material – in erster Linie Videomaterial, aber auch analytisches – gewälzt[1], und zwar aus verschiedenen Blickwinkeln und Perspektiven, zum anderen schmerzen mich die Bilder auch deshalb besonders, weil ich in neun Jahren englischem Exil dieses Land bis zu einem gewissen Grade liebgewonnen habe, also über Erfahrungen verfüge und bis heute noch Freunde dort habe, mit denen wir in Kontakt stehen. Weiterlesen

Der Mann und sein Messer

Ein richtiger Mann hat immer ein Messer bei sich – das soll meine Mutter gesagt haben. Jetzt, wo der Erinnerungsschatz meines Vaters schrumpft und die Wiederholungen sich mehren, höre ich diesen Satz desöfteren. Besonders dann, wenn ich meines zücke, um irgendwas damit zu erledigen. Der Satz scheint meinen Vater getroffen zu haben, denn er ist ein ganz weicher Mensch und hatte wohl nie ein wirkliches Messer in der Hosentasche; das einzige, das im Haushalt überliefert ist, ist ein Witz und taugt tatsächlich eher in eine Frauenhandtasche. Weiterlesen

Das schreckliche Nachbild

Unter den vielen grausamen Bildern, die man in den letzten Tagen und Wochen zu sehen bekam, blieb mir eines besonders im Gedächtnis und ich weiß nicht recht, warum. Denn eigentlich ist es – gemessen an den vielen chaotischen Sequenzen von rennenden Massen, verbrannten Fahrzeugen, zerwühlten und zerschossenen Wohnungen, durchlöcherten Autos usw. – eher einfach, klar und deutlich. Weiterlesen

Deutsche Vergewaltiger

Fünf Deutsche haben auf Mallorca eine junge Frau vergewaltigt. So posaunt die Presse. Dabei wissen alle, daß es nicht Deutsche, sondern Türken, im „günstigsten“ Falle Deutschtürken waren.

Wo liegt das Problem? Weiterlesen

Rußland: Wut aus Liebe

Der Übersetzer und Romanautor Olaf Kühl beschrieb seine innere Affinität zum Ostslawischen verschiedentlich als unaufklärbares Schicksal. Die Liebe zum Russischen, später zum Polnischen war in ihm drin und man kann sie in seinen kongenialen Übersetzungen – allen voran Witold Gombrowiczs – spüren. Kühl war aber auch viele Jahre Rußlandreferent des Berliner Bürgermeisters und verfügt somit über intime politische Einblicke und er hat das Land viele Male bereist. Der Krieg gegen die Ukraine ließ ihn nun förmlich explodieren, in seinem Buch „Z“, das als „Kurze Geschichte Rußlands“ angekündigt wird, sammelt er all seine empirisch gewonnene Wut über die enttäuschte Liebe. Weiterlesen

Die Russen kommen!

Mein Bild von Rußland ist fast vollständig von der Literatur geprägt. Dazu kommen ein paar wenige mündliche Berichte, von Leuten, die dort gelebt, Erfahrungen gesammelt haben.

Der großen Faszination der „Tiefe“, die man dort vermutet und den russischen Menschen unterstellt, dieses Unauflösbare, Geheimnisvolle, Mystische, die Größe in jeder Hinsicht, stand immer eine Abscheu vor einer schwer zu fassenden Primitivität und Kulturlosigkeit gegenüber. Russen haben bei mir nie einen Vertrauensvorschuß, so wie ich ihn etwa harmlosen Dänen instinktiv zuspreche. Weiterlesen

Russen und Ukrainer

Zwei Fragen zuvor: Darf man aus verschiedenen Nationalliteraturen auf so etwas wie einen „Volkscharakter“ schließen? Und darf man über etwas schreiben, von dem man eigentlich keine Ahnung hat? Beide Fragen werden hier mit „ja“ beantwortet, nicht weil die Antwort als unbedingt richtig angesehen wird, sondern nur, weil ich sonst diesen Text nicht schreiben dürfte.

Weiterlesen

Mein Kriegstagebuch IX

Putin bestrafen: Sagt mir einer im Brustton der Überzeugung: „Also ich habe zu Hause alle Heizungen runter gedreht. Dieser Putin bekommt mein Geld nicht. Da ziehe ich mich lieber wärmer an.“ Ich verbuche solche Aussagen unter Propagandaschäden – oder besser: – erfolgen.

Butscha – ein neuer Name, den man sich merken muß? Ist das das neue Srebrenica?

Weiterlesen

Meditationen über das Fremde


Diese Fremdheit dem Russen, dem Sowjetmenschen, dem Kommunisten, dem Slawen oder „dem Asiaten“ gegenüber schien Márai vollkommen überrumpelt zu haben, die Intensität der Auseinandersetzung deutet auf einen genuinen Schock hin. Es gelingt ihm noch nicht mal, den Fremden, den Anderen begrifflich zu fixieren, weswegen er immer wieder zwischen den Zuschreibungen wechselt und sich ständig fragt, welches der Attribute nun das dominante sei.

Weiterlesen

Sándor Márai und die Russen

Niemand, der auch nur ein wenig Ahnung hat, wird bezweifeln, daß Sándor Márai ein großer Romanautor war – und wer es bezweifelt, hat keine Ahnung.

Weit weniger bekannt ist freilich, daß der Mann ein noch besserer Tagebuch- und Erinnerungsschreiber war und hier, in diesem Metier, gehört er zum Besten, was uns die Schriftkultur  zu bieten hat.

Weiterlesen

Spiele der Macht – weiblich

Getrieben von abstrusen Phantasien, die sich um ein imaginäres Beziehungsdreieck drehen, und auf der bekannten Suche „nach sich selbst“, begibt sich Silvia, eine noch junge und doch schon erfahrene Frau (geschieden, verschiedene Studien, Zeit im Ausland…) in Margarets Dienste, die, gefeierter Kinostar, von ihr vor allem eines verlangt: „Sie gehorchen und bewegen sich nicht; Sie denken nicht, Sie verhalten sich ruhig, wenn Sie mit mir zusammen sind, und ich sehe und höre nichts von Ihnen“. Silvia akzeptiert die unzeitgemäßen Bedingungen, betrachtet sich dabei als im Selbstversuch befindlich und verfolgt einen Plan, der vereinfacht mit „Wer wird gewinnen“ benannt werden könnte.

Weiterlesen

Härte und Vernunft

Wir sind doch alle schon längst infiziert. Vom Humanitarismus und vom strukturell linken Denken, also jenem Konstrukt, daß von einer prinzipiellen Gleichheit der Menschen ausgeht und daraus eine apriorische Gerechtigkeit ableitet und althergebrachte Regeln und Normen durch „fortschrittlichere“ ersetzen will. Das ist sogar als Zivilisationsfortschritt beschreibbar. Dabei spielen richtige und falsche Überlegungen ein verwirrendes Spiel – man kann das an Kleinigkeiten gut illustrieren.

Weiterlesen

Polizeigewalt

Die deutsche Sprache hat die verblüffende Eigenschaft, in vielen Komposita uneindeutig zu sein – ein Begriff wie „Polizeigewalt“ kann theoretisch beides beschreiben: die Gewalt der Polizei und die Gewalt gegen die Polizei. Wir wurden in den letzten Tagen mit beidem reichlich versorgt.

Gleichwertig sind die beiden Gewaltformen nicht. Beide sind, wenn sie systemisch auftreten, besorgniserregend. Die eine signalisiert die Erosion des Staates, die andere seine Wucherung hin zur Gewaltherrschaft.

Weiterlesen

Der Weg aus der Rassismus-Falle

Zu den dramatischen Ereignissen in den USA wollte ich mich eigentlich nicht äußern. Die Sache ist zu komplex, um sie auf einem Blog abhandeln zu können. Bereits der auslösende Vorfall offenbart immer mehr Facetten, je mehr man sich informiert und das Problem „Rassismus“ ist ohnehin nahezu unlösbar. Erst ein kurzes Statement von Lewis Hamilton, dem Formel 1 Weltmeister hat mich getriggert, nun doch etwas zu sagen – ohne es auflösen zu wollen.

Weiterlesen

Identitätspolitik und Interessenspolitik

von Johannes Leitner

Identitätspolitik

Während identitäre Politik, wie jede gute Politik, darauf abzielt, die Gesellschaft als ganze zu erhalten und zu fördern, strebt Identitätspolitik danach, die eigene identitäre Sondergruppe auf Kosten der Gesellschaft zu begünstigen und zu bevorrechten. Man will nicht das Ganze mehren, sondern den eigenen Anteil am Ganzen, und sei es, indem man das dem feindlichen Widersacher Gebliebene schädigt. Identitätspolitik bedeutet ein Null- oder ein Negativsummenspiel des win-lose und win-lose-lose, nicht, wie die gesunde gemeinschaftliche Gesellschaft, ein Positivsummenspiel des win-win-win mit positiven Externalitäten.

Weiterlesen

Das Haus des Terrors

Budapester Impressionen VII

Weiterlesen

„Schweden im Krieg“

Vor drei Wochen  erschien hier ein Beitrag unter dem Titel „Auflösungserscheinungen in Schweden“. Es handelte sich dabei von Anfang bis Ende um eine Übersetzung aus dem Dänischen. Der Artikel war in der Internetzeitschrift „Den Korte Avis“ erschienen und beschäftigte sich mit einigen spektakulären Aussagen des Vorstandschefs von Volvo.

Weiterlesen