Braucht der Osten eine eigene Zeitung?

Gastbeitrag von Kevin Naumann

Das aktuelle Jahr steht im Zeichen der Landtagswahl am 6. Weiterlesen

Nationaler Rock in Ungarn

Jede Lebensphase hat ihre Musik. Drei Jahrzehnte lang, in Wellen der Intensität, vertrat ich die Ansicht, daß Musik, die es wert ist, gehört zu werden, eines leisten müsse: sie dürfe Welt nicht ausblenden, sondern müsse auf sie hinweisen. Sloterdijk hatte – da lag mein Musikgeschmack längst fest – diese Gedanken in „Weltfremdheit“ theoretisch untermauert.

Musik mußte erlitten werden. Weiterlesen

Wo bleiben die Terroristen?

Despite the missteps of U.S. foreign policy, the terrorists‘ missteps have been even worse. That’s why I believe that our fears of terrorism are exaggerated. There just aren’t many terrorists, thank goodness.” Charles Kurzman

Um die Ecke denken, überraschen, nicht ausrechenbar sein … das hat mich schon immer fasziniert. Und wenn in einer Welt, in der wir permanent über die Tatsache stolpern, daß radikaler Islam Terrorismus in großer Zahl und quasi per Gesetz erzeugt, einer kommt und indirekt fragt: „Why are there so few Muslim Terrorists?“, warum es also eigentlich so wenige Terroristen gibt, dann hat er mich schon gebannt.

Weiterlesen

20 Jahre Mohammed-Karikaturen

Hans Kirk schrieb in seinem Roman „Der Sklave“, daß es genüge, einen Sklaven ein einziges Mal auszupeitschen – beim zweiten Mal würde schon das Zeigen der Peitsche ausreichen, den Gehorsam zu erzwingen. Die Mohammed-Krise oder Karikaturen-Krise vom Herbst 2005 bis Frühjahr 2006 war eine solche einschneidende Zäsur, nicht nur für das kleine Dänemark, sondern für ganz Europa und die westliche Welt. Der Westen hat sich darin selbst spiegeln können, sich im Innersten kennengelernt; man kann an ihr, in ihren komplexen Verwicklungen und unterschiedlichen Interpretationen das Wesen von Politik, Islam und Islamismus kenntlich machen. Weiterlesen

Lektüren Januar 2026

Benedikt Kaiser: Der Hegemonie entgegen. (2025)

Benedikt Kaisers neues Buch richtet sich primär an die Neue Rechte und ihr Vorfeld, entwickelt aus seinem früheren „Solidarischen Patriotismus“ eine strategisch-taktische Ergänzung und – inspiriert von Antonio Gramsci – eine „integrale Strategie“ aus Metapolitik und Hegemonie, um kulturelle Gegenhegemonie aufzubauen. Trotz teils abstrakter, trockener und eklektischer Darstellung im Sinne der „Werkzeugkiste“ Foucaults, stellt das Werk einen wichtigen Meilenstein dar, an dem die Szene kaum vorbeikommt. Ausführliche Rezension hier. (8/10)

Peter Sloterdijk: Im selben Boot. Versuch über die Hyperpolitik. (1993) Weiterlesen

Das Dorf als Heiler

Rezension: Michael Beleites: Dorf-Ethos. Für eine bodenständige Moral

Das Dorf ist anders. Zum einen ist es toleranter, zum anderen aber auch widerständiger. Dies ist die Ausgangsthese. Aber warum? Um diese eminente Frage zu beantworten, dockt Michael Beleites an zwei Theoriebausteine an, im Moralischen an Hans Küngs „Welt-Ethos“-Projekt und im Sozial-biologischen an sein eigenes „biologisch-ökologisches Umweltresonanz-Konzept“, und verbindet beide. Weiterlesen

Die Fülle der Leere

Rezension: Ernst Osterkamp: Poesie der leeren Mitte – Stefan Georges Neues Reich. Weiterlesen

Benedikt Kaiser: Der Hegemonie entgegen.

Auch wenn Benedikt Kaisers neues Buch längst von Linksintellektuellen diskutiert wird, ist seine intendierte Zielgruppe unzweideutig: die Partei und ihr Vorfeld. Er richtet sich also an „uns“. Das Buch verhält sich zu seinem „Solidarischen Patriotismus“ wie die strategische und taktische Handlungsanleitung zur weltanschauliche Grundlegung, wenn auch auf einem gewissen Abstraktionsniveau.

Erschien das erste bei Antaios, so deutet der Verlagswechsel zum Jungeuropa Verlag schon eine gewisse inhaltliche Verlagerung an. Selbstbewußt hat man sich dort vom „Schnellrodaer Kernfeld“ emanzipiert, geht jetzt von einer Doppelspitze innerhalb der Neuen Rechten aus und nimmt für sich in Anspruch, an die frühe Neue Rechte stärker anzuschließen, inklusive „Europaorientierung, Kapitalismuskritik und Westbindungsaversion“. Weiterlesen