Zwischen den Jahren… Version 2024

Hallo liebe Leser,

macht es Sinn, einem Blog, der nahezu durchgängig im Dämmerzustand dahinschlummert, für große Jahresrückblicke zu nutzen? Naja, vielleicht nicht wirklich. Aber ich finde es besser, als hier einfach gar nicht mehr zu posten :-). Also nutze ich wie immer die Zeit „zwischen den Jahren“ um einmal auf mein rollenspielerisches Kalenderjahr zurückzublicken und Euch an meinen Überlegungen teilhaben zu lassen. Außerdem wage ich endlich mal wieder eine Prognose für die Zukunft!

Blog-Fakten

Beginnen wir – wie immer – mit ein paar Fakten rund um diesen Blog:

Ich durfte knapp 7.000 Lesende im gerade vergehenden Jahr auf meinem Blog begrüßen. Damit ist die Zahl meiner Besucher nahezu konstant, trotz des schwindenden neuen Contents. Das heißt: für ein Archiv – und mehr ist dieser Blog im Moment ja kaum – bin ich sehr zufrieden. Denn es gibt immer noch eine Menge Klicks auf dem hier bereitgestellten Spielmaterial. Und das ist großartig, genau so soll es auch sein.

Insgesamt habe ich im vergangenen Jahr 9 Blogeinträge – diesen mitgerechnet – verfasst. Tatsächlich bedeutet das gegenüber dem Vorjahr eine kleine Steigerung. Da der erste Post des Jahres jedoch bis Juni (!) auf sich warten ließ, fühlte es sich gar nicht danach an.

Abseits

Wie so oft in den letzten Jahren habe ich abseits dieses Blogs deutlich mehr Aktivität verzeichnet. In diesem Jahr erschienen mit Katastrophen und Schnappatmung gleich zwei Bände für CTHULHU bei Pegasus, in denen sich Texte von mir wiederfinden. Die Arbeit daran liegt allerdings – zugegebenermaßen – bereits länger zurück. Dennoch war ich am Jahresanfang noch mit einem neuen cthuloiden Abenteuertext beschäftigt, so dass auch – hoffentlich – im nächsten Jahr wieder eine Publikation folgt. Direkt im Januar ist darüber hinaus noch Wüstenmärchen erschienen, ein Quellen- und Abenteuerband für Die Schwarze Katze. Ich muss zugeben, dass ich mich in dieses Rollenspiel schockverliebt habe und ich wirklich stolz darauf bin, es hier zur Veröffentlichungsreife gebracht zu haben.

Ebenso gibt es einen neuen Lovecrafter, an dem ich dieses Mal allerdings nicht mehr als Redakteur sondern als fester Stamm-Layouter beteiligt war. Es war eine doppelte Herausforderung, nicht nur das Erbe des großartigen Marc Meiburgs anzutreten sondern gleichzeitig auch ein neues s/w-Design zu entwickeln. Tatsächlich habe ich (und damit leider auch die Leser) noch Lehrgeld gezahlt und teilweise zu dominante Seitenhintergründe gewählt. Aber: aus Fehlern wird man bekanntlich klug!

Der Sommer sah dann die Veröffentlichung des VIRUS Lovecraft Specials Vol. I, an dessen Entstehen ich zumindest in kleinen Teilen beteiligt war. Im Dezember dann erschien bei Obscurati Publishing endlich Mythos Country, ein Erzählspiel aus meiner Feder. Sascha hat sich wirklich viel Mühe mit dem Text und dem Büchlein gegeben – es fühlt sich toll an und sieht gut aus! Und wo wir gerade von Erzählspielen sprechen: Der Dezember sah darüber hinaus noch die Veröffentlichung von Christmas Carols, einem auf English Eerie basierenden Erzählspiel für Weihnachtsgeschichten.

Ebenso aktiv war ich natürlich für den Ringboten, für den ich neben 47 Rezensionen auch die SPIEL- und RPV-Berichterstattung übernommen habe. Ebenso bin ich dem Lovecrafter online treu geblieben und konnte im vergangenen Jahr auch als Einzelkämpfer dafür sorgen, dass einmal wöchentlich ein Artikel online ging.

Zu guter Letzt arbeite ich gerade wieder an einem weiteren Rollenspieltext. Allerdings habe ich in diesem Jahr deutlich mehr Zeit in die Recherche dafür investieren müssen, als mir lieb war, was dazu führte, dass sich die Arbeit an dem Text zog – und zieht – wie Kaugummi. Langsam wird es besser, doch hier bin ich alles andere als zufrieden. Für meine Verhältnisse grenzt das schon an eine Schreibblockade und ich bin froh, wenn hieraus etwas Gutes entstanden ist!

Spielerisches

Hm, ein Rückblick auf die im vergangenen Jahr gespielten Rollenspielrunden lohnt kaum. Denn tatsächlich haben wir uns spielerisch dieses Jahr etwas vom Rollenspieltisch wegbewegt. Stattdessen hatten wir ein paar leichte Dungeon-Crawler (Karak, Dracon und Die Legende des Sagor) auf dem Tisch, ich habe mich wieder ein wenig mit Magic beschäftigt und ansonsten nur eine Einsteiger-Schnupperrunde mit Beyond the Wall geleitet. Die war allerdings absolut großartig!

Geplantes für 2025

Wegen des Blogs kann ich nur meine Worte aus dem Vorjahr wiederholen: Ihr müsst Euch auch im kommenden Jahr darauf gefasst machen, das hier nicht so wahnsinnig viel passieren wird. Ich lade Euch herzlich ein, Euch auch einmal den Lovecrafter online, den Ringboten oder eines meiner anderen Projekte anzusehen, wenn Euch meine Schreibe gefällt. Dort wird aller Voraussicht nach auch im kommenden Jahr mehr meiner Zeit einfließen. Aber ich gelobe, auch diesen Blog nicht gänzlich abzuschalten und Euch hin und wieder mit einer Rezension oder einem Newsbeitrag zu versorgen.

Abseits davon gilt es zunächst, mein aktuell laufendes Projekt abzuschließen. So langsam häufen sich nämlich die Ideen, was man nicht noch alles so machen könnte. Ich hoffe, im kommenden Jahr noch einmal am System-Matters-Fanzine-Wettbewerb (so er stattfindet) teilnehmen zu können und ebenso, für den Lovecrafter einen Text verfassen zu können. Außerdem schwelt schon lange ein Projekt, dass ich unbedingt mal angehen möchte… ach, es gibt soviel zu tun.

Wie es auch kommen mag: Ich hoffe, der eine oder andere Leser bleibt mir gewogen und das wir uns alle im neuen Jahr wieder lesen können. Habt einen guten Rutsch!

Vorbestellungsaktion bei Obscurati Publishing

Bei Obscurati Publishing läuft aktuell eine Vorbestellungsaktion. Noch bis zum 16.12. könnt Ihr einen Haufen neuer Produkte vorbestellen:

Darunter findet sich auch „Mythos Country“, ein Erzählspiel aus meiner Feder, wieder. Der Klappentext dazu:

Mythos Country ist ein Erzählspiel, das eure Gruppe mit allen notwendigen Anregungen und Regeln ausstattet, um einen Landstrich voller cthuloider Schrecken zu erschaffen. Ihr gestaltet eine Karte und erfahrt erzählerisch, welche mythosschwangeren Umtriebe diese Gegend heimsuchen.

Dieses Spiel eignet sich hervorragend, um mit mehreren Personen gespielt zu werden, es kann aber auch als Solo-Spiel verwendet werden, um beispielsweise ein glaubhaftes Setting für eine eigene Rollenspielkampagne zu entwerfen. Zum Spielen wird lediglich ein Satz Spielkarten sowie Stift und Papier benötigt.“

Und ein bißchen ausführlicher: Das Spiel schafft im Verlauf ein cthuloides Setting. Die Gruppe oder der Spielende sucht sich einen Landstrich aus (ein paar Karten werden vorgeschlagen). Dann werden drei Runden gespielt. In jeder Runde wird eine bestimmte Epoche des Landstrichs gestaltet: die ferne Vergangenheit, die jüngere Vergangenheit (ca. Mittelalter) und die Gegenwart. Das ganze Spiel kann man in 2-3 Stunden locker spielen.

Für jede Epoche werden eine oder mehrere Mythos-Fraktionen kreiert. Anhand eines Kartenzieh-Mechanismus werden gute und schlecht Ereignisse für die jeweilige Fraktion bestimmt, bis hin zu ihrem Untergang. Hinterlassenschaften der jeweiligen Mythos-Fraktionen können sich auf spätere Epochen auswirken. Nachdem man die Gegenwart durchgespielt hat, hat man gleichzeitig ein Setting, welches man für ein späteres Rollenspiel verwende kann: aktive Fraktionen sowie genügend Hinterlassenschaften aus der Vergangenheit, welche die Aufmerksamkeit dieser Fraktionen erwecken können.

In dem Büchlein finden sich Vorschläge für Ereignisse, Mythosfraktionen und Hinterlassenschaften, optionale Erweiterungsregeln zum Grundmechanismus, eine cthuloide Timeline und ein Spielbeispiel.

Klingt interessant? Dann bestellt es doch gleich vor!

Zum 1. Advent – Christmas Carols – Ein Erzählspiel

Im vergangenen Jahr hatte ich zum ersten Mal die Gelegenheit, an einem „Kreativ-Adventskalender“ teilzunehmen. Da ich das Konzept vorher noch überhaupt nicht kannte, erkläre ich kurz die Idee: 24 verschiedene Leute stellen jeweils 24 mal die gleiche Sache her (Kekse, Handarbeiten, Holzschnitzereien, Malereien…), verpacken sie liebevoll und kleben die gleiche Nummer auf ihre Päckchen. Hinterher werden aus den 24 x 24 Päckchen 24 Adventskalender für die 24 teilnehmenden Leute, so dass jeder für seine Mühen einen schönen Adventskalender erhält.

Warum ich Euch das erzähle? Nun, ich war der festen Überzeugung, dass in diesem Jahr eine Wiederholung der Aktion stattfinden würde. Und während ich im vergangenen Jahr eher plötzlich hineingerutscht war, hatte ich mir für dieses Jahr fest vorgenommen, etwas deutlich Nerdigeres in den Kalender zu packen: ein richtiges Erzählspiel. Auf Basis der Regeln von „English Eerie“ ist so „Christmas Carols“ entstanden, mit dessen Hilfe Weihnachtsgeschichten erzählt werden sollen. So richtig kitschige.

Nun, der Adventskalender kam nicht zustande. Und auch System Matters, denen ich die fertige PDF als Text für die jährliche „Verlies Navidad“-Fanzine angeboten hatten, schreckten ob des Umfangs und dem doch bereits sehr kompletten Layout vor einer Veröffentlichung zurück. Sie ermutigten mich allerdings, das System doch Interessierten zugänglich zu machen – was ich hier dann nun auch mache! Also, pünktlich zum Start in die Adventszeit gibt es hier auf diesen Seiten das völlig uncthuloide Erzählspiel „Christmas Carols“ zum freien Download:

Viel Spaß damit – und natürlich ist Feedback immer gerne gesehen!

Frisch erschienen: Lovecrafter 13

Es ist mir eine große Freude, Euch auf das Erscheinen der neuesten „Lovecrafter“-Ausgabe aufmerksam machen zu können!

Die beiden Themenschwerpunkte des Lovecrafter 13 sind Edgar Allan Poe sowie Lovecraft und das Kino. Da sich das mysteriöse Ableben eines der prägendsten Autoren, nicht nur für uns Kultisten und Kultistinnen, sondern für die gesamten Weltliteraturen in diesem Jahr zum 175. Mal jährt, ist es nur passend, dass wir einen nicht unerheblichen Teil des Lovecrafters jener großen Muse Edgar Allan Poe (1809-1849) widmen. Daneben gibt es einen umfangreichen Artikel, welcher sich Lovecraft und seinen Kino-Erlebnissen widmet. Außerdem werden zahlreiche Filmrezensionen Lovecrafts höchstselbst die Seiten des Lovecrafters füllen.

Auch der Play-Teil wird sich noch einmal den Einflüssen Poes zuwenden. Dies geschieht mit einem Artikel über die Möglichkeiten, das English-Eerie-Regelwerk (siehe Lovecrafter 7) auf die Zeit und Lebensumstände von Poes Wirken zu projizieren. Ebenso wird das Solo-Rollenspiel The Raven vorgestellt, während mit dem Raben auch gleich eine neue Kreatur für FHTAGN Einzug hält.
Der genaue Inhalt sieht dann so aus:

  • Vorwort
  • Vereinsseite

Lovecrafter – NON PLAY

  • E. A. Poe als Figur
  • H.P. Lovecraft im Kino
  • Die Farbe aus dem All als Hörspiel: Lea Albishausen im Interview
  • Captain Kirk in den Bergen des Wahnsinns
  • H.P. Lovecraft und John Sinclair: Mit geweihten Silberkugeln gegen Dämonengötter
  • Ein unerhörter Schrecken: Die Musik des Erich Zann
  • Dame mit Krake: ein Interview mit Stephanie Bünger
  • Der Rufer geht von Bord: eine Danksagung an Marc Meiburg

Lovecrafter – PLAY

  • Ancient Horror
  • Ein cthuloides Rollenspielszenario entwerfen
  • American Eerie
  • Systemvorstellung: Crowthulhu
  • FHTAGN: Der Rabe

84 Seiten, Softcover, Fadenheftung mit Rückenbindung: Und zu erstehen gibt es das Ganze – wie gewohnt – im Cthulhu-Webshop!

Das Autorennähkästchen IX: Katastrophen

Hallo zusammen,

wie treue Leser dieses Blogs sicherlich wissen, bin ich seit einiger Zeit Mitglied im Autorenteam für das deutsche CTHULHU. Und wie es halt so üblich ist, möchte ich Euch ein wenig an dem kreativen Prozess teilhaben lassen, der hinter einer Publikation steht, in der ich meinen Namen unterbringen konnte. In diesem Fall ist das der neueste Quellenband „Katastrophen“.

Als vor mittlerweile knapp 4 Jahren (ich musste selbst noch einmal recherchieren, wie lange das eigentlich her ist) der Autorenrundbrief zum Thema „Katastrophen“ in mein Postfach trudelte, war ich zunächst gar nicht so wirklich interessiert. Doch als ich mich etwas mehr mit dem Thema beschäftigte fand ich die Aufgabe doch reizvoll, mich dem angestrebten „Quellenteil“ zu widmen. Tatsächlich liegen mir Quellen- und Regelteile ja nach wie vor mehr als die Abenteuer selbst. Und da „Katastrophen“ endlich einmal wieder einen umfangreicheren Quellenteil erhalten sollte, entschloss ich mich, meine Mitarbeit anzubieten.

Wie so oft bei Quellenteilen beginnt die Arbeit zunächst einmal mit Recherchen. Dabei ist natürlich die Wikipedia immer eine erste Anlaufstelle, doch im Rahmen (cthuloider) Katastrophen kamen noch einige weitere Quellen in Betracht. In meiner hauseigenen „Cthulhu-Spielleiter-Bibliothek“ findet sich auch der ein oder andere Bildband zu diesem Thema – diese hatte ich mir schon zu Inspirationszwecken für eigene Abenteuer zugelegt. Dazu kommt die viele Vorarbeit, welche andere Autoren bereits in den cthuloiden Hintergrund hier auf unserer Erde gesteckt haben. All das zu bündeln und verständlich in einen gut sortierten Quellenteil zu packen, hat wirklich viel Spaß gemacht.

Der Großteil des Spaßes entfiel jedoch auf die optionalen Regeln, welche ich ebenfalls unterbringen durfte. Regeln zu schreiben ist immer etwas Besonderes, bedarf es doch eines speziellen Sprachduktus, um mit den übrigen Regeln verständnis-kompatibel zu bleiben – und natürlich einiger Tests und Quervergleiche, um auch innerhalb realistischer Grenzen zu bleiben. Die Regelvarianten, welche wir schlussendlich dem Spiel mit der Katastrophe zugedacht haben, sind eng an die normalen Verfolgungsjagdregeln angelehnt, bieten aber dennoch genügen Eigenständigkeit um das Gefühl des Unausweichlichen und Katastrophalen heraufzubeschwören.

Wie so oft wäre ein Text nicht so gut geworden, wenn nicht ein zweites paar Augen mitgelesen hätte. Mein Dank an dieser Stelle geht an Redakteur Marcel Durer, welcher mit zahlreichen Kommentaren, Hinweisen und Wünschen den Quellenteil noch einmal besser gemacht hat.

Wie immer hoffe ich, dass Ihr viel Freude an unseren „Katastrophen“ haben werdet. Wie immer freue ich mich über Feedback jedweder Art (Wie gefällt Euch der Band? Habt Ihr die neuen Regeln schon einmal ausprobieren können?), gerne auch hier auf dem Blog!

Delta Green erscheint auf Deutsch!

Es geschehen noch Zeichen und Wunder: „Delta Green“, ein Urgestein der cthuloiden Rollenspiellandschaft, wird erstmals in seiner Reinform in Deutschland erscheinen.

Delta Green erschien zunächst als zeitgenössisches Setting für das Rollenspiel Call of Cthulhu, welches von Adam Scott Glancy, Dennis Detwiller und John Scott Tynes, auch bekannt als Delta Green Partnership, vom Seattler Spielehaus Pagan Publishing entwickelt wurde. Das Setting erschien erstmals 1992 und dreht sich um eine geheime Organisation, deren Aufgabe es ist, die Vereinigten Staaten vor paranormalen und außerirdischen Bedrohungen zu schützen. Diese (fiktive) Geheimorganisation wurde von der US-Regierung nach dem verdeckten Überfall auf die Stadt Innsmouth in Massachusetts gegründet, der in H. P. Lovecrafts Der Schatten über Innsmouth erwähnt wird. Die Organisation hat ihren Namen von ihrem Codenamen aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs. Delta Green kombiniert den klassischen Cthulhu-Mythos der 1920er Jahre von H.P. Lovecraft mit moderner Verschwörungsliteratur.

Im August 2011 kündigten Arc Dream Publishing und die Delta Green Partnership die Entwicklung eines eigenständigen Delta Green-Rollenspiels an. Die Finanzierung begann 2015 und 2016 wurde das Agent’s Handbook veröffentlicht, gefolgt vom Handler’s Guide im Jahr 2018. Die eigenständige Ausgabe von 2016 verwendet die Prozentwürfel der Mechaniken vom Basic-Role-Playing und Call of Cthulhu und führt an das Setting angepasste Modifikationen ein.

Was lange währt…

Wer sich noch an das alte Cthulhu-Forum erinnern mag, der wird sich sicherlich auch an die damaligen Diskussionen um Delta Green erinnern. Bereits damals wünschten sich viele Spieler eine Übersetzung des Setting-Bandes, lange, bevor an ein eigenständiges Rollenspiel gedacht wurde. Kein Wunder, heimste das Quellenbuch doch unheimlich viel Lob ein. Stellvertretend für viele positive Rezensionen führt die englischsprachige Wikipedia den Eintrag aus dem Dragon-Magazin auf:

Zitat

In der Juliausgabe 1998 von Dragon (Ausgabe 249) bezeichnete Ray Winninger Delta Green als „eines der umfangreichsten, detailliertesten und vollständigsten Quellenbücher, die jemals veröffentlicht wurden“. Winninger fand, dass dieses Buch „erfolgreich Lovecrafts unheimlichen Mythos mit moderner UFO- und Verschwörungsfolklore verbindet, um eine ganz eigene, fesselnde Hybridkulisse zu schaffen.“ Winninger gab dem Buch die volle Punktzahl von 6 von 6 Punkten und kam zu dem Schluss: „Das Buch enthält alles Material, das ein Keeper erwarten kann, und zwar alles erstklassig: Die Illustrationen sind ausgezeichnet und hilfreich, die enthaltenen Abenteuer sind erstklassig und der Preis ist bemerkenswert vernünftig […] Produkte wie dieses gibt es nur sehr selten. Für Call of Cthulhu-Fans ist Delta Green ein Muss. Für alle anderen ist es wahrscheinlich trotzdem einen Blick wert.“ (übersetzt via google.de)

Doch leider sollte sich dieser Wunsch nie erfüllen – auch, wenn es mehrfach Gerüchte über eine beginnende Übersetzung gab.

…führt über FHTAGN

Die 2015 finanzierte und 2016 – 2018 erschienene eigenständige Ausgabe schließlich modernisierte und adaptierte nicht nur die ursprünglichen BRP-Regeln, sondern stellte seinen eigenen Regelkern auch gleich unter die OGL. Damit wurde Delta Green die Basis für das von der Deutschen Lovecraftgesellschaft verlegte Rollenspiel FHTAGN, von dem ihr hier auf diesen Seiten bereits einiges lesen könnt.

FHTAGN allerdings besinnt sich settingtechnisch eher auf Lovecraft als Mythos-Schöpfer zurück. Mit dem FHTAGN-Netzwerk bietet zwar auch dieses Rollenspiel einen zusammenhängenden Hintergrund für die Spielercharaktere, jedoch unterscheidet sich das Setting deutlich von Delta Green. Nichts desto trotz sei jedem Interessierten natürlich ein Blick auf die Homepage des Systems empfohlen, wo sich nicht nur zahlreiche Anregungen, Ideen und Szenarien finden lassen, sondern auch das komplette Regelwerk!

…in die Gegenwart

Nun aber ist es schlussendlich soweit: Delta Green wird erstmals komplett in die deutsche Sprache übersetzt. Ulisses Spiele, bekannt durch seine Arbeit an Deutschlands bekanntestem Rollenspiel Das Schwarze Auge sowie zahlreicher weiterer Systeme hat sich die Übersetzungsrechte geschnappt. Per Crowdfunding finanziert der Verlag nun gleich vier Bände, welche zeitgleich erscheinen sollen.

Zitat

Das Agentenhandbuch ist ein reines Spielerregelwerk für Delta Green: Das Rollenspiel. Diese neue Ausgabe der preisgekrönten DELTA GREEN-Spielreihe enthält:

  • Regeln für die Erstellung von Agenten aller Art.
  • Regeln für spannungsgeladene Ermittlungen. Spieler, die die Fähigkeiten ihrer Agenten auf clevere Weise einsetzen, haben die besten Chancen auf Erfolg – und auf ihr Überleben.
  • Nervenaufreibende Regeln für Kämpfe, bei denen zufällige „Missgeschicke“ die sorgfältigste Planung zunichte machen können.
  • Regeln für „Geistige Stabilität“, die den Verstand schmelzen lassen und dafür sorgen, dass die Agenten allmählich schwächer werden – und gelegentlich durchdrehen.
  • Regeln für private und persönliche Szenen, bei denen die Spieler erfahren, wofür ihre Agenten wirklich kämpfen.
  • Schnelle, intuitive Regeln zur Bestimmung von Ausrüstung und Ressourcen.
  • Dossiers über die Behörden, die am häufigsten im Spiel vorkommen werden.

Zitat

Das Handbuch für die Einsatzleitung, ein umfangreicher, farbiger Band ist vollgepackt mit ausführlichen Ressourcen nur für den Delta Green Spielleiter.

  • DIE VERGANGENHEIT: Details über die Welt und die Geschichte von Delta Green.
  • DAS UNNATÜRLICHE: Details über den Mythos, von Monstern über Hypergeometrie bis hin zu den Großen Alten, einschließlich Regeln für die Erschaffung neuer Bedrohungen.
  • DAS SCHISMA: Detaillierte Informationen über die Delta-Green-Organisation selbst.
  • DIE OPER: Richtlinien für die Erstellung von Szenarien, die Durchführung von Kampagnen und die Anpassung des Settings.
  • ANHÄNGE: ein spielfertiges Szenario, „Die Wächter der Dämmerung“, ein Glossar für Einsatzleiter, ein Index, empfohlene Medien, Beispiel-NSCs zur Verwendung in jedem Spiel, Regelvarianten und mehr.

Zitat

Die Verschwörung ist ein Quellenbuch der 90er Jahre für Delta Green: Das Rollenspiel – Eine aktualisierte, überarbeitete Version des ursprünglichen Delta Green-Quellenbuchs von 1997 mit neuer Gestaltung und neuem Grafikdesign, neuen Anhängen von Shane Ivey, einer Überarbeitung durch Shane Ivey und Caleb Stokes und einem Vorwort von Ray Winninger. Die Verschwörung bringt diese berüchtigten Abenteuer in das Licht eines neuen Zeitalters.

Zitat

Kontrollgruppe: Das Team hinter dem achtfach mit dem ENnie Award ausgezeichneten Delta Green: Das Rollenspiel präsentiert eine Sammlung von einzigartigen Abenteuern, um die Spieler in Delta Green einzuführen. Diese Einsätze werden die zukünftigen Agenten zu neuen Höhen des kosmischen Terrors führen.

Außerdem soll es natürlich einige Stretch-Goals geben – von denen einige bereits erreicht sind. Mehr Informationen zu den einzelnen Bänden und wir Ihr Euch beteiligen könnt findet ihr bei GameOnTabletop und Ulisses‘ Crowdfunding. Das Crowdfunding läuft noch bis zum 04. September.

Frisch erschienen: VIRUS – Lovecraft Special Vol. 1

Das „VIRUS“-Magazin könnte (bzw. sollte 🙂 ) Fans des Horror-Genres bereits ein Begriff sein. Bereits seit 120 Ausgaben widmet sich das Magazin dem Thema „Horror“ in den verschiedensten Medien – sei es Kino, Game oder in Literaturform. In ausführlichen Specials widmet sich das Magazin dann besonderen Schwerpunkten wie Hexen oder Retro-Horror.

Nun endlich hat das Magazin dem geistigen Urvater dieses Blogs ein eigenes Special gewidmet. H.P. Lovecraft, natürlich, nicht mir. Ich wiederum durfte allerdings einige Zeilen zu dem Heft beitragen, welche sich mit Comics, Hörspielen und – natürlich – Rollenspiel beschäftigen. Was findet Ihr alles im Heft?

Am Namen „H. P. Lovecraft“ kommt man heute nicht vorbei, denn der Horror-Schriftsteller prägt seit mehr als 100 Jahren die Popkultur. Seine Erzählungen haben Fußspuren hinterlassen in Filmen wie „Re-Animator“ und „Die Farbe aus dem All“, den Comics von Alan Moore und Reinhard Kleist oder auch Spielen wie „Call of Cthulhu“.
Lovecrafts Horror ist geprägt von Tentakel-Monstern, die zu fremdartig sind, um vom menschlichen Verstand erfasst zu werden; von Kulten, die im Geheimen den Untergang der Welt planen; von Menschen, die mehr wissen wollen, als sie vertragen können.
In diesem „VIRUS“-Sonderheft spüren wir auf über 130 Seiten dem einzigartigen Horror Lovecrafts nach, stellen die besten Adaptionen seiner Geschichten in Film, Fernsehen, Comic und Spiel vor, und führen Interviews mit weltbekannten Expertinnen und Experten der Lovecraft-Szene.

Also: Falls ihr schon immer einmal wissen wolltet, wer dieser H.P. Lovecraft eigentlich war und in wie vielen Publikationen und Formaten wir mittlerweile Zugang zu seinem Werk finden können, sei Euch das „Lovecraft Special Vol. 1“ wärmstens empfohlen. Ihr findet es HIER beim Verlag im Webshop.

Das Autorennähkästchen VIII: Wüstenmärchen

Hallo zusammen,

wie treue Leser dieses Blogs sicherlich wissen, bin ich seit einiger Zeit Mitglied im Autorenteam für das deutsche CTHULHU. Doch das ist nicht das einzige Rollenspiel, für das ich mich kreativ betätige. Ich habe bereits Texte für FHTAGN publiziert und gerade auch als Selbstverleger im Fanzine-Bereich habe ich mich bereits an einigen Rollenspielsystemen versucht. Als jedoch vor einigen Jahren bei Ulisses „Die Schwarze Katze“, der katzenhaarige Ableger von „Das Schwarze Auge“ erschien, war ich sofort Feuer und Flamme, wie man so schön sagt.

Ich kann gar nicht so 100%ig genau sagen, was diese Begeisterung bei mir ausgelöst hat. War es das Setting, welches zugleich so etwas mir seit Ewigkeiten Vertrautes wie „Aventurien“ mit komplett neuen Aspekten verband? War es die zauberhafte Märchenhaftigkeit gepaart mit fellinem Humor, welche mich ansprach? Waren es die in meinen Augen genau an den richtigen Stellen angepackten Regeln, welche zwar – für meine Verhälntnisse – sehr crunchig, aber damit auch genau so detailreich waren, wie ich es mir für ein Spiel in Aventurien wünsche OHNE überfrachtet zu sein? Bevor ich hier noch weiter aushole: Ihr merkt wahrscheinlich, dass ich mich als Fan des Systems betrachte.

Nachdem mit „Fasar: Brüchiger Frieden“ die erste größere Erweiterung erschienen war – und damit zugleich klar war, dass „Die Schwarze Katze“ keine Eintagsfliege bleiben würde – sah ich mich ein wenig bei Ulisses um. Mir war bewußt, dass man unter dem Mantel des „Scriptoriums“ eigenes Material für „Das Schwarze Auge“ veröffentlichen konnte und ich fragte mich, ob es diese Option wohl auch für „Die Schwarze Katze“ gäbe. Einen ganz kurzen Mailverlauf später hatte Redakteur Philipp mich dann gleich am Haken: Denn während es zwar zu dieser Zeit keine „Scriptoriums“-Option für „Die Schwarze Katze“ gab, so war Philipp dennoch brennend an neuem Material interessiert. Und auf die Frage „Wenn Du schon was für DSK schreiben willst, warum machst Du es nicht gleich für uns?“ fiel mir keine bessere Antwort ein außer: „Wann soll ich loslegen?“.

Nach einem kurzen Brainstorming war klar, welchem Thema ich mich widmen würde: es sollte um eine Erweiterung des „Fasar“-Settings gehen, welches – wie gesagt – zu dieser Zeit noch recht frisch war. Zunächst musste ich mich tatsächlich noch in das Setting einarbeiten, doch nachdem das erledigt war, setzte ich mich an die Arbeit. Mit dem eigentlichen Settingband und dem ergänzenden „Jenseits der Türme“ waren bereits einige Lokalitäten für DSK erschlossen. Es galt also auf der Landkarte ein Fleckchen zu finden, welches aus Katzensicht noch unbeschrieben war. Zugleich wollte ich unbedingt das Thema „Dschinne“ behandeln. Der Geisterbaukasten aus dem Grundregelwerk ist eines meiner liebsten Werkzeuge, wenn es um „Die Schwarze Katze“ geht und ich wollte sehr gerne etwas Ähnliches für Dschinne erstellen. Denn während in Havena die umgehenden Geister gleich fester Bestandteil des DSK-Settings waren, sind die für mich fest mit Geschichten aus 1001er Nach verbundenen Dschinne nicht im Fasar-Settingband enthalten.

Mit diesen Voraussetzungen fiel unsere Wahl schließlich auf die unscheinbare Oase Birchaluk. Denn als Sultan Hasrabal 1022 BF die Oase von Truppen besetzen ließ, lebte man hier hauptsächlich von Weidewirtschaft und Datteln. Daher errichteten Dschinne unter Hasrabals Kommando Felder für Reis und Obst, um die Truppen des Sultans zu versorgen. Was wäre also, wenn einige dieser Dschinne noch hier geblieben wären? Wie sähe das Verhältnis von Hund und Katz‘ zu diesen Wesen aus? Und – fast noch wichtiger – was gibt es für den abenteuerlustigen Erwachten noch in Birchaluk zu erleben?

Es war ein Heidenspaß, das komplette Setting von Grund auf zu erarbeiten. Neue NSC, viele Abenteueraufhänger, ein Haufen neuer Kreaturen und auch gleich noch neue Regeln für Dschinne und Reisen in der Wüste: „Wüstenmärchen“ ist ein wirklich hübsches Rundum-Paket geworden. Sogar ein eigenes erstes Abenteuer in der Welt der Schwarzen Katze durfte ich beisteuern. Mehr noch als für den Rest des Bandes geht für „Rosenduft“ mein Dank an den Bandredakteur Philipp, der mich eng dabei unterstützte, aus einer losen Idee ein spielfertiges Abenteuer für „Die Schwarze Katze“ zu generieren. „Rosenduft“ und „Wüstenmärchen“ überhaupt ist soviel Märchen und soviel Abenteuer, wie ich es mir für „Die Schwarze Katze“ immer vorgestellt habe.

Wie immer hoffe ich, dass Ihr viel Freude an unseren „Wüstenmärchen“ haben werdet. Ich freue mich über Feedback jedweder Art, gerne auch hier auf dem Blog!

Rezension: Die Mutprobe

Es braucht nicht viel für ein gutes „Cthulhu“-Abenteuer. „Die Mutprobe“, der neueste Abenteuerband aus dem Hause Pegasus, tritt diesen Beweis an – und das gleich in mehrfacher Hinsicht!

„Die Mutprobe“ reiht sich in die Reihe der beliebten Softcover-Publikationen ein, die zu einem günstigen Preis meist ein oder zwei, in seltenen Fällen auch mehr Abenteuer bieten. Außerdem steht es – obwohl auf ein Wortspiel im Titel verzichtet wurde – in der Tradition der „Halloween“-Bände, von denen mittlerweile drei veröffentlicht wurden.

Eröffnet wird der Band mit einem kleinen geschichtlichen Abriss über das Szenario selbst, denn dieses hat immerhin schon zwanzig Jahre auf dem Buckel. Zunächst wurde es als Convention-Abenteuer – sogar als Turnier-Abenteuer – geschrieben. Autor Kevin Ross gibt Einblicke in die Entstehungsgeschichte des Szenarios und die verschiedenen Veröffentlichungen, die das Abenteuer bislang (auf Englisch) gesehen hat. So etwas finde ich tatsächlich immer interessant, und es hilft meines Erachtens dabei, die Intention hinter dem Szenario besser zu verstehen. Doch worum geht es jetzt eigentlich?

Die spoilerfreie Zusammenfassung: Eine Gruppe junger Kinder tritt zu einer besonderen Mutprobe an. Angestachelt – oder eher gezwungen – von dem fiesen Schläger Roger, wollen sie eine Nacht in dem alten Barnaker-Haus am Ende der Straße verbringen. Dieses steht seit Jahrzehnten leer und gilt – natürlich – als Spukhaus. Doch Geister gibt es nicht, das wissen sogar Kinder. Was soll also schiefgehen?

Die nicht spoilerfreie Zusammenfassung (Spieler überspringen diesen Abschnitt): Das alte Barnaker-Anwesen ist mitnichten unbewohnt. Tief unter den Kellern des Anwesens haust die alte Hexe Evelyn Barnaker, die just um diese Jahreszeit Lust darauf verspürt, einige Kinder zu verspeisen, um so ihrem Gott Nyarlathotep zu huldigen. Also weist sie ihre untote Marionette Roger an, ihr frisches Fleisch zu besorgen. Neben der – mit allerlei nützlichen Zaubern ausgestatteten – Hexe leben außerdem Ratten, Fledermäuse, Rattenwesen (bekannt aus Lovecrafts „Träume im Hexenhaus“) und Fledermauswesen (das fliegende Pendant zum Rattenwesen) in der alten Ruine. Und zu allem Überfluss treibt auch noch der Vertrautenkater Rastis, Auge und Ohr der alten Vettel, sein Unwesen in dem Haus. Den Kindern stehen also einige Probleme bevor, um diese Nacht zu überleben …

Ihr seht: Es braucht nicht viel für ein gutes „Cthulhu“-Abenteuer. Kevin Ross fand seine Inspiration offensichtlich in Lovecrafts Werk – besonders „Träume im Hexenhaus“ und „Das gemiedene Haus“ standen hier Pate. Gepaart mit einigen typischen Halloween-Tropen wie dem nervigen Schläger und einem Haufen Fledermäuse ergibt sich eine rasante Achterbahnfahrt des Schreckens, deren Ausgang absolut ungewiss ist. Das Abenteuer weiß mir also durchaus zu gefallen.

Was mich jedoch wirklich verärgert, ist die Aufbereitung des Ganzen. Immerhin gibt der Autor selbst zu Protokoll, dass das Szenario in rund vier Stunden spielbar sein sollte. Warum wurde der Text dann auf stolze 50 Seiten aufgebläht? Warum sollte die Vorbereitungszeit auf ein Szenario länger ausfallen, als das Spiel selbst? Warum wurde jede erdenkliche Treppenstufe genau skizziert, jeder Raum bis auf den letzten Winkel beschrieben? Ein halbwegs versierter Spielleiter könnte das Szenario mithilfe der obigen Zusammenfassung und dem Grundriss eines alten Hauses problemlos leiten – und als Turnier-Abenteuer hat es auch wohl so seinen Anfang genommen. Was hier vorliegt, ist ein Beispiel für schlechte Textaufbereitung und hat mit modernem Rollenspieldesign überhaupt nichts gemein.

Die übrigen Seiten des Bandes liefern einige vorgefertigte Charaktere (löblich) sowie einige Anregungen, um die ohnehin schon recht intuitiven „Cthulhu“-Regeln weiter zu verschlanken. So werden Vorschläge für das Zusammenlegen einiger Fertigkeiten gemacht, um die kindlichen Möglichkeiten besser darzustellen. Das ist zwar recht gut gelungen, im Hinblick auf das ohnehin recht simple Grundgerüst der Regeln in meinen Augen aber unnötig. Ein Überblick über Horrorfilme der 1980er-Jahre rundet den Band dann ab.

Kennern cthuloider Abenteuerbände erwarten hinsichtlich Bebilderung und Layout in diesem Band keine großen Überraschungen. Die in Schwarz-Weiß gehaltenen Illustrationen sind hochwertig, das Layout wirkt ordentlich und aufgeräumt. Optisch klar abgesetzte Textkästen transportieren prägnant zusätzliche Informationen oder Spielwerte. Lektorat und Korrektorat haben einen guten Job gemacht. Technisch gibt es damit nichts zu meckern.

Fazit: „Die Mutprobe“ ist ein lovecrafteskes und zugleich modernes Abenteuer, welches mit wenigen Zutaten eine interessante Mischung erreicht. Leider ist es sperrig aufbereitet und prosaisch unnötig aufgebläht. Wer die Zeit mitbringt, den Text durchzuarbeiten, erhält einen lohnenswerten One-Shot.

PS: Diese Rezension erschien zuerst auf Ringbote.de

Zwischen den Jahren… Version 2023

Hallo liebe Leser,

machen wir uns nichts vor: dieser Blog ist nicht tot, aber in einem Dämmerzustand wie der Große Cthulhu höchstselbst. Zumindest solange, bis dass die Zeit den Tod besiegt. Oder so ähnlich. Ein paar zweitverwertete Rezensionen, gepaart mit einigen ganz wenigen Lebenszeichen: mehr war in diesem Blogjahr nicht drin. Aber heute ist so ein Tag – einer der berühmten Tage „zwischen den Jahren“, also kurz nach den güldenen Feierlichkeiten zur Geburt Christi hin zum feuchtfröhlichen Jahresausklang – an dem ich noch einmal innehalten möchte und das vergangene Jahr reflektieren will. Das hat auf diesem Blog durchaus eine gewisse Tradition, und auch, wenn hier sonst nicht mehr viel los ist, will ich zumindest damit nicht brechen.

Blog-Fakten

Beginnen wir – wie immer – mit ein paar Fakten rund um diesen Blog:

Ich durfte knapp 7.500 Lesende im gerade vergehenden Jahr auf meinem Blog begrüßen. Wer jetzt neugierig die Artikel der Vorjahre aufruft: diese Zahl ist massiv rückläufig. Aber: ich habe ja auch kaum neuen Content hier hervorgebracht. Das heißt: für ein Archiv – und mehr ist dieser Blog im Moment ja kaum – bin ich sehr zufrieden. Denn es gibt immer noch eine Menge Klicks auf dem hier bereitgestellten Spielmaterial. Und das ist großartig, genau so soll es auch sein.

Insgesamt habe ich im vergangenen Jahr 8 Blogeinträge – diesen mitgerechnet – verfasst. Das unterbietet noch einmal locker das Vorjahr. Und wie bereits gesagt – hauptsächlich finden sich hier zweitverwertete Rezensionen. Aber immerhin sind es Lebenszeichen und ich sehe auch, dass nach neuen Einträgen hier die Klickzahlen steigen. Ich freue mich sehr darüber, dass meine Leserschaft eine gewisse Treue zeigt :-), vielen Dank dafür!

Abseits

Wie so oft in den letzten Jahren habe ich abseits dieses Blogs deutlich mehr Aktivität verzeichnet. Auch in diesem Jahr hatte ich wieder die Gelegenheit, an einem weiteren Abenteuerband für CTHULHU mitzuarbeiten. Während meine Texte für zwei kommende Bände bereits fertiggestellt sind, ist dieser hier noch in Arbeit und wird mich noch ein paar Wochen begleiten. Ich bin gespannt, wann die jeweiligen Bände die Veröffentlichungsreife erreicht haben werden und freue mich, hier dann auch wieder Nähkästchenplaudereien zu veröffentlichen.

Nebenbei haben wir vom Lovecrafter-Team auch in diesem Jahr wieder eine Doppelausgabe veröffentlicht. Ich habe dieses Mal nicht ganz so viel Energie hineinstecken müssen wie im letzten Jahr, aber dennoch: mit einem neuen Redaktionskollegen an der Seite waren noch nicht alle Abläufe so eingeschwungen, als dass es ganz reibungslos verlaufen wäre :-). Wie auch immer, die Doppelausgabe ist hübsch geworden und ich lege sie Euch wärmstens ans Herz. Mit dieser Doppelausgabe endet auch meine Zeit als Lovecrafter-PLAY-Redakteur. Ich möchte mich in Zukunft wieder mehr dem Schreiben widmen und habe mich daher hier aus der rein redaktionellen Arbeit – Koordination, Lektorat, Autoren-Feedback und Co. – zurückgezogen. Ich bleibe dem Team als Autor, Layouter und Notfall-Mädchen-für-Alles zwar erhalten, aber ich hatte auch das Gefühl, dass nach sechs Jahren einmal ein wenig frischer Wind notwendig sein könnte. Ich habe dann ja doch recht festgefahrene Vorstellungen davon, wie der PLAY-Teil des Lovecrafters aussehen sollte – nun kann mein Nachfolger Michael sich dort einmal richtig austoben.

Auch die Redaktion des Lovecrafter online war wieder fleißig. 19 Artikel aus meiner Feder habe ich beigesteuert und bestimmt ebensoviele Artikel redaktionell betreut. Auch hier haben sich personelle Veränderungen ergeben, allerdings war es hier mein Redaktionskollege Thorsten, der zum Jahreswechsel seine Koffer packt. Farewell, mein Freund – ich hoffe, wir kollaborieren zu anderer Gelegenheit noch einmal. Daneben habe ich noch fleißig am Cthulhu-Wiki mitgewerkelt und im Rahmen der 4. Schreibsaison 50 Artikel zu (Rollen-)Spielpublikationen hochgeladen. Mehr folgt, wenn das nächste Zeitfensterchen aufgeht. Auf diesen Seiten bereits erwähnt hatte ich meinen Beitrag für den letzten FHTAGN-Fragmente-Wettbewerb, Gefährliche Gartenarbeit, dessen Veröffentlichung ebenfalls ins dieses Jahr fällt.

Für den Ringboten habe ich in diesem Jahr knapp 38 Rezensionen verfasst, von denen die meisten auch längst publiziert sind. Dazu kommen ein paar Berichte und Interviews von der diesjährigen SPIEL in Essen. Es blieb also auch noch Zeit, ein wenig zu Lesen – wobei ich zugeben muss, das viele der Rezis sich dann doch eher auf „Kurzware“ bezogen haben.

Während cthuloides hier allerdings zum Standard gehört, freue ich mich fast noch mehr über die Texte, die ich mit anderen Verlagen und Freunden auf den Weg bringen konnte. Während ich über meine Arbeit mit Marc an Brennende Welten und das dazu passende Einstiegsabenteuer Gorath’s Geheimnisse bereits berichtet hatte, habe ich Euch hier noch gar nicht von Die Schwarze Katze erzählt. Denn auch dort ist es mir gelungen, zum Autorenteam dazuzustoßen. Das führte im gerade endenden Jahr nicht nur zu einem Haufen Schreibarbeit, sondern auch zu der baldigen Veröffentlichung meiner ersten eigenständigen Publikation. In Wüstenmärchen darf ich das DSK-Setting auf Oasen und Wüsten erweitern. Im Januar wird das Buch das Licht der Welt erblicken und ich bin wirklich mächtig stolz auf das Ergebnis. Ebenfalls für Die Schwarze Katze konnte ich im Rahmen des alljährlichen System-Matters-Fanzine-Wettbewerb das Fanzine Katzenjammer erstellen und maßgeblich mit Inhalt befüllen. Eine Rezension gibt es dankenswerterweise bei Engor. Im Moment könnt Ihr das Fanzine nirgends mehr kaufen, aber wir streben eine zeitnahe PDF-Veröffentlichung an.

Last but not least ist die Arbeit an einem weiteren Projekt – wiederum mit einem ganz anderen Verlag – schon recht weit fortgeschritten und ich hoffe, hier im nächsten Jahr auch wieder ein bisschen plaudern zu können. Dann wird es allerdings wieder cthuloid :-). Und auch die Textarbeit an einem weiteren Projekt ist bereits avisiert. Es bleibt also spannend und ich bleibe ausgelastet :-).

Bin ich damit zufrieden? Nein, natürlich nicht. Ich hätte wirklich gerne NOCH MEHR geschrieben und es ist noch einiges in der gedanklichen Pipeline. Aber ich muss auch einsehen, dass noch mehr einfach nicht dringewesen wäre. Punkt.

Spielerisches

Spielerisch war dieses Jahr … schwierig. Viele persönliche Termine, welche Gruppenkonstellationen schwer zusammenstellbar machten sorgten dafür, dass ich gerade mal auf 5 Sessions im vergangenen Jahr zurückblicken kann. Just gestern ist die letzte geplante Runde ausgefallen. Manchmal ist halt einfach der Wurm drin. Immerhin konnten wir einen recht coolen „Hollow-Earth-Expedition“-Pulp-Fewshot durchziehen – komplett mit Nazis und Dinosauriern – und auch wieder ein bißchen CTHULHU einschieben. Das war nett, wenn auch leider nicht so häufig wie erhofft. Es kommen wieder bessere Zeiten, da bin ich sicher.

Geplantes für 2024

Leser dieses Blogs müssen sich auch im kommenden Jahr darauf gefasst machen, das hier nicht so wahnsinnig viel passieren wird. Ich lade Euch herzlich ein, Euch auch einmal den Lovecrafter online, den Ringboten oder eines meiner anderen Projekte anzusehen, wenn Euch meine Schreibe gefällt. Dort wird aller Voraussicht nach auch im kommenden Jahr mehr meiner Zeit einfließen. Aber ich gelobe, auch diesen Blog nicht gänzlich abzuschalten und Euch hin und wieder mit einer Rezension oder einem Newsbeitrag zu versorgen.

Wie es auch kommen mag: Ich hoffe, der eine oder andere Leser bleibt mir gewogen und das wir uns alle im neuen Jahr wieder lesen können. Habt einen guten Rutsch!