Tag 16+17


Zur Zeit haben wir volles Besuchsprogramm. Da musste natürlich zuerst mal der Küchentisch ausgezogen werden. Auch als grosse Arbeitsfläche und zum Papierzeitunglesen geeignet.

Viel wichtiger war aber der bereits erfolgte oder noch bevorstehende Besuch meiner Kinder und Enkelkinder. Als erstes kamen meine Schwester Uli und ihr Partner José, das ging noch am kleinen Tisch. Der ging auch noch für Candy und JB.

Am Wochenende dann meine 3 Kinder Candy, Salomé und Bastian und am Freitag darauf Salomé mit Mann und 3 Kindern. Sie waren auf der Durchreise von Belgien nach Wolfach, wo sie schon öfters die Fasnet erlebten. Die stehen da drauf. Dem Anlass angemessen gab es Berliner Krapfen und Egerküsse und Schwarzwälder Kirschtorte für die Erwachsenen.

Am Aschermittwoch kommt dann Bastian mit Frau und 2 Töchtern zu Kaffee und Kuchen vorbei, die verbringen zur Zeit eine Woche in den Vogesen (Vosges) und hoffen, dass es auch noch genügend Schnee zum Schifahren gibt.

Am kommenden Freitag erwarten wir dann noch einmal Candy und Jean Bernard (JB). Alle haben mir immer was aus Belgien mitgebracht. Pralinen (insbesondere Manons), Frangipanes, Schweppes Agrumes und (hab ich für nächsten Freitag „bestellt“) Chocomel (in Belgien Cécémel) in den kleinen Tetrapacks (200 ml) mit aufgeklebtem Strohhalm. Die gibt’s hier sonst nirgends, auch nicht in Frankreich.

Kuchen & Küsse

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Nach zehn autofreien Tagen gab es heute endlich wieder grünes Licht. Ich entschloss mich spontan, einen kleinen Einkaufsabstecher zur Migros in Riehen (CH) zu machen. Ein paar kulinarische Nebensachen hatten mir echt bissle gefehlt.

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Also zum Beispiel die fluffige Quarktorte mit Sultaninen, Mango Lassi sowie die besonders leckeren Megerküsse und die mit grünem Marzipan überzogene Schwedentorte. Warum die nun gerade ein typisch schweizerisches Leckerli ist, weiss ich nicht, aber egal.

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Ganz anders sind die typischen Fasnachtschuechli / Merveilles / Frittelle di Carnevale eine Spezialität, die es nur in der närrischen Zeit gibt. Diese, die Alemannische Fasnet, hat ihren Höhepunkt in Basel erst am kommenden Montag. Dann beginnt der „Morgestraich“ um Punkt 4 Uhr.

Orte

Samstagabend im „Markushof“ in Bad Bellingen hörte ich mit halbem Ohr, wie am Nachbartisch über Hausach und meine Mutterstadt Wolfach im Kinzigtal gesprochen wurde. Beides sind mir wohlvertraute Städtle, in denen ich schon Hunderte von Malen war.

Kurz vorher hatte ich einen Eintrag in einem französischen Blog mit schönen Fotos gelesen. Er handelte von den empfindlichen Mimosen in der Provence.

Ich schrieb in einem Kommentar dazu, dass ich Mimosen aus der Wolfacher Fasnet kenne. Meine Mutterstadt hat nämlich eine Städtepartnerschaft mit Cavalaire am Mittelmeer, in Südfrankreich, wo es auch eine(n) „Place de Wolfach“ gibt, über die ich schon mal gefahren bin. Und aus diesem Ort kommt alljährlich eine Abordnung in den Schwarzwald, um beim Wolfacher Fastnachtsumzug Mimosen zu verteilen.

Am nächsten Tag sah ich in der DSDS-Bohlen-Show, dass einige Castings auf dem Drachenfels stattfanden und andere bei Füssen, am Forggensee. Auf dem berühmten Berg im Siebengebirge war ich schon als Kind per Esel und später als Vater mit Kindern mit der grünen Bahn. Und in Füssen, am See und beim Festspielhaus, waren wir erst vor wenigen Monaten.

Am Montag hatte in der Sendung „Achtung Kontrolle“ eine Frau eine Panne in Viersen. In Viersen war meine erste Freundin immer zum Reiten gewesen. Sie wohnte in der Viersener Strasse in MG. Und wohin sollte der ADAC Abschleppdienst das Auto bringen? Nach Mönchengladbach, in die Theodor-Heuss-Allee, gegenüber vom Polizeipräsidium. Nur wenige hundert Meter von hatte ich ein paar Jahre in der Richard-Wagner-Strasse gewohnt.

Kurz darauf sahen wir die Sendung „Wer wird Millionär?“ mit Günther Jauch. Ein Kandidat scheiterte an der Frage, welches Stadtbild seit einigen Jahren von drei „Kranhäusern“ mitbestimmt wird. Auch in der Nähe von diesen habe ich mehrere Jahre lang gewohnt und den Weg von der Volksgartenstrasse über den Chlodwigplatz bis zu der Stelle am Hafen, wo damals diese Häuser noch gar nicht standen, öfters mit nem Roller zurückgelegt. Das war noch ein richtiger Kinderroller, ohne Motor und ohne E-, vor 55 Jahren halt.

Der Kandidat meinte, die Kranhäuser stünden in Hamburg. Da haben wir vor zwei Jahren noch eine Hafenrundfahrt gemacht, Mann! Die Kranhäuser stehen in Köln, in Kölle am Ring!

Der Mann aus dem Publikum, der die Fussballfrage richtig beantwortete, kam aus Gerolstein in der Eifel. Da fuhren wir oft am Wochenende hin, als wir in Köln wohnten. Hundert Kilometer.

Meine Physiotherapeutin kommt ja aus Lübeck. Von da aus hatte ich mit meiner Frau und den Schwiegerdamen vor anderthalb Jahren den Ausflug zum Hamburger Hafen gemacht. Wir sprachen dann gestern anlässlich des Orkans Sabine kurz über Reporter, die sich mit Mikrofon ans Meeresufer stellten und von brausenden Wellen und starken Winden faselten. „Das ist bei uns da oben immer so“, meinte meine geschätzte Frau Physio lachend.

Auf Spiegel Online gab es auch ein kurzes Video, ebenfalls von brausenden Wellen und stürmendem Sturm, in Wimereux an der Atlantikküste. „Kennen wir“, dachte ich wieder. Jahrelang waren wir jeden Sommer an der Côte d’Opale, von der aus man bei schönem Wetter mit blossem Auge die englischen Kreidefelsen sieht. Bei Calais, Wissant, Cap Blanc Nez, Cap Gris Nez, Tardinghen, Audresselles oder Boulogne-sur-Mer ist das Klima fast immer ein bisschen rauer als bei uns hier im Süden.

Vor kurzem las ich auch einen Eintrag über das Dreiländereck, in dem ich seit einigen Jahren wohne. Die Bloggerin Maria und ihren Mann traf ich vor noch nicht allzu langer Zeit auf einen Kaffee. Im Café Kurhaus, Bad Bellingen.

Viele bekannte Orte in so kurzer Zeit. Das nennt man wohl Zeitreisen daheim.

 

Auch der November hat so seine Tage

Der November hatte bei mir immer ein ganz schlechtes Image. Der Goldene Herbst war vorbei, die Weihnachtszeit hatte noch nicht begonnen und auch das Wetter war meistens schlecht.

Als feste Daten gab es vor allem Allerheiligen, Allerseelen, Buss-und Bettag, Totensonntag und Volkstrauertag. Nichts als Tristesse.

Inzwischen sehe ich das etwas positiver. Das beginnt genau heute, am 11. November, mit St. Martin. Ich hoffe, es wird noch überall schön gefeiert, mit Gänsebraten, einem Umzug mit Fackeln und Laternen, einem richtigen Pferd und einem Martin drauf, mit Mantel zum Teilen.

Ebenfalls am 11.11. genau um 11.11 Uhr beginnt auf dem Alter Markt in Köln und in anderen Hochburgen die Dritte Jahreszeit, die närrische Saison. Auch daran habe ich schöne Erinnerungen aus meiner Zeit in Köln.

Das sind alles keine offiziellen Feiertage, jedenfalls nicht in Deutschland. Dafür durften wir uns aber – allerdings nur arbeitstagelang – an den Mauerfall erinnern lassen, die erfolgreiche Revolution vor dreissig Jahren.

In Frankreich ist heute ein hochoffizieller und wichtiger Feiertag. Am Pariser Arc de Triomphe wird wie jedes Jahr am 11. November („Onze Novembre“) mit einer grossen Zeremonie an das Ende des Ersten Weltkriegs erinnert, mit feierlicher Kranzniederlegung am Grab des Unbekannten Soldaten. Sankt Martin Präsident Macron fährt in Begleitung von Reitern der Garde républicaine in offenem  Wagen die Champs–Élysées hinauf.

In einem Eisenbahnwaggon bei Compiègne wurde am 11. November 1918 der Waffenstillstand („Armistice“) zwischen dem Deutschen Reich und den beiden Westmächten Frankreich und Grossbritannien unterzeichnet.
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Foto: Wikipedia