Verzögerter Erstkontakt

Schon vorige Woche Mittwoch wollte ich zu meinem Hausarzt gehen, der mich bisher erst zweimal kurz wegen Corona-Impfung gesehen hat, seit er vor ein paar Jahren die Praxis übernommen hatte.

Weil ich nach einem leichten Sturz eine Wunde im Knöchelbereich hatte, die sich von Tag zu Tag veränderte, nicht gut aussah und schmerzte, hatte ich mich schon fast oder fest auf den Besuch beim Doc gefreut, weil er wohl ein ganz guter Mensch ist, wie ich im Voraus gespürt hatte.

Das hat sich dann leider etwas verzögert, weil er ausgerechnet und ausnahmsweise an dem Mittwoch die Praxis geschlossen hatte. Das hatte ich kurz zuvor gerade noch rechtzeitig seiner Webseite entnommen, ebenso wie den Verweis auf eine Vertretung.

Dann bin ich halt noch am selben Tag zu der Vertretung gefahren. Hätte ich mir sparen können, Gott sei’s geklagt. Kein Kommentar.

Für Donnerstag oder Freitag konnte ich dann leider keinen Termin mehr kriegen, weil nach dem einen Tag Praxisschliessung und aus anderen Gründen alles voll ausgelastet war und ich ja nichts Lebensbedrohliches hatte. Ich erklärte mich also damit einverstanden, erst heute, am Montag dran zu kommen.

Lillis 50. Geburtstag habe ich dann noch mit ziemlichen Schmerzen überstanden und einfach nur versucht, mir nicht allzu viel anmerken zu lassen. Das ist nicht immer so ganz einfach. Aber war alles gut. Sie hat sich auch nichts anmerken lassen.

Umso besser geht es mir jetzt, weil mein neuer Hausarzt ein wirklich netter Mensch ist, ohne irgendwelche falsche Freundlichkeit, einfach nur ein Mensch auf Augenhöhe, der vernünftig mit einem redet und mit dem man vernünftig reden kann, ohne dass man sich gegenseitig vollquatscht.

Er war, glaub ich, schon bei Ärzte ohne Grenzen und/oder in Brasilien, also jedenfalls ist er ein Mann mit Auslandserfahrung und erweitertem Horizont.

Das war also eine durch und durch gelungene Viertelstunde, mit der heute mein Tag begann. Er hat mir tatsächlich weitergeholfen und gesagt, er möchte mich aber gerne diese Woche noch mal sehen. Und hat dabei freundlich gelächelt.

Er ist mir wirklich so sympathisch, wie ich ihn mir vorgestellt hatte. Jetzt geht es mir auch seelisch schon wieder viel besser.

Das Leben ist schön.

Liebe Grüsse an Euch alle!

Leidenschaft, Inbrunst und Hingabe

Man sieht es mir vielleicht nicht an, welches meine inneren Antriebe sind, weil ich eher ruhig und beruhigend auf andere wirke. Im Inneren brenne ich schon seit frühester Kindheit für eine einzige Sache.

Es begann damit, dass ich zusammen mit einem Freund in der Schreibtischschublade meines Vaters kramte. Natürlich waren die Eltern nicht daheim und wir wussten, dass wir etwas Verbotenes taten.

Was ich fand und was mich sofort interessierte, waren eine kleine Blechschachtel mit Briefmarken und ein Heft mit handbeschriebenen Seiten. Keine Ahnung, was das war.

Briefmarken kamen mir zwar sehr schön vor. Es waren für mich richtige Bilder, sozusagen kleine Gemälde. Sie hatten nur den Nachteil, dass sie so blöde gezackte Ränder hatten. Das sah für mich völlig unordentlich aus. Und so nahm ich aus der gleich Schublade eine Schere und schnitt die gezackten Ränder damit säuberlich ab. Das war dann schon viel schöner. Was später mein Vater dazu sagte, weiss ich nicht mehr. Sehr wertvoll können die Marken also nicht gewesen sein, sonst hätte er sicher ein grösseres Theater gemacht.

Das andere war das Heft mit den handgeschriebenen Seiten. Ich weiss nicht mehr, was da draufstand, keine Ahnung. Jedenfalls nahm ich aus der Ablage auf dem Schreibtisch einen Stift, Kuli oder Füller und überschrieb damit sorgfältig die Sätze Wort für Wort. Also nicht ab und auf ein anderes Blatt, sondern ich überschrieb den handgeschriebenen Text so, dass kein neuer Text entstand, sondern nur der alte etwas stärker hervorkam.

Auch hier gefiel mir das Resultat eigentlich ziemlich gut. Ich weiss gar nicht, ob ich überhaupt schon lesen konnte, was ich da geschrieben beziehungsweise überschrieben hatte. Ich weiss nicht mehr, wie alt ich war und ob ich schon in der Schule lesen gelernt hatte, aber egal. Es hat mir Spass gemacht.

Das mit den Briefmarken habe ich dann schnell vergessen. Damit hatte ich irgendwie nichts weiter verbunden.

Am Schreiben hatte ich sofort Geschmack gefunden. Ich weiss nicht genau, wie es weiterging, aber eine der nächsten Stufen war dann das erste Buch, das ich las. Das hatte mir dann so sehr gefallen, dass ich mir die Schreibmaschine meiner Mutter auslieh, die Erika hiess. Also die Schreibmaschine, nicht die Mutter.

Ich begann, den Text dieses Buches, die „Geschichten vom kleinen Michael“ in die Maschine zu tippen, weil er mir so gut gefiel. Ich weiss nicht, ob ich über die erste Seite hinausgekommen bin. Jedenfalls bekam ich Lust, eigene Texte mit der Maschine zu schreiben, die ich mir ausdachte und weiterentwickelte.

So war dann endgültig der Schreiber in mir erwacht. Das Fach Deutsch wurde sofort mein Lieblingsfach in der Schule und ich begann, auch eine eigene kleine Zeitschrift in wenigen Exemplaren und nur aus wenigen Seiten bestehend herauszugeben.

Da ich nie eine Idee für ein ganzes Buch entwickeln konnte, habe ich mich dann darauf beschränkt, kürzere Texte zu schreiben und später im Beruf Hunderte und Tausende von Texten und Büchern zu übersetzen, über 20 Jahre lang.

Und jetzt sitze ich hier und fröne meiner Leidenschaft, indem ich mit Inbrunst, Konzentration und Hingabe diktiere und schreibe.

Das ist mein Leben.

Autofahren mit Driveman

Das folgende Video & Audio enthält eine 5 Minuten lange ungeschnittene Aufzeichnung einer Fahrt von hier nach da,

Ab Breisach Karte fertich

mit der Dashcam. Hören & sehen, was mir am Steuer und zur Strecke so einfällt, manchmal leicht vernuschelt.

Mal sind es Informationen zur gefahrenen Route und mal irgendwelche Gedanken, die mir gerade so durch den Kopf gehen. Über Höchstgeschwindigkeiten, Tabac, Brücken, Vater, Mutter oder Neuf-Brisach.

Es passiert nichts Besonderes. Eine Strasse, ein Auto und ein Mann, in Worten & Bildern und zum Hören & Sehen. Und immer mit Spiegelung der Lüftungsöffnung des Armaturenbretts in der Frontscheibe.

Mir kommt grade noch der Gedanke, dass ich mich als späten & alten Schüler von Andy Warhol bezeichnen könnte. Der hat auf seinem berühmtesten Bild nichts Anderes gezeigt als eine Dose mit Tomatensuppe von Campbell.

Ja, es fehlt mir nicht jeden Tag an Selbstüberschätzung. Also, interessiert? Fährst Du mit? Dann steig ein und schnall Dich an!

Das Video endete bissle abrupt an der Grenze. Und zwar an der Grenze zwischen Aachen und Belgien. Was Mutter da mit uns Kindern gemacht hat? Siehe Folgendes, es dauert nur 1:51 Minuten.

Die erwähnte kleine Stadtrundfahrt durch Neuf-Brisach – 2:38 Minuten – gab’s schon mal hier.

Mein kompletter Youtube Kanal

Wer rast, das kostet

Was die 1.000 Kilometer betrifft, die ich am vergangenen Wochenende vom Oberrhein an den Niederrhein und zurück gemacht habe, möchte ich doch noch ein paar Gedanken und Beobachtungen zur Sprache bringen.

Den südlichsten Teil der Strecke haben wir bis beziehungsweise ab Höhe Karlsruhe auf französischen Landstrassen und Autobahnen gemacht. Das ist einfach stressfreieres Fahren als auf der deutschen A5.

Auf dem Hinweg hatten wir zwei nennenswerte Staus. Vor dem ersten hatte uns Google Maps gewarnt und auf eine Ausweichstrecke geleitet, der zweite kam dann ganz plötzlich, kurz vor Köln. Alle bildeten sofort eine Rettungsgasse.

Für mich war das das erste Mal. Es hat prima funktioniert. Nacheinander rasten ein Dutzend Feuerwehr- und Krankenwagen, Notarzt- und Polizeiautos durch die Gasse. Wir machten uns schon auf einen längere Stop gefasst. Viele waren ausgestiegen und rauchten oder plauderten.

Schon nach 20 Minuten ging es dann plötzlich sofort wieder weiter. Wir kamen an der Unfallstelle vorbei, wo nur noch ein bisschen Sand auf der Fahrbahn zu sehen war, mit dem wahrscheinlich Blut oder Öl abgedeckt wurde, und zwei Unfallfahrzeuge, davon ein Porsche. Die hatte man wohl eilig an den Fahrbahnrand geschoben, sodass die Strecke wieder völlig frei war.

Es war kein Abschleppwagen zu sehen und die Unfallverursacher waren wahrscheinlich schon im Krankenwagen unterwegs ins Spital. Eigentlich war alles tadellos, perfekte Leistung aller Einsatzkräfte im Interesse eines möglichst ungehinderten Verkehrs.

Ich konnte mich auch gar nicht über ein paar Motorradfahrer ärgern, die manchmal einem Einsatzfahrzeug in der Rettungsgasse folgten, was natürlich völlig verboten ist. Mir sind Motorradfahrer meist sehr sympathisch.

Ich hab in meinem Leben schon einige von ihnen tot auf der Fahrbahn liegen sehen, konnte mich aber nie zu aufrichtigem Mitgefühl hinreissen lassen. Denn sie hatten ja den Kick gesucht und gefunden. Und solange sie nicht Andere mit sich ins Unglück ziehen, ist alles ok.

Auf der Rückfahrt auf derselben A61 zwei Tage später fuhren wir am Garzweiler Tagebau vorbei. Diese ganze Baustelle ist wirklich riesengross. Zwei Dörfer wurden schon dafür abgerissen und dieses angeblich „grösste Loch der Welt“ ist bis nach Amerika bekannt, wie mir mein Neffe versicherte, der dort lebt.

Was mir vor allem auffiel, war, dass rund um diese Braunkohleförderung schon sehr viele Windräder stehen, grosse Solarflächen und sogar ein ziemlich grosses Sonnenblumenfeld. Das hat mich irgendwie versöhnt. Ich denke, dass irgendwann dieses Riesenloch mal mit Wasser gefüllt und zu einem See wird und dass dann da wieder richtiges Leben einkehrt.

Was mich dort auf der Autobahn ganz besonders störte, waren die zahlreichen Niederländer. Fast jedes zweite Auto, das mich überholte, hatte ein gelbes Nummernschild. Es war wie ein Flüchtlingsstrom von Holländern, die gerade über ihre Landesgrenze gefahren waren und jetzt auf unseren Autobahnen mal heftig aufs Gaspedal drücken wollten.

Sehr zahlreich waren dann auch die Wohnmobile, die wohl den LKW-freien Sonntag für ein privates Rennen nutzen wollten. Lilli hat dann mal gegoogelt, ob vielleicht auf dem Nürburgring ein Rennen lief, das war aber nicht der Fall. Vielleicht fuhren sie zu einem der zahlreichen Weinfeste am Mittelrhein oder an der Mosel?

Jedenfalls sind die in grosser Schar gerast wie die Bekloppten. Einer ist mir mit seinem Wohnauto mal ziemlich arg ganz dicht hinten rangefahren, obwohl ich genau die Geschwindigkeitsbegrenzung einhielt. Der wollte mich wohl schieben.

Ich hab ihm dann mal ganz kurz meine Bremslichter gezeigt und das hat er dann auch kapiert und hat sofort runtergeschaltet und sich sogar so weit zurückfallen lassen, dass wieder andere Fahrzeuge zwischen ihm und mir einscheren konnten. Also die Holländer haben offensichtlich den Drang, bei uns auf der Autobahn zu fahren wie die Verrückten, weil sie bei sich zu Hause in Holland nicht so schnell fahren dürfen. Hoffentlich kommt bei uns wenigstens irgendwann mal Tempo 130. Ein Porsche ist jedenfalls schon mal ausgeschaltet.

Den Porsche-Fahrern und SUV-Lenkern kann ich nur wünschen, dass sie immer mehr auf Widerstand stossen.

Um den Bogen von unserer Geburtstagsfeier auf Garzweiler und die Grünen zu schlagen, möchte ich noch kurz ein Gespräch erwähnen, das mein Sohn, dessen Muttersprache ja Französisch ist, und mein Neffe, dessen Mutter meine deutschsprachige Schwester ist, ein interessantes Gespräch auf Englisch führten. Ich habe da nur zugehört und mich gefreut, dass die Beiden einer Meinung waren.

Mein Sohn, der zu Zeiten, als in Belgien noch die Grünen mitregierten, als Counsellor im Kabinett der Ministerpräsidentin der Wallonischen Regionalregierung war, erwähnte mehrmals die Analyse eines amerikanischen Autors, bei der es um Chaos Engineering geht. Ich glaube das so verstanden zu haben, dass es ungefähr wie folgt aussieht.

Die Geld- und Machthaber investieren ein Maximum in Politiker und Parteien, die gezielt Chaos in den Köpfen der Bevölkerung anrichten. Da sie manche der Vorschläge der Grünen schon in die Praxis umgesetzt haben, siehe Stopp der Atomenergie und Ausbau von Windkraft und Solarenergie, wollen sie jetzt unbedingt Fake News verbreiten, um alle Fortschritte als ihr eigenes Verdienst darzustellen und um die Ökobewegung so zu diskreditieren, dass sie auf keinen Fall in die Nähe der Regierungsfähigkeit rückt.

Wähler werden zusehends unsicherer und verwirrt und wissen nicht mehr, wem sie glauben und vertrauen können und wer woran schuld ist.

Daher immer wieder und in jeder noch so unpassenden Situation der idiotische Spruch: „An Allem sind nur die Grünen schuld!“

Breisach am Rhein

Nach Breisach fahre ich immer wieder gerne. Am liebsten nehme ich die verkehrsarme Landstraße auf der französischen Rheinseite und mache die 30 km in 30 Minuten. Die Hauptstraße und der Marktplatz von Breisach sind renoviert und barrierefrei, und dann sind es nur noch ein paar Minuten bis zur Anlegestelle der Flusskreuzfahrtschiffe. Der folgende Tonfilm hat zweieinhalb Minuten. Ich wünsche viel Vergnügen bei der kleinen Rundfahrt.

 

 

Karte Neuf-Brisach

Familientreffen

Strecke

500 Kilometer hin, am Freitag zum schönen Hotel „Am Alten Schlagbaum“ und 500 Kilometer zurück, am Sonntag nach der Feier.

Am Samstag dazwischen, im Flachshof in Merreter (Mönchengladbach), die Familienfeier zum 65. Geburtstag von Gritli. Manche sagen inzwischen Margrit, aber nicht alle.

4

Zuerst wurde mal unser jährliches, letztes Jahr ausgefallenes Geschwisterfoto „Die Phantastischen 4“ gemacht.

Zur Feier waren auch Gritlis Sohn aus USA und unser Bruder aus Kanada gekommen. Insgesamt waren wir wohl über 30 Personen.

Knie

Auch „Die Belgier“ waren gekommen. Auf nachstehendem Foto v.r.n.l. Sohn Bastian, Tochter Candy, Tochter Salomé, Enkelsohn Bruno und Schwiegersohn Gauthier.

Kinder