Obelix sagt’s punktgenau

Franz2222

Nachfolgend ein schönes Beispiel für die geniale Übersetzung von Klaus Jöken. In dem ersten Bild oben links ist von „faire le point“ die Rede, was so viel wie „Bilanz ziehen“ heisst. Daraus wird in der Übersetzung im zweiten Bild erst mal „Acht geben“. Obelix hat das Wort „point“ aber als „poing“ verstanden, dessen Aussprache identisch ist, und denkt dabei, seinem Naturell gemäss, an den Ausdruck „donner un coup de poing“ also jemandem „eins auf die Fresse“ geben. Klaus Jöken hat die Unmöglichkeit einer wörtlichen Übersetzung durch eigene Phantasie ersetzt, was dann im Deutschen einen ganz anderen Sinn und Wortlaut hat und aber auch gerade dadurch genauso lustig ist wie das Original.

AufdieAchtDeutsch

Anfänge – Es begann in Köln (1)

Ich war noch Erstklässler in Holzminden,

Schulanfang

als wir 1958 an den Rhein gezogen waren. „Vater versetzt, Kind sitzengeblieben“ war damals so ein Spruch in Bundeswehrkreisen. Ich war allerdings überhaupt nicht sitzengeblieben, gehörte vom ersten bis vierten Schuljahr zu den Klassenbesten. Lehrerin hiess Frau Pilgrim, deren Motto war: „Es ist schon immer so gewesen, am letzten Tag wird vorgelesen“. Seither kenne ich die Biene Maja. Schöne Zeit. Erste Kommunion, Messdiener.

Um aufs Humboldt-Gymnasium zu kommen, musste ich eine Prüfung bestehen. Mutter fragte mich kurz vorher,

Mutter

ob ich Angst hätte. „Wenn ich die nicht bestehe, wer soll sie dann bestehen?“ Das klang vielleicht eingebildet, was ich da sagte, war aber einfach nur logisch.

Mein Deutschlehrer Karl-Heinz Schlechtriem,

SchlechK01

inzwischen 86 Jahre alt, sagte meiner Mutter in einer Sprechstunde: „An Dieter werden die Deutschlehrer noch ihre Freude haben.“

erika

Sexta, Quinta und Quarta, also 5. bis 7. Klasse waren interessant. Als erste und zweite Fremdsprachen hatten wir Latein und Englisch. Manche meiner Klassenkameraden kamen von weiter her, mit einer Monatskarte für die Strassenbahn. Hätte ich auch gerne gehabt, war wegen kurzem Weg von Volksgartenstrasse 17 über Ulrepforte und Kleingedankstrasse bis zur Schule zu kurz.

Ich ging den Schulweg immer mit German Faber, der mir am Tag der Kuba-Krise – oder war es das Attentat auf Kennedy, den ich kurz zuvor, 1963, noch auf der Deutzer Brücke live sehen konnte – oder Beides? sagte, was er in den Nachrichten gehört hatte. Wir hatten noch kein Fernsehen, nur mein Freund Willi, bei dem ich manchmal die Serie „Union Pacific“ oder „Sport, Spiel, Spannung“ sehen durfte.

Mein Freund Dieter Michels wohnte im Haus gegenüber

volksgartenstr

und kam manchmal zu mir, um Micky Maus zu lesen. Sein Vater war Arzt, hatte ihm solche Lektüre verboten und bastelte selber in seiner Freizeit an einer riesigen elektrischen Eisenbahnanlage von Märklin. Einmal, als zwei Eintrittskarten irgendwie zu verfallen drohten, schenkte er sie meiner Schwester und mir. Es war das einzige Mal, dass ich im Hänneschen Theater war. Es war toll. Besonders lachen musste ich immer über den Speimanes.

Ich gründete dann einen Detektivclub und machte an vielen Nachmittagen Allein-Ausflüge. Entweder mit meinem Roller, unter anderem bis zu dem Hafen, wo heute die drei Kranhäuser stehen, oder mit der Strassenbahn bis Endstation Bensberg. Ich tippte auch meine erste Zeitschrift, mit Kohlepapier, drei Exemplare, und mein Vater hatte mich zum Judo-Club in der Eifelstrasse angemeldet, wo ich es bis zum orangenen Gürtel brachte und irgendwann es mir zu blöd wurde. Obwohl man zum Geburtstag immer eine Tafel Cadbury Schokolade bekam.

Die Ferien verbrachten wir mal in Holland, in so einer Urlaubsbaracke, mal auf der Soinhütte am Wendelstein und mal in der Eifel, wo Vater einen kleinen Bauernhof in Gerolstein-Büscheich als Ferienhaus gekauft hatte und wo wir die Mondlandung im Fernsehen verfolgten. Einmal waren wir auch in Bad Zwischenahn in einem Ferienheim der Bundeswehr. Von dort flog ich dann vom Flughafen Hamburg nach England. Während des kurzen Flugs kaufte ich eine Schachtel Zigaretten. Als die Stewardess ein zweites Mal an meinem Sitz vorbeikam, sagte ich zu ihr, ich hätte es mir überlegt. „Ich glaube, ich nehme noch eine Schachtel.“ Sie meinte: „Zu spät, wir sind leider nicht mehr über der zollfreien Zone zwischen England und Deutschland.“ Ich fand das ziemlich blöd. Ich war 14 Jahre alt.

Wir zogen dann nach Wiesbaden um.

Siehe auch: Mutter und ich

Viele erste Male – In Wiesbaden (2)

Le Nouveau Asterix est arrivé

Auf den neuen Beaujolais muss die Welt noch warten. Der kommt immer erst am 3. Donnerstag des November auf den Markt.

beau

Eingeschworene Fans bestellen ihn jetzt schon vor, um für die entsprechende Feier zum Einführungstag sicher gewappnet zu sein. Aaahh, ces Français!

lillikekse

Wir waren heute zum Einkaufen von Keksen, Kosmetika, Butter und Lachs-Parmentier im Hyper U in Sierentz.

(Einkauf)

Da gab’s gleich am Eingang schon einen richtigen Literatur-Stand.

Asterix Stand

Den neuen Asterix gibt’s schon seit einigen Tagen in Frankreich. Und seit heute auch die wie immer von Klaus Jöken kongenial übersetzte Ausgabe in Deutschland. Hab sie noch nicht gelesen, wir sind ja grad erst vom Einkauf zurück.

2xasterix

DER SPIEGEL ist ganz begeistert, auch vom neuen Team Fabcaro und Didier Conrad als Nachfolgern von R. Goscinny und A. Uderzo.

spiegel

Heisser Sex und vertauschte Treppenhäuser

Das Gedächtnis kann Einem gar manches Mal seltsame Streiche spielen. So auch bezüglich meiner Nacht mit zwei Sekretärinnen einer Tierohrmarkenfabrik in Wuppertal.

Folgendes: Als Student der Bergischen Universität arbeitete ich in den Semesterferien bei der Firma Herberholz, die inzwischen zu Hauptner Tierzuchtartikel in Solingen gehört.

Tierohrmarke

Auf einer Betriebsfeier hatte ich mich mit zwei netten Damen sehr gut verstanden. Allein im Raum stand zu fortgeschrittener Stunde und bei bester Stimmung die Frage, welche der Beiden mich dann demnächst abschleppen würde.

Die Eine bedauerte, leider nicht in Frage zu kommen, weil zu Hause Ehemann. Der anderen dagegen war ein Solcher abgängig, das heisst sie lebte in Trennung und hatte sturmfreies Schlafzimmer.

Um es kurz zu machen: Es war eine lange Nacht!

Irgendwie muss ich dann morgens um 4 Uhr vor der elterlichen Wohnungstür gestanden und geklingelt haben, weil Schlüssel vergessen. Es öffnete Vater, der doch tatsächlich so lange aufgeblieben war, um zu sehen, wo ich mich denn die ganze Nacht rumgetrieben hätte. Ich informierte ihn kurz darüber, dass ich sie sehr erquickend mit einer Sekretärin verbracht hätte. Dazu fiel ihm einfach nichts ein. Was sollte er auch sagen?

Das Merkwürdige ist nun, dass die elterliche Wohnung in der ersten Etage einer Altbauwohnung, mit einem Treppenhaus und knarzenden Stufen, lag, die sich jedoch in Mönchengladbach befand. Ich wohnte derzeit jedoch abwechselnd beziehungsweise nacheinander in einem Reihenhaus in Wuppertal und eben dieser anderen Wohnung in MG.

In meiner Erinnerung habe ich den Heimweg bei Tagesanbruch gar nicht zu Fuss zurücklegen können, dazu war der Weg einfach zu lang. In der einen wie in der anderen Stadt. In meiner Erinnerung klingelte ich morgens in Mönchengladbach, die Ohrmarkenfirma lag jedoch in Wuppertal.

Ihr müsst zugeben, liebe Leserinnen und Leser, dass das eine ziemlich dolle Geschichte ist. Von Einzelheiten der verbrachten Nacht möchte ich aus verschiedenen Gründen nichts Genaueres berichten. Ich möchte jedoch behaupten, dass alles ganz genau stimmte, woran ich noch manches Mal gerne zurückgedacht habe. Ich kann mir Einzelheiten sehr gut merken.

Wobei ich jedoch zugeben muss, dass in einer anderen Sache mich die Erinnerung ebenfalls in einem Detail getäuscht hat. Schon des Öfteren hatte ich erzählt, dass meine erste Honorarrechnung für einen veröffentlichten Text sich auf 40 DM belief. Tatsächlich waren es 60 DM. Ich hatte also immer untertrieben, bis ich heute zufällig beim Aufräumen auf diese Rechnung stiess.

2

Ob meine Erinnerung an die heisse Nacht in Wuppertal etwa auf Übertreibung basiert? Ganz bestimmt nicht! Wie die Sache mit der Rechnung beweist, neige ich eher zum Untertreiben.

1989

Es war das Jahr, in dem mich Michel Gathy nach Wolfsburg fahren liess.

Folgendes. Einer meiner besten Kunden hatte einen wichtigen Termin bei VW und wollte mich als Dolmetscher mitnehmen. Und zwar im Flugzeug, von Brüssel nach Wolfsburg.

Ich hatte damals noch richtige Flugangst. Er schlug mir daher vor, allein zu fliegen und ich könne ja mit meinem Auto fahren. Er wollte mir sogar die Fahrtkosten bezahlen. Also nicht nur den Tagessatz für zwei Tage, sondern auch meine Fahrtkosten.

Wir trafen uns dann in Wolfsburg und hatten ein Gespräch in einem Konferenzsaal mit 10 bis 15 Personen. Ich wollte denen durchaus zeigen, was ich als Simultandolmetscher so drauf habe. Das ist ja sozusagen die Königsdisziplin des Übersetzens, beziehungsweise des Dolmetschens.

Das wussten die Leute von VW wohl nicht so recht zu würdigen. Nach ein paar Minuten, als ich mich so richtig mit gleichzeitigem Hören und Sprechen in beide Richtungen gleichgeschaltet hatte, wurde das einem der Herren zu viel. Ich glaube, es war ein Ingenieur. Er bat mich dann ziemlich bestimmt, doch den jeweiligen Sprecher nicht immer zu unterbrechen, sondern ausreden zu lassen.

Naja, der gute Mann war wohl eher Techniker und an solche Verhandlungen mit Anderssprachigen nicht so gewöhnt. Ich ging dann mit dem Tempo etwas runter, damit alle sich ganz und ohne Ablenkung auf mein Sprech konzentrieren konnten.

Das war im Jahr 1984. Ich weiss jetzt, dass es dieses Jahr war, in dem ich diese Autofahrt von Brüssel nach Wolfsburg gemacht habe. Ich hatte im Autoradio nämlich dauernd die Nachrichten über die „Fatwa“, das Todesurteil für Salman Rushdie, gehört, der heute in der Frankfurter Paulskirche mit dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels ausgezeichnet wurde.

Im übrigen habe ich nämlich nur sehr wenige Erinnerungen und auch überhaupt keine Fotos aus der Zeit von 1980 bis 2000 und überlege mir daher öfter, was ich in der Zeit wohl alles gemacht habe. Mir kommen immer mal wieder Erinnerungen an irgendwelche besonderen Ereignisse, so dass ich dann auch einordnen kann, was ich zu dem Zeitpunkt gerade Besonderes gemacht habe. Meistens sass ich ja daheim im Büro und tippte meine Übersetzungen.

An solche Erinnerungen, die einem manchmal spontan kommen, erinnert mich auch ein heutiger Eintrag von Frau Frogg. So kann ich irgendwann auch mal wieder feststellen was ich denn heute so gemacht habe. Nämlich einen Eintrag schreiben und eine kleine Tour im Auto. Nach Breisach und zurück.

Eintrag über Michel Gathy

Geschäft ist Geschäft


Eintrag von Frau Frogg
https://www.froggblog.ch/2023/10/22/im-nebel-des-vergessens/

Freie Fahrt

Für unseren kranken Hausnachbarn R. bin ich heute Nachmittag schnell mal über den Rhein nach Chalampé zur „Pharmacie“ gefahren, um ihm ein verschreibungspflichtiges Medikament zu besorgen. Das ist in Frankreich nur halb so teuer wie bei uns.

Die freundliche Bedienung fragte mich, nachdem ich bezahlt hatte, etwas auf Deutsch, was ich nicht verstand, und wies dabei auf meinen Rollator. Ich sagte, sie könne ruhig Französisch mit mir reden, worauf sie fragte, ob ich den selber zusammengebaut hätte.

Ich sagte nein, „Pourquoi?“ Sie kam dann um die Theke herum und sah sich meine Gehhilfe an. Sie habe sich gefragt, ob der nicht falschrum zusammengebaut sei, die Griffe wären doch normalerweise andersrum. Die muss mich wohl doch für ein bissle deppert gehalten haben.

printrollator

Lächelnd erklärte ich ihr, dass ich den so geliefert bekommen habe und dass die Griffe so sein müssen, das sei ergonomischer. Ich ergänzte dann auch gleich noch, dass das sogar ein ziemlich teures Modell sei, 500 Franken, äh Euro, und dass es besonders leicht sei, 4,9 kg. Der leichteste Rollator der Welt. Man kann ihn mit dem kleinen Finger anheben.

Das zeigte ich ihr dann auch. Erklärte dabei aber, dass ich ihr nichts verkaufen wolle, weil ich so eine professionelle Vorführung machte. Und, auf ihre Nachfrage, dass ich das Gefährt online gekauft habe. So einen Ferrari gäb’s hier in keinem Sanitätsladen. Dann musste auch sie lachen.

Auf dem Rückweg standen dann hinter der Grenze auf deutscher Seite fünf bis sechs Polizeiautos und es wurde eifrig kontrolliert. Ich fuhr extra ganz langsam, mit heruntergelassener Scheibe, und grüsste freundlich den Polizisten und die Polizistin.

Die haben mich einfach durchgewunken.

Als ich mal Nasenpads brauchte

Beim Lesen von Erfahrungen mit einem Amaxon-ähnlichen ausländischen Online-Versand mit vier Buchstaben, der zur Zeit in allen Sozialen Medien und auch sonst überall im Internet aggressive Werbung betreibt, fiel mir das Wort „Kaufrausch“ auf.

Im Gegensatz zu Amaxon kann man sich da durch Unmengen von Bildern und dazugehörigen Angaben blättern und man entdeckt überall sehr preisgünstige Dinge. Nach denen man zwar noch nie gesucht hat, weil man garnicht wusste, dass es sie gibt, und die man auch eigentlich überhaupt nicht braucht.

Ich habe jetzt 3 Duschköpfe, 1 Eckenrunder, 5 verschiedene beidseitig klebende oder magnetisch haftende Bandrollen, Streifen oder andere Dinge zum Befestigen von Handys, Teppichen, Aufhängen von Brillen oder Wandhaken, Schreib- und Handystifte, 300 Karteikarten und so weiter.

Das mit dem Kaufrausch funktioniert nämlich wie folgt. Man hat 1 Duschkopf bestellt und sieht dann beim nächsten Besuch weitere Modelle, ebenfalls spottbillig, aber etwas besser oder mit angeblichem Massage-Effekt. Also kauft man den auch noch, hat ja wirklich fast nichts gekostet.

Andere Artikel gibt es nur in Mengen, die man eigentlich nicht braucht. Ich brauchte zum Beispiel eine Büroklammer. Also so eine grosse bunte. Musst ich ganzen Beutel bestellen, aber kost ja nix. Die werd ich schon irgendwann brauchen.

Am Anfang, als ich noch nicht wusste, wie das funktioniert, versprach man mir einen Gutschein über 360 €, wenn ich eine Bestellung im Mindestwert von 15 € aufgebe. Da konnte ich nicht nein sagen. Schnell noch paar 1-€-Artikel zufügen, um den Bestellwert von 10 auf 15 € zu bringen. Um es kurz zu machen, das war natürlich alles Quatsch.

Ich bekam tatsächlich so einen Gutschein, der aber in mehrere verschiedene Beträge unterteilt war, von denen man für jede Bestellung immer nur einen Teilbetrag einlösen konnte. Man musste sich beeilen, denn die verfallen sehr schnell. Also eine neue Bestellung über 30 € aufgegeben, für die man dann unter Anwendung eines der 360-Teilbeträge nur 18 Euro zahlen musste.

Mehr war das Ganze auch nicht wert. Ich betrachte es als Gebühr für eine gewonnene Erfahrung. Habe noch jede Menge Selbstklebendes und der 360-Euro-Gutschein ist längst verfallen.

Braucht jemand von Euch ein paar grosse bunte Büroklammern, Plastik-Dokumentenmappen mit Reissverschluss oder Schmetterlings-Anti-Rutsch-Silikon-Nasenpads zum Aufkleben für Brillen? Die kann man auch einzeln für 0,98 € bestellen.

Hab inzwischen Setex Gecko Grip Anti-Rutsch-Nasenpads für Brillen (15 transparente Paare), innovative mikrotexturierte Fasern, ultrastarker Grip, selbstklebende Pads für 24,99 Euro bei Amaxon gekauft. Ohne Gutschein.

On l’a échappé belle – Grad noch mal davongekommen

Wir hatten schon unsere Getränke bekommen und das Essen bestellt, als nach kurzer Zeit die Bedienung ziemlich verstört und mit leeren Händen an unseren Tisch kam.

„Ich kann ihnen leider kein Essen bringen.“

Was sollte das heissen? Wir spürten ihre Verwirrung, sie hatte einen fast verängstigten Blick.

„Die von der WKD sind grade gekommen und haben gesagt, dass die Küche ab sofort gesperrt ist und wir kein Essen mehr rausgeben dürfen.“

Uns wurde sofort klar, dass in der Küche was Schlimmes entdeckt wurde. Wahrscheinlich irgendwas mit Hygiene, Ratten oder Kakerlaken? Sie durfte es uns nicht sagen, der Chef sei benachrichtigt und auf dem Weg ins Restaurant.

Warum wir Glück hatten? Vielleicht hätten wir uns ja vergiftet.

Warum die Überschrift dieses Eintrags zweisprachig ist? Unser Lieblingsrestaurant wird stark von Franzosen aus dem Elsass frequentiert und die Speisekarte ist perfekt zweisprachig, mit fehlerfreier französischer Übersetzung.

Vielleicht liest der eine oder andere Franzose hier mit, und wundert sich, warum unser Bistro bis auf Weiteres „Fermé“ ist. Warum? Wir wissen nicht.

Was wir wissen, ist, dass uns die Bedienung leid tut. Sie machte einen ziemlich verunsicherten Eindruck und redete mit uns als müsse sie sich für etwas entschuldigen, weil wir in ein anderes Restaurant gehen müssten, wenn wir noch was essen wollten. Die meisten sind ja nachmittags um drei geschlossen oder haben zumindest keine warme Küche um die Zeit.

Wir waren jetzt jedenfalls erst mal die letzten Gäste an diesem Tag und wünschten ihr beim Abschied alles Gute. Und dass sie hoffentlich nicht ihren Job verliert.

Version française – Traduction: DeepL.com

Nous avions déjà reçu nos boissons et commandé notre repas quand, peu de temps après, la serveuse est arrivée à notre table, assez perturbée et les mains vides.

„Je ne peux malheureusement pas vous apporter de nourriture“.

Qu’est-ce que cela voulait dire ? Nous avons senti sa confusion, elle avait un regard presque effrayé.

„Les gens de la WKD viennent d’arriver et nous ont dit que la cuisine était désormais fermée et que nous ne pouvions plus distribuer de nourriture“.

Nous avons tout de suite compris que quelque chose de grave avait été découvert dans la cuisine. Probablement quelque chose en rapport avec l’hygiène, des rats ou des cafards ? Elle n’avait pas le droit de nous le dire, le chef avait été prévenu et était en route pour le restaurant.

Pourquoi avons-nous eu de la chance ? Peut-être que nous nous serions empoisonnés.

Pourquoi le titre de cette article est-il bilingue ? Notre restaurant préféré est très fréquenté par des Français d’Alsace et le menu est parfaitement bilingue, avec une traduction française sans faute.

Peut-être l’un ou l’autre Français lira-t-il ici et se demandera-t-il pourquoi notre bistrot est „Fermé“ jusqu’à nouvel ordre. Pourquoi ? Nous ne le savons pas.

Ce que nous savons, c’est que nous sommes désolés pour la serveuse. Elle nous a donné l’impression d’être assez déstabilisée et nous a parlé comme si elle devait s’excuser pour quelque chose, parce que nous devions aller dans un autre restaurant si nous voulions encore manger quelque chose. La plupart des restaurants sont fermés à trois heures de l’après-midi, ou du moins n’ont pas de cuisine chaude à cette heure-là.

Nous étions en tout cas les derniers clients de la journée et lui avons souhaité bonne chance en partant. Et qu’elle ne perde pas son travail, espérons-le.

Wenn die Gedanken chryslern

Seit gestern hat mein Auto eine neue Namenlose. So heisst bei uns die Alexa, die wir in Gesprächen oder beim Diktieren nie aussprechen. Sie fühlt sich sonst angesprochen und antwortet etwa mit einem Satz wie „Das weiss ich leider nicht“ oder „Das habe ich leider nicht verstanden.“ Sie ist mir aber immer sehr lieb und nützlich, wenn ich zum Beispiel mit meinem PT Cruiser durch die benachbarte Umgebung Elsass, Schweiz oder Schwarzwald kreuze und dabei Radio höre. Allerdings ausschliesslich Deutschlandfunk, France Info oder Drittprogramme anderer Sender mit musikfreiem Sprachprogramm.

Die alte „Namenlose im Auto“ hatte leider häufig ein Funkloch. Als ich bei den Amaxon Preim Däis sah, dass es die neue Version zum halben Preis gibt, also 35 statt 70 €, schlug ich sofort zu. Lilli brauchte das Gerät dann nur noch zu installieren und zu konfigurieren und schon startete ich gleich eine längere Tour. Kein einziges Funkloch, sage ich Euch. Die Investition hatte sich also wirklich gelohnt.

Auf meiner heutigen Tour ging dann zuerst noch alles gut. Auf der zweiten Hälfte der Strecke kam dann doch das ein oder andere, nur ganz kurze Funkloch. Wirklich nur ganz ganz kurz. Sollte ich davon gleich berichten? Man könnte ja meinen, dass sich die Sache nicht so doll verbessert hätte wie ich gemeint hatte. Ich bin aber nach wie vor überzeugt, auch weil das Kabel jetzt nicht mehr so im Weg hängt und überhaupt das ganze Gerät und alles wirklich toll ist und Spass macht. Ich will darüber gar nicht lange diskutieren sondern halte es mit einem Satz aus dem Eintrag „Gemischtwaren“:

„Man muss nicht alles bis ins Letzte ausfechten.“

Jetzt aber noch was Anderes, Wichtiges zum Thema Bloggen, Lesen und Schreiben. Bei Frau Herzbruch hatte ich eine Überlegung gelesen, was denn Blogs sollen, können, oder wissen.

„Ich fragte eben Frau N., worüber ich denn mal schreiben könnte, ich bin nämlich im Prinzip dem Bloggen nicht abgeneigt, allerdings fällt mir nix ein, ich möchte nicht allzu offensichtliche Dinge über total offensichtliche Zusammenhänge schreiben.“

Also folgendes: Mit dem Schreiben und Lesen hat sich ja in den letzten Jahrzehnten Alles geändert. Im vorigen Jahrhundert haben Schriftsteller wie Roland Barthes oder Hans Magnus Enzensberger noch den „Tod des Autors“ oder den „Tod der Literatur“ proklamiert; das war so ungefähr vor 50 Jahren, ich war etwa 20 Jahre alt. Das Thema hat mich seitdem immer wieder beschäftigt, auch weil ich selber ein „richtiger“ Schriftsteller werden wollte. Als ich der Rheinischen Post, die Abiturienten nach ihrem Berufswunsch befragt hatten, mit „Dichter“ geantwortet hatte, dachte die zuständige Redakteurin, ich wolle sie verarschen. Sie rief mich telefonisch an und fragte, ob sie vielleicht „Journalist“ oder sowas schreiben solle. Ich so: „Nein, das ist mein voller Ernst.“

Inzwischen bin ich zu ganz klaren Erkenntnissen gelangt.

Das stimmt nämlich alles. Langsam aber sicher setzt sich das alles in die Wirklichkeit um. Man könnte es fast mit den heutigen Drohnen vergleichen. Früher gab es Hubschrauber und Modellflugzeuge als Spielzeug und niemand hat sich darum gekümmert. Heute sind die Dinger dank weiterentwickelter Technik allerübelste Kriegsgeräte wie Bomben, Raketen und Kampfflugzeuge.

Auch Brechts „Radiotheorie“ war vor knapp 100 Jahren revolutionär.

„Der Rundfunk wäre der denkbar grossartigste Kommunikationsapparat des öffentlichen Lebens, ein ungeheures Kanalsystem, das heißt, er wäre es, wenn er es verstünde, nicht nur auszusenden, sondern auch zu empfangen, also den Zuhörer nicht nur hören, sondern auch sprechen zu machen und ihn nicht zu isolieren, sondern ihn auch in Beziehung zu setzen.“

Heute hat sich die Sache in dem Sinne verschlimmbessert, dass immer mehr TV- oder Radiosender und natürlich alle „Sozialen Medien“ so angelegt sind, dass die früheren Empfänger heute alle auch Kommentatoren sind oder angerufen oder auf der Strasse befragt werden können, welcher Meinung sie sind oder was sie zu bestimmten Themen zu sagen haben. Heute kann wirklich Jeder Autor sein und nicht nur irgendwelche Kommentare oder Beiträge liefern, sondern sogar seine Texte, Bilder oder Bücher ohne jegliche Lektorate oder Verlage veröffentlichen.

bücher

Die „Literatur“ verliert immer mehr an Bedeutung oder findet zunehmend als „Content“ in digitalen Medien statt. Seit den zahlreichen Umzügen, die ich im Laufe meines Lebens gemacht habe und bei denen ich immer wieder meine Bibliothek aufgelöst oder ausgedünnt hatte, hat jetzt für mich nur noch ein schöner Rest auf meinem Friedhof der Bücher Platz.

Version française
Traduction: DeepL.com

Quand les pensées font un tour en Chrysler

Depuis hier, ma voiture a une nouvelle „sans-nom“. C’est le nom de notre Alexa, que nous ne prononçons jamais lors de conversations ou de dictées. Sinon, elle se sent interpellée et répond par exemple par une phrase du genre „Je ne sais malheureusement pas“ ou „Je n’ai malheureusement pas compris“. Mais elle m’est toujours très chère et utile, par exemple lorsque je croise avec mon PT Cruiser dans les environs voisins de l’Alsace, de la Suisse ou de la Forêt-Noire et que j’écoute la radio. Mais exclusivement Deutschlandfunk, France Info ou des programmes tiers d’autres stations avec un programme vocal sans musique.

L’ancienne „sans nom dans la voiture“ était malheureusement souvent en panne de radio. Lorsque j’ai vu dans les Amaxon Preim Däis que la nouvelle version était à moitié prix, soit 35 au lieu de 70 €, j’ai tout de suite sauté sur l’occasion. Il a suffi à Lilli d’installer et de configurer l’appareil pour que je parte aussitôt pour une longue randonnée. Pas une seule coupure radio, je vous le dis. L’investissement en valait vraiment la peine.

Lors de ma tournée d’aujourd’hui, tout s’est d’abord bien passé. Dans la deuxième moitié du trajet, j’ai tout de même eu une ou deux coupures radio, très courtes. Vraiment très très peu de temps. Dois-je en parler tout de suite ? On pourrait penser que la situation ne s’est pas améliorée autant que je le pensais. Mais je reste convaincu, notamment parce que le câble n’est plus aussi encombrant et que l’ensemble de l’appareil et tout ce qui s’y rapporte est vraiment génial et amusant. Je n’ai pas l’intention de m’étendre sur le sujet, mais je préfère reprendre une phrase de l’entrée „Gemischtwaren“:

„Il n’est pas nécessaire de se battre jusqu’au bout pour tout“.

Mais maintenant, il y a encore quelque chose d’autre, d’important, sur le thème du blogging, de la lecture et de l’écriture. J’avais lu chez Madame Herzbruch une réflexion sur ce que les blogs doivent, peuvent ou savent faire.

„Je viens de demander à Madame N. sur quoi je pourrais bien écrire, car en principe je ne suis pas contre le blogging, mais je ne trouve rien, je ne veux pas écrire des choses trop évidentes sur des contextes totalement évidents“.

Voici donc ce qui se passe : L’écriture et la lecture ont beaucoup évolué au cours des dernières décennies. Au siècle dernier, des écrivains comme Roland Barthes ou Hans Magnus Enzensberger proclamaient encore la „mort de l’auteur“ ou la „mort de la littérature“ ; c’était il y a environ 50 ans, j’avais environ 20 ans. Depuis, ce thème n’a cessé de me préoccuper, notamment parce que je voulais moi-même devenir un „vrai“ écrivain. Lorsque j’ai répondu „poète“ au Rheinische Post, qui avait interrogé des bacheliers sur leur souhait de carrière, la rédactrice en charge a pensé que je me moquais d’elle. Elle m’a appelé par téléphone et m’a demandé si elle devait peut-être écrire „journaliste“ ou quelque chose comme ça. Je lui ai répondu : „Non, je suis très sérieux“.

Entre-temps, je suis parvenu à des conclusions très claires.

Tout cela est vrai. Lentement mais sûrement, tout cela se traduit dans la réalité. On pourrait presque comparer cela aux drones d’aujourd’hui. Autrefois, les hélicoptères et les modèles réduits d’avions étaient des jouets et personne ne s’en souciait. Aujourd’hui, grâce à l’évolution de la technique, ces engins sont devenus les pires armes de guerre, comme les bombes, les missiles et les avions de combat.

La „théorie de la radio“ de Brecht était également révolutionnaire il y a tout juste 100 ans.

„La radio serait le plus grandiose appareil de communication imaginable de la vie publique, un immense système de canaux, c’est-à-dire qu’elle le serait si elle savait non seulement émettre, mais aussi recevoir, c’est-à-dire faire en sorte que l’auditeur n’entende pas seulement, mais parle aussi, et ne l’isole pas, mais le mette aussi en relation“.

Aujourd’hui, les choses ont empiré dans le sens où de plus en plus de chaînes de télévision ou de stations de radio, et bien sûr tous les „médias sociaux“, sont conçus de telle sorte que les anciens destinataires sont aujourd’hui tous également des commentateurs ou peuvent être appelés ou interrogés dans la rue pour savoir quelle est leur opinion ou ce qu’ils ont à dire sur certains sujets. Aujourd’hui, tout le monde peut être auteur et non seulement fournir des commentaires ou des contributions quelconques, mais aussi publier ses textes, ses images ou ses livres sans aucun comité de lecture ou maison d’édition.

La „littérature“ perd de plus en plus de son importance ou se retrouve de plus en plus sous forme de „contenu“ dans les médias numériques. Depuis les nombreux déménagements que j’ai effectués au cours de ma vie et au cours desquels j’avais à chaque fois liquidé ou élagué ma bibliothèque, il ne reste désormais plus pour moi qu’un beau reste dans mon cimetière de livres.

Liens
Gemischtwaren: https://phoebeweather.wordpress.com/2023/10/10/stadt-land-mensch/
Frau Herzbruch: https://herzbruch.me/12-10-2023/

Das Maulwurf-Prinzip

In einem vorigen Leben hatte ich mal einen schönen Biogarten. Getrübt wurde meine Freude daran jedoch, als irgendwann irgendwelche verdammten Maulwürfe mein kleines Paradies entdeckt hatten und mit allen Mitteln versuchten, es zu untergraben.

Die Hügel, die dadurch entstanden, waren mir natürlich ein Dorn im Auge und ich versuchte alles, diese Sippe unter der Erde brutal auszurotten. Ich versuchte es mit umgedrehten leeren glasflaschen, deren Boden abgeschlagen war, so dass der Wind reinblasen und ein unangenehmes Geräusch verursachen sollte, das die Viecher vertreiben würde.

Das gelang auch mit irgendeinem Ultraschallgerät nicht. Dann habe ich auch mal einen Wasserschlauch in die unterirdischen Gänge eingeführt und es laufen lassen, bis meine persönlichen Feinde ertrunken oder weggeschwommen wären. Das funktionierte so wenig wie das Einleiten von irgendeinem angeblich dafür geeigneten Gas.

Auch bestimmte Pflanzen sollten irgendwelche Gerüche oder Strahlungen aussenden, die das unterirdische Treiben beenden sollten. Also kurz gesagt, nichts von Allem half und es entstanden immer wieder neue Maulwurfshügel.

Bis ich es irgendwann aufgab. Ich beschloss, mich als besiegt zu sehen und keine weiteren Kampfhandlungen mehr vorzunehmen. Ich weiss nicht, wie das da unten ankam, es interessierte mich auch eine gewisse Zeit lang einfach nicht mehr.

Und bis dann irgendwann ein Wendepunkt erreicht sein musste, an dem Alles aufgehört hatte. Ich denke, die Maulwürfe hatten es schlicht aufgegeben, zu versuchen, mich zu ärgern. Weil sie erkennen mussten, dass ich mich einfach nicht mehr ärgern liess.

So hatte ich den Kampf praktisch doch noch gewonnen, und das durch Aufgabe des Kampfes. Und stellt euch vor, das gleiche könnte mir jetzt mit meinem Intervallfasten passieren.

Ich will ja nur ein bisschen abnehmen. Inzwischen habe ich praktisch den ganzen Süsskram gestrichen und faste täglich nach einem 8-Stunden-Zeitraum die nächsten 16 Stunden.

Leider hat es noch nicht viel gebracht, also etwa zwei Kilo in drei Wochen. Vielleicht sollte ich den Kampf einfach aufgeben.

Und darauf hoffen, dass es dann so geht wie mit den Maulwürfen.