In der Kutsche

Während Andere Spaziergänge oder Radtouren machten, an Rallye-Touren teilnehmen oder gar arbeiten mussten, zog es mich zu einer kleinen Auto-Tour de France über Land.

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Alsbald überredete ich mich dazu, eine kurze Pause einzulegen. „La Diligence“ (Die Postkutsche) in Fessenheim schien mir dazu der geeignete Ort.

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Hier war ich immer nur vorbeigefahren. Heute hielt ich einfach mal an.

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Ich hatte die richtige Entscheidung getroffen.

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Hier und Da

Folgendes. Wir hatten noch Blumen gekauft. So gelbe Gerbera, nach dem Eisessen auf dem Rathausplatz und dem Einkaufen, für Irmgards Grab.

Auf dem Rückweg wollten wir den Umweg über den Friedhof nehmen. Ich stellte dann meiner geliebten Beifahrerin die Frage, die mich einen Moment lang beschäftigte.

„Ist das eigentlich normal, sach mal,“ fragte ich, „wenn ich jetzt schon drüber nachdenke, ob ich nach dem Friedhof, während Du die Blumen zum Grab bringst, halt einfach umkehre oder ob wir danach nochmal um den Block fahren, um dann wieder aus der richtigen Richtung zu kommen, um vor dem Haus zu parken?“

Das mag jetzt völlig unerheblich scheinen. Auch wie ich mich dann entschieden habe, nachher. Es geht mir nämlich um das Denken an sich. Das ist nämlich das Problem. Soll ich denn immer schon vorausdenken? Oder einfach ganz im Hier und Da sein, wie Heidegger sagen würde.

Welche Gedanken oder Fragen behält man einfach besser für sich, statt sie auszusprechen? Was ist überhaupt wichtig und was ist völlig unwichtig?

Eigentlich alles. Aber man kann doch nicht immer nur an Wichtiges oder Unwichtiges denken. Das Gleiche gilt ja auch fürs Schreiben.

Obwohl, vielleicht fällt mir ja doch noch was ein, was den oder die Leser/innen interessieren könnte, die ja mit ihrer Lektüre schon bis zu diesem Punkt hier oder dieses Ausrufungszeichen gekommen wären. Wofür, alle Achtung!

Andere schrieben über das Thema nämlich schon ganze Bücher. Oder auch nicht. Wenn der Walser anfängt zu schreiben, dann weiss der schon, da kommt jetzt ein ganzer Roman.

Okay, mir ist jetzt dann doch nichts mehr eingefallen, sag ich mal so.

Also noch nichts.

Geheime Mitteilungen

Der Tag begann heute mit einer guten und einer schlechten Nachricht. Also zuerst die schlechte, obwohl es ja eigentlich gar keine schlechte war. Es war eine Mail von der belgischen Pensionsbehörde. Ich solle ein Dokument auf der Webseite öffnen, da sei eine Mitteilung für mich.

Ich dachte mir so, dass es ja keine Rentenerhöhung sein kann. Vielleicht nur die jährliche Aufforderung, eine von meinem Rathaus abgestempelte Lebensbescheinigung zu schicken, damit die Belgier mir nicht weiter Pension zahlen, obwohl ich vielleicht schon längst gestorben bin.

Ich frage mich natürlich, warum sie mir das nicht einfach per Mail mitteilen. Auf der Webseite des Pensionsamts habe ich dann erstmal auf den falschen Anmeldenknopf getippt, wonach ich zwischen fünf verschiedenen Anmeldemöglichkeiten wählen sollte.

Bisher brauchte ich dazu nur einen Lizenzschlüssel und ein Aktenzeichen. Also lange Rede kurzer Sinn, ich habe geflucht, was der Quatsch soll, dass die sich dauernd wieder neue Sachen ausdenken und neue Passwörter verlangen und weiss der Teufel was, damit ich dann irgendwas mitgeteilt kriege, was sie mir zwei Tage später sowieso nochmal per Papier-Briefpost schreiben. Total bescheuert sowas.

Ich wollte mir von Lilli helfen lassen. Sie stellte sich dann neben mich und ich wollte ihr zeigen, wo das Problem lag. Und siehe da, es genügte, dass sie neben mir stand, dass ich von selber drauf gekommen bin. Ich musste nicht auf Anmelden klicken sondern auf Identifizerungsschlüssel!

Das Dokument – ich komme zur positiven Nachricht! – enthielt die Mitteilung, dass ich Ende des Monats 150 Euro Urlaubsgeld kriege!

Ich hab doch gar keinen Urlaub!

Der Reinfall

Es begann damit, dass ich mir ein bestimmtes Uhrarmband bestellen wollte, was gar nicht so einfach war. Da hätte ich schon misstrauisch werden müssen. Aber der Reihe nach.

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Auf der Rheinbrücke kamen uns mehr Autos mit französischem Kennzeichen entgegen als normalerweise. Ich wollte meine übliche Frankreich-Tour machen und bissle in Sierentz einkaufen.

Dass Lilli mich begleitete, war ebenfalls eher die Ausnahme. So beschloss ich, mit ihr in Niffer einen kurzen Abstecher zu der Schleuse zu machen, von der in meinem vorigen Eintrag die Rede war, den ich dann auch noch mit einem Nachtrag versehen hatte.

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Lilli war schon aufgefallen, dass man in den Dörfern kaum Leute sah. Mir fiel erst auf dem Parkplatz des Hyper U auf, dass auch hier überhaupt nichts los war. Geschlossen! Fermé!

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Erst jetzt fiel mir ein, was heute für ein Datum ist. „Le huit mai“, ein Feiertag, ich hätte es wissen müssen. Mit „Armistice“, also Waffenstillstand, feiern die Franzosen jährlich die Kapitulation der deutschen Wehrmacht, das Kriegsende vom 8. Mai 1945.

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Der geplante Einkauf fiel also aus. Ein glatter Reinfall. Dafür hatten wir den Rhein (Kalauer!) fast dauernd im Blick, bis zu der Stelle, wo an der Schleuse Niffer-Kembs der Rhein-Rhône-Kanal beginnt.

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Und mir wurde klar, warum an diesem Tag so viele Franzosen zu uns rüberkamen. Mit Ziel Aldi, dm und Lidl. Und warum die Post geschlossen war, zu der ich mir das Uhrarmband von LIP schicken lassen wollte.

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Ich hab’s aber geregelt gekriegt und brauchte nicht extra in die Uhrenstadt Besançon zu fahren, wo ich vor längerer Zeit schon einmal war. Wahrscheinlich hätte ich die ganze „Macron-Uhr“ dort eh wieder nicht gefunden, weil alles „indisponible“ oder „fermé“. Obwohl es bestimmt nicht der 8. Mai war.

Der vorige Eintrag zum gleichen Thema

Schöne Gegend wo wir wohnen

Als ich heute Mittag durch Kembs fuhr, hatte ich gedacht, dass ich das Schleusengebiet an der Stelle, wo der Rhein-Rhône-Kanal in den Rhein mündet, mal besichtigen könnte. Ich bat ChatGPT, mir die gewünschten Informationen in Form eines Briefs zusammenzufassen als wenn er mir den schicken würde. Hier das Resultat.

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Sehr geehrter Herr Kayser,

es freut mich sehr, dass Sie unsere Stadt Kembs und den Schleusenkomplex Kembs-Niffer besichtigen möchten. Als Bürgermeister der Stadt Kembs heisse ich Sie herzlich willkommen und stehe Ihnen gerne mit Informationen und Empfehlungen zur Seite.

Das von Le Corbusier entworfene Gebäude am Schleusenkomplex Kembs-Niffer wurde im Jahr 1961 fertiggestellt. Es ist ein eindrucksvolles Beispiel moderner Architektur und verbindet auf beeindruckende Weise Ästhetik und Funktionalität.

Der Schleusenkomplex Kembs-Niffer verfügt über eine Reihe von Anlagen, die die Schifffahrt unterstützen. Dazu gehören Brücken, Fussgängerbrücken, Parkplätze und Anlegestellen. Die Anlegestellen sind mit modernen Versorgungsanlagen ausgestattet, die das Anlegen und Versorgen von Schiffen erleichtern.

Die Entfernung von Ihrer Wohnung in 79395 Neuenburg-Steinenstadt zum Schleusenkomplex Kembs-Niffer beträgt per Luftlinie etwa 20 Kilometer und per Auto etwa 25 Kilometer. Die genaue Route und Dauer der Autofahrt hängen von der Verkehrslage und der gewählten Route ab.

Der Rhein-Rhone-Kanal ist insgesamt 242 Kilometer lang und verläuft durch mehrere Städte in Frankreich, darunter Mulhouse, Dole, Montbéliard und Besançon. Der Kanal ist ein wichtiger Verkehrsweg für die Binnenschifffahrt und bietet auch touristische Möglichkeiten. Es gibt Personenschifffahrt auf dem Kanal und es ist auch möglich, Boote zu mieten, um den Kanal auf eigene Faust zu erkunden.

Ich hoffe, diese Informationen helfen Ihnen bei Ihrer Reiseplanung und ich wünsche Ihnen eine angenehme Zeit in unserer Stadt Kembs.

Mit freundlichen Grüssen,

[Name des Bürgermeisters]

Das mit der Luftlinie kann ich ja nicht nachprüfen, ich nehme immer das Auto. Ansonsten scheint alles mehr oder weniger zu stimmen.

Le Corbusier ist hier in der Gegend übrigens mehr für seine Kirche von Ronchamps bekannt, die ich im Leben schon zweimal besichtigt habe. Das erste Mal vor etwa 50 Jahren mit meiner Mutter, das zweite Mal mit Irmgard am 20. Mai 2007.

20.mai 2007

Da fiel mir dann besonders das Mädel auf, das auf dem Rasen sass und die Kirche malte oder zeichnete. Ich bin nicht näher an sie rangegangen, wollte sie nicht stören.

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Eine andere Malerin habe ich mal in Strasbourg fotografiert beziehungsweise mich fotografieren lassen wie ich ihr zusah.

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Auch sehr gelungen: Die Übersetzung von Deepl.com

Cher Monsieur Kayser,

Je suis très heureux que vous souhaitiez visiter notre ville de Kembs et le complexe d’écluses de Kembs-Niffer. En tant que maire de la ville de Kembs, je vous souhaite la bienvenue et me tiens à votre disposition pour vous fournir des informations et des recommandations.

Le bâtiment conçu par Le Corbusier au complexe d’écluses de Kembs-Niffer a été achevé en 1961. Il s’agit d’un exemple impressionnant d’architecture moderne qui allie esthétique et fonctionnalité.

Le complexe d’écluses de Kembs-Niffer dispose d’une série d’installations qui favorisent la navigation. Il s’agit notamment de ponts, de passerelles, de parkings et d’embarcadères. Les embarcadères sont équipés d’installations d’approvisionnement modernes qui facilitent l’accostage et l’approvisionnement des bateaux.

La distance entre votre logement à 79395 Neuenburg-Steinenstadt et le complexe d’écluses de Kembs-Niffer est d’environ 20 kilomètres à vol d’oiseau et de 25 kilomètres en voiture. L’itinéraire exact et la durée du trajet en voiture dépendent des conditions de circulation et de l’itinéraire choisi.

Le canal Rhin-Rhône a une longueur totale de 242 kilomètres et traverse plusieurs villes en France, dont Mulhouse, Dole, Montbéliard et Besançon. Le canal est une voie de communication importante pour la navigation fluviale et offre également des possibilités touristiques. Il existe des services de navigation de passagers sur le canal et il est également possible de louer des bateaux pour explorer le canal à sa guise.

J’espère que ces informations vous aideront à planifier votre voyage et je vous souhaite un agréable séjour dans notre ville de Kembs.

Je vous prie d’agréer, Madame, Monsieur, mes salutations distinguées,

[Nom du maire]

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Warum ich Gerichtsshows mag

Tomi Ungerer hat damals seine wertvolle Sammlung alter Spielzeuge der Stadt Strasbourg geschenkt. So eine Sammlung ist wie ein Krebsgeschwür, meinte er damals. Sie wird immer grösser und irgendwie muss man sie von sich abschneiden. Sonst frisst sie einen auf.

Meine kleine Sammlung besteht aus Sätzen, die ich aus Gerichtsshows und zum Teil auch in anderen Zusammenhängen aufgeschnappt habe; die haben bestimmt nie in einem Drehbuch gestanden. Ich weiss auch gar nicht, wieviel bei vielen Sendungen improvisiert und was vorher genau abgesprochen ist.

Diese Gerichtsshows sehe ich nur im Schlafzimmer, wenn Lilli auf Nachtschicht ist und ich ein funktionierendes Schlafmittel brauche. Am Liebsten ist mir der Ulrich Wetzel, der hat so eine coole Art und ist auch ein richtiger Richter.

Die Zeugen oder Angeklagten verheddern sich dann manchmal im Eifer des Gefechts in Sätzen, die fast so schön sind wie Ungerers Spielsachen. Ich hab‘ sie jedenfalls gesammelt. Und irgendwann muss ich mich auch davon trennen.

Ich mach’s jetzt. Dann ist Ruhe. Ich schenke sie meiner geehrten Leserschaft.

„Meine Frau war so dominant, sie hat es genossen, mich an der Pfeife herumtanzen zu lassen.“

„Der hat mich hinters Glatteis geführt.“

„Noch knabbere ich nicht am letzten Hemd.“

„Schlag Dir das hinter die Ohren!“

„Die Scheidung war ein zweiseitiges Schwert für mich.“

„Klar dass der mir die Arschgeige zugespielt hat.“

„Ich habe nur immer meine Finger in Wunden gelegt, die sonst unter den Tisch gekehrt worden wären.“

„Wir werden das Pferd schon schaukeln.“

„Seit die beiden zusammen wohnen, werfen sie sich täglich die Decke auf den Kopf.“

Hier noch mehr Katachresen