Über Übergänge

Im Moment fühle ich mich ganz normal. Im Moment. Es ist Alltag und ich mag Alltage. Was nicht heisst, dass alle Tage gleich sein müssen.

Manchmal denke ich an früher, was ich so alles getrieben habe. Eigentlich hat es immer ganz gut geklappt. Sicher gab es auch Situationen, in denen man Fehler gemacht oder etwas ganz Dummes gesagt hat. In denen vielleicht auch Dinge passiert sind, von denen man niemandem je etwas erzählt hat und die man mit ins Grab nehmen wird.

Oft habe ich gedacht, dass ich gerade in einer Übergangszeit bin. Genau genommen war ich das das ganze Leben lang. Inzwischen passiert halt nicht mehr so viel Entscheidendes, Gott sei Dank! Ich bin froh und glücklich darüber, wie mein Leben jetzt aussieht. Es sind die ganz normalen Dinge, die einen letztlich ausfüllen.

Was habe ich in den letzten Tagen gemacht? Ich habe mehrmals je 43 Minuten auf dem Laufband verbracht. Als nächstes werde ich die 45 anstreben. Die ich nicht nur einfach verbringe, sondern in denen ich mich auch ohne Unterbrechung vorwärts bewege. Ohne Eile und ohne vom Fleck zu kommen. Dafür kann ich fernsehen oder nachdenken oder beides.

Und fast jeden Tag war ich auch mit dem Auto unterwegs. Mal, um Lilli zu ihrer Autowerkstatt zu bringen, mal um Nachbarin zum Zahnarzt und wieder zurück zu fahren, und mal um eine Spazierfahrt durchs Elsass zu machen und Apfelsaft mitzubringen.

Irgendeine Lektüre motivierte mich kürzlich dazu, mal wieder einen Krimi von Agatha Christie zu lesen. Der Roman „Morphium“ hat mich auch richtig gefesselt und machte mich auf seine Verfilmung neugierig. Nachträglich kann ich sagen, dass die Lektüre spannender war als der Film. Den habe ich dann auch nur bis etwa zur Hälfte angesehen. Er stimmte ziemlich gut mit der Romanvorlage überein, und wer der Mörder war, das wusste ich ja.

Seit etwa zwei Wochen kann ich fast jede Nacht gut ein- und durchschlafen und fühle mich tagsüber normal und ziemlich fit. Milou hatte in einem Eintrag mal von diesem Effekt geschrieben, den das Nahrungsergänzungsmittel GABA bei ihr gehabt hat. Danke Milou!

Vielleicht verdanke ich das aber auch dem Sport, zu dem mich meine liebe Ehefrau motiviert. Danke Lilli! Und: Ride on!

Wenn’s klemmt dann klemmt’s

Wie nennt man eigentlich das „Ding“, das am Einkaufswagen an einer kurzen Kette hängt und das man einschieben muss, um die vorher eingesteckte 1-Euro-Münze-wieder herausnehmen zu können?

Neulich hatte ich meine Einkäufe gerade ins Auto geladen und schob dann den leeren Einkaufswagen zu der überdachten Stelle, wo alle anderen leeren Wägen stehen. Ich kam zeitgleich mit einer Frau dort an, die dasselbe wollte wie ich.

Wir standen parallel nebeneinander vor unserer jeweiligen Reihe geparkter Einkaufswägen und schoben unsere praktisch synchron dazu.

Während ich dann mein Ding reinsteckte, brauchte die attraktive Sehr-Französin ihrerseits noch einen Moment und zwei oder drei Handbewegungen, bis sie es endlich drin hatte.

Sie wandte sich mir zu und ich sah ihre freundlichen Augen in einem schönen Gesicht. „C’est pas toujours facile“ (Ist nicht immer ganz einfach) sagte sie. Automatisch und völlig spontan ergänzte ich: „Oui, parfois ça coince“ (Ja, manchmal klemmts bissle).

Wir hätten fast ein Gespräch beginnen können, so sehr lagen wir mindestens für diesen Moment auf gleicher Wellenlänge und sprachen miteinander auf Augenhöhe.

Sicher ist das aber nur mein nachträglicher Eindruck meinerseits, wahrscheinlich geprägt von einem gewissen Wunschdenken. Bestimmt wollten wir uns beide nicht irgendwie anmachen. Ein paar nichtssagende Worte in einer banalen Situation, das war alles.

Ich dachte dann später noch, dass man ja, wenn man sich auf den ersten Blick sympathisch findet, zumindest noch ein paar Sätze austauschen kann, und sei es nur über das Wetter. Oder die neuen Einkaufswägen des „Hyper U“. Die sind nämlich ansonsten sehr praktisch.

Wir wären dann sozusagen auf einer anderen Kommunikationsebene gewesen. Naja, was das betrifft, bin ich manchmal halt bissle

verklemmt.