Frage der Woche

Videotext

„Ich habe hier gerade „Die Zeit“ gelesen und da ist mir aufgefallen die Geschichte mit dem Merz und seiner Brille. Da machen die eine ganze Seite, da zeigen sie Kohl mit Brille, Helmut Schmidt mit Brille, Brandt mit Brille und dann den Herrn Merz. Wollen die jetzt damit suggerieren, dass der Merz, seit er jetzt eine neue Brille hat, dass der vielleicht Kanzler werden könnte? Eine komische Suggestion, total bescheuert! Der hat sich ja lange zurückgehalten, der Merz, der war bei der Merkel mal in Ungnade gefallen und hat dann so lange gewartet, „bis die Alte weg ist“, so hat er es, glaube ich, sogar selber formuliert. Genau wie der Norbert Röttgen. Ja, und die beliebtesten Minister zur Zeit sind Baerbock und Habeck. Das freut mich.“

Geheimnisse

Früher hatte ich mich über diese Art von Filmen eigentlich eher lustig gemacht. Ich sah in den deutschen Schauspielern, die im Film als Franzosen in der Bretagne durchgehen sollen, vor allem deutschsprechende Personen, die seltsamerweise französische Kurznachrichten erhalten. Und im Zweifelsfall ein halbes Dutzend („une sixaine“) Austern und ein Glas Weisswein bestellen. Und dann noch nicht einmal wissen, wie man Austern schlürft und wie man ein Weinglas hält.

Ich fange an, die Filme mit Kommissar Dupin gut zu finden. Nicht nur wegen der schönen Landschaften, sondern auch wegen vielen Kleinigkeiten, die man entweder gar nicht gewusst hat, oder die man schon kennt und dann aber trotzdem drüber lachen kann.

In einer Folge wird Michel Houellebecq und in einer anderen Michel de Montaigne erwähnt. In der heute von mir gesehenen Episode wird gar Jean-Paul Sartre zitiert. „Être mort, c’est être en proie aux vivants“ (Tot sein heisst zur Beute der Lebenden werden). Meine Neugier war erwacht und ich suchte mir in der Mediathek „Kommissar Dupin – Bretonische Geheimnisse“ aus.

Da gibt es zum einen viele Namen und Begriffe, die man eigentlich kennen sollte wenn man wenigstens halb gebildet ist. Ich bin ja nur ein Viertelgebildeter und kenne weder Lancelot noch die Artussage.

Mit anderen Anspielungen kann ich schon eher was anfangen. Zum Beispiel mit dem Heiligen Gral.

Oder mit dem Ortsschild „Bannalec“ in der Bretagne. Bannalec ist nämlich auch das Pseudonym des Autors dieser Dupin-Geschichten. Jean-Luc Bannalec alias Jörg Bong.

Was ich auf jeden Fall verstanden habe und für mich eigentlich ein altbekannter Gag ist, ist der mit den entgegengesetzten Wegweisern „Alle Richtungen“ und „Andere Richtungen“.

The Voice

Bisher dachte ich ja immer, unsere Familie sei eher unmusikalisch. Das trifft in jedem Fall auf mich zu. Vielleicht überhaupt nur auf mich? Verschiedenes Stattfinden von Blockflöte spielen, Mitgliedschaften im Kirchenchor oder Teilnahme an musikalischen schulischen Aufführungen hätten mich längst vorwarnen sollen.

Lison, die ältere der beiden Töchter meines Sohnes, nimmt heute in Liège/Lüttich an einer Vorauswahl teil. 100 Stimmen sollen dazu ausgewählt werden, an der nächsten Casting-Stufe von „The Voice“ teilzunehmen. Opa drückt sämtliche Daumen!

Waschstrasse und mal wieder unterwegs

Bisher hatte ich ja immer die Autowaschanlage einer Tankstelle hier in der Nähe benutzt. Da musste ich dann an der Kasse anhalten, aussteigen, ein Ticket mit einer Nummer kaufen, wieder einsteigen, in die Waschstrasse fahren, wenn nicht grade noch mehrere Autos davorstanden und warteten, wieder aussteigen, draussen den Code eingeben, warten bis das Auto gewaschen war, und dann wieder einsteigen und losfahren.

Jetzt gibt es beim neuen Baumarkt hier in der Nähe eine ganz neue Waschstrasse mit Bedienung. Also nix Selbstbedienung. Man fährt einfach direkt zum Beginn der Waschstrasse, wo ein bis zwei Serviceleute stehen, und bleibt jedenfalls im Auto sitzen.

Durch das heruntergelassene Fenster reicht mir ein freundlicher Mensch, nachdem er einen Smalltalk mit mir gehalten hat, das Kartenlesegerät, so dass ich meine Kreditkarte kurz zum Bezahlen draufhalte.

Dann sagt er mir, dass ich in die Waschstrasse einfahren kann.

Der hatte mich vorher tatsächlich und freundlich interessiert gefragt, ob ich in Müllheim wohne oder im Krankenhaus arbeite. Na ja ich hatte halt eine weiße Hose an. Und eine Sonnenbrille, aber nicht die, mit der ich aussehe wie ein Zahnarzt. Der Mann war jedenfalls äusserst gut gelaunt bis geschwätzig. Er wollte noch wissen, was ich denn für einen Beruf hätte oder gehabt hätte.

„Übersetzer“ – „Welche Sprachen?“ – „Französisch, Englisch und Niederländisch.“ – „Niederländisch? Meine Tochter in Antwerpen…“ Ich wollte ihm dann noch weder mein Leben erzählen noch mir seins anhören, so durchs Autofenster, mit laufendem Motor, vor der lauten Waschstrasse.

Dann sollte ich das Fenster hochfahren und dann nicht mehr bremsen und nicht ans Lenkrad fassen.

Und los ging die wilde Fahrt. Schon schnell waren alle meine Fenster total zugeseift, so dass ich überhaupt nichts mehr sehen konnte. Aber es gab ja auch nichts zu sehen.

Doch, irgendwann kamen dann direkt vor meinem Auto so Geräte von oben runter, auf denen stand, sogar zweisprachig, weil wir hier ja viele französische Kundschaft in der Gegend haben, „Keine Angst, nicht bremsen, ich fahre gleich wieder hoch / N’ayez pas peur, je me soulève de suite“.

Dann kamen noch andere ziemlich bunte Bürsten, eine war glaub pink, und am Schluss kamen noch von rechts und links zum Abtrocknen so komische grüne stoffartige Lappen, die von rechts und links über mein Auto wedelten, also es war richtig was los.

Als ich dann am Ende der Waschstrasse ankam, stand da so eine Art Uhr, die von „Stop“ auf 10 schaltete und dann bis auf 1 runter zählte. Dann zeigte mir ein grüner Pfeil nach oben, dass ich jetzt wieder frei war.

So fühlte ich mich auch. Es war ein echtes Erlebnis und ich sass in einem blitzblank sauberen Auto, mit dem ich dann erst mal nach Frankreich fuhr.

Ich wollte mal wieder ein neues Dorf im Elsass durchkreuzen, Ensisheim, das ungefähr 30 km von uns zu Hause entfernt ist. Es war Mittagszeit und absolut nichts los.

Ich brauchte wieder nirgends auszusteigen. Wenn ich was fotografieren wollte, hielt ich kurz am Rand einer verkehrslosen Strasse, um durch die saubere Windschutzscheibe oder das erneut heruntergelassene Fenster zu fotografieren.

In dem Dorf war echt nichts los. Aber schön war’s. Action hatte ich ja schon genug in der Waschstrasse gehabt.

Riesterschuhe und Niedertreter

Nachdem ich mir gerade noch ein schönes türkisfarbenes Poloshirt bei Walbusch bestellt hatte, dachte ich, ich könnte auch mal wieder ein Paar neue Schuhe haben. So in dem Stil den ich meistens trage. Ich habe sie einmal bei der eben genannten Firma bestellt, die waren ganz gut, kosteten aber 99,95 €.

Bei mir liegt die Grenze für Schuhe eigentlich bei 50 €, Ausnahmen ausgenommen. Dann habe ich eine bekannte Marke gegoogelt und bei Amazon gesucht. Komischerweise fand ich da nur Stethoskope und ähnliches Zeugs. Das konnte ja wohl nicht sein. Vielleicht hat die Firma Riester umgesattelt und macht überhaupt keine Schuhe mehr?

Ich habe dann geduscht und dachte mir danach: „Das kann kann doch nicht sein“. Ich habe es halt einfach noch einmal versucht und gab den Suchbegriff Rieker Slipper ein. Und siehe da, ich fand ein riesengrosses Angebot. Hab mir dann auch gleich ein paar für 39,95 € bestellt. Bei Amazon. Rieker.

Für 28,90 € hätte ich mir auch noch paar Niedertreter bestellen können. Obwohl, keine Ahnung, wen oder was man damit niedertritt.