Seltene Erde

Als ich neulich zu Fuss mit dem Radl nach Berlin, nee Quatsch, ich fuhr mit dem Auto nach Fessenheim. Von Neuenburg über Chalampé auf der französischen Rheinseite, mit dem Verbrennungsmotor zum ältesten Kernkraftwerk Frankreichs.

Es befindet sich am Rheinufer eines elsässischen Dorfs, in dessen Supermarkt man mit der Kassiererin noch ein paar Worte wechseln kann, statt einfach durchgeschubst zu werden. Der Atommeiler soll jetzt zurückgebaut werden. Dafür entstehen überall in der Welt neue, modernere und grössere.

SAMSUNG CSCWährend der Fahrt verdichtete sich mir die Erkenntnis, dass man nicht gleichzeitig gegen alles sein kann. Gegen den Betrieb von Nuklearkraftwerken, gegen den Abbau von Braunkohle, gegen die Förderung von Erdöl, gegen die Gewinnung von seltenen Erden und gegen den Ausbau der Windenergie. Woher soll der Saft denn bitte kommen?

Die aktuellen Tendenzen zeigen alle in die falsche Richtung. Flugzeuge steigen in den Himmel, der Gütertransport per LKW auf den Autobahnen steigt ständig und der Verkauf von SUVs stieg in den vergangenen Jahren auf das Doppelte.

Mit all dem müssen wir leben. Unsere Entscheidungen treffen wir weniger durch Wahlen, sondern – gewollt oder ungewollt – immer mehr beim täglichen Einkauf. Immer fördern wir Lobbies, von der Plastiklobby über die Fleischmafia bis zum Kaffeekartell.

Das Herumflicken an der sich verschlechternden Klimasituation / Klimakatstrophe ist fast schon aussichtslos, aber auch alternativlos.

Während wir früher vielleicht dachten „Nur keine Aufregung!“ müssen wir heute rufen

„Nur keine Ruhe!“

Was war da los?

champagner

Gestern war mal wieder lange Filmnacht. Ich suchte nach einem geeigneten Film oder Programm. Die meisten Freitagabend-Talkshows interessierten mich nur wenig und eine Binge-Netflix-Serie hatte ich grade nicht am Laufen. So beschloss ich, einfach nur einen alten „Columbo“ zu sehen. Schnell wurde ich bei YouTube fündig.

Als ich heute morgen auf dem Massagesessel bei der ersten Tasse Kaffee überlegte, welchen Film ich eigentlich gestern abend nochmal gesehen hatte, wollte es mir partout nicht mehr einfallen. Vergeblich kramte ich also in meinem Gedächtnis nach irgendwelchen Bildern, Szenen, handelnden Personen oder markanten Ereignissen. Ich fand einfach nichts.

Ich war schon fast verzweifelt und fragte mich, ob es sein kann, dass ich schon so senil bin, dass ich einen ganzen Film komplett vergessen habe. Überhaupt nicht mehr weiss, wovon er handelte, nur dass es ein „Columbo“ war.

Bis mir dann auf einmal ein Bild erschien. Es war die junge Rocksängerin. Sie wollte sich nicht von ihrem Geliebten, einem erfolgreichen Anwalt, abservieren lassen und forderte von ihm die Hälfte seines Vermögens wie bei einer Scheidung, obwohl sie ja nicht verheiratet waren. Sie drohte ihm dann mit Erpressung.

Jetzt kam mir auch wieder in den Sinn, worum es ging. Der Staranwalt wollte sie loswerden. Dann fiel mir wieder die Champagnerszene ein. Die hatte ich früher schon einmal gesehen, erinnerte ich mich. Mit einer Injektionsnadel wollte er einen Champagnerkorken durchstechen, um eine Chemikalie in das Getränk zu spritzen.

kork1Was ich wusste, was aber den Zuschauern wohl kaum aufgefallen sein dürfte, war, dass die Nadel im Verhältnis zum Korken zu kurz war, um ihn ganz zu durchstechen. Ausserdem ist so ein Champagnerpfropfen ziemlich dicht und fest und lässt sich nicht einfach so durchpieksen wie ein Griesspudding.kork2Dann kam die Szene, wo die Rocksängerin mit einem jüngeren Liebhaber ins Bett ging. Ich hatte mich schon gefragt, warum der Anwalt ihr vorher schon was in den Tee gegeben hatte. Es sah also für den Zuschauer so aus, dass beide beim Schäferstündchen sterben würden, sie von dem vergifteten Tee und der Lover von dem vergifteten Champagner.

Zum Thema Champagner gehören dann noch Ausführungen von Columbo, wo er statuiert, dass es nicht normal sei, dass zwei Korken in der Küche liegen, denn Champagner müsse ja schliesslich knallen und spritzen, wenns in die Erotik geht. Da werde man wohl kaum vom Schlafzimmer in die Küche gehen, um dort den Champagner zu öffnen.

Irgendwann stellt sich dann heraus, dass der junge Mann überhaupt nicht tot ist, sondern nur eingeschlafen, und die Rocksängerin dann irgendwie auch. Schliesslich erweist sich dann, dass beide von dem „Gift“ nur betäubt worden waren. Die Dame war erst im Schlaf erwürgt worden. Frei nach dem Motto „Der Mörder ist immer der japanische Gärtner“.steingartenWie heisst die Folge und wer war der Mörder?