Achtung Fischgräte!

Heute war ich mal wieder beim Coiffeur. Alexia hatte wohl Urlaub und so kümmerte sich Julien, der Chef persönlich, um mich. Ich zeigte ihm ein Foto mit einem jungen Mann mit einem sehr geraden Scheitel. Ob ich sowas auch haben könne? „Pas de problème“ meinte er. Ich weiss jetzt wohl nicht mehr, ob wir den Begriff „ligne“ (Linie) oder „arrêt“ (Haltestelle) oder „arête“ (Fischgräte) verwendet haben. Mündlich können jedenfalls alle drei Wörter für Scheitel verwendet werden.

Noch etwas ganz anderes ist dann der „queue de poisson“ (Fischschwanz). „Faire une queue de poisson“ = jemanden beim Überholen schneiden.

Ein ermordeter Redakteur, Anke Engelke und ich

Mit Anke Engelke verbindet mich, dass vor vielen Jahren der Redakteur Georg Bossert eine Rolle in unserem Leben gespielt hat. Er war Kinderfunk-Redakteur beim WDR und lebte später mit der ebenfalls von ihm entdeckten Désirée Nosbusch zusammen. 1995 wurde er von seinem Sohn erstochen.

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Höre dazu gerne auch den heutigen Podcast „Dieters Bessere Hefte Nr. 6“.

Dauer: 4 Minuten
Durée: 4 minutes

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Dieters Bessere Hefte Nr. 5

Alle im Wunderland - Verteidigung des gewöhnlichen Lebens
Podcast „Dieters Bessere Hefte Nr. 5“ – Heute zum Thema: „Verteidigung des gewöhnlichen Lebens“

„Mein gewöhnliches Leben, das ist mein Leben in einem bestimmten, halbwegs intakten Innenraum. Um einen solchen zu erleben, muss ich doch nicht in die Toskana ziehen. Einen intakten Innenraum kann ich überall erleben. In
toskanaIn dem Buch hab‘ ich jetzt zwei bis drei Tage gewohnt. Das Wort „wohnen“ kommt ja aus dem Lateinischen („habitare“) und steckt auch in den Wörtern „gewöhnlich“ und „Gewohnheit“. Im Französischen heisst gewöhnlich = habituellement und Gewohnheit = habitude. Mehr zu diesem gewöhnlichen Buch wie gewohnt in einem ganz gewöhnlichen Podcast.

Dauer: 5 Minuten
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Morgen gibt’s Freibier

Alle im Wunderland - Verteidigung des gewöhnlichen Lebens
Podcast „Dieters Bessere Hefte Nr. 4“ – Heute zum Thema: „Hier und jetzt!“

Dauer: 4 Minuten
Durée: 4 minutes

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Wie ich mal in Vichy war

Von einem Pariser Übersetzungsbüro erhielt ich in den 1980er Jahren mal einen schönen Dolmetscher-Auftrag. Ich sollte in Vichy der Witwe Steigenberger zur Verfügung stehen. Ich fuhr also 300 km von Brüssel nach Paris, wo für mich ein Hotelzimmer reserviert und ein Bahnticket nach Vichy hinterlegt war. Dort sollte ich mich dann beim Kurdirektor melden.

Der Mann empfing mich in seinem Büro im Kurhaus und briefte mich. Die Hotelkette Steigenberger wolle ein Wellnesshotel bauen und Madame Steigenberger gerne den Kurort besichtigen. Sie wolle sich ein Bild davon verschaffen, wie gut ein Hotel ihrer Kette in den Ort passen würde.

Vichy hatte seine Glanzzeit ja schon einmal hinter sich gebracht, nachdem keine aus den Kolonien zurückgekehrten Offiziere mehr mit Vichy Wasser ihre in Afrika angegriffenen Verdauungsorgane und Lebern kurieren mussten. Das etwas salzig schmeckende Wasser war dabei vermutlich der Leber ebenso nützlich wie überhaupt jedes Wasser, das als Ersatz für die entsprechende Menge Wein getrunken wurde.

Die Stadt hatte sich dann in den 1960er und 1970er Jahren etwas verjüngt und in Richtung Sport entwickelt. Der Allier staute sich zu einem grossen Wassersport-See und es gab ausser einem Golfplatz viele weitere sportliche und kulturelle Einrichtungen.

Dies alles besichtigten wir zwei Tage lang, an denen wir auch in den besten Restaurants assen und in angeregter Stimmung über alles mögliche reden konnten. Frau Steigenberger genoss ihren Aufenthalt und war wohl ziemlich begeistert.

Sie bedankte sich schliesslich auch bei mir für meine übersetzerischen und sprachvermittelnden Leistungen. Sie habe nicht gewusst, dass ein entspannter und kommunikativer Dolmetscher so viel zu einer guten Atmosphäre beitragen kann, meinte sie. Hat mich natürlich sehr gefreut.

Ich durfte am Abend des zweiten Tages, bevor ich in mein Hotel zurückkehrte, in einem Restaurant auf einem Schiff essen und trinken so viel ich wollte. Auf Kosten des Kurdirektors, der mich dort avisiert hatte. Der mit Pastis flambierte Loup de Mer war ein Gedicht.

Eine weitere Strophe gefällig? Gibt’s zusammen mit einem trockenen Weissen, ein paar Brocken Französisch und ein paar Anmerkungen zum „Stil der Franzosen“ aufm Podcast, Dieters Bessere Hefte Nr. 3, Dauer 9 Minuten, hier.

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Episode 2 – nur 7 Minuten

Dieters Bessere Hefte – heute kürzer & lauter

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Podcast Episode 1

Es geht los mit Dieters Bessere Hefte. In der Nr. 1 ist die Rede von Baisers, Tankstellen und verschiedenen anderen Dingen. Wirst es ja sehen wenn Du es hörst. Dauer: weniger als 20 Minuten.

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Achtung, Einschlafgefahr

War grade ziemlich erschrocken, als ich meine eigene Stimme hörte. Jetzt verstehe ich auch, warum meine Frau immer sagt, ich soll ihr was erzählen, wenn sie nicht schlafen kann.

Und weil’s so schön war, jetzt nochmal 9 Minuten. Zwischen Minuten 1 und 2 bitte Ohren zuhalten wegen starkem Geräusch. Bitte um Entschuldigung.

Obenrum Gedanken

Als ich neulich im Massagesalon, so könnte der Text anfangen. Ich habe ja schon von verschiedenen Damen gesprochen, die sich gelegentlich um meine Füsse, Haare oder Zähne kümmern oder Übungen mit mir machen. Alles sehr intime und private Dinge, wobei einem normalerweise niemand zusieht.

Beim Massagesalon wird das dann noch etwas deutlicher. Ich war schon mal in so einem Thai-Laden, wo die Dame dann einen Vorhang zugezogen hat, bevor sie mich massierte.

Die Unterhose behielt ich an, war also nicht nackter als in einem normalen Schwimmbad, in dem sich auch Kinder und Erwachsene aller Geschlechter amüsieren.

Warum trennte mich bei der Massage ein Vorhang von der Umgebung ab, obwohl das Geschehen dahinter absolut jugendfrei war? Und wo ist überhaupt die Grenze zwischen Privatem und Öffentlichem?

Das Thema hat mich schon immer beschäftigt. Als Student schrieb ich eine Seminararbeit darüber.
Seminararbeit
Jetzt, da ich nicht nur die Studentenzeit sondern sogar eine ganze Berufslaufbahn hinter mir habe, bewegen mich immer noch oder schon wieder Fragen, die direkt oder indirekt damit zu tun haben.
Seminararbeit2
Was kann, will oder soll man in veröffentlichten Texten oder auch unveröffentlichten Tagebüchern von sich preisgeben und was lieber nicht? Und warum? Oder warum nicht?

Soll die Grenze zwischen Wahrheit und Erfindung so fliessend sein wie die zwischen Scham und Freizügigkeit? Was will man mit welcher Art von Texten bei anderen oder sich selbst bewirken? Oder was verhindern?

Wenn ich in einen Massagesalon gehe, begebe ich mich mit meiner ganzen Privatheit in den öffentlichen Raum, in dem ich auf andere private Personen treffe, die massieren oder massiert werden.

Wo ist die Grenze, die man gewollt oder ungewollt überschreitet, wenn man darüber berichtet?

Sie verläuft wohl immer noch und fast ausschliesslich „untenrum“.

Fortsetzung folgt, oder auch nicht